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III. Die Wucherer

Full text: Die Wucherer und ihre Opfer / Benario, Leo

III. Die Wucherer.

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auffaßte. Das ganze Geld wurde verloren, der Arzt aus die Anklagebank gebracht.

Gin ehemaliger Offizier hatte während seiner aktiven Dienstzeit an seiner eigenen Person das Wuchern gelernt. Er mutzte gegen Wechsel von mehreren tausend Mark Majolikavasen annehmen. Diese Majolikavasen lietz er sofort wieder versteigern. Iournalistenwitz hat aus diesen Majolikavasen in den öffentlichen Tagesblättern Instrumente gemacht, welche, bei Nachtzeit insbesondere, von den Menschen sehr dringend benötigt werden. Es waren aber wirkliche Majolikavasen, die vielleicht in normalen Verhältnissen einen entsprechenden Wert gehabt hätten. Der Offizier lietz die Vasen öffentlich versteigern und man kann sich wohl denken, welcher Erlös bei dieser Versteigerung herauskam. Seine Wucherer wurden unter Anklage gestellt, das Verfahren gegen sie wurde eingestellt, da das Gericht nicht die Notlage des Offiziers und die völlige Minderwertigkeit der Vasen als gegeben erachtete. Vielleicht hätte ein anderer Richter diese Frage wieder unbedingt bejaht. Kurz und gut, dieser Offizier, persönlich ein äußerst liebenswürdiger und netter Mensch, hatte später seinen Abschied nehmen müssen und da er während seiner Dienstzeit außer vielem anderen auch den Großstadtverkehr in Geldgeschäften kennen gelernt hatte, begann er gleichfalls mit dem Gelde seiner Frau später seinerseits mit früheren Kameraden Geldgeschäfte zu machen. Pensioniert war dieser Offizier worden, da er, von seinem Regimentskommandeur zur Meldung seiner damaligen Schulden aufgefordert, einen Teil seiner Schulden verschwiegen hatte und deshalb vom Kriegsgericht verurteilt worden war. Nach seiner Verabschiedung studierte er Chemie. Dann heiratete er eine geschiedene Bankierstochter. Durch Vermittlung eines ehemaligen Regimentskameraden, der gleichfalls wegen einer minder-
        
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