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V. Die Unterhändler

Full text: Die Wucherer und ihre Opfer / Benario, Leo

66 Großstadt-Dokumente Vd. 38. Wucherer und ihre Opfer.

vermittelt hatte. Der Sohn dieses Aristokraten war nach Absolvierung einer Mittelschule in den Jahren 1896 und

1897 in München als Volontär bei einer Verlagsanstalt tätig gewesen; hier lernte er einen anderen Unterhändler kennen, der hauptsächlich die Geschäfte mit dem vor-geschilderten Rittmeister und Oberleutnant vermittelte.

Der andere Unterhändler war als Korrespondent der Verlagsanstalt angestellt gewesen; später trat der junge aristokratische Herr ebenfalls bei der Subdirektion einer Lebensversicherungsgesellschaft ein, bei der sein Vater damals sogenannter Oberinspektor war. Im Jahre

1898 erhielt er eine Stelle als Sekretär einer von einer rheinischen Stadt subventionierten Ingenieurschule, irrt Iahre 1899 kam er an ein technisches Institut in Wien, woselbst er mit Korrespondenz, Buchhaltung und als Zeichner beschäfttgt war.

Im September 1901 gab er auch diese Stellung auf und kehrte in eine österreichische Stadt zurück, wo er bei seiner Mutter lebte; seit dieser Zeit hatte der junge elegante Mann dann eine feste Stellung nicht mehr inne.

Er lebte von der Unterstützung seiner Mutter und Großmutter; in den Iahren 1901 und 1902 hielt er sich hauptsächlich in Sommerfrischen und Vergnügungsorten auf. Um diese Zeit traf er mit dem anderen Agenten, der die Geschäfte für die Offiziere vermittelte, wieder zusammen. Dieser andere Agent hatte unangemeldet ein sogenanntes Kommissionsgeschäft eröffnet.

Im Iahre 1902 sah sich der junge, schöne, den Eindruck eines vollendeten Kavaliers erweckende junge Mann nach einer reichen Frau um und erließ Annoncen in verschiedenen Zeitungen, namentlich in belgischen Blättern, die jedoch zu keinem Resultate führten; er suchte nun seinen Plan in der Sommerfrische oder bei einem Winter-
        
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