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Kapitel I.: Das Geschlechtsleben mit Bezug auf die Ehe

Full text: Sittlichkeitsdelikte der Großstadt / Werthauer, Johannes

Kapitel I. 
Das Geschlechtsleben mit Bezug auf die Ehe. 
Die zurzeit vom Recht anerkannte Form des Ge¬ 
schlechtslebens ist die sogenannte lebenslängliche Einehe 
zweier Personen verschiedenen Geschlechts. Wenn einer 
der beiden Ehegatten die dem anderen zugesagte eheliche 
Treue durch Geschlechtsverkehr mit einer dritten Person 
des ihm entgegengesetzten Geschlechtes verletzt, sei es 
einmal, sei es mehrfach, so ist der Fall des vom Gesetz 
so bezeichneten Ehebruchs gegeben. 
Neben diesen einfachen Begriffsbestimmungen rankt 
sich das Leben, welches jeder gesetzlichen Einengung spottet, 
in den zahlreichsten Verzweigungen und Verästelungen 
einher. 
Der von unserem Recht anerkannte, oben bezeichnete, 
Begriff der Ehe ist nicht der begrifflich unter dem Worte 
der Ehe allein als denkbar mögliche Zustand. Dieser 
Begriff würde an sich auch umfassen die Ehe eines 
Mannes mit mehreren Frauen, wie der Koran sie vor¬ 
sieht. Unter ihn würde auch fallen die Ehe einer Frau 
mit mehreren Männern, wie sie bei manchen Südsee¬ 
insulanern das herrschende Gesetz, daß ihnen ebenso heilig 
ist, als uns das unsere, vorschreibt. 
Der Begriff der Ehe läßt auch noch Raum offen 
für die Verbindung eines Mannes mit mehreren Frauen, 
in qualitativ ungleicher Stellung, wie die Ehe mit der 
einen Frau zur rechten, mit der anderen zur linken
        
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