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Die Grünen

Full text: Moderne Geisterbeschwörer und Wahrheitssucher / Freimark, Hans

64 Grotzstadt-Dokumente Bd.36. Moderne Geisterbeschwörer.

mittete sinnlos gegen den, der ihn, obwohl ohne böse Absicht, in diese Lage gebracht hatte, und zugleich rang er mit den Mächten seines Innern, mit Tia, mit ihren Vorgängern und Mitläufern. Es war ein furchtbares Lhaos. Doch er behauptete sich diesmal sogar gegen das eigene Herz, welches ihn wiederum anhalten wollte, Tia um des Freundes willen den Platz zu räumen.

Man trennte sich. Es war gut so. Heute sind beide über die ehemaligen Erlebnisse hinweg. Gerhard zwar denkt ihrer noch oft wehmütig, denn es war eine Zeit voll Schönheit und Seltsamkeit. Auch B. kann sich in Erinnerungsstunden dem Zauber jener Tage nicht entziehen und will es wohl auch nicht, dankt er ihnen doch mit sein Talent. Aber er hat erkannt, daß alle jene Geistgestalten, die einst das rote Zimmer in der Vlasewitzer Villa durch ihn bevölkerten, Personifikationen und Schöpfungen seiner Innerlichkeit waren. Ietzt, wo er die Herrschaft über diese Schatten gewonnen hat und wo er sie zu bannen weiß in Erz und Marmor, da treten sie nicht mehr aus ihm heraus, um durch ihn ein spukhaftes Dasein zu führen. Nur eine Ausnahme machte er und diese eine ist Tia. „Sie war zu verschieden von mir im Geiste," sagt er erklärend. Ihr schreibt er Sonderexistenz zu.

Warum wir die vorstehende Schilderung brachten? Weil in den hier dargestellten Vorgängen mit die interessantesten Probleme liegen, welche der Okkultismus bietet. Hier sollte die wissenschaftliche Forschung einsetzen, hat es ja zum Teil auch schon getan, aber doch nicht in dem Umfange, wie es zu wünschen wäre. Kann festgestellt werden, daß all die Gestaltungen, welche sich im Trance durch das Medium äußern, seine eigenen Geschöpfe sind, so liegt im Menschen, in jedem Menschen eine Welt beschlossen und eine Fülle von Entfaltungsmöglichkeiten. Deren Ausbildung, welche durch unser herrschendes Erziehungssystem verhindert wird, würde aber entschieden eine Bereicherung des Einzelnen wie der Gesamtheit bedeuten. Sind es jedoch nicht Geschöpfe der Phantasie des Mediums, welche sich manifestieren, müssen wir mit Eduard v. Hartmann annehmen, daß wir diese Bilder und Kenntnisse fremder Individualitäten dem „Telefonanschluß" an die
        
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