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V. Die Unterhändler

Full text: Die Wucherer und ihre Opfer / Benario, Leo

Die schlimmste Sorte bilden unter den voraufgeführten Kreisen zweifellos die Unterhändler oder sogenannten Kommissionäre. Fast alle abgehausten Elemente aus den verschiedenartigsten Schichten der Großstadt sammeln sich in dem Becken, das die Unter- oder Zwischenhändler aufnimmt. Sie sind es, welche den Verkehr zwischen den Geldsuchenden und den Kapitalisten vermitteln. Ausdauernde, härtere Arbeit sind diese Leute nicht gewöhnt; müheloser, größerer Gewinn ist ihr Hauptziel, um dann ihren Erwerb möglichst bald wieder vergeuden und verprassen zu können. Es mag sein, daß zu einzelnen Geschäften derartige Vermittler notwendig sind, es gibt aber gerade in den Großstädten eine geradezu unheimliche Anzahl derartiger Existenzen, die tagelang in den Wirtsund Lafshäusern herumsitzen und herumlungern und durch Vermittlung von derartigen Geldgeschäften ihren Lebensunterhalt fristen wollen. Besonders ein Blick in die Münchener Eafehäuser lehrt, wie tagelang diese Leute im Eafchause herumsitzen und hierbei die größten Geschäfte mit den bedeutendsten Geldsummen und bezüglich wertvoller Grundstücke abzuschließen bemüht sind. Im allgemeinen dürfen diese Leute wohl mit als die gefährlichsten Parasiten am modernen Wirtschastskörper bezeichnet werden, wobei selbstverständlich den ehrenwerten Agenten nicht irgendwie Eintrag getan werden soll. Aber gerade der große Münchener Wucherprozeß hat die Schädlichkeit dieser Unterhändler in krassester Weise zutage gefördert. Harmlosen Leuten, die sich der Tragweite wucherischer Geldgeschäfte nicht bewußt waren, wußten die Unter-
        
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