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Das gefällige Medium

Full text: Moderne Geisterbeschwörer und Wahrheitssucher / Freimark, Hans

86 Oroßstadt-Dokumente Bd. 36. Moderne Eeisterbeschwörer.

Kraft verlangt, ist nichts anderes als allerdings besonders gestimmte Geschichtlichkeit.

Diese Tatsache schließt natürlich die Echtheit der Phänomene nicht aus, ja nicht einmal die Möglichkeit von Manifestationen etwaiger „Intelligenzen", um mit den Spiritisten zu reden, ebensowenig wie der Wahnsinn dies ausschließt. Es ist ja auch damit nicht die Grundursache aufgedeckt, sondern nur, soweit wir es bis jetzt beurteilen können, eine Nebenursache. Immerhin ist es ein interessantes Faktum, das doch manches erhellt, was bisher dunkel schien. Aus Anlaß der letzten Ereignisse am preußischen Hofe bemerkten die Kieler Neuesten Nachrichten, daß zu den etwas eruptiven Vorfällen „anscheinend eine Begleiterscheinung den Anlaß gegeben habe, die mit Mysti-zismus", den man in diesen kreisen heimisch wähnt, „an sich nichts zu tun, aber die sich im Laufe der Geschichte schon mehr als einmal mit ihm verbunden gezeigt habe". Sie hatten vollkommen recht, wenn sie die Neigung zum Mystizismus mit der homosexuellen Veranlagung in Verbindung brachten. Diese Verbindung hat aber nicht die Bedeutung einer Herabminderung des einen oder Erhöhung des andern, auch ist nun nicht zu meinen, daß jeder Homosexuelle ohne weiteres zum Medium geeignet sein müsse. Es ist hier nicht so sehr eine bestimmte Sonderrichtung der Liebesneigungen zu betonen, als eine im Wesen sich aus-sprechende Aberration nach der dem äußerlichen Geschlechte entgegengesetzten Seite.

Sehen wir doch bei den Naturvölkern ganz selbstverständlich Weibhafte Männer zu Priestern, männlich geartete Frauen zu Priesterinnen gewählt oder bestimmt werden. So ist es auch heute noch. Erst kürzlich teilte uns ein amerikanischer Geistlicher, der in der spiritistischen Bewegung Nordamerikas steht, mit, daß unter den dortigen männlichen Medien eine bedeutende Zahl Homosexueller seien. So waren denn auch die bekanntesten Medien, wie Slade, mit dem Zöllner experimentierte, Bastian, das Medium Lazar Baron v. Hellenbachs, Homosexuelle. Der seinerzeit sehr berühmte Home war stark feminin; ein gleiches gilt von dem australischen Medium Bailey. Die weiblichen Medien dagegen zeigen einen mehr männlichen Typus
        
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