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Der Fall Rothe

Full text: Moderne Geisterbeschwörer und Wahrheitssucher / Freimark, Hans

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Großstadt-Dokumente Bd. 36. Moderne Geisterbeschwörer.

gemacht wurde, lagen im ganzen Zimmer verstreut verschiedenerlei Blumen, wie Heckenrosen, Glockenblumen und diverse unbekannte Arten, die von den Anwesenden zur Erinnerung aufgelesen und mitgenommen wurden. Es entfernten sich nun die Teilnehmer nacheinander bis auf einen, der zum Erstaunen seiner selbst, meines Freundes und dessen Frau noch ein kleines, niedliches Blumen-töpfchen mit einer zarten Rose, die eine Knospe auswies und etwa 20 cm hoch war, etwa IV2 m vom Sitze des Mediums entfernt, auf einem doppelplattigen Bauerntischchen entdeckte." Dem Bericht ist ein Situationsplan, Abbildungen der Blumenapporte und ein Gruppenbild der Teilnehmer beigegeben.

Ebensowenig wie dieser Bericht irgend jemandem, wenn nicht der Eitelkeit der Zirkelteilnehmer, dient, ebensowenig nützten Ientsch seine Protokolle über Sitzungen mit Frau Rothe. Jede neue Veröffentlichung aus dieser Sammlung ließ nur das Geschrei der Gegner um so stärker anschwellen.

Inzwischen hatte Dr. Bohn sich mit Professor a. D. Sellin, einem erfahrenen Okkultisten und guten Kenner der Psyche medialer Personen, in Verbindung gesetzt und diesen um nochmalige eingehende Prüfung Frau Rothes ersucht. Dessen Urteil wollte er sich dann unterwerfen. Professor Sellin suchte Frau Rothe auf, hatte mit ihr Sitzungen und veröffentlichte auf Grund deren ein erstes, zurückhaltendes Urteil in den von Aksakow begründeten Psychischen Studien. Dr. Bohn schien's zufrieden. Als jedoch Professor Sellins folgende Äußerungen zur Sache günstiger lauteten, als Dr. Bohn erwartet zu haben scheint, als Professor Sellin sogar den merkwürdigen Züricher Vorfall günstig zu erklären suchte, da entspann sich in den Psychischen Studien eine unerquickliche Debatte, die trotz allen Hin- und Hergezerres zu keinem rechten Austrag und Abschluß kam. Wo Professor Sellin weiß sagte, meinte Dr. Bohn schwarz, und umgekehrt.

Inzwischen hatten auch weitere kreise mobil gemacht. Man hatte herausgefunden, daß Frau Rothe schon vor Jahren einmal, gelegentlich eines Besuches in Hamburg
        
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