Path:
Im Arbeitshaus Kleine Erlebnisse

Full text: Sechs Monate Arbeitshaus / Schuchardt, Ernst

Kleine Erlebnisse.

97

H. Den Krauter veranlaßte er, daß die Firma extra Wurst-o..d bewilligte. Die Wurst born Meister teilte M. gerecht.

Den Schauspieler, der auf dem Lager beschäftigt war, konnte M. nicht leiden — und mehr als einmal gab es kleine Anrempelnngen. Der Kerl war zu futterneidisch, obwohl er wußte, daß wir fünf in der Deckenschererei ganz anders zufaßten, als er.

So vergingen die 14 Tage vor dem Weihnachtsfest. In der Adventszeit war auch einmal in der Woche für uns Kirche. Eine vorbereitende Zeit zu Christi Geburt, denn auch für uns sollte der Heiland geboren, gelebt und gekreuzigt worden

sein.-------

1 * *

*

Am 23. Dezember kam ein Ausseher und teilte uns mit, der Herr Direktor habe für jeden Mann 30 Pfennig aus seiner Privatschatulle bewilligt, um uns Korrigenden eine kleine Weihnachtsfreude zu machen. Wir nahmen es mit bestem Dank an. Ich hätte am liebsten darauf verzichtet, denn die vergangene Woche teilte mir der Schlafsaalkalfaktor mit, der Direktor habe gesagt, ich würde bestraft, wenn ich mein nicht ordnungsmäßiger machte. Der Schlafsaalkalfaktor :: „Der Direktor muß Dich schwer gefressen haben, denn ;re machen ihre Fallen noch bedeutend schlechter als Du! c ich will schon aufpassen, daß Du keine Strafe erwischst, i und offen sagte ich es auch zu ihm, daß Du jeden Tag ne Matratze wendest und Deine eingezogenen Decken glatt t. Da hat mich der Direktor nicht schlecht angeschaut. Er a die roten Bruder nicht leiden!" Der Schlafsaalkalfaktor ; ein guter Kerl, mir tat er manche Gefälligkeit. Wegen nes großen Mundes war ich ja auch bei manchen von den a m Leuten nicht beliebt.

Der Schlafsaal wurde nicht geheizt und wir mußten bei Kälte unsere manchmal noch leicht dämpfige Wäsche wechseln, bir beschwerten uns und der Hausvater erlaubte uns, unsere Hemden erst mit unserer Körperwärme, also im Bett, durchzu-- armen.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.