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Kapitel IV.: Vergehen gegen Sittlichkeitsvorschriften, welche als allgemein menschliche oder göttliche Gebote bezeichnet werden

Full text: Sittlichkeitsdelikte der Großstadt / Werthauer, Johannes

50 Großstadt-Dokumente Bd. 40. Sittlichkeitsdelikte d. Großstadt.

Die Grundlage des Kampfes liegt auf strafrechtlichem Gebiet. Mit knapper Majorität ist in unser Strafgesetzbuch die Vorschrift ausgenommen, daß der bezügliche Verkehr der Männer untereinander verboten sei, während der der Frauen erlaubt ist. Es ist hier nicht' der Platz, um über die Opportunist selbst zu streiten.

Das Verbot ist da und ist so lange, als es besteht, zu beachten. Es würde auch von den sogenannten Homosexuellen wahrscheinlich hingenommen werden; denn sein Tatbestand ist eng und wird kaum häufig erfüllt. Das, was furchtbar verheerend wirkt, ist der Gebrauch, der von dieser Bestimmung vielfach gemacht wird. Es ist nämlich dieser Gesetzparagraph 175 genau wie die beiden im vorigen Kapitel erwähnten positiven Vorschriften der Polizeiaufsicht und der Äuppelei-bestrafung in Wirklichkeit in der Praxis selbst gegenüber den wirklich vorkommenden Fällen selten zur Bestrafung führend, vielleicht von hundert Fällen kommt einer zur Überführung, aber es ist die Existenz dieser Bestimmung die Quelle unzähliger anderer strafbarer Handlungen, insbesondere Erpressungen, die Ursache unsäglichen Leides und Elends.

Es hängt dies indirekt zusammen mit den Mängeln in der Anwendung des Strafprozchrechts, nicht mit diesem oder dem Strafrecht.

Die Homosexuellen wissen zu 9/io genau, welche bestimmten Handlungen unter das Strafgesetz fallen und welche sie zu unterlassen haben; 9Ao derselben inklinieren gar nicht, wie der Sachverständige weiß, für diesen sträflichen Verkehr, sondern für straflose Handlungen. Trotzdem sind auch diese 9/io fast rettungslos jenem Strafparagraphen oder doch einer diesbezüglichen Verhandlung verfallen, wenn es ihrem Partner, der gewöhnlich den niedersten Klassen angehört, patzt, eine dies-
        
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