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Kapitel I.: Das Geschlechtsleben mit Bezug auf die Ehe

Full text: Sittlichkeitsdelikte der Großstadt / Werthauer, Johannes

Das Geschlechtsleben mit Bezug auf die Ehe.

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„Howbothen, Aew-Llermont, Mississippi.

Lieber Mann!

Wir haben gestern Dein Telegramm erhalten und freuen uns sehr, daß Du an uns gedacht hast, denn gestern war gerade unser Hochzeitstag, und wollte ich Dir abends schon schreiben, daß Du mir nicht böse bist. Du mußt wissen, der Onkel ist ein zu netter Mann und für sein Alter noch ganz stattlich. Er ist hier mit seinem Bruder und 20 Arbeitern ganz allein und hat uns von der nächsten Bahnstatton mit einem Ochsenwagen 4 Tage lang abgeholt. Auch diesen Bries besorgt er selber, indem er mit unserer Ellri zur Poststatton reitet, wozu sie nur einen halben Tag brauchen. Da nun keine Frau in der Nähe ist und der Onkel sehr reich, weil ihm alle Ochsen hier gehören, hat er mich gebeten, doch vorläufig ihn zu heiraten. Er wollte eigentlich zuerst die Elly haben, aber ich dachte mir, das dürfen wir als ihre Eltern nicht zugeben. Deshalb habe ich mich kurz entschlossen, wie Du Deine Emma kennst, daran gemacht und habe ihn selbst geheiratet. Dies macht sich hier sehr einfach. Der Vetter von dem Onkel ist der Sheriff. Der hat, weil er es für nötig erklärte, zunächst meine Ehe mit Dir für geschieden erklärt und dann habe ich den Onkel geheiratet, worüber der Sheriff ein Protokoll aufnahm, und unser erster Treiber, der früher in der Schule war und sich auch auf geistliche Sachen versteht, hat uns eingesegnet. Es geht uns allen sehr gut, bloß habe ich noch Sorge gehabt, ob Du auch damit einverstanden sein wirst. Aber ich denke, Du bist es, denn der Onkel ist doch nicht mehr jung und nachher haben wir doch sicher das schöne Vermögen. Die Elly hat sehr geweint, war aber auch mit einverstanden, weil wir
        
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