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Kapitel IV.: Vergehen gegen Sittlichkeitsvorschriften, welche als allgemein menschliche oder göttliche Gebote bezeichnet werden

Full text: Sittlichkeitsdelikte der Großstadt / Werthauer, Johannes

Vergehen gegen Sittlich keitsv orschriften.	55

Diese Bälle finden bezüglich der weiblichen Personen in einem bekannten, angesehenen Hotel statt, bezüglich der männlichen Personen in gut bürgerlichen Restaurations-räumen. Die Polizeibehörde läßt diese Festlichkeiten, schon ihres Interesses an Kenntnis der diesbezüglichen Persönlichkeiten wegen und um sich auf dem Lausenden zu halten, besuchen. Auch von ärztlicher Seite wird regelmäßig großes Interesse entgegengebracht, auch sonstigen Personen nach Legitimationssührung Zutritt gestattet, alles irgendwie Anstößige oder rein Neugierige aber zurückgehalten. Alle diese als Überspannungen vielleicht zu bezeichnenden Einrichtungen können nur wegfallen, wenn in der öffentlichen Meinung eine richtige Erkenntnis sich durchbricht.

Die Presse ist in dieser Beziehung zum Teil aus politischen Gründen nicht einig. Am törichtsten, aber auch weil wohlmeinend objektiv am schädlichsteil handelt wohl derjenige Teil der außenstehenden Personen, welcher diese Anormalen einfach als krank bezeichnen und, in wohlwollendem Interesse für dieselben, sie in Anstalten einsperren, heilen und dergleichen unsinnige Sachen mehr will.

Weniger schädlich wirken die direkt feindlichen Organe, welche erklären, der Staat verlange den altruistischen Geschlechtsverkehr, deshalb müsse einfach der homosexuelle bei Strafe verboten und ausgerottet werden, da im Interesse der anders Gearteten die so anormal Veranlagten, wenn sie auch von Natur ganz unschuldig an diesem Zustande seien, eben als Märtyrer büßen müßten. Die jeder sittlichen Moral entbehrende Grundlage dieser Anschauung bedarf keiner Widerlegung und richtet sich von selbst.

Richtig ist lediglich die Ansicht derer, welche von der Grundlage ausgehen, daß die Natur doch wohl etwas
        
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