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II. Der juridische Wucher

Full text: Die Wucherer und ihre Opfer / Benario, Leo

II. Der juridische Wucher.

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int gervohnheitsmäßigen Sinne wurde durch das Zuchtpolizeigericht bestraft und konnte der Wucherer zu einer Geldstrafe bis zur Hälfte der wucherisch ausgeliehenen Kapitalien verurteilt werden. Hatte er sich der Prellerei schuldig gemacht, so kam dazu Gefängnis bis zu zwei Jahren. Durch das Dekret vom 19. Dezember 1850 sind die Strafbestimmungen in Frankreich verschärft worden; bei gewohnheitsmäßigem Wucher war außer der Geldstrafe auch Gefängnisstrafe von 6 Tagen bis zu 6 Monaten zu verhängen und im Rückfalle, der schon durch ein einziges neues Vergehen binnen 5 Zähren nach der ersten Verurteilung gegeben war, war auf das Maximum der zuerst bestimmten Strafen zu erkennen und dieselben Konnten bis auf das Doppelte erhöht werden. Vgl. Lexis a. a. O. S. 784.

In England und in Amerika herrscht im allgemeinen Zins- und Wucherfreiheit; nur einige Staaten der amerikanischen Union haben Zinsbeschränkungen von 5 bis 10 Prozent. Ein englisches Gesetz vom 10. August 1854 gab int wesentlichen die volle Zinsfreiheit und setzte nur Pfandleihern eine Grenze von 15 bis 20 Prozent.

Es ist bezeichnend, daß das wirtschaftlich kräftige englische Volk ohne Wuchergesetzgebung auskommt und es mag späterhin beim Rückblick aus die gesamte Darstellung aus diesen Umstand Bezug genommen werden.

Nur die Übervorteilung Minderjähriger wird in England unter besondere Strafe genommen.

Nach Konstantin IsopesKul-Grecul „Das Wucher-strafrecht" — Leipzig 1906 S. 220 ff. — herrscht außer in England grundsätzlich Wucherfreiheit in den schweizerischen Kantonen Genf, Graubünden, Tefsin, in den Niederlanden, Schweden, Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, Rumänien, Serbien, Bulgarien, Montenegro, Türkei und Ägypten und in den übrigen judantertkmttfchen
        
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