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Im Arbeitshaus Der 28. Januar

Full text: Sechs Monate Arbeitshaus / Schuchardt, Ernst

Den 29. Januar.

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Den letzten Tag haben mich 5B, W. und der Magdeburger anständig behandelt. Am anderen Morgen füllte der Pferdehändler meinen Platz als Raddreher aus.

Die Nacht schlief fast gar nicht, so eine höllisch lange Nacht So ewig lang ist mir noch keine geworden.

H*	*

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Den 29. Januar.

Am Morgen zog mein Bett ab. Meinen Schlafpartner gab ich meine eingenähte Decken. Er gab mir feine dafür. Packte meine Bettwäsche vorschriftsmäßig zusammen, wusch mich, spülte den letzten eingeatmeten Duft dieser Anstalt aus meinem Mund. Nahm von allen Bekannten Abschied auch von den Anstaltsgenie, den Damen- und Veamtenschneider und ging mit meinen abgezogenen Bettbrocken die treppe hinunter in meine Abteilung. Stellte mich znm letzten Mal zum Singen und Beten auf. Aß dann meine letzte Mehlsnppe. Wartete eine Stunde bis ich mit Bettzeug und meinen ganzen Inventar in den Ankleideranm abgeholt wnrde. Wir waren zehn Mattn mit Barnack und ich. Wir gaben Alles ab und erhielten unsere Kleidnng. Beim Verlassen des Raumes gab uns der Hansvater, weiteres Fortkommen wünschend, die Hand. Im Secretariat erhielt ich eine Mark fünfzig Pfennig für Zehrkosteu nach Magdeburg. Den Rest erhielt am anderen Morgen in Magdeburg. Der Director der Anstalt entließ mich' mit kurzen Worten. Barnack hatte in Schönebeck eine Polizeistrafe von zwei Tagen noch zu verbüßen. Ein alter Beamter zeigte mir den Ausgaug und ich wen ftei.

* ♦

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Schluß.

gtei endlich srei war ich. Das erste war diese Schmach

unterzuspülen. Ich soff - den ersten Fnfel — den zweiten - den dritten und soff noch mehr. ©ing die Straße nach
        
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