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IV. Die Opfer der Wucherer

Full text: Die Wucherer und ihre Opfer / Benario, Leo

IV. Die Opfer der Wucherer.

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geschäfte nicht einlösten, kaufte der Rentier das Automobil zurück und legte bei einem späteren Verkaufe eine Quittung vor, wonach einer der Franzosen für das Automobil 4000 M. erhalten hatte. Später sagte er dann zu dem Kommerzienratssohn, daß er das Automobil um 4000 Al. gekauft habe und dies auch der Wert sei.

Als in der Gerichtsverhandlung ein Sachverständiger vernommen wurde, gab dieser an, daß das Automobil ein vor sechs Jahren gebauter Wagen sei, der für die heutigen Ansprüche nicht mehr genüge und jetzt nahezu wertlos sei.

Der Sachverständige würde das Automobil nach seinen Angaben nur in Tausch nehmen, wenn bei ihm ein neuer Wagen gekauft würde, an dem er etwas verdienen Könne und würde alsdann für den alten Wagen höchstens 4—500 M. berechnen.

Der Rentier erklärte nun in der Verhandlung, er sei der Meinung gewesen, der Sohn des steinreichen Kommerzienrats Könne sich wohl ein Automobil leisten.

Dem Kommerzienratssohn war es aber absolut nicht um ein Automobil zu tun, sondern lediglich um Bargeld; er hat das Automobil nicht einmal angesehen.

Der Rentier selbst wollte dann das Automobil gar nicht herausgeben, bis die Wechsel wieder eingelöst waren. Das schönste an der ganzen Sache aber war, daß der Rentier selbst den Wechsel, den er dem Postamtsgehilfen ausgestellt hatte, gar nicht einlöste; der Postamtsgehilfe verklagte den Rentier und pfändete das Automobil, wobei also der Kommerzienratssohn das Automobil gar nicht erhalten hat, aber die Wechsel hergegeben hatte und für deren Einlösung verpflichtet war.

So werden die Geschäfte gemacht!! In den Kreisen der Geldgeber sollen solche Geschäfte, wie in der Ver-
        
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