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Der Mystiker mit J.

Full text: Moderne Geisterbeschwörer und Wahrheitssucher / Freimark, Hans

Der Mystiker mit I.

Zum Untergänge des Hartenschen Ehepaares hatte nicht zum wenigsten die überaus problematische Persönlichkeit des Mystikers mit I beigetragen.

Der Mystiker, oder, wie er stets schrieb, „Mistiker", war, ehe er als solcher die Welt beglückt und sich von dieser beglücken ließ, Bankbeamter in Warschau gewesen. Die einförmige Tätigkeit eines Buchhalters behagte ihm jedoch nicht, und als ihm über die Langeweile seiner bürgerlichen Existenz auch nicht die Ehe, aus der mehrere Kinder entsprossen, hinwegzuhelfen vermochte, warf er sich auf Magie und theosophische Studien.

Das eine hatte er bald begriffen: den Vorteil, den ein kleiner Schatz von Sanskritworten verleiht und der Besitz eines eigenen geistigen Führers, eines „Gurus". Besonders mit dem letzteren wußte er zu imponieren. Zwar in seiner Vaterstadt, wo er zuerst in den dortigen spiritistischen Kreisen sein Glück versuchte, reüssierte er nicht. Kurz entschlossen schob er seine Gattin und die Kinder an den Großvater ab und machte sich auf die Wanderschaft nach besseren Gefilden.

Das Schicksal wollte ihm anscheinend wohl. Es ließ ihn mit einem Malmedium bekannt werden, welches sich von der Unzahl der noch existierenden konkurrenten durch hervorstechendes Talent und zum Teil wirklich wertvolle glänzende Leistungen auszeichnete. Wie Ientsch Anna Rothe zum Volksmedium erhob, so glaubte der „Mistiker" die Welt mit den Bildern seines Schützlings zum Spiritismus bekehren zu können. Da sich jedoch heute nichts ohne Mittel machen läßt, und er selbst weniger als nichts besaß,
        
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