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Das Suchen der Zeit und seine Erfüllung

Full text: Moderne Geisterbeschwörer und Wahrheitssucher / Freimark, Hans

102 Großstadt-Dokumente Bd.36. Moderne Geisterbeschwörer.

vielleicht schon längst modifiziert hat, ohne daß er sich der Meinung seiner Gegner zugewandt haben braucht. Gerade in den überaus diffizilen Fragen des Seelenlebens, wie sie der Okkultismus ausweist, oder in denen des mehr oder weniger umfassenden ErKennens und Begreisens von Welt, Dasein und Mensch, wie die Theosophie sie zur Lösung stellt, ist es nicht leicht, der Neugier auf alle ihre Wieso, Warum, Weshalb Auskunft zu geben.

Das Innerliche kann nur durch das Innerliche verstanden werden. Um es äußerlich verständlich zu machen, braucht es der Gleichnisse und Symbole. Die aber erscheinen denen, welche gewöhnt sind, nur die Außenseite der Dinge ins Auge zu fassen, gar leicht in falschem Lichte. Angeld Brofferio sagte einmal: „Zum Spiritismus muß der Mensch geboren sein." Es ist wohl mit allen okkulten Wissenschaften, mit allem theosophischen Erkennen, mit aller Sehnsucht nach einem Äberunshinaus nicht anders. Wer nicht das gleiche Sehnen in sich lebendig fühlt, dem kann man sein Wissen von einem Jenseits der jetzigen Leiblichkeit nicht deutlich machen. Wohl aber kann man ihm dartun, daß jenes Streben, welches auch das Jenseits der augenblicklichen irdischen Erscheinung berücksichtigt, solange den gleichen, vielleicht sogar größeren Wert als das seine hat, solange es nicht den Boden unter den Füßen verliert. Man kann von einem Ausgleich wissen, der einen hier oder dort ereilt, man kann Kenntnis von Kräften haben, die wirken trotz der Leiblichkeit, man kann auch Sehnsucht haben für seine eigene Zukunft auf irgendeiner schöneren Welt, aber all das darf nicht zur Verachtung des jetzigen Standes und des jetzigen Daseins führen. Hierher sind wir gestellt, gesandt, wem dies besser klingt, und hier haben wir zu wirken. Zunächst haben wir in uns und um uns das Himmelreich zu schaffen, soweit dies in unserer Macht steht. Dann erst können wir weiter ziehen und haben ein Recht, weiter zu begehren.

Und noch ein anderes möge man verstehen: Wir stehen alle Rätseln gegenüber und jeder strebt sie zu lösen, aus seine Art. Der eine hebt die bergende Hülle an der einen, der andere lupft sie auf der anderen Seite. Beide müssen naturgemäß eine verschiedene Anschauung erhalten.
        
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