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V. Die Unterhändler

Full text: Die Wucherer und ihre Opfer / Benario, Leo

68 Großstadt-Dokumente Bd. 38. Wucherer und ihre Opfer.

und wußte sich den Anschein zu geben, als ob er in Geldsachen sehr bewandert sei; im Vertrauen aus seine Ehrlichkeit und aus seine Geschäftserfahrung gab ihm die Tochter, während sie sich im Sommer 1903 in der Schweiz aushielt, ihre gesamten Wertpapiere zum Verkaufe und antwortete ihm auch ihren Depotschein aus.

Der junge Mann erklärte, er werde das Vermögen glänzend verwalten und den Damen einen doppelten Zins, als sie seither erhielten, einbringen. Irgendwelche speziellen Aufträge für die Verwaltung erhielt er nicht. Die Tochter sagte lediglich, er solle das Geld anlegen und zum Zwecke der Verwaltung des Vermögens ließ er sich von der Tochter eine notarielle Generalvollmacht ausstellen. Zur Mutter erklärte er, er habe erfahren, daß ihre Papiere „Schutt und Asche" seien.

Durch solche Äußerungen waren die Damen ängstlich für ihr Vermögen geworden und stellte nun auch die Mutter ihrerseits dem jungen Herrn eine Generalvollmacht zur vollständigen Verwaltung ihres Vermögens aus.

Das Vermögen ließ nun der junge Herr durch den vorbenannten Agenten erheben und das flüssige Geld wurde dem obenbenannten Rittmeister und Oberleutnant auf Wechsel gegeben.

Was aus dem Gelde geworden ist, wurde oben geschildert. Am die Damen in ihrem Glauben an seine Uneigennützigkeit und in ihrer Vertrauensseligkeit zu erhalten, wies der junge Herr wiederholt Anerbieten der Mutter, er solle sich für seine Mühewaltung doch einen Betrag in Abzug bringen, mit dem Bemerken zurück, seine Bemühungen seien nicht der Rede wert.

Mit dem anfänglichen Gewinn aus den an Offiziere gegebenen Wechseln führte der junge Kavalier ein sehr luxuriöses Leben, er equipierte sich und seinen Vater wiederholt vollständig neu, kaufte sich verschiedene Möbel
        
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