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Full text: Beteiligungsbericht der Stadt Oberhausen (Rights reserved) Ausgabe 2011(2012) (Rights reserved)

BETEILIGUNGSBERICHT DER STADT OBERHAUSEN 2011 Stadt Oberhausen Der Oberbürgermeister Bereich 9-5 Stabsstelle Beteiligungen Stand: August 2012 -2- Vorwort Beteiligungsbericht 2011 Die Stadt Oberhausen legt mit dem Beteiligungsbericht 2011 ihren jährlichen Bericht über die städtischen Gesellschaften vor und erfüllt damit ihre gesetzliche Verpflichtung aus der Gemeindeordnung. Gleichzeitig gewährt der Beteiligungsbericht den Stadtratsmitgliedern sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen ausführlichen Einblick in die wirtschaftlichen und nichtwirtschaftlichen Aktivitäten der Stadt Oberhausen. Ein Ziel dieses Berichts ist es, der interessierten Öffentlichkeit deutlich zu machen, dass die Stadt Oberhausen ihre vielfältigen Aufgaben nicht nur durch ihre klassischen Dienststellen erfüllt, sondern einen Teil dieser Aufgaben auf Unternehmen und Einrichtungen übertragen hat, an denen sie unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist. Insbesondere Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge werden so durch das Zusammenwirken im Gesamtkonzern erfüllt. Die Betätigungsfelder der städtischen Unternehmen erstrecken sich über die Bereiche Immobilienmanagement, Wirtschaftsförderung, Ver- und Entsorgung, Verkehr, Stadtentwicklung bis hin zu Tourismus und Kongresswesen. Die städtischen Beteiligungen erbringen somit einen wichtigen Beitrag für die Lebensqualität und Wirtschaftskraft, welche Oberhausen seinen Bürgern und Unternehmen bietet. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oberhausen können erwarten, dass die wirtschaftlichen Unternehmen der Stadt oder die, an denen die Stadt beteiligt ist, leistungsfähig und wirtschaftlich arbeiten. Deshalb müssen die Beteiligungen hohen Anforderungen gerecht werden. Diese Anforderungen sind auf Grund des „Stärkungspakts Stadtfinanzen“ noch einmal gewachsen. Bei den Anstrengungen zur Erzielung des städtischen Haushaltsausgleichs spielen insbesondere die städtischen Beteiligungen eine wesentliche Rolle. Angesichts der politischen und gesellschaftlichen Zielsetzungen kommt es vor allem auf wirtschaftliche Aufgabenerfüllung an. Der Beteiligungsbericht 2011 gibt einen Überblick über die Leistungsfähigkeit der Beteiligungsgesellschaften im Konzern Stadt. Er enthält zudem erstmals Angaben zu Bezügen von Mitgliedern von Geschäftsleitungs- und Aufsichtsorganen städtischer Beteiligungen. Ich hoffe, dass der Beteiligungsbericht 2011 Ihre Aufmerksamkeit findet und wünsche allen Nutzern eine interessante Lektüre. Oberhausen, im August 2012 -3- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -4- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Gründungshistorie Allgemeine Hinweise zur Präsentation der Unternehmen Erläuterungen der verwendeten Kennzahlen Finanzbeziehungen zu den Beteiligungen 2011 Übersicht über ausgewählte finanz- und betriebswirtschaftliche Daten aller bedeutsamen Beteiligungen zum 31.12.2011 Einzelberichterstattung Ver- und Entsorgung OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH STOAG Stadtwerke Oberhausen AG WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH evo Energieversorgung Oberhausen AG evo Energie-Netz GmbH Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH Quantum GmbH strasserauf GmbH KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH FSO GmbH & Co.KG FSO Verwaltungs- GmbH RWE Aktiengesellschaft RW Holding Aktiengesellschaft GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH VKA Verband der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Wirtschaftsförderung WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH 5 7 9 11 14 16 17 19 22 32 44 52 58 62 68 72 78 82 94 100 122 126 142 144 146 148 158 160 171 174 182 186 194 -5- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Freizeit & Tourismus Gasometer Oberhausen GmbH TMO Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH Revierpark Vonderort GmbH Wohnungsgenossenschaften Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Werkbundsiedlung Am Ruhrufer" e.G. Sonstige Unternehmen BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH ASO Service GmbH Jobcenter Oberhausen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH & CO. KG Public Konsortium d-NRW GbR Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) Stadtsparkasse Oberhausen Eigenbetriebsähnliche Einrichtungen Theater Oberhausen Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen Besetzung der Gesellschaftsorgane (Stand 31.07.2012) Vertreter/innen der Stadt Oberhausen in Hauptversammlungen, Gesellschafterversammlungen Vertreter/innen der Stadt Oberhausen in Aufsichtsräten u. ä. Besetzung der Betriebsausschüsse Vergütungsbericht 2011 Anlagen Wesentliche gesetzliche Grundlagen der wirtschaftlichen Betätigung Rechtsformen wirtschaftlicher Betätigung Beteiligungsrichtlinien der Stadt Oberhausen Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen Alphabetisches Inhaltsverzeichnis 199 202 206 214 226 234 241 242 245 248 254 262 266 270 274 280 284 288 315 318 326 333 333 334 337 339 344 344 353 357 368 371 -6- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Gründungshistorie Gründungs-/ Beitrittsjahr 1898 1900 1904 1912 1922 1925 1926 1946 1952 1964 1965 1968 1970 1970 1971 1971 1988 1988 1989 1990 1990 1991 1992 1992 1992 1992 1992 1993 1993 1994 1994 1994 RWE-Aktiengesellschaft Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Oberhausen Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Osterfeld RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft Deutsche Städte Medien GmbH Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Sterkrade Verband der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH ekz.bibliotheksservice GmbH Oberhausener Bauförderungsgesellschaft mbH Stadtwerke Oberhausen AG LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein Landesentwicklungsgesellschaft mbH NW Heimbau Gemeinnützige Wohnungsgenossenschaft Energieversorgung Oberhausen AG Revierpark Vonderort GmbH TZU Technologiezentrum Umweltschutz (früher EGO) Bau- und Wohnungsgenossenschaft - Werkbundsiedlung Am Ruhrufer e. G. GEG Grundstücksentwicklungsgesellschaft GmbH HDO High Definition Technologiezentrum GmbH Lokalfunk Radio Mülheim/Oberhausen FRIEDA Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft für Frauen gGmbH UMSICHT-Institut-Immobilienverwaltung GbR Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO RZO-Recycling-Zentrum-Oberhausen GmbH RW Kommunale Finanzbeteiligungs GmbH RW Kommunale Verwaltungs- und Beteiligungs GmbH Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen Theater Oberhausen Schloss Oberhausen GmbH Gasometer Oberhausen GmbH Stadion Niederrhein GmbH (Gesellschaft wurde im Jahr 2000 liquidiert) -7- Gesellschaft Sparte* (V) (WB) (WB) (V) (S) (WB) (S) (S) (WF) (V) (F) (V) (WF) (WB) (V) (F) (WF) (WB) (WF) (WF) (S) (S) (WF) (WF) (V) (V) (V) (EB) (EB) (F) (F) (F) Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Gründungs-/ Beitrittsjahr 1995 1995 1997 1997 1997 1998 1998 1999 1999 1999 1999 1999 2000 2002 2002 2003 2003 2003 2004 2004 2004 2006 2006 2009 2009 2009 2009 2009 2010 2010 Gesellschaft Landesgartenschau Oberhausen GmbH Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH TMO Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH TheatrO. CentrO. GmbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH CPO Circus Park Oberhausen Betriebs GmbH IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH O.Vision Zukunftspark Oberhausen GmbH O.Vision Projektgesellschaft mbH KOSTAT-DST (Kommunalstatistik-Deutscher Städtetag) GmbH BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH ASO Alteneinrichtung der Stadt Oberhausen gGmbH World Games 2005 GmbH ASO Service GmbH meoline GmbH Marina Oberhausen am CentrO. GmbH FSO Verwaltungs GmbH FSO GmbH & Co. KG ARGE SODA (Gesellschaft öffentlichen Rechts sui generis), ab 2011 Jobcenter Oberhausen evo Energie-Netz GmbH Public Konsortium d-NRW GbR Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA RRW), Anstalt öffentlichen Rechts Quantum GmbH strasserauf GmbH Biostrom-Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom-Oberhausen Management GmbH KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH Sparte* (F) (V) (F) (WF) (WF) (F) (F) (WF) (WF) (WF) (WF) (S) (S) (S) (F) (S) (V) (V) (V) (V) (S) (V) (S) (S) (V) (V) (V) (V) (V) (V) V F S Ver- und Entsorgung Freizeit und Tourismus Sonstige WF WB EB Wirtschaftsförderung Wohnungsgenossenschaften Eigenbetriebe -8- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Allgemeine Hinweise zur Präsentation der Unternehmen Umfang der Präsentation Soweit die Beteiligung der Stadt bzw. einer ihrer Tochtergesellschaften an einem Unternehmen niedriger als 20 % ist, wird - insbesondere mit Blick auf die fehlenden Einflussmöglichkeiten - auf die differenzierte Darstellung der Unternehmensdaten verzichtet. Die Präsentation wird in diesen Fällen auf die Beschreibung des Unternehmensgegenstandes, die Besetzung der Gesellschaftsorgane sowie die Beteiligungen der Gesellschaft beschränkt. Eine Ausnahme stellt hier die Sparte Ver- und Entsorgung dar, deren Unternehmen gemäß den aktuellen Beteiligungsrichtlinien der Stadt Oberhausen unabhängig von der Beteiligungsquote umfassend dargestellt werden. Die Auswirkungen auf den städtischen Haushalt sind in der Übersicht der Finanzbeziehungen zu den Beteiligungen 2011 im allgemeinen Teil tabellarisch dargestellt. Dieser Aufstellung ist auch der Stand städtischer Bürgschaften zum Stichtag 31.12.2011 zu entnehmen. Ausgewählte finanz- und betriebswirtschaftliche Daten der bedeutsamen Beteiligungen sind ebenfalls tabellarisch dargestellt. Diesen Aufstellungen sind auch die jeweiligen Mitarbeiter- und Auszubildendenzahlen zu entnehmen. Auf die Darstellung von Gesellschaften im Liquidationsverfahren wird verzichtet. Im laufenden Berichtsjahr befinden sich die nachfolgenden ehemaligen städtischen Beteiligungen im Liquidationsverfahren: • FRIEDA Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft für Frauen GmbH i.L. • TheatrO. CentrO. GmbH i.L. Unternehmensdaten Die Unternehmensdaten 2009 - 2011 basieren auf den geprüften Jahresabschlüssen. Durch die Auswahl des Stichtages 31.12.2011 für die Präsentation der Unternehmen werden die Planzahlen 2011 im Betrachtungszeitraum nicht mit erfasst. Da der Haupt- und Finanzausschuss über die Statusberichte regelmäßig sehr zeitnah über die Planzahlen informiert wird, soll auf die freiwillige Angabe der Planzahlen im Beteiligungsbericht für die Zukunft verzichtet werden. -9- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Kennzahlen Im vorliegenden Beteiligungsbericht werden für alle wesentlichen Gesellschaften Kennzahlen gebildet. Die Zusammensetzung dieser Kennzahlen wird im nächsten Abschnitt näher erläutert. Bei der Auswertung der Kennzahlen zu berücksichtigen, dass die städtischen Gesellschaften insbesondere hinsichtlich der Kapitalausstattung und der Liquidität anders gewertet werden müssen als rein privatwirtschaftliche Unternehmen. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass die städtischen Gesellschaften in erster Linie auf Aufgaben der Daseinsvorsorge ausgerichtet sind. Bei den für die Stadtsparkasse Oberhausen gebildeten Kennzahlen ist zu beachten, dass die Bilanzstruktur von der einer AG oder einer GmbH abweicht. Eine unmittelbare Vergleichbarkeit zwischen diesen Kennzahlen ist somit nicht gegeben. Beteiligungen Die Angaben über die Beteiligungen der einzelnen Unternehmen beruhen auf dem Stand des letzten vorliegenden Jahresabschlusses (31.12.2011). Besetzung der Gremien Die Angaben über die Besetzung der Gesellschaftsorgane in den Einzeldarstellungen entsprechen dem Stand des letzten vorliegenden Jahresabschlusses (31.12.2011). In der Anlage zu diesem Beteiligungsbericht sind die aktuellen städtischen Vertreterinnen und Vertreter (Stand 31.07.2012) aufgeführt. Soweit nachfolgend im Zusammenhang mit der Mitgliedschaft in einem Organ oder sonstigen Gremium auf § 113 GO verwiesen wird (z. B. „Mitglied gem. § 113 GO“), bezieht sich dies auf die durch § 113 Abs. 2 Satz 2 bzw. Abs. 3 Satz 3 GO NRW gesetzlich vorgeschriebene Mitgliedschaft des Oberbürgermeisters oder eines/einer von ihm vorgeschlagenen Bediensteten der Gemeinde in dem betreffenden Organ oder Gremium. Vergütungsbericht In der Anlage sind sämtliche Veröffentlichungen zusammengefasst, welche die Beteiligungen der Stadt, die in den Anwendungsbereich des Transparenzgesetzes NRW fallen, im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss 2011 auf der Grundlage des Transparenzgesetzes NRW veranlasst haben. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind in der Anlage in Fällen, in denen nicht alle Organmitglieder oder stellvertretenden Organmitglieder Bezüge erhalten haben (z. B. Beirat der dNRW Besitz-GmbH & Co. KG oder Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Oberhausen) nur diejenigen Mitglieder oder stellvertretenden Mitglieder aufgeführt, die tatsächlich Bezüge erhalten haben. Soweit aus anderen Gründen keine Veröffentlichung erfolgte (z. B. weil für die Tätigkeit in einem Aufsichtsrat insgesamt keine Zahlungen erfolgt sind oder wegen fehlender Zustimmung Betroffener) sind die entsprechenden Gesellschaften nicht aufgeführt. -10- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Erläuterungen der verwendeten Kennzahlen Kennzahlen zur Ertragslage Umsatzrentabilität: Jahresergebnis x 100 Umsatz Die Kennzahl ist ein Maßstab für die Effizienz der betrieblichen Tätigkeit. Sie drückt aus, in welchem Umfang sich der Umsatz für die Gesellschaft rentiert hat. Ihre Aussagekraft gewinnt die Kennzahl durch die mehrjährige Entwicklung. Ein mittelfristiger Rückgang könnte durch den Rückgang der innerbetrieblichen Effizienz oder veränderte Rahmenbedingungen im Markt verursacht werden. Eigenkapitalrentabilität: Jahresergebnis x 100 Eigenkapital Durch die Kennzahl wird der geschäftliche Erfolg der Gesellschaft in Relation zum eingesetzten Kapital gebracht. Der Vergleich zur am Kapitalmarkt erzielbaren Rendite gibt einen Anhaltspunkt für die Beurteilung, ob der Einsatz des Eigenkapitals im Unternehmen unter finanzwirtschaftlichen Aspekten sinnvoll ist. Aussagekräftiger als die Kennzahl an sich ist die mehrjährige Entwicklung. Sofern die Kennzahl mittelfristig unter der Kapitalmarktrendite liegt, könnte es finanzwirtschaftlich sinnvoll sein, das Eigenkapital aus der Gesellschaft abzuziehen und anderweitig einzusetzen. Die Kennzahl erlaubt keine umfassende Wertung der Gesellschaft. Cash-Flow: Jahresergebnis + Abschreibungen (-Zuschreibungen) Der Cash-Flow dient als Indikator der Zahlungskraft und ermöglicht eine Beurteilung des Innenfinanzierungspotenzials in einem Unternehmen. Der Cash-Flow-Wert bringt zum Ausdruck, in wie weit oder ob ein Unternehmen in der Lage ist, Vermögen, das in der Bilanz abgebildet ist, im Rahmen eines Umsatzprozesses wieder zu gewinnen und in wie weit das Unternehmen dabei die Mittel für die Substanzerhaltung und Erweiterungsinvestitionen selbst erwirtschaften kann. -11- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Gesamtleistung je Mitarbeiter: Gesamtleistung *) Anzahl der Mitarbeiter *) = Umsatz, Bestandsveränderung, akt. Eigenleistungen, Sonstige betriebliche Erträge Die Kennzahl drückt die Produktivität des eingesetzten Personals aus. Im Branchenvergleich kann so die Effizienz des Personaleinsatzes gewertet werden. Je niedriger die Gesamtleistung pro Mitarbeiter im Branchenvergleich, desto intensiver sollte der Umfang des Personaleinsatzes überprüft werden. Personalaufwandsquote: Personalaufwand x 100 Gesamtleistung Die Kennzahl ist ein Indikator für die Personalintensität der Gesellschaft. Im Branchenvergleich kann sie auf die Notwendigkeit personalwirtschaftlicher Maßnahmen hinweisen. Ggf. kann die Rentabilität der Gesellschaft durch den verstärkten Einsatz anderer Produktionsfaktoren verbessert werden. Je höher die Kennzahl im Branchenvergleich, desto größer ist die Notwendigkeit, den Umfang des Personaleinsatzes zu überprüfen. Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur Sachanlagenintensität: Sachanlagevermögen x 100 Bilanzsumme Diese Kennzahl lässt Rückschlüsse auf den Automatisierungsgrad, die Kapitalintensität sowie die Konjunkturabhängigkeit zu. Überaltertes Anlagevermögen drückt sich in sinkender Anlagenintensität aus. Ein hoher Automatisierungsgrad drückt sich in hoher Anlagenintensität bzw. hohen Reinvestitionen aus. -12- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Eigenkapitalquote: Eigenkapital x 100 Bilanzsumme Die Finanzierung der Aktivseite der Bilanz wird auf der Passivseite ausgewiesen. Dabei belegt der Anteil des Eigenkapitals an der Gesamtfinanzierung, wie gut das Unternehmen mit Kapital versorgt wird. Je niedriger die Ausstattung des Unternehmens mit Eigenkapital, desto abhängiger ist es von Gläubigern bzw. desto eher werden ggf. Kapitalzuführungen von Gesellschaftern benötigt. Fremdkapitalquote: (Bilanzsumme - Eigenkapital) x 100 Bilanzsumme Die Fremdkapitalquote gibt an, wie hoch der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital ist. Die Fremdkapitalquote dient dazu, das Kapitalrisiko zu beurteilen. Das heißt, dass bei steigendem kurz-, mittel- oder langfristigem Fremdkapital auch die Neuaufnahme von Krediten schwieriger werden kann oder das Risiko der Kündigung von Krediten steigt. -13- Finanzbeziehungen zu den Beteiligungen 2011 Stadt Oberhausen Ertrags-/Betriebskostenzuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Darlehensgewährung Stand der Bürgschaften Übrige Vergünstigungen Gewinnabführung Konzessionsangaben Übrige Zahlungen an die Stadt Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH ASO Service GmbH Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Werkbundsiedlung Am Ruhrufer" e.G. Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH & CO. KG Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO evo Energie-Netz GmbH 434.600,00 444.477,00 459.164,00 18.981,72 345.812,50 560,22 -14- evo Energieversorgung Oberhausen AG FSO GmbH & Co.KG FSO Verwaltungs- GmbH Gasometer Oberhausen GmbH GMVA Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 725.000,00 6.066.002,95 9.331.464,83 2.265.000,00 Beteiligungsbericht 2011 LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Public Konsortium d-NRW GbR Quantum GmbH 786.357,00 1.175.980,00 6.057.950,55 4.830.425,47 9.454.298,18 Stadt Oberhausen Ertrags-/Betriebskostenzuschüsse Verlustausgleich Investitionszuschüsse Kapitalzuführung Darlehensgewährung Stand der Bürgschaften Übrige Vergünstigungen Gewinnabführung Konzessionsangaben Übrige Zahlungen an die Stadt Revierpark Vonderort GmbH RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Stadtsparkasse Oberhausen STOAG Stadtwerke Oberhausen AG strasserauf GmbH Theater Oberhausen TMO Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH VKA Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 297.600,00 35.727.828,04 38.547,26 7.750.000,00 33.350,00 404.448,04 24.815.729,81 -15- Summe 10.471.384,00 1.580.428,04 0,00 0,00 0,00 81.232.044,55 0,00 8.331.002,95 9.331.464,83 517.253,20 Beteiligungsbericht 2011 Stadt Oberhausen Übersicht über ausgewählte finanz- und betriebswirtschaftliche Daten aller bedeutsamen Beteiligungen zum 31.12.2011 bedeutsamen Beteiligungen zum 31.12.2011 Gesamtleistung in TEUR Umsatz in TEUR Jahresergebnis (vor EAV) in TEUR Bilanzsumme in TEUR Anlagevermögen in TEUR Eigenkapital in TEUR Eigenkapital in % zur Bilanzsumme Mitarbeiter Auszubildende OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH STOAG Stadtwerke Oberhausen AG WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH evo Energieversorgung Oberhausen AG evo Energie-Netz GmbH GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH 101.818,39 28.867,28 45.153,29 326,92 8,69 236.018,04 84.449,84 86.331,37 1.612,09 1.147,33 254,56 3.725,89 2.648,54 1.225,41 1.417,59 2.895,60 142,70 1.232,63 20.749,74 750,02 101.335,46 25.665,46 40.901,56 319,50 8,69 225.187,75 83.527,48 84.032,09 830,70 708,00 29,00 3.725,69 2.252,45 653,95 126,35 2.097,09 135,32 1.226,44 19.767,38 750,02 63,64 5.919,60 4.151,02 152,78 -356,29 12.132,01 1.868,28 14.921,78 148,26 -345,81 -1.076,17 -16,60 189,05 -430,55 8,33 -482,74 25,49 21,89 164,61 0,00 -5,66 98.648,19 125.046,35 29.399,46 7.696,67 11.023,97 159.598,64 19.444,93 202.921,60 7.498,22 11.227,66 1.150,20 29.032,33 2.618,56 699,44 292,97 3.136,83 1.512,29 377,94 10.268,78 35,79 1.348,03 973,38 29.506,33 753.458,53 73.973,70 102.381,19 14.439,65 0,00 0,00 111.734,15 15,57 141.371,79 3.168,05 7.432,43 7,71 28.141,17 55,72 297,00 12,96 2.882,87 1.301,27 26,97 2.206,71 6.872,22 58.750,15 5.732,29 0,00 0,00 30.304,99 1.142,48 22.277,43 3.362,16 0,00 865,71 0,00 2.391,41 51,75 107,39 1.948,30 493,80 205,10 4.492,04 25,00 7,0 47,0 19,5 0,0 0,0 19,0 5,9 11,0 44,8 0,0 75,3 0,0 91,3 7,4 36,7 62,1 32,7 54,3 43,7 69,9 99,7 10,6 16,3 701 437 376 0 0 437 8 192 12 0 2 0 1 23 9 12 0 24 364 22 1 117 0 2.738 32 13 23 0 0 25 0 11 0 0 0 0 0 3 1 1 0 0 0 0 0 0 0 109 Geschäfts- und Ertragslage -16- Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH Gasometer Oberhausen GmbH TMO Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH Revierpark Vonderort GmbH Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Werkbundsiedlung Am Ruhrufer" e.G. BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH ASO Service GmbH Public Konsortium d-NRW GbR Theater Oberhausen Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen Summe Beteiligungsbericht 2011 1.280,00 1.343,93 103,41 9.248,17 2.526,12 632.550,21 550,18 2.436,48 596.267,06 10,31 307,89 37.371,12 26.730,27 517.459,17 4.796,79 145.266,37 Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Einzelberichterstattung -17- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -18- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Ver- und Entsorgung OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,21 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -19- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -20- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -21- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Bahnhofstraße 66 46145 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Stadt Oberhausen Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens sind Dienstleistungen im Bereich Gebäudemanagement, insbesondere die Unterhaltung von Verwaltungsgebäuden der Stadt Oberhausen sowie die Integration von Planung, Kontrolle und Bewirtschaftung bei Gebäuden, Anlagen und Einrichtungen und die Verbesserung von Nutzungsflexibilität, Arbeitsproduktivität und Kapitalrentabilität unter Berücksichtigung von Arbeitsplatz und Arbeitsumfeld, die Vermietung von Räumen sowie im Einzelfall der Erwerb und die Veräußerung von Immobilien im Stadtgebiet Oberhausens. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Rechtsgeschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftszweck auch mittelbar gefördert werden kann. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Förderung ihres Unternehmenszwecks Beteiligungen gleicher oder ähnlicher Art zu erwerben oder Tochtergesellschaften zu gründen. Wichtige Verträge BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH Leistungsvertrag mit der OGM GmbH vom 05.03.2001 IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH Leistungsvertrag vom 20.02./18.04.2002 im Bereich der Materialwirtschaft, Postdienste, Vervielfältigungen, Speditionsdienste, Arbeitssicherheit und Telekommunikation LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Dienstleistungsvertrag (insbesondere Gebäudeinnen- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH Fensterreinigung sowie Transportarbeiten), Vertragsbeginn 21.12.2007 (ehem. Vertrag mit WBO) Stadt Oberhausen Dienstleistungsvertrag über Personaldienstleistungen und Versicherungen vom 19.12.2008 Stadt Oberhausen Geschäftsbesorgungsvertrag zur Realisierung des kommunalen Wohnungsbauprogramms aus 11/1999; Übergang durch Verschmelzung der OBG auf die OGM zum 01.01.2007 Stadt Oberhausen Leistungsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen (Auftraggeberin) und der OGM GmbH vom 20.12.2000 (gültig ab 01.01.2001), zuletzt modifiziert am 27.03.2007 rückwirkend zum 01.01.2007 Stadt Oberhausen Mietvertrag zwischen der Stadt Oberhausen (Mieterin) und der OGM (Vermieterin) über das Schloss Oberhausen; Übergang durch Verschmelzung der Schloß Oberhausen GmbH auf OGM Stadt Oberhausen Pachtvertrag Tiergehege inkl. Zuschussvereinbarung vom 28.12.2005 Stadt Oberhausen Rahmenleistungsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen -22- 0208 / 594-5 0208 / 594-7070 ogminfo@ogm.de http://www.ogm.de/ GmbH 5.000,00 T€ 5.000,00 % 100,00 Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 (Auftraggeberin) und der OGM (Auftragnehmerin) vom 20.12.2000 (gültig an 01.01.2001), zuletzt modifiziert am 27.03.2007 rückwirkend zum 01.01.2007 Untermietvertrag für das Parkhaus am Eugen-zur-Nieden-Ring vom 16.01.2009 Vertrag über den Betrieb und die Unterhaltung des Freizeithafens am Rhein-Herne-Kanal in Oberhausen vom 28.09.2009 Vertrag über die Bewirtschaftung städtischer Friedhöfe Vertrag über die Leistungen der OGM im Bäderwesen vom 19.09.2006 Vertrag zur Übereignung des gesamten beweglichen Anlagevermögens der Stadt Oberhausen auf die OGM vom 10.09.2002 Pachtvertrag vom 22.12.2006 - Laufzeit 01.01.2007 - 31.12.2011, verlängert bis 31.12.2016 Mietvertrag für das Technische Rathaus Sterkrade vom 26. September / 25. Oktober 2001 Betreibervertrag für das Technische Rathaus Sterkrade vom 26. September / 25. Oktober 2001 Mietvertrag für das Parkhaus am Eugen-zur-Nieden- Ring vom 24.07.2009 Betreibervertrag für das für das Parkhaus am Eugen-zur-NiedenRing vom 24.07.2009 Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Schmidt, Hartmut Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Wehling, Klaus Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) M.d.L. Zimkeit, Stefan Nakot, Werner Cordes, Hubert Flore, Manfred Jäntsch, Angelika Stehr, Simone Tatjana Gäng, Thomas Lorentschat, Manfred Paasch, Dirk Hansmeier, Udo Heweling, Detlef Zander, Jutta Zwick, Andrea Mitglied gem. § 113 GO Klunk, Peter Prokura: Prokurist Prokurist Könings, Reinhard Kalthoff, Horst -23- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 c) Beteiligungen unmittelbar Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO T€ 12,50 % 4,02 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 0,4 75,2 24,3 0,1 2011 % 0,3 74,2 25,4 0,1 Aktiva Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 389,19 77.435,46 25.014,10 67,42 T€ 291,90 76.125,31 26.099,59 99,64 T€ 194,60 73.973,70 24.348,73 131,16 Veränderungen % T€ 0,2 75,0 24,7 0,1 -97,30 -2.151,61 -1.750,86 31,52 % -33,33 -2,83 -6,71 31,63 Bilanzsumme 102.906,17 100,00 102.616,44 100,00 98.648,19 100,00 -3.968,25 -3,87 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 5.219,54 1.787,76 3.847,66 92.051,21 % 5,1 1,7 3,7 89,5 T€ 6.808,58 1.647,54 5.041,17 89.119,14 % 6,6 1,6 4,9 86,8 T€ 6.872,22 1.507,32 4.078,80 86.189,85 % 7,0 1,5 4,1 87,4 T€ 63,64 -140,22 -962,37 -2.929,29 % 0,93 -8,51 -19,09 -3,29 Bilanzsumme 102.906,17 100,00 102.616,44 100,00 98.648,19 100,00 -3.968,25 -3,87 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 98.053,46 284,44 0,00 677,06 47.744,21 26.960,08 5.929,26 13.422,43 113,51 3.891,37 1.181,12 2011 T€ 101.335,46 -716,01 0,00 1.198,94 51.026,46 26.115,31 6.300,77 13.959,69 174,73 3.650,49 940,39 95.333,47 1.197,94 389,19 829,73 46.212,74 27.592,97 5.257,00 13.062,81 160,89 3.448,04 2.337,68 64,73 -64,73 840,57 325,72 1.106,66 -5.156,12 -4.049,46 693,29 294,02 193,81 431,19 445,56 63,64 193,81 -24- 63,64 Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 74,52 5,07 94,93 1,16 11,94 6.363,66 129,13 28,23 31.12.2010 0,20 2,93 6.123,07 139,65 27,23 31.12.2011 0,06 0,93 6.364,41 145,25 25,65 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2010 73,37 6,63 93,37 31.12.2011 74,05 6,97 93,03 Angaben in % % % e) Lagebericht I. Das Geschäftsjahr 2011 1. Allgemeines Die OGM GmbH ist eine 100%ige Tochter der Stadt Oberhausen. Das umfangreiche Aufgabenspektrum der OGM GmbH umfasst u.a. die Durchführung von Baumaßnahmen, die Bereitstellung von Informations- und Kommunikationstechnik, die Reinigung der Schulen, der städtischen Kindertageseinrichtungen und der städtischen Verwaltungsgebäude, die Versorgung der städtischen Gebäude mit Energie, die Pflege und den Betrieb der städtischen Friedhöfe, die Pflege der städtischen Sportund Grünanlagen sowie den Betrieb von Sport- und Freizeitbädern. Mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben stellt die OGM GmbH sicher, dass die Stadt Oberhausen ihre Aufgaben ordnungsgemäß und reibungslos wahrnehmen und den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein attraktives Angebot zur Verfügung stellen kann. Um den immer neuen Anforderungen der Stadt Oberhausen in technischer, organisatorischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht gerecht werden zu können, ist die OGM GmbH kontinuierlich gefordert, ihre internen Strukturen und Arbeitsabläufe zu verbessern und in fortwährenden Verhandlungen mit Lieferanten und Dienstleistern zu gewährleisten, dass der Stadt Oberhausen optimale Entgeltkonditionen angeboten werden können. 2. gesamtwirtschaftliche Einflüsse Die OGM GmbH unterliegt als 100%ige Tochter der Stadt Oberhausen den strengen Regelungen der §§ 107 ff. Gemeindeordnung und kann daher ihre Leistungen lediglich im Konzern „Stadt Oberhausen“ erbringen. Damit unterliegt sie nur in begrenztem Umfang gesamtwirtschaftlichen Einflüssen. Hier sind insbesondere allgemeine Preissteigerungen, Zinsentwicklung, tarifliche Lohn- und Gehaltssteigerungen etc. zu nennen, die größtenteils durch effektive Steuerungsmaßnahmen aufgefangen werden konnten. Zu den Auswirkungen, die sich aus der finanziellen Situation der Hauptkundin der OGM GmbH, der Stadt Oberhausen, ergeben wird auf die Ausführungen unter II.2 verwiesen. Wegen der positiven Auswirkungen des Konjunkturpakets II wird auf die nachfolgenden Ausführungen zu Pkt. 3 und 6 verwiesen. 3. besondere Projekte Wie bereits im Geschäftsjahr 2010 lag auch im Geschäftsjahr 2011 ein Schwerpunkt auf der Abwicklung des Konjunkturpaketes II, über das in den Jahren 2009 bis 2011 im Auftrag der Stadt Oberhausen Baumaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rd. 25,4 Mio. € abgewickelt wurden. -25- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Neben einer Vielzahl von Maßnahmen in den Bereichen Sport, Schule und Kindertagesstätten ist hier besonders der Umbau und die Sanierung des Bert-Brecht-Hauses und des angrenzenden Saporoshje-Platzes zu einem Zentrum für Kultur und Erwachsenenbildung zu nennen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Bau von Kunstrasenplätzen im Rahmen des Sportstättenprogramms der Stadt Oberhausen. Abschließend wird auf die Aktivitäten zur Vermarktung der Grundstücke verwiesen, die durch die Umsetzung des Bäderkonzeptes der Stadt Oberhausen sowie durch den Bau des Zentralen Betriebshofs der OGM GmbH für eine anderweitige Nutzung frei geworden sind. 4. Beteiligungen Die OGM GmbH hält eine Beteiligung an der Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH – ENO. Die Beteiligungsquote liegt unter 20 %. 5. Risikomanagement Die OGM GmbH hat bereits im Jahre 2005 ein Risiko-Chancen-Management eingeführt. Es werden halbjährlich Risiko-Inventuren durchgeführt, in denen eine Beschreibung der jeweiligen Risiken sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit und die möglichen finanziellen Auswirkungen, aber auch Chancen in der künftigen Entwicklung erfasst werden. Das auf dieser Basis erstellte Risiko-Chancen-Portfolio gibt dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung sowie den leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen regelmäßigen Überblick über die Chancen und Risiken in den einzelnen Bereichen und ermöglicht allen Verantwortlichen die Früherkennung und Steuerung unternehmens-gefährdender Risiken. Im Rahmen der Risiko-Inventuren werden alle bestehenden oder abzu-sehenden Risiken wirtschaftlicher, finanzieller, fachlicher und personeller Art erfasst. Nicht erfasst werden Risiken, die sich grundsätzlich aus dem Betrieb eines Objektes ergeben sowie Risiken aus bekannten gesetzlichen und vertraglichen Regelungen, sofern nicht konkrete Anhaltspunkte für ein tatsächlich bestehendes Risiko vorliegen. Die in den im Geschäftsjahr 2011 durchgeführten Risiko-Inventuren aufgelisteten Risiken (im Wesentlichen Schadensersatzansprüche, Reduzierung der Beauftragung von Leistungen durch die Hauptkundin Stadt Oberhausen, Ausscheiden zahlreicher leitender Mitarbeiter/innen in den kommenden Jahren) konnten bis zum Ende des Geschäftsjahres durch Verhandlungen, Anpassungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen etc. weitestgehend minimiert werden. Unternehmensgefährdende Risiken wurden nicht festgestellt. 6. Wirtschaftliche Entwicklung Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2011 auf 101,34 Mio. €. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von 3,4 %. Dies ist im Wesentlichen auf die Erlöse aus der Durchführung von Baumaßnahmen zurückzuführen. Positiv hat sich hier das Konjunkturpaket II ausgewirkt. Durch die in diesem Rahmen für die Stadt Oberhausen zusätzlich durchgeführten Baumaßnahmen konnten insbesondere entsprechende Erlöse aus Honoraren generiert werden. Da die Stadt Oberhausen Hauptkundin der OGM GmbH ist, werden die Umsatzerlöse deutlich durch die von der Stadt Oberhausen gezahlten Entgelte geprägt. Aus der nachfolgenden Übersicht ist ersichtlich, wie sich diese Entgelte im Wesentlichen zusammensetzen: Art des Entgeltes 2011 T€ 2010 T€ Erlöse aus dem Leistungsvertrag Erlöse aus Pauschalentgelt Erlöse aus der Abrechnung nach Einheitspreisen Erlöse aus der Abrechnung von Drittleistungen Erlöse aus der Überlassung von Anlagegütern Mieten und Nebenkosten 2.751 30.943 17.427 3.228 3.719 2.544 32.186 17.868 3.362 5.035 -26- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Erlöse aus dem Rahmenleistungsvertrag Erlöse aus der Abrechnung von Baumaßnahmen (incl. HOAI) Erlöse aus der Abrechnung von Maßnahmen der Gebäudeunterhaltung Versicherungsleistungen 18.046 6.935 673 10.441 8.557 987 Erlöse aus Oberhausen sonstigen Verträgen mit der Stadt Erlöse aus dem Bädervertrag Erlöse aus dem Betreibervertrag „Friedhöfe“ Zuschuss Tiergehege 3.353 1.394 786 3.353 1.367 786 Im Bereich der bezogenen Leistungen ist im Vorjahresvergleich ein Anstieg um 3,6 Mio. € zu verzeichnen. Dies ist im Wesentlichen auf erhöhte Aufwendungen im Baubereich zurückzuführen und korrespondiert mit den höheren Umsatzerlösen in diesem Segment. Tarifliche Personalkostensteigerungen konnten durch Fluktuation kompensiert werden. Die Abschreibung beläuft sich auf 6,3 Mio. €. Im Vorjahresvergleich ist dies ein Anstieg um 0,4 Mio. € bzw. 6,3 %. Dies ist hauptsächlich auf einen Anstieg der Abschreibung auf Gebäude zurückzuführen. Wesentliche Gründe hierfür sind die erstmalig voll wirksame Abschreibung auf den AQUApark sowie diverse neue Objekte und Umbaumaßnahmen. Das Betriebsergebnis weist einen Überschuss in Höhe von 4,42 Mio. € aus. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2010 ist dies ein Rückgang um 0,5 Mio. € bzw. 10,9 %. Wesentliche Gründe hierfür sind die erhöhten Abschreibungen und erhöhte Grundbesitzabgaben, die hauptsächlich auf den AQUApark zurückzuführen sind. Das Finanzergebnis schließt zum 31.12.2011 mit einem Betrag von – 3,48 Mio. € ab; zum 31.12.2010 war ein Finanzergebnis von – 3,77 Mio. € zu verzeichnen. Da das Bäderkonzept mit der Eröffnung des AQUAparks im Dezember 2009 bereits vollständig umgesetzt wurde und damit auch der entsprechende Kapitaldienst zu leisten ist, andererseits jedoch der von der Stadt Oberhausen zu zahlende Zuschuss für die Nutzung der Bäder durch Schulen und Vereine vertragsgemäß erstmals zum 01.01.2012 auf Selbstkostenbasis angepasst werden kann, erfolgte im Berichtsjahr keine vollständige Refinanzierung des Kapitaldienstes mit der entsprechenden Auswirkung auf das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich auf 0,9 Mio. €. Im Vorjahresvergleich ist dies ein Rückgang um 0,2 Mio. € bzw. rd. 20 %. Die Steuerlast beläuft sich auf insgesamt 877 T€. Maßgeblich beeinflusst ist dies durch das Ergebnis einer Betriebsprüfung für die Geschäftsjahre 2004 – 2007, das mit einer Steuernachforderung abschloss. Hierbei handelt es sich ausschließlich um Forderungen, die sich auf die Geschäftstätigkeit der ehemaligen Oberhausener Bauförderungsgesellschaft mbH, die zum 01.01.2007 auf die OGM GmbH verschmolzen wurde, bezogen. Unter Berücksichtigung der Steuerlast ergibt sich für das Geschäftsjahr 2011 insgesamt ein Jahresüberschuss in Höhe von 63.641 €. Dies ist gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung um 130 T€ bzw. 67,2 %. Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die Entwicklung einiger finanzieller Leistungsindikatoren sowie der Vermögens- und Kapitalstruktur. -27- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 2007 2008 2009 2010 2011 Umsatzerlöse (in T€) 89.606 96.574 95.333 98.054 101.335 Materialaufwandsquote 46 % 51 % 50 % 49 % 50 % Personalaufwandsquote 30 % 31 % 30 % 27 % 26 % Personalaufwand pro Kopf ( in T€) 34 36 36 37 38 Jahresergebnis (in T€) -2.367 952 1.107 194 64 Eigenkapital (in T€) 3.161 4.113 5.220 6.809 6.872 Eigenkapitalquote 4,8 % 5,8 % 5,1 % 6,6 % 7,0 % Investitionen (in T€) 16.087 14.952 29.021 4.789 4.209 Verschuldungsgrad 92,0 % 92,3 % 93,2 % 91,8 % 91,5 % Anlagevermögen 45.269 55.076 77.435 76.125 73.974 Anlagenintensität 68,7 % 74,1 % 75,2 % 74,1 % 75,0 % Wie bereits ausgeführt wurde, waren im Geschäftsjahr 2011 zahlreiche negative Einflüsse zu verkraften. Hierzu zählen insbesondere die nicht originär von der OGM zu vertretende Belastung aus der Betriebsprüfung, die fehlende Refinanzierung des Schuldendienstes für die Bäder wegen der – trotz der vollständigen Umsetzung des Bäderkonzeptes – nicht zeitgleich erfolgten Anpassung des Zuschusses für den Bäderbetrieb, tarifliche Lohn- und Gehaltssteigerungen, steigende Energiepreise, reduzierte Leistungsanforderungen durch die Stadt Oberhausen und dadurch bei der OGM GmbH verbleibende Remanenzkosten. Trotz dieser das Ergebnis belastenden Faktoren ist es – nicht zuletzt durch den tatkräftigen Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - gelungen, durch intensive Verhandlungen mit den Lieferanten, Energiesparmaßnahmen, aktive Vermarktung der Bäder, Umstrukturierungen, sozialverträglichen Stellenabbau und eine Vielzahl weiterer Maßnahmen die Planzahlen einzuhalten und auch im Geschäftsjahr 2011 ein positives Betriebsergebnis sowie ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit zu erzielen. Des Weiteren kann auch unter Berücksichtigung der Steuerlast, die zu einem großen Teil durch das schon mehrfach erwähnte Ergebnis der Betriebsprüfung sowie durch die im Berichtsjahr erstmals in vollem Umfang wirksam gewordenen Grundsteuern für den AQUApark geprägt ist, ein Jahresüberschuss ausgewiesen werden. 7. Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und Zielerreichung Wie aus den Ausführungen zu I.1 hervorgeht, ist die OGM GmbH in erheblichem Umfang direkt und indirekt für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Oberhausen tätig. Diese Aufgaben wurden im Geschäftsjahr 2011 trotz erschwerter Bedingungen - geringere Budgets, Reduzierung der Mitarbeiterzahl, Arbeits-verdichtung etc. - in dem vertraglich vereinbarten Umfang erledigt und haben dazu beigetragen, den Bürgerinnen und Bürgern ein angemessenes städtisches Umfeld mit attraktiven Angeboten zu bieten. -28- Stadt Oberhausen 8. Besetzung der Geschäftsführung Bis zum 30.06.2011 war die Geschäftsführung wie folgt besetzt: Bernhard Elsemann Hartmut Schmidt Beteiligungsbericht 2011 städtischer Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Oberhausen operativer Geschäftsführer. Herr Elsemann ist zum 30.06.2011 aus Altersgründen aus den Diensten der Stadt Oberhausen ausgeschieden und hat zeitgleich sein Amt als Geschäftsführer der OGM niedergelegt. In der Zeit vom 01.07.2011 – 31.12.2011 wurde die Gesellschaft durch Herrn Hartmut Schmidt als alleinigem Geschäftsführer vertreten. 9. Sonstiges Notwendige Finanzierungen im Berichtsjahr erfolgten durch Kontokorrentkredite, Darlehen und LeasingVerträge. Weitere Finanzierungsinstrumente wurden nicht eingesetzt. Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Beendigung des Geschäftsjahres 2011 nicht aufgetreten. II. Ausblick 1. Wirtschaftsplan 2012 / Finanzplanung 2013 ff. Der Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2012 weist bei einem Umsatzvolumen von 102,3 Mio. € ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 1,58 Mio. € aus. Investitionen sind in Höhe von 5,1 Mio. € vorgesehen. Bei der Erstellung des Wirtschaftsplans für das Geschäftsjahr 2012 wurden die zu erwartenden Erlöse auf der Basis der Ist-Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2011, der vereinbarten Index-Steigerungen sowie der bekannten Veränderungen im Abruf des Leistungsangebotes der OGM GmbH durch die Stadt Oberhausen berücksichtigt. Des Weiteren wurden qualifizierte Schätzungen zur Entgeltentwicklung, der Entwicklung von Besucher- bzw. Benutzerzahlen etc. vorgenommen. Auf der Aufwandseite wurden zu erwartende Preissteigerungen, insbesondere im Energiebereich, berücksichtigt. Bei den Personalkosten wurde davon ausgegangen, dass die zu erwartenden Tarifsteigerungen durch Personalfluktuation aufgefangen werden können. Das im Wirtschaftsplan 2012 ausgewiesene Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit berücksichtigt eine vertragsgemäße Anpassung des Zuschusses für die Bereitstellung der Bäder für das Schul- und Vereinsschwimmen auf Selbstkostenbasis. Bei der Finanzplanung für die nächsten 5 Jahre wurden die tariflichen Lohn- und Gehaltssteigerungen, Energie- und sonstige Preissteigerungen, Investitionen auf der Basis des Planansatzes 2012, die Neuaufnahme von Darlehen zur Finanzierung der Investitionen und die daraus resultierenden Zins- und Tilgungsleistungen berücksichtigt. Angesichts der Laufzeit der Verträge zwischen der OGM GmbH und der Stadt Oberhausen sowie der Tatsache, dass soweit wie möglich Kostenelemente-klauseln vereinbart wurden, die eine regelmäßige Überprüfung und gegebenenfalls Anpassung der Entgelte gewährleisten, sieht die Geschäftsführung für die nächsten Jahre hinreichende Planungssicherheit und die Aussicht auf weiterhin positive Ergebnisse, die ab 2012 wieder zu deutlichen Überschüssen führen werden. Einmalige geringfügige Ergebnisverbesserungen durch die Auflösung stiller Reserven erwartet die Geschäftsführung in einem der kommenden Geschäftsjahre aus der Veräußerung einiger Grundstücke, die durch den Abriss ehemaliger Bäder sowie durch die Verlagerung von Betriebsstätten zum Zentralen Betriebshof für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung stehen. Im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2010 wurde über eine anhängige Diskussion mit der Energieversorgung Oberhausen AG (EVO) bezüglich der Bilanzierung der Rasenheizung im Stadion Niederrhein berichtet. Zwar konnten die entsprechenden Verhandlungen noch nicht zum Abschluss gebracht werden. Allerdings sind im Investitionsplan für das Geschäftsjahr 2012 Mittel für den Erwerb der entsprechenden Anlagen veranschlagt worden, so dass negative Auswirkungen auf das Planergebnis nicht zu erwarten sind. -29- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 2. Beiträge zur Haushaltssanierung der Stadt Oberhausen Durch das inzwischen vom Landtag NW beschlossene Stärkungsgesetz Stadtfinanzen erhält die Stadt Oberhausen erstmals seit vielen Jahren wieder eine Perspektive zur nachhaltigen Sanierung ihres Haushalts. Dies setzt allerdings zwingend voraus, dass die Stadt erhebliche eigene Anstrengungen unternimmt, ihre Einnahmen zu verbessern und ihre Ausgaben zu verringern. Um diese Vorgaben zu erfüllen, werden sämtliche Aufgaben, Dienstleistungen und Standorte der Kernverwaltung neu bewertet und geprüft werden müssen. Dies gilt in gleichem Maße für die städtischen Beteiligungsgesellschaften, von denen ebenfalls erhebliche Sparbeiträge erwartet werden. Damit werden in den ersten Monaten des Geschäftsjahres 2012 noch einmal alle Aufgaben, Strukturen und Arbeitsabläufe der OGM GmbH einer strengen Prüfung unterzogen werden. Abschließend wird darauf hingewiesen, dass nach derzeitigem Kenntnisstand seitens der Stadt auch das Thema (Teil)-Rekommunalisierung und (Teil)-Privatisierung erneut auf den Prüfstand gestellt wird. Die im Rahmen der Haushaltssanierung zu treffenden Maßnahmen sollen im Rat der Stadt im Juni 2012 verabschiedet werden. 3. Besetzung der Geschäftsführung Ab 01.01.2012 ist die Geschäftsführung wie folgt besetzt: Hartmut Schmidt Horst Kalthoff , Sprecher Es wird versichert, dass im Lagebericht nach bestem Wissen der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird und dass die wesentlichen Chancen und Risiken beschrieben sind. Oberhausen, den 23. Februar 2012 Hartmut Schmidt Geschäftsführer Horst Kalthoff Geschäftsführer -30- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -31- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 STOAG Stadtwerke Oberhausen AG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Max-Eyth-Str. 62 46149 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Stadt Oberhausen Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Bedienung des Nahverkehrs sowie die Beteiligung an Energieversorgungs- und anderen Ver- und Entsorgungsunternehmen. Daneben kann das Unternehmen andere, ihm von der Stadt Oberhausen zugewiesene Aufgaben wahrnehmen. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Gesellschaftszweck gefördert werden kann. Sie kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben an anderen Unternehmen beteiligen, fremde Unternehmen erwerben sowie Hilfs- und Nebenbetriebe einrichten. Wichtige Verträge evo Energieversorgung Oberhausen AG Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der von der STOAG und der RWE Rhein-Ruhr AG im Geschäftsjahr 2003 gegründeten FSO GmbH & Co. KG und der EVO vom 16.12.2003 Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der evo und STOAG vom 24.09.2004 im Rahmen der kaufmännischen Verwaltung für die STOAG Betriebsdurchführungsvertrag zwischen den Betrieben der Stadt Mülheim an der Ruhr und der STOAG in der Fassung vom 27.05.2010 (Straßenbahn). Gestattungs- und Nutzungsvertrag über den Personennahverkehr zwischen der Stadt Oberhausen und der STOAG in der Fassung vom 12.01.2007 sowie Zusatzvereinbarung über die Einrichtung eines rechnergesteuerten Betriebsleitsystems vom 29.11.1989 Vertragswerk über den Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) i.d.F. vom 31.12.1989 bestehend aus: - der Zweckverbandssatzung für den Zweckverband VRR - Satzung der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr AöR - dem Kooperationsvertrag für den VRR - dem Einnahmeaufteilungsvertrag 0208/ 835 5000 0208/ 835 5009 h.worch@stoag.de w.overkamp@stoag.de http://www.stoag.de/ AG 25.600,00 T€ 25.600,00 % 100,00 evo Energieversorgung Oberhausen AG Mülheimer Verkehrsgesellschaft mbH Stadt Oberhausen Verkehrsverbund Rhein Ruhr -32- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vorstand: Mitglied Mitglied Klunk, Peter Overkamp, Werner Hauptversammlung: Der/die Vertreter/in der Stadt in der Hauptversammlung wird jeweils vom Rat der Stadt benannt. In der ordentlichen Hauptversammlung 2010 hat der Stadtverordnete Herr Werner Nakot die Stadt Oberhausen vertreten. Aufsichtsrat: Vorsitzender (Mitglied gem. § 113 GO) 1. stellv. Vorsitzender 2. stellv. Vorsitzender (AN) Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Wehling, Klaus Hausmann, Wilhelm Michalik, Herbert Emmerich, Karl-Heinz Janßen, Dieter Müthing, Christa Oberste-Kleinbeck, Kirsten Pflugbeil, Karl-Heinz Wolter, Marita Wittmann, Regina Carstensen, Jens Buhren, Werner Kamps, Thorsten Stemmer, Michael Uschmann, Guido Prokura: Prokurist Achterfeld, Uwe c) Beteiligungen unmittelbar Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO evo Energieversorgung Oberhausen AG FSO GmbH & Co.KG FSO Verwaltungs- GmbH GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH RWE Aktiengesellschaft RW Holding Aktiengesellschaft WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH T€ 12,50 2.600,00 15,00 15,00 38,81 130,38 3.012,68 661,83 637,50 % 4,02 10,00 50,00 50,00 15,18 51,00 0,19 0,89 51,00 -33- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 mittelbar Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO evo Energie-Netz GmbH evo Energieversorgung Oberhausen AG KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Projektgesellschaft FIBE S.p.A., Neapel/Italien Quantum GmbH strasserauf GmbH T€ 245,00 6,13 12,63 15,00 10.400,00 0,03 3,00 17,75 51,13 % 24,50 24,50 4,06 50,00 40,00 3,00 3,00 71,00 20,00 0,01 41,25 3,75 5,21 15,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 85,1 14,9 0,0 2011 % 83,5 16,5 0,0 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 110.548,00 19.292,00 39,00 T€ 105.444,55 20.831,58 30,91 T€ 102.381,19 22.602,81 62,35 Veränderungen % T€ 81,9 18,1 0,0 -3.063,36 1.771,23 31,44 % -2,91 8,50 101,71 Bilanzsumme 129.879,00 100,00 126.307,03 100,00 125.046,35 100,00 -1.260,68 -1,00 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 58.731,00 1.258,00 17.739,00 52.151,00 % 45,2 1,0 13,7 40,2 T€ 58.750,15 561,80 16.488,22 50.506,87 % 46,5 0,4 13,1 40,0 T€ 58.750,15 616,80 16.854,15 48.825,25 % 47,0 0,5 13,5 39,0 T€ 0,00 55,00 365,93 -1.681,62 % 0,00 9,79 2,22 -3,33 Bilanzsumme 129.879,00 100,00 126.307,03 100,00 125.046,35 100,00 -1.260,68 -1,00 -34- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 24.612,20 6.215,49 14.900,35 22.532,43 4.657,70 7.164,63 10.177,72 5.019,89 296,08 2.527,55 -5.461,28 27,50 1.714,46 -1.686,97 2011 T€ 25.665,46 3.201,82 15.035,48 22.493,13 4.765,30 4.432,32 9.608,85 5.012,17 59,98 2.679,99 -5.857,94 25.081,12 6.151,02 14.832,16 24.148,03 4.822,81 5.990,75 11.223,41 6.443,83 40,82 2.471,04 -3.324,59 54,31 60,63 7.208,88 61,66 5.919,60 0,00 -3.378,90 -3.384,00 5,10 0,00 0,00 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 41,34 45,22 54,78 -13,47 -5,75 1.443,91 67,17 77,32 31.12.2010 -29,29 -12,27 -2.551,17 68,51 73,09 31.12.2011 -23,06 -10,08 -1.154,29 66,06 77,92 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2010 38,48 46,51 53,49 31.12.2011 36,56 46,98 53,02 Angaben in % % % e) Lagebericht 1 Geschäftstätigkeit und Unternehmensziele Die Stadtwerke Oberhausen AG (STOAG) ist der kommunale Anbieter für Bus- und Straßenbahnverkehr in Oberhausen. Vier Unternehmensziele stehen gleichberechtigt im Mittelpunkt des wirtschaftlichen und strategischen Handelns: Wahrnehmung der Regie- und Managementaufgaben für den kommunalen ÖPNV Optimierung der Markt- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens Sicherung der Leistungsfähigkeit des ÖPNV Sicherung der Arbeitsplätze -35- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mit ihrem bedarfsgerechten Angebot sorgt die STOAG für umweltfreundliche Mobilität in Oberhausen. Im Schnitt werden täglich rund 105.000 Bürgerinnen und Bürger sicher, pünktlich und zuverlässig befördert. 2 Rahmenbedingungen Die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) hat sich als schwieriges Gesetzgebungsvorhaben erwiesen. Fast vier Jahre nach Veröffentlichung der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2007 über öffentliche Personenverkehrsdienste auf Schiene und Straße und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1191/69 im EU Amtsblatt gibt es immer noch kein auf diese Verordnung novelliertes PBefG. Mittlerweile ist Bewegung in die Novelle gekommen. Mit der Verabschiedung eines Regierungsentwurfes am 3. August 2011 hat das Bundeskabinett das förmliche Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Inzwischen liegt auch die Stellungnahme des Bundesrates vor, in der zum Teil gravierende Änderungen gefordert werden. Welchen Ausgang das laufende Gesetzgebungsverfahren nehmen wird und welche Konsequenzen sich daraus für die kommunalen Verkehrsunternehmen ergeben werden, kann derzeit nicht prognostiziert werden. Am 01. Januar 2011 ist die Novellierung des Gesetzes über den öffentlichen Personennahverkehr in NordrheinWestfalen (ÖPNVG NRW) in Kraft getreten. Die Überführung der bundesgesetzlichen Ausgleichsleistungen für den Ausbildungsverkehr (§ 45a PBefG) in eine eigenständige landesgesetzliche Ausbildungsverkehr-Pauschale (§ 11a ÖPNVG NRW) stellt eine der wichtigsten Änderungen für die Verkehrsunternehmen dar. Das ÖPNVG NRW sieht vor, rückwirkend zum 1. Januar 2011 den Verteilungsschlüssel der ÖPNV-Pauschale auf die Zahlungsempfänger unter Berücksichtigung der Betriebsleistungen, der Fläche und der Einwohnerzahl neu festzusetzen. Spätestens bis Ende 2012 muss dieser Prozess abgeschlossen sein. 10% der Pauschale werden bis zum Zeitpunkt der Neufestsetzung des Verteilungsschlüssels unter Vorbehalt gewährt. Diese im ÖPNVG vorgesehene Revision soll mögliche Ungerechtigkeiten bei der augenblicklichen Orientierung am Status quo bzw. veränderte Rahmenbedingungen ausgleichen. Da den bisher geleisteten Zahlungen der ÖPNV-Pauschale der Verteilungsschlüssel „im Jahr 2007 gewährte ÖPNV-Fahrzeugförderung und im Jahr 2007 gewährte Aufgabenträgerpauschale“ zugrunde liegt, führt die Neuverteilung der ÖPNV-Pauschale teilweise zu erheblichen Veränderungen. Von Seiten des VRR wurde daher das Gespräch mit dem Land NRW gesucht und für die Möglichkeit einer verbundweiten Verteilung der Mittel geworben. 3 Geschäftsentwicklung und Lage Fahrgäste Die Anzahl der Fahrgäste betrug im Jahr 2011 38,4 Mio. und liegt damit um 1,8% unter dem Vorjahreswert. Hauptursache des Fahrgastverlustes sind die rückläufigen Schülerzahlen in Oberhausen, eine Entwicklung, die sich in den nächsten Jahren fortsetzen wird. Die Schülerinnen und Schüler bilden die größte Abonnentengruppe, ihr Anteil reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,5%. Bei den Auszubildenden, die mit einem YoungTicket mobil sind, ist ein Rückgang von 7,9% zu verzeichnen. Ohne Berücksichtigung des Ausbildungsverkehrs stellt sich die Entwicklung bei den Zeitfahrausweisen und bei den Ticket1000-Abonnenten positiv dar, eine Folge auch der Einführung des kontrollierten Vordereinstiegs. Während dieser im Vorjahr zu einer Steigerung der Einzelfahrausweise geführt hat, haben sich die Kunden inzwischen neu orientiert und sich vielfach für einen Zeitfahrausweis oder ein Abonnement entschieden – eine in punkto Kundenbindung positive Entwicklung. Entwicklung der Fahrgastzahlen: Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Fahrgäste in Mio. 40,2 40,5 40,6 40,2 40,0 39,1 38,4 Veränderung zum Vorjahr in % + + 0,75 0,25 1,0 0,5 2,5 1,8 Entwicklung der Abonnentenzahlen: Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Anzahl 32.331 33.635 33.958 34.531 35.066 34.554 34.588 33.103 Veränderung in % + + + + + 4,0 1,0 1,7 1,5 1,5 0,1 4,4 -36- Stadt Oberhausen Betriebsleistung Beteiligungsbericht 2011 Die Änderungen im Liniennetz im Juni 2011 haben Auswirkungen auf die Gesamtbetriebsleistung der STOAG in Oberhausen und in den benachbarten Stadtgebieten. Mit 9,79 Mio. Nutzwagenkilometern (Nwkm) liegt sie um 1% unter dem Vorjahreswert von 9,89 Mio. Nutzwagenkilometern. Damit ist die Betriebsleistung seit dem Jahr 2002 um 18% verringert worden. Die Leistung der Straßenbahn ist dabei relativ konstant geblieben. Durch Bauarbeiten auf der ÖPNVTrasse und im Mülheimer Stadtgebiet in den Oster- und Sommerferien wurde Straßenbahnersatzverkehr durch Busse gefahren. Zum Fahrplanwechsel im Sommer 2011 hat sich durch die Leistungsreduzierung auch der Bedarf an Gelenkbussen verringert, während sich die Solobusse anteilmäßig erhöht haben. Entwicklung der Betriebsleistung: Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Betriebsleistung in Nwkm 11.338.306 10.681.616 10.622.042 10.669.261 10.065.418 9.892.509 9.786.123 Entwicklung der Betriebsleistung bei Bus und Straßenbahn: Verkehrsmittel Solobus Gelenkbus Straßenbahn Betriebsleistung 2010 in % 55,0 39,7 5,3 Betriebsleistung 2011 in % 58,6 36,1 5,3 Ertragslage Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadtwerke Oberhausen AG verlief im Jahr 2011 erfreulich. Der positive Trend der letzten Jahre konnte somit fortgesetzt werden. Das Betriebsergebnis konnte von -18.427 T EUR in 2010 um 568 T EUR auf -17.859 T EUR für 2011 verbessert werden. Gleichzeitig verringerte sich der Finanzierungsbetrag der Stadt Oberhausen von -7.209 T EUR in 2010 um 1.289 T EUR auf -5.920 T EUR für 2011. Die Gründe dafür waren: Die Verkaufserlöse erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,3% und lagen bei 25,55 Mio. EUR (Vorjahr: 24,97 Mio. EUR). Der Hauptgrund für diese Erhöhung bei leicht rückgängigen Fahrgastzahlen liegt in der Tariferhöhung des VRR zum 1. Januar 2011, bei der die Beförderungsentgelte um durchschnittlich 3,9% angehoben wurden. Die STOAG erzielte im Geschäftsjahr 2011 Umsatzerlöse in Höhe von 25,66 Mio. EUR. Diese lagen um 4,27% über dem Vergleichswert des Vorjahres (24,61 Mio. EUR). Die Abgeltungszahlungen für die unentgeltliche Beförderung von Schülern und Studenten, die sog. AusbildungsverkehrPauschale gemäß § 11a ÖPNVG NRW (vormals § 45 a PBefG), erhöhten sich gegenüber 2010 leicht und betrugen im Jahr 2011 0,915 Mio. EUR (Vorjahr: 0,850 Mio. EUR). Im Jahr 2010 fand die alle zwei Jahre durchgeführte Schwerbehindertenzählung statt. Die Zählung ergab einen Quotienten von 6,41%, der auch für 2011 anzuwenden ist. Zur Berechnung des Anspruchs ist dieser Wert um den „Mindestselbstbehalt" von 1,25% zu kürzen. Der so ermittelte Anspruch von 5,16% liegt geringfügig unter dem der Vorjahre 2008/2009 (5,65%). Die Ausgleichszahlungen für den Einnahmeausgleich im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr wurden in einer Zählung im Jahr 2010 ermittelt. Das Zählergebnis wird für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 berücksichtigt. Eine endgültige Auswertung der Zählung wird voraussichtlich erst Mitte 2012 vorliegen. Vorläufige Auswertungen zeigen einen höheren Einnahmenanspruch der DB AG gegen die kommunalen Verkehrsunternehmen. Es ist davon auszugehen, dass die geleisteten Abschlagszahlungen für den Übersteigerausgleich nicht ausreichen werden. Entsprechend einer vorläufigen Prognose des VRR wurde eine Rückstellung in Höhe von 0,8 Mio. EUR für das Wirtschaftsjahr 2011 und eine weitere Rückstellung für das Wirtschaftsjahr 2010 von 0,1 Mio. EUR für mögliche Nachzahlungen für die Jahre 2010 und 2011 gebildet. Durch geringere Einnahmen aus der Vermietung von Werbeflächen und geringere Provisionsvergütungen gingen die sonstigen Umsatzerlöse von 0,46 Mio. EUR im Jahr 2010 auf 0,27 Mio. EUR im Jahr 2011 zurück. Die sonstigen betrieblichen Erträge reduzierten sich von 6,0 Mio. EUR auf 2,9 Mio. EUR. -37- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Im Jahr 2010 wurden die für die Jahre 1990 - 2001 gebildete Rückstellungen auf Basis der Prüfungsanmerkungen des Landesrechnungshofes zur Ermittlung des Einnahmeanspruches für die Schwerbehindertenabgeltungen in Höhe von 2.135 TEUR bis auf einen Betrag in Höhe von 92 TEUR (neue Verbindlichkeit ggb. der Bez.-Regierung) aufgelöst. Der Energie-, Material- und Fremdleistungsaufwand erhöhte sich leicht von 14,9 Mio. EUR auf 15,0 Mio. EUR. Steigerungen im Bereich der Energiestoffe (0,4 Mio. EUR) konnten teilweise durch Einsparungen kompensiert werden. Der Personalaufwand verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 39 TEUR auf 22,5 Mio. EUR. Die Reduzierung beruhte u.a. darauf, dass im Jahr 2010 nach dem Auslaufen der Altersteilzeitregelung keine neuen Verträge mehr abgeschlossen wurden und somit geringere Personalrückstellungen gebildet wurden, sowie durch Personalabgänge, insbesondere im Fahrbetrieb, die durch erhöhte Fremdabgabe kompensiert wurden. Die gezahlten Entgelte verringern sich gegenüber der Planung um 1.357 T EUR auf 16.593 TEUR. Es wurden 8 Stellen, die in den Planentgelten enthalten waren, im Geschäftsjahr nicht wiederbesetzt. Des Weiteren wurden erstmalig die Entgelte der Mitarbeiter, die sich in der Ruhephase der Altersteilzeit befinden, direkt gegen den Personalaufwand gebucht. Die Zahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ohne Vorstand, Auszubildende und geringfügig Beschäftigte reduzierte sich von 445 zu Beginn des Jahres auf 437 am Jahresende. Bei den Abschreibungen ist ein leichter Anstieg von 2,3% von 4,7 Mio. EUR auf 4,8 Mio. EUR zu verzeichnen. Der Minderaufwand von 38,1% bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen auf 4,4 Mio. EUR (Vorjahr 7,2 Mio. EUR) ist fast ausschließlich auf den in 2010 vorgenommenen Abgang der im Rahmen der ÖPNV-Erweiterungsstrecken erfolgten Investitionen zurückzuführen. Das Finanzergebnis verminderte sich um 1,0 Mio. EUR von 13,0 Mio. EUR auf 12,0 Mio. EUR. Dies ist im Wesentlichen in den reduzierten Dividendenbeträgen begründet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit veränderte sich von -5,5 Mio. EUR um 0,4 Mio. EUR auf -5,9 Mio. EUR. Im außerordentlichen Ergebnis 2010 waren die Beträge aus den Bewertungsanpassungen an das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) ausgewiesen. Der Unterschiedsbetrag aus der Neubewertung gemäß BilMoG wurde im Geschäftsjahr 2010 in einer Summe (15/15) zugeführt und belastete das Ergebnis mit 1,7 Mio. EUR, so dass im Geschäftsjahr 2011 kein außerordentliches Ergebnis mehr ausgewiesen wird. Der Steueraufwand lag mit 0,062 Mio. EUR geringfügig über dem Vorjahreswert in Höhe von 0,061 Mio. EUR und beinhaltet hauptsächlich Grundsteuern. Vermögens- und Finanzlage Die Bilanzsumme der STOAG zum 31. Dezember 2011 betrug 125,0 Mio. EUR. Die Veränderung zum Vorjahreswert (126,3 Mio. EUR) resultiert aus der Reduzierung des Sachanlagevermögens um 2,9 Mio. EUR und der Reduzierung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 0,7 Mio. EUR. Dagegen waren die Guthaben bei Kreditinstituten zum Bilanzstichtag gegenüber dem Vorjahr um 2,6 Mio. EUR erhöht. Das Anlagevermögen verringerte sich um 3,1 Mio. EUR auf 102,4 Mio. EUR. Grund hierfür war insbesondere die Reduzierung des Sachanlagevermögens um 2,9 Mio. EUR auf 45,7 Mio. EUR. Neben den Abschreibungen war dies auf die Verkleinerung der Busflotte zurückzuführen. Das Eigenkapital hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Es stellt 47,0% (Vorjahr 46,6%) der Bilanzsumme dar. Im Sonderposten mit Rücklagenanteil sind erhaltene Zuschüsse, z. B. für die Beschaffung von Hybridbussen, enthalten, die noch nicht mit getätigten Investitionen verrechnet werden konnten. Die Rückstellungen belaufen sich auf 16,9 Mio. EUR und sind gegenüber dem Vorjahr (16,5 Mio. EUR) fast gleichbleibend. Der Pensionsrückstellung wurden 0,3 Mio. EUR zugeführt. Sie hat zum 31.12.2011 einen Stand von 4,1 Mio. EUR. Insgesamt belaufen sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen auf 6,2 Mio. Euro. Die Verbindlichkeiten konnten um 1,4 Mio. EUR verringert werden. Dies ist insbesondere auf die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (-4,5 Mio. EUR) zurück zu führen. Die STOAG verfügte auch im Jahr 2011 über eine ausreichende Liquidität, die auf erzielten Verkaufserlösen in Höhe von 25,5 Mio. EUR, auf Erträgen aus Wertpapieren und anderen Beteiligungen in Höhe von 14,6 Mio. EUR, auf dem Erhalt von Zinserträgen von 60 T EUR, der Zahlung der Vorhaltekostenförderung von 239 T EUR sowie auf sonstigen Einnahmen innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge beruhte. Die laufende Finanzierung ist durch die im Verkehrsverbund geschlossene Finanzierungsvereinbarung und die mit dem Aufgabenträger im Bedienungsgebiet erzielten Betrauungsvereinbarungen bis zum Jahr 2019 gewährleistet. -38- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Investitionen und Förderprojekte Die Summe der Investitionen belief sich im Geschäftsjahr 2011 auf 2,7 Mio. EUR. Größte Position mit 2,2 Mio. EUR war die Beschaffung von sieben Solobussen. Damit wurde die kontinuierliche Erneuerung der Fahrzeugflotte fortgesetzt. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge zum Stichtag 31. Dezember 2011 betrug 4,56 Jahre. Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Verlängerung der Linie 105 in die erste Stufe des Infrastrukturbedarfsplans des Landes aufgenommen. Da sich die Rechtsvorschrift zur Standardisierten Bewertung im Jahr 2006 geändert hat, ist eine neue Nutzen/Kostenanalyse auf dieser Grundlage aufzustellen. Diese ist mit dem Land, dem Bund und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr im Rahmen von Abstimmungsgesprächen zu erörtern. Die Förderanträge sind zu überprüfen, kostenmäßig anzupassen und anschließend erneut einzureichen. Hierbei muss eine Aufteilung im Hinblick auf die entsprechenden Programme Bund/Land sowie ÖV/IV erfolgen. Anschließend würde die Maßnahme vom Landesministerium zur Aufnahme in das Bundesprogramm vorgeschlagen. Zur Abwicklung der Maßnahme zwischen den Städten Oberhausen und Essen und der STOAG und der EVAG (Essener Verkehrs AG) wurde seinerzeit eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Gemäß dieser Vereinbarung übernimmt die STOAG zunächst den kommunalen Eigenanteil für die Betriebsanlagen auf Essener Stadtgebiet und den nicht zuwendungsfähigen Kostenanteil. EVAG und Stadt Essen haben sich verpflichtet, den auf sie entfallenden Anteil umgehend nach Rechnungsstellung der STOAG zu erstatten. Da der Planfeststellungsbeschluss abgelaufen ist, muss das Verfahren neu gestartet werden. Inwieweit Sachstände aus dem damaligen Verfahren zu übernehmen sind oder modifiziert werden müssen, ist zu prüfen. Mit der Bezirksregierung wäre zu verhandeln, an welchen Stellen das Verfahren abgekürzt werden kann und welche Beteiligungen zu erfolgen haben. Auf dem Gelände des zentralen Betriebshofes der STOAG wird anfallendes Niederschlagswasser dem öffentlichen Mischwassersystem zugeführt. Zukünftig werden diese Niederschlagswässer von den vorhanden Hallendächern, den befestigten Hofflächen und dem Dach der neuen Verwaltung vom Mischwassersystem abgekoppelt, in einem Regenwasserkanalsystem gesammelt und der Kleinen Emscher zugeleitet. Die Emscher Genossenschaft fördert die Maßnahme im Rahmen ihrer Regenwasserprojekte in der Emscherregion. Mit der Umsetzung der offenen Regenrückhaltung an der Geländewestseite (EW) konzentrieren sich die derzeitigen Planungen auf die Dimensionierung und Ausführung der zentralen Bauwerke und Anlagen des Regenrückhaltebeckens, des Abscheiders, der Drosselung und des Dükers im Bereich der Buschhausener Straße. Die Ablaufplanung sieht den Baubeginn für das Frühjahr 2012 und die Inbetriebnahme für Ende 2012 vor. Die Maßnahme wird mit 80% der zuwendungsfähigen Ausgaben durch die Emschergenossenschaft gefördert. Beim niederflurgerechten Umbau der Bushaltestellen wurde der vierte Bauabschnitt im Jahr 2010 beendet. Der Verwendungsnachweis wurde im Jahr 2011 erstellt. Für den fünften Bauabschnitt, der 42 Haltestellen umfasst, wurden Fördermittel bewilligt. Der Baubeginn war im Jahr 2011, der geplante Investitionsbedarf betrug 1.330 TEUR. Durch zeitliche und organisatorische Verschiebungen wurden die Bauabschnitte gesplittet, sodass für 2012 die Fortführung des fünften Bauabschnitts vorgesehen ist. Der sechste Bauabschnitt, bei dem 32 Haltestellen umgebaut werden, ist für die Jahre 2014 und 2015 geplant. Für die darauffolgenden Jahre 2016 und 2017 ist ein 7. Bauabschnitt mit 27 Haltestellen in Planung. 4 Risikobericht Zur Sicherung der Unternehmensziele, des künftigen Erfolgs des Unternehmens sowie zur Senkung der Risikokosten führt die STOAG jährlich eine Risikoinventur durch. Damit Risiken frühzeitig erkannt und rechtzeitig angemessene Gegensteuerungsmaßnahmen ergriffen werden können, ist bei der STOAG ein Risikomanagementsystem gemäß § 91 Abs. 2 AktG implementiert. Alle erfassten Risiken werden durch Risikopaten hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung eingestuft. Die Risiken werden dabei nicht nur auf die damit verbundenen Kosten, Erlöseinbußen, Margenverluste oder Betriebsunterbrechungen untersucht, sondern analysiert wird auch der Einfluss auf Ressourcen, wie z. B. Personenschäden oder Imageverlust. In der Risikoinventur 2011 wurden 11 Risiken erfasst, davon zwei potenzielle Risiken mit eingeschränkter Risikorelevanz. Die Risiken im IT-Bereich betreffen den Datenverlust und die IT-Sicherheit: Sowohl durch äußere Einflüsse wie Brandoder Wasserschäden oder Diebstahl als auch durch innere Einflüsse wie Manipulation oder Sabotage können Datenverluste auftreten oder die Hardware des Serverraums zerstört werden. Zur Reduzierung der beiden Risiken wurde 2011 ein externer IT-Sicherheitsbeauftragter ernannt, der ein umfassendes IT-Sicherheitskonzept erstellt. Durch den Eintritt des Risikos müssen DV-Anlagen neu beschafft und eingerichtet werden. Die Ausfallzeit wird maximal mit einer Woche abgeschätzt. Die anfallenden Kosten werden durch den Versicherungsschutz abgedeckt. -39- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Das Risiko „Ertragssteuerliche Organschaft“ bestand in der Nichtanerkennung der FSO GmbH & Co. KG als Nachfolgelösung der Mehrmütterorganschaft mit der Folge, dass Körperschaftssteuer zzgl. Solidaritätszuschlag für die Ergebnisse der Energieversorgung Oberhausen AG hätte gezahlt werden müssen. Nach erfolgreicher Prüfung und Anerkennung der Organschaft durch das Finanzamt liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit bei unmöglich. Das Risiko wird deshalb in der nächsten Risikoinventur nicht mehr erfasst. Das Risiko „Verlust von Konzessionen“ besteht weiterhin, im Jahr 2012 laufen die Konzessionen für den Gelegenheitsverkehr sowie für die Linien 976 und 958 aus. Aufgrund der Liniennetzumstellung im Jahr 2011 wurden neue Konzessionen beantragt und für acht Jahre genehmigt. Änderungen bestehender Linien hatten keine Auswirkung auf die Laufzeit der Konzessionen – sie wurden gemäß ihrer Laufzeit neu erteilt. Der Antrag auf Wiedererteilung der Konzession wird auf Basis der Übergangsfristen, die die Verordnung (EG) Nr. 1370/2007 gewährt, gestellt. Hierbei kommt §42 des zurzeit noch gültigen Personenbeförderungsgesetzes zur Anwendung. Grundlage hierfür ist der Betrauungsbeschluss der Stadt Oberhausen für die Erbringung der gemeinwirtschaftlichen Leistungen durch die STOAG. Das Risiko ist momentan als gering einzustufen. Zum Stichtag 24. November 2011 hatten rund 180 Fahrerinnen und Fahrer noch nicht mit der Schulung zur Weiterbildung nach Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz begonnen. Das Risiko „Fahrerlaubnis von Busfahrern" besteht darin, dass Fahrerinnen und Fahrer am 10. September 2013 nicht die für die gewerbliche Personenbeförderung notwendige Qualifikation (als Schlüsselkennzahl im Führerschein) nachweisen können und daher nicht im Fahrdienst eingesetzt werden dürfen. Ein neu implementiertes Kontrollsystem sowie die Ausweitung des Schulungsangebotes werden das Risiko minimieren. Der Schlussverwendungsnachweis (SVN) für die Strecke II wurde bereits im Jahr 2007 eingereicht. Mit eingeflossen waren die von Stadt/STOAG akzeptierten (und mit der Bezirksregierung abgestimmten) Abzüge hinsichtlich der Prüfbemerkungen des Landes-rechnungshofes (LRH). Der LRH akzeptiert allerdings nicht die mit der Bezirksregierung abgestimmten prozentualen Abzüge (10%-20%). Der LRH drängt auf Einhaltung des Erlasses des Finanzministeriums und interpretiert daraus einen 100%-igen Abzug in den entsprechenden Leistungsteilen. Eine Vorgehensweise, die - so auch unser juristischer Beistand - sehr strittig ist. Die finanziellen Auswirkungen der Prüfbemerkungen des LRH auf den SVN werden von der Bezirksregierung derzeit zusammengestellt. Würde die Bezirksregierung tatsächlich in Gänze der Argumentation des LRH folgen, würden sich die Gesamtzuwendungen statt der erwarteten und seinerzeit mit der Bezirksregierung abgestimmten 9,8 Mio. EUR auf 7,9 Mio. EUR reduzieren. Die fehlenden 2 Mio. EUR Abzug beträfen Stadt und STOAG je zu ca. 50% und würden die Anschaffungskosten für diese Maßnahme nachträglich erhöhen und zu einem erhöhten Abschreibungsaufwand führen. Die sich daraus resultierende geringere Liquidität muss dann mit geeigneten Maßnahmen des Liquiditätsmanagement kompensiert werden. Inwieweit die Bezirksregierung den zwischen der STOAG und der Bezirksregierung abgestimmten SVN abändert, um den Empfehlungen des LRH zu folgen, lässt dich derzeitig nicht bestimmen. Es wurde kein Risiko als existenzbedrohend eingestuft. 5 Ausblick und Prognose Tariftreue- und Vergabegesetz (TVgG-NRW) Mit Datum vom 26.01.2012 wurde im Gesetz- und Verordnungsblatt NRW das Gesetz über die Sicherung von Tariftreue und Sozialstandards sowie fairen Wettbewerb bei der Vergabe öffentlicher Aufträge (Tariftreue- und Vergabegesetz – TVvG – NRW) verkündet. Das Gesetz tritt zum 01.05.2012 in Kraft. Das Gesetz gilt auch für Aufträge im Personennahverkehr im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1370/2007. Mit dem neuen Gesetz legt die Landesregierung Mindeststandards für öffentliche Aufträge fest, die einen fairen Wettbewerb bei der Vergabe von Dienstleistungen zum Ziel haben und Sozialverträglichkeit, Umweltschutz, Energieeffizienz sowie Qualität und Innovation sichern sollen. Zukünftig sollen bei der Leistungsbeschreibung eines Auftrags und bei Eignungs- und Zuschlagskriterien verstärkt ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt werden. Auftragnehmer müssen dann Verpflichtungserklärungen, etwa zur Frauenförderung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Einhaltung arbeitsrechtlicher Mindeststandards (ILO-Kernarbeitsnormen) abgeben. Darüber hinaus verlangt das Gesetz von den öffentlich-rechtlichen Auftraggebern eine umweltfreundliche und energieeffiziente Beschaffung. Das Gesetz hat weitreichende Auswirkungen auf öffentliche Auftraggeber und insbesondere auf die kommunalen Verkehrsunternehmen. Verkehrsdienstleistungen dürfen nur noch an Unternehmer bzw. Subunternehmer vergeben werden, die sich verpflichten, einen vom Arbeitsministerium für repräsentativ erklärten Tarifvertrag anzuwenden. Diese Regelung gilt sowohl im Linienverkehr als auch im freigestellten Schülerverkehr. Nicht geklärt ist die Frage, welcher Tarifvertrag als repräsentativ anzusehen ist. Würde der zurzeit für öffentliche Unternehmen geltende Tarifvertrag (TV-N NW) für allein anwendbar erklärt werden, kämen hohe Zusatzkosten auf die im ÖPNV tätigen Unternehmen zu. Ob für diese Kosten eine Gegenfinanzierung zur Verfügung steht, ist angesichts der Haushaltssituation in den Kommunen fraglich. -40- Stadt Oberhausen Stärkungspakt Stadtfinanzen Beteiligungsbericht 2011 Die Landesregierung hat zur Sanierung der kommunalen Haushalte neben der Änderung der Gemeindeordnung einen so genannten Stärkungspakt Stadtfinanzen beschlossen, mit dem sie den notleidenden Kommunen in einer ersten Stufe jährlich 350 Mio. Euro als Konsolidierungshilfe zur Verfügung stellt. Im Gegenzug sind die Kommunen zu einem klaren Sparkurs verpflichtet und müssen ihren Haushalt innerhalb von fünf Jahren ausgeglichen haben. Die Stadt Oberhausen erhält von 2011 bis 2015 jährlich 65,5 Mio. Euro als Konsolidierungshilfe. Dafür muss bis zum 30. Juni 2012 ein Haushaltssanierungsplan aufgestellt sein und der Bezirksregierung zur Genehmigung vorliegen, der sowohl spätestens nach fünf Jahren den Haushaltsausgleich mit Konsolidierungshilfe nachweist als auch den Ausgleich aus eigener Kraft nach zehn Jahren. Für die Stadt Oberhausen mit einem jährlichen Defizit von rund 150 Mio. Euro bedeutet dies, dass bis zum Jahr 2015 eine jährliche Einsparung zwischen 30 und 40 Mio. Euro zusätzlich zu den Steuererhöhungen erbracht werden muss, um eine Genehmigung des Haushaltssanierungsplans herbeiführen zu können. Darüber hinaus müssen weitere Einsparungen erfolgen, die den Haushalt bis zum Jahr 2021 ausgleichen. Stadt und Beteiligungsgesellschaften können nur in einem gemeinsamen Prozess die prekäre Haushaltssituation überwinden. Angebot Der von der Stadt Oberhausen erwartete Beitrag der STOAG zu den Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen wird weitere Leistungsanpassungen unumgänglich machen. Das Verkehrsangebot der STOAG wurde bereits in mehreren Schritten reduziert und liegt im Jahr 2012 um knapp 18% unter dem Niveau des Jahres 2002. Die STOAG wird das Angebot auf Grundlage der Auslastung der Fahrzeuge zu verschiedenen Tageszeiten und der sich ändernden Bevölkerungsstrukturen und Mobilitätsbedürfnisse überprüfen. Ist in der Hauptverkehrszeit das Einsparpotential bereits weitestgehend ausgeschöpft, sodass hier nur geringfügige Optimierungen möglich sind, gibt es in den Nebenverkehrszeiten, also frühmorgens und abends, sowie im Nachtverkehr Optionen für strukturelle Anpassungen. Konnten die Änderungen im Verkehrsangebot in den vergangenen Jahren ohne negative Auswirkung auf die Nachfrageintensität vorgenommen werden, ist bei weitergehenden Umstrukturierungen des Angebots ein Rückgang der Nachfrage nicht auszuschließen. Im Nahverkehrsplan der Stadt, der im September 2011 fortgeschrieben wurde, sind die geplanten Straßenbahnerweiterungsprojekte Strecke Ia (Verlängerung der Mülheimer Straßenbahnlinie 102 über die Mellinghofer Straße und die Danziger Straße bis zur Trasse der Straßenbahnlinie 112) und Strecke VI (Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 zwischen Essen und Oberhausen) trotz Wegfall des Planungsrechts weiter enthalten. Beide Strecken wurden nicht in das Förderprogramm nach dem Gesetz über Finanzhilfen des Bundes zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse der Gemeinden aufgenommen, so dass eine Realisierung nicht vor dem Jahr 2015 möglich schien. Die Planfeststellungsbeschlüsse für die beiden Straßenbahnerweiterungen sind inzwischen abgelaufen. Im Oktober 2011 hat das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen die Schienenverbindung der Straßenbahnlinie 105 zwischen Essen-Frintrop und Oberhausen Neue Mitte in die erste Stufe des Infrastrukturbedarfsplans des Landes aufgenommen. Damit kann das Projekt für das Förderprogramm des Bundes angemeldet werden. Zur Realisierung der Strecke muss der Antrag auf Planfeststellung bei der Bezirksregierung neu eingereicht werden. Die Sachstände aus dem damaligen Verfahren sind zu überprüfen und ggf. zu modifizieren. Die Veränderung der Fahrgastnachfrage durch Einführung der Linie 105 anhand aktueller Strukturdaten wird berechnet und anschließend betriebswirtschaftlich bewertet. Zur Weiterentwicklung des Projektes müssen die Planungen aktualisiert werden und gemäß des standardisierten Bewertungsverfahrens der volkswirtschaftliche Nutzen dargestellt werden, um einen Fördertatbestand herzustellen. Die Realisierung des Projektes sowie die finanziellen Auswirkungen lassen sich derzeit nicht prognostizieren. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Der Wirtschaftsplan für den Zeitraum von 2012 bis 2016 weist für das Jahr 2012 nach derzeitiger Planung bei weiter leicht steigenden Umsatzerlösen gegenüber dem Jahresergebnis 2011 einen höheren Verlust aus. Die mittelfristige Planung weist für 2012 einen verbleibenden Finanzierungsbetrag i.H.v. 11.780 T EUR aus. Für den Zeitraum von 2013 bis 2016 werden verbleibende Finanzierungsbeträge von ca. 12,0 Mio. EUR erwartet. Gründe hierfür sind neben geringeren Beteiligungserträgen auch die Reduzierung der Abgeltungsleistungen für die Beförderung von Schülern und Schwerbehinderten. Die STOAG erwartet eine Erhöhung der Ausgleichsleistungen an die Deutsche Bahn AG und die Busverkehr Rheinland GmbH. In den nächsten Jahren ist mit höheren Aufwendungen für die Instandsetzung der Infrastruktur der ÖPNV-Trasse zu rechnen. Die STOAG geht für die Jahre 2012 und 2013 von einer stabilen Entwicklung der Verkaufserlöse aus. Auch wenn eine verlässliche Aussage über die Entwicklung des SozialTickets noch nicht möglich ist, ist jedoch absehbar, dass Mindereinnahmen durch das SozialTicket nicht zu erwarten sind. Durch die verhaltene Inanspruchnahme dieses Tickets werden die vom Land Nordrhein-Westfalen bereitgestellten Mittel voraussichtlich ausreichen, um im Jahr 2012 die Defizite bei dem Verkauf des SozialTickets zu kompensieren. Inwieweit durch die Einführung des SozialTickets neue Kunden generiert werden konnten, lässt sich anhand der vorliegenden Zahlen noch nicht erkennen. Die rückläufigen Einwohner-, Schüler- und Beschäftigtenzahlen in Oberhausen werden sich auf die Fahrgastzahlen auswirken. Ausgehend vom Bevölkerungsstand am 01.Januar 2010 von 213.203 Personen wird bis zum Jahr 2025 ein Bevölkerungsverlust zwischen 6,9% und 9,5% eintreten. Im Jahr 2015 wird die Einwohnerzahl bei 206.200 Personen liegen. Die Bevölkerungsmarke von 200.000 wird - je nach Prognose - zwischen 2020 und 2023 unterschritten sein. Am stärksten betroffen vom Bevölkerungsrückgang ist die Altersgruppe Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (zwischen -41- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 14,1% bzw. 16,3% bis 2025). Weitere Einschnitte im Leistungsangebot werden Änderungen der Fahrgastzahlen und damit der Verkaufserlöse nach sich ziehen. Die Erträge aus Beteiligungen und anderen Wertpapieren werden in den kommenden Jahren leicht zurückgehen und im Jahr 2012 voraussichtlich 12.570 TEUR betragen. Die Pensionsverpflichtungen entwickeln sich langfristig gesehen rückläufig. Nach einer Änderung der Altersversorgung bei der STOAG bestehen in Zukunft keine neuen Ansprüche auf Betriebsrenten. Der Anstieg der Rohstoffpreise im Energiebereich wird auch zukünftig zu Mehrbelastungen für die STOAG führen. Als energieintensive Unternehmen, für die im Rahmen des Steuerrechtes nur unzureichende Ausnahmeregelungen vom Gesetzgeber zugelassen wurden, sind hier alle Nahverkehrsunternehmen gleichermaßen betroffen. Die zu erwartenden Kürzungen öffentlicher Mittel für den ÖPNV bleiben ein Risiko bei der künftigen Entwicklung. So führen Änderungen in den Rahmenbedingungen des ÖPNV-Gesetzes langfristig dazu, dass sich die Ausgleichsbeträge für die Schülerbeförderung reduzieren. 6 Chancen Durch die Betrauung der Stadtwerke Oberhausen AG mit der Erbringung von gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen bis zum Dezember 2019 besteht für die STOAG Planungssicherheit. Dies bietet die Möglichkeit, das ÖPNV-Angebot in Oberhausen langfristig zu gestalten und Visionen zu entwickeln. Hierbei spielen der Wertewandel bei der jüngeren Generation, beispielsweise der deutlich geringer ausgeprägte Wunsch nach einem eigenen Pkw, und das steigende Umweltbewusstsein genauso eine Rolle wie der Trend zur Kombination und flexiblen, bedarfsgerechten Nutzung verschiedener Verkehrsmittel. Die stärkere Vernetzung der Verkehrsmittel - Stichwort intermodaler Verkehr – und der Ausbau von Leihmobilitätsangeboten bieten die Möglichkeit, neue Zielgruppen anzusprechen und als Verkehrsunternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben. Wenn es zum einen gelingt, flexible Schnittstellen zu schaffen mit der Möglichkeit, alle Daten der verschiedenen Verkehrsträger abzurufen, und zum anderen einfache und einheitliche Zugangssysteme zu eröffnen, können neue Kunden akquiriert werden. Erste Ansätze und Pilotprojekte dazu gibt es bereits im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und auch in Oberhausen. Die bei der STOAG für den Sommer 2012 geplante Einführung der Echtzeitfahrgastinformation nicht nur wie bisher schon an Haltestellen, sondern auch über die Elektronische Fahrplanauskunft und die Smartphone-Apps des VRR ist ein zukunftsweisender Schritt in diese Richtung. 7 Abhängigkeitsbericht Die STOAG ist nach herrschender Meinung gegenüber seiner Alleinaktionärin, der Stadt Oberhausen, abhängiges Unternehmen im aktienrechtlichen Sinne. Da kein Beherrschungsvertrag besteht, ist die STOAG nach § 312 AktG zur Aufstellung eines Abhängigkeitsberichtes verpflichtet. Alle Rechtsgeschäfte und Maßnahmen, die die STOAG mit der Stadt Oberhausen und den Unternehmen, die im Verhältnis zu ihr als verbundenes Unternehmen anzusehen sind, getroffen oder unterlassen hat, sind seitens des Vorstands im Abhängigkeitsbericht aufgeführt. Der Vorstand hat erklärt, dass die STOAG nach den Umständen, die ihm zum Zeitpunkt bekannt waren, an dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, jeweils eine angemessene Gegenleistung erhalten hat. Andere Maßnahmen im Sinne von § 312 Abs. 1 AktG wurden im Geschäftsjahr 2011 nicht getroffen oder unterlassen. Der Abhängigkeitsbericht ist vom Abschlussprüfer geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. 8 Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach dem Schluss des Geschäftsjahres eingetreten sind, liegen nicht vor. Oberhausen, den 15. Februar 2012 Stadtwerke Oberhausen Aktiengesellschaft Peter Klunk, Vorstand Werner Overkamp, Vorstand -42- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -43- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WBO W irtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Buschhausener Straße 149 46049 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: REMONDIS Kommunale Dienste West GmbH STOAG Stadtwerke Oberhausen AG Gegenstand des Unternehmens: 1. Gegenstand des Unternehmens sind insbesondere Dienstleistungen für die Stadt Oberhausen 1.1 in den gebührenrelevanten Bereichen - Entwässerung - Müllabfuhr - Straßenreinigung 1.2 in den nichtgebührenrelevanten Bereichen - Fließgewässer - Straßenunterhaltung - Kfz-Werkstattbetrieb - Aufgaben im Rahmen des DSD - Abfallwirtschaft - Unterhaltung von Verkehrsflächen und Signalanlagen 2. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Rechtsgeschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftszweck auch mittelbar gefördert werden kann. 3. Die Gesellschaft ist berechtigt, zur Förderung ihres Unternehmenszwecks Beteiligungen gleicher oder ähnlicher Art zu erwerben oder Tochtergesellschaften zu gründen. Wichtige Verträge Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Dienstleistungsvertrag vom 15.01.2008 Leistungsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen und der WBO GmbH vom 12.01.1996 Personalgestellungsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen und der WBO GmbH vom 07.12.1995 Überleitungstarifvertrag zwischen der Stadt Oberhausen, der WBO GmbH und der ÖTV (nunmehr ver.di) vom 07.12.1995 Überleitungsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen und der WBO GmbH vom 07.12.1995 Vereinbarung Geobasisdaten vom 03.03.2006 Vereinbarung zu Abnahme, Transport und Entsorgung von Laub vom 01.07.2007 - 31.12.2010 -44- 0208 / 8587-30 0208 / 8578-404 info@wbo-online.de http://www.wbo-online.de/ GmbH 1.250,00 T€ 612,50 637,50 % 49,00 51,00 Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Vereinbarung zu Abnahme, Transport und Entsorgung von Straßenlaub vom 01.07.2007 - 31.12.2010 Vertrag über die Abrechnung von Ingenieurleistungen Kanalbau vom 22.01.1998 Vertrag über die Abrechnung von Ingenieurleistungen Straßenbau vom 26.01.2001 Vertrag über die Regelung der Grundsätze der Alttextilerfassung in Oberhausen vom 08.03.2000; Nachtrag vom 19.11.2004 Vertrag über die Reinigung der Bundesautobahn-Anschlussstellen im Stadtgebiet Oberhausen vom 20.08.2008 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführerin Woidtke, Karsten Guthoff, Maria Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Wehling, Klaus Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Hanning, Guido Emmerich, Karl-Heinz stellv. Vorsitzender (AN) Crämer, Wolfgang Mitglied gem. § 113 GO Motschull, Frank Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Bankamp, Andreas Broß, Klaus Dieter Grefermann, Jürgen Hols, Werner Nagels, Hans-Jürgen Ruschewey, Roland Steinberg, Wolfgang Telli, Ercan Wernsmann, Philipp Pléw, Peter Schucker, Rainer Croonenbroeck, Andreas Greven, Henrike Horatz, Stefan Langenbusch, Jürgen di Lorenzi, Ursula Schüll, Michael Prokura: Prokurist van Gemmeren, Heinz c) Beteiligungen unmittelbar Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO T€ 12,50 % 4,02 -45- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 57,4 42,6 2011 % 59,3 40,6 0,2 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 16.363,08 12.121,69 T€ 15.523,35 10.626,20 48,25 T€ 14.439,65 14.959,81 Veränderungen % T€ 49,1 50,9 -1.083,70 4.333,61 % -6,98 40,78 -48,25 -100,00 Bilanzsumme 28.484,77 100,00 26.197,80 100,00 29.399,46 100,00 3.201,66 12,22 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 5.835,95 3.332,67 19.316,15 % 20,5 11,7 67,8 T€ 4.471,27 4.324,38 17.402,15 % 17,1 16,5 66,4 T€ 5.732,29 4.143,77 19.523,40 % 19,5 14,1 66,4 T€ 1.261,02 -180,61 2.121,25 % 28,20 -4,18 12,19 Bilanzsumme 28.484,77 100,00 26.197,80 100,00 29.399,46 100,00 3.201,66 12,22 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 41.746,75 470,47 0,00 480,65 14.811,97 18.655,16 1.839,21 1.784,79 267,53 2011 T€ 40.901,56 3.725,98 0,00 525,76 16.997,71 18.396,32 1.802,85 1.596,51 142,97 50,00 39.798,12 773,21 0,00 554,73 13.187,56 17.523,93 1.825,02 1.762,34 22,02 530,73 6.318,49 578,87 5.295,39 87,11 87,11 399,17 6.053,70 0,00 0,00 1.828,29 74,39 4.151,02 2.891,45 7.042,47 1.952,68 73,45 4.292,36 3.734,47 8.026,83 2.428,57 69,32 2.884,61 4.296,83 7.181,45 -46- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 57,07 20,49 79,51 10,79 -195,92 6.117,38 112,98 42,61 31.12.2010 6,91 -106,44 4.723,82 116,03 43,69 31.12.2011 10,15 -316,83 6.003,87 120,09 40,74 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2010 58,96 17,07 82,93 31.12.2011 48,66 19,50 80,50 Angaben in % % % e) Lagebericht 1. Darstellung des Geschäftsverlaufs der Gesellschaft Das Geschäftsjahr 2011 schließt mit einer Gesamtleistung von TEUR 45.153 ab. Die nachstehende Tabelle bietet einen Überblick über die Entwicklung der zur Gesamtleistung beitragenden Positionen sowie einen Vergleich zum Vorjahr: 2011 TEUR Umsatzerlöse Bestandsveränderungen Sonstige betriebliche Erträge Gesamtleistung 40.901 3.726 526 45.153 2010 TEUR 41.747 470 481 42.698 Veränderung TEUR -846 3.256 45 2.455 Das Umsatzvolumen vermindert sich gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 2,0 %, was jedoch maßgeblich auf den Anteil der schlussgerechneten Kanalbaumaßnahmen mit einem Mindererlös von TEUR 1.101 bzw. 18,2 % zurückzuführen ist. Bereinigt um das Kanalbauprogramm wäre eine Erhöhung der Umsatzerlöse um 0,7 % zu verzeichnen gewesen. Der Bestand der nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen im Kanalbauprogramm erhöht sich hingegen um TEUR 3.713. Saldiert mit den Bestandsverminderungen für den Bebauungsplan „Zur Koppenburgs Mühle“ sowie für sonstige Maßnahmen des Betriebes Kanäle und Straßen ergibt sich in Summe eine Bestandserhöhung in Höhe von TEUR 3.726 für die WBO. In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind neben Anlagenabgängen in Höhe TEUR 182 insbesondere Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von TEUR 132 und eine Erschließungskostenbeteiligung der Stadt Oberhausen in Höhe von TEUR 95 für das Bebauungsgebiet „Zur Koppenburgs Mühle“ enthalten. In der folgenden Tabelle sind die reinen Umsatzerlöse der WBO dargestellt: 2011 TEUR 26.706 3.151 4.958 6.086 40.901 2010 TEUR 26.139 3.292 6.059 6.257 41.747 Veränderung TEUR % 567 2,17 -141 -4,28 -1.101 -18,17 -171 -2,73 -846 -2,03 Leistungsvertrag Stadt OB andere Umsätze Stadt OB / städt. Beteiligungen Sonderbauprogramme Stadt OB sonstige Umsätze Summe Im Leistungsvertrag ist ein Anstieg von rund 1,8 % auf die Erhöhung der Preisindizes zurückzuführen. -47- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die anderen Umsätze mit der Stadt Oberhausen und städtischen Beteiligungsgesellschaften sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,3 % gesunken. Die Veränderung ist überwiegend auf eine Reduzierung der Schlussrechnungen 2010 und 2011 für Ingenieurleistungen im Bereich der Straßenunterhaltung zurückzuführen. Die Erlöse aus Sonderbauprogrammen im Berichtsjahr sind im Verhältnis zum Vorjahr um 18,2 % gesunken. Unter Einbeziehung der zugehörigen Bestandserhöhungen ergibt sich jedoch eine Leistungssteigerung von TEUR 6.587 auf TEUR 8.671, was einer Erhöhung der Gesamtleistung zum Vorjahr von 31,6 % entspricht. Die sonstigen Umsätze sind gegenüber dem Vorjahr um 2,7 % gesunken, was maßgeblich auf die in 2010 stattgefundenen Grundstücksverkäufe „Zur Koppenburgs Mühle“ in Höhe von TEUR 236 zurückzuführen ist. 2011 TEUR Immaterielle Vermögensgegenstände Grundstücke und Bauten Andere Anlagen, BGA Anlagen im Bau Finanzanlagen Summe 100 98 1.523 0 50 1.771 2010 TEUR 11 0 757 182 50 1.000 Veränderung TEUR % 89 809,09 98 766 101,19 -182 0,00 0 0,00 771 77,10 Die Investitionstätigkeit (TEUR 1.771) hat sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 77,1 % erhöht. Aus den Zugängen wurden im Berichtsjahr Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen im Wert von TEUR 1.037 im Rahmen eines sale-and-leaseback-Verfahrens veräußert. 2. Darstellung der Lage der Gesellschaft Trotz leicht gesunkener Umsätze hat sich der Jahresüberschuss der WBO GmbH gegenüber dem Vorjahr um TEUR 1.266 auf TEUR 4.151 erhöht. Ursächlich für diesen Effekt sind im Wesentlichen die Sondereffekte, mit denen das Vorjahresergebnis belastet wurde (Neubildungen/Bewertungsänderungen der Altersteilzeit-Rückstellungen in Höhe von TEUR 689 sowie Steuer-Rückstellungen für die Jahre 2004 bis 2007 in Höhe von TEUR 590). Die Kennzahlen des Unternehmens stellen sich wie folgt dar: 2011 Umsatzrentabilität* Gesamtkapitalrentabilität** Eigenkapitalrentabilität*** * ** *** 10,1% 15,5% 262,7% 2010 6,9% 13,2% 182,6% Gewinn x 100 / Umsatz (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) x 100 / Bilanzsumme [Gesamtkapital] Gewinn x 100 / gezeichnetes Kapital + Rücklage zum Vorjahr gestiegenen Jahresüberschusses verbessern sich sämtliche Aufgrund des im Vergleich Rentabilitätskennziffern. Die Vermögens- und Finanzlage spiegeln folgende Kennzahlen wider: 2011 Eigenkapital Eigenkapitalquote* Verschuldungsgrad** Anlagendeckungsgrad*** * ** *** Eigenkapital x 100 / Bilanzsumme [Gesamtkapital] Fremdkapital x 100 / Bilanzsumme [Gesamtkapital] Eigenkapital x 100 / Anlagevermögen TEUR 5.732 19,5% 80,5% 39,7% 2010 TEUR 4.471 17,1% 82,9% 28,8% Das Eigenkapital sowie die Eigenkapitalquote erhöhen sich gegenüber 2010, da der Jahresüberschuss im Verhältnis zum Vorjahr gestiegen ist. Der Verschuldungsgrad reduziert sich entsprechend. Der Anlagendeckungsgrad erhöht sich -48- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 zum einen als Folge der höheren Eigenkapitalausstattung und zum anderen durch die buchmäßige Verringerung des Anlagevermögens. Die Innenfinanzierungskraft (Jahresüberschuss + Abschreibungen + Veränderung der langfristigen Rückstellungen) beläuft sich im Berichtsjahr auf einen Betrag von TEUR 6.078. Sie fällt gegenüber dem Vorjahr (TEUR 5.100) um TEUR 978 höher aus. 3. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres 2011 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres 2011 sind nicht eingetreten. 4. Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Die WBO GmbH agiert auf der Grundlage langfristiger Verträge mit der Stadt Oberhausen und ihren Gesellschaften sowie aufgrund von mehrjährigen Verträgen mit Remondis relativ unabhängig von Marktentwicklungen. Die WBO GmbH erhielt den Zuschlag für den Auftrag der Stadt Oberhausen für die Annahme, Transport und Entsorgung von Straßenfalllaub und Kehricht aus der maschinellen Straßenreinigung bis 2015 im Stadtgebiet Oberhausen. Unverändert sind noch Umsatzerlöse aus den Verkäufen der restlichen Baugrundstücke „Zur Koppenburgs Mühle“ zu erwarten. Die WBO GmbH ermittelt regelmäßig ihre Risiken im Rahmen des Risikomanagements, um Risiken und Chancen rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten und der Geschäftsführung die Möglichkeit zur rechtzeitigen Gegensteuerung zu geben. Änderungen rechtlicher Rahmenbedingungen, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der WBO GmbH haben, sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennbar. Die von Land und Stadt beabsichtigten Veränderungen zur Umsetzung der landesrechtlichen Vorgaben (Dichtheitsprüfung von Grundstücksentwässerungsanlagen gemäß § 61a Absatz 1 des Landeswassergesetzes) werden voraussichtlich Nachteile für die künftigen Geschäftserwartungen der WBO GmbH mit sich bringen. Die Stadt Oberhausen hat bereits zur Umsetzung der landesrechtlichen Vorgaben die Entwässerungssatzung zum 12.12.2011 geändert. Bis zum Jahre 2015 werden Zinsaufwendungen für Bestandsdarlehen in Höhe von TEUR 749 die Ergebnisse belasten. Bestandsgefährdende Risiken sind von der Geschäftsführung derzeit nicht zu erkennen. Unser besonderer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gesellschaft im Jahre 2011. Wir vertrauen auch weiterhin auf den Einsatz und die Leistungsbereitschaft der Belegschaft. Oberhausen, den 14. Februar 2012 WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH Maria Guthoff Karsten Woidtke -49- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -50- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -51- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Bahnhofstr. 66 46145 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: evo Energieversorgung Oberhausen AG Stadtsparkasse Oberhausen STOAG Stadtwerke Oberhausen AG Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die wirtschaftliche Entwicklung ausgewählter Gewerbestandorte mit dem Ziel, zur Stärkung und Förderung zukunftsorientierter Wirtschaftsstrukturen geeignete Gewerbeflächen und -objekte marktreif anbieten zu können. Die Gesellschaft wird zu diesem Zweck insbesondere Grundstücke und Gebäude erwerben oder sich das Verfügungsrecht darüber sichern, deren künftige Nutzung selbst oder mit Unterstützung Dritter konzipieren, die wirtschaftlichen, rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen zur Vermarktung und Nutzung schaffen sowie Grundstücke geeigneten Investoren, Eigennutzern, Projektentwicklern oder sonstigen Dritten veräußern oder überlassen. Soweit dies dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit nicht zuwiderläuft, beachtet die Gesellschaft insbesondere bei der Auswahl der Erwerber die wirtschaftsfördernden Ziele. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Rechtsgeschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftszweck auch mittelbar gefördert werden kann. Die Gesellschaft kann sich an anderen Unternehmen beteiligen. 0208/ 835 5301 0208/853983 lichtenheld@eno-gmbh.de GmbH 255,65 T€ 102,26 23,01 130,38 % 40,00 9,00 51,00 Wichtige Verträge OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH Geschäftsbesorgungsvertrag mit der O.VISION Projektgesellschaft mbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Lichtenheld, Frank Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Overkamp, Werner -52- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Aufsichtsrat: Vorsitzender (Mitglied gem. § 113 GO) stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Wehling, Klaus Gieske, Hartmut Albrecht-Mainz, Elia M.d.L. Große Brömer, Wolfgang Homberg, Bernd Merzig, Karlheinz Overkamp, Werner Schranz, Daniel Wilke, Volker c) Beteiligungen unmittelbar OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH T€ 25,00 % 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 0,0 51,4 48,6 2011 % 0,0 41,0 59,0 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 0,00 4.350,42 4.121,01 T€ 0,00 3.234,16 4.650,14 T€ 0,00 3.199,31 4.497,36 Veränderungen % T€ 0,0 41,6 58,4 0,00 -34,85 -152,78 % -1,08 -3,29 Bilanzsumme 8.471,43 100,00 7.884,31 100,00 7.696,67 100,00 -187,64 -2,38 Passiva Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.909,53 6.561,90 % 22,5 77,5 T€ 1.344,47 6.539,84 % 17,1 82,9 T€ 1.199,37 6.497,30 % 15,6 84,4 T€ -145,10 -42,54 % -10,79 -0,65 Bilanzsumme 8.471,43 100,00 7.884,31 100,00 7.696,67 100,00 -187,64 -2,38 -53- Stadt Oberhausen bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust Beteiligungsbericht 2011 2010 T€ 39,50 2011 T€ 319,50 234,87 0,00 0,00 1.150,00 0,00 88,00 1,01 318,05 442,69 259,14 1.161,37 22,88 8,59 1.129,91 1.129,91 183,45 7,42 3,80 1.084,59 523,92 182,79 -520,51 -0,00 8,62 -529,13 -529,13 370,02 391,70 193,07 151,74 -9,67 8,62 152,78 152,78 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,00 0,00 100,00 0,00 100,00 0,00 100,00 481,07 -100,00 1.130,92 6,35 31.12.2010 -1.339,42 -100,00 -529,13 31.12.2011 47,82 -100,00 152,78 1,16 Angaben in % % T€ % 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % % e) Lagebericht Rechtsstreit EAI Der Urkundenprozess ist mit dem Urteil des Oberlandesgerichtes Düsseldorf vom 24.02.2011 rechtskräftig zugunsten der PBO und der O.Vision Projektgesellschaft mbH, Oberhausen, (OVP) entschieden worden. Gemäß dem Urteil haben PBO und OVP sämtliche Kaufpreiserhöhungstatbestände mit einem Gesamtwert von 6,4 Mio. EUR erfüllt. Von den beiden Beklagten hat die Danske Bank auf das Nachverfahren verzichtet. Euro Auctions Immobilien GmbH (EAI), Dormagen, hat mit Schreiben vom 05.09.2011 das Landgericht Duisburg um Durchführung des Nachverfahrens gebeten. Zur Begründung werden lediglich die Aspekte, Argumente und Berechnungen angeführt, mit denen man sich im Urkundenprozess bereits ausführlich auseinandergesetzt hatte. Die PBO hat hierzu im November 2011 eine erste Stellungnahme beim Landgericht Duisburg eingereicht. Durch das rechtskräftige Vorbehaltsurteil im Urkundenprozess hat sich das Prozessrisiko der PBO im Laufe des Jahres 2011 verringert. Auch die durch EAI im Nachverfahren im Rahmen der Widerklage geltend gemachten Gegenansprüche führen zu keiner anderen Einschätzung. -54- Stadt Oberhausen Jahresabschluss 2011 Beteiligungsbericht 2011 Im Geschäftsjahr 2011 haben PBO (einschließlich der zum 01.01.2008 verschmolzenen O.Vision Zukunftspark Oberhausen GmbH, Oberhausen – OVZ) und O.Vision Projektgesellschaft mbH (OVP), Oberhausen, Umsatzerlöse in Höhe von 280 T€ aus Grundstücksverwertungen durch EAI erzielt. Die PBO weist zum Abschluss des Geschäftsjahres 2011 einen Jahresüberschuss von Eigenkapital hat sich hierdurch auf 4.497 T€ reduziert. Einer Überschuldung wurde durch entsprechende Rangrücktritte vorgebeugt. Die Aufwandsseite ist im Wesentlichen von einer Zuführung zu der Einzelwertberichtigung auf Forderungen gegen OVP (280 T€) und Zinsaufwendungen (193 T€) geprägt. Die Erlösseite wird durch Umsatzerlöse aus Grundstücksverwertungen (280 T€) sowie durch Zinserträge (392 T€), insbesondere aus interner Verrechnung mit der OVP bestimmt. Ausblick In 2012 werden Umsatzerlöse von EAI aus Grundstücksverwertungen für die Projekte Skihalle (653 T€) und Lipperfeld (100 T€) erwartet. Die Emschergenossenschaft prüft für das Projekt Läppkes Mühlenbach (Umbau des Gewässers) den Ankauf von Grünflächen der PBO. 153 T€ aus. Das negative Oberhausen, 2. März 2012 Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Frank Lichtenheld -55- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -56- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -57- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Bahnhofstr. 66 46145 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die wirtschaftliche Entwicklung ausgewählter Gewerbestandorte, insbesondere von Grundstücksteilflächen des ehemaligen Stahlwerks Oberhausen mit dem Ziel, zur Stärkung und Förderung zukunftsorientierter Wirtschaftsstrukturen geeignete Gewerbeflächen und -objekte marktreif anbieten zu können. Die Gesellschaft wird zu diesem Zweck insbesondere Grundstücke und Gebäude erwerben oder sich das Verfügungsrecht darüber sichern, deren künftige Nutzung selbst oder mit Unterstützung Dritter konzipieren, die wirtschaftlichen, rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen zur Vermarktung und Nutzung schaffen sowie Grundstücke geeigneten Investoren, Eigennutzern, Projektentwicklern oder sonstigen Dritten veräußern oder überlassen. Soweit dies dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit nicht zuwiderläuft, beachtet die Gesellschaft insbesondere bei der Auswahl der Erwerber die wirtschaftsfördernden Ziele. Die Gesellschaft ist nicht auf Gewinnerzielung ausgerichtet. 0208/ 825 2010 0208/ 825 5222 GmbH 25,00 T€ 25,00 % 100,00 Wichtige Verträge PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Stadt Oberhausen Geschäftsbesorgungsvertrag mit der O.VISION Projektgesellschaft mbH Erklärung einer Mittelverwendungsbürgschaft der Stadt über 18.491 TDM vom 17.11.1999 zur Sicherung des Investitionszuschusses des Landes an die O.Vision Projektgesellschaft mbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Klunk, Peter Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Overkamp, Werner -58- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 0,0 16,7 83,3 1.894,41 8.907,24 17,5 82,5 1.760,44 9.263,53 16,0 84,0 2011 % T€ Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 0,03 1.734,27 8.658,47 T€ Veränderungen % T€ 0,00 -133,97 356,29 % -7,07 4,00 Bilanzsumme 10.392,76 100,00 10.801,65 100,00 11.023,97 100,00 222,32 2,06 Passiva Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.006,30 9.386,46 % 9,7 90,3 T€ 1.006,60 9.795,05 % 9,3 90,7 T€ 1.006,60 10.017,37 % 9,1 90,9 T€ 0,00 222,32 % 0,00 2,27 Bilanzsumme 10.392,76 100,00 10.801,65 100,00 11.023,97 100,00 222,32 2,06 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 8,82 2011 T€ 8,69 0,00 6,81 0,06 56,87 49,20 431,24 -432,16 0,00 4,63 -436,79 -436,79 0,03 57,78 172,04 385,56 -262,50 -18,35 4,63 -248,78 -248,78 4,63 -356,29 -356,29 57,26 82,47 385,56 -351,66 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: #DIV/0 -100,00 -436,73 31.12.2010 -2.820,64 -100,00 -248,75 31.12.2011 -4.101,64 -100,00 -356,29 Angaben in % % T€ % -59- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,00 0,00 100,00 31.12.2010 0,00 0,00 100,00 31.12.2011 0,00 0,00 100,00 Angaben in % % % e) Lagebericht Nachdem in 2006 der Verkauf der gewerblich nutzbaren Flächen an die Euro Auctions Immobilien GmbH (EAI) erfolgt ist, hat die Gesellschaft seit dem Geschäftsjahr 2007 keine eigene Geschäftstätigkeit mehr entwickelt. Die weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit der Abwicklung des mit EAI geschlossenen Kaufvertrages wurden vereinbarungsgemäß in den Geschäftsjahren ab 2007 ausschließlich von der Gesellschafterin PBO übernommen. Umsatzerlöse aus dem Vertrag mit EAI konnten im Geschäftsjahr 2011 nicht erzielt werden. Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 356 T€ resultiert in erster Linie aus den Zinsbelastungen im Zusammenhang mit den Gesellschafterdarlehen. Zur Sicherstellung der Liquidität der Gesellschaft hat die PBO auch im Geschäftsjahr 2011 Gesellschafterdarlehen zur Verfügung gestellt. Zum 31. Dezember 2011 bestehen Rangrücktritte der Gesellschafterin PBO im Zusammenhang mit ihren Forderungen in Höhe von 10 Mio. €. Eine Überschuldung der OVP im insolvenzrechtlichen Sinne ist damit zum 31. Dezember 2011 nicht gegeben. Der Urkundenprozess gegen EAI ist mit dem Urteil des OLG Düsseldorf vom 24.02.2011 rechtskräftig zugunsten der PBO und der OVP entschieden worden. Gemäß dem Urteil haben PBO und OVP sämtliche Kaufpreiserhöhungstatbestände mit einem Gesamtwert von 6,4 Mio. EUR erfüllt. Von den beiden Beklagten hat die Danske Bank auf das Nachverfahren verzichtet. EAI hat mit Schreiben vom 5.9.2011 das Landgericht Duisburg um Durchführung des Nachverfahrens gebeten. Zur Begründung werden lediglich die Aspekte, Argumente und Berechnungen angeführt, mit denen man sich im Urkundenprozess bereits ausführlich auseinandergesetzt hatte. Die PBO hat hierzu im November 2011 eine erste Stellungnahme beim LG Duisburg eingereicht. Ausblick / Risiken Aufgrund der Gestaltung des mit EAI abgeschlossenen Vertrages bestehen in den nächsten Jahren weitere Chancen auf Verwertungsprovisionen im Zusammenhang mit den von EAI getätigten Grundstücksverkäufen. Voraussichtlich werden diese nicht ausreichen, die Gesellschafterdarlehen in vollem Umfang zurückzuzahlen. Eine eigene operative Geschäftstätigkeit der OVP ist für das Jahr 2012 und auch für die Folgejahre weiterhin nicht geplant. Aufgrund des Verkaufs des Stahlwerksgrundstücks ergeben sich Risiken im Zusammenhang mit möglichen Rückführungen der erhaltenen Fördermittel in Höhe von € 9,5 Mio. an das Land / die EU. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass die Gesellschaft zukünftige Umsatzerlöse aus dem mit EAI geschlossenen Grundstückskaufvertrag (Mehrerlöse) an den Fördermittelgeber abführen muss. Oberhausen, 2. März 2012 O.VISION Projektgesellschaft mbH Peter Klunk -60- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -61- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 evo Energieversorgung Oberhausen AG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Danziger Str. 31 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: FSO GmbH & Co.KG RWE Deutschland AG STOAG Stadtwerke Oberhausen AG Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist -jedwede Art der Erzeugung, gewerblichen Nutzung und Verteilung von Energie (Strom, Gas und Fernwärme) und Wasser im jeweiligen Gebiet der Stadt Oberhausen sowie im Zusammenhang damit die Abgabe solcher Energien in Netze außerhalb des Stadtgebietes; -die Entsorgung von Abfällen jeglicher Art; -die Planung und Durchführung von baulichen und maschinellen Anlagen auf den Gebieten der Energie- und Wasserversorgung und -verteilung sowie der Abfallentsorgung auch für Dritte; -die Erbringung von Dienstleistungen; -sowie die Errichtung und der Betrieb von Anlagen im Bereich der Telekommunikation. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder ihm unmittelbar oder mittelbar zu dienen geeignet sind. Sie kann insbesondere -Dienstleistungen erbringen -Anlagen und Einrichtungen aller Art erwerben, errichten und betreiben, allein oder gemeinsam mit anderen, für eigene oder fremde Rechnung; -Forschung und Entwicklung betreiben; -Patente oder sonstige gewerbliche Schutzrechte, Kenntnisse oder Erfahrungen erwerben, verwerten und veräußern; -Grundstücke und andere Immobilien erwerben, verwerten und veräußern. Die Gesellschaft kann sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben an anderen Unternehmen beteiligen, fremde Unternehmen erwerben sowie Hilfs- und Nebenbetriebe errichten. 0208/ 8350 0208/ 8352620 service@evo-energie.de http://www.evo-energie.de/ AG 26.000,00 T€ 20.800,00 2.600,00 2.600,00 % 80,00 10,00 10,00 -62- Stadt Oberhausen Wichtige Verträge evo Energie-Netz GmbH evo Energie-Netz GmbH Beteiligungsbericht 2011 GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH RWE Gesellschaften EAV zwischen evo AG und evo Energie-Netz GmbH vom 16.10.2006 Pachtvertrag über Strom- und Gasversorgungsnetze zuwischen der evo AG und der evo-netz vom 16.11.2006; Pachtvertrag über Fernwärmeversorgungsnetze zwischen der evo AG und der evo-netz vom 16.11.2006; Arbeitnehmerüberlassungsvertrag zwischen der evo AG und der evo-netz vom 16.11.2006 Fernwärmeliefervertrag zwischen der evo und GMVA vom 29.05.2009 Vertrag über Einrichtung, Betrieb, Wartung und Überlassung von technischen Anlagen Rahmenvertrag über den Kauf/Verkauf von elektrischer Energie und Optionen vom 28.06.2006; Vertrag über die "bilanzkreistechnische Abwicklung von Lieferungen in Regelzonen der E.ON, Vattenfall und EnBW" und Lieferung von Ausgleichsenergie in diesen Regelzonen; Vertrag über Kauf und Rückgabe von Fahrplänen und Lieferung von Ausgleichsenergie vom 17.07.2008 Konzessionsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen und der evo vom 23.11.1995 über die Versorgung mit Elektrizität, Gas und Fernwärme in Oberhausen; Gebäudeenergie-Servicevertrag mit der Stadt Oberhausen vom 31.01.1997 Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der von der STOAG und der RWE Rhein-Ruhr AG im Geschäftsjahr 2003 gegründeten FSO GmbH & Co. KG und der EVO vom 16.12.2003 Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen der evo und STOAG vom 24.09.2004 im Rahmen der kaufmännischen Verwaltung für die STOAG Geschäftsbesorgungsvertrag vom 28.11.2006 über die Erbringung der gesamten Geschäftsbuchführung für WFO und deren Tochtergesellschaften Stadt Oberhausen STOAG Stadtwerke Oberhausen AG STOAG Stadtwerke Oberhausen AG WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vorstand: Mitglied Mitglied Gieske, Hartmut Homberg, Bernd Hauptversammlung: Vorstand der STOAG Aufsichtsrat: Vorsitzender 1. stellv. Vorsitzender (Mitglied gem. § 113 GO) 2. stellvertretender Vorsitzender (Mitglied AN) Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Böddeling, Bernd Wehling, Klaus Göllner, Gido Kühr, Gretel Reichardt, Jürgen Schranz, Daniel Dr. Schulte, Franz-Josef Vöpel, Dirk Wilke, Volker Bernert, Roland Dr. Schröder, Achim Grefer, Stefan Heitmann, Rudolf -63- Stadt Oberhausen Mitglied (AN) Mitglied (AN) Michel, Ralf Ocklenburg, Raimund Beteiligungsbericht 2011 Prokura: Prokuristin Prokurist Prokurist Prokurist Slomma, Claudia Seifert, Eckhard Mucke, Arnd Neubauer, Hans c) Beteiligungen unmittelbar Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO evo Energie-Netz GmbH KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Projektgesellschaft FIBE S.p.A., Neapel/Italien Quantum GmbH strasserauf GmbH 82,50 7,50 T€ 490,00 12,25 12,50 30,00 0,06 6,00 102,26 % 49,00 49,00 4,02 100,00 6,00 6,00 40,00 0,01 10,42 30,00 mittelbar OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH T€ 10,00 % 40,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 47,6 52,2 0,2 2011 % 54,0 45,8 0,1 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 83.326,24 91.324,35 334,77 T€ 91.920,29 78.004,00 216,31 T€ 111.734,15 47.455,40 409,09 Veränderungen % T€ 70,0 29,7 0,3 19.813,86 -30.548,60 192,78 % 21,56 -39,16 89,12 Bilanzsumme 174.985,36 100,00 170.140,59 100,00 159.598,64 100,00 -10.541,95 -6,20 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 30.223,97 11.494,62 78.230,54 51.163,33 3.872,91 % 17,3 6,6 44,7 29,2 2,2 T€ 30.304,99 10.744,43 81.392,09 45.619,96 2.079,12 % 17,8 6,3 47,8 26,8 1,2 T€ 30.304,99 10.460,57 72.209,88 46.293,20 330,00 % 19,0 6,6 45,2 29,0 0,2 T€ 0,00 -283,86 -9.182,21 673,24 -1.749,12 % 0,00 -2,64 -11,28 1,48 -84,13 Bilanzsumme 174.985,36 100,00 170.140,59 100,00 159.598,64 100,00 -10.541,95 -6,20 -64- Stadt Oberhausen bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Aufwendungen aus Verlustübernahmen Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufsvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust Beteiligungsbericht 2011 2010 T€ -152,09 71,18 6.130,74 2011 T€ 225.187,75 62,04 7,79 10.760,45 158.335,86 32.703,28 10.022,59 13.663,35 3,45 382,21 392,02 1.868,28 173,70 3.594,40 16.434,25 228.025,46 227.630,55 193,66 246,33 6.223,10 159.171,27 159.770,23 34.813,71 9.345,75 11.076,40 1,35 652,22 816,94 5.566,05 13,32 187,41 15.985,16 31.820,31 9.995,65 14.171,07 1,50 576,79 1.303,86 1.130,18 216,33 2.511,45 15.947,30 152,21 2.291,59 -2.139,37 4.743,86 11.241,30 0,00 0,00 2.236,66 11.571,26 0,00 0,00 1.115,20 -1.115,20 3.187,05 12.132,01 0,00 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 44,31 17,27 82,73 4,93 37,19 20.600,37 530,97 14,83 31.12.2010 5,08 38,18 21.783,24 526,31 13,62 31.12.2011 5,39 40,03 22.328,30 540,09 13,86 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2010 50,79 17,81 82,19 31.12.2011 59,40 18,99 81,01 Angaben in % % % e) Lagebericht vgl. Konzernlagebericht der FSO GmbH & Co. KG (S. 125) -65- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -66- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -67- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 evo Energie-Netz GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Danziger Str. 31 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: evo Energieversorgung Oberhausen AG Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist - die Verteilung von Energie (Strom, Gas und Fernwärme) an Weiterverteiler und Letztverbraucher, - die Erbringung von energienahen Dienstleistungen, - die Planung, der Neu- bzw. Ausbau, die Änderung und der Betrieb (Bedienung, Überwachung bzw. Inspektion, Wartung, Reparaturen und Erneuerungen) der Verteilungsanlagen, - die Vermarktung der Kapazitäten der Verteilungsanlagen. Die Gesellschaft kann andere Unternehmen gründen, erwerben und sich an Ihnen beteiligen. 0208/ 8350 0208/ 8352620 service@evo-energie-netz.de http://www.evo-energie-netz.de/ GmbH 30,00 T€ 30,00 % 100,00 Wichtige Verträge evo Energieversorgung Oberhausen AG evo Energieversorgung Oberhausen AG EAV zwischen evo AG und evo Energie-Netz GmbH vom 16.10.2006 Pachtvertrag über Strom- und Gasversorgungsnetze zuwischen der evo AG und der evo-netz vom 16.11.2006; Pachtvertrag über Fernwärmeversorgungsnetze zwischen der evo AG und der evo-netz vom 16.11.2006; Arbeitnehmerüberlassungsvertrag zwischen der evo AG und der evo-netz vom 16.11.2006 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Dr. Zahn, Günter Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Vorstand der evo AG Prokura: Prokurist Prokurist Dr. Jaeger, Herbert Krapoth, Georg -68- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 0,1 99,8 0,1 2011 % 0,1 99,9 0,0 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 22,17 20.945,04 11,02 T€ 18,96 22.981,74 11,02 T€ 15,57 19.418,34 11,02 Veränderungen % T€ 0,1 99,9 0,1 -3,39 -3.563,40 0,00 % -17,88 -15,51 0,00 Bilanzsumme 20.978,24 100,00 23.011,72 100,00 19.444,93 100,00 -3.566,79 -15,50 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.142,48 8.926,73 8.346,57 2.562,46 % 5,4 42,6 39,8 12,2 T€ 1.142,48 9.490,68 8.851,25 3.527,31 % 5,0 41,2 38,5 15,3 T€ 1.142,48 7.705,64 6.272,02 4.324,79 % 5,9 39,6 32,3 22,2 T€ 0,00 -1.785,04 -2.579,23 797,48 % 0,00 -18,81 -29,14 22,61 Bilanzsumme 20.978,24 100,00 23.011,72 100,00 19.444,93 100,00 -3.566,79 -15,50 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 82.395,47 -30,71 581,96 44.541,30 1.040,39 39.140,44 299,82 589,49 -2.065,08 842,92 273,11 569,81 2011 T€ 83.527,48 -44,46 966,82 46.261,52 1.107,22 38.516,69 299,30 565,78 -1.702,08 76.206,30 91,01 1.190,26 45.222,89 1.242,65 38.083,21 58,75 8,99 -7.011,41 -1.445,36 5.566,05 0,00 0,00 -365,09 1.130,18 0,00 0,00 166,20 1.868,28 0,00 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -7,30 -487,19 -5.566,05 9.685,95 1,60 -69- 31.12.2010 -1,37 -98,92 -1.130,18 11.849,53 1,25 31.12.2011 -2,24 -163,53 -1.868,28 10.556,23 1,31 Angaben in % % T€ T€ % Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 5,45 94,55 4,96 95,04 5,88 94,12 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % % e) Lagebericht vgl. Konzernlagebericht der FSO GmbH & Co. KG (S. 125) -70- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -71- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Danziger Straße 31 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Cofely Deutschland GmbH evo Energieversorgung Oberhausen AG Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Planung, der Bau sowie der Betrieb eines Biomasseheizkraftwerkes in Oberhausen sowie alle damit im Zusammenhang stehenden Geschäfte. Wichtige Verträge 0208/8350 0208/8352620 service@evo-energie.de http://www.evo-energie.de/ GmbH & Co. KG 1.000,00 T€ 510,00 490,00 % 51,00 49,00 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Geschäftsführung der Biostrom Oberhausen Management GmbH -72- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 78,8 21,2 2011 % 98,6 1,4 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 2.902,79 780,87 T€ 13.102,23 192,19 T€ 14.146,50 840,70 2,89 Veränderungen % T€ 94,4 5,6 0,0 1.044,27 648,51 2,89 % 7,97 337,43 Bilanzsumme 3.683,66 100,00 13.294,41 100,00 14.990,09 100,00 1.695,68 12,75 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 3.663,66 20,00 % 99,5 0,5 T€ 3.632,43 42,21 9.619,77 % 27,3 0,3 72,4 T€ 2.731,17 471,65 11.787,27 % 18,2 3,1 78,6 T€ -901,26 % -24,81 429,44 1.017,39 2.167,50 22,53 Bilanzsumme 3.683,66 100,00 13.294,41 100,00 14.990,09 100,00 1.695,68 12,75 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 0,34 2011 T€ 1.758,55 7,41 1.177,20 0,15 26,34 353,11 188,31 -26,34 -26,34 -26,34 -541,23 -541,23 -541,23 527,47 460,79 501,76 -901,26 -901,26 -901,26 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 78,74 99,46 0,54 -0,71 -26,34 -12,97 -541,08 31.12.2010 31.12.2011 -51,25 -24,81 -373,80 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2010 98,47 27,32 72,68 31.12.2011 94,37 18,22 81,78 Angaben in % % % -73- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht Das Unternehmen Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG (im Weiteren „Biostrom Oberhausen“) ist Ende September 2009 von den Gesellschaftern Proenergy Contracting GmbH & Co. KG (im Weiteren „Proenergy“) als Rechtsvorgängerin der Cofely Deutschland GmbH (im Weiteren „Cofely“) mit einem Geschäftsanteil von 51% und der Energieversorgung Oberhausen AG (im Weiteren „evo“) mit einem Geschäftsanteil von 49% gegründet worden. Die Biostrom Oberhausen hat auf dem postalisch mit Friedrichstraße 37, 46145 Oberhausen, bezeichneten Grundstück ein Biomasse-Heizkraftwerk (im Weiteren „BMK“) errichtet, welches über eine Laufzeit von 20 Jahren betrieben werden soll. Das BMK arbeitet nach dem Grundsatz der Kraft-Wärme-Kopplung. Im Biomassekessel wird Wasser zu überhitztem Dampf aufgeheizt, der dann in einer Turbine entspannt wird. Der durch die Dampfturbine produzierte Strom wird in das Stromnetz des örtlichen Netzbetreibers evo Energie-Netz GmbH eingespeist. Die Vergütungssätze für die Stromeinspeisung sind durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) über 20 Jahre gesichert. Die in der Turbine gleichzeitig anfallende Wärme, die im Dampf enthalten ist, wird zur Wärmeauskopplung genutzt und in das Fernwärmenetz des Energieversorgers Energieversorgung Oberhausen AG eingespeist. Die Gesellschaft verfügt über kein eigenes Personal. Sie profitiert in erster Linie von der langjährigen Erfahrung der Gesellschafter Cofely und evo hinsichtlich Planung und Bau sowie technischer und wirtschaftlicher Betriebsführung von (Biomasse-)Kraftwerken. Cofely hat durch den Erwerb der Proenergy große Erfahrung in der Umsetzung und dem Betrieb von BiomasseHeizkraftwerken und übernimmt für die Biostrom die kaufmännische Betriebsführung. Die evo hat für den geeigneten Standort gesorgt und stellt qualifizierte Mitarbeiter, die den operativen Anlagenbetrieb sicherstellen und über Know-how im Betrieb von Dampfkesseln, Dampfturbinen sowie auf dem Gebiet der Strom- und Fernwärmeversorgung verfügen. Zudem ist die evo Abnehmer der anfallenden Wärme und die evo-Energie-Netz GmbH Abnehmer des erzeugten Stromes. Durch die Einbindung der kaufmännischen und technischen Aufgaben für die Biostrom Oberhausen in die jeweiligen Funktionsbereiche der Cofely und evo stehen der Gesellschaft eine sichere Infrastruktur, wie geprüfte Buchhaltungs- und andere Systeme, sowie risikovermeidende Regelungen und Vorgaben der Konzerngesellschafter für die gesamte Geschäftsabwicklung zur Verfügung. Als Brennstoff wird Material aus der Landschaftspflege / Grünschnitt (laut EEG-Positivliste) eingesetzt. Die Rohstofflieferungen werden über langfristige Lieferverträge (20 Jahre) abgesichert. Pro Jahr müssen rd. 38.000 t Brennstoff bereitgestellt werden. Die gesamte Logistik der Brennstoffbeschaffung, das Einbringen des Brennstoffes in das Kraftwerk sowie die Entsorgung der Asche wird durch den Brennstofflieferanten sichergestellt. Mit der Errichtung des BMK wurde im März 2010 begonnen. Für den Bau der gesamten Anlage hat Biostrom Oberhausen namhafte und erfahrene Unternehmer beauftragt. Erfahrene und qualifizierte Mitarbeiter der Cofely und evo haben persönlich die Bauleitung vor Ort übernommen und die Gewerke und Lieferanten koordiniert, so dass ein direkter und schneller Durchgriff bei Problemen möglich war und die Geschäftsleitung laufend über den Projektfortschritt informiert wurde. Auf diese Weise konnte ein reibungsloser Ablauf innerhalb der sehr kurzen Bauphase im Geschäftsjahr 2010 sichergestellt werden. Die Bauphase zur Errichtung des Kraftwerkes wurde planmäßig im Dezember 2010 abgeschlossen. Da jedoch noch nicht alle brandschutztechnischen Auflagen der Genehmigungsbehörden vollständig erfüllt bzw. von diesen abgenommen werden konnten, wurde die Inbetriebnahme auf das Jahr 2011 verschoben. Für die Erfüllung der Auflagen mussten zusätzliche Investitionen durchgeführt werden, für die die Gesellschafter ein zusätzliches Darlehen in Höhe von T€ 840 gewährt haben. Die technische Abnahme erfolgte im Mai 2011. Im Geschäftsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von insgesamt T€ 1.759 erwirtschaftet, wobei der Großteil der Umsätze ab der Inbetriebnahme im Mai 2011 entstanden ist. Ein geringer Umsatzanteil (T€ 333) wurde im Rahmen des Probebetriebs bereits zwischen Februar und April 2011 realisiert. Die im Lagebericht des Vorjahres prognostizierten Umsatzerlöse konnten im Wesentlichen aus folgenden Gründen nicht erreicht werden: Im Rahmen der Inbetriebnahme-Phase im Mai 2011 erreichte die Anlage zwar ihre vollständige vereinbarte Leistung, musste jedoch anschließend im Laufe des Jahres 2011 mehrfach abgestellt werden, um auftretende Störungen zu beheben. Diese Störungen resultierten im Wesentlichen aus zwar grundsätzlich der EEG-Positivliste entsprechendem Landschaftspflegematerial, jedoch war der Biomasselieferant anfangs nicht in der Lage, die von der Gesellschaft geforderten Qualitätsbandbreiten zur Verfügung zu stellen. Die entstandenen Verschlackungen aufgrund schlechter Biomassequalität und auch die durch übergroße Stückigkeiten und nicht brennbaren Materialien hervorgerufenen Störungen bzw. Beschädigungen von Anlagenteilen im Fördersystem führte zu einer reduzierten Anlagenleistung und damit zu einer nicht erreichbaren geplanten Energiemenge und einem entsprechenden Umsatz. Dieses Störungspotenzial konnte mittlerweile durch mit dem Lieferanten festgelegte Standards für die zu liefernde Qualität der -74- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Biomasse weitestgehend ausgeräumt werden, wobei der Lieferant immer noch am unteren Ende der vereinbarten Qualitätsspanne liefert. Einbußen bei der Dampfproduktion, welcher zur Produktion von Wärme und Strom genutzt wird, ergaben sich aus dem nicht geplanten verringerten Betrieb der Anlage an Wochenenden. Der verringerte Betrieb war sowohl auf die zu geringe Kapazität der Schubböden als auch auf nicht ausreichende Lagerkapazitäten auf dem Gelände des BMK zurückzuführen. Aufgrund des Wochenend-Fahrverbots für LKWs konnte keine Anlieferung mit Biomasse und somit keine ausreichende Beladung der Anlage mit Brenngut vorgenommen werden. Diese Problematik soll im Jahr 2012 durch eine zu überarbeitende Biomasselogistik behoben werden. Weiterhin musste der Betrieb der Anlage aufgrund der Überschreitung von behördlich vorgegebenen AbgasGrenzwerten mehrmals eingestellt werden. Die technische Ursache der überschrittenen Grenzwerte ist mittlerweile beseitigt und weitere Maßnahmen in Form eines zusätzlich eingebauten Filters getroffen. Bei der Umsatzplanung für 2011 war des Weiteren von einer vom Hersteller zugesagten absoluten Leistung der Anlage in Höhe von 17 t Dampf/Stunde ausgegangen worden, während die behördliche Auflage derzeit nur eine Produktion von maximal 15,5 t Dampf/Stunde zulässt. Der Materialaufwand in Höhe von insgesamt T€ 1.177 setzt sich zusammen aus Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Höhe von T€ 843 und Aufwendungen für bezogenen Leistungen in Höhe von T€ 334. Aus den oben bereits beschriebenen Gründen ist der Materialaufwand bezogen auf die Umsatzerlöse in 2011 überproportional hoch. Im Wesentlichen war dies auf die mangelhafte Brennstoffqualität und den nicht kontinuierlichen Betrieb der Anlage zurückzuführen. Die Aufwendungen aus Abschreibungen betreffen größtenteils die Abschreibung des BMK seit der technischen Abnahme im Mai 2011. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen Aufwendungen für die Ascheentsorgung (T€ 160), für Mieten (T€ 112), für Versicherungen (T€ 82) sowie für sonstige Dienstleistung (T€ 62). Das Finanzergebnis in Höhe von T€ - 502 spiegelt hauptsächlich den in diesem Jahr erstmals ganzjährig zu leistenden Schuldendienst für aufgenommenen Darlehen wider, welche im Mai 2010 geschlossen wurden. Die Finanzierung der Gesellschaft wird zu 18% aus Eigenkapital und zu rd. 82 % aus Fremdkapital sichergestellt. Das Eigenkapital enthält das Kommanditkapital einschließlich Kapitalrücklagen in Höhe von T€ 4.200, welches in bar erbracht und vollständig eingezahlt ist. Das Fremdkapital ist durch langfristige Darlehen gegenüber Banken in Höhe von T€ 10.460 sowie über Darlehen der beiden Gesellschafter in Höhe von insgesamt T€ 840 gesichert. Im Geschäftsjahr 2011 ergibt sich somit bei einem Betriebsergebnis in Höhe von T€ - 399 und einem Finanzergebnis in Höhe von T€ - 502 ein Jahresfehlbetrag in Höhe von T€ 901. Ausblick: Mit Blick auf die in 2011 beschriebene unterjährige Entwicklung haben die Gesellschafter zum Ende des Jahres 2011/Beginn 2012 beschlossen, durch die Etablierung eines gemeinsamen Projektteams – unabhängig der jeweilig zu verantwortenden vertraglichen Zuständigkeiten – die Anlage in einen wirtschaftlichen Betrieb zu überführen. Hierzu werden verschiedene Handlungsoptionen geprüft, um dieses Ziel bestmöglich zu erreichen. Die geplante Anlagenrevision im Januar 2012 soll hierbei insbesondere genutzt werden, um gegebenenfalls technische aber auch kaufmännische Rahmenbedingungen zu verbessern beziehungsweise neu zu verhandeln. Unter anderem wird deshalb die Anlage nach Wiederinbetriebnahme nach erfolgter Revision zunächst mit Hackschnitzeln aus dem Landschaftspflegebereich (100 % Anteil) beschickt, um die Möglichkeit einer stabilen Fahrweise des Kraftwerks zu belegen. Hierdurch soll noch einmal gezeigt werden, dass das Kraftwerk grundsätzlich in der Lage ist, sowohl strom- als auch wärmeseitig ausgekoppelte Energiemengen entsprechend der Planung des Kraftwerkes zu erreichen. Nach Einregulierung wird sukzessive durch Mischen des Brennstoffes mit anderen Qualitäten aus dem Landschaftspflegebereich versucht, den geplanten Anlagebetriebspunkt mit anderer Materialzusammensetzung aus dem Landschaftspflegebereich zu erreichen. Beide Gesellschafter gehen davon aus, dass durch die entsprechenden Maßnahmen der ursprünglich geplante Betrieb und damit auch ein positives Betriebsergebnis erreichbar sein werden. Eine genaue Umsatz- und Ergebnisprognose für das Jahr 2012 ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, da die Auswirkungen der oben beschriebenen eingeleiteten Maßnahmen in ihrer Wirkung auf die Umsatz- und Ergebnishöhe nicht abschätzbar sind. Notwendige Kapital-/Liquiditätsmaßnahmen zur Sicherung der Liquidität während dieser erweiterten Anlaufphase sicherten die Gesellschafter in einer Gesellschaftersitzung zum Ende des Jahres 2011 zu. -75- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -76- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -77- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Biostrom Oberhausen Management GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Danziger Straße 31 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Cofely Deutschland GmbH evo Energieversorgung Oberhausen AG Gegenstand des Unternehmens: Die Funktion als persönlich haftende Gesellschafterin sowie die Übernahme von Geschäftsführungsaufgaben der Biostrom GmbH & Co. KG, Oberhausen. Wichtige Verträge 0208/8350 0208/8352620 service@evo-energie.de http://www.evo-energie.de/ GmbH 25,00 T€ 12,75 12,25 % 51,00 49,00 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Speckmann, Norbert Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Vorstand der evo AG -78- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 100,0 2011 % 100,0 Aktiva Umlaufvermögen T€ 26,57 T€ 28,73 T€ 30,63 Veränderungen % T€ 100,0 1,90 % 6,61 Bilanzsumme 26,57 100,00 28,73 100,00 30,63 100,00 1,90 6,61 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 26,32 0,25 % 99,1 0,9 T€ 27,98 0,64 0,11 % 97,4 2,2 0,4 T€ 28,06 2,56 % 91,6 8,4 T€ 0,08 1,92 % 0,29 300,00 -0,11 -100,00 Bilanzsumme 26,57 100,00 28,73 100,00 30,63 100,00 1,90 6,61 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 2,50 2011 T€ 2,51 2,43 0,08 2,50 0,93 1,57 0,25 1,32 1,32 0,53 1,97 0,31 1,66 1,66 0,08 0,08 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 99,07 0,93 97,40 2,60 91,63 8,37 52,75 5,27 1,32 6,32 1,66 0,30 0,08 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % % e) Lagebericht vgl. Lagebericht der Biostrom Oberhausen GmbH & Co.KG (S. 71) -79- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -80- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -81- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Quantum GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Kokkolastraße 2 40882 Ratingen Kontakt: Telefon Telefon Fax Fax e-Mail Internet Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Bocholter Energie- und Wasserversorgung GmbH Energie AG Iserlohn-Menden Energie Nordeifel GmbH & Co.KG evo Energieversorgung Oberhausen AG Gemeindewerke Grefrath GmbH Klever Versorgungsbetriebe GmbH Stadtwerke Brühl GmbH Stadtwerke Goch GmbH Stadtwerke Heiligenhaus GmbH Stadtwerke Jülich GmbH Stadtwerke Kempen GmbH Stadtwerke Menden GmbH Stadtwerke Radevormwald GmbH Stadtwerke Rhede GmbH Stadtwerke Willich GmbH SWK Energie GmbH WBM Wirtschaftsbetriebe Meerbusch GmbH Gegenstand des Unternehmens: Der Handel mit Energie und die Erbringung von Dienstleistungen im unmittelbaren Bereich der Energieversorgung mit dem Ziel, die örtliche Energieversorgung in den Gemeindegebieten der mittelbar an der Gesellschaft beteiligten Kommunen zu stärken. 02102 939 77-0 0211-4369270 02102 939 77-33 0211-43692733 info@quantum.de http://www.quantum.de/ GmbH 825,00 T€ 57,75 55,00 33,00 82,50 16,50 57,75 33,00 16,50 16,50 16,50 33,00 27,50 16,50 16,50 33,00 247,50 33,00 % 7,29 6,94 4,17 10,42 2,08 7,29 4,17 2,08 2,08 2,08 4,17 3,47 2,08 2,08 4,17 31,25 4,17 -82- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Hardt, Dirk Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Vorstand der evo AG d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2010 2011 % 0,9 99,1 0,0 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 509,00 55.456,00 16,00 T€ 479,45 22.888,27 62,31 Veränderungen % T€ 2,0 97,7 0,3 -29,55 -32.567,73 46,31 % -5,81 -58,73 289,44 Bilanzsumme 55.981,00 100,00 23.430,03 100,00 -32.550,97 -58,15 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.908,00 3.420,00 50.653,00 % 3,4 6,1 90,5 T€ 2.720,04 2.984,71 17.725,28 % 11,6 12,7 75,7 T€ 812,04 -435,29 -32.927,72 % 42,56 -12,73 -65,01 Bilanzsumme 55.981,00 100,00 23.430,03 100,00 -32.550,97 -58,15 bb) GuV 2010 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2011 T€ 422,35 353.230,00 427.251,37 9,00 348.929,00 422.182,51 1.692,00 136,00 1.235,00 2.033,21 226,46 2.168,61 31,53 53,00 1.194,00 248,00 946,00 946,00 1.094,48 282,02 812,45 812,45 -83- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2010 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2010 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,18 3,41 96,59 0,48 0,48 0,27 98,34 1.082,00 31.12.2011 0,19 42,59 1.038,92 Angaben in % % T€ T€ % 31.12.2011 0,43 11,61 88,39 Angaben in % % % e) Lagebericht 1. Geschäftsentwicklung 2011 1.1. Geschäftsmodell und Rahmenbedingungen Die Quantum versteht sich als Dienstleister mit überregionalem Betätigungsfeld. Alle Dienstleistungen werden exklusiv für die Gesellschafter und weitere Stadtwerke mit einem Partnerstatus erbracht. Die Quantum bietet umfassende Portfoliomanagement-Dienstleistungen, die auf den wirtschaftlichen Erfolg und damit auf die Stärkung ihrer Gesellschafter und Partner im wettbewerblichen Umfeld ausgerichtet sind; sie zielen darauf ab: • • • die Eigenständigkeit der kommunalen Versorgungsunternehmen zu wahren, das Erreichen und Ausgestalten einer vorteilhaften Wettbewerbsposition zu ermöglichen sowie die Professionalisierung und Verbesserung der Effektivität und Effizienz der Aufgabenerfüllung zu fördern. entsprechend der Marktentwicklung und den Die Basis-und Zusatzdienstleistungen der Quantum werden Kundenwünschen sukzessive erweitert und ausgebaut. Die Basisdienstleistungen der Quantum decken dabei die Kernfunktionen eines professionellen BeschaffungsPortfoliomanagements ab. Basisdienstleistungen: • • • • • Beschaffungsportfoliomanagement, Beschaffungsabwicklung, Bilanzkreismanagement, Prognosedienstleistung Strom und Gas, Risiko-und Vertragsmanagement. Um dem individuell auch weiterreichenden Unterstützungsbedarf der Gesellschafter und Partner entsprechen zu können, bietet die Quantum ausgewählte Zusatzdienstleistungen an, die ergänzend beauftragt werden können. Zusatzdienstleistungen: • • • Absatzportfoliomangement Vertriebsunterstützung Prognosemanagement erweitert, -84- Stadt Oberhausen • • • • Erzeugungsportfoliomanagement, Speicherportfoliomanagement, Bilanzkreismanagement erweitert Projektbegleitung Beteiligungsbericht 2011 Das Unternehmen steht als Kooperation im kommunalen Umfeld weiteren Gesellschaftern und Partnern offen. Eine der aufwändigsten Festlegungen für die Marktkommunikation im Energiemarkt trat ab dem 1. Juni 2011 in Kraft: Die Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBis). Mit diesem Beschluss werden für alle betroffenen Marktakteure umfangreiche Regeln festgeschrieben, damit eine korrekte und fristgerechte Bilanzkreisabrechnung möglich wird. Mit dieser Regelung hat die Bundesnetzagentur einen vorläufigen Schlussstrich unter die Streitigkeiten der Marktpartner gezogen, die seit Jahren die Umsetzung der Zwei-Monatsfrist zur Bilanzkreisabrechnung hemmten. Gleichzeitig wird versucht, durch die Erfassung sämtlicher Energieströme einer Regelzone einerseits die Netzzugangsverordnung mit einer einheitlichen Sicht der Vorgaben auszustatten und andererseits die für den diskriminierungsfreien Netzbetrieb unabdingbare Prozessidentität zwischen „Drittlieferanten“ und assozierten Vertrieben herzustellen. Die Quantum übernahm zum Inkrafttreten der Prozesse seit dem 1. Juni 2011 in der Rolle des Bilanzkreisverantwortlichen den Abgleich und die Prüfung der Bilanzkreissummenzeitreihen in Zusammenarbeit mit den Premium-Kunden in der Rolle der Lieferanten. In rund 400 Bilanzierungsgebieten werden Bilanzkreissummenzeitreihen, welche monatlich verarbeitet, abgestimmt und letztendlich an die Bilanzkreiskoordinatoren –die Regelzonenbetreiberbestätigt. Die Implementierung und Umsetzung der Prozesse konnte bei der Quantum ohne die Berechnung weiterer Dienstleistungsentgelte an die Premium-Kunden umgesetzt werden. 1.2. Gesellschafterangelegenheiten Die Stadtwerke Heiligenhaus GmbH, die Stadtwerke Jülich GmbH und die WBM Wirtschaftsbetriebe Meerbusch GmbH sind der Quantum GmbH mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2011 als Gesellschafter beigetreten. Ebenfalls mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2011 ist die Stadtwerke Menden GmbH im Rahmen eines Umwandlungs/Spaltungsvorganges bei der Energie AG Iserlohn- Menden neuer Gesellschafter der Quantum GmbH geworden. Gleichzeitig hat die Energie AG Iserlohn-Menden Teile ihrer Anteile veräußert. Die Stadtwerke Emmerich GmbH ist zum 31. Dezember 2011 aus dem Partner-Status bei der Quantum GmbH ausgeschieden. Neben den 16 Gesellschaftern werden zwei weitere kommunale Energieversorger, die Stadtwerke Neuwied GmbH und die Stadtwerke Rees GmbH als gleichberechtigte Partner von der Quantum mit Energie versorgt. Die Stadtwerke Neuwied GmbH sind zwischenzeitlich durch notarielle Beurkundung des Anteilerwerbs im März 2012 Gesellschafter der Quantum geworden. Die Stadtwerke Rees GmbH hat die konkrete Absicht, in 2012 Gesellschafter der Quantum zu werden. 1.3. Operatives Geschäft Seit dem 1. Juli 2011 nutzen die Gesellschafter der Quantum zwei neue Produkte zur Gasbeschaffung. Die Poolbeschaffung ermöglicht die Eindeckung von kleineren Kunden mit registrierender Leistungsmessung zu Großhandelskonditionen. Die sukzessive Beschaffung für Kunden mit Standardlastprofil bildet die Alternative zur Durchschnittspreisbeschaffung im Strombereich. Beide Produkte schaffen die Möglichkeit einer optimierten Eindeckung am Terminmarkt, gebündelt über alle Gesellschafter. Seit dem 1. Oktober 2011 stehen den Gesellschaftern der Quantum auf der Unternehmens-Website neben den Portfolioberichten Strom auch Portfolioberichte für den Gasbereich online zur Verfügung. Damit wird die Integration der Aufgabenbereiche der Quantum in ein umfassendes Mitgliederportal weiter vorangetrieben. Mit diesem Ziel wurde außerdem in 2011 ein technisches Konzept für den weiteren modularen Ausbau der Website entwickelt. Das Vorprojekt zum Thema "Absatzportfoliomanagement" hat die Quantum GmbH zusammen mit zwei Pilotgesellschaftern erfolgreich abgeschlossen. Das in den Workshops entwickelte Betriebshandbuch dient als Basis für die Umsetzung einer systemgestützten Lösung, die die Prozesse von der Vertriebsabsatzprognose, der Kalkulation, der Beschaffungsauslösung bis hin zur Darstellung einer vertriebssegmentierten Deckungsbeitragsrechnung abdeckt und eine weitere Optimierung der Bestellprozesskette zwischen den Gesellschaftern und der Quantum GmbH ermöglicht. 1.4. Organisation Die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems wird grundsätzlich durch das Middle Office überwacht. Seit einer Organisations-Änderung Mitte 2011 ist das Middle Office zuständig für Risikomanagement, das interne Regelwerk des Unternehmens, und hat die Verantwortung über die Prozesse. -85- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mit Fertigstellung des Compliance Handbuches, Erarbeitung der Unternehmens-Kultur durch die Mitarbeiter, Verabschiedung durch die Geschäftsführung und Präsentation in der Gesellschafterversammlung ist das Regelwerk der Quantum nun komplett. Dieses Regelwerk wird bei Bedarf aktualisiert. Mit dem Compliance Handbuch verpflichtet die Quantum alle Mitarbeiter, bestehende Gesetze und Regelungen zu beachten. Ausdrücklich aufgeführt sind die Themen Bestechlichkeit und Untreue, verbunden mit einer Richtlinie über Empfang und Gewährung von Zuwendungen, sowie die Einhaltung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes. Die Quantum hat im 2. Quartal 2011 eine Software zur elektronischen Verwaltung aller Verträge eingeführt. Unter Einhaltung von Berechtigungsstufen kann nun von allen Mitarbeitern auf Verträge mit Kunden und Lieferanten auf einfache und effiziente Art zugegriffen werden. Die Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung werden wie in den vergangenen Jahren auch für das Jahr 2011 nach den Richtlinien des HGB aufgestellt. Um betriebswirtschaftliche Auswertungen zu optimieren, entschied die Geschäftsleitung, parallel zu den Auswertungen nach HGB innerjährlich eine speziell für die Quantum zugeschnittene Kontenauswertung zu nutzen, die nach dem Umsatzkostenverfahren angelegt ist und verschiedene Konten nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten gruppiert. Dies erhöht die betriebswirtschaftliche Transparenz und führt zu inhaltlich verbesserten Informationen bei notwendigen Entscheidungen. Zusätzlich wurde für das Energiecontrolling die SAP Kostenrechnung erweitert. Durch dieses System kann die Konsistenz von Eingangs- und Ausgangsrechnungen pro Monat für die Commodities Strom und Gas zeitnah rollierend auf Plausibilität geprüft werden. Im 4. Quartal 2011 haben wir die Wirksamkeit des dienstleistungsbezogenen internen Kontrollsystems durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach IDW PS 951 untersuchen lassen. 1.5. Berichterstattung gemäß § 108 Abs. 2 Nr. 2 der Gemeindeordnung NRW Die Quantum GmbH hat im Geschäftsjahr 2011 der aus ihrer gesellschaftsvertraglichen Aufgabenstellung folgenden öffentlichen Zwecksetzung und Zweckerreichung entsprochen. 2. Konjunkturelle Entwicklung 2.1. Wirtschaftswachstum in Deutschland und der Region Mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,7 % gelang Deutschland 2010 der größte Schritt aller großen Industrieländer aus der Wirtschaftskrise. Für 2011 hatte die Bundesregierung im April eine Fortsetzung der robusten ökonomischen Verfassung mit einem BIP-Anstieg um 2,6 % prognostiziert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Mitte Februar 2012 wurde diese Erwartung durch ein Wachstum von 3,0 % sogar deutlich übertroffen. Für die Wirtschaft in der Region zieht die IHK Mittlerer Niederrhein ein positives Fazit: Im gesamten IHK-Bezirk, der die Teilregionen Mönchengladbach, Krefeld, Rhein-Kreis Neuss und Kreis Viersen umfasst, konnten die Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten ihre Umsätze um durchschnittlich 8,9 % steigern. Branchenbezogen steht der Maschinenbau mit einer Umsatzsteigerung von 31 % an der Spitze. In NRW lag der Zuwachs über alle Sektoren hinweg bei 11 %. Die sehr gute Entwicklung schlägt sich in einer um 1,7 % höheren Beschäftigtenzahl nieder und ist vor allem einer Zunahme des Exportgeschäfts von 16 % zu verdanken. 2.2. Marktentwicklung 2011 Der zwei Jahre währende Kampf der Politik gegen die Schuldenkrise Europas sowie die andauernden Bemühungen zur Stabilisierung des Euros setzten sich in 2011 fort. Mit der Hoffnung, dass die Rettungsmaßnahmen zur Stärkung der europäischen Konjunktur baldigen Erfolg zeigen, blickten die Deutschen und die meisten anderen Europäer zu Beginn des vergangenen Jahres optimistisch in die Zukunft. Der Deutsche Aktienindex DAX setzte seinen Erholungskurs 2011 zunächst fort und hielt sich - mit Ausnahme des kurzzeitigen Einbruchs im März - über 7000 Punkte. Im August 2011 allerdings stürzte der Leitindex auf knapp über 5000 Zähler ab, ausgelöst durch die von Standard & Poor’s durchgeführte Herabstufung der USA von der Spitzenbonitätsnote "AAA" auf "AA+". Bis zum Jahresende erholte sich der DAX schließlich wieder etwas und verließ das Jahr bei fast 6000 Punkten. Im März 2011 ereignete sich die Nuklearkatastrophe von Fukushima. Kurz danach beschloss die Deutsche Bundesregierung einen bedeutungsvollen Wechsel der Energiepolitik, nämlich den stufenweisen Atomausstieg bis 2022 und das unmittelbare, endgültige Abschalten von acht Kernkraftwerken in Deutschland. Diese Entwicklung verlieh den Brennstoff-, CO2-, Strom- und Gaspreisen kräftigen Auftrieb - zumindest kurzzeitig, denn bis zum Jahresende gaben sie ihre Gewinne zum Teil wieder ab. In 2011 ging infolge der Abschaltung der Kernkraftwerke der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung von 23 % im Vorjahr auf 18 % zurück. Die erneuerbaren Energien kompensierten zum Großteil die fehlende Stromerzeugung aus Kernenergie. Der Anteil des Erdgases verblieb hingegen stabil bei rund 14 %. Der Ausbau der erneuerbaren Energien setzte sich in 2011 fort und beträgt nach vorläufigen Schätzungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rund 20 % des Bruttoinlandstromverbrauchs gegenüber 17 % in 2010. Aufgrund des starken Ausbaus von Windkraft und Photovoltaik wurde die jeweilige Vorjahresproduktion übertroffen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland nach Schätzungen der BNA Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt rund 7.500 MW neu installiert, womit der Höchstwert des Vorjahres leicht übertroffen wäre. Allein im Dezember wurden neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von insgesamt rund 3.000 MW gemeldet. -86- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die Entwicklung der für den europäischen Gasmarkt relevanten Importe von verflüssigtem Erdgas (LNG) per Tanker war in 2011 zweigeteilt: In der ersten Jahreshälfte wuchsen die LNG-Importe nach Europa um 15 % im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr, bevor sie in der zweiten Hälfte um 13 % nachließen. Auf das Gesamtjahr bezogen gingen die Importe in 2011 in den südeuropäischen Ländern zurück (-10 %), während sie in Nordwesteuropa anstiegen (+26 %). Diese Entwicklung ist unter anderem auf das Abschalten mehrerer japanischer Kernkraftwerke nach dem Reaktorunfall in Fukushima zurückzuführen, infolgedessen LNG-Tanker nach Asien umgeleitet wurden. Auch die europäische Schuldenkrise sowie die Inbetriebnahme des neuen LNG-Terminals GATE in den Niederlanden spielten eine maßgebliche Rolle bei der gegensätzlichen Import-Entwicklung. Mit einem Anteil von 85 % an den Gesamtimporten von verflüssigtem Erdgas war Qatar der wichtigste Lieferant für den nordwesteuropäischen Gasmarkt. Trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums in 2011 von 3,0 % blieb der Stromverbrauch in Deutschland im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr stabil. Die Stromerzeugung ging um 2,5 % zurück. Die Gründe hierfür lagen in den fehlenden Temperaturextremen von Sommer und Winter 2011 sowie in den rückläufigen Stromexporten. 2.2.1. Strommarkt Die Spotpreise am Strommarkt der European Energy Exchange (EEX) für die Grundlastlieferung (Phelix Base) stiegen im Jahresmittel auf 51 €/MWh an, ein Plus von rund 15 % oder 7 €/MWh im Vergleich zum Vorjahr. Die höchsten Preise wurden im Mai bei durchschnittlich 57 €/MWh verzeichnet, als die Produktion aus den deutschen Kernkraftwerken ihren Tiefststand erreichte und die heimische Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen sowie die Stromimporte insbesondere aus Frankreich anzogen. Auf dem Terminmarkt vollzogen die Strompreise die Entwicklung der Brennstoffund CO2-Preise in 2011 nach. Der Preis für das Grundlastprodukt Base für die Stromlieferung in 2012 stieg bis zum Anfang des zweiten Quartals 2011 auf Spitzenwerte von fast 61 €/MWh an und tendierte anschließend bis Ende August um 58 €/MWh. Bis zum Jahresende fiel der Wert des Kontrakts schließlich auf 52 €/MWh zurück und gab damit seinen Jahresgewinn wieder ab. Die Preise für die Stromlieferung in der Spitzenlast (Peak) in 2012 verzeichneten eine ähnliche Entwicklung, wodurch die Base-Peak-Preisdifferenz von 11 €/MWh nahezu stabil blieb. 2.2.2. Gasmarkt Auch die Gasspotpreise des deutschen Marktgebiets zogen in 2011 kräftig an. So stieg der "Day Ahead" am virtuellen Handelspunkt NCG (ehemals EGT) im Mittel um 30 % oder rund 5 €/MWh auf durchschnittlich 23 €/MWh an. Die höchsten Preise von 26 €/MWh wurden Mitte März und Ende April erzielt. Der Tiefststand von 15 €/MWh wurde Ende September fixiert, als die Temperaturen deutlich über die Norm anstiegen. Die Gasterminpreise am Handelspunkt NetConnect Germany für die Lieferung im Kalenderjahr 2012 zogen von ihrem Tiefststand im Januar bei 23 €/MWh bis Anfang April 2011 kräftig an, und zwar um rund 5 €/MWh. Anschließend tendierten die Preise in einer Spanne von 26-28 €/MWh seitwärts, bevor am Ende des dritten Quartals 2011 der kontinuierliche Preisverfall einsetzte. Der Abwärtstrend wurde unter anderem von dem oben erwähnten Preissturz am Spotmarkt ausgelöst und von den fallenden Ölpreisen verstärkt. 2.2.3. Preisentwicklung Brennstoffe und CO2 Die Preise der Nordsee-Rohölsorte Brent stiegen im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt um fast 40 % auf 111 $/Barrel an. Die Jahresspitzenwerte von knapp 127 $/Barrel wurden im April notiert. Die Preisentwicklung wurde maßgeblich vom "Arabischen Frühling" bestimmt, infolgedessen es zu Produktions- und Lieferausfällen von Öl und Gas kam. Anfang Mai, nach dem Tod des Terroristenanführers Bin Ladens, wurde der Aufwärtstrend gebrochen und die Preise sanken bis zum Jahresende auf rund 107 $/Barrel. Damit lagen die Ölpreise immerhin noch etwa 13 $/Barrel über dem Preisniveau von Ende 2010. Die Kohlepreise für die zeitnahe Lieferung nach Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) verteuerten sich in 2011 um durchschnittlich etwa 30 $/t auf 122 $/t. Gleichzeitig profitierten die Europäer von einem stärkeren Euro. Der Kohlepreis für den nordwesteuropäischen Markt stieg von etwa 70 €/t auf fast 90 €/t an. Die Kohleterminpreise für das Kalenderjahr 2012 stiegen bis ins Frühjahr weiter an, um knapp 14 $/t auf fast 135 $/t. Bis zum Jahresende gaben sie ihre Gewinne allerdings wieder ab. Die CO2-Spotpreise verloren in 2011 rund 10% oder 1 €/tCO2e an Wert. Im Durchschnitt kosteten die Emissionszertifikate 13 €/Emissionsberechtigung. Die CO2-Terminpreise (Dec 12) setzten ihren Aufwärtstrend bis Anfang Q2 2011 fort, wo sie Spitzenwerte von rund 18 €/tCO2e erreichten. Im Juni 2011 brachen die Preise ein und sanken bis Ende des Jahres auf die Hälfte ihres Vorjahreswertes von 7 €/tCO2e. Insbesondere die Ankündigung der "Early Auctions" bzw. das Vorziehen einer großen Menge von Zertifikaten der Phase III (2013-2020) in die laufende Periode im Zusammenhang mit Befürchtungen einer drohenden Konjunkturschwäche, ausgelöst durch die Schuldenkrise, war Triebfeder des Preisverfalls. 3. Ertragslage Auch im Geschäftsjahr 2010 hat die Quantum GmbH ihre wirtschaftlichen Ziele erreicht. Da gemäß dem Geschäftsmodell der Quantum GmbH alle am Großhandelsmarkt realisierten Preiskonditionen grundsätzlich „1:1“ an ihre Kunden weitergegeben werden, bleibt sie von Auswirkungen der allgemeinen Marktpreisentwicklung unbelastet. Die Umsatzerlöse der Quantum GmbH im Jahr 2011 betrugen 427.251 T€. Der Umsatz, der -87- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 fast ausschließlich mit Gesellschaftern und Partnern erzielt wurde, ist gegenüber dem Vorjahr um 21,0 % gestiegen. Die Erlöse stammen zu 71,0 % aus dem Stromverkauf. Weitere 27,7 % resultieren aus Erdgaslieferungen. Die übrigen Erlöse mit einem Anteil von 1,3 % gehen auf die Dienstleistungen an Gesellschafter und Partner zurück. Auf der Einkaufsseite unterhält die Quantum Handelsbeziehungen zu etablierten nationalen und internationalen Unternehmen der Energiebranche. Durch erhöhte Dienstleistungsentgelte ist im Jahre 2011 ein nennenswerter Gewinn erzielt worden. Bei entsprechendem Beschluss der Gesellschafterversammlung wird dieser zur weiteren Stärkung der Rücklagen der Gesellschaft verwendet. Der Anstieg der Personalaufwendungen resultiert vor allem aus dem Anstieg der Mitarbeiterzahl sowie dem Anstieg der Entgelte und Sozialabgaben. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind imBerichtsjahr um 934 T€ angestiegen. Dies ist im Wesentlichen aus dem Aufwand für zwei Einzelwertberichtungen (547 T€) zurückzuführen. Zusätzlich stiegen der Aufwand für Rechts- und Beratungskosten um rd. 113 T€ sowie die Kosten für Öffentlichkeitsarbeit und Internetauftritt um rd. 90 T€ an. 2011 T€ + Umsatzerlöse -Materialaufwand Rohertrag -Personalaufwand Abschreibungen -Sonstige betriebliche Aufwendungen + Sonstige betriebliche Erträge Betriebsergebnis + Zinserträge -Zinsaufwendungen Finanzergebnis Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -Ertragsteuern Jahresüberschuss 427.251 -422.183 5.068 -2.033 -226 -2.169 422 1.062 153 -121 32 2010 T€ Veränderung T€ 74.021 -73.254 767 -341 -90 -934 413 -185 74 11 85 % 21,0 -21,0 17,8 -20,2 -66,2 -75,6 4.588,9 -14,8 93,7 8,4 160,4 353.230 -348.929 4.301 -1.692 -136 -12.35 9 1.247 79 -132 -53 1.094 -282 812 1.194 -248 946 -100 -34 -134 -8,4 -13,7 -14,2 -88- Stadt Oberhausen 4. Finanz- und Vermögenslage Beteiligungsbericht 2011 Kapitalflussrechnung Jahresüberschuss Abschreibungen/Zuschreibungen auf das Anlagevermögen Zunahme/Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions-oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions-oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen Cash-Flow aus der Investitionstätigkeit Auszahlungen aus Eigenkapitalabgang Cash-Flow aus der Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode 2011 2010 -T€812 226 418 -T€946 136 -3.320 ± ± ± -33.363 11.530 = = = = + = -31.907 -35 -161 -196 0 0 -32.103 32.945 842 9.292 -116 -394 -510 -44 -44 8.738 24.207 32.945 Insbesondere durch den starken Rückgang der Verbindlichkeiten aus Energielieferungen wurde ein negativer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erzielt. Dies führte zu einem entsprechenden Absinken des Finanzmittelfonds. Gleichzeitig konnte die Eigenkapitalquotedeutlich erhöht werden. 2011 T€ Summe Eigenkapital Summe Fremdkapital Bilanzsumme 2.720 20.710 23.430 2010 T€ 1.908 54.073 55.981 Veränderung T€ 812 -33.363 -32.551 % 42,6 -61,7 -58,1 % Eigenkapitalquote Fremdkapitalquote 11,6 88,4 % 3,4 96,6 Das Anlagevermögen der Quantum wird in voller Höhe durch das Eigenkapital gedeckt. Es ist geplant, als Vorsorge für künftige operative Risiken weitere Beträge in die Gewinnrücklagen einzustellen. 5. Nachtragsbericht Ereignisse von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben. -89- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 6. Risikobericht Die Quantum GmbH wurde gegründet, um ihren Gesellschaftern und Partnern einen transparenten, effizienten, Synergie nutzenden Zugang zu den Beschaffungsmärkten des Energie-Großhandelsmarktes zu ermöglichen. Satzungsgemäß können Gesellschafter nur Unternehmen werden, die zu mindestens 50 % in kommunalem Eigentum stehen. Das wesentliche Merkmal des Geschäftsmodells besteht darin, dass keine Marktpreisrisiken von der Quantum getragen werden. Auf dieser Grundlage entwickelt die Quantum die ihren Gesellschaftern und Partnern angebotenen Produkte weiter. Als Konsequenz hält die Quantum GmbH keine Positionen am Markt auf eigenes Risiko und gibt Energie zu den am Markt erzielten Konditionen an die Gesellschafter und Partner weiter. Diese erhalten damit Zugriff auf die Großhandelspreise ohne Margenaufschläge. Die Betriebskosten der Quantum werden durch Dienstleistungsentgelte finanziert, deren Höhe die Gesellschafterversammlung im Zuge der Wirtschaftsplanung beschließt. Im Risikohandbuch der Quantum sind die Grundsätze für die risikobewusste Ausgestaltung des Geschäftsbetriebs beschrieben. Die Umsetzung überwacht ein Risiko-Komitee, das aus Vertretern der Gesellschafter, der Geschäftsführung und dem Risikomanager der Quantum GmbH besteht. Alle wesentlichen Entwicklungen der Quantum GmbH erfolgen in enger Abstimmung mit dem RisikoKomitee, dem Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung. Für die Quantum GmbH wesentliche Risiken liegen weiterhin im operativen Bereich. Zur Minimierung von Risiken bei der Bearbeitung insbesondere von Beschaffungsvorgängen sind die wesentlichen Prozesse mit Kontrollschritten dokumentiert und werden ständig weiterentwickelt. Die eingesetzten IT-Systeme werden ebenfalls ständig weiter entwickelt und auf den neuesten Stand gebracht - soweit für Quantum relevant - und Schnittstellen werden optimiert. Wichtiger Gegenstand der permanenten Prozess- und IT-Entwicklung ist der Mitgliederbereich im Internetauftritt der Quantum, in dem die Kunden Bestellungen abgeben und Berichte einsehen können. Besonderes Augenmerk wird weiterhin auf die Sicherstellung der Liquidität gerichtet, die durch konsequente und zeitnahe Überwachung der Zahlungsziele sowie ein effektives Mahnwesen erreicht wird. Gravierendere Folgen für die Energiemärkte könnte die aktuelle Novellierung der Regulierung für die Finanzmärkte haben (MiFID, Markets in Financial Instruments Directive), die sich auch auf die Energiemärkte auswirkt und deren Anwendung im schlimmsten Fall die Liquidität der Energiemärkte erheblich verringern könnte. Über Verbände und andere Interessenvertretungen bringt die Branche ihre Belange in das Gesetzgebungsverfahren ein, um die Marktliquidität zu erhalten. 7. Prognosebericht 7.1. Rahmenbedingungen Der europäische Gesetzgeber beabsichtigt nach der Finanzmarktkrise 2008 mehr Kontrolle und Einblick in die Märkte zu gewinnen und regulatorische Schlupflöcher zu schließen. Davon ist auch der Energiemarkt, insbesondere der Großhandel mit elektrischer Energie, Erdgas und Treibhaus-Emissionsrechten betroffen. Europaweit einheitliche Regelungen entfalten direkt ihre Gesetzeskraft durch den Erlass von Verordnungen, z.B. die REMIT-Regulation on Energy Market Integrity and Transparency. Diese werden von überarbeiteten Richtlinien flankiert, die nachfolgend in nationales Recht der jeweiligen EU-Mitglieder umgesetzt werden müssen, z.B. mit dem Markttransparenzstellen-Gesetz. Für Quantum erwachsen aus den Transparenzanforderungen dezidierte Reportinganforderungen u.a. über abgeschlossene außerbörsliche OTC-Kontrakte. Besondere Anstrengungen wird die Gesellschaft auf die Darstellung der Risikoabsicherung aller abgeschlossenen Geschäfte (sog. Hedge) richten, da keine rein spekulative Position gehalten wird. Wir erwarten eine deutliche Ressourcenbindung bei Aufbau und Betrieb eines Berichtswesens, welches die gestellten regulatorischen Anforderungen ordnungsgemäß erfüllt. Abzuwarten bleibt die Entwicklung, ob sich die Umsatzanteile des derzeit dominierenden außerbörslichen Großhandels zu den politisch gewünschten Handelsplätzen Börse bzw. Clearinghäusern verlagern. Quantum verfolgt die laufende Ausgestaltung des Regulierungsrahmens aktiv über Verbände und Interessengruppen. Dazu überprüft und bewertet sie die neuen Vorschriften hinsichtlich der Relevanz und mögliche Auswirkungen auf die eigene unternehmerische Tätigkeit. Dies ermöglicht eine frühzeitige Ausrichtung auf die kommenden Anforderungen. 7.2. Gesellschafterangelegenheiten Im kommenden Jahr rechnet die Quantum mit neuen Gesellschaftern und Partnern. Insgesamt geht die Geschäftsführung weiterhin von einem moderaten Wachstum der Kundenbasis und des Dienstleistungsangebotes aus. -90- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die ab 2012 deutliche degressive Mengen-Staffelung der Basis-Entgelte unterstützt diese Entwicklung genauso wie die Erweiterung der Basisdienstleistungen um die Prognose. Beide Maßnahmen führen zu Vorteilen bei den bestehenden Gesellschaftern. Sie machen die Quantum aber auch attraktiver für neue Gesellschafter. 7.3. Operatives Geschäft Durch die Übernahme von 49 % der Anteile an der lekker Energie - GmbH, Berlin/ Heinsberg, durch die Stadtwerke Krefeld AG, Krefeld, wird sich das Beschaffungsvolumen der Quantum GmbH für die Stadtwerke Krefeld beginnend mit dem Jahre 2012 nachhaltig ausweiten. Für das 2. Quartal 2012 wird die voll strukturierte Beschaffung von Differenz-Energie und Spotenergie gänzlich operationalisiert. Dabei stehen den Gesellschaftern im Bereich Gas ab dem 1. Oktober 2012 zwei neue Produkte zur Verfügung, "Differenzenergie Gas" und "Spot-Mengen Gas". Diese Produkte vervollständigen die strukturierte Beschaffung am Kurzfristmarkt. Sie verbinden die Möglichkeit einer optimierten Bewirtschaftung des gesamten Gasportfolios mit einem fairen und transparenten Abrechnungssystem. Die Dienstleistungen zum Absatzportfoliomanagement werden in 2012 bis zur Angebotsreife entwickelt und mit den ersten Gesellschaftern umgesetzt. Das Gesamtpaket umfasst die Bereitstellung der erforderlichen IT-Infrastruktur inkl. der Anbindung an bestehende Systeme, den Ausbau des Online-Reportings und Beratungsleistungen bezogen auf die Prozesskette zwischen Vertrieb und Beschaffung. Das Projekt zum Ausbau des Online-Mitglieder-Portals erreicht 2012 nach umfangreichen konzeptionellen Vorarbeiten und Erweiterungen die nächsten Umsetzungsphasen. Zunächst werden die bestehenden Strom-Module um entsprechende Module für den Gas-Bereich erweitert und im Anschluss wird der gesamte Bestell- und AbwicklungsProzess integriert. Weitere Schritte sind die Integration mit dem Projekt "Absatzportfoliomanagement" und die Erweiterung um das Berichtswesen im Erzeugungsportfoliomanagement. Mit der Einführung von EEG-Überführungszeitreihen (EUZ) wird ab dem 1. April 2012 die Amprion GmbH, Dortmund, in der Rolle des Übertragungsnetzbetreibers die Bilanzkreisverantwortung für EEG-Bilanzkreise an die Verteilnetzbetreiber mit <100.000 Entnahmestellen abtreten. Dabei ermöglicht es die Quantum ihren Gesellschaftern über eine weitere Dienstleistung, sowohl diese Bilanzkreisverantwortung zu übernehmen als auch die vorgegebenen Prozesse abzubilden. Die Quantum wird ihren Gesellschaftern somit erstmals eine Dienstleistung im Aufgabenbereich der Verteilnetzbetreiber anbieten. Das EEG verpflichtet Verteilnetzbetreiber, regenerative Erzeugungsanlagen an ihr Netz anzuschließen, den Strom aufzunehmen, zu verteilen, zu übertragen und auch nach den gesetzlichen Vorgaben an die Anlagenbetreiber zu vergüten. Die Quantum plant ihren Premium-Kunden in 2012 eine weitere Dienstleistung im Themenbereich für Verteilnetzbetreiber anzubieten. Durch die Novellierung des EEG zum 1. Januar 2012 bietet der Gesetzgeber den Anlagenbetreibern zusätzliche Instrumente zur Direktvermarktung an. Demnach hat der Anlagenbetreiber zum einen die Wahl der gesetzlichen Vergütung, zum anderen die Möglichkeit der Direktvermarktung eines Teils oder der gesamten erzeugten Strommenge aus Erzeugungsanlagen. Für die Inanspruchnahme des Direktvermarktungsmodells mit Nutzung der Marktprämie ergeben sich für den Anlagenbetreiber zusätzliche Chancen für Mehrerlöse im Vergleich zur gesetzlichen Einspeisevergütung. Auch auf diesem Themengebiet plant die Quantum sich zu positionieren und ihren Gesellschaftern eine weitere Dienstleistung anzubieten. Erste Anlagen einzelner Gesellschafter sind derzeit im Wechselprozess in das Vermarktungsmodell bzw. wurden im Bereich der Bilanzkreisführung bereits umgestellt. 7.4. Organisation Seit 2008 wird der Arbeitsbereich Finanzbuchhaltung / Rechnungswesen im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags durch die Stadtwerke Krefeld AG abgedeckt. Große Teile dieser Aufgaben werden in 2012 in die Quantum zurückverlagert. Dies schafft kurze Wege und dient der Effizienzverbesserung in den Prozessen Verbuchen von Vorgängen und im Bereich der Ausgangszahlung. Für Aufgaben der Vertriebsunterstützung wurde im Herbst 2011 eine weitere Stelle geschaffen. In 2012 wird Personal für den Bereich der erneuerbaren Energien eingestellt, um damit für die wichtige und zukunftsträchtige Erweiterung des Geschäftsfeldes im Bereich der erneuerbaren Energie die notwendigen Kapazitäten zu schaffen. Die Quantum hat zu Ende des Geschäftsjahres 2011 einen Personalbestand von 23 Mitarbeitern. Ein weiterer vorsichtiger Ausbau der Personalkapazitäten ist abhängig von der Inanspruchnahme neuer Dienstleistungen, die sich aus der Umsetzung strategischer Projekte ergeben. Düsseldorf, 31. März 2012 Quantum GmbH Die Geschäftsführung Dirk Hardt -91- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -92- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -93- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 strasserauf GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Ronsdorfer Straße 74 40233 Düsseldorf Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Dortmunder Energie- und WasserversorgungsGmbH Energie Nordeifel GmbH & Co.KG evo Energieversorgung Oberhausen AG Stadtwerke Duisburg AG Gegenstand des Unternehmens: Der Vertrieb und der Handel mit Energie vorrangig in den Vertriebsgebieten der Gesellschafter sowie die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich der Energieversorgung im Rahmen der §§ 107 ff. der Gemeindeordnung NordrheinWestfalen. Die Produkte und Dienstleistungen sollen das Leistungsspektrum der Gesellschafter und damit der mittelbar beteiligten Kommunen ergänzen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Wichtige Verträge 0800-78727737283 0211-73288872 info@strasserauf.de http://www.strasserauf.de/ GmbH 25,00 T€ 7,50 2,50 7,50 7,50 % 30,00 10,00 30,00 30,00 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Divé, Michael (bis 21.02.2011) Heise, Sven (ab 21.02.2011 - 31.12.2011) Mucke, Arnd (ab 01.01.2012) Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Vorstand der evo AG -94- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht Geschäft und Rahmenbedingungen Die Gesellschaft ist eine kleine Kapitalgesellschaft und damit nach dem HGB nicht zur Aufstellung eines Lageberichts verpflichtet. Ein Lagebericht ist jedoch nach Maßgabe des Gesellschaftsvertrags in entsprechender Anwendung der Vorschriften des HGB für große Kapitalgesellschaften aufzustellen. Der Sitz der Gesellschaft ist Düsseldorf. Nach der Gründung der strasserauf GmbH (strasserauf) im September 2009 startete am 22. Oktober 2009 der Online-Stromvertrieb von strasserauf an private Endkunden. strasserauf liefert ausschließlich Ökostrom aus vom TÜV-Süd zertifizierter Schweizer Wasserkraft. Neben hoher Transparenz und einer fairen Preisgestaltung sollte durch innovative Produktmerkmale das Leistungsspektrum der Gesellschafter und damit der mittelbar beteiligten Kommunen ergänzt werden. Im stark umkämpften wettbewerblichen Strommarkt sollte strasserauf zudem als Erfahrungsfeld fungieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Gesellschafter sichern. Entsprechend dem Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 3. Mai 2011 wurde der Geschäftsbetrieb von strasserauf unter Einsatz von eigenem Personal zum 31. Dezember 2011 eingestellt. Die Gesellschafter waren sich einig, dass die ursprünglich angestrebten Projektziele des Projektes „strasserauf“ in dem vorgegebenen Finanzierungsrahmen nicht erreicht werden können. Ursächlich für diese Entscheidung waren folgende Entwicklungen: ⇒ Die einschlägig prognostizierten hohen Wechselraten für die Stammhäuser sind ausgeblieben. strasserauf hatte somit auch weniger wechselwilliges Kundenpotential als prognostiziert. ⇒ Zum Scheitern des Projektes hat zusätzlich beigetragen, dass der Call- und Billigdienstleister die versprochene Servicequalität nicht gewährleisten konnte. ⇒ Die ersten Marketingmaßnahmen waren nicht bzw. nicht schnell genug im Bezug auf die Kundenakquisition erfolgreich. Vorrangiges Ziel des Geschäftsjahres 2011 war die ordnungsgemäße Abwicklung und Einstellung des operativen Geschäfts zum 31. Dezember 2011. Trotzdem sollten die Stammhäuser als verlässliche Partner im Markt wahrgenommen werden. Deshalb wurden die Bestandskunden von strasserauf weiter beliefert. Es fand jedoch keine aktive Marktbearbeitung mehr statt. In 2011 wurden folgende Schritte zur ordnungsgemäßen Abwicklung der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft eingeleitet: ⇒ Einstellung sämtlicher Marketingmaßnahmen ab Mai 2011, ⇒ Kündigung des Dienstleistungsvertrags mit ARVATO zum 31. Dezember 2011, ⇒ Kündigung aller Mitarbeiter zum 31. Dezember 2011, ⇒ Kündigung der angemieteten Büroräume zum frühest möglichen Zeitpunkt (31. Januar 2013), ⇒ Auflösung des operativen Bürobetriebs in Düsseldorf im Dezember 2011, ⇒ Veräußerung verwertbarer Vermögensgegenstände der strasserauf im Dezember 2011. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Wie im Vorjahr ist der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011 in Abkehr vom Grundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufgestellt worden. -95- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Das Geschäftsjahr 2011 wurde maßgeblich durch die konzeptionellen Änderungen der Ausrichtung der Gesellschaft beeinflusst. Die Umsätze blieben hinter den ursprünglich geplanten Werten zurück. 2011 Ist 2010 Ist Abweichung Umsatz in TEUR 641 467 174 Jahresfehlbetrag in TEUR Im Berichtszeitraum wurden keine Investitionen vorgenommen. 1.734 1.668 66 Die Liquidität der Gesellschaft war durch die Bereitstellung eines Gesellschafterdarlehens zu jedem Zeitpunkt gesichert. Hauptziel des Finanzmanagements des Unternehmens ist auch weiterhin die Sicherstellung der Unternehmensliquidität. Diese ist durch vertraglich zugesagte und abgerufene Gesellschafterdarlehen, sowie weitere geplante Kosteneinsparungen, bis 2012/2013 gesichert. Finanzielle Leistungsindikatoren 2011 TEUR 2010 TEUR 363 346 Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Cash Flow -aus laufender Geschäftstätigkeit -aus der Investitionstätigkeit -aus der Finanzierungstätigkeit -2.023 0 2.085 -1.283 -113 1.413 425 363 Infolge der erzielten Verluste und des Wegfalls der Fortführungsprognose hat sich die Eigenkapitalsituation erwartungsgemäß weiter verschlechtert. Dem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag in Höhe von 3.867 TEUR stehen Gesellschafterdarlehen in Höhe von 4.200 TEUR gegenüber, die im Rang hinter sämtlichen Verbindlichkeiten zurückstehen. Aufgrund der Unternehmensgröße ist ein formales Risikomanagementsystem nicht implementiert. Die Geschäftsführung wurde in 2011 kontinuierlich über vorliegende Erkenntnisse in allen Bereichen durch regelmäßige stattfindende Sitzungen informiert. Falls notwendig wurden risikobegrenzende Maßnahmen in diesen Sitzungen besprochen, festgelegt und die Risiken in ihrer Entwicklung verfolgt. Auf diese Weise wurde die Risikoerfassung eng mit dem bestehenden Controlling-Prozess verbunden. -96- Stadt Oberhausen Ausblick Beteiligungsbericht 2011 Die Gesellschaft soll nicht liquidiert werden und die Unternehmenshülle soll bestehen bleiben. Die aktive Geschäftstätigkeit mit eigenem Personal wurde zum 31. Dezember 2011 eingestellt. Die operative Führung des ab dem 1. Januar 2012 weiter notwendigen Geschäftsbetriebs der strasserauf zur Überleitung der Kunden auf die evo AG hat die evo AG mit Wirkung zum 1. Januar 2012 übernommen. Die Überleitung der Kunden auf die evo AG mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 soll erfolgen, sobald die betrieblichen und prozessualen Voraussetzungen in 2012 gegeben sind. Nach erfolgter Überführung der Kunden kann die Gesellschafterversammlung erneut weiter über die Führung und die Ausrichtung der Gesellschaft entscheiden. Die ordnungsgemäße Einstellung des operativen Geschäfts schließt auch die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschafter über den 31. Dezember 2011 hinaus ein. Auf die Rückzahlung des Gesellschafterdarlehens soll durch entsprechende Erklärungen der Gesellschafter gestaffelt bis zum Jahr 2016 verzichtet werden. Die Marke „strasserauf“ kann von der Energieversorgung Oberhausen AG fortgeführt werden und bedingt in diesem Falle eine Umbenennung der Gesellschaft. Ab 2012 wird nach derzeitigen Erkenntnissen ein Jahresfehlbetrag im mittleren fünfstelligen Bereich erwartet. Die Liquidität der Gesellschaft ist zunächst für 2012 und 2013 aus den vorhandenen liquiden Mitteln gesichert, da das operative Geschäft in 2012 von einem Gesellschafter mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2012 übernommen worden ist und die Gesellschafter beabsichtigen auf die Verzinsung Ihres Gesellschafterdarlehens zu verzichten. Darüber hinaus sind weitere Darlehensverzichte der Gesellschafter geplant. Die Zins- und Darlehensverzichtsvereinbarungen sind noch nicht schriftlich abgeschlossen. Eine erste Vereinbarung dazu wird im Laufe des Jahres 2012 erwartet. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Abschluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ereignet. Düsseldorf, den 30. Mai 2012 strasserauf GmbH Geschäftsführung -97- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -98- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -99- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Rüttenscheider Straße 27-37 45128 Essen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: Dortmunder Energie- und WasserversorgungsGmbH Dortmunder Stadtwerke AG evo Energieversorgung Oberhausen AG Stadtwerke Bochum AG Stadtwerke Dinslaken GmbH Stadtwerke Duisburg AG Stadtwerke Essen AG Gegenstand des Unternehmens: Der Gegenstand des Unternehmens ist die Beteiligung an der Evonik Steag GmbH als Unternehmen der Energieversorgung, die Erbringung von Dienstleistungen gegenüber ihren Gesellschaftern und der Evonik Steag GmbH, sowie die Sicherung der nachhaltigen Energieversorgung durch Energieversorgungsunternehmen mit kommunaler Beteiligung. Wichtige Verträge 0208/ 8350 0208/835 2620 service@evo-energie.de GmbH & Co. KG 1,00 T€ 0,18 0,18 0,06 0,18 0,06 0,19 0,15 % 18,00 18,00 6,00 18,00 6,00 19,00 15,00 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Geschäftsführung der KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH -100- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2010 2011 % T€ 1.275.152,68 2,03 6.975,38 164,10 0,0 97,7 2,3 361.174,36 9.191,45 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ Veränderungen % T€ 77,5 637.576,34 21,9 180.586,17 0,6 1.108,03 -82,05 % 17.879.818,81 31,77 -100,00 Bilanzsumme 7.141,51 100,00 1.645.518,49 100,00 819.188,49 22.941,64 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ % T€ 529.457,03 14.489,59 % T€ % 32,2 264.728,52 0,9 7.244,80 15.324,94 7.141,51 100,0 1.101.571,86 66,9 547.215,18 Bilanzsumme 7.141,51 100,00 1.645.518,49 100,00 819.188,49 22.941,64 bb) GuV 2010 T€ Umsatzerlöse Materialaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern aufgrund einer Gewinngemeinschaft, eines Gewinn- oder Teilgewinnabführungsvertrags abgeführte Gewinne Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2011 T€ 1.480,97 1.008,14 110,98 11,29 4.367,70 164,10 218.600,00 895,26 152,81 35.334,58 0,00 180.154,83 164,10 -164,10 12.649,40 36,27 23.726,52 0,00 143.578,54 0,00 143.578,54 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2010 Umsatzrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -1010,00 31.12.2011 11.297,01 83.763,50 Angaben in % T€ T€ % Stadt Oberhausen dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2010 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,00 100,00 Beteiligungsbericht 2011 31.12.2011 0,25 32,18 67,82 Angaben in % % % e) Lagebericht Bei diesem Lagebericht handelt es sich um einen zusammengefassten Lagebericht für den KSBG-Konzern und die KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG. Auf die wirtschaftliche Entwicklung der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG wird in einem gesonderten Abschnitt dieses Lageberichts eingegangen. Der Konzernabschluss wurde nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und der Einzelabschluss nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Geschäftstätigkeit und Struktur Gesellschaftsstruktur Die KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG (im Folgenden KSBG KG oder Unternehmen) ist ein Konsortium aus sieben deutschen Stadtwerke-Gesellschaften der Rhein-Ruhr-Region. Gegenstand des Unternehmens ist neben der Beteiligung an der STEAG GmbH (vormals: Evonik Steag GmbH; im Folgenden STEAG GmbH), und der Erbringung von Dienstleistungen gegenüber Gesellschaftern und STEAG GmbH insbesondere die Sicherung des kommunalen Einflusses auf die Energieversorgung im Rahmen der Daseinsvorsorge. Dieser öffentliche Zweck wurde mit der Mehrheitsbeteiligung an der STEAG GmbH erreicht. Darüber hinaus betreibt die KSBG KG drei dezentrale Anlagen, die im Geschäftsjahr 2011 von einer Konzerngesellschaft erworben wurden. Mit Kaufvertrag vom 17./18. Dezember 2010 hat die KSBG KG insgesamt 51 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH von der Evonik Industries AG (im Folgenden Evonik), sowie der RBV Verwaltungs-GmbH (im Folgenden RBV), einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Evonik, erworben. Der Vollzug des Kaufvertrags (Closing) ist am 02. März 2011 erfolgt. Somit ist die KSBG KG erstmals für das Geschäftsjahr 2011 gem. § 290 HGB zur Aufstellung eines Konzernabschlusses verpflichtet, in den neben der STEAG GmbH alle wesentlichen in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen werden. Die KSBG KG und Evonik haben eine Vereinbarung geschlossen, die darauf abzielt, dass die KSBG KG in dem Zeitraum vom 01. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2017 die verbleibenden 49 Prozent der Anteile übernehmen kann. Gleichzeitig hat RBV die vertraglich festgelegte Option, ihre Beteiligung an der STEAG GmbH im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2016 vollständig an die KSBG KG zu übertragen. Basierend auf den Regelungen des Kaufvertrags wurde im Optionsvertrag eine Kaufpreisregelung für die verbleibenden Anteile vereinbart. Die RBV erhält eine Garantiedividende, die im Zeitpunkt der Optionsausübung auf den Kaufpreis angerechnet wird. Auf Basis dieser vertraglichen Regelungen sind die Anteile der RBV in Höhe von 49 Prozent nach IAS 27 bereits bei Abschluss des Kauf- und des Optionsvertrags der KSBG KG wirtschaftlich zuzurechnen. In der Bilanz des KSBGKonzerns werden in der Folge für die RBV keine Minderheitenanteile ausgewiesen. Es wird eine Kaufpreisverbindlichkeit für 49 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH bilanziert. Geschäft Da die KSBG KG im Wesentlichen Holdingfunktionen ausübt, wird die Tätigkeit des KSBG-Konzerns (oder kurz KSBG oder Konzern) durch die Tätigkeit der STEAG GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (im Folgenden kurz STEAG oder STEAG-Gruppe) bestimmt. Darüber hinaus nutzt die KSBG KG im Wesentlichen die bei der STEAG GmbH eingerichteten Prozesse und Systeme, um die Geschäftstätigkeit des Konzerns zu überwachen. Hierzu zählen beispielweise Risiko- und Finanzmanagement sowie weitere kaufmännische Prozesse. KSBG ist in der Energieerzeugung tätig. Als international tätige Unternehmensgruppe bietet KSBG seinen Kunden integrierte Lösungen im Bereich der Strom- und Wärmeerzeugung sowie technische Dienstleistungen an. Zu den Kernkompetenzen gehören Planung, Realisierung und Betrieb sowohl von Großkraftwerken als auch von dezentralen Anlagen sowie die kraftwerksbasierte Stromvermarktung. Grundlage für die Energieerzeugung sind sowohl fossile Brennstoffe als auch – seit bereits über einem Jahrzehnt – erneuerbare Energien. -102- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Als einer der größten Stromerzeuger in Deutschland betreibt der Konzern elf Kraftwerke sowie über 200 dezentrale Anlagen zur Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien bzw. dezentrale Anlagen für die Industrie und zur Wärmeversorgung. Auf der Grundlage langjähriger Erfahrung im Strom-, Kohle- und CO2-Geschäft hat KSBG im Energiehandel eine hohe Handelskompetenz aufgebaut und ein breites Produkt- und Dienstleistungsportfolio etabliert. Im Bereich Brennstoffe ist KSBG einer der führenden Importeure und Vermarkter für Steinkohle mit eigenem Verschiffungsprogramm. KSBG importiert Steinkohle aus den wichtigsten Produzentenländern für die Versorgung sowohl der KSBG-Kraftwerke als auch für die Kunden im Kohlehandelsgeschäft. Im Ausland hat KSBG eigene Steinkohlekraftwerke in Kolumbien, in der Türkei und auf den Philippinen und arbeitet dort jeweils eng mit lokalen Partnern zusammen. Das Kraftwerk in der Türkei ist die größte Auslandsinvestition innerhalb des Konzerns und hat eine Leistung von 1.320 Megawatt (MW). Die installierte Leistung beträgt weltweit insgesamt etwa 9.400 MW, davon rund 7.700 MW in Deutschland. KSBG hat eine große Expertise in der Modernisierung bestehender Anlagen und bietet Lösungen für eine maßgeschneiderte Energieversorgung an, die umweltfreundlich und zugleich wirtschaftlich ist. KSBG ist Vorreiter bei effizienten Technologien zur Steinkohleverstromung, die sich durch einen hohen Wirkungsgrad und Ressourcenschonung auszeichnen. KSBG ist Spezialist in der Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette im Kraftwerksprozess. In der Verwertung von Reststoffen aus Steinkohlekraftwerken ist KSBG europäischer Marktführer. In Deutschland besitzt der Konzern eine führende Position bei der Erzeugung von Strom und Wärme aus Grubengas sowie Biomasse und ist einer der führenden Anbieter beim Aufbau von Fernwärmeversorgung auf der Basis von Geothermie. KSBG entwickelt in Deutschland und im Ausland Windenergieprojekte und verfolgt international solarthermische Projekte. Umfassende Leistungen und professionelle Engineering-Lösungen für alle Bereiche der Stromerzeugung gehören zum Kompetenzfeld von KSBG. Dafür sind die Ingenieure der Tochtergesellschaft STEAG Energy Services GmbH weltweit im Einsatz. In Indien, Brasilien, der Türkei, der Schweiz und den USA sind Tochtergesellschaften aktiv. STEAG Energy Services (India) Pvt. Ltd. ist mit über 700 Mitarbeitern die mitarbeiterstärkste ausländische Tochtergesellschaft des KSBG-Konzerns. In Indien und der Türkei finden sich derzeit die größten ausländischen Engagements des Konzerns. Integriertes Geschäftsmodell Die KSBG KG mit Sitz in Essen ist das Mutterunternehmen des Konzerns. Sie hält heute 51 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH mit Sitz in Essen. Diese wiederum hält direkt und indirekt die Anteile an den zum Konzern gehörenden Tochterunternehmen. Die KSBG KG hat Leitlinien für die Gesellschaften der STEAG-Gruppe entwickelt. Hierauf basierend obliegt der STEAG GmbH die strategische und operative Leitung der Geschäftsbereiche des Konzerns, bestehend aus dem Geschäftsbereich Kraftwirtschaft (Kraftwerke im In- und Ausland, Fernwärme, Power Minerals, Energy Services) sowie dem Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen. Diese Organisationsform spiegelt das integrierte Geschäftsmodell des Konzerns wider. Im Geschäftsbereich Kraftwirtschaft bildet das nationale und internationale Projektgeschäft die Grundlage für anspruchsvolle technische Lösungen beim Kraftwerksbetrieb. Das Geschäftsfeld Fernwärme ergänzt die deutschen Erzeugungsaktivitäten durch die Vermarktung von Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen. Das Geschäftsfeld Power Minerals sorgt für den wirtschaftlichen, sinnvollen Einsatz der in Steinkohlekraftwerken produzierten Reststoffe, im Wesentlichen in der Bauindustrie. Die Ingenieure im Geschäftsfeld Energy Services entwickeln seit Jahrzehnten Konzepte für konventionelle und erneuerbare Anlagen, planen und realisieren diese Anlagen und bieten umwelttechnische Dienstleistungen an. Aktivitäten rund um die dezentrale Energieerzeugung (auf Basis erneuerbarer Energien und Industrieversorgungslösungen) sind im Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen gebündelt. Organisatorische Veränderungen Die KSBG KG wurde am 01. Dezember 2010 gegründet. Der Konzern ist durch den Erwerb der Anteile an der STEAG GmbH am 02. März 2011 entstanden. Im Zuge der Trennung der STEAG GmbH aus dem Konzern der Evonik wurde bei STEAG eine weitestgehende Loslösung aus dem organisatorischen Verbund der Evonik umgesetzt. Verbunden damit waren die Überarbeitung von Regularien, die Umstellung von Verträgen und der Wechsel von Mitarbeitern aus dem Evonik-Konzern zur STEAG GmbH. Zwischen der KSBG KG und der STEAG GmbH wurde am 28. Juni 2011 ein Gewinnabführungsvertrag unterzeichnet, der für das am 01. Juli 2011 beginnende Geschäftsjahr der STEAG GmbH wirksam wurde. -103- Stadt Oberhausen Wesentliche Verträge Beteiligungsbericht 2011 Zum 31. Dezember 2012 endet die Laufzeit einer Reihe von zwischen STEAG und dem Großkunden RWE Power AG (im Folgenden RWE Power) bislang langfristig geschlossenen Stromverträgen. RWE Power war in einzelnen Verträgen eine Verlängerungsoption eingeräumt worden. RWE Power hat ihren Vertragspartner jeweils fristgerecht, erstmals im Dezember 2010, darüber informiert, dass Optionsrechte zur Verlängerung von Verträgen nicht in Anspruch genommen werden. Seit Ende 2010 wurden in erheblichem Umfang strategische, operative und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, die die Vermarktung der Kraftwerksleistung auch zukünftig unter den neuen Rahmenbedingungen ermöglicht. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Laufe des Jahres 2011 verlangsamt. Der Anstieg des weltwirtschaftlichen BIP (Bruttoinlandsprodukt) betrug 2011 nur noch 3,8 Prozent (2010: 5,1 Prozent). Verantwortlich dafür zeigte sich neben der europäischen Schuldenkrise auch der offene fiskalpolitische Kurs der USA. Wesentliche Treiber der Weltwirtschaft waren wie schon in den Vorjahren China und Indien mit Wachstumsraten von 9,1 Prozent bzw. 7,5 Prozent. In der Türkei verlangsamte sich das Wachstum im Laufe des Jahres von 9,0 Prozent auf 7,4 Prozent - Auswirkungen der sich verschlechternden weltwirtschaftlichen Entwicklung. Insgesamt hat sich das Wachstum der Schwellenländer zwar deutlich verringert (2011: 6,6 Prozent vs. 2010: 8,4 Prozent), es liegt allerdings weiterhin deutlich über dem der Industriestaaten. Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft hat sich nach einem starken Start zu Jahresbeginn ab dem zweiten Quartal und insbesondere im zweiten Halbjahr deutlich verlangsamt. Hauptgrund war die Eskalation der europäischen Schuldenkrise im Sommer. Auch das verlangsamte Wachstum der Weltwirtschaft hat dazu beigetragen. Dennoch waren die Produktionskapazitäten der deutschen Wirtschaft überdurchschnittlich ausgelastet. Das Vorkrisenniveau von Anfang 2008 wurde bereits wieder erreicht. 2011 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt um voraussichtlich 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Treibende Kräfte waren vor allem die Ausrüstungs- und die Bauinvestitionen sowie der inländische Konsum. Als weitere Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs legte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 2011 deutlich zu, so dass die Zahl der Arbeitslosen auf knapp unter drei Millionen und die deutsche Arbeitslosenquote auf ca. 7 Prozent fiel. Die Zahl der Arbeitslosen befand sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 1991, die Zahl der Erwerbstätigen erreichte ihren Höchststand in der Geschichte der Bundesrepublik. Energiewirtschaftliche Entwicklung Im Herbst 2010 wurde von der Bundesregierung ein neues Energiekonzept verabschiedet. In einer bis zum Jahr 2050 reichenden Zielorientierung wurden Leitlinien für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung festgelegt. Die erneuerbaren Energien sollen den Hauptanteil am künftigen Energiemix ausmachen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch soll 80 Prozent im Jahr 2050 betragen. Die Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke wurden um durchschnittlich zwölf Jahre verlängert. Die Kernenergie wurde zu einer Brückentechnologie bis zum entsprechenden Ausbau der erneuerbaren Energien erklärt. Die dramatischen Ereignisse vom 11. März 2011 im Kernkraftwerk Fukushima in Japan führten zunächst zu einem Moratorium für die sieben ältesten Kernkraftwerke in Deutschland. Einbezogen wurde ebenfalls das aufgrund zahlreicher Zwischenfälle seit Jahren vom Netz getrennte Kernkraftwerk Krümmel. Für einen Zeitraum von drei Monaten wurden diese Kraftwerke vorläufig außer Betrieb genommen und die Rolle der Kernenergie in Deutschland wurde neu bewertet. Nach Ablauf der drei Monate kam es zu einer Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik. An Stelle der im Herbst 2010 entschiedenen Verlängerung der Laufzeiten wurde nun ein Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 beschlossen. Die während des Atommoratoriums abgeschalteten Kernkraftwerke Biblis A, Biblis B, Neckarwestheim, Brunsbüttel, Isar 1, Unterweser und Philippsburg 1 sowie das Kernkraftwerk Krümmel bleiben auch nach dem Moratorium dauerhaft vom Netz. Die übrigen Kernkraftwerke werden schrittweise bis spätestens 2022 abgeschaltet. Alle anderen Ziele des 2010er Energiekonzepts wurden beibehalten. Im Rahmen eines umfangreichen Gesetzespaketes wurde eine Reihe von Novellen bestehender Gesetze, wie zum Beispiel Atomgesetz, Erneuerbare-Energien-Gesetz und Energiewirtschaftsgesetz, sowie die Einführung neuer Gesetze, zum Beispiel das Netzausbaubeschleunigungsgesetz, beschlossen. Die Zustimmung im Bundesrat erfolgte am 08. Juli 2011. Das beschlossene Gesetzespaket sowie noch weitere Gesetze, die folgen werden, sollen das Rahmenwerk für die deutsche Energiewende darstellen. Energieverbrauch und -erzeugung 1 1 Alle Daten zu Energieverbrauch und -erzeugung sind vorläufige Angaben der AG Energiebilanzen e.V. und des BDEW. -104- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Aufgrund der milden Witterung zu Jahresbeginn und zum Jahresende sank der Energieverbrauch 2011 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr deutlich. Damit entwickelte sich der Energieverbrauch gegenläufig zur Gesamtwirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Energieverbrauch um knapp 5 Prozent gesunken. Damit verbunden ist ein Rückgang im Verbrauch von Steinkohle um ca. 0,7 Prozent bzw. bei der Nutzung in Kraftwerken um 2 Prozent. Der Erdgasverbrauch ging 2011 um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch 2011 erhöhte sich um 4,1 Prozent auf rund 11 Prozent. Der Stromverbrauch ist 2011 relativ stabil geblieben, die Stromerzeugung hingegen ist um rund 2,5 Prozent gesunken (2010: 628 TWh auf 2011: 612 TWh). Grund waren höhere Stromimporte nach Deutschland aufgrund der vorgezogenen Abschaltung der acht Kernkraftwerke. Dadurch sank die Stromerzeugung aus Kernenergie um 22 Prozent auf rund 110 TWh, ihr Anteil an der Gesamterzeugung sank auf unter 20 Prozent. Den höchsten Anteil an der Stromerzeugung hatte die Braunkohle mit 25 Prozent. Sie verzeichnete ein Plus von rund 4 Prozent und stieg auf ca. 153 TWh. Die Stromerzeugung aus Erdgas erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent auf rund 85 TWh, der Anteil lag somit bei 14 Prozent. Den höchsten Zuwachs konnten die erneuerbaren Energien verzeichnen. Ihr Anstieg betrug 16 Prozent. Sie leisteten damit einen Beitrag an der Gesamterzeugung von rund 122 TWh, was ca. 20 Prozent entspricht. Die Stromerzeugung aus Steinkohle blieb in etwa gleich bei rund 116 TWh, der Anteil an der Gesamterzeugung betrug 19 Prozent. Es war allerdings erwartet worden, dass nach der Abschaltung der Kernkraftwerke vermehrt SteinkohleKraftwerke eingesetzt würden. Dies bestätigte sich bisher nur geringfügig. Denn insgesamt ist die Auslastung der Steinkohlekraftwerke aufgrund des zunehmenden Einsatzes von Anlagen auf der Basis von erneuerbaren Energien zurückgegangen. Hier machten sich vor allem der schnelle Anstieg und die vorrangige Stromeinspeisung von Windkraftund Photovoltaikanlagen bemerkbar. Sowohl in Indien als auch in der Türkei wurden hohe Zuwachsraten beim Stromverbrauch erreicht. Durch das stetige Wirtschafts- und das hohe Bevölkerungswachstum der letzten Jahre stieg der Stromverbrauch in beiden Ländern kontinuierlich an. Im Jahr 2011 lag das Wachstum jeweils über 8 Prozent; für die nächsten Jahre wird eine ähnlich positive Entwicklung erwartet. Energiepreisentwicklung Hinsichtlich der Preisentwicklung an den Brennstoffmärkten wurde die Marktentwicklung im ersten Halbjahr noch vorrangig durch die Unruhen in Nordafrika und im Nahen/Mittleren Osten sowie durch das Erdbeben und den Tsunami in Japan geprägt. Im zweiten Halbjahr waren die negativen Aussichten für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft sowie insbesondere auch die europäische Schuldenkrise zunehmend spürbar. Nach Höchstständen für Rohöl von durchschnittlich 120 $/bbl im April 2011 sank der Rohölpreis bis zum Jahresende auf unter 110 $/bbl. Nachdem der für den europäischen Steinkohlemarkt relevante Preisindex API#2 im ersten Quartal auf das höchste Niveau seit Oktober 2008 geklettert war (~ 134 $/t), war im weiteren Verlauf des Jahres eine deutliche Entspannung zu beobachten. Grund war vor allem der Nachfragerückgang infolge der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung. Die Konjunkturerwartungen drückten im zweiten Halbjahr 2011 ebenfalls den Preis für die CO2-Zertifikate. Bis Ende Mai waren die Preise auf bis zu 17 €/t CO2 gestiegen. Hauptgrund war die Erwartung, dass durch die Außerbetriebnahme der acht Kernkraftwerke in Deutschland zum Ausgleich mehr Kohlekraftwerke eingesetzt würden und der Zertifikatebedarf dadurch steigen würde. Ende des Jahres notierten die CO2-Preise nur noch bei knapp über 7 €/t CO2. Ein Grund waren auch hier die negativen Konjunkturaussichten, aufgrund derer die Industrie mit einem niedrigeren Energieverbrauch rechnet. Dies würde zu einem geringen Bedarf an Emissionsrechten führen. Hinzu kam, dass die Europäische Kommission 300 Millionen Zertifikate aus der Neuanlagenreserve an die „European Investment Bank“ zum Verkauf übertragen hat, was zusätzlich den Preis drückte. Die Preise am deutschen Strommarkt waren im Jahr 2011 besonders geprägt von der Entwicklung der Wirtschaft und der Brennstoffpreise sowie dem zügigen Ausbau der erneuerbaren Energien und der Abschaltung der acht Kernkraftwerke. Insgesamt zeigten sich die Preise instabil. Nachdem aufgrund des Kernkraft-Moratoriums die Preise im ersten Quartal gestiegen waren und sie dann bis August wieder fielen, gab es bis zum November wieder einen Aufwärtstrend. Im Dezember lag der durchschnittliche Spotpreis mit 42,9 €/MWh im Base und 53,5 €/MWh im Peak auf dem niedrigsten Stand seit August 2011. Insbesondere das milde Wetter zum Jahresende sorgte für eine niedrigere Nachfrage. Im Gesamtdurchschnitt des Jahres lagen sowohl die Base- als auch die Peak-Preise geringfügig über denen der vergangenen beiden Jahre. Strategie Strategische Weiterentwicklung Der KSBG-Konzern verfolgt die folgenden strategischen Ansätze, um die sich bietenden Zukunftschancen zu nutzen: Es ist ein verstärkter Ausbau im Bereich der regenerativen Energien geplant. Dies umfasst Aktivitäten im Inland und im Ausland. Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen zum Ausbau der vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützten „Fernwärmeschiene Ruhr“ geschaffen werden. Weitere strategische Aspekte sind, den Konzern als führende -105- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 kommunale Erzeugungs-, Handels- und Dienstleistungsplattform in Deutschland zu etablieren sowie aufbauend auf dem bestehenden Produktportfolio auch international führend mit Engineering-Dienstleistungen entlang der Energieerzeugung zu werden. Die KSBG KG will die Position des Konzerns auf dem deutschen Energiemarkt stärken. Ziel ist es, den inländischen Kraftwerkspark unter den veränderten Rahmenbedingungen auch zukünftig wettbewerbsfähig aufzustellen und die Handelskompetenz zu verbreitern. Der Trend zur dezentralen Energieerzeugung bietet Chancen, das Geschäft mit Stadtwerken bzw. kommunalen Partnern auszubauen. Das umfasst auch den Ausbau der erneuerbaren Energien (insbesondere in den Bereichen Bioenergie, Geothermie und Wind). Der Konzern ist mit seinen in Deutschland bereits genehmigten eigenen Standorten flexibel aufgestellt und bereitet sich auch darauf vor, zum Beispiel in Kooperation mit anderen Unternehmen in neue Kraftwerksprojekte wie im Bereich Gas zu investieren, wenn die Rahmenbedingungen wirtschaftlich vertretbares Handeln ermöglichen. Die angestrebte Vernetzung der Fernwärmeschienen im Ruhrgebiet kann hierbei gute Möglichkeiten eröffnen. Auch international will der Konzern wachsen. Ziel ist es, einerseits am weltweit wachsenden Markt für erneuerbare Energien teilzuhaben und andererseits von der weiterhin bestehenden großen Nachfrage nach hocheffizienten Kohlekraftwerken zu profitieren. Damit will KSBG an dem steigenden Strombedarf in internationalen Energiemärkten partizipieren. Gerade in Ländern mit einem stark wachsenden Stromverbrauch, wie der Türkei oder Indien, wird die Kompetenz der STEAG-Gesellschaften für fossile Kraftwerke sehr geschätzt. Das internationale Netzwerk des Konzerns und zahlreiche Referenzen aus über 40 Ländern sowie das langjährige Ingenieur- und Betriebsführungs-Know-how bieten dem Konzern dabei eine sehr gute Ausgangsposition. 5-Punkte-Programm Der Konzern hat im zweiten Halbjahr 2011 ein 5-Punkte-Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beschlossen. Im Rahmen des Programms bezieht der Konzern verstärkt neue Großkunden und Stromhändler in der Vermarktung ein und entwickelt neue Geschäftsaktivitäten wie Dienstleistungsangebote im technischen Bereich. KSBG intensiviert zudem die Aktivitäten bei Stadtwerken – schon heute arbeitet der Konzern mit über 100 kommunalen Versorgern zusammen – und plant bei den erneuerbaren Energien höhere Investitionen. Teil des Programms ist auch die Optimierung des Kraftwerksbetriebs, beispielsweise durch eine weitere Automatisierung, Erweiterung der Kohlebänder und verbesserte Steuerungstechnik. In den Verwaltungen an Ruhr und Saar werden die Prozesse gestrafft und bis 2013 sollen insgesamt mehr als 20 Millionen € pro Jahr eingespart werden. Auch eine erhöhte Flexibilisierung wird verfolgt, zum Beispiel durch unterschiedliche Anteile an Projekten sowohl in der Projektentwicklungsphase als auch in der Realisierung und im Betrieb. Außerdem werden im Konzern Arbeitszeitmodelle zum flexibleren Kraftwerkseinsatz erarbeitet. Es ist geplant, bis Ende 2013 insgesamt rund 200 Stellen abzubauen, etwa die Hälfte davon in den Verwaltungen des Konzerns an Ruhr und Saar. Dazu sind im Dezember 2011 ein Rahmeninteressenausgleich und Konzernsozialplan vereinbart worden. Im Jahr 2012 steht die Entscheidung über den weiteren Betrieb für die älteren Steinkohlekraftwerksblöcke Herne 3, Lünen 6/7 sowie West 1/2 in Voerde an. Eine Entscheidung kann erst nach weiteren Beobachtungen der Situation auf dem Energiemarkt im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2012 getroffen werden. In Abhängigkeit von den dann zu treffenden Beschlüssen könnte es zu einem zusätzlichen Abbau von bis zu 400 Stellen kommen. Forschung und Entwicklung Forschungsschwerpunkte KSBG selbst betreibt keine Grundlagenforschung. Der Schwerpunkt der FuE-Aktivitäten des Konzerns liegt in der Entwicklung von Techniken, die KSBG im Geschäft direkt einsetzen kann. Das Interesse liegt im Wesentlichen im Bereich der Optimierung des Betriebs von Kraftwerken. Dazu gehören zum Beispiel Untersuchungen zur Nutzung von „Mikrodiagnosetechniken“, um sich anbahnende Komponentenstörungen frühzeitig zu erkennen. Weitere Entwicklungsmaßnahmen betreffen IT-Werkzeuge für die optimierte Fahrweise von Kraftwerken und Entwicklungen, die die Fehlererkennung und die Instandhaltung erleichtern. Im STEAG-Kraftwerk am Standort Herne wird die CO2-Abscheidung gemeinsam mit Evonik näher untersucht. Das Ziel ist, die Eignung verschiedener CO2-Abscheideabsorbentien zu untersuchen. Die Versuchsanlage wird derzeit in Betrieb genommen. Die mit weiteren Partnern vorangetriebenen Vorhaben zur Untersuchung der Machbarkeit hocheffizienter konventioneller Kraftwerke (700° C-Technologie) sind genehmigt und gestartet worden. Speicher gewinnen mit wachsendem Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung immer mehr an Bedeutung. In einem Pilotprojekt errichtet der Konzern gemeinsam mit Partnern am STEAG-Kraftwerksstandort Fenne in Völklingen (Saarland) einen Lithium-Ionen-Stromspeicher. Das Projekt wird im Rahmen der Forschungsinitiative LIB 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Eine andere Möglichkeit besteht in der Erzeugung von Wasserstoff zu Zeiten von Überschussstrom, der dann in Grenzen im Erdgasnetz gespeichert werden kann. KSBG beteiligt sich hier mit anderen Partnern an der dena „Power to Gas“-Initiative. Im Zusammenhang mit der wachsenden -106- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Einspeisung erneuerbarer Energien in die Stromnetze stehen auch die Erhöhung der Dynamik der vorhandenen Kraftwerksblöcke und die Absenkung der Mindestlast im Mittelpunkt der FuE- Aktivitäten. Biomasse und Biogas stellen einen wichtigen Stützpfeiler der erneuerbaren Energien dar. Die Weiterentwicklung der bestehenden Techniken ist daher von hoher Bedeutung. Basierend auf den Erfahrungen der in Betrieb befindlichen KSBG-Anlagen werden unter Nutzung der Kontakte aus den internationalen Aktivitäten weitere Quellen für Biomasse erschlossen und deren Analyse sowie Aufbereitungsmöglichkeiten erforscht. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Offenburg und dem Energieversorger Badenova untersucht STEAG New Energies GmbH die energetische Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, die in Biogasanlagen verwertet werden. Auch die Energieumwandlung beim Endverbraucher sowie die Energiespeicherung werden im Rahmen des „Industry on Campus“-Projektes erforscht. Wirtschaftliche Entwicklung des KSBG-Konzerns Ertragslage Ergebnis 2011 Wie bereits dargestellt ist der KSBG-Konzern im Geschäftsjahr 2011 durch den Erwerb der Beteiligung an der STEAG GmbH durch die KSBG KG entstanden. Vorjahreszahlen betreffen das Rumpfgeschäftsjahr vom 01. Dezember bis 31. Dezember 2010 der KSBG KG. Gewinn- und Verlustrechnung KSBG-Konzern 01.12. 31.12.2010 2.506,2 -13,3 11,3 545,2 -1.824,4 -337,5 -145,5 -244,1 497,9 42,9 -102,2 5,1 5,8 -48,4 449,5 -52,9 396,6 38,1 358,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 -0,1 0,0 0,0 -0,1 -0,1 0,0 -0,1 0,0 -0,1 In Millionen € Umsatzerlöse Bestandsveränderung der Erzeugnisse Andere aktivierte Eigenleistungen Sonstige betriebliche Ertäge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen und Wertminderungen Sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern Zinserträge Zinsaufwendungen Ergebnis aus at Equity bilanzierten Unternehmen Sonstiges Finanzergebnis Finanzergebnis Ergebnis vor Ertragsteuern Ertragsteuern Ergebnis nach Steuern davon entfallen auf Andere Gesellschafter Anteilseigner der KSBG KG (Konzernergebnis) 2011 -107- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Außenumsatz nach Geschäftsgebieten 01.12. 31.12. 2010 0,0 2011 In Millionen € Kraftwirtschaft Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen KSBG-Konzern 2.282,8 223,4 2.506,2 Der Außenumsatz beträgt 2.506,2 Millionen €. Die Umsatzerlöse im Geschäftsbereich Kraftwirtschaft sind durch ein im Durchschnitt des Jahres 2011 hohes Niveau der Steinkohlepreise als Bestandteil des Strompreises und des Kohlehandels geprägt. Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten mit 399,3 Millionen € die Auflösung des passiven Unterschiedsbetrags aus der erstmaligen Konsolidierung der STEAG GmbH. Zu weiteren Erläuterungen bezüglich der Kaufpreisallokation im Rahmen des Erwerbs der STEAG-Anteile wird auf den Konzernanhang unter der Anhangziffer (4.2) „Unternehmenszusammenschlüsse“ verwiesen. Die Abschreibungen und Wertminderungen von 145,5 Millionen € betrafen mit 53,7 Millionen € Wertminderungen, davon entfielen 49,7 Millionen € auf fünf Biomasseanlagen. In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 244,1 Millionen € sind unter anderem Aufwendungen aus der Bewertung von Derivaten (59,4 Millionen €) sowie Kursverluste aus der Bewertung von Fremdwährungspositionen (18,3 Millionen €) enthalten. Das Ergebnis vor Ertragsteuern betrug 449,5 Millionen € und ist im Wesentlichen durch die Vereinnahmung des passiven Unterschiedsbetrags von 399,3 Millionen € geprägt. Der Konzernanteil am Ergebnis betrug 358,5 Millionen €. Energieabsatz Der gesamte Energieabsatz aus eigener und für Kunden betriebener Leistung im Bereich Kraftwirtschaft betrug im 2 Zeitraum ab März 2011 28.785 GWhä . Der Wärmeabsatz aus dem Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen belief sich auf 1.478 GWhth und der Stromabsatz auf 1.301 GWhel ab. Finanzlage Finanzwirtschaftliches Risikomanagement Das Finanzmanagement im KSBG Konzern wird für die Konzerngesellschaften im Wesentlichen von der STEAG GmbH vorgenommen. Die STEAG GmbH führt dies im Rahmen eines im Jahr 2011 mit der KSBG KG sowie der KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH als Komplementärin der KSBG KG geschlossenen Dienstleistungsvertrags auch für diese Gesellschaften durch. STEAG GmbH sowie ihre direkten und indirekten Tochtergesellschaften waren bis zur wirksamen Übertragung der Anteile an die KSBG KG in das Finanzmanagement der Evonik eingebunden. Seither wird die Steuerung der Mittelaufnahmen sowie der Bürgschaften und Garantien der STEAG Konzerngesellschaften zentral durch die STEAG GmbH wahrgenommen. Wesentliche Ziele des Finanzmanagements sind die Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit und die Begrenzung von Refinanzierungsrisiken. Die STEAG GmbH verfügt über ein flexibles Instrumentarium zur Absicherung der Kapitalerfordernisse aus laufender Geschäftstätigkeit sowie aus Investitionen und Tilgungen von Finanzschulden, welches auch Anwendung auf die KSBG KG findet. Zur Reduzierung der externen Kreditaufnahmen wurden Liquiditätsüberschüsse in einem Cash-Pool auf Ebene von STEAG genutzt, um den Finanzbedarf in anderen Konzerngesellschaften zu decken. Ein weiteres wesentliches Ziel des Finanzmanagements ist es, die Einhaltung der in Kreditverträgen der KSBG KG enthaltenen Kennzahlen sicherzustellen. Die KSBG KG hat zur Finanzierung eines Teils des Kaufpreises für die Anteile an der STEAG GmbH einen Kreditvertrag mit einem Bankenkonsortium geschlossen. Zu den wesentlichen Konditionen dieses Konsortialkreditvertrags gehört die Einhaltung von Finanzkennzahlen, die sich auf Basis des Konzern- bzw. des Einzelabschlusses der KSBG KG zu ermitteln sind. Auf Basis des Konzernabschlusses sind Vorgaben zum Nettoverschuldungsgrad als Verhältnis von Nettoverschuldung und adjustiertem EBITDA sowie zur Eigenkapitalquote einzuhalten. Darüber hinaus gibt der Kreditvertrag die Schuldendienstdeckungsquote als einzuhaltende Kennzahl vor. Diese wird aus den Angaben des Einzelabschlusses als Verhältnis von Cashflow zu Schuldendienst ermittelt. Dabei ist der Schuldendienst Summe aus Netto-Zinsaufwand und Tilgungsaufwendungen definiert. 2 Energieabsatz in GWhä umfasst elektrische und thermische Energie, wobei die thermische in eine äquivalente elektrische -108- Menge umgerechnet wurde. Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Finanzierungspolitik Im Rahmen des Erwerbs von 51% der Anteile an der STEAG GmbH wurde der KSBG KG ein Konsortialkredit von einem Bankenkonsortium aus fünf deutschen Banken zur Verfügung gestellt. Dieser Konsortialkredit beinhaltet mehrere Fazilitäten mit Laufzeiten von bis zu fünf Jahren. Neben den bereitgestellten Mitteln für den Anteilserwerb beinhaltet der Konsortialkreditvertrag auch eine Fazilität, welche der KSBG KG auf eigener Ebene zu Zwecken der allgemeinen Unternehmensfinanzierung zur Verfügung steht. Innerhalb des KSBG-Konzerns stellte STEAG GmbH für viele Gesellschaften des Konzerns die Finanzmittel zur Verfügung und übernahm von den Konzerngesellschaften überschüssige Liquidität. In geringem Umfang nahmen Tochtergesellschaften der KSBG KG auch selbst Fremdmittel im Bankenmarkt auf bzw. legten überschüssige Liquidität dort an. In diesen Fällen erfolgte die Mittelaufnahme unter Besicherung der STEAG GmbH. Die drei Kraftwerksgesellschaften im Ausland sind non-recourse finanziert, das heißt die Auszahlung der Kredite erfolgte an die Projektgesellschaften. Die Projektgesellschaften haften mit ihren Cashflows, ein Rückgriff auf die Muttergesellschaft STEAG GmbH ist nicht möglich (non-recourse). Seit der Beendigung des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der Evonik und der Evonik Steag GmbH zum 31. Dezember 2010 hat die STEAG GmbH ein eigenes Finanzmanagement aufgebaut. Zum 01. Januar 2011 wurde das von STEAG GmbH und STEAG Tochtergesellschaften bisher mit Evonik durchgeführte Cash Pooling auf die STEAG GmbH umgestellt. Die STEAG GmbH als Obergesellschaft war bis zum Wirksamwerden des Kaufvertrags als einzige Gesellschaft direkt in das Cash-Pooling der Evonik einbezogen. Um ein Minimum externer Kreditaufnahmen zu erzielen, werden Liquiditätsüberschüsse in einem Cash-Pool auf Ebene der STEAG GmbH eingesetzt. Dadurch wird der entstehende Finanzbedarf in anderen Konzerngesellschaften gedeckt. Im Rahmen des Anteilserwerbs wurden u.a. Bürgschaften, die bisher von Evonik für die Gesellschaften der STEAGGruppe gegeben wurden, ab 2011 von der STEAG GmbH übernommen. Finanzierungsstruktur Zum 31. Dezember 2011 stand den Finanzverbindlichkeiten von 2.185,6 Millionen € ein Finanzvermögen von 774,3 Millionen € gegenüber. Das Finanzvermögen besteht aus flüssigen Mitteln. Wesentlicher Bestandteil der Finanzverbindlichkeiten sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, insbesondere für die KSBG KG, das Kraftwerk Walsum 10 und die Kraftwerksgesellschaften im Ausland. Wesentlicher Bestandteil der finanziellen Vermögenswerte sind die Forderungen aus Finanzierungsleasing in Höhe von1.549,6 Millionen €. Zur Optimierung des Net Working Capitals wurden im Geschäftsjahr 2011 Kohlebestände im Rahmen eines Sale-andBuy-Back-Vertrages an Banken veräußert. In der Berichtsperiode wurden Vorräte in Höhe von 29,1 Millionen € veräußert. Aus diesen Sale-and-Buy-Back-Verträgen besteht eine Rückkaufverpflichtung ab 2012, die zu Abrufen im Rahmen der betrieblich notwendigen Verbräuche führen werden. Der KSBG-Konzern verfügt über keine weiteren außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente, die einen wesentlichen Einfluss auf die derzeitige und zukünftige Finanz- und Ertragslage, die Liquidität oder sonstige Bilanzposten haben. Die KSBG hat den Erwerb von 51 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH teilweise fremdfinanziert. In diesem Zusammenhang hat sie ein Akquisitionsdarlehen in Höhe von 200,0 Millionen € mit einer Laufzeit bis zum 17. Dezember 2012 mit einjähriger Verlängerungsoption sowie ein Akquisitionsdarlehen in Höhe von 282,8 Millionen € mit einer Laufzeit bis zum 17. Dezember 2015 aufgenommen. Es wird beabsichtigt, das erstgenannte Akquisitionsdarlehen durch die langfristige Aufnahme eines Schuldscheindarlehens zu refinanzieren. Für die Finanzierung der laufenden operativen Tätigkeit verfügt die KSBG über eine Kreditlinie in Höhe von 25,0 Millionen €, die ihr bis zum 17. Dezember 2015 zur Verfügung steht. Somit ist die Liquidität für KSBG gesichert. Investitionen KSBG verfolgt mit zielgerichteten Investitionsprojekten den Erhalt guter Wettbewerbspositionen und die Expansion in Geschäfte und Märkte, in denen Potenziale für nachhaltiges, profitables Wachstum und hohe Renditechancen gesehen werden. Jedes Projekt wird detaillierten strategischen und wirtschaftlichen Analysen unter Berücksichtigung von Sensitivitäten und Szenarien zur Abbildung wesentlicher Risiken unterzogen. Die Projekte müssen geschäftsspezifische und risikoadjustierte Mindestrenditeanforderungen erfüllen, die auch die Deckung konzernübergreifender Funktionskosten berücksichtigen. -109- Stadt Oberhausen Sach- und Finanzinvestitionen 2011 In Millionen € Kraftwirtschaft Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen Erwerb STEAG-Gruppe Sonstige KSBG-Konzern 102,3 44,3 995,3 2,5 1.144,4 Beteiligungsbericht 2011 01.12 31.12.2010 0,0 Die Investitionen betrugen insgesamt 1.144,4 Millionen €. Hierin enthalten sind 995,3 Millionen € aus dem Zugang der STEAG-Gruppe. Darüber hinaus wurden Investitionen in Höhe von 149,1 Millionen € getätigt. Diese übertrafen die Abschreibungen von 91,8 Millionen € deutlich. Hiervon entfallen 122,5 Millionen € auf Sachinvestitionen. Mit 79,3 Prozent entfiel der größte Teil dieser Sachinvestitionen von 122,5 Millionen € auf den Geschäftsbereich Kraftwirtschaft. Größtes Einzelprojekt war die Errichtung des 790-MW-Steinkohlekraftwerks in Duisburg-Walsum. Weitere 18,9 Prozent dieser Sachinvestitionen entfallen auf den Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen. Regional lag der Schwerpunkt der genannten Sachinvestitionen des Konzerns mit einem Anteil von 83,4 Prozent in Deutschland. Cashflow Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 462,3 Millionen € Hierbei ist zu berücksichtigen, dass insbesondere im Ausland größere Forderungsbeträge mit einer Verschiebung von wenigen Arbeitstagen erst zu Beginn des Jahres 2012 ausgeglichen wurden. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug 523,3 Millionen €. Dieser enthält insbesondere die Auszahlung des Darlehens zur Kaufpreisfinanzierung, das durch die KSBG KG aufgenommen wurde. Kapitalflussrechnung KSBG-Konzern (Kurzfassung) 01.12. 31.12.2010 462,3 -219,5 523,3 8,2 774,3 -3,5 0,0 3,5 0,0 0,0 In Millionen € Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Cashflow aus Investitionstätigkeit Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Einfluss von Wechselkurs- und sonstigen Wertänderungen auf die flüssigen Mittel Flüssige Mittel zum 31. Dezember 2011 Vermögenslage Bilanzstruktur Die Bilanzsumme stieg bedingt durch die erstmalige Konsolidierung der STEAG GmbH im Geschäftsjahr von 3,5 Millionen € auf 5.133,2 Millionen €. Die langfristigen Vermögenswerte machten mit 3.343,4 Millionen € etwa 65,1 Prozent der Bilanzsumme aus. Die kurzfristigen Vermögenswerte betrugen 1.789,8 Millionen € und somit 34,9 Prozent der Bilanzsumme. Die langfristigen Vermögenswerte sind zu rund 122,1 Prozent durch langfristiges Kapital gedeckt. Die kurzfristigen Vermögenswerte übersteigen das kurzfristige Fremdkapital um rund 70,1 Prozent. -110- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Neben dem Eigenkapital von 1.248,7 Millionen € weist der Konzern insbesondere in Höhe von 2.832,2 Millionen € langfristiges Fremdkapital aus. Hierin enthalten sind im Wesentlichen finanzielle Verbindlichkeiten mit 1.711,2 Millionen € und Pensionsverpflichtungen mit 617,6 Millionen €. Die finanziellen Verbindlichkeiten enthalten mit 481,9 Millionen € die Kaufpreisverbindlichkeit für den Erwerb der verbleibenden 49 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH. Des Weiteren werden Verbindlichkeiten in Höhe von 255,5 Millionen € aus dem Konsortialkredit der KSBG KG ausgewiesen. Das kurzfristige Fremdkapital beträgt 1.052,3 Millionen € und entfällt insbesondere auf Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (284,9 Millionen €) und finanzielle Verbindlichkeiten (474,4 Millionen €). Letztere betreffen mit 235,5 Millionen € den kurzfristigen Teil des Konsortialkreditvertrags. Wirtschaftliche Entwicklung der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co. KG Die KSBG KG wurde am 01. Dezember 2010 gegründet. Eine Vergleichbarkeit mit dem Rumpfgeschäftsjahr vom 01. Dezember bis 31. Dezember 2010 ist daher nicht gegeben. Gewinn- und Verlustrechnung der KSBG KG In Millionen € Umsatzerlöse Materialaufwand Abschreibungen und Wertminderungen Sonstige betriebliche Aufwendungen Beteiligungsergebnis Finanzergebnis Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern Abzuführende Garantiedividende Jahresüberschuss / -fehlbetrag 2011 0,7 -0,5 -0,1 -2,2 109,3 -17,2 90,0 -6,3 -11,9 71,8 01.12. 31.12.2010 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 -0,1 -0,1 0,0 0,0 -0,1 Mit dem Verkauf von Wärmelieferungen aus den zum 01. Juli 2011 erworbenen dezentralen Anlagen erzielte die Gesellschaft Umsatzerlöse in Höhe von 0,7 Millionen €. Diese Erlöse entfallen ausschließlich auf Kunden im Inland. Der Betrieb der dezentralen Anlagen verursachte einen Materialeinsatz von 0,5 Millionen €, der im Wesentlichen auf den Heizöleinsatz zurückzuführen war. Die im normalen Umfang vorgenommenen Wartungsarbeiten beeinflussten den Materialaufwand nur geringfügig. Unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen wurden im Wesentlichen Rechts- und Beratungskosten, die im Zusammenhang mit dem Beteiligungserwerb der STEAG GmbH standen Aufwendungen aus Dienstleistungsverträgen sowie die von der KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH weiterbelasteten Geschäftsführungsaufwendungen ausgewiesen. -111- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Aus dem mit der STEAG GmbH geschlossene Ergebnisabführungsvertrag erzielte die Gesellschaft Beteiligungserträge in Höhe von 109,3 Millionen €. Das im Berichtszeitraum negative Finanzergebnis in Höhe von 17,2 Millionen € wurde wesentlich durch den bestehenden Konsortialkredit bestimmt. Den angefallenen Zinsaufwendungen und Bereitstellungsprovisionen in Höhe von 17,6 Millionen € standen Zinserträge aus laufenden Bankguthaben von 0,4 Millionen € gegenüber. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beinhalten für das abgelaufene Geschäftsjahr im Wesentlichen angefallene Gewerbesteuervorauszahlungen und Gewerbesteuerrückstellungen in Höhe von 6,3 Millionen €. Bilanz der KSBG KG Aktiva In Millionen € Sachanlagen Finanzanlagen Anlagevermögen Vorräte Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Flüssige Mittel Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Nicht durch Vermögen gedeckte Verlustanteile Summe Aktiva Passiva 31.12.2011 2,0 635,5 637,5 0,2 112,8 67,6 180,6 4,6 0,0 822,7 31.12.2010 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,5 0,1 3,6 In Millionen € Kapitalanteile Rücklagen Jahresüberschuss Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Summe Passiva 31.12.2011 0,0 192,9 71,8 264,7 7,2 550,8 822,7 31.12.2010 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 3,6 3,6 Der Abschluss der KSBG KG weist zum 31. Dezember 2011 eine Bilanzsumme von 822,8 Millionen € aus. Die Bilanzsumme der Gesellschaft erhöhte sich um 819,2 Millionen €. Die Veränderung im Anlagevermögen ist im Wesentlichen geprägt durch den Erwerb von 51 Prozent der Anteile an der STEAG GmbH. Das Finanzanlagevermögen in Höhe von 635,5 Millionen € betrifft ausschließlich die Beteiligung an der STEAG GmbH. Daneben erwarb die Gesellschaft zum 01. Juli 2011 drei dezentrale Anlagen. Diese Investition erhöhte das Sachanlagevermögen unter Berücksichtigung vorgenommener planmäßiger Abschreibungen um 2,1 Millionen €. Die Veränderung im Umlaufvermögen ist geprägt durch den Anstieg der Forderung aus dem Ergebnisabführungsvertrag (im Folgenden EAV) und der flüssigen Mittel. Der mit Wirkung ab dem 01. Juli 2011 geschlossene EAV schlägt sich in den Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen mit 109,3 Millionen € nieder. Die flüssigen Mittel erhöhten sich um 67,6 Millionen €. Durch erstrangige Verpfändungsverträge beschränkt sich die freie Verfügbarkeit der flüssigen Mittel auf 18,1 Millionen €. Der Rechnungsabgrenzungsposten betrifft im Wesentlichen durch Kreditauszahlung angefallene Nebenkosten und wird linear über die Laufzeit der Kredite aufgelöst. Das Eigenkapital erhöhte sich um 264,8 Millionen €. Einzahlungen der Kommanditisten in die Kapitalanteile (1.000,00 €) und in die Rücklagen (195,7 Millionen €) standen Entnahmen aus den variablen Kapitalkonten von 2,8 Millionen € gegenüber. Der Jahresüberschuss beträgt 71,9 Millionen €. Die Eigenkapitalquote beträgt 32,2 Prozent. Die ausgewiesenen Rückstellungen betragen 7,2 Millionen € und berücksichtigen im Wesentlichen Risiken aus der Kaufpreisabrechnung für den Erwerb der Anteile an der STEAG GmbH sowie Steuerrückstellungen für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 3,4 Millionen €. Der Anstieg der Verbindlichkeiten um 547,2 Millionen € ist im Wesentlichen auf den Konsortialkreditvertrag über 528,0 Millionen € zurückzuführen. Zum Bilanzstichtag betrug die Verbindlichkeit aus diesem Vertrag 495,3 Millionen €. Darüber hinaus erhöhten sich die Verbindlichkeiten durch ein von der STEAG GmbH gewährtes kurzfristiges Darlehen -112- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 um 20,0 Millionen €, das zur Tilgung eines Teils des Konsortialkreditvertrags genutzt wurde. Darüber hinaus wurde von den Kommanditisten der KSBG KG ein zinsloses Darlehen in Höhe von 17,9 Millionen € gewährt. Die an die RBV zu zahlende Garantiedividende erhöhte die Verbindlichkeiten um 11,9 Millionen €. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Mitarbeiter Entwicklung der Mitarbeiterzahlen Zum Jahresende 2011 waren im Konzern 5.766 Mitarbeiter beschäftigt, hierbei betrug der Anteil der weiblichen Beschäftigten 13 Prozent. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter lag bei 43 Jahren. Über 30 Prozent der Beschäftigten waren außerhalb Deutschlands tätig. Mitarbeiter nach Geschäftsbereichen Kraftwirtschaft Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen Verwaltung 31.12.2011 4.589 804 373 31.12.2010 - Konzern 5.766 0 Die KSBG KG beschäftigt keine eigenen Mitarbeiter. Ausbildung Die Ausbildungsquote im Konzern betrug zum Jahresende 2011 mehr als 5 Prozent. Die berufliche Erstausbildung ist ein wesentliches Instrument, kontinuierlich für qualifizierten Nachwuchs im Unternehmen zu sorgen. Im vergangenen Jahr wurden bei der STEAG GmbH und ihren Tochtergesellschaften über 290 junge Menschen in rund 20 anerkannten Berufen ausgebildet. Für den Konzern handelt es sich beim Heranführen junger Menschen an die Berufsfähigkeit sowohl um eine Investition in die Zukunft des Konzerns als auch um die Übernahme sozialer Verantwortung. Die hohen Bewerberzahlen bestätigen die Attraktivität des Konzerns als Ausbildungsbetrieb. In der nach Mitarbeitern größten ausländischen Tochtergesellschaft in Indien führt KSBG derzeit 55 ausgebildete junge Ingenieure im Rahmen eines Traineeprogrammes an Theorie und Praxis in Betrieb und Instandhaltung von Kraftwerken heran. Nach Abschluss des Programms können die Trainees gezielt im indischen Kraftwerksmarkt eingesetzt werden. Demografiefeste Personalarbeit Die Gestaltung einer demografiefesten Personalarbeit ist eine zentrale personalpolitische Herausforderung im Konzern. Gerade in Zeiten rasanter Veränderungen ist es wichtig, die mittel- und langfristigen strategischen Ziele der Personalarbeit nicht aus den Augen zu verlieren. Insbesondere die Sicherung der für das Geschäft spezifischen Qualifikationen ist unabdingbar. Ein Beitrag dazu ist der Studiengang Energietechnik, der gemeinsam mit anderen Unternehmen der Energiebranche entwickelt wurde. Über die Sicherstellung der fachlichen Qualifikationen hinaus wird es gerade in einem Umfeld schneller Veränderungen immer wichtiger, persönliche Kompetenzen (wie zum Beispiel Führungskompetenzen) zu entwickeln und zu sichern. Vor diesem Hintergrund wurde ein Potenzialträgerprogramm aufgelegt, das im November 2011 gestartet ist. Dieses Programm dient der Unterstützung und Entwicklungsbegleitung von Nachwuchsführungskräften. Ein weiteres unverzichtbares Element einer demografiefesten Personalarbeit ist der Erhalt von Know-how und Wissen, das durch langjährige Berufserfahrung erworben wurde. Um dieses Wissen im Unternehmen zu sichern, wurde das Projekt „Wissenstransfer“ an verschiedenen Kraftwerksstandorten aufgelegt und 2011 erfolgreich abgeschlossen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen unternehmensweit eingesetzt werden. LIFE-Programm Zur ganzheitlichen Ausrichtung gehört im Konzern darüber hinaus das betriebliche Gesundheitsmanagement. Inzwischen ist das LIFE-Programm (Langfristige Individuelle Förderung der Eigenverantwortung) zur Stärkung der Gesundheitskompetenz der Mitarbeiter und der Eigenverantwortung für ihre Gesundheit an allen inländischen Standorten implementiert. Mittlerweile haben fast 3.700 Mitarbeiter Zugang zu den Angeboten dieses Programms. Die STEAG GmbH wurde im November 2011 in der Kategorie Energie als das gesündeste deutsche Unternehmen mit dem Corporate Health Award 2011 ausgezeichnet. Anhand von Evaluationsergebnissen werden zunächst gesundheitliche Risiken der Mitarbeiter ermittelt und dann im nächsten Schritt gezielt Maßnahmen angeboten. -113- Stadt Oberhausen Betriebliches Vorschlagswesen Beteiligungsbericht 2011 Das Betriebliche Vorschlagswesen hat im Kalenderjahr 2011 ein Ergebnis von 4.030 Verbesserungsvorschlägen erreicht. Schwerpunkte waren die Themen Unfall-verhütung, Betriebssicherheit und die Optimierung betrieblicher Abläufe. Die im Berichtszeitraum bewerteten und umgesetzten Verbesserungsvorschläge erzielten einen messbaren Nettojahresnutzen von über 5,5 Millionen €. Das betriebliche Vorschlagswesen der STEAG GmbH wurde auf der letzten internationalen Tagung des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft als bestes und das der STEAG Power Saar GmbH als zweitbestes in der Branche Energie und Energieversorger ausgezeichnet. Umwelt, Sicherheit und Gesundheit Arbeits- und Umweltschutzstandards Die hohen Arbeits- und Umweltschutzstandards werden regelmäßig durch ein enges System der internen und externen Audits in den Betriebsstätten und Gesellschaften überprüft. Die Überprüfungen durch die Berufsgenossenschaften, die Bezirksregierungen mit den Sicherheitsinspektionen nach Störfallverordnung sowie eigene ESH-Audits haben die Verlässlichkeit der Systeme bestätigt. Die STEAG Fernwärme GmbH und die STEAG New Energies GmbH wurden gemäß OHSAS 18001:2007 (Occupational Health and Safety Assessment Series) zertifiziert. Mit der Anerkennung dieses internationalen Standards ist der Konzern in der Lage, nationalen und internationalen Kunden ein funktionierendes Arbeits- und Gesundheitsschutzmanagementsystem nachzuweisen. Die Betriebsunfälle mit mehr als einem Ausfalltag betrugen im Kalenderjahr 2011 53 Betriebsunfälle. Die Unfallhäufigkeit betrug 5,5 Betriebsunfälle mit mehr als einem Ausfalltag pro einer Million Arbeitsstunden. Umweltschutzinvestitionen Umweltschutzinvestitionen werden insbesondere beim Neubau von Kraftwerken sowie für effizienzverbessernde Maßnahmen des bestehenden Kraftwerksparks getätigt. So entfällt beispielsweise beim neuen Steinkohlekraftwerk Walsum 10 ein großer Teil des Gesamtinvestitionsvolumens auf umweltschutzrelevante Maßnahmen. Energieeffiziente Maßnahmen finden außerdem Berücksichtigung durch die bessere Nutzung von Primärenergieträgern und damit verbunden geringeren CO2-Emissionen, die Modernisierung bestehender Kraftwerke sowie die Nutzung erneuerbarer Energieträger. Am Standort des Heizkraftwerks Herne beteiligt sich der Konzern an der Renaturierung bzw. der ökologischen Umstrukturierung des Abwasserkanals Emscher bis zum Jahre 2020. Corporate Governance Corporate Governance, dies bedeutet für den Konzern rechtmäßige und verantwortungsvolle Unternehmensführung und -kontrolle und ist integraler Bestandteil der Geschäftsprozesse. Geschäftsführung und Aufsichtsrat der KSBG KG und ihrer Beteiligungs- und Tochterunternehmen orientieren sich bei ihrem Handeln am Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Regeln für den verantwortungsbewussten und fairen Umgang mit Geschäftspartnern und Stakeholdern sowie intern hat der Konzern in einem eigenen Verhaltenskodex (Code of Conduct) niedergelegt. Der für den KSBG-Konzern geltende Verhaltenskodex bietet allen Mitarbeitern Orientierungshilfe, fördert rechtskonformes und verantwortungsbewusstes Handeln im beruflichen Alltag und spiegelt zugleich die Kultur des Konzerns wider. Es ist die Pflicht jedes einzelnen Mitarbeiters, sich über die Inhalte des Verhaltenskodex zu informieren und diese praktisch umzusetzen. Die Konkretisierung dieser Grundsätze erfolgt durch interne Richtlinien sowie Managementsysteme und -instrumente. Die Überwachung und Beurteilung der Einhaltung der entsprechenden Vorgaben erfolgt durch regelmäßige Schulungen und Überprüfungen im Konzern. Über diese Grundsätze hinaus finden die Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation) im Konzern Beachtung. KSBG erwartet von seinen Geschäftspartnern rechtmäßiges und verantwortungsbewusstes Handeln und wirkt auf dessen Umsetzung hin. Lieferanten von KSBG werden dazu verpflichtet und überprüft. Zu beachten sind neben den Prinzipien des Global Compact sowie den ILO-Kernarbeitsnormen die Konzern-Standards des Arbeitsschutzes sowie des Umwelt- und Sicherheitsbereichs. -114- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die Compliance-Organisation unterstützt alle Mitarbeiter sowie die Geschäftsführung bei der Einhaltung dieser Grundsätze durch Vorbeugung, insbesondere im Rahmen von Schulungen und Beratung, sowie die Behandlung von Verstößen. Nachtragsbericht Seit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2012 haben sich keine wesentlichen Änderungen der Unternehmenssituation und des Branchenumfeldes ergeben. Risikobericht Risikostrategie Im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit ergeben sich für den Konzern kontinuierlich Chancen und Risiken. Das Risikomanagement ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmenssteuerung und dient der gezielten Sicherung bestehender und künftiger Erfolgspotenziale sowie der Vermeidung, Vorbeugung bzw. Gegensteuerung und Minimierung von Risiken. Die frühzeitige Erkennung und Realisierung von Chancen kann den Unternehmenserfolg erhöhen. Der Konzern ist aufgrund seiner Betätigungsfelder sich ständig ändernden politischen, gesellschaftlichen, demografischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Den Risiken, die sich daraus ableiten, wird entsprochen, indem das gesamte Umfeld beobachtet und analysiert wird und daraus Marktentwicklungen antizipiert werden. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden genutzt, um das Portfolio konsequent entsprechend der Konzernstrategie weiterzuentwickeln. Aufbau und Organisation des Risikomanagements Es besteht ein konzernweites internes Risikomanagementsystem. Neben organisatorischen Sicherungsmaßnahmen und internen Kontrollsystemen unterstützt auch die Revision als prozessunabhängige Kontroll- und Beratungsinstanz das Risikomanagement. Das Risikomanagementsystem ist gemäß der Organisationsstruktur des Konzerns dezentral aufgebaut. Die originäre Risikoverantwortung liegt bei den Geschäfts- und Konzernbereichen, die für Früherkennung, Abschätzung der Auswirkungen, Erarbeitung und Umsetzung geeigneter Vorsorge- und Sicherungsmaßnahmen sowie die konzerninterne Kommunikation der Chancen und Risiken verantwortlich sind. Innerhalb dieser Organisationseinheiten koordinieren Risikobeauftragte die jeweiligen Risikomanagementaktivitäten. Für die KSBG KG, die STEAG GmbH und alle Tochtergesellschaften nimmt das zentrale Risikomanagement die Steuerungs- und Kontrollfunktionen für Abläufe und Systeme wahr. Es ist Ansprechpartner für alle Risikobeauftragten und zuständig für die Dokumentation, Information und Koordination auf Konzernebene. Gleichzeitig verantwortet es die methodische Weiterentwicklung des Risikomanagementsystems. Risikomanagement ist auf allen Ebenen ein wesentliches Element der Controllingprozesse des Konzerns. Zu diesen zählen die strategische und operative Planung, die Vorbereitung von Investitionsentscheidungen sowie die Monatsberichterstattungen und Hochrechnungen und ab einem bestimmten Schwellenwert eine Risiko-Sofortberichterstattung. Die Organisationseinheiten führen einmal jährlich in Verbindung mit der Mittelfristplanung eine umfassende Inventur von Chancen und Risiken durch. Alle Sachverhalte werden systematisch erfasst, dokumentiert und hinsichtlich ihrer potenziellen Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Für bei der Inventur erkannte Chancen und Risiken müssen die Organisationseinheiten Sicherungsmaßnahmen benennen, deren Umsetzung verfolgt wird. Die Inventur, die Sachverhalte kurzfristig für ein Jahr sowie mittelfristig über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren betrachtet, wird ergänzt durch monatliche Chancen- und Risikoberichte, in denen Veränderungen bei den bereits identifizierten sowie neu aufgetretenen Sachverhalten, bezogen auf das laufende Jahr, erfasst werden. -115- Stadt Oberhausen Gesamtrisikosituation Beteiligungsbericht 2011 Die identifizierten Risiken unter Berücksichtigung der ergriffenen bzw. geplanten Maßnahmen haben einzeln oder in Wechselwirkung miteinander keine bestandsgefährdenden Auswirkungen auf den Konzern. Die Risiken unterteilen sich in strategische, operative, finanzwirtschaftliche und sonstige Risiken. Strategische Risiken Veränderungen der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen können die geplanten Investitionen und die Ertragslage von KSBG signifikant beeinflussen. Die Geschäfte von KSBG sind einem dynamischen und starken Wettbewerb ausgesetzt, der die Mengen- und Preisrisiken verstärkt. Durch Kapitalanlagegarantien der Bundesrepublik Deutschland sowie Kreditversicherungen der Exportkredite gewährenden Staaten wurden die politischen Risiken in den Schwellenländern, in denen Auslandskraftwerke betrieben werden, abgesichert. Hierdurch ist ein Verlust des Kapitalanteils weitgehend ausgeschlossen. Dank langjähriger Erfahrungen der STEAG-Gesellschaften hat der Konzern sehr gute Voraussetzungen, die technischen und wirtschaftlichen Risiken zu beherrschen. Operative Risiken Aufgrund der Langfristigkeit des Kraftwerksgeschäfts kommt dem vorbeugenden Risikomanagement besondere Bedeutung zu. Zentrale Elemente sind die sorgfältige Analyse der Markt- und Rahmenbedingungen, die Begrenzung von Risiken durch mittel- bis langfristige Verträge, die hohe Qualität der eingesetzten Technik und die Akzeptanz der Anlagen in ihrem Umfeld. Die Qualität der Kommunikation mit Kunden und Nachbarn sowie der Betrieb der Anlagen nach höchsten Umweltstandards sind Grundlage des langfristigen Erfolgs. Die Preisentwicklung an den Brennstoffmärkten und deren Auswirkungen auf die Strompreise sowie der veränderte Erzeugungsmix in Deutschland haben großen Einfluss auf das Ergebnis des Konzerns. Bisher war das Geschäftsmodell der STEAG-Gesellschaften in Deutschland vor allem auf den Abschluss von langfristig angelegten Leistungsvorhaltungsverträgen ausgelegt. Ab 2013 steht ein hoher Anteil an Kraftwerksleistung zur freien Vermarktung zur Verfügung. Auch die Struktur der Vertragspartner wird deutlich diversifizierter. Schon vor der Nicht-Verlängerung relevanter RWE-Verträge über 2012 hinaus wurde aufgrund veränderter externer Rahmenbedingungen (zum Beispiel Entwicklung von Brennstoffpreisen für Kohle und Gas und sogenanntes Peak-Shaving durch die vorrangige Einspeisung von EEGAnlagen und durch die Zunahme von Fotovoltaikanlagen, etc.) bereits 2010 damit begonnen, das Geschäftsmodell auf eine höhere Marktpreisabhängigkeit auszurichten. Der Konzern hat zu diesem Zweck die Strom-, Kohle- und CO2Aktivitäten in einem Bereich zusammengeführt. Neben dem Handel mit Importkohle soll gegenüber dem in der Vergangenheit in Deutschland erfolgreichen, aber in der Form nicht fortführbaren Geschäftsmodell der Leistungsvorhaltung ein produkt- und kundendiversifiziertes Portfolio aufgebaut und im Rahmen eines ausgewogenen Chancen-/Risiko-Profils bewirtschaftet werden. Hierfür wurden neue Regelwerke und Steuerungssysteme für den Umgang mit Marktpreis- und Kreditausfallrisiken entwickelt, damit die frei werdende Kraftwerksleistung innerhalb klar definierter Wert- und Verlustgrenzen vermarktet werden kann. Grundlage ist ein Risikorahmenkonzept, das im Geschäftsjahr 2011 verabschiedet wurde. Die wesentlichen Risiken und damit die dafür benötigten Wertgrenzen beziehen sich auf nicht vermarktete Kraftwerksleistung von KSBG in Deutschland innerhalb eines bestimmten zukünftigen Zeitraums, der im Energiehandel derzeit bearbeitet werden kann. Das Risikorahmenkonzept legt vor diesem Hintergrund den neuen Handlungsrahmen für die Geschäftsaktivitäten 2013ff. einschließlich der Kohlehandelsaktivitäten fest. Das potenzielle Risiko, welches aus den Handelsaktivitäten entsteht, wird auf Basis von Value at Risk und Marked-to-Market-Kennzahlen überwacht und begrenzt. Das operative Risikocontrolling der Preisrisiken erfolgt im Back-Office des Handelsbereichs. Täglich werden alle Positionen, Marktwerte, Value at Risk und Limitbelastungen ermittelt. Im Hinblick auf den bestehenden Kraftwerkspark des Konzerns in Deutschland stellt die abnehmende Förderung deutscher Steinkohle mit einem hohen Ballastgehalt eine Herausforderung hinsichtlich des alternativen Einsatzes von Importkohle dar, der sich der Konzern durch verfahrens- und anlagentechnische Maßnahmen stellt. Risiken für den Konzern ergeben sich auch aus dem regulatorischen Umfeld zum Betrieb der Kraftwerke. Die an den Kraftwerksbetrieb gestellten Umweltschutzanforderungen werden in vollem Umfang erfüllt. Weitere Risiken ergeben sich aus den energiepolitischen Rahmenbedingungen, die Einfluss auf den Geschäftserfolg des Konzerns haben. Zu nennen sind hier insbesondere zukünftige regulatorische Maßnahmen zur weiteren CO2-Reduzierung. Daher sind die Anstrengungen des Konzerns auf die Verringerung der spezifischen CO2-Emissionen in den Kraftwerken durch Umsetzung weiterer Effizienzsteigerungen und innovative Technologien ausgerichtet. Hinzu kommt die ab dem Jahr 2013 geplante Vollversteigerung von CO2-Zertifikaten auch für neue Kraftwerke, die die Realisierung neuer fossil gefeuerter Kraftwerksanlagen in Deutschland zu wirtschaftlichen und wettbewerbskonformen Bedingungen erschweren wird. -116- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Im Rahmen der Errichtung des Kraftwerks Walsum 10 wurden Maßnahmen zum Austausch von Kesselteilen notwendig, mit denen eine Verzögerung des Baufortschritts einhergeht. Hieraus können sich Mehrausgaben, verzögerte Ergebnisse durch die verspätete Inbetriebnahme sowie ein Zwischenfinanzierungsbedarf ergeben. Der Kaufvertrag für die Anteile an der STEAG GmbH regelt einen Anspruch der KSBG gegen die Verkäufer Evonik und RBV auf Erstattung der entstehenden Aufwendungen. Die Regelungen werden im Anhang unter der Anhangziffer (4.2) „Unternehmenszusammenschlüsse“ dargestellt. Aus Sicht von KSBG ist die kommerzielle Inbetriebnahme derzeit im September 2013 geplant. Investitionsentscheidungen bergen in ihrer Umsetzung aufgrund des hohen Kapitaleinsatzes und der langfristigen Kapitalbindung vielfältige und komplexe Risiken. Die Vorbereitung, Umsetzung und Nachkontrolle solcher Entscheidungen wird entlang festgelegter und differenzierter Zuständigkeitsregelungen und Genehmigungsprozesse durchgeführt. Preisrisiken aus Beschaffung und Weiterverkauf von Kohle, Frachten, CO2–Zertifikaten und Strom werden erfasst und wirksame risikominimierende Maßnahmen werden festgelegt. Am 01. Januar 2012 trat die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) in Kraft. Die Novelle hat Einfluss auf die Vergütungssituation der Biomasseanlagen in den Tochtergesellschaften. Ausbleibende Erträge aus der geplanten Direktvermarktung führten zu Wertberichtigungen in den Tochtergesellschaften der STEAG New Energies GmbH. Finanzwirtschaftliche Risiken Risiken aus Fremdwährung bestehen insbesondere bei der Beschaffung und Preisabsicherung des Brennstoffbedarfs. Sie werden mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Hinsichtlich der Risikoberichterstattung in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten wird auf den Abschnitt im Anhang zum Konzernabschluss verwiesen. Geplante Dividendenausschüttungen ausländischer Konzerngesellschaften außerhalb der Euro-Zone werden umfassend gegen Wechselkursschwankungen gesichert. Zusätzlich werden bei der Gesellschaft Compañía Eléctrica de Sochagota S.A.E.S.P. (CES) (Kolumbien) hinsichtlich des US-Dollars die COP-basierten Kosten gegen Wechselkursschwankungen abgesichert (kolumbianischer Peso gegen US-Dollar). Nicht gegen Wechselkursschwankungen gesichert werden hingegen Risiken, die sich bei der Umrechnung von Jahresabschlüssen ausländischer Tochtergesellschaften in Euro mit dem aktuellen Wechselkurs gegenüber dem budgetierten Wechselkurs ergeben (Translationsrisiken). Im Zusammenhang mit dem mit einem Bankenkonsortium geschlossenen Kreditvertrag hat sich die KSBG KG zur Einhaltung bestimmter Kennzahlen, sogenannter Covenants, verpflichtet. Es besteht grundsätzlich das Risiko, dass die für diese Kennzahlen vorgegebenen Werte nicht eingehalten werden können. Gemäß Konsortialkreditvertrag stellt die Nichteinhaltung der Finanzkennzahlen einen Kündigungsgrund dar. Diesem Risiko wird durch das eingerichtete Finanzmanagement Rechnung getragen. Zu weiteren Erläuterungen wird auf den Abschnitt „Finanzlage – Finanzwirtschaftliches Risikomanagement“ verwiesen. Die Berichterstattung an die Banken erfolgt quartalsweise. Sonstige Risiken Die Geschäftstätigkeit des Konzerns birgt geschäftsübliche rechtliche Risiken aus Vertragsbeziehungen zu Kunden und Geschäftspartnern sowie technische Risiken aus dem Anlagenbetrieb insbesondere von Großanlagen. Bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit Vertragspartnern wurde in Abstimmung mit den Fachbereichen in angemessenem Umfang bilanzielle Risikovorsorge gebildet. Chancenbericht Im Rahmen des 5-Punkte-Programms des Konzerns laufen Projekte zur Kosteneinsparung, Optimierung von Prozessen und Strukturen, Verbreiterung der Vermarktung sowie zur Entwicklung neuer Geschäftsaktivitäten. Die erfolgreiche und zügige Umsetzung der mit den Projekten verbundenen Maßnahmen kann zu einer Verbesserung des Ergebnisniveaus führen. In den für den Konzern relevanten Märkten und Wachstumssegmenten gibt es gute Chancen, das Geschäft erfolgreich weiterzuentwickeln. In Deutschland hat KSBG eine sehr gute Positionierung im Bereich der erneuerbaren Energien, die weiter ausgebaut werden soll. Die internationale Ausrichtung macht es möglich, Marktchancen zu nutzen. Dabei zahlt sich aus, dass sich die STEAG GmbH und ihre Tochtergesellschaften schon in den vergangenen Jahren auf wachstumsstarke Märkte und attraktive Regionen fokussiert haben. Wachstum in internationalen Fokusmärkten In den Ländern, in denen der Konzern Projekte vorantreibt, haben die STEAG-Gesellschaften oftmals langjährige Projekterfahrung gesammelt. -117- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Der stark wachsende türkische Energiemarkt bietet auch zukünftig großes Potenzial für KSBG. So werden mehrere Windprojekte verfolgt, die 2013 in Betrieb gehen sollen. Darunter ist ein 60 MW-Windpark, der nicht weit von der bulgarischen Grenze entfernt ist. Insgesamt haben die verfolgten Projekte eine Kapazität von über 100 MW. Eine starke Unterstützung bei der Umsetzung dieser Projekte ist die 2011 von STEAG Energy Services GmbH erworbene türkische Ingenieurgesellschaft Ensida, die auch über eine besondere Erfahrung im Bereich der elektrischen Netze verfügt. STEAG ist seit rund zehn Jahren als Ingenieurdienstleister und Projektentwickler in Rumänien tätig. Im Bereich Windenergie entwickelt der Konzern derzeit ein großes Windprojekt an der rumänischen Schwarzmeerküste. Der Windpark gehört zu einem Windparkkomplex mit insgesamt 600 MW, wovon der Konzern über 100 MW entwickelt. Die Anlagen sollen Ende 2013 in Betrieb gehen. Auch der asiatisch-pazifische Raum bietet für den Konzern viele Wachstumschancen. Insbesondere in Indien, wo STEAG seit Jahren erfolgreich aktiv ist, gibt es sehr gute Möglichkeiten. Der indische Stromverbrauch wächst seit Jahren mit durchschnittlich 6 bis 8 Prozent; auch für die nächsten Jahre wird ein ähnliches Wachstum erwartet. Die indische Regierung plant zahlreiche fossile Kraftwerksprojekte. Hier kann der Konzern seine besondere Kompetenz bei Planung, Realisierung und Betrieb von Steinkohlekraftwerken einbringen. Weitere Chancen ergeben sich aus der Aktivität in Südostasien, wo Projektansätze auf den Philippinen und in Indonesien verfolgt werden. Kommunale Partnerschaften und erneuerbare Energien in Deutschland KSBG unterstützt Kommunen, indem Know-how im Bereich der Energieerzeugung eingebracht wird. STEAGGesellschaften arbeiten bereits seit Jahrzehnten mit Kommunen partnerschaftlich zusammen, entweder in gemeinsamen Gesellschaften oder im Auftrag von Zweckverbänden. Die kommunale Verbundenheit wird seit 2011 durch die Eigentümerstruktur vertieft. Die neue Anteilseignerstruktur bietet zum Beispiel vielfältige Chancen, im Bereich der erneuerbaren Energien zu wachsen. In Deutschland wird mehr als die Hälfte des abgesetzten Stroms aus erneuerbaren Energien über Stadtwerke vertrieben, gleichzeitig haben sie nur wenige eigene Erzeugungsanlagen. Der Konzern bietet zum einen den Zugriff auf bestehende Erzeugungsanlagen an und plant zum anderen zusammen mit Stadtwerken Erzeugungsprojekte zu realisieren. KSBG will die Chancen, die der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland bietet, nutzen. So verfolgt der Konzern u.a. Offshore-Windprojekte vor der deutschen Küste. Hier profitiert der Konzern von der Erfahrung als langjähriger Projektentwickler insbesondere hinsichtlich Know-how für die Genehmigung, die erforderlichen Verträge einschließlich der Finanzierung und Projektrealisierung. Auch Erfahrungen im OnshoreWindbereich liegen durch verschiedene Projekte bereits vor. Das Ziel ist, über die Beteiligung an Offshore-Windprojekten das erforderliche Know-how auszubauen und erfolgreich anzuwenden. Stadtwerken sollen Beteiligungsmodelle angeboten werden. Prognosebericht Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Die OECD erwartet für das Jahr 2012 (2013) einen Anstieg des deutschen Bruttoinlandsprodukts von lediglich 0,6 Prozent (1,9 Prozent) und damit eine Fortsetzung der abgeschwächten wirtschaftlichen Entwicklung, die gegen Ende des Jahres 2011 eingesetzt hat. Die Bundesregierung geht aktuell von einem Wirtschaftswachstum für 2012 von 0,7 Prozent aus. Für das Jahr 2013 werden gemäß Herbstgutachten 1,6 Prozent erwartet. Wesentliche treibende Kräfte stellen der deutlich geringere Anstieg der Exporte, der Ausrüstungsinvestitionen und der Bauinvestitionen sowie der damit verbundene Nachfragebedarf aufgrund der europäischen Schuldenkrise dar. Insgesamt ist die deutsche Konjunktur wesentlich von den Entscheidungen der europäischen Politik und deren Auswirkungen abhängig. Es wird erwartet, dass sich das Weltwirtschaftswachstum in den nächsten zwei Jahren ebenfalls verlangsamt und jeweils noch bei rund 3 Prozent liegt. Auch hier hängt die Entwicklung stark von der Eindämmung der europäischen Schuldenkrise und der wirtschaftlichen Entwicklung in den USA ab. Eine stärkere Schrumpfung der Weltkonjunktur wird durch die wirtschaftliche Dynamik in Schwellenländern wie Indien und China abgefangen. Energiewirtschaftliche Entwicklung Der weitere Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wird zu einem weiteren Rückgang der konventionellen Stromerzeugung in Deutschland führen. Aufgrund der Ziele der Bundesregierung, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 10 Prozent im Vergleich zu 2008 zu senken, wird damit gerechnet, dass auch der Stromverbrauch in den kommenden Jahren je nach konjunktureller Entwicklung in Deutschland gegenüber 2011 stagniert oder eventuell leicht sinken wird. Analysten korrigierten ihre Preiserwartungen für 2012 ff. nach unten. So wurden die Prognosen für den deutschen Strompreis zwischen 2012 und 2015 drastisch gekürzt. Hintergrund ist einerseits der Rückgang beim Gasverbrauch 2011, der dazu führt, dass es länger als erwartet dauern wird, bis die derzeit niedrigen Gaspreise wieder steigen. Andererseits wird eine sinkende Nachfrage für Emissionsberechtigungen erwartet. Aufgrund der Unsicherheit bezüglich der nachhaltigen Entwicklung der Konjunktur bzw. des weiteren Verlaufs -118- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 der europäischen Schuldenkrise und anderer auf die Wirtschaft einwirkender Faktoren (zum Beispiel Öl- und Kohleförderung) kann nicht prognostiziert werden, ob es zu einer langfristig stabilen Preisentwicklung kommt. Strategische und operative Herausforderungen In den nächsten Jahren ist KSBG mit besonderen Herausforderungen konfrontiert. Durch die energiepolitische Neuausrichtung in Deutschland haben sich die Rahmenbedingungen für Kraftwerksbetreiber substantiell geändert. Die Vorrangbehandlung der erneuerbaren Energien und der Kernenergieausstieg in Verbindung mit einem niedrigen Gaspreisniveau einerseits und außerordentlich hohen Kohlepreisen andererseits setzen insbesondere Kraftwerksbetreiber auf Basis von Steinkohle unter Ergebnisdruck. Infolge der veränderten Beschäftigungsweise von Steinkohlekraftwerken in Deutschland optimiert der Konzern die Kosten- und Erlösstruktur ihrer eigenen Kraftwerke. Darüber hinaus werden die Verwaltungsstrukturen und -prozesse überprüft und, wo notwendig, angepasst. In den kommenden Jahren sollen durch diese Maßnahmen erhebliche Einsparungen erreicht werden. KSBG stellt sich zudem auf die steigenden Anforderungen bei der Vermarktung von Kraftwerkskapazitäten und Strommengen ein. Die erfolgreiche Inbetriebnahme des Kraftwerks Walsum 10 bleibt ein bedeutender Meilenstein. Durch den erforderlichen Austausch von Kesselteilen wird sich die Aufnahme des kommerziellen Betriebs weiter verzögern. Derzeit ist die kommerzielle Inbetriebnahme für September 2013 geplant. Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) wirkt sich im Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen negativ aus. Die gesetzlichen Neuregelungen schränken ab 2012 die Möglichkeiten der Direktvermarktung von EEG-Strom stark ein und führen zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang. Auf Basis der von der KSBG KG für die Gesellschaften der STEAG-Gruppe entwickelten Leitlinien wurde durch die STEAG GmbH in 2011 die strategische Ausrichtung für den Konzern definiert. Ein Schwerpunkt des geplanten Wachstums wird im Bereich der erneuerbaren Energien liegen und soll zu einer stärkeren Diversifikation des Erzeugungsportfolios im Konzern beitragen. Dies soll sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene erfolgen. Zur Umsetzung der Wachstumsstrategie wird von KSBG insbesondere die Realisierung von Windprojekten verfolgt. Dabei werden sowohl vollständige Eigenentwicklungen als auch Minderheitsbeteiligungen realisiert. Zudem sollen die bestehenden Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Biogas, Geothermie und Biomasse insbesondere in Deutschland ausgebaut werden. Die strategische Neuausrichtung sowie die mögliche Nutzung von Synergien zwischen den Stadtwerken und KSBG bietet die Chance eines verbesserten Marktauftritts. Auch in den Aktivitäten Fernwärme und Energy Services erwarten wir positive Impulse aus dieser Zusammenarbeit. Operatives Ergebnis Für das Geschäftsjahr 2012 wird ein Umsatz von 3,0 Milliarden € erwartet, der über Vorjahresniveau liegt. Die operative 4 Ergebnisgröße EBIT für 2012 wird deutlich unter dem Wert für 2011 erwartet. Zum einen war das Jahr 2011 erheblich durch weitgehend einmalige Ereignisse (zum Beispiel Vertragsanpassungen) bzw. wiederkehrende Ereignisse von außerordentlicher Ausprägung (zum Beispiel Kohlepreisanpassungen bzw. Nachverrechnungen für Vorjahre) gekennzeichnet. Zum anderen wird das Ergebnis im Jahr 2012 insbesondere durch Vorlaufkosten für Wachstumsprojekte, höhere Revisionsaufwendungen an den Standorten Voerde/West, Lünen und Herne sowie Effekten aus rückläufigen Erträgen aus dem Finanzierungsleasing belastet. Bei dem Kraftwerksprojekt auf den Philippinen wirkt sich eine vertragliche Anpassung der Strompreise ergebnismindernd aus. Im Geschäftsbereich Erneuerbare Energien und Dezentrale Anlagen ist ein deutlicher Margenrückgang durch den weitgehenden Wegfall der Erlöse aus der Direktvermarktung zu verzeichnen. Die künftige Entwicklung des Konzerns wird im Wesentlichen durch die geplanten Investitionen geprägt. Für das Jahr 2012 sind Investitionen von knapp 400,0 Millionen € vorgesehen. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit ist mit der Ausbau des Neugeschäftes. Für die Fertigstellung von Walsum 10 sowie für weitere Neubauprojekte sind Investitionen in Höhe von 275,0 Millionen € vorgesehen. Im Bestandsgeschäft soll mit gezielten Maßnahmen an den Kraftwerksstandorten die Effizienz im Anlagenbetrieb gesteigert werden. Für 2013 wird beim Umsatz eine leichte Verbesserung gegenüber dem Jahr 2012 erwartet. Positiv wirkt sich die im September 2013 geplante Inbetriebnahme des Kraftwerks Walsum 10 aus. Das Ergebnis wird durch den Wegfall der kostenfreien Zuteilung der CO2-Zertifikate und geringere Margen bei der Stromvermarktung belastet. Mit Inbetriebnahmen des Kraftwerks Walsum 10 und weiteren Neubauprojekten auf Basis erneuerbarer Energien tragen neue Ertragsquellen positiv zum Konzernergebnis bei. Weiterhin wirken sich die vorgesehenen Kosteneinsparungen in den inländischen Kraftwerksbetrieben und in den Verwaltungsbereichen sowie rückläufige Instandhaltungskosten aufgrund des Wegfall von Großrevisionen 2013 positiv aus. Die geplanten Investitionen sind mit rund 500,0 Millionen € weiterhin auf einem hohen Niveau und mit knapp 90 Prozent für weitere Neubauprojekte und Walsum 10 vorgesehen. Gesamtaussage zur voraussichtlichen Entwicklung 3 3 Die Ergebnisgrößen des Konzerns für das Geschäftsjahr 2011 umfassen aufgrund der erstmaligen Konsolidierung ab dem 2. März 2011 für die STEAG-Gruppe einen Zeitraum von 10 Monaten. 4 Gemeint ist das Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern bereinigt um Sondereinflüsse. -119- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 KSBG geht davon aus, dass die sich aus der strategischen Neuausrichtung ergebenden Chancen und insbesondere die geplanten Investitionen in Wachstumsfelder zukünftig dazu beitragen werden, dass KSBG auch in Zukunft ihre gute Position im Energiemarkt halten und in wichtigen Segmenten ausbauen wird. Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen der Geschäftsführung sowie den ihr derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. -120- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -121- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Rüttenscheider Straße 27-37 45128 Essen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/8350 0208/835 2620 service@evo-energie.de GmbH 100,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Dortmunder Energie- und WasserversorgungsGmbH Dortmunder Stadtwerke AG evo Energieversorgung Oberhausen AG Stadtwerke Bochum Holding GmbH Stadtwerke Dinslaken GmbH Stadtwerke Duisburg AG Stadtwerke Essen AG 18,00 18,00 6,00 18,00 6,00 19,00 15,00 % 18,00 18,00 6,00 18,00 6,00 19,00 15,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Übernahme der Stellung als persönlich haftende Gesellschafterin und die Übernahme der Geschäftsführung der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG. Wichtige Verträge b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Brückemeyer, Dietmar Pehlke, Guntram Wilmert, Bernhard Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Bevollmächtige/r der Gesellschafter -122- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Prokura: Prokurist Prokurist Prokurist Prokurist Prokurist Seifert, Eckhard Albert, Uwe Felwor, Peter Jacoby, Jörg Schröder, Carsten d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2010 2011 % 100,0 Aktiva Umlaufvermögen T€ 213,30 T€ 291,47 Veränderungen % T€ 100,0 39,08 % 36,64 Bilanzsumme 213,30 100,00 291,47 100,00 39,08 36,64 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 206,60 1,24 5,46 % 96,9 0,6 2,6 T€ 207,57 30,37 53,53 % 71,2 10,4 18,4 T€ 0,49 14,56 24,03 % 0,47 2.348,39 880,22 Bilanzsumme 213,30 100,00 291,47 100,00 39,08 36,64 bb) GuV 2010 T€ Umsatzerlöse Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2011 T€ 553,48 364,06 10,00 2,16 179,42 0,00 0,00 7,84 1,24 6,60 6,60 10,00 9,03 0,97 0,97 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2010 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: 0,01 1,65 3,30 31.12.2011 0,18 0,24 0,49 131,55 Angaben in % % T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2010 -123- 31.12.2011 Angaben in Stadt Oberhausen Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 96,86 3,14 71,22 28,78 Beteiligungsbericht 2011 % % % e) Lagebericht vgl. Lagebericht der KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG (S…) -124- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -125- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 FSO GmbH & Co.KG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Danziger Str. 31 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/ 8350 0208/ 835 2620 service@evo-energie.de GmbH & Co. KG 30,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ RWE Deutschland AG STOAG Stadtwerke Oberhausen AG 15,00 15,00 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens sind -das Erbringen von Dienstleistungen für die Energieversorgung Oberhausen AG, insbesondere die Pflege, Wartung und Reparatur des Wagenparks sowie die Reinigung des Werksgeländes -das Halten einer Beteiligung an der Energieversorgung Oberhausen AG mit Sitz in Oberhausen und deren Verwaltung. Darüber hinaus ist die Gesellschaft zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Gesellschaftszweck gefördert werden kann. Wichtige Verträge b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Geschäftsführung der FSO Verwaltungs- GmbH Bevollmächtigte/r der STOAG Bevollmächtigter der RWE Deutschland AG -126- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 c) Beteiligungen unmittelbar evo Energieversorgung Oberhausen AG T€ 20.800,00 % 80,00 mittelbar Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO evo Energie-Netz GmbH KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Projektgesellschaft FIBE S.p.A., Neapel/Italien Quantum GmbH strasserauf GmbH T€ 392,00 9,80 10,00 24,00 0,05 4,80 8,00 81,81 % 39,20 39,20 3,21 80,00 4,80 4,80 32,00 32,00 0,01 66,00 6,00 8,33 24,00 e) Lagebericht Konzern-Lagebericht 1 Konzernunternehmen Der FSO-Konzern umfasst neben der FSO GmbH & Co. KG (FSO) als Konzernmutter auch die Konzerntochter Energieversorgung Oberhausen AG (evo) sowie die Konzernenkelin evo Energie-Netz GmbH (evo-netz). Als Kommanditisten sind die RWE Deutschland AG (RWE) und die Stadtwerke Oberhausen AG (STOAG) jeweils zur Hälfte am Festkapital der FSO beteiligt. Das Jahresergebnis der FSO wird aufgrund der satzungsgemäßen Gewinnverteilungsabrede an die beiden Kommanditisten hälftig abgeführt. Sowohl zwischen der FSO und der evo als auch zwischen der evo und der evo-netz bestehen Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge (EAV). Darüber hinaus ist eine steuerliche Organschaft mit der FSO (Organträger) und den evo-Gesellschaften (Organgesellschaften) gegeben. Die FSO legt ihren Fokus auf die Erbringung von Dienstleistungen für die evo, insbesondere die Pflege, Wartung und Reparatur des Wagenparks sowie die Reinigung des Werks-geländes. Die evo nimmt im Stadtgebiet Oberhausen den Vertrieb von Energie (Strom, Erdgas, Fernwärme und Energieservice), die Erbringung energienaher Dienstleistungen sowie die Energieerzeugung im Kraft-Wärme-Kopplungsprozess wahr. Sie hat damit eine signifikante regionale Stellung. Der Bezug von Erdgas erfolgte bis zum 30. September 2011 von E.ON Ruhrgas AG und RWE Vertrieb AG. Seitdem erfolgt er von mehreren Lieferanten und wird – wie schon die Strombeschaffung – über die Quantum GmbH abgewickelt. Fernwärme und Strom werden in zwei eigenen Heizkraftwerken (HKWs) und einem Biomasse-Heizkraftwerk an den Standorten Alt-Oberhausen und Sterkrade erzeugt, im Übrigen von weiteren Stromhändlern und der GemeinschaftsMüllverbrennungsanlage Niederrhein GmbH (GMVA) (nur Wärme) bzw. der OXEA Group (nur Abwärme) bezogen. Daneben betreibt die evo eine Dampferzeugungsanlage auf einem durch Einräumung einer befristeten Dienstbarkeit überlassenen Grundstück. Die evo ist adäquat auf dem vom Wettbewerb geprägten Markt aufgestellt. Dies zeigt sich in folgenden nichtfinanziellen Leistungsindikatoren: -127- Stadt Oberhausen • Beteiligungsbericht 2011 innovative Produkte und Dienstleistungen, die dem Markt und den Bedürfnissen der Kunden ständig angepasst werden, innovative Arbeitsabläufe und interne Prozesse, die ständig optimiert werden, innovative Technologien (u. a. zum Schutz der Umwelt), Erhaltung der Netze und Organisationsmanagement (durch Zertifizierung bestätigt), innovative Mitarbeiter, die durch Führungskräfteentwicklung und leistungsorientierte Bezahlung optimal eingesetzt und gefördert werden. Mitarbeiterentwicklung sowie eine • • • Die Strategie der evo zur nachhaltigen Steigerung des Unternehmenswertes besteht in der Fokussierung auf das Kerngeschäft Energie (Erzeugung, Beschaffung, Vertrieb) einschließlich energienaher Dienstleistungen in Oberhausen und Umgebung. Dabei ist dem Gesichtspunkt der sicheren und umweltverträglichen Versorgung Rechnung zu tragen. Das frühere Kerngeschäft der Verteilung wird seit dem 01. Januar 2007 durch die evo-netz realisiert. Alle Konzerngesellschaften sind bemüht, durch ihr unternehmerisches Handeln eine Balance innerhalb des energiewirtschaftlichen Zieldreiecks, bestehend aus Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit, zu gewährleisten. Trotz des zunehmenden Wettbewerbs beim Strom- und Erdgasvertrieb konnte die evo ihre wirtschaftlichen Interessen durch ein aktives Marktmanagement und innovative Produkte maßvoll und kundenverträglich weiter verfolgen. Durch die gemeinsame Energiebeschaffung der Gesellschaft Quantum GmbH wurden für die evo optimale Konditionen realisiert. Die im Vorjahr in Aussicht gestellte Umstrukturierung der strasserauf GmbH ist in 2011 erfolgt. Demnach hat strasserauf auf Basis der im Geschäftsjahr 2010 gewonnen Erkenntnisse dem Gesellschafterkreis einen überarbeiteten Businessplan vorgesellt. Im Rahmen des Businessplanes wurde geprüft, ob die positiven Ansätze ausreichen, um im vorgegebenen Rahmen mittelfristig ein wirtschaftliches Projekt zu realisieren. Als positiver Parameter konnte berücksichtigt werden, dass die Marketingmaßnahmen zu einem attraktiven und wahrnehmbaren Markenbild in der Zielgruppe geführt haben. Zudem sind Kundengewinne ohne Dumpingpreise oder massive Prämienversprechen möglich. Deshalb werden die Bestandskunden von strasserauf weiter beliefert. Die Belieferung des Kundenbestands der strasserauf soll zukünftig durch die evo und im Namen der evo erfolgen. Die Marke „strasserauf“ wird außerhalb von Oberhausen als Marke der evo weitergeführt. Es besteht jedoch nicht das Ziel, Kunden für strasserauf über das Marketingkonzept zu gewinnen. Durch die umgesetzten Projekte „Biostrom Oberhausen“ und „Fernwärmeausbau Osterfeld“ sowie die Beteiligung am Erwerb der STEAG GmbH ist nach außen eine strategische Neuausrichtung der evo vollzogen. Wachstumsmöglichkeiten werden konsequent ergriffen und umgesetzt. Das Kerngeschäft der evo-netz – mit der alleinigen Gesellschafterin evo – ist darauf ausgerichtet, das Strom- und Gasnetz entsprechend den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) diskriminierungsfrei zu betreiben, zu warten und bedarfsgerecht auszubauen. Um vorhandene Synergiepotentiale im Netzbereich zu erhalten, wurde in die Gesellschaft zusätzlich das Fernwärmenetz integriert. Darüber hinaus gehören die Unterhaltung der öffentlichen Beleuchtung für die Stadt Oberhausen und die Wartung von Nahwärme-Anlagen zur Geschäftstätigkeit der evo-netz. Alle Netzanlagen verbleiben im Eigentum der evo und werden zur Bewirtschaftung an die evo-netz verpachtet. Im Zuge der Neukalkulation der dauerhaft nicht beeinflussbaren Kosten für die zweite Regulierungsperiode wird noch im ersten Halbjahr 2012 das Netzbetriebspersonal, das bislang durch die evo im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung der evo-netz zur Verfügung gestellt worden war, auf die evo-netz überführt (vgl. Kap. 8.2). -128- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 2 Rahmenbedingungen Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich in Kapitel 2.1 im Wesentlichen auf die Aktivitäten der evo. Das Kapitel 2.2 widmet sich dagegen der evo-netz. 2.1 Wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Lage Der Wettbewerbsdruck auf dem Strom- und Gasmarkt nimmt weiter zu. Mit der wachsenden Zahl von Wettbewerbern steigt dabei auch die Wechselbereitschaft der Kunden insgesamt. Noch gilt dies für das Stromgeschäft stärker als für den Erdgasmarkt, wenn auch hier für die Zukunft vermehrte Bewegung zu erkennen ist: Während sich bis zu 150 konkurrierende Stromanbieter auf dem Oberhausener Markt engagieren, sind es – wenn auch mit steigender Tendenz – bislang etwas mehr als 50 Gasanbieter, die mit der evo um Marktanteile ringen. Trotz dieses zunehmenden Wettbewerbsdrucks kann die evo sowohl bei Strom als auch bei Ergas die führende Marktposition verteidigen und hohe Kundenanteile binden. Auf dem härter umkämpften Strommarkt liegt der Marktanteil derzeit bei 90 %; beim Erdgasgeschäft sind es sogar 95 % Marktanteil. Die evo setzt auf langfristige Zusammenarbeit mit Kunden und Marktpartnern. Derart stabile, dauerhafte Partnerschaften sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um auf den liberalisierten Energiemärkten bestehen zu können. Die evo ist in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Einen Wettbewerbsvorteil bietet etwa die Beteiligung an der Energiebeschaffungsgesellschaft Quantum GmbH, die es erlaubt, Strom und Erdgas im Verbund mit anderen Partnern vergünstigt einzukaufen und damit langfristig dem Trend steigender Bezugspreise entgegenzuwirken. Zwei zentrale und wegweisende Projekte der evo fanden in 2011 ihren Abschluss: die Inbetriebnahme des BiomasseHeizkraftwerkes in Sterkrade und der Abschluss des Fernwärmeausbaus Osterfeld. Beide Maßnahmen tragen erheblich zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in Oberhausen bei. Mit Blick auf die absehbaren Veränderungen der bundesdeutschen Energiewirtschaft hat die evo in 2011 zudem weitere Projekte angestoßen. Pilotstudien mit Mikro-KWK-Anlagen und einer Brennstoffzelle sollen wichtige Erkenntnisse für einen möglichen zukünftigen Regelbetrieb dieser beiden dezentralen Erzeugungstechniken von elektrischer und thermischer Energie liefern. Jenseits ihres Kerngeschäftes ist die evo in Oberhausen zudem in vielfältiger anderer Art und Weise aktiv. Das Unternehmen unterstützt in den Bereichen Soziales, Kultur, Sport und Jugend zahlreiche Projekte, Maßnahmen und Vereine. Die evo bekennt sich damit als lokal stark verwurzeltes Unternehmen zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung. Für die evo ist es ein selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur, sich zu engagieren: Für die Stadt Oberhausen und die Menschen, die hier leben. 2.2 Regulierungssituation Seit Anfang 2009 befinden sich die Netzbetreiber für die Bereiche Strom und Gas im System der Anreizregulierung. Die seitdem laufende erste Regulierungsperiode dauert in der Sparte Gas vier Jahre und in der Sparte Strom fünf Jahre. Aus diesem Grund musste im Bereich Gas bereits in 2011 der neue Kostenantrag für die zweite, nun fünfjährige Regulierungsperiode (2013 bis 2017) gestellt werden. Basisjahr für diesen Antrag war das Jahr 2010. Eine Bescheidung des Antrags auf Basis eines erneuten Effizienzvergleichs erwarten wir in 2012. Mit einem Versatz von einem Jahr folgt dann der Bereich Strom mit 2011 als so genanntem Photojahr, das als Basis für die Antragstellung in 2012 dient. In 2013 wird dann beim Strom für die folgende fünfjährige Regulierungsperiode (2014 bis 2018) die Erlösobergrenze neu festgelegt. Wechselprozesse im Messwesen Im Zusammenhang mit der Liberalisierung des Messwesens im Bereich Strom und Gas veröffentlichte die Bundesnetzagentur am 09. September 2010 die Festlegungen zur Standardisierung von Verträgen und Geschäftsprozessen im Bereich des Messwesens. Ein wesentliches Ziel dieser Festlegung ist es, verlässliche und massengeschäftstaugliche Rahmenbedingungen für die an der Abwicklung des Messwesens Beteiligten zu schaffen. Zum 01. Oktober 2011 mussten diese Prozesse bei den Netzbetreibern eingeführt sein. Auch die evo-netz hat dieses Projekt termingerecht umgesetzt. Marktregeln für die Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBis) Mit der MaBis wurde der verbindliche Rahmen für eine automatisierbare Bilanzkreisabrechnung für das Medium Strom weiter entwickelt und konkretisiert. Die MaBis war bis zum 01. April 2011 umzusetzen. Sie umfasst alle Prozesse für einen vollautomatischen elektronischen Datenaustausch, also -129- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 nicht nur die Bilanzkreisabrechnung, sondern auch die Klärungsprozesse zur Zuordnung der Differenzen. Hierzu wurden die elektronischen Nachrichtentypen weiter entwickelt und neue Typen aufgenommen. evo-netz konnte auch dieses komplexe Verfahren termingerecht umsetzen. Gesetze zur Energiewende Von besonderer Bedeutung für die Energiebranche waren die im August 2011 erlassen Gesetze zur Energiewende. Hierbei handelt es sich im Folgenden um • • Dreizehntes Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes (AtG) Gesetz zur Neuregelung des Rechtsrahmens für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EEG) Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftsrechtlicher Vorschriften (EnWGÄndG) Gesetz über Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzausbaus Elektrizitätsnetze (NABEG) Gesetz zur Änderung des Gesetzes zur Errichtung eines Sondervermögens „Energie- und Klimafonds“ (EKFGÄndG) Gesetz zur Stärkung der klimagerechten Entwicklung in den Städten und Gemeinden • • • • Von besonderer Bedeutung für die evo-netz ist hierbei die Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes sowie die Neufassung des EEG. Dies umfasst zum Beispiel die Forderungen nach einem getrennten Marktauftritt des Verteilnetzbetreibers und des assoziierten Vertriebs, um beim Kunden eine Verwechselbarkeit auszuschließen. Darüber hinaus ist es nun auch erforderlich, ab 01. April 2012 einen Lieferantenwechsel innerhalb von drei Wochen zu ermöglichen (bisher vier Wochen) und dies beginnend von jedem beliebigen Tag (bisher nur zum Monatswechsel). Auch dieses Projekt wird wieder erhebliche Anstrengungen und Anpassungen der Prozesse und der IT fordern. Des Weiteren wurde in 2011 erstmalig eine Veröffentlichung von Netzentgelten für das Folgejahr bereits zum 15. Oktober gefordert. Da dies aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich ist, sind dies nur voraussichtliche Netzentgelte, die dann bis zum 31. Dezember eines Jahres noch geändert werden können. Diese Möglichkeit der Veränderung war in 2011 besonders wichtig, weil es, ausgelöst durch die Bundesnetzagentur, in den letzten Tagen von 2011 noch durch verschiedene Effekte (Umsetzung der BGH-Urteile durch einen öffentlich-rechtlichen Vertrag, Einführung der Umlage nach § 19 Netzentgeltverordnung (NEV), neue Pooling-Festlegung) zu Anpassungen der Netzentgelte kommen musste. Ebenfalls von Bedeutung ist die Einrichtung einer Schlichtungsstelle für Streitfälle zwischen Energieverbrauchern, Energiehändlern und Netzbetreibern. Für die evo von besonderer Bedeutung ist darüber hinaus eine Änderung, die die Konzessionsverträge betrifft. Seit August 2011 ist es für einen neuen Konzessionsnehmer auch möglich, eine Übereignung des Netzes vom Altkonzessionär zu verlangen. Außerdem muss eine vergebende Kommune den Interessenten bereits bei der Ausschreibung alle technisch und wirtschaftlich erforderlichen Informationen zur Beurteilung eines Netzes zur Verfügung stellen. Die Stadt Oberhausen hat diese Daten bei der evo bereits im Dezember 2011 angefordert, weil sie die anstehende Ausschreibung des Konzessionsvertrages mit Beginn des Jahres 2012 durchführen will. Der aktuelle Konzessionsvertrag läuft noch bis Ende 2014. Intelligente Zähler Auch hier ist mit der Neufassung des EnWG eine neue Situation eingetreten. Der bisherige § 21 b EnWG wurde durch acht Vorschriften ersetzt, in deren Mittelpunkt nicht mehr die Messeinrichtung, sondern das sogenannte Messsystem steht. Ein Messsystem ist dabei eine in ein Kommunikationsnetz eingebundene Messeinrichtung zur Erfassung elektrischer Energie. Das zugehörige sogenannte Schutzprofil (zur Absicherung von Datenschutzbelangen) und die entsprechenden technischen Regeln sowie gegebenenfalls weitere Verordnungen werden hierfür noch erarbeitet, so dass nach wie vor keine Entscheidung für einen neuen technischen Zählertyp erfolgen kann. Im Jahr 2012 rechnen wir mit einer weiteren Konkretisierung, so dass dann auf der Basis verlässlicher Rahmenbedingungen ein Ausbau der Systeme erfolgen kann. -130- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Über die aus dem EnWG 2005 bekannte Einbauverpflichtung bei Neubauten und größeren Renovierungen hinaus sollen Messsysteme zukünftig auch bei jedem Letztverbraucher mit einem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh verpflichtend verbaut werden. Dies wird nach erster Abschätzung bei der evo zwischen 10.000 und 15.000 Stromkunden betreffen. Damit wird eine andere Größenordnung erreicht als früher, wo nur bei Neubauten und größeren Renovierungen solche Zähler eingebaut werden mussten. Erstmals trifft das Gesetz außerdem eine deutliche Unterscheidung zwischen Strom und Gas. Eine zweite Infrastruktur an Messsystemen für Gas soll es nicht geben. Gasmesseinrichtungen müssen aber in das Messsystem Strom sicher einbindbar sein. Viele Detailfragen gerade zu den Schnittstellen müssen aber erst noch im Rahmen weiterer Verordnungen geklärt werden. 2.3 Belegschaft Die Mitarbeiter sind einer unserer wesentlichen Erfolgsfaktoren. Dies leben wir sowohl im Arbeitsalltag als auch in unseren vorausschauenden Planungen für die Zukunft. Wir bieten passgenaue Aus- und Weiterbildung, moderne Arbeitsbedingungen und hohe soziale Standards, damit unsere Belegschaft qualifiziert und motiviert den sich in immer kürzeren Abständen ändernden Anforderungen gerecht wird. Die „Belegschaft der evo“, das sind die Mitarbeiter, Führungskräfte, Projektteams oder auch Entscheider; also die Menschen, die sich damit identifizieren. Wir sehen unsere Aufgabe darin alle auf ihre Rolle gut vorzubereiten, indem wir z. B. zahlreiche Qualifikationen fördern. Neben der rein fachlichen Kompetenz setzen wir insbesondere auf die Förderung der sozialen Fähigkeiten. Gezielte Führungskräfteentwicklung sowie die Entwicklung von Fach- und Führungskarriere nennen wir hier als wichtigste Angebote. Unser Denkansatz ist dabei ganzheitlich, das heißt Ausbildung der fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen im Hinblick auf die Anforderungen des Unternehmens. Als besonders relevant sehen wir dabei die Fähigkeit an, sich auf immer neue Herausforderungen einzulassen bzw. mit ihnen umzugehen. So ist das Veränderungsmanagement eines unserer zentralen Themenfelder. Ein Weiteres ist die Arbeitgeberattraktivität. Sowohl für die bestehende Belegschaft als auch insbesondere für Bewerber wollen wir ein attraktiver Partner im Beruf sein. Nur so können wir auch bei demografischen Veränderungen auf motivierte, topausgebildete und loyale Mitarbeiter vertrauen. Projekte wie „Familie und Beruf“ und Maßnahmen im Gesundheitsmanagement unterstreichen unser Ziel der langfristigen Bindung an das Unternehmen und setzen eher vorausschauend und präventiv an. 3 Geschäftsverlauf 3.1 Absatz- / Preisentwicklung Die Ausführungen in den Kapiteln 3.1.1 und 3.1.2 betreffen die Aktivitäten der evo-netz bezogen auf assoziierte und fremde Vertriebe. Die nachfolgenden Unterkapitel geben dagegen durchgängig die Aktivitäten der evo wieder. 3.1.1 Netz Strom Im dritten Jahr der ersten Regulierungsperiode wurde die Erlösobergrenze für den Bereich Strom nach § 4 der Anreizregulierungsverordnung um die zulässige Erhöhung angepasst. Es wurde in 2011 eine Menge von 765 GWh durch die gepachteten Stromnetze der evo-netz geleitet. Dies waren 9 GWh weniger als im vorherigen Geschäftsjahr 3.1.2 Netz Erdgas Die Netzentgelte für den Bereich Erdgas wurden für das Jahr 2011 ebenso wie im Bereich Strom nach § 4 der Anreizregulierung angepasst. Im Geschäftsjahr 2011 wurden durch die gepachteten Erdgasnetze der evo-netz 982 GWh an Erdgaskunden verteilt. Damit wurden im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr 161,8 GWh weniger Erdgas durch die Netze geleitet. 3.1.3 Vertrieb Strom Im Geschäftsjahr 2011 ging der Stromabsatz des Vertriebs der evo im Netzgebiet Oberhausen leicht zurück. Er sank insgesamt um 4,2 % auf 568,9 GWh. Die Reduzierung betrug bei den Kundengruppe Privat- und Gewerbekunden 3,5 % und bei den Industriekunden 3,9 %. Der Absatz an Strom für Nachtstromspeicherheizungen sank witterungsbedingt um 24,5 % auf 11,6 GWh. Im Vertrieb in anderen Netzgebieten hat die evo AG einen Absatzzuwachs um 50,8 % zu verzeichnen, so dass sich die rückläufige Entwicklung des Absatzes im Oberhausen nahezu kompensiert werden konnte. Der Gesamtabsatz Vertrieb sinkt um 1,8 % auf 609,3 GWh. -131- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die Strompreise des Allgemeinen Stromtarifs für Privat- und Gewerbekunden stiegen zum 01. Januar 2011 um 1,22 Cent/kWh (netto). Für Geschäfts- und Industriekunden wurden die Preise individuell kalkuliert und überwiegend zum Jahresbeginn 2011 neu festgesetzt. Der Marktanteil im Netzgebiet Oberhausen lag zum Jahreswechsel bei 90 %; im Vorjahr bei 91 %. 3.1.4 Vertrieb Erdgas Der Erdgasabsatz ist im Wesentlichen von witterungsbedingten Einflüssen geprägt. So machen sich die Temperaturen und die Dauer der Heizperiode eines Jahres bemerkbar. Als ein Indikator dient die Summe der Gradtagzahlen eines Jahres. Diese liegt für 2011 zum Zeitpunkt des vorgezogenen Jahresabschlusses um -20,6 % unter dem Wert des Jahres 2010. Der Erdgasabsatz sank insgesamt um -15,9 % auf 906,5 GWh. Aufgrund der stärkeren Witterungsabhängigkeit sank der Absatz bei den Privat- und Gewerbekunden mit -16,7 % deutlich gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Geschäfts- und Industriekunden ist mit -11,4 % ein erheblicher Absatzzurückgang zu verzeichnen. Die Absatzpreise der Sondertarife für nicht leistungsgemessene Kunden wurden letztmalig zum 1. September 2010 um 0,55 ct/kWh an die Bezugskosten angepasst. Der Marktanteil beim Erdgas lag zum Jahreswechsel bei 95 %; im Vorjahr bei 97 %. 3.1.5 Vertrieb Fernwärme Im Bereich der Fernwärme spiegelt sich ebenfalls die Witterungsabhängigkeit wider. Hier sank der Gesamtabsatz (Heizwasser und Dampf) um -13,6 % auf 384,1 GWh. Die Nettopreise wurden letztmalig zum 1. September 2010 um 0,4 ct/kWh erhöht. 3.1.6 Energiebereitstellung Die Energiebereitstellung der evo erfolgt im Rahmen der Energieerzeugung durch eigene Erzeugungseinheiten und der externen Energiebeschaffung. Zur externen Energiebeschaffung bedient sich die evo ab 2010 eines Dienstleisters, der Quantum GmbH. Die Höhe des zu beziehenden Erdgas- und Strombedarfs orientiert sich an dem zukünftigen Vertriebsbedarf; insofern richtet sich das Beschaffungsportfolio konsequent an dem Absatzportfolio aus. Durch ein Risikomanagementsystem ist dieses risikoaverse Vorgehen in den Arbeitsabläufen implementiert. Entsprechend der am Energiemarkt geübten Praxis besteht innerhalb der Quantum GmbH eine strikte Funktionstrennung zwischen Geschäftsabschluss, Bearbeitung und Abrechnung von Beschaffungsvorgängen. 3.2 Entwicklung Dienstleistungen 3.2.1 Gebäude-Energieservice Der Absatz beim Gebäude-Energieservice (GES) sank um -12,4 % auf 51,1 GWh. Dieser Absatzrückgang liegt analog des Gas- und Fernwärmeabsatzes in der Witterung des Jahres 2011 begründet. 3.2.2 Technische und kaufmännische Dienstleistungen Die evo erbringt folgende Dienstleistungen für Dritte: • • • technische Dienstleistungen für die Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Leistungen im Bereich Immissionsschutz für die GMVA-Niederrhein GmbH Betriebsführung für das Heizwerk Wiesenstraße der Siemens AG in Mülheim an der Ruhr Contracting-Leistungen für das Heizwerk Duisburg-Meiderich der Infratec Duisburg GmbH • Weiterhin betreut die evo mit der externen Geschäftsbesorgung als professioneller Dienstleister seit vielen Jahren Kleinund Mittelstandsunternehmen aus verschiedensten Branchen mit kompetenten Dienst- und Outsourcing-Leistungen in den Bereichen Buchhaltung, Controlling, Personalmanagement, Einkauf und Materialwirtschaft. Dabei sind die -132- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 individuelle und kompetente Betreuung der Kunden sowie die hohe Datensicherheit die Basis für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. 3.3 Partner und strategische Beteiligungen Die evo ist ein starker Partner der Stadt Oberhausen und ein wichtiges Beteiligungsunternehmen im RWE-Konzern. Mit unseren Kunden und Marktpartnern verfolgen wir eine dauerhafte Zusammenarbeit. Ziel der evo ist es, im liberalisierten Markt nachhaltig erfolgreich zu sein. Um in diesem Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben, kann die evo – und damit auch der gesamte Konzern – auf ihre operativen und strategischen Beteiligungen zählen. Um nachhaltig die lokale Entwicklung in der Stadt Oberhausen zu fördern, ist die evo an den Gesellschaften Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH – ENO, GfKO Gesellschaft für Kabelkommunikationstechnik Oberhausen mbH & Co. Kabel-Service KG und PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH beteiligt. Die in den nachfolgenden Unterpunkten aufgeführten weiteren Beteiligungen waren für die Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr von besonderer Bedeutung. 3.3.1 KSBG - STEAG Die evo hat sich gemeinsam mit sechs weiteren Stadtwerken zum Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr zusammengeschlossen. Diese Unternehmen sind mit 51 % an der STEAG GmbH beteiligt, dem zurzeit fünftgrößten deutschen Stromerzeuger. Die jeweiligen Anteile sind in der Kommunalen Stadtwerke-Beteiligungsgesellschaft (KSBG) gebündelt, die neue Mehrheitsgesellschafterin ist. Durch das große Engagement in der Stromerzeugung wird mittelfristig eine stärkere Unabhängigkeit von den großen Energieversorgern angestrebt. Die STEAG soll weiter im Energiemarkt etabliert werden, und der Bereich Erneuerbare Energien soll nachhaltig gestärkt werden. Darüber hinaus strebt das Stadtwerke-Konsortium durch die Kooperation an, die Fernwärme als wichtigen Eckpfeiler einer umweltfreundlichen Wärmeversorgung zu sichern und auszubauen. Die von der Geschäftsführung der KSBG für den Zeitraum bis 2016 vorgelegte Mittelfristplanung zeigt, dass sich die wirtschaftlichen Prognosen im Rahmen der erwarteten Ergebnisse bewegen, wie sie zum Zeitpunkt des Kaufes bewertet wurden. Die inzwischen von der STEAG vorgelegte Ergebnisprognose für das zweite Halbjahr 2011 mit einer Gewinnabführung an die KSBG von rd. EUR 109 Mio. untermauert diese Einschätzung. Die Beteiligung der evo an der STEAG (über die KSBG) soll – beginnend ab 2012 – eine jährliche Ausschüttung für die evo von EUR 1,5 Mio. erzielen. Dabei wird z. B. das Ergebnis für 2011 über die KSBG dem Ergebnis der evo erst in 2012 zugerechnet. Aus Sicht des Stadtwerke-Konsortiums Rhein-Ruhr ergeben sich Zukunftschancen insbesondere aus: • • einem zukünftig verstärkten Ausbau der regenerativen Energien – auch im Ausland – durch die STEAG, der weiteren Vorbereitung zu den Rahmenbedingungen bzgl. der Schaffung der vom Land Nordrhein Westfalen unterstützten „Fernwärmeschiene Ruhr“, der Unterstützung der kommunalen Stadtwerke bei der Entwicklung einer für die nächsten Jahrzehnte notwendigen dezentralen kommunalen Erzeugungsstruktur, der weiteren Ermittlung zusätzlicher Synergiepotenziale zwischen den an der STEAG beteiligten kommunalen Stadtwerken. • • Die nationalen Entwicklungen zeigen aber auch, dass die Anzahl renditestarker Zukunftsprojekte im Inland unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen limitiert ist. Wachstumschancen werden u. a. im Bereich der Windenergie und hier insbesondere in Südosteuropa sowie der Türkei gesehen. Somit soll langfristig die Abhängigkeit des STEAG-Konzerns von der Kohleverstromung gesenkt werden und der ökologische Umbau der STEAG kontinuierlich fortschreiten. -133- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 3.3.2 Biostrom Oberhausen Im Anlagenbestand des HKW II wurde eine Biomasseverbrennung mit Landschaftspflegematerial als Brennstoff errichtet. An dieser Biomasseverbrennung sind die Cofely Deutschland GmbH mit 51 % und die evo mit 49 % beteiligt. Die Anlage erreichte im Rahmen der Inbetriebnahme-Phase im Mai 2011 ihre vollständige vereinbarte Leistung. Durch Verschlackung - bedingt durch den Einsatz mangelhafter Brennstoffqualität - und des Einbaus eines zusätzlichen Filters musste der Betrieb der Anlage mehrmals eingestellt werden. Das Störungspotenzial aufgrund des Brennstoffs konnte weitestgehend ausgeräumt werden, indem mit dem Lieferanten der Biomasse für die zu liefernde Qualität neue Standards festgelegt wurden. 3.3.3 Quantum Hauptaufgabe der Quantum GmbH ist der Handel mit Energie und Dienstleistungen im Bereich der Energiebeschaffung. Ziel ist es, die örtliche Energieversorgung in den Kommunen zu stärken. Für die evo übernimmt die Quantum GmbH aktuell das Bilanzkreismanagement Strom und beschafft Strom und inzwischen auch Erdgas direkt an den Großhandelsmärkten. Dadurch kann der personelle Zusatzaufwand bei der evo in Grenzen gehalten werden. Zum 01. Oktober 2011 hat die evo auch beim Bezug von Gas auf eine strukturierte Beschaffungsstrategie umgestellt. Ab diesem Zeitpunkt erfolgt die Beschaffung grundsätzlich über die und in Abstimmung mit der Beschaffungsgesellschaft Quantum. Die evo hält einen Anteil von 10 % am Stammkapital der Quantum GmbH. 4 Ertragslage Die wesentlichen Angaben zu den Jahresabschlüssen der Einzelgesellschaften mit dem jeweiligen operativen Ergebnisbeitrag zum Konzernergebnis für das Geschäftsjahr 2011 stellen sich wie folgt dar: Gesellschaft -------------------Position FSO TEUR evo TEUR evo-netz TEUR Summe TEUR Konzern TEUR Umsatzerlöse (ohne Energiesteuern) 573 225.188 83.527 309.288 195.158 Materialaufwand 201 158.336 46.262 204.799 120.266 Personalaufwand 196 32.703 1.107 34.006 34.006 Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen 0 10.023 0 10.023 10.030 Konzessionsabgabe 0 0 9.335 9.335 9.335 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 111 18.302 - 1.702 16.711 16.191 Außerordentliches Ergebnis 0 - 1.115 0 - 1.115 - 1.115 Steuern vom Ertrag (einschl. Steuerumlage) 14 3.187 166 3.367 4.578 -134- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Jahresüberschuss bzw. -fehlbetrag (vor Ergebnisabführung) 97 14.000 - 1.868 12.229 10.498 Mitarbeiter (Köpfe im Jahres-durchschnitt) 4 462 8 474 474 Zur Ermittlung des Jahresüberschusses für den FSO-Konzern sind die jeweiligen Einzelabschlüsse um die Leistungsinterdependenzen zwischen den Konzerngesellschaften – im Wesentlichen Netznutzungs- und Dienstleistungsentgelte, verrechnete Personalkosten und Mieten – zu korrigieren. Darüber hinaus ist das Ergebnis durch eine Erhöhung der aktiven und passiven latenten Steuern in Höhe von TEUR 1.211 negativ beeinflusst (Vorjahr TEUR 21 positv). Da der Konzern ausschließlich gewerbesteuerpflichtig ist, wird – wie im Vorjahr – ein Ertragsteuersatz von 17,15 % zur Berechnung zugrunde gelegt. Das Konzernergebnis wird auch weiterhin im Wesentlichen durch die evo geprägt. Aufgrund des Abschlusses der Konzernbetriebsprüfung (BP) für die Jahre 2004 bis 2008 und der damit verbundenen Auflösung von in den Vorjahren gebildeten Risikovorsorgen kam es im Berichtsjahr zu positiven Effekten von TEUR 5.213, diese wurden durch zusätzliche Aufwendungen aufgrund der BP in Höhe von TEUR 2.424 teilweise kompensiert. Die Umsatzerlöse betreffen hauptsächlich die Erlöse aus Energieverkäufen (TEUR 186.975), diese haben sich im Vergleich zum Vorjahr um TEUR 982 erhöht, dies ist im Wesentlichen auf das höhere Preisniveau auf den Energiemärkten zurückzuführen. Dieser positive Effekt wird durch den Anstieg der Bezugskosten, ebenfalls aufgrund des gehobenen Preisniveaus, größtenteils kompensiert. Negativ wurde der Jahresüberschuss durch das Absinken des Finanzergebnisses von TEUR -1.496 im Vorjahr auf TEUR -3.689 im laufenden Geschäftsjahr beeinflusst. Dies ist im Wesentlichen in der erstmaligen Aufnahme eines kurzfristigen Bankdarlehens sowie einer Minderung der Zinserträge von TEUR 1.350 im Vorjahr auf TEUR 391 in 2011 begründet. 5 Finanz- und Vermögenslage 5.1 Finanzbewegung Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit mindert sich in 2011 um rund TEUR 857 auf TEUR 7.200, dies ist im Wesentlichen auf die Minderung der Rückstellungen und den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zurückzuführen. Dieser Effekt wir durch den Rückgang des Bestandes an Forderungen teilweise kompensiert. Die Summe der Investitionstätigkeiten innerhalb der Kapitalflussrechnung beläuft sich im Berichtsjahr auf TEUR -8.785 (Vorjahr TEUR -3.817). Hierbei wurden die Investitionen in das Sachanlage- und Finanzanlagevermögen im Wesentlichen durch die Veräußerung von Wertpapieren der kurzfristigen Finanzdisposition finanziert. Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beinhaltet die Ergebnisabführung aus dem Vorjahr (TEUR -11.523) sowie die Aufnahme eines kurzfristigen Finanzkredites in Höhe von TEUR 12.000, er liegt um TEUR 11.782 über dem Vorjahreswert. Es kommt zu einer Abnahme des Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahres von TEUR 1.107, dieser stellt sich mit TEUR 2.225 noch immer positiv dar. 5.2. Investitionen Die Investitionen im Anlagevermögen des Konzerns sind fast ausschließlich durch Maßnahmen der evo geprägt. Diese wurden im Jahr 2011 durch Mittel der Innenfinanzierung realisiert. Die technisch-wirtschaftliche Optimierung in den Netzbereichen wurde weiter vorangetrieben. Der Anteil der Netzinvestitionen in 2011 an den gesamten Investitionen des Sachanlagevermögens und der Immateriellen -135- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Vermögensgegenstände beträgt rd. 69 %. Zudem wurden weiterhin Investitionsmaßnahmen im Bereich der HKWs (Prozessleittechnik, Vollentsalzungsanlage u. a.) vorangetrieben. Budget 2012 in TEUR Investitionen Abschreibungen 16.890 10.500 Ist 2011 in TEUR 29.981 10.481 Ist 2010 in TEUR 19.712 10.145 Neben den Investitionen in Höhe von TEUR 14.640 zur Erneuerung der Netze und für sonstige Anschaffungen sieht das Investitions-Budget 2012 weitere Sondermaßnahmen durch unvermeidbare Erneuerungen in den Heizkraftwerken über TEUR 2.250 vor, welche planungsgemäß auch in den nachfolgenden Jahren bis 2014 den Sachinvestitionsverlauf prägen werden. Die im Berichtsjahr getätigten Investitionen betrugen rund TEUR 29.981 und teilen sich wie folgt auf: Ist 2011 in TEUR Immaterielle Vermögensgegenstände Sachanlagen Stromversorgung Erdgasversorgung Fernwärmeversorgung Energieservice Gemeinsame Anlagen 7.879 3.411 6.020 86 569 151 Ist 2010 in TEUR 146 6.007 4.070 7.374 282 1.617 Finanzanlagen 11.865 216 Gesamtbetrag 29.981 19.712 Im Bereich der Finanzanlagen kam es zu Investitionen in Höhe von TEUR 11.865. Diese beinhalten im Wesentlichen die Beteiligung der evo an der STEAG über die KSBG (vgl. Punkt 3.3.1). In den kommenden Geschäftsjahren ist davon auszugehen, dass die vorhandene Liquidität nicht zur Deckung der erforderlichen Investitionen ausreichen wird. Es ist geplant langfristige Investitionen durch mittelfristige bis langfristige Darlehensaufnahmen zu finanzieren. Damit soll weiterhin die technisch-wirtschaftliche Optimierung der Versorgungsnetze, der Ausbau der Fernwärmeversorgung und die Kraftwerkssanierung sichergestellt werden. -136- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 5.3 Finanzstrategie Das Finanzergebnis des Konzerns wird insbesondere durch die evo geprägt. Im Rahmen einer zentralen Anlagestrategie wurde eine konzernweite Cash-Pooling-Vereinbarung getroffen, wobei die Verzinsung von Darlehen zu Geldmarktsätzen am Frankfurter Bankenplatz erfolgt. Die Anlage von kurzfristig freien liquiden Mittel erfolgt als Kapitalanlagen in Tages- und Festgeldern. Die längerfristigen freien liquiden Mittel wurden bereits in 2007 zur nachhaltigen Wertsteigerung und zur Schaffung einer soliden Basis für die nächsten Jahre in zwei Spezialfonds mit unterschiedlichen Partnern angelegt. Die Vorteile von Spezialfonds lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen: • Die Absicherung erfolgt über eine mit den Partnern vereinbarte Sicherungsstrategie (95 % des bei der Anlage eingebrachten Buchwertes) mit Anlagehorizont bis Ende 2013 und über die Zulassung durch das BaFin. Mit den Vertragsparteien konnte eine Umkehr der Beweislast zugunsten der evo herbeigeführt werden. Beide Fonds sind kurzfristig veräußerbar und könnten zur Deckung eines temporären Liquiditätsbedarfs herangezogen werden. Aufgrund der aktuellen Situation auf den Finanzmärkten konnten beide Fonds einen positiven Wertbeitrag in 2011 leisten. Weiterhin wird von einer positiven Entwicklung der Kapitalanlagen ausgegangen. • • • Zur Deckung der in 2011 getätigten Investitionen wurde im Berichtsjahr ein Spezialfonds aufgelöst, des Weiteren wurde zur Vorfinanzierung der Energiebezugskosten ein kurzfristiges Darlehen in Höhe von EUR 12,0 Mio. aufgenommen. Es wird davon ausgegangen, dass langfristige Investitionen ab dem Geschäftsjahr 2012 durch mittel- bis langfristige Fremdkapitalaufnahmen finanziert werden müssen. Die verbliebenen längerfristigen Kapitalanlagen dienen zur Deckung der mittelfristigen Rückstellungen, die im Wesentlichen Maßnahmen aus dem Personalbereich beinhalten. Dazu zählen unter anderem umfangreiche Rückstellungen für abgeschlossene Altersteilzeitverträge. Weiterhin werden bei den Rückstellungen Verpflichtungen für noch ausstehende Rechnungen ausgewiesen. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Rechnungen für erhaltene Energielieferungen aus den Bereichen Strom und Erdgas. Zum Aufstellungszeitpunkt dieses Konzernabschlusses können die vorgenannten Aussagen von der Konzernleitung uneingeschränkt bestätigt werden. Dem betriebsnotwendigen Konzernvermögen stehen angemessene Passiva in Form von Eigenkapital oder langfristigen Rückstellungen bzw. Verbindlichkeiten gegenüber. Nach dem heutigen Kenntnisstand können die Ergebnisbeiträge des Geschäftsjahres 2011 voraussichtlich auch in 2012 gehalten werden. Zusammenfassend wird die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage im Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses als zufrieden stellend betrachtet. 6 Nachtragsbericht Vom Geschäftsjahres-Ultimo bis zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses 2011 sind keine Tatsachen aufgetreten oder bekannt geworden, welche die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage beeinflussen. 7 Risikobericht 7.1 Risikomanagement Zur Sicherung der Unternehmensziele, des künftigen Erfolges des Unternehmens sowie zur Senkung der Risikokosten führt die evo halbjährlich eine Risikoinventur durch. Diese Aufgabe wird auch für die evo-netz wahrgenommen. Damit Risiken frühzeitig erkannt und rechtzeitig angemessene Gegensteuerungsmaßnahmen ergriffen werden können, ist bei der evo ein Risikomanagementsystem gemäß dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) implementiert. Alle erfassten Risiken werden durch Risikopaten hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Risikoauswirkung eingestuft. Die Risiken werden dabei nicht nur auf die mit den Risiken verbundenen Kosten, Erlöseinbußen, Margenverluste oder Betriebsunterbrechungen untersucht, es wird auch der Einfluss auf Ressourcen, wie z. B. Personenschäden oder Imageverlust analysiert. -137- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 7.2 Absatzmarktrisiken Der Wettbewerb auf dem lokalen Energiemarkt wird weiter zunehmen. Die starke Konkurrenz auf dem Strom- und Erdgasmarkt sorgt dabei für ein vielfältiges Angebot, aus dem der Verbraucher wählen kann. Mit einem Marktanteil im Privatkundengeschäft bei der Stromversorgung von rund 90 % hat die evo eine starke Position. Mit etwa 95 % Marktanteil beim Erdgas ist die Position der evo zwar gefestigt, aber hier wird erwartet, dass die Anzahl der neuen Anbieter auf dem Gasmarkt sprunghaft in die Höhe steigen wird. 7.3 Beschaffungsmarktrisiken Bei der Energiebeschaffung verfolgt die evo AG eine risikoaverse Strategie. Insofern betreibt die evo AG keinen eigentlichen Energiehandel, sondern beschafft die Erdgas- und Strommengen für ihren geplanten Absatz. Zur Vermeidung des Preisrisikos erfolgt die Beschaffung von Mengen für Großkunden „back to back“, d. h. die Menge wird erst bei Vertragsabschluss beschafft und unterliegt so nur einem geringen Preisrisiko. Für den größeren Teil der evoKunden, die über Standardlastprofile beliefert werden, erfolgt eine große Streuung über die Produktart (Standardprodukte und Fahrpläne) und den Zeitpunkt der zu beschaffenden Energien. Bedingt durch die geringen Wechselraten in dieser Kundengruppe kann der sich ergebende Durchschnittspreis vergleichsweise risikolos weitergegeben werden. Aufgrund des großen Anteils von Haushaltskunden und kleineren Sondervertragskunden am Gesamtabsatz ergeben sich nur geringe Mengenrisiken, operative Risiken werden durch Prozesse und interne Kontrollmechanismen minimiert. 7.4 Betriebsrisiken Grundsätzlich schützt sich die evo gegen Risiken, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der unternehmerischen Tätigkeit stehen, durch adäquate Versicherungen. Haftungsrisiken werden durch eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung abgedeckt. 7.5 Finanzrisiken Auf Basis einer kurz- bis langfristigen Liquiditätsplanung erfolgt die Liquiditätssteuerung innerhalb von genehmigten Kreditlinien Durch das Kerngeschäft und die Vielzahl der Kunden ergeben sich neben den im Abschluss bereits berücksichtigten Einzel- und Pauschalwertberichtigungen keine weiteren Preis- und Adressausfallrisiken. Zahlungsstromschwankungen sind aufgrund bekannter Abrechnungszyklen und anhand von Gradtagszahlen weitesgehend planbar. 7.6 Umfeldrisiken Die evo-netz befindet sich bezüglich der regulierten Bereiche Strom und Gas in der ersten Regulierungsperiode. Die Regulierungsbehörden werden zukünftig die Personalzusatzkosten nur dann als Bestandteil der dauerhaft nicht beeinflussbaren Kosten anerkennen, wenn die Mitarbeiter direkt bei der Netzgesellschaft angestellt sind. Vor diesem Hintergrund wurde die Entscheidung getroffen, die Mitarbeiter der regulierten Bereiche Strom und Gas 2012 in die Netzgesellschaft zu überführen. Im nicht regulierten Bereich Fernwärme bleibt die bisherige Konstruktion bestehen, nach der die von evo überlassenen Arbeitnehmer in direkter Weisungsbefugnis dem Leitungspersonal des Netzes unterstehen. Die anstehenden Änderungen werden allen Beteiligten ausführlich kommuniziert. Durch die Bildung einer „großen Netzgesellschaft“ werden die wirtschaftlichen Risiken des Themas Personalzusatzkosten abgewendet. Seit einigen Jahren sind die Preisanpassungsformeln bei Gaslieferverträgen in der juristischen Kritik. Die kritische Fragestellung hat sich nunmehr auf die Fernwärmelieferverträge ausgeweitet. Die Risiken im Gasbereich wurden durch Rückstellungen angemessen abgebildet. Für den Bereich Fernwärme besteht aufgrund der hohen Kundenzufriedenheit nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass die Fernwärmekunden der evo einen Anspruch auf Rückerstattung an die evo stellen und gerichtlich geltend machen werden. Die Konzessionsverträge für die Bereiche Gas, Strom und Fernwärme mit der Stadt Oberhausen laufen 2014 aus. Die Ausschreibungen für Strom, Gas und Fernwärme erfolgten im Bundesanzeiger, für Strom zudem EU-weit. Es besteht das grundsätzliche Risiko eine, zwei oder alle drei Konzessionen zu verlieren. 7.7 Gesamtrisiko Die beiden halbjährlichen Risikoinventuren haben keine bestandsgefährdenden Risiken aufgezeigt. Auch für die Zukunft sind keine derartigen Risiken erkennbar. -138- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 8 Prognosebericht 8.1 Rahmenbedingungen im Wandel Die politischen Rahmenbedingungen der Energiewirtschaft befinden sich derzeit in einem raschen und grundlegenden Wandel. Nachdem noch im Herbst 2010 mit dem damals vorgestellten Energiekonzept der Bundesregierung eine Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke beschlossen worden war, brachte kaum ein halbes Jahr später das Unglück im japanischen AKW in Fukushima binnen kürzester Zeit eine radikale Umkehr dieser Entscheidung. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist inzwischen parteienübergreifend beschlossene Sache. Zugleich steht die Bundesregierung zu den ehrgeizigen Klimaschutzzielen, die teilweise auf Vorgaben und Verpflichtungen der EU zurückgehen. Um beide Ziele zugleich zu erreichen, sind erhebliche Anstrengungen nötig, um sowohl die Netzinfrastruktur als auch die Erzeugungslandschaft in der Bundesrepublik an die neuen Erfordernisse anzupassen. Aktuell zeigt sich, dass die konkrete Umsetzung der Maßnahmen hinter den ursprünglichen Zeitplanungen zurückbleibt. Mit den politischen Zielvorstellungen wurde auch das gesetzliche Regel- und Verordnungswerk grundlegend überarbeitet. Daraus ergaben sich immer wieder zum Teil tiefgreifende Änderungen für die bundesdeutsche Energiewirtschaft. Zuletzt hatte die Entlastung energieintensiver Branchen von den Kosten der Netznutzungsentgelte zulasten einer steigenden Umlage für alle übrigen Privat- und Gewerbekunden vielerorts für steigende Strompreise gesorgt. Auch die evo sah sich genötigt, ihre Preise anzupassen. Ganz ähnlich verhält es sich mit der indirekten Beeinflussung der Strompreise durch die einspeiseabhängige Umlage nach dem EEG. Überhaupt machen Steuern und Abgaben allein schon gute zwei Drittel des Strompreises aus: Neben den Netzentgelten und der EEG-Umlage kommen Umsatz- und Stromsteuer, Konzessionsabgabe und die Abgabe nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz (KWKG) hinzu. Diese momentan erkennbare, relative Offenheit der weiteren Entwicklung der Energiewirtschaft wird wohl noch einige Zeit fortbestehen. Unabhängig davon ist jedoch heute schon klar, dass die Zukunft mehr dezentrale regenerative und konventionelle Erzeugung mit sich bringen wird. Mit der mittelbaren Beteiligung an der STEAG oder auch der Errichtung des Biomasse-Heizkraftwerkes in Sterkrade hat sich die evo hier bereits vorausschauend auf den Weg gemacht. Zuletzt haben sich auch auf kommunaler Ebene die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen geändert. Durch die vom Rat der Stadt Oberhausen am 12. Dezember 2011 beschlossene Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes von 490 auf 520 % wird für die evo die steuerliche Belastung ab dem 01. Januar 2012 von bislang 17,15 auf dann 18,2 % des zu versteuernden Ertrages ansteigen. 8.2 Große Netzgesellschaft Im Hinblick auf die Anerkennung der sogenannten Personalzusatzkosten als dauerhaft nicht beeinflussbare Kosten in der zweiten Regulierungsperiode hat die evo entschieden, alle Mitarbeiter in den regulierten Bereichen, die heute als überlassene Arbeitnehmer tätig sind, arbeitsvertraglich in die Netzgesellschaft zu überführen. Diese Umsetzung wird ca. 150 Mitarbeiter betreffen und soll im ersten Halbjahr 2012 abgeschlossen sein. Damit wird erreicht, dass die positive Auswirkung bereits für die kommende Regulierungsperiode für den Bereich Gas wirksam wird. 8.3 Weitere Entwicklung der Ertragslage Die geänderten Rahmenbedingungen in der Energiewirtschaft stellen alle Versorger vor große wirtschaftliche Herausforderungen. Dies zeigt sich auch an den drastisch gesunkenen Aktienkursen der großen Energieversorger im Vergleich zu den Notierungen vor einigen Jahren. In den regulierten Netzgeschäften Strom und Erdgas lassen sich nur noch verminderte „zugestandene“ Gewinne realisieren; im Bereich Energievertrieb herrscht ein deutlich zunehmender Wettbewerb. Vor diesem Hintergrund, d. h. dem steigenden Erlös- und Kostendruck, sind alle Abteilungen der evo und der evo-netz dabei involviert, zusätzliche Effizienzpotenziale zu identifizieren und umzusetzen. Zur konzernübergreifenden Abstimmung wurden Arbeitsgruppen eingerichtet, die über die einzelnen Unternehmensbereiche hinweg weitere Einspar- bzw. Erlöspotenziale realisieren. Ferner wird die bestehende Personal-Solldimensionierung unter dem Gesichtspunkt der innerbetrieblichen Kooperation erneut analysiert und optimiert. Die evo ist ein gut aufgestelltes und am Markt positioniertes Unternehmen. Die Mittelfristplanung für die kommenden Jahre zeigt, dass in 2012 und 2013 weiterhin angemessene Gewinne von rd. EUR 11,0 Mio. erwirtschaftet werden. -139- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Diese hohen Beteiligungserträge können jedoch in der weiteren Perspektive für unsere Anteilseigner zunächst noch nicht vollumfänglich - aus dem operativen Geschäft - bestätigt werden. Als innovatives und gut aufgestelltes Energieversorgungsunternehmen stellt sich die evo dieser Herausforderung im Sinne unserer Strategie, d. h. der nachhaltigen Unternehmenswertsteigerung. Wir arbeiten an Lösungen und Methoden, um auch weiterhin und langfristig eine hohe Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Oberhausen, den 12. März 2012 FSO GmbH & Co. KG vertreten durch die Geschäftsführung der FSO Verwaltungs-GmbH Hartmut Gieske Bernd Homberg -140- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -141- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 FSO Verwaltungs- GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Danziger Str. 31 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/ 8350 0208/ 835 2620 service@evo-energie.de GmbH 30,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ RWE Deutschland AG STOAG Stadtwerke Oberhausen AG 15,00 15,00 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Beteiligung als persönlich haftende, geschäftsführende Gesellschafterin an der FSO GmbH & Co. KG. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, durch die der Gesellschaftszweck gefördert werden kann. b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Gieske, Hartmut Homberg, Bernd Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Bevollmächtigte/r der STOAG Prokura: Slomma, Claudia Seifert, Eckhard e) Lagebericht vgl. Konzernlagebericht der FSO GmbH & Co. KG (S. 125) -142- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -143- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 RW E Aktiengesellschaft a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Opernplatz 1 45128 Essen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0201/ 1200 0201/ 1215199 http://www.rwe.de/ AG 1.573.748,48 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ STOAG Stadtwerke Oberhausen AG 3.012,68 % 0,19 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft leitet eine Gruppe von Unternehmen, die insbesondere auf folgenden Geschäftsfeldern tätig sind: -Erzeugung und Beschaffung von Energie, einschließlich erneuerbarer Energien, -Gewinnung, Beschaffung und Verarbeitung von Bodenschätzen und anderen Rohstoffen, -Versorgung und Handel mit Energie, -Errichtung, Betrieb und Nutzung von Transportsystemen für Energie, -Versorgung mit Wasser und Behandlung von Abwasser, -Erbringung von Dienstleistungen auf den vorgenannten Gebieten, einschließlich Energieeffizienzdienstleistungen. Die Gesellschaft ist berechtigt, alle Geschäfte vorzunehmen, die mit dem Gegenstand des Unternehmens zusammenhängen oder ihm unmittelbar oder mittelbar zu dienen geeignet sind. Sie kann auf den in Absatz 1 bezeichneten Geschäftsfeldern auch selbst tätig werden. Die Gesellschaft kann auch andere Unternehmen gründen, erwerben und sich an ihnen beteiligen, insbesondere an solchen, deren Unternehmensgegenstände sich ganz oder teilweise auf die vorgenannten Geschäftsfelder erstrecken. Sie kann Unternehmen, an denen sie beteiligt ist, unter ihrer einheitlichen Leitung zusammenfassen oder sich auf die Verwaltung der Beteiligung beschränken. Sie kann ihren Betrieb ganz oder teilweise in verbundene Unternehmen ausgliedern oder verbundenen Unternehmen überlassen. b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vorstand: Hauptversammlung: Vorsitzender Dr.-Ing. Großmann, Jürgen Bevollmächtigte/r der STOAG e) Lagebericht Der Lagebericht wird auf Grund des Umfangs nicht abgedruckt. Der Bericht ist im Internet unter www.rwe.de , Stichwort „Konzerngeschäftsbericht 2011“ nachlesbar -144- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -145- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 RW Holding Aktiengesellschaft a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Herzogstr. 15 40199 Düsseldorf Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0211 826-4623 0211 826-6168 http://www.westlb.de/ AG 74.362,86 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ STOAG Stadtwerke Oberhausen AG 661,83 % 0,89 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens sind der Erwerb und die Verwaltung von Beteiligungen sowie die damit verbundene Wahrung wirtschaftlicher Interessen. Die Gesellschaft ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die der Erreichung und Förderung des Gegenstandes der Gesellschaft notwendig oder nützlich erscheinen. b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Hauptversammlung: Bevollmächtigte/r der STOAG Aufsichtsrat: Mitglied Wehling, Klaus sowie weitere acht Mitglieder e) Lagebericht Über die Gesellschaft werden gemeinsam mit dem Verband der kommunalen RWE-Aktionäre die Interessen der Kommunen in der RWE AG vertreten. Die RW Holding AG hält eine Beteiligung von 31,48 % am Hafttkapital der RW Energie Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, Dortmund (RWEB), welche eine Beteiligung in Höhe von 15,099 % am Grundkapital der RWE AG mit einem Stimmrechtsanteil von 16,095 % hält. Die wirtschaftliche Entwicklung der RW Holding AG hängt von den zukünftig zu erzielenden Dividendenerträgen aus der RWEB und somit der indirekten Beteiligung an der RWE AG ab. Da die Gesellschaft über die Beteiligung an RWEB hinaus keine weiteren wirtschaftlichen Tätigkeiten entfaltet, wird auf eine Darstellung der Unternehmensdaten verzichtet. Die Wahrnehmung der Interessen in der Hauptversammlung erfolgt durch einen Vertreter der STOAG. Ein Aufsichtsrat ist bestellt. Die STOAG erhält jährlich eine Gewinnausschüttung in Höhe der jeweiligen Dividende auf die RWE-Stammaktien über die Beteiligung an der RWEB. In Höhe dieser Dividende verringert sich der verbleibende Finanzierungsbetrag gegenüber der STOAG und damit auch die Belastung der Stadt. -146- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -147- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Buschhausener Straße 46049 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/8594-0 0208/8594-210 info@gmva.de http://www.gmva.de/ GmbH 255,65 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ REMONDIS Oberhausen GmbH STOAG Stadtwerke Oberhausen AG Wirtschaftsbetriebe der Stadt Duisburg AöR 125,27 38,81 91,57 % 49,00 15,18 35,82 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand der Gesellschaft sind die Errichtung und der Betrieb von Abfallentsorgungsanlagen. Dabei ist sie verpflichtet, sämtliche in den Städten Duisburg und Oberhausen anfallenden und von diesen Städten angelieferten Abfälle im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten vorrangig zur Entsorgung anzunehmen. Die Abfallentsorgung durch die Gesellschaft dient vorrangig der Erfüllung des gesetzlichen Auftrages der an der Gesellschaft beteiligten Städte zur Abfallentsorgung nach Maßgabe der jeweils geltenden kommunalen Abfallentsorgungssatzungen. Beim Betrieb der Anlage sind die gesetzlichen Ziele der Abfallentsorgung nach den für die Abfallentsorgung erlassenen Gesetzen und Verordnungen in der jeweils gültigen Fassung, der Immissionsschutzgesetzgebung sowie die im Einzelfall festgesetzten Auflagen und Bedingungen einzuhalten. Die Gesellschaft kann sich an anderen Gesellschaften, die sich mit ähnlichen Aufgaben befassen, beteiligen und ist zu allen Geschäften und Maßnahmen berechtigt, die zur Erreichung des Gesellschaftszweckes notwendig und nützlich sind. Wichtige Verträge evo Energieversorgung Oberhausen AG Gesellschaft für Schlackenaufbereitung mbH Fernwärmeliefervertrag zwischen der evo und GMVA vom 29.05.2009 Vertrag zwischen der GMVA und der Gesellschaft für Schlackenaufbereitung (GfS) über die Müllschlackenabfuhr und aufbereitung in der Fassung vom 10.09.1996 Abfallanliefervertrag zwischen der GMVA und der Kreis-KleveAbfallwirtschaftsgesellschaft mbH vom 16.08.1996 Vereinbarung über die Abnahme und Verbrennung von Abfällen zwischen der GMVA und der Stadt Duisburg in der Fassung vom 10.10.2001 Vereinbarung über die Abnahme und Verbrennung von Abfällen zwischen der GMVA und der Stadt Oberhausen in der Fassung vom 30.10.2001 Kreis-Kleve-Abfallwirtschaftsgesellschaft mbh Stadt Duisburg Stadt Oberhausen -148- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführerin Geschäftsführer Geschäftsführer Guthoff, Maria Schellenberger, Ingo Dr. Terbeck, Gerd Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Wehling, Klaus Aufsichtsrat: Vorsitzender 1. stellv. Vorsitzender 2. stellv. Vorsitzender 3. stellv. Vorsitzender Enzweiler, Rainer M.d.L. Große Brömer, Wolfgang Hols, Werner von Häfen, Werner wird vertreten durch Herrn Helmut Czichy wird vertreten durch Frau Christa Müthing Mitglied gem. § 113 GO Schmidt, Jürgen Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) stellv. Mitglied (gem. § 113 GO) stellv. Mitglied stellv. Mitglied Bandel, Frank Dr. Fendel, Ansgar Dr. Foppe, JohannesGerhard Dr. Greulich, Peter Hanning, Guido Mauthe, Jürgen Slykers, Manfred Steinberg, Wolfgang Susen, Thomas Woidtke, Karsten Dr. Feldmann, Detlef Maaßen, Thomas Schmidt, Markus Küster, Helmut Linden, Stefan Czichy, Helmut Müthing, Christa Vöpel, Dirk Pers. Stellvertreter für Herrn Jürgen Schmidt Pers. Stellvertreterin für Herrn Frank Bandel Pers. Stellvertreter für Herrn Große Brömer Prokura: Prokurist Arens, Matthias -149- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 76,7 22,5 0,9 2011 % 71,6 27,9 0,5 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 188.152,98 55.135,57 2.134,08 T€ 164.116,23 64.042,99 1.095,83 T€ 141.371,79 60.510,01 1.039,80 Veränderungen % T€ 69,7 29,8 0,5 -22.744,44 -3.532,98 -56,03 % -13,86 -5,52 -5,11 Bilanzsumme 245.422,63 100,00 229.255,05 100,00 202.921,60 100,00 -26.333,45 -11,49 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 20.365,72 11.026,60 14.766,87 199.263,44 % 8,3 4,5 6,0 81,2 T€ 20.963,90 11.360,71 12.945,08 183.985,35 % 9,1 5,0 5,6 80,3 T€ 22.277,43 5.444,83 12.410,53 162.788,81 % 11,0 2,7 6,1 80,2 T€ 1.313,53 -5.915,88 -534,55 -21.196,54 % 6,27 -52,07 -4,13 -11,52 Bilanzsumme 245.422,63 100,00 229.255,05 100,00 202.921,60 100,00 -26.333,45 -11,49 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 90.929,17 4,35 182,23 22.780,74 11.587,81 24.414,70 9.238,62 383,65 492,79 22.984,74 88,33 -88,33 2011 T€ 84.032,09 0,00 2.299,28 22.518,64 11.665,37 23.988,91 9.552,99 712,58 736,24 18.581,79 100.007,83 38,50 353,16 22.476,79 11.468,28 24.731,85 9.281,10 462,82 502,32 32.401,99 12.203,77 88,14 20.110,07 20.110,07 7.090,94 197,21 15.608,26 15.608,26 3.547,25 112,76 14.921,78 14.921,78 -150- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 20,11 7.866,38 44.841,92 534,04 11,42 31.12.2010 17,17 291,44 40.022,96 484,66 12,72 31.12.2011 17,76 202,86 38.910,69 449,64 13,51 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 76,60 8,30 91,70 31.12.2010 71,53 9,14 90,86 31.12.2011 69,60 10,98 89,02 Angaben in % % % e) Lagebericht A. Darstellung des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses 1. Darstellung des Unternehmens Die GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GMVA) mit Sitz in Oberhausen ist mit Wirkung vom 1. Januar 1984 durch Umwandlung eines seit 1968 bestehenden kommunalen Zweckverbandes gegründet worden. Die Gesellschaft betreibt die Müllverbrennungsanlage in Oberhausen, die 1972 ihren Betrieb aufgenommen hat. Gegenstand der Gesellschaft sind die Errichtung und der Betrieb von Abfallentsorgungsanlagen. Die GMVA ist verpflichtet, vorrangig sämtliche in den Städten Duisburg und Oberhausen anfallenden andienungspflichtigen Abfälle im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten zur Entsorgung anzunehmen. Gesellschafter sind die Wirtschaftsbetriebe Duisburg - Anstalt öffentlichen Rechts - (35,82 %), die Stadtwerke Oberhausen AG (15,18 %) und die REMONDIS Oberhausen GmbH (49,0 %). Zwischen den Städten Duisburg (der Wirtschaftsbetriebe Duisburg AöR als Rechtsnachfolgerin) und Oberhausen sowie der Kreis Kleve Abfallwirtschafts GmbH und der GMVA bestehen langfristige Verträge, die Mindestanlieferungsmengen und Preise festlegen. Im Übrigen besteht für REMONDIS eine langfristige Lieferverpflichtung. Ein wesentlicher Teil der zukünftig entstehenden Forderungen an die Städte Duisburg und Oberhausen wurde in 2002 an die Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG verkauft. 2. Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft Trotz der guten Versorgungslage in 2011 konnte eine Preisstabilisierung bzw. Preissteigerung auf dem Markt nicht umgesetzt werden. Dies resultiert u. a. aus dem Preisdruck bei großen Gewerbekunden. Auch aktuelle Ausschreibungen im Bereich Hausmüll zeigen einen deutlichen Preisverfall. Bedingt durch die gute Wetterlage und den harten aber kurzen Winter war der witterungsbedingte Mengenrückgang für die GMVA im Vergleich zum Vorjahr gering. Die GMVA hat daher ihre Kapazität während des Jahres nahezu voll nutzen können. Diese Auslastung beruht im Wesentlichen auf folgenden Einflussfaktoren: • • • ungeplante Stillstände und Revisionen in anderen Anlagen führten zur Reduzierung Verbrennungskapazitäten auf dem Markt, die gute Konjunkturlage führte zur erhöhten Anlieferung von Gewerbeabfallmengen, Importe aus Belgien. der -151- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Infolge des harten Wettbewerbs durch Überkapazitäten am Markt wurde der Preisverfall auf dem kurzfristigen, aber auch auf dem mittel- und langfristigen Abfallmarkt weiter verstärkt. Die Abfallpreise konnten nur auf niedrigem Niveau stabilisiert werden. Die GMVA hat ihre Akquisitionsbemühungen im Ausland intensiviert und importiert zunehmend auch Müll aus dem Ausland (Niederlande, Belgien, Luxemburg, England). Durch die Abfallimporte sind derzeit allerdings keine wesentlichen Preiserhöhungen, jedoch eine Marktberuhigung im Inland zu erwarten. Auch für die Zukunft muss mit einem harten Konkurrenzkampf bei einem relativ niedrigen Preisniveau auf dem Abfallmarkt gerechnet werden. Dabei wird bei gleichem oder ähnlichem Konjunkturverlauf nicht mit einer deutlichen Absenkung der aktuellen Preise gerechnet, sondern von einer Stabilisierung auf dem derzeitigen Stand ausgegangen. 3. Umsatzentwicklung und Auftragsentwicklung Die dargestellte Marktsituation hat auch bei der GMVA zu einer deutlichen Umsatzminderung von 90,9 Mio. € (2010) auf 84,0 Mio. € im Jahr 2011 geführt. Diese Umsatzminderung ergibt sich trotz des im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegenen Müllaufkommens von 691.179 Tonnen im Jahr 2011 gegenüber 689.778 Tonnen im Jahr 2010. Ursächlich hierfür sind u. a. • • • Erlösreduzierung durch die Auswirkung der höheren Belastung in 2011 aus forfaitierten Forderungen gegenüber Duisburg und Oberhausen um 3,4 Mio. € (wird sich bis 2014 fortsetzen), reduzierte Preise auf dem Spotmarkt (- 2,1 Mio. € - trotz gestiegener Menge konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr nicht gesteigert werden), Mindererlöse aus der Energieabgabe (- 1,5 Mio. € von 18,3 Mio. € in 2010 auf 16,8 Mio. € in 2011), die im Wesentlichen auf verminderter Stromproduktion aufgrund eines Turbinenschadens zurückzuführen sind. (Der Strom wird an der EEX-Börse verkauft.) Mit dem örtlichen Fernwärmeversorger besteht ein mittelfristiger Vertrag, nach dem der Preis der Wärmeabgabe an den Preis des verkauften Stromes gebunden ist. Durch die gestiegenen Preise für die Papierverwertung konnten die Erlöse aus dem Bereich DSD/Papier von 937 T€ in 2010 auf 1.069 T€ in 2011 gesteigert werden. 4. Geschäftsergebnis Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt mit 18,6 Mio. € in 2011 deutlich unter dem Vorjahresergebnis von 23,0 Mio. € (2010). Dies ist im Wesentlichen auf die dargestellte Verminderung der Umsatzerlöse zurückzuführen. 5. Analyse und Erläuterung von finanziellen Leistungsindikatoren 2010 71,6 229.255 90,9 15.608 90.929 22.781 11.588 2009 76,6 245.423 91,7 20.110 100.008 22.477 11.468 2008 80,6 261.985 90,7 24.037 98.767 20.791 10.941 2011 Anlagenintensität in % 69,7 Bilanzsumme in T€ 202.922 Fremdkapitalquote in % * 89,0 Jahresergebnis in T€ 14.922 Umsatzerlöse in T€ 84.032 Materialaufwand in T€ 22.519 Personalaufwand in T€ 11.665 * inkl. passiver Rechungsabgrenzungsposten Die Anlagenintensität und die Bilanzsumme sind wiederum planmäßig gesunken. Der Ersatz wesentlicher Anlagenteile (z. B. Leittechnik) ist erst ab 2013 vorgesehen. Der Materialaufwand ist auch 2011 durch einen intensiven Müllaustausch mit anderen Müllverbrennungsanlagen (5,9 Mio. €) geprägt, wobei das Volumen sich etwa auf dem Niveau des Vorjahres beläuft. Auch der Personalaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant geblieben. In den letzten Jahren waren die Investitionen deutlich niedriger als die Abschreibungen. Im Jahr 2011 hat sich daher der Abschreibungsaufwand aufgrund der Altersstruktur der Sachanlagen weiter vermindert. Die Zinserträge konnten trotz des niedrigen Zinsniveaus auch durch Zinsen für Gewerbe- und Körperschaftsteuerabwicklung der Vorjahre gesteigert werden. -152- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Der Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag hat sich aufgrund des geringeren Ergebnisses und der Auflösung des Postens latente Steuern wegen der geänderten Rechtsauffassung der Finanzverwaltung bezüglich der Forfaitierung im Geschäftsjahr erheblich reduziert. Der Jahresüberschuss hat sich durch die dargestellte Entwicklung um 4,4 % vermindert. 6. Produktion Der Durchsatz hat sich im Vergleich zu 2010 um 7.222 t auf 693.948 t erhöht (= + 1,1%). Rückläufige kommunale Mengen aus Duisburg und Oberhausen (- 12.509 t) wurden durch Lieferungen des Gesellschafters REMONDIS, Gewerbeabfälle und Lieferungen von Dritten leicht überkompensiert. Die Bruttostromerzeugung ist trotz des gestiegenen Durchsatzes von 399 GWh auf 373 GWh gesunken. Dies beruht auf dem Schaden an der DT 1 und deren Ausfall von Ende Januar bis Ende Juni und der einhergehenden verminderten Stromproduktion. Auch die Fernwärmelieferung an die Energieversorgung Oberhausen (gemessen als fiktive Stromerzeugung) hat sich durch verminderten Bedarf um 25,4 GWh verringert. Der Stromeigenverbrauch ist um 1,5 GWh gesunken. Die durchschnittliche t/Betriebsstunde). Verbrennungsleistung belief sich auf 21,72 t/Betriebsstunde (Vorjahr 21,86 7. Beschaffung Rund 84 % des Müllaufkommens sind durch langfristige Verträge mit REMONDIS, den Gesellschafterkommunen und der Kreis-Kleve-Abfallgesellschaft gesichert. Die erforderliche Restmenge in Höhe von ca. 110.000 t musste auf dem Abfallmarkt akquiriert werden. Neben den verstärkten Akquisitionsbemühungen im Ausland hat sich die GMVA weiter auf die Beschaffung von niedrigkalorischen Abfällen konzentriert. 8. Investitionen Im Jahr 2011 wurden wie im Vorjahr lediglich Ersatzinvestitionen in Höhe von 0,4 Mio. € getätigt. Die Ersatzinvestitionen wurden insbesondere im Bereich der Maschinen und maschinellen Anlagen, der Betriebs- und Geschäftsausstattung und der geleisteten Anzahlungen und Anlagen im Bau durchgeführt. 9. Finanzierungsmaßnahmen / -vorhaben Die bestehende Darlehensverbindlichkeit hat einen festen Zinssatz für ihre gesamte Laufzeit. Aufgrund der weiterhin guten Liquiditätslage musste 2011 die eingeräumte Kreditlinie nicht in Anspruch genommen werden. Darlehen wurden nicht aufgenommen. Auch in den nächsten beiden Jahren sind keine Darlehensaufnahmen geplant. 10. Personal- und Sozialbereiche Bei der GMVA waren am 31.12.2011 203 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, davon 12 Auszubildende (2010 201 Beschäftigte, davon 12 Auszubildende) beschäftigt. Der geringe Anstieg des Personalaufwandes (0,7 %) beruht im Wesentlichen auf dem Anstieg beim Ruhegeld/Zuführung zur Pensionsrückstellung. 11. Umweltschutz Die geltenden Umweltvorschriften, insbesondere die strengen Vorgaben der 17. Bundes-Immissions-SchutzVerordnung, wurden bei fast allen Parametern deutlich unterschritten. Bei der Planung für die Zukunft bleibt die Entwicklung rechtlicher Rahmenbedingungen abzuwarten. 12. Sonstige wichtige Ereignisse und Entwicklungen im Geschäftsjahr Die Zertifizierung als Entsorgungsfachbetrieb wurde 2011 erneut bestätigt. -153- Stadt Oberhausen B. Darstellung der Lage des Unternehmens 1. Ertragslage Beteiligungsbericht 2011 Die Umsatzerlöse sind deutlich auf 84,032 Mio. € (Vorjahr 90,929 Mio. €) gesunken. Diese deutliche Minderung ist bei einem um 1,1 % leicht erhöhten Durchsatz auf die durch Forfaitierung sinkenden Erlöse aus Duisburg und Oberhausen, die am Abfallmarkt weiterhin rückläufigen Preise und die geringeren Energieerlöse zurückzuführen. Trotz der Erhöhung der sonstigen Abfallanlieferungen von 475.461 t im Vergleich zu 461.551 t in 2010 reduzierten sich die zugehörigen Umsätze von 33,8 Mio. € in 2010 auf 31,7 Mio. € in 2011. Von den an der EEX-Börse angestiegenen Strompreisen für 2011 konnte die GMVA wegen der geringen Handelsmengen der kurzfristigen Produkte bedingt durch den Turbinenschaden nicht profitieren. Die Erlöse aus der Energieabgabe sanken im Berichtszeitraum um 1,5 Mio. € im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen aufgrund niedrigerer Liefermengen bei leicht gestiegenen Verkaufspreisen. Lediglich die Papiererlöse sind um 0,132 Mio. € gestiegen. Die Abschreibungen sind leicht gesunken (minus 0,426 Mio. €), der Materialaufwand, der Personalaufwand und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich nur unwesentlich verändert. Bei den Aufwendungen für bezogene Leistungen wird der Müllaustausch mit anderen Müllverbrennungsanlagen einschließlich Transportkosten in Höhe von 5,9 Mio. € ausgewiesen. Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr trotz der weiterhin bestehenden Niedrigzinsphase und der entsprechend niedrigen Zinsen aus Geldanlagen verbessert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich um 4,403 Mio. € verringert. 2. Finanzlage Das Vermögen ist zu 80,2 % aus dem Forderungsverkauf (Forfaitierung) finanziert (passiver Rechnungsabgrenzungsposten). Die Fremdfinanzierungsquote des Gesamtvermögens ist dadurch weiterhin sehr gering (8,8 %). Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit gem. DRS 2 ist um 18,5 Mio. € auf 6,6 Mio. € gesunken (Vorjahr 25,1 Mio. €). Im Wesentlichen wird die Veränderung geprägt durch den um 5,9 Mio. € höheren Abbau des Rechnungsabgrenzungspostens (Forfaitierung), sowie die Auflösung von passivierten latenten Steuern von 7,0 Mio. €, den Aufbau von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1,1 Mio. €) und aus Steuererstattungsansprüchen (2,5 Mio. €). Eine Inanspruchnahme von Kontokorrentkrediten war aufgrund der weiterhin guten Liquiditätslage nicht erforderlich. Die Zahlungsfähigkeit war jederzeit gewährleistet. Auch im nächsten Jahr wird die GMVA ihre Verbindlichkeiten erfüllen können; Darlehensaufnahmen sind nicht beabsichtigt. 3. Vermögenslage Der Gewinnvortrag in Höhe von 7,1 Mio. € hat das Eigenkapital stabilisiert. Das langfristig gebundene Vermögen hat sich planmäßig auf 141 Mio. € (Vorjahr 164 Mio. €) verringert. Der passive Rechnungsabgrenzungsposten verminderte sich von 184,0 Mio. € auf 162,8 Mio. € (-21,2 Mio. €). Die sonstigen Verbindlichkeiten betragen unverändert 10,5 Mio. €. Die Neuinvestitionen von 0,4 Mio. € in 2011 wurden aus Eigenmitteln finanziert. Die Abschreibungen minderten sich auf 24,0 Mio. € (Vorjahr 24,4 Mio. €). Die Vorräte waren fast unverändert. Sowohl die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (um 1,1 Mio. €) als auch die sonstigen Vermögensgegenstände (um 2,7 Mio. € auf 10,5 Mio. €) stiegen an. Diese Erhöhung resultiert im Wesentlichen aus im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Ertragsteuererstattungsansprüchen (10,1 Mio. €: davon 5,9 Mio. € für 2011 und 4,2 Mio. € für 2010). Der Kassenbestand/Guthaben bei Kreditinstituten sank von 42,4 Mio. € in 2010 auf 35,0 Mio. € zum 31.12.2011. Dies resultiert hauptsächlich daraus, dass die Liquidität durch die Ergebnisse der Betriebsprüfung um 2,1 Mio. € vermindert wurde, die Forderungen sich erhöht haben und die Forfaitierung sich ebenfalls auf die Liquidität auswirkt. Im Übrigen handelt es sich um eine stichtagsbezogene Betrachtung. 4. Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage Die verbesserte Konjunkturlage hat dazu geführt, dass rückläufige kommunale Mengen durch einen Anstieg der Gewerbeabfallmengen leicht überkompensiert werden konnten. Die niedrigen Preise auf dem Spotmarkt führten -154- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 jedoch dazu, dass die Umsätze trotz steigender Mengen sanken. Die Neukalkulation der Preise für Duisburg, Oberhausen und Kleve und deren Senkung in 2011 gegenüber dem Plan reduzierte den Umsatz um 4,4 Mio. € Die leicht angezogenen Strompreise machten sich in 2011 nicht im Ergebnis der GMVA bemerkbar, da die Stromproduktion wegen des Turbinenausfalls rückläufig war. Die gestiegenen Erlöse bei der Papierverwertung tragen nur unerheblich zur Verbesserung der Ertragslage bei. Im Jahr 2012 wird eine weitere Umsatz- und Gewinnreduzierung erwartet, da o o die Abfallpreise im Gewerbeabfallbereich auf niedrigem Niveau stagnieren, in deutschen Anlagen in den vergangenen Jahren höhere bzw. zusätzliche Verbrennungskapazitäten geschaffen wurden (Der Kapazitätsausbau soll in 2012 abgeschlossen sein.), Kommunalmengen stetig sinken (Probeversuch Wertstofftonne, rückläufige Einwohnerzahlen). o Im Gegenzug dazu ist aus dem Ausland ein zunehmender Import von Abfällen möglich. Vor diesem Hintergrund wird die GMVA in Zukunft vermehrt davon abhängig sein, dass es gelingt, Marktnischen und Mengen aus dem Ausland zu nutzen, um die Anlage auszulasten. C. Risikobericht 1. Umfeldrisiken und Branchenrisiken Durch die Erweiterung von Müllverbrennungsanlagen, z. B. Krefeld, und die Inbetriebnahme neuer EBSAnlagen, z. B. Infraserv in Frankfurt-Höchst, werden sich die vorhandenen Überkapazitäten im Abfallentsorgungsbereich in Deutschland erwartungsgemäß bis einschließlich 2012 verstärken. Da in den Niederlanden, in Österreich und in der Schweiz ebenfalls Überkapazitäten bei den thermischen Abfallbehandlungsanlagen vorhanden sind, bleibt der Druck auf die Abfallpreise bestehen. Derzeit bestehen keine Anzeichen dafür, dass die von den Marktbeobachtern empfohlene Reduzierung der Überkapazitäten in Angriff genommen wird. Trotz der wirtschaftlichen Erholung hat sich der Strompreis nur unwesentlich nach oben entwickelt. Preisentwicklungen sind vor dem Hintergrund der Energiewende zum heutigen Zeitpunkt schwer abschätzbar. Es ist von einem stark volatilen Markt auszugehen. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat der GMVA bestätigt, dass für sie keine Emissionshandelspflicht nach dem TEHG (Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz) besteht. Somit ist bestätigt, dass durch die Novellierung des TEHG keine finanziellen Auswirkungen für die GMVA entstehen. Die Novellierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes ist abgeschlossen. Die daraus resultierende flächendeckende Einführung der Biotonne und der Wertstofftonne wird die Restabfallmenge, die die Müllverbrennungsanlagen verwerten, weiter senken. Auch durch die verstärkte Förderung der erneuerbaren Energien und der Biomassenutzung wird der Markt für Restabfälle beeinträchtigt. 2. Unternehmensstrategische Risiken Die Unternehmensstrategie der GMVA ist darauf ausgerichtet, durch eine konsequente technische und wirtschaftliche Optimierung der Müllverbrennungsanlage in Oberhausen sowie durch eine verstärkte Akquisition niederkalorischer Abfälle und von Abfällen aus dem Ausland ihre Stellung als eine der größten Anlagen in Nordrhein-Westfalen nachhaltig zu behaupten. Unternehmensstrategische Risiken können sich aus dem Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz ergeben, indem der kommunale Abfallanfall weiter reduziert wird. Im Übrigen können sich Risiken aus gebührenrechtlichen Entscheidungen, aus niedrigen Abfallpreisen und dem Strompreis ergeben. Die Auswirkungen aus der Novellierung der 17. BImSchV und die sich daraus ergebende Verschärfung der Emissionsgrenzwerte (Absenkung der Stickoxidgrenzwerte) werden technische Maßnahmen erfordern, die derzeit noch nicht kalkulierbar sind. 3. Leistungswirtschaftliche Risiken Durch die verstärkte Akquisition neuer Abfallfraktionen können sich leistungswirtschaftliche Risiken aus der Heterogenität der Abfälle ergeben. Das deutlich erhöhte Recycling und die verstärkte Biomassenutzung verschlechtern die Qualität der thermisch zu behandelnden Abfälle. -155- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Durch eine konsequente Kontrolle der Abfallströme wird die GMVA diesem Risiko begegnen. 4. Personal-, informationstechnische sowie finanzwirtschaftliche Risiken Gravierende personal-, informationstechnische sowie finanzwirtschaftliche Risiken für die GMVA sind im Jahr 2012 nicht zu erwarten. 5. Sonstige Risken Nachdem mehrere Klagen gegen die Abfallgebührenbescheide der Stadt Oberhausen vorlagen, hat die Gerichtsentscheidung des OVG in 2011 bereits zu einer Neukalkulation der Entgelte und damit zu einer Absenkung des Preises zur Beseitigung kommunaler Abfälle für Duisburg, Oberhausen und den Kreis Kleve bei der GMVA geführt. Auch für die Folgejahre sind die Preise neu berechnet und in der mittelfristigen Planung berücksichtigt worden. Klagen gegen die Abfallgebührenbescheide der Stadt Oberhausen liegen dort auch nach der Neuberechnung der Gebühren auf der Basis der Neukalkulation der GMVA vor. Der Ausgang der entsprechenden Verfahren und die Auswirkungen auf die Preise für kommunale Abfälle zur Beseitigung der GMVA bleiben abzuwarten. In diesem Zusammenhang ist von Bedeutung, dass die Preisprüfung der Bezirksregierung Düsseldorf auf Veranlassung der Stadt Oberhausen Ende 2011 mit der Prüfung der gutachterlich nach der Verordnung PR 30/53 über die Preise bei öffentlichen Aufträgen aufgrund von Selbstkosten kalkulierten Entgelte der GMVA begonnen hat. Zum Zeitpunkt der Erstellung des Berichtes liegt noch kein Ergebnis vor. D. Prognosebericht Die Überkapazitäten bei den Abfallbehandlungsanlagen werden in den nächsten Jahren eine Erholung der Abfallpreise verhindern. Die relativ gute konjunkturelle Entwicklung wird nur vorübergehend eine Verbesserung bringen. Aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist weiterhin nicht mit einer deutlichen Strompreiserhöhung zu rechnen. Die verstärkten Bemühungen um Sekundärrohstoffe werden das Abfallangebot für thermische Abfallbehandlungsanlagen weiter verknappen. Eine Erweiterung der Anlage ist nicht geplant. Es werden lediglich geringe Ersatzinvestitionen vorgenommen. Nur durch eine verstärkte Akquisition von Abfällen aus dem Ausland ist eine geringe Entspannung auf dem Abfallmarkt zu erwarten. Um dabei von Logistikproblemen und Witterung unabhängiger zu werden, prüft die GMVA u. a. die Errichtung zusätzlicher Lagerkapazitäten. Durch eine Erhöhung ihres Gewinnvortrages hat die GMVA in 2011 ihre Eigenkapitalquote verbessert. Nach der Neukalkulation der Entgelte aufgrund der gebührenrechtlichen Entscheidungen, erwartet die GMVA für 2012 und 2013 wieder ein positives, wenn auch deutlich unter den Vorjahren liegendes Ergebnis nach Steuern. E. Zuverlässigkeit des unternehmensinternen Planungssystems sowie der zugrunde gelegten Daten und Annahmen Das Planungssystem der GMVA reagiert angemessen auf die Änderungen des Abfallrechts, des Abfallmarktes und des Strommarktes. Planungssicherheit und Planungstiefe des Planungssystems haben sich bewährt. Die für die Planung erforderlichen Daten werden durch eine intensive Beobachtung der rechtlichen Entwicklungen, des Abfallmarktes und des Strommarktes gewonnen. Die Mitgliedschaft in der Interessengemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD), der Meinungsaustausch im Rahmen des VKS/VKU, der Besuch von Fachmessen und Fortbildungsveranstaltungen tragen dazu bei, problematische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen. F. Sonstige Pflichtangaben nach § 289 Absatz 2 HGB Es sind keine Vorgänge für eine entsprechende Berichterstattung bekannt. Oberhausen, den 20. Februar 2012 gez. I. Schellenberger gez. M. Guthoff gez. Dr. G. Terbeck -156- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -157- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 VKA Verband der kommunalen RW E-Aktionäre GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Baedecker Straße 5 45128 Essen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0201/ 221377 0201/ 222974 info@vka-rwe.de http://www.vka-rwe.de/ GmbH 127,82 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Stadt Oberhausen Stadtsparkasse Oberhausen 0,81 0,51 % 0,63 0,40 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand der Gesellschaft ist die Bildung einer einheitlichen Auffassung der Gesellschafter in energiewirtschaftlichen und damit zusammenhängenden kommunalpolitischen Fragen sowie die Unterstützung ihrer Gesellschafter bei deren Aufgaben zur Sicherung einer wirtschaftlich sinnvollen Daseinsvorsorge und bei der Darbietung einer sicheren und preiswerten Ver- und Entsorgung in den Bereichen Strom, Öl, Gas, Wasser, Abwasser und Abfall. Hierzu hat die Gesellschaft die Aufgaben -die Interessen der Gesellschafter in den Fragen der Versorgung und Entsorgung ihrer Gebiete wie auch des angemessenen Einsatzes heimischer Energieträger zu koordinieren, soweit dies erforderlich ist, und diese gegenüber staatlichen Stellen, gegenüber anderen Verbänden und gegenüber der Öffentlichkeit zu vertreten; -die Gesellschafter und ihre Gemeinden in allen Fragen der Versorgung und der Entsorgung zu beraten. Die Gesellschaft kann nach Beschluss der Gesellschafterversammlung weitergehende Aufgaben auf dem Gebiet der öffentlichen Ver- und Entsorgungswirtschaft übernehmen. Die Übernahme sonstiger Aufgaben bedarf einer Änderung des Gesellschaftsvertrages. b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführer Gerlach, Ernst Graef, Roger Wehling, Klaus Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Verwaltungsrat: Vorsitzender 2. stellv. Vorsitzender Kühn, Frithjof Bröring, Hermann sowie weitere 10 Mitglieder -158- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH 100% Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH 51 % PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH 51 % . Stadtwerke Oberhausen AG 100 % 40% O.Vision Projektgesellschaft mbH 100% Energieversorgung Oberhausen AG 10 % . 80% evo Energie-Netz GmbH 100% FSO GmbH & Co. KG 50% Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG 49% Biostrom Oberhausen Management GmbH 49% Ver- und Entsorgung FSO Verwaltungs- GmbH 50% RWE AG 0,19 % Quantum GmbH 10% RW Holding AG 0,89 % strasserauf GmbH 30% Gemeinschafts-MüllVerbrennungsanlage Niederrhein GmbH 15,18 % Verband der kommunalen RWEAktionäre GmbH 0,63 % KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG 6% KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH 6% RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH 0,0036 % -159- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 RWW Rheinisch-Westfälische W asserwerksgesellschaft mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Am Schloß Broich 1-3 45479 Mülheim an der Ruhr Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/ 44331 0208/ 4433233 rww@rwe.com http://www.rww.de/ GmbH 15.381,95 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ RWE Aqua GmbH Stadt Bottrop Stadt Gladbeck Stadt Mülheim Stadt Oberhausen Stadt Recklinghausen 12.274,80 861,39 646,04 1.538,20 0,55 61,53 % 79,80 5,60 4,20 10,00 0,00 0,40 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Erfüllung wassertechnischer und wasserwirtschaftlicher Aufgaben und Dienstleistungen auf dem Wasser- und Abwassersektor. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Geschäften berechtigt, die geeignet erscheinen, den Gegenstand des Unternehmens zu fördern. Die Gesellschaft ist so zu führen, dass die geltenden Gesetze, insbesondere die Vorschriften der Gemeindeordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (Gemeindeordnung NW - GO NW) beachtet werden. Wichtige Verträge b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Dr. Schulte, Franz-Josef Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Janßen, Anne -160- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Böddeling, Bernd Bonan, Uwe Hirschfelder, Herrmann Dr. Hilz, Christoph Dr. Neuhaus, Arndt Püll, Markus Bernert, Roland Holzmann, Jürgen Brockmann, Bernd Randazzo, Gaetano Prokura: Prokurist Prokurist Schubert, Achim Dr. Donner, Christoph c) Beteiligungen unmittelbar Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO Gesellschaft für Stadtmarketing mbH, Bottrop IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasserforschung gGmbH SEG Stadtentwässerung Schwerte GmbH Wasserverbund Niederrhein GmbH WiN Emscher-Lippe Gesellschaft zur Strukturverbesserung mbH T€ 6,39 % 2,05 3,13 15,31 48,00 26,00 0,83 e) Lagebericht 1. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Die RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH, Mülheim an der Ruhr (im Folgenden „RWW“ genannt), gehört als regionaler Trinkwasserdirektversorger zu den größten deutschen Wasserversorgungsunternehmen. RWW wurde 1912 gegründet und versorgt in Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Bottrop, Gladbeck, Dorsten, Reken, Velen, Gescher, Schermbeck und Raesfeld ca. 750.000 Einwohner als Direktversorger mit hochwertigem Trinkwasser. Darüber hinaus versorgt RWW als Trinkwasservorlieferant der Stadtwerke Velbert, Wülfrath, Ratingen und Borken indirekt weitere ca. 250.000 Einwohner. Im Bereich der unteren Ruhr in Essen-Kettwig, in Mülheim an der Ruhr sowie am Rhein in Duisburg-Mündelheim betreibt RWW fünf Flusswasserwerke, die ausgehend von der traditionell im Ruhrtal weit verbreiteten künstlichen Grundwasseranreicherung in einem modernen und leistungsfähigen mehrstufigen Aufbereitungsprozess qualitativ hochwertiges Trinkwasser liefern. Im nördlichen Versorgungsgebiet verfügt RWW im Verbreitungsgebiet der „Halterner Sande“ über drei Wasserwerke, die Grundwasser fördern. Betriebswasser gewinnt RWW aus dem Seewasserwerk in Dorsten. Die Wasserverteilung erfolgt über ein weit verzweigtes Rohrnetz mit einer Gesamtlänge von ca. 3.000 km. Zur Wartung und Reparatur des Rohrnetzes sind sechs regionale Service-Points im Versorgungsgebiet eingerichtet, die über die zentrale Betriebsdirektion in Bottrop gesteuert werden. Das Unternehmen ist funktional gegliedert. Die Linienfunktionen umfassen die Organisationseinheiten Technik, Recht/Personal, Marketing, Finanzen, Controlling sowie Geschäftsentwicklung und Strategie. Der größte Bereich Technik gliedert sich weiter in die Organisationseinheiten Vertrieb, Engineering, Netze, Produktion, Instandhaltung, Facility-Management, Qualität und den Stab Technik. Die Organisationseinheiten Interne Revision sowie Arbeitsschutz und Umweltmanagement sind der Geschäftsführung als Stabsfunktionen zugeordnet. Zur Steuerung des Unternehmens setzt RWW das Kennzahlensystem des RWE-Konzerns ein, das sich an ergebnisund liquiditätsorientierten Kenngrößen ausrichtet und um RWW-spezifische Größen erweitert ist. -161- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 RWE Aqua GmbH ist mit 79,8% Hauptgesellschafter der RWW. Die Städte Mülheim an der Ruhr, Bottrop, Gladbeck, Oberhausen sowie der Kreis Recklinghausen, für die wasserwirtschaftliche Dienstleistungen erbracht werden, sind darüber hinaus Gesellschafter des Unternehmens. Die Gesellschaft erfüllt mit ihrer Tätigkeit vollumfänglich den dringenden öffentlichen Zweck der Trinkwasserversorgung (§§ 107f GO NW). Die o. g. Kommunen/Gebietskörperschaften sind in den Aufsichtsgremien des Unternehmens unmittelbar vertreten. Ab 2011 wird die RWW von der RWE Deutschland AG geführt (vormals: RWE Rheinland Westfalen Netz AG). Die neue Gesellschaft mit Sitz in Essen bündelt die deutschen Aktivitäten des RWE Konzerns in den Bereichen Netz, Vertrieb und Energieeffizienz und führt die deutschen Regionalgesellschaften. RWE zählt zu den fünf größten Versorgungsunternehmen in Europa. Die Aktivitäten umfassen die Erzeugung, den Transport sowie den Handel und Vertrieb von Strom und Gas. Auch im Wassergeschäft ist RWE in Kontinentaleuropa aktiv. RWW stellt als regionales Kompetenzcenter Wasser die Expertise der RWE Deutschland AG im Wassergeschäft dar. Vertriebliche Themenstellungen, die Weiterentwicklung betrieblicher Prozesse sowie die Umsetzung von Investitionsund Instandhaltungsmaßnahmen zur Sicherung von Qualität und Versorgungsleistung bildeten wie auch in den Vorjahren die Schwerpunkte der Aktivitäten in 2011: Die Förder- und Absatzsituation war geprägt durch ein wasserwirtschaftliches Ausnahmejahr. Eine frühzeitige Warmperiode im Frühjahr, verbunden mit geringen Niederschlagsmengen wurde abgelöst durch einen mäßigen Sommerverlauf. Die Monate Juni und Juli weichen von dem statistischen Durchschnitts-Jahreswert, durch sehr hohe Niederschlagswerte und mäßige Temperaturverläufe, ab. Während der Vegetationsperiode ergab sich somit ein geringer Wasserabsatz. Der trockenste November seit Aufzeichnung der Niederschlagsereignisse an der Ruhr/Lippe-Region hat nicht zu einer kompensierenden Erhöhung des Wasserabsatzes geführt, sondern blieb signifikant unter dem Vorjahreswert. Im Jahr 2011 konnte in allen Segmenten das Vorjahresniveau nicht erzielt werden. Im Segment der Trinkwasserlieferungen an Tarifkunden hat der klimatische Jahresverlauf dafür gesorgt, dass die auch in diesem Jahr beobachteten strukturellen Mengenrückgänge nicht kompensiert werden konnten. Die Situation in 2011 führte im Segment der Sondervertragskunden zu leicht rückläufigen Absatzmengen. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass der Wasserabsatz über dem des schwierigen Jahres 2009 lag, jedoch schwächer als 2010 ausgefallen ist. Abb.: Gebietsniederschlag im Ruhreinzugsgebiet für das Jahr 2011 im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt (Quelle: Ruhrverband) Die Konzession für den Ortsteil Raesfeld-Erle wurde von der Gemeinde zum 30.04.2011 ordnungsgemäß gekündigt. In dem nachfolgenden Vergabeverfahren wurde RWW für eine weitere Konzessionsperiode als Partner ausgewählt. Die Schwerpunkte der Investitions- und Instandhaltungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2011 lagen im ca. 3.000 km umfassenden Verteilnetz sowie der Anlagentechnik in den Bereichen Wassergewinnung und -aufbereitung. RWW hat 2011 die auf Basis der Software PiReM (Pipe Rehabilitation Management System) optimierte Rehabilitationsplanung im Bereich des (Netz-) Asset Management umgesetzt. Damit konnte die Erneuerungsplanung der sicherheitskritischen Verteilnetzinfrastruktur der RWW systematisch weiterentwickelt werden. Von den in 2011 getätigten Investitionen entfielen mit 3,9 Mio. € der wesentliche Anteil auf die Erneuerung bzw. Erweiterung des Verteilnetzes. -162- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Den Investitionsschwerpunkt im Bereich der Wasseraufbereitung bildet die zentrale Maßnahme „Bau einer unterirdischen Dichtwand im Wasserwerk in Essen-Kettwig“. Die Errichtung der Dichtwand dient einerseits dem Hochwasserschutz, andererseits wird durch die Dichtwand das Volumen zur Speicherung aufbereiteten Trinkwassers wesentlich erweitert. Nachdem im Jahr 2010 die Projektplanung und der Projektstart erfolgten, wurde bis Oktober 2011 die Phase der bautechnischen Umsetzung abgeschlossen. Mit dieser Investitionsmaßnahme setzt RWW auch bereits einen Schritt der notwendigen Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels um, da das Wasserwerk Kettwig wesentlich flexibler aufgestellt sein wird. Das Gesamtvolumen dieses Großprojektes liegt bei ca. 3,7 Mio. €. Im Bereich des Wasserwerkes Holsterhausen erfolgt die Investitionsentscheidung zum Ersatz der Chlordesinfektion durch UV-Desinfektion. RWW verfolgt damit eine Erhöhung der Kundenzufriedenheit in Zusammenhang mit einer weitergehenden Erhöhung der Betriebssicherheit. Anlagenbau und Inbetriebnahme sind für das erste Halbjahr 2012 geplant. Das Investitionsvolumen ist mit 0,6 Mio. € veranschlagt. Die Strategie, das ausgeprägte Know How der RWW in den verschiedenen Bereichen der Trinkwasserversorgung für die Vermarktung technischer Dienstleistungen einzusetzen, wurde im Jahr 2011 erfolgreich und konsequent weitergeführt. Die verschiedenen technischen Dienstleistungen im Netzbetrieb (Armaturenkontrolle, Wasserverlustanalyse und Leckortung) sind weiterhin gut im Markt etabliert und werden entsprechend nachgefragt. Das Produkt Trinkwasserspender wurde im Jahr 2011 erfolgreich weiter im Markt platziert. Des Weiteren erfolgte eine strategische Bewertung der zukünftigen Vertriebsausrichtung, um zielgerichtet die Produktentwicklung weiter voranzutreiben, Marktanforderungen zu erfassen und entsprechend eine Erhöhung im Nicht-Tarifbereich („Drittgeschäft“) zu erzielen. Berichterstattung nach EnWG / Wasserkraftlaufwerk Kahlenberg Das Gesetz zur Neuregelung energiewirtschaftlicher Vorschriften vom 28. Juli 2011 (BGBl. I 2011, S. 1554), das am 04. August 2011 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde, änderte zum 05. August 2011 das EnWG. RWW ist ein im Sinne des § 3 Nr. 38 EnWG vertikal integriertes Energieversorgungsunternehmen mit den Folgen der Kontentrennungspflicht nach § 6 b Abs. 3 EnWG und der erweiterten Pflicht zur Lageberichterstattung nach § 6 b Abs. 7 S. 4 EnWG. Im Geschäftsjahr 2011 wurden innerhalb des Elektrizitätssektors ausschließlich andere Tätigkeiten gemäß § 6 b Abs. 3 S. 3 EnWG durchgeführt. Die Energieeigenerzeugung aus dem RWW-Wasserkraftlaufwerk Kahlenberg an der Ruhr stellt eine wichtige Komponente im Bereich des RWW-Energiemanagements dar. Das Kraftwerk entnimmt dem Ruhrschifffahrtskanal jeweils soviel Wasser, dass die drei Turbinen effizient zur Stromerzeugung eingesetzt werden können. Eine direkte wirtschaftliche Abhängigkeit von der Wasserführung der Ruhr ist gegeben. Auch hier zeigt sich die Auswirkung des hydrologischen Wasserjahres. Durch die früh einsetzende Trockenheit in 2011 konnte die Zielgröße des Ruhrverbandes für den Stauinhalt der Ruhrverbandstalsperren nicht erreicht werden. Erst im Oktober wurde der statistisch gemittelte Stauinhaltsverlauf (Periode 1968 - 2010) für die Ruhrtalsperren wieder erreicht. Aufgrund des sich über einen sehr langen Zeitraum erstreckenden Mindestwasserabflusses der Ruhr, konnte in 2011 nur eine recht geringe Energiemenge durch das Kraftwerk erzeugt werden. Mit einer Leistung von nur 14,1 GWh (Vorjahr: 18,1 GWh) gehört dieser Jahreswert 2011 deutlich zu den Niedrigerzeugungsjahren. Die erzeugte Strommenge setzte RWW fast ausschließlich im eigenen Unternehmen ein. Abb.: Stauinhalt aller Ruhrverbandstalsperren Mittelwert der Jahre 1968-2010 im Vergleich zu 2011 (Quelle: Ruhrverband) -163- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Außerhalb des Elektrizitätssektors ist RWW unverändert zum Vorjahr auf dem Gebiet der Trinkwasserversorgung tätig. Gesetze, Verordnungen, technische Regelwerke und Sicherheitsvorschriften stellen hohe Anforderungen an die Organisation des Unternehmens. RWW verfolgt daher eine stringente Zertifizierungsstrategie (Bsp. Technisches Sicherheitsmanagement, DIN 14001, EMAS III und zukünftig DIN16001). Die fachliche Umsetzung der Regeln und Normen soll unter allen Umständen gewährleistet sein. Dies gilt sowohl für Arbeiten an eigenen Anlagen und Netzen sowie für Arbeiten im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen für Dritte. RWW forciert im Rahmen einer Unternehmensinitiative „Sicher vorweg“ die Verringerung bzw. Vermeidung von Gefährdungen und Risiken für Personen und Sachwerte, sowohl für die eigene Mitarbeiterschaft als auch zukünftig für bei RWW beschäftigte Fremdunternehmen. RWW hat weiterhin das ambitionierte Ziel, den Zielwert „Häufigkeit der unfallbedingten Arbeitszeitausfälle (engl. Lost Time Injury Frequency (LTIF)) signifikant zu reduzieren. Arbeitsschutz und -sicherheit haben bei RWW einen sehr hohen Stellenwert. Projektbeteiligungen im Rahmen der Angewandten Forschung und Entwicklung zur weitergehenden Optimierung der Anlagen- und Prozesstechnik (inkl. Mess-, Steuer- und Regeltechnik) sowie Organisation und Management werden aktiv weiterentwickelt. So wird z.B. im Rahmen des BMBF-Projektes „Sichere Ruhr - Badegewässer und Trinkwasser für das Ruhrgebiet“ eine Überprüfung des betrieblichen Sicherheitsstandards der Trinkwassergewinnung und -aufbereitung aus der Ruhr hinsichtlich der Rückhaltung von Krankheitserregern durchgeführt. Das Multi-Barrierensystem des Mülheimer Verfahrens stellt einen hohen technischen Standard dar. Diese Weiterentwicklung erfolgt gezielt im Sinne der RWW-Kunden, so dass RWW mit diesen Verfahrensschritten aktiv die Prozesssicherheit hinsichtlich der Zielparameter erhöht. Als Beispiel für die RWW-Prozessoptimierung ist die effiziente Verknüpfung von Informations- und Automatisierungstechnik zu nennen. Gemeinsam mit Siemens wurde am Standort Kettwig eine integrierte Softwarelösung für das verfahrenstechnische Engineering sowie den Betrieb getestet. Des Weiteren kooperieren beide Unternehmen im Bereich der Weiterentwicklung eines integrierten Managementsystems für zukünftige intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme. Insgesamt ist RWW in 2011 an acht Forschungs- und Entwicklungsprojekten beteiligt, die ganz gezielt die Bereiche Energie, Klimawandel und Prozessoptimierung abdecken. Benchmarking hat sich in der Wasserwirtschaft in NRW zu einem festen Bestandteil der effizienz- und kundenorientierten Unternehmenssteuerung entwickelt. RWW betreibt Benchmarking aktiv auf zwei verschiedenen Ebenen. Zum einen auf der Ebene der Landesbenchmarkingprojekte in NRW, zum anderen durch Beteiligung an sich auf einzelne operative Prozesse beziehende Leistungs- und Effizienzvergleichsprojekte. Das 2009 gestartete NRW-Landesprojekt Benchmarking „Wasserversorgung“ erreicht in 2011 mit 102 Teilnehmern und 86% Abgabequote eine weitere Steigerung der teilnehmenden Unternehmen. Die Kundenbefragung ist nunmehr ein fester Bestandteil des Landesbenchmarkingprojektes als ein Modul. Die Bedeutung des Benchmarkingprojek-tes hat die Landesregierung NRW weiterhin erkannt. RWW beteiligt sich in 2010/2011 mit zwei Wasserwerken an dem von IWW bundesweit durchgeführten Prozessbenchmarkingprojekt Wasserwerke. Gemeinsam mit einem anderen großen Wasserwirtschaftsunternehmen initiierte RWW in 2010/2011 darüber hinaus einen bundesweiten Erfahrungsaustausch für den Bereich Netze, in dem die beteiligten Unternehmen gezielte Themenstellungen erfolgreich bearbeiten konnten. Durch die Teilnahme an einem weiteren Prozessbenchmarkingprojekt „Verbrauchsabrechung und Zählerwechsel“ erhielt RWW wertvolle Hinweise, um weitergehende Optimierungen durchzuführen. Diese Ergebnisse werden aktiv in 2012 umgesetzt und so führen die Benchmarkingprojekte und Erfahrungsaustausche direkt zu einer Operationalisierung. Regionale Gegebenheiten prägen die Wasserversorgung stärker als andere Versorgungsleistungen. Das gilt in besonderem Maße für die strukturellen Rahmenbedingungen, also u. a. die naturräumlichen, geologischen, siedlungsstrukturellen und demografischen Gegebenheiten. Preise, Qualität oder auch die Sicherheit der Versorgung sind in Folge dessen mit anderen Unternehmen nur vergleichbar, wenn sie auf gleichen strukturellen Rahmenbedingungen beruhen. Strukturelle Unterschiede führen zwangsläufig zu Unterschieden im Aufwand, den ein Unternehmen zur Erbringung seiner Versorgungsleistung betreiben muss. RWW beteiligte sich in 2010 im Rahmen eines Leitprojektes des Deutschen Verbandes der Gas- und Wasserwirtschaft an einer so bisher noch nicht durchgeführten Untersuchung zur „Vergleichbarkeit von Wasserversorgern“ (DVGW-Projekt W 11/01/10) und wird sich auch in dem Nachfolgeprojekt in 2012, dessen Ausrichtung aktuell erfolgt, engagieren, um weitere Kenntnisse über Strukturunterschiede zu erhalten. RWW beschäftigte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr intensiv mit der Entwicklung eines neuen, verursachungsgerechten, solidarischen und nachhaltigen Tarifmodells für Haushalts- und Gewerbekunden. Die Änderungserfordernisse begründen sich in der Entwicklung und Struktur der Kosten und Entgelte sowie der Verursachungsgerechtigkeit der bisherigen Tarifsystematik. Während mit rund 80% der überwiegende Teil der Gesamtkosten wegen des sehr anlagenintensiven Wassersystems mengenbezogen fix ist („Systemkosten“), liegt der fixe Erlösanteil im Durchschnitt über alle RWWKunden nur bei rund 20%. Demzufolge stammen 80% der Umsatzerlöse aus variablen Preisbestandteilen. Diese Dominanz der Mengenpreise hat zu einer zunehmend unausgewogenen Verteilung der Systemkosten bei den Verbrauchern in Haushalt und Gewerbe geführt, die in nur eingeschränkter Form die Inanspruchnahme des vorzuhaltenden Wasserversorgungssystems widerspiegelt. -164- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Der anhaltende, kontinuierliche Rückgang der Wasserabnahme führt in der Wasserversorgung insgesamt zu betrieblichen und qualitativen Problemen. Die ursprünglich unter den Planungsprämissen des wirtschaftlichen und demografischen Wachstums auf Versorgungssicherheit ausgelegten Versorgungsnetze verzeichnen mittlerweile aufgrund gegenläufiger Entwicklungen in Folge demografischen Wandels, Wassersparens und industrieller Strukturveränderung eine zunehmende Minderauslastung der Infrastruktur. Einerseits können Stagnationen aufgrund zu geringer Durchflüsse Beeinträchtigungen der Trinkwasserqualität nach sich ziehen und andererseits müssen die Gesamtkosten auf stetige sinkende Abnahmemengen verteilt werden. RWW reagiert hierauf mit einem neu entwickelten Tarifsystem. Im Kern sollen im so genannten Systempreis in stärkerem Maße als im heutigen Grundpreis die Fixkosten abgebildet werden. Der mengenbezogene Arbeitspreis kann im Gegenzug deutlich abgesenkt werden. Damit wird ein Tarifsystem geschaffen, das zu mehr Verursachungsgerechtigkeit und Solidarität beitragen sowie die Tragfähigkeit der Versorgungs- und Entsorgungsinfrastruktur nachhaltig sicher stellen soll. Das neue Tarifsystem wird zum 01.01.2012 eingeführt. Die Wasserwerke an der Ruhr stehen in einem kontinuierlichen Dialog mit Aufsichtsbehörden und Öffentlichkeit (Medien) zu den Themen „Eignung des Flusswassers für die Trinkwassergewinnung“, „toxikologische Bewertung von im Ruhrwasser festgestellten organischen Spurenstoffen“ und „Mikroverunreinigungen“. Das Umweltministerium NRW verfolgt dabei im Rahmen des Programms „Reine Ruhr“ als Anschlussaktivität zur „Arnsberger Vereinbarung“ beim integrierten Gewässerschutz mehrere Stoßrichtungen. o Vermeidung von Schadstoffeinträgen an der Quelle o Verschärfte Kontrollen der industriellen Direkteinleitungen o Weitere Aufrüstung der Kläranlagen o Einführung von Mindeststandards bei der Trinkwasseraufbereitung in den Ruhrwasserwerken o Verbesserung der Information der Öffentlichkeit über naturwissenschaftliche Zusammenhänge bei der Diskussion um das Thema „Wie rein muss Trinkwasser sein?“ Obwohl nicht unmittelbar betroffen, war auch für RWW bedeutsam, dass in 2010 eine schriftliche Ankündigung einer Anpassungsverfügung der Bezirksregierung Arnsberg zur „Ertüchtigung von Wasseraufbereitungsanlagen“ entsprechend dem Erlass des MUNLV vom 01.04.2010 erfolgte. Der Erlass formuliert die Forderungen nach Implementierung eines Verfahrens zur sicheren Partikelabtrennung aus dem Rohwasser (z. B. Mehrschichtfiltration), nach chemischer Oxidation (z. B. Ozonung), nach Adsorption und biologischem Abbau von Schadstoffen (z. B. permanente Aktivkohle-Festbettfiltration) sowie nach sicherer Desinfektion des Trinkwassers (UV-Entkeimung) als Stand der Technik. RWW wendet diese Verfahren seit langer Zeit an. Die individuellen Vereinbarungen zwischen der Bezirksregierung Arnsberg und den Wasserversorgungsunternehmen an der Ruhr sind bisher nicht abgeschlossen. Zwischen der Bezirksregierung Düsseldorf und RWW entfällt die Notwendigkeit, da der geforderte Stand der Wasseraufbereitung bereits erfüllt ist. 2. Ertragslage Die nachfolgende Gewinn- und Verlustrechnung gibt einen Überblick über wesentliche Posten: 2011 2010 Mio. € Mio. € Umsatzerlöse (einschl. aktivierte Eigenleistungen) 107,5 107,6 Sonstige betriebliche Erträge 7,1 6,2 Materialaufwand - 28,0 - 26,9 Personalaufwand - 32,4 - 29,2 Abschreibungen - 10,3 - 10,6 Sonstige betriebliche Aufwendungen (einschl. sonstige Steuern) - 24,2 - 25,3 Zins- und Finanzergebnis - 4,1 - 6,1 (einschl. außerordentliche Aufwendungen) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag - 5,5 - 5,4 Jahresüberschuss 10,1 10,3 Die im Geschäftsjahr erzielten Umsatzerlöse einschließlich der aktivierten Eigenleistungen liegen mit 107,5 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Wesentliche Veränderungen zum Vorjahr ergaben sich weder bei den Erlösen aus Wasserverkauf noch bei den Umsatz-erlösen aus Stromverkauf, die aufgrund geringerer Eigenerzeugung des Wasserkraftlauf-werks Kahlenberg ebenfalls rückläufig waren. Alle übrigen Erlösarten bewegen sich auf Vorjahresniveau. Die Umsatzerlöse der Tarifkunden erhöhten sich um 0,7 Mio. € auf 79,6 Mio. € im Wesentlichen bedingt durch die Reduzierung des Korrekturfaktors für den Anteil der abgegrenzten Umsatzerlöse. Hierdurch verbleiben die Umsatzerlöse nahezu auf Vorjahresniveau. Die Summe der Umsatzerlöse der Wiederverkäufer, des Handelsgeschäftes und der übrigen Sondervertragskunden reduzierte sich mengenbedingt um 0,5 Mio. € auf 23,8 Mio. €, fast ausschließlich bedingt durch den Rückgang im Segment der übrigen Sondervertragskunden. Nachfolgende Tabelle gibt einen Mengenüberblick der Wasserbeschaffung bzw. der Wasserabgabe bei RWW: -165- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 2011 in Mio. m³ Wasserbeschaffung Eigenerzeugung Fremdbezug Wasserabgabe Sondervertragskunden Trinkwasser Betriebswasser Tarifkunden Unentgeltlicher Verbrauch und Netzverluste Eigenverbrauch, Rohrbrüche, Feuerlöschwasser, Spülung, Netzverluste 28,6 18,9 74,0 15,0 2010 in Mio. m³ 75,0 15,4 89,0 90,4 29,4 18,4 47,5 36,5 47,8 36,7 84,0 5,0 84,5 5,9 Mit 84,0 Mio. m³ lag die Gesamtabgabe an Trink- und Betriebswasser um 0,5 Mio. m³ unter der Vorjahresmenge von 84,5 Mio. m³. Auf das Kundensegment Sondervertragskunden einschließlich Weiterverteiler (Trink- und Betriebswasser) entfiel eine Abgabemenge von 47,5 Mio. m³. Auf die Trinkwasserabgabe entfielen 65,1 Mio. m³, davon 36,5 Mio. m³ auf die Trinkwasserlieferungen an Tarifkunden – das sind 0,2 Mio. m³ weniger als im Vorjahr. Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen mit 7,1 Mio. € um 0,9 Mio. € über dem Wert des Vorjahres. Die Erträge aus der Auflösung der Baukostenzuschüsse für die Jahre 2003 bis 2007 erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. € in Folge der Anpassung an konzerneinheitliche Bilanzierung. Die Erträge aus Umsatzsteuerrückerstattung stiegen um 0,7 Mio. € - aufgrund eines im Geschäftsjahr erfolgreich abgeschlossenen Rechtsstreites –und die Erträge aus endgültig veranlagten Wasserentnahmeentgelten um 0,3 Mio. €. Die Erträge aus Schadenersatzleistungen minderten sich um 0,2 Mio. €, aus Weiterberech-nungen um 0,2 Mio. €, aus Anlagenabgängen um 0,3 Mio. € sowie aus übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen um 0,3 Mio. €. Der Materialaufwand lag mit 28,0 Mio. € um 1,1 Mio. € über dem Vorjahreswert. Während sich die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe um 0,6 Mio. € reduzierten, erhöhten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen aufgrund höherer Inanspruch-nahme von Fremdleistungen um 0,7 Mio. €. Die Energieaufwendungen stiegen im Wesentlichen preisbedingt um 1,0 Mio. € an. Die Personalaufwendungen erhöhten sich um 3,2 Mio. € auf 32,4 Mio. €. Von der Erhöhung entfallen 1,2 Mio. € auf die Aufwendungen für Löhne und Gehälter (Tariferhöhung zum 01.07.2010: +2,6%; zum 01.07.2011: +3,3%) sowie 2,0 Mio. € auf die Erhöhung der Aufwendungen für Altersversorgung. Letzt genannte Erhöhung ist nahezu ausschließlich auf den Anstieg des „Rententrends“ von 1,5% auf 1,75% zurückzuführen. Zum Stichtag 31.12.2011 beschäftigt RWW 434 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 17 Mitarbeiter befinden sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit. Diese Mitarbeiter werden gesondert ausgewiesen, da sie nicht in der Stammbelegschaft geführt werden. Die Zahl der Angestellten sank von 229 auf 227. Im gewerblichen Bereich sind 207 Mitarbeiter beschäftigt. Im Berichtsjahr beträgt der Anteil der weiblichen Beschäftigten 18,7% der Gesamtbelegschaft, bezogen auf den Angestelltenbereich beträgt ihr Anteil 30,0%. Auch im Berichtsjahr bildet RWW über den eigenen Bedarf hinaus aus. Am 31.12.2011 befinden sich 19 Jugendliche in einer Ausbildung in den Berufsbildern Industriekaufmann/-frau, Elektroniker/-in für Betriebstechnik und Industriemechaniker/-in. RWW beschäftigt zum Jahresende 29 anerkannt schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon befinden sich zwei Mitarbeiter in der Altersteilzeit-Freistellungsphase. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen lagen mit 10,3 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen dotieren mit 24,2 Mio. € um 1,1 Mio. € unter dem Vorjahreswert, im Wesentlichen bedingt durch geringere Aufwendungen für Konzessionsab-gaben (-0,3 Mio. €) sowie gesunkener Aufwendungen für den IT-Dienstleister (-0,5 Mio. €). Das Zins- und Finanzergebnis (einschließlich der außerordentlichen Aufwendungen) verbesserte sich um 2,0 Mio. € auf 4,1 Mio. €. Diese Ergebnisverbesserung resultiert mit 0,3 Mio. € aus höheren Zinserträgen, mit 0,2 Mio. € aus geringeren Abschreibungen auf Finanzanlagen, mit 1,1 Mio. € aus geringeren Zinsaufwendungen sowie mit 0,4 Mio. € aus geringeren außerordentlichen Aufwendungen. 3. Finanzlage RWW ist als Konzernunternehmen der RWE AG in den Cash Pool der RWE Deutschland AG, Essen, einbezogen. Das Cash Management umfasst die Durchführung von Zahlungsverkehr, Liquiditätsdisposition und Liquiditätsausgleich -166- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 einschließlich der Führung von Cash Pools sowie die Anlage und die Aufnahme von Tages- und Termingeldern sowie Darlehen. Zum 31.12.2011 waren insgesamt 63,7 Mio. € bei der RWE Deutschland AG verzinslich angelegt. Wie der nachfolgend wiedergegebenen Kurzfassung der Kapitalflussrechnung zu entnehmen ist, ergibt sich eine zahlungswirksame Erhöhung des Finanzmittelfonds um 2,1 Mio. €. Der Finanzmittelfonds wird definiert als Summe aus Kassenbestand zuzüglich der konzerninternen Geldanlagen. 2011 Mio. € 21,3 -8,4 -10,8 2,1 2010 Mio. € 27,2 -7,1 -14,5 5,6 Cash flow aus laufender Geschäftstätigkeit Cash flow aus Investitionstätigkeit Cash flow aus Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds Sämtliche Investitionen des Geschäftsjahres konnten aus dem Cash flow aus laufender Geschäftstätigkeit finanziert werden. Darüber hinaus wurden sämtliche Bankverbindlich-keiten um 0,8 Mio. € planmäßig getilgt. Der dynamische Verschuldungsgrad (Differenz zwischen Fremdkapital und flüssige Mittel im Verhältnis zum Cash flow aus laufender Geschäftstätigkeit) ist im Berichtsjahr auf 2,22 (Vorjahr 1,7) gestiegen. 4. Vermögenslage Nachfolgende Bilanzstruktur gibt einen Überblick über die wesentlichen Posten: 31.12.2011 Mio. € 121,5 74,8 0,1 196,4 75,8 9,6 107,4 3,6 196,4 31.12.2010 Mio. € 122,6 72,0 0,1 194,7 75,7 11,2 103,5 4,3 194,7 Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Bilanzsumme Eigenkapital Rohrnetzkostenzuschüsse Rückstellungen Verbindlichkeiten (einschl. passive Rechnungsabgrenzung) Bilanzsumme Die Bilanzsumme hat sich im Vergleich zum 31.12.2010 um 1,7 Mio. € erhöht. Bei Gesamtinvestitionen von 9,4 Mio. €, Abgängen von 0,2 Mio. € und verrechneten Abschreibungen von 10,3 Mio. € reduzierte sich das Anlagevermögen um 1,1 Mio. € auf 121,5 Mio. €. Von den Gesamtinvestitionen (einschließlich geleisteter Anzahlungen und Anlagen im Bau) entfallen 0,2 Mio. € auf Grundstücke und Bauten, 4,4 Mio. € auf technische Anlagen und Maschinen, 3,9 Mio. € auf Rohrnetz und Wasserzähler, 0,8 Mio. € auf Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie 0,1 Mio. € auf die Finanzanlagen. Die Investitionen in das Finanzanlagevermögen betreffen fast ausschließlich gewährte Wohnungsbaudarlehen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Umlaufvermögen einschließlich des Rechnungsabgrenzungspostens erhöhte sich um 2,8 Mio. €. Während sich der Finanzmittelfonds um 2,1 Mio. € und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wegen der Umstellung auf das valutarische Buchungsverfahren im Finanzmittelkontenbereich um 2,0 Mio. € erhöhten, reduzierten sich die sonstigen Vermögensgegenstände, im Wesentlichen bedingt durch die Abrechnung der Gewerbesteuer der Jahre 2008 und 2009 um 1,3 Mio. € RWW weist für das Geschäftsjahr 2011 einen Jahresüberschuss von 10,1 Mio. € aus. Im Geschäftsjahr 2011 sind den Gewinnrücklagen 0,2 Mio. € zugeführt und 10,0 Mio. € ausgeschüttet worden. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich auf 38,6 % (Vorjahr 38,9%). Die Rückstellungen erhöhten sich insgesamt um 3,9 Mio. € auf 107,4 Mio. €. Während die Steuerrückstellungen und die sonstigen Rückstellungen geringfügig zurückgingen, erhöhten sich die Pensionsrückstellungen um 4,5 Mio. €. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich insgesamt um 0,7 Mio. € auf 3,6 Mio. €. RWW hat die zum 31.12.2010 mit 0,8 Mio. € bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten planmäßig getilgt. 5. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten. -167- Stadt Oberhausen 6. Risikobericht Beteiligungsbericht 2011 RWW ist vollständig in das Risikomanagement des RWE Konzerns eingebunden. Die Risikomanagementprozesse der Gesellschaft sind daher vollständig auf die Vorgehensweisen und Berichtsstrukturen der Führungsgesellschaft RWE Deutschland AG abgestellt. Innerhalb der RWW ist ein Risikomanagement-Ausschuss implementiert, der sich aus Vertretern der wesentlichen Bereiche der Gesellschaft zusammensetzt. So ist sichergestellt, dass alle Risikokategorien entsprechend berücksichtigt und bewertet werden können. Alle identifizierten Risiken, unabhängig von deren Eintrittswahrscheinlichkeit und Risikohöhe, werden in einem Risikokatalog zusammengestellt. Der Risikomanagement-Ausschuss tagt regelmäßig, um diesen Katalog entsprechend zu aktualisieren. Der Risikomanagement-Ausschuss-Vorsitzende berichtet direkt an die Geschäftsführung, die die Funktion des Risikokoordinators wahrnimmt. Zu den vorbeugenden Maßnahmen des Risikomanagements zählen detaillierte Arbeits- und Verfahrensanweisungen, regelmäßige Wartungen und Überprüfungen der Anlagen, Schulungen sowie Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und, entsprechend dem Bedarf, Versicherungen. Hierdurch soll das Risikopotenzial minimiert werden. Die interne Revision, die direkt der Geschäftsführung zugeordnet ist, verfolgt in ihrer Tätigkeit einen risikoorientierten Prüfungsansatz und ist ebenfalls in die Revisionsprozesse der Führungsgesellschaft eingebunden. Bestandsgefährdende sowie sonstige wesentliche Risiken bestanden weder im zurückliegenden Geschäftsjahr noch sind solche derzeit im laufenden Geschäftsjahr erkennbar oder zu erwarten. Transparenz, offene Kommunikation sowie eine klare Ausrichtung der Gesellschaft und deren Organisation auf die vereinbarten Ziele bilden einen wesentlichen Baustein innerhalb des Risikomanagements der Gesellschaft. Wöchentlich erfolgen im Rahmen eines Jour Fixe die Abstimmung und Behandlung aktueller Themen zwischen der Geschäftsführung und dem Kreis der Prokuristen (erweiterte Geschäftsführungssitzung). Monatliche Sitzungen des Management-Teams, dem Vertreter der wichtigen Funktionsbereiche des Unternehmens angehören, geben der Geschäftsführung die Möglichkeit, alle relevanten Themen mit den Verantwortlichen eingehend und zeitnah zu diskutieren. Ergänzend hierzu werden die verantwortlichen Leiter der Linienbereiche zu regelmäßigen Jour-Fixe-Terminen oder erweiterten Geschäftsführungssitzungen hinzugezogen. 7. Prognosebericht RWW ist bestrebt, seine Marktposition als leistungsfähiger regionaler Wasserversorger stetig auszubauen. Das Unternehmen wird sich als „Regionales Kompetenzcenter Wasser“ der RWE Deutschland AG weiter etablieren, seine Stärken und fachlichen Kompetenzen auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft weiter systematisch einbringen und Synergien in der Zusammenarbeit mit Unternehmen der RWE-Gruppe erschließen. RWW ist bestrebt, seine Leistungsfähigkeit, Kostenund Kundenorientierung als Wasserwirtschaftsunternehmen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Wachstum für RWW und das Wassergeschäft der RWE Deutschland AG, die kontinuierliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sowie die nachhaltige Absicherung der erreichten Wertsteigerungen sind die wesentlichen mittelund langfristigen Ziele des Unternehmens. Erfolge im Vertriebsbereich und damit verbundenes externes Wachstum sind ausschlaggebend für das Erreichen der gesetzten Ziele. RWW wird sich daher zukünftig weiter auf den Ausbau der vertrieblichen Aktivitäten und den Aufbau von Kooperationen mit benachbarten Versorgern konzentrieren. Die Überprüfung der Professionalität und Effizienz der Kernprozesse des Unternehmens und hiermit verbundene Anpassungen gehören für RWW zur Routine im Hinblick auf eine stetige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Absicherung der derzeitigen Position des Unternehmens im Versorgungsgebiet bildet zukünftig ebenso einen Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der RWW wie das Erreichen eines organischen Wachstums in den Bereichen Trinkwasser-Konzessionen und Vorlieferantenpositionen für Weiterverteiler sowie die Übernahme von Betriebsführungsund Dienstleistungsfunktionen. In den folgenden Jahren wird RWW sich darauf konzentrieren, auslaufende Konzessionsverträge zu verlängern. In der Position als Vorlieferant für Trinkwasser und in dem Ausbau von wassernahen Dienstleistungen sieht RWW die Chance, weitere Wachstumsziele zu generieren. Die Investitionen der kommenden Jahre konzentrieren sich mit einem Jahresvolumen von ca. 9,0 Mio. € bis 10,0 Mio. € auf die Kernbereiche des Unternehmens mit einem Schwerpunkt auf Erhaltungsinvestitionen im Verteilnetz. Zudem sind im Wesentlichen wegen des Nachfragerückgangs im Tarifkundenbereich einzelne Systemanpassungen notwendig. Die Aktivitäten zur Ausweitung der Tätigkeiten im Abwassersektor werden auch in den kommenden Geschäftsjahren fortgesetzt. RWW wird sich in erster Linie auf Ausschreibungen von Betriebsführungen konzentrieren. Darüber hinaus wird Wachstum durch den Erwerb ausgewählter Beteiligungen an Wasser- und Abwasserunternehmen in (Teil-) Privatisierungsverfahren angestrebt. RWW steht in einem sich langsam verändernden Wassermarkt in Wettbewerb zu anderen Wasserversorgungsunternehmen. Die Gesellschaft wird daher zur Erreichung der gesteckten Ziele insbesondere auch -168- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Chancen zur Zusammenarbeit mit Partnern innerhalb und außerhalb des RWE-Konzerns nutzen. Auch in diesem Zusammenhang spielen die Möglichkeiten von Kooperationen mit benachbarten Versorgungsunternehmen eine strategische Rolle. Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist positiv – für die beiden kommenden Geschäftsjahre wird ein ähnlich zufrieden stellendes Ergebnis wie 2011 prognostiziert. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass RWW bei annähernd gleich hohen Aufwendungen den vertrieblichen Bereich weiter entwickelt und somit seine Marktposition als leistungsfähiger Wasserversorger ausbaut. Die Geschäftsführung erwartet auch für die Zukunft eine weiterhin solide Fortentwicklung der finanziellen und technischen Kenngrößen des Unternehmens. Mülheim an der Ruhr, 17.01.2012 Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Die Geschäftsführung -169- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -170- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Wirtschaftsförderung Wirtschaftsförderung WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH 100% Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO 50% VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH 100% -171- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -172- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Wirtschaftsförderung WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH 100% Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO 50% VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH 100% -173- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WFO W irtschaftsförderung Oberhausen GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 51 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/85036-0 0208 / 8503610 info@wfo-gmbh.de http://www.wfo-gmbh.de/ GmbH 50,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM Stadt Oberhausen 50,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Verbesserung der räumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Struktur der Stadt Oberhausen durch die Entwicklung und Förderung von Industrie, Gewerbe, Handel, Handwerk und Dienstleistungen auf allen Gebieten und Entwicklungen des Arbeitsmarktes Entwicklung von Nutzungskonzepten für Industrie- und sonstige Grundstücke, deren Aufbereitung zum Zwecke der Vermarktung einschließlich aller damit in Zusammenhang stehenden Tätigkeiten, insbesondere im Gebiet von Oberhausen Wichtige Verträge Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH ENO evo Energieversorgung Oberhausen AG Geschäftsbesorgungsvertrag vom 02.01.2007 Geschäftsbesorgungsvertrag vom 28.11.2006 über die Erbringung der gesamten Geschäftsbuchführung für WFO und deren Tochtergesellschaften Mietvertrag Gasometer vom 17.12.2009/21.12.2009 Überlassungsvertrag Gasometer vom 17.10.1995/18.10.1995 Vertrag vom 25.10.1995 über den Betrieb und die Verwaltung des Gasometers Vertrag über die Überlassung des LaGa-Grundstücks vom 04.10.1999 Vertrag über die Anmietung der Probebühne vom 01.10.1998 Geschäftsbesorgungsvertrag vom 25.10.1995 Gasometer Oberhausen GmbH Gasometer Oberhausen GmbH Gasometer Oberhausen GmbH Stadt Oberhausen Theater Oberhausen TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführer Lichtenheld, Frank Koch, Burkhard Tsalastras, Apostolos Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: -174- Stadt Oberhausen Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied M.d.L. Große Brömer, Wolfgang Hausmann, Wilhelm Grünewald, Dirk Hake, Michael Janßen, Anne Merzig, Karlheinz Schranz, Daniel Tscharke, Hans Josef Vöpel, Dirk Wilke, Volker Wingens, Ursula Beteiligungsbericht 2011 Mitglied gem. § 113 GO Wehling, Klaus Prokura: Prokurist Siegers, Norbert c) Beteiligungen unmittelbar Gasometer Oberhausen GmbH TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH TDM 50,00 300,00 % 100,00 100,00 mittelbar TheatrO. CentrO. GmbH i. L. TDM 24,50 % 24,50 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 35,3 43,9 20,8 2011 % 39,3 60,7 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 3.447,27 4.281,90 2.034,53 T€ 3.302,95 5.111,52 T€ 3.168,05 4.330,17 Veränderungen % T€ 42,3 57,7 -134,90 -781,35 0,00 % -4,08 -15,29 Bilanzsumme 9.763,70 100,00 8.414,47 100,00 7.498,22 100,00 -916,25 -10,89 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ % T€ 3.213,90 % 38,2 11,5 14,2 36,0 T€ 3.362,16 906,40 139,55 3.090,11 % 44,8 12,1 1,9 41,2 T€ 148,26 -63,64 -1.058,28 57,42 % 4,61 -6,56 -88,35 1,89 1.212,10 778,39 7.773,21 12,4 8,0 79,6 970,04 1.197,83 3.032,69 Bilanzsumme 9.763,70 100,00 8.414,47 100,00 7.498,22 100,00 -916,25 -10,89 -175- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 2.259,27 -1.339,54 2011 T€ 830,70 -216,71 998,10 108,29 725,45 769,97 1.150,35 678,08 144,43 613,80 774,74 144,32 684,37 900,00 811,74 145,16 751,85 0,00 11,91 87,96 -281,01 437,17 437,17 -45,01 52,91 148,26 2.896,27 3.044,53 9,60 109,17 -40,45 4,66 163,74 1.207,58 4.649,72 4.649,72 553,22 55,64 -96,10 -2.256,07 -2.352,16 55,64 5.248,43 -2.352,16 2.896,27 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -13,25 -4,09 48,33 135,95 45,34 31.12.2010 232,31 1.652,37 5.392,75 172,51 37,43 31.12.2011 17,85 46,68 293,41 134,34 50,35 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 20,54 0,00 100,00 31.12.2010 22,12 38,19 61,81 31.12.2011 23,03 44,84 55,16 Angaben in % % % e) Lagebericht Oberhausen hat Zukunft. Hier wird erfolgreich an dieser Zukunft gebaut, ohne die Wurzeln der Vergangenheit zu vernachlässigen. Der Königsweg heißt Fortschritt und Tradition. Vor diesem Hintergrund ist das strategische Ziel der Wirtschaftsförderung seit nunmehr 20 Jahren, die Stadt zu einem zukunftsorientierten Standort auszubauen, indem zusätzliche Arbeitsplätze durch Bestandsentwicklung, Neuansiedlung und Unternehmensgründungen geschaffen werden. Die Wirtschaftsförderung Oberhausen, kurz WFO, steht Unternehmen aus Großindustrie, Mittelstand und Einzelhandel als zentraler Ansprechpartner und Berater für alle Unternehmensbelange zur Verfügung. Neben den klassischen Leistungen wie Gewerbeflächen-, Mietflächen- und Genehmigungsmanagement leistet die WFO auch Beratungen, bietet den Zugang zu Finanzierungspartnern sowie Förderprogrammen und hilft bei Fragen zu Personalbedarf und Kooperationen. Dabei bezieht die WFO auch ein Netzwerk von verlässlichen Partnern mit ein, um den Unternehmen passgenaue und effiziente Lösungen anzubieten. Die WFO arbeitet seit vielen Jahren eng mit allen am Wirtschaftsleben -176- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Beteiligten zusammen wie zum Beispiel Unternehmen, städtischer Verwaltung, Kammern, Verbänden, Kapitalgebern, Beratern etc. Die Konjunktur hat sich stabilisiert – fast alle Wirtschaftsbereiche zeigen sich in einer soliden Verfassung – die Unternehmen rechnen mit einem gleichbleibend guten Geschäftsverlauf – die Unternehmensinvestitionen sind nur geringfügig zurückhaltender – der konjunkturelle Aufwind hat die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation verbessert. So könnte man das Wirtschaftsjahr 2011 kurz zusammenfassen. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung kann man noch ergänzen, dass die Nachfrage nach Gewerbeflächen und Immobilien ungebrochen hoch ist. Projekte wie die CentrOErweiterung und der Bau der Firmenzentrale von Bilfinger Berger Power Services sind weithin sichtbare Punkte. Wie ein roter Faden zieht sich die engmaschige Unternehmensbetreuung durch die Arbeit der Wirtschaftsförderung. Unternehmenskontakte und -besuche zählten auch 2011 zu den wichtigsten Bestandsentwicklungsaktivitäten der WFO. Ein Schwerpunkt der Arbeit: Die Intensivierung der Beziehungen mit den heimischen Unternehmen und der Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Hochschulen, insbesondere die Ausrichtung auf die Themen Fachkräfteentwicklung, denn hier müssen und werden die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Oberhausen präsentierte sich einmal mehr mit einer lebendigen Gründungskultur. Mit der 5. Oberhausener Gründermesse und über 100 Veranstaltungen rund um das Thema Unternehmensstart konnten Start-ups in Oberhausen gut beraten und begleitet werden. Im Juli 2011 haben die WFO, ENO und TMO ihre neuen nun gemeinsamen Büroräume an der Essener Straße bezogen. Die für die Stadt so wichtigen Bereiche der Wirtschafts- und Tourismusförderung können so gut abgestimmt am Markt agieren. Ein Schritt, der in der täglichen Arbeit bei vielen Themen positive Wirkung zeigt. Ein Film für und über Oberhausen Zum 20-jährigen Jubiläum der ENO wurde ein Image-Film über Oberhausen konzipiert, in dem ausschließlich echte Oberhausener vor die Kamera treten. Oberhausen wird nicht nur als Wirtschaftsstandort präsentiert, sondern auch als Stadt mit hoher Lebensqualität und vielen Freizeitmöglichkeiten. Durch den Film sollen auf der einen Seite neue Investoren auf den Standort aufmerksam gemacht werden und gleichzeitig Unternehmen, die ihren Sitz in Oberhausen haben, die Möglichkeit bieten diesen für ihr Marketing einsetzen zu können. Gedreht wurde unter anderem bei MAN Diesel & Turbo SE, Kempchen, Fitscher Guss und Lenord + Bauer sowie an kulturellen Hotspots wie dem Theater Oberhausen und der Ludwig Galerie im Schloss Oberhausen. Weitere Drehorte sind: das Metronom Theater, der Gasometer und die König-Pilsener-ARENA. Auch der Sport kommt nicht zu kurz: Mit Golf, Handball, Basketball und Rudern zeigt der Film, dass Oberhausen in Sachen Sport richtig fit ist. Gewerbeflächen- und Objektvermittlung - Im vierten Quartal des Jahres 2011 konnte die Vermarktung des Grünen Gewerbeparks Im Erlengrund durch den Verkauf der letzten verfügbaren Grundstücksfläche erfolgreich abgeschlossen werden. Auf insgesamt rd. 70.000 qm wurden 27 Unternehmen angesiedelt, die mehr als 450 Mitarbeiter beschäftigen. Zehn dieser Betriebe waren zuvor nicht in Oberhausen ansässig. Das aktuelle Flächenangebot im Oberhausener Norden konzentriert sich damit auf das Gelände des Gewerbegebietes Waldteich. Allerdings werden auch über die hier verfügbaren Flächen bereits konkrete Ansiedlungsverhandlungen geführt, so dass die Vermarktung dieses Areals in einem überschaubaren Zeitraum ebenfalls abgeschlossen sein dürfte. Es ist daher für eine weiterhin erfolgreiche Arbeit der Wirtschaftsförderung dringend notwendig, dass weitere Grundstücksflächen, z. B. diejenigen im Bereich des Bebauungsplans Nr. 642 - Weierstraße/Waldteichstraße - möglichst kurzfristig für eine Vermarktung zur Verfügung stehen. Bei der Vermittlung von Gewerbeflächen ist der Focus aktuell auf die Grundstücksflächen des ehemaligen Stahlwerksgeländes sowie auf die an der Duisburger Straße gelegenen Flächen und Immobilien gerichtet. Die verstärkte Konzentration auf die Vermittlung von Bestandsimmobilien hat im Jahre 2011 zu einigen erfreulichen Ergebnisse geführt. Auf diesem Sektor wird auch künftig ein weiterer Schwerpunkt der Aktivitäten des Immobilienbereichs liegen. Grundstücksentwicklung „Zeche Osterfeld“ - Im Geschäftsjahr 2010 war es der WFO mit dem Verkauf der laut Bebauungsplan Nr. 540 „Vestische Straße / Zum Steigerhaus“ vorge-sehenen Wohnbaufläche (ca. 17.000 qm) gelungen, rd. 50 % des Grundstücks der ehe-maligen Zeche Osterfeld zu vermarkten. Als Käuferin konnte die WGZ Immobilien + Treu-hand GmbH Münster, WGZ I + T, gewonnen werden. Der Kaufpreis betrug 1.428 TEUR. Der auf WFO entfallende Anteil an den Erschließungskosten der Planstraße 1, die nicht nur das Wohn- sondern gleichermaßen das nördlich gelegene Mischgebiet erschließt, beläuft sich auf 132 TEUR. Ein Teilbetrag i. H. v. 91 TEUR wurde im Februar 2011 fällig. Für das städtebauliche Konzept, das teilweise eine Wohnbebauung anstelle der öffentlich geförderten gewerblichen Nutzung vorsieht, war festgesetzt worden, dass der anteilige Zuschuss in Höhe von 421 TEUR (s. Bilanz 2010) zzgl. Zinsen in Höhe von rd. 276 TEUR per 31.12.2010 also insgesamt rd. 697 TEUR zurückzuzahlen ist; dabei sollte die Finanzierung über den Kaufpreis erfolgen. Zu diesem Thema ist die WFO nochmals mit dem Fördergeber mit dem Ziel, die Rückzahlungsverpflichtung zu reduzieren, in Kontakt getreten. Durch intensive Verhandlungen und umfangreiche Darstellungen wurde erreicht, dass der ursprünglich geforderte Zuschussbetrag auf 232 TEUR und die Zinsen auf 73 -177- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 TEUR reduziert wurden, wodurch sich ein bilanzieller Gewinn i. H. v. rd. 392 TEUR ergeben hat. Auf der Grundlage der im Dezember 2011 eingegangenen Rückforderungsbescheide (Zuschuss und Zinsen) erfolgte die Zahlung von insgesamt rd. 305 TEUR. Dieser Betrag konnte aus dem Verkaufserlös der Grundstücke finanziert werden Die Vermarktungsbemühungen für die gewerblichen Flächen im Bereich der ehemaligen Zeche Osterfeld werden intensiv fortgesetzt. Wie in den Vorjahren waren 2011 das Steigerhaus und die Torhäuser weiterhin zu 100% vermietet. Zur Aufrechterhaltung des Zustandes des Gebäudes und der Vermietbarkeit wurden auch in diesem Geschäftsjahr in notwendige Sanierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen rd. 30 TEUR investiert. Kreativwirtschaft Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH in Verbindung mit der ecce european centre for creative ecomy GmbH sowie den Partnern aus den regionalen Wirtschaftsförderungen konnte in 2011 ausgebaut werden und wird im Jahr 2012 unter den Leitmärkten „Freizeit & Events“ und „Urbanes Bauen und Wohnen“ fortgeführt. Das Kreativ.Quartier im Hauptbahnhof entwickelt sich weiter. Die WFO begleitet das Projekt des Architekten Christoph Stark und seinem Team. Stark schuf bereits den Museumsbahnsteig. Jetzt folgt die vielversprechende Fortsetzung: Im eindrucksvollen Bahnhofsturm entsteht Oberhausens neues Kreativ.Quartier. Geplant und gebaut wird seit 2011. Eröffnung wird Mitte 2012 sein. Wirtschaftsfaktor Tourismus Die Entwicklung aller touristischen Aktivitäten am Standort Oberhausen ist auch im ersten Jahr nach der Kulturhauptstadt RUHR2010 sehr positiv. Die Übernachtungszahlen in Oberhausen und ebenso die Ankünfte konnten nochmals im Vergleich zu 2010 um ca. 15 % gesteigert werden. Im gleichen Maß nehmen die Zahlen der ausländischen Gästeankünfte zu. Zahlreiche neue Projekte haben sich im Jahr 2011 gut bis sehr gut entwickelt. Zunächst ist die Ausstellung „Magische Orte“ im Gasometer auf demselben Niveau erfolgreich, wie die Ausstellung „Sternstunden“. Das Theater ist für seine Produktionen mehrfach ausgezeichnet worden. Zwei weitere Theaterproduktionen zogen ebenfalls hunderttausende Gäste nach Oberhausen. Dirty Dancing im Metronom Theater und Cats im Cats Theaterzelt waren stark nachgefragt. Das Centro vermeldet zu den sowieso guten Besucherzahlen und an den verkaufsoffenen Sonntagen und zum Weihnachtsmarkt 2011 ausgezeichnete Zahlen. Die Erweiterung des Centros nimmt konkrete Formen an. Mit einem beeindruckenden Richtfest wurde der zweite Bauabschnitt in die Wege geleitet. An der Marina gehen die Entwicklungen auch mit großen Schritten weiter. Dort wurde eine neue Erlebnisausstellung „Top Secret“ im April 2012 für Besucher Oberhausens geöffnet. Also ein durchweg positives Resümee für die Stadt Oberhausen, für den Wirtschaftsfaktor Tourismus an diesem Standort und auch für die enge Zusammenarbeit der WFO, ENO und der TMO . Wirtschaftliche Entwicklung - Die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft wurde im Geschäftsjahr 2011 wesentlich von der vorgenannten Rückzahlung der Zuschüsse nebst Zinsen aufgrund des 2010 erfolgten Verkaufs der Wohnbaufläche auf dem Areal der ehemaligen „Zeche Osterfeld“ geprägt und dem damit verbundenen bilanziellen Gewinn in Höhe von rd. 392 TEUR. Dem gegenüber mussten die noch zur Verfügung stehenden verkaufsfähigen Gewerbe- bzw. Mischgebietsflächen der Grundstücke „Gewerbepark Osterfeld“ aufgrund derzeitiger konkreter Marktlage neu bewertet werden. Daraus hat sich ein Abwertungsbedarf in Höhe von 325 TEUR ergeben. Der Umzug zur Essener Straße 51 in das „Haus der Wirtschaft“ konnte im Wesentlichen kostenneutral umgesetzt werden. Das Geschäftsjahr 2011 endet nach Abzug des Verlustvortrages aus Vorjahren mit einem Bilanzgewinn i. H. v. 3.044 TEUR. Der tatsächliche Jahresüberschuss beträgt 148 TEUR. Unter Zugrundelegung der vom Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 18.11.2010 beschlossenen Wirtschaftsplanung lag der erwartete Jahresüberschuss bei 36 TEUR. Das tatsächliche Ergebnis liegt damit um 112 TEUR über dem Planansatz. Unter Zugrundelegung des vom Aufsichtsrat am 07.12.2011 verabschiedeten Wirtschaftsplans 2012 ist im Jahre 2012 mit einem vorläufigen Jahresüberschuss von ca. 19 TEUR zu rechnen. In Anbetracht der Tatsache, dass die Anzahl der Gesellschafter der ENO und damit auch die Gesellschafterzuschüsse zur Finanzierung der Projekte der Wirtschaftsförderung immer wieder Schwankungen unterliegen, die zeitnah nicht ausgleichbar sind, sind die geplanten Umsatzerlöse mit ENO von 830 TEUR auf 800 TEUR reduziert worden. -178- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mit dem Gesamt-Finanzierungskonzept für die Wirtschaftsförderung, das im Wesentlichen auf Umsatzerlöse im Rahmen der Projektbeauftragung durch ENO, Steigerung der sonstigen betrieblichen Erträge im Rahmen der Geschäftsbesorgung für Tochtergesellschaften und Mieteinnahmen aus der Vermietung des Gasometer beruht, konnte die Finanzlage der Gesellschaft im Rahmen des laufenden Geschäfts stabilisiert werden. Oberhausen, 30. April 2012 WFO - Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH Geschäftsführung Lichtenheld Koch -179- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -180- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Wirtschaftsförderung WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH 100% Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO 50% VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH 100% -181- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 3 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/85037-0 0208/851518 lerch@tzu.de http://www.tzu.de/ GmbH 300,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 300,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: - die Weiterentwicklung und der Betrieb des Technologiezentrums Umweltschutz sowie die Förderung der Technologiezentren - die Entwicklung von Grundstücken mit allen damit zusammenhängenden Tätigkeiten, insbesondere die Erarbeitung von Nutzungskonzepten sowie die Aufbereitung und Vermarktung der Grundstücke - die Entwicklung, Betreuung und der Betrieb von Projekten mit besonderer Strukturrelevanz für den Standort Oberhausen Wichtige Verträge OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Stadt Oberhausen WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH Pachtvertrag vom 22.12.2006 - Laufzeit 01.01.2007 - 31.12.2011, verlängert bis 31.12.2016 Tilgungsvereinbarung Stadt/GEG/TZU/SSO Geschäftsbesorgungsvertrag vom 25.10.1995 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Lerch, Klaus Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Wehling, Klaus -182- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 64,1 33,6 0,1 2,2 2011 % 68,0 30,0 0,1 1,9 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 8.917,11 4.677,80 10,99 306,41 T€ 8.174,66 3.608,89 7,67 228,12 T€ 7.432,43 3.213,63 7,67 573,93 Veränderungen % T€ 66,2 28,6 0,1 5,1 -742,23 -395,26 0,00 345,81 % -9,08 -10,95 0,00 151,59 Bilanzsumme 13.912,32 100,00 12.019,34 100,00 11.227,66 100,00 -791,68 -6,59 Passiva Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 5.430,52 704,37 7.777,43 % 39,0 5,1 55,9 T€ 4.996,08 458,82 6.564,43 % 41,6 3,8 54,6 T€ 4.561,64 345,09 6.320,93 % 40,6 3,1 56,3 T€ -434,44 -113,73 -243,50 % -8,70 -24,79 -3,71 Bilanzsumme 13.912,32 100,00 12.019,34 100,00 11.227,66 100,00 -791,68 -6,59 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Erträge außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 709,45 568,95 0,48 743,00 227,43 50,67 278,90 79,25 4,48 5,44 -0,96 2011 T€ 708,00 439,33 1,67 742,23 534,20 14,78 266,87 -382,85 42,48 5,44 37,04 -0,00 -345,81 -33.728,15 -34.073,96 708,00 2.978,02 18,40 866,85 289,37 5,25 280,18 2.236,48 164,36 2.072,11 -34.978,56 -32.906,45 -0,00 78,30 -33.806,45 -33.728,15 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: 292,67 6,30 2.938,96 0,50 31.12.2010 11,04 0,23 821,30 0,04 31.12.2011 -48,84 -1,01 396,41 0,15 Angaben in % % T€ % -183- Stadt Oberhausen dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 64,10 0,00 100,00 Beteiligungsbericht 2011 31.12.2010 68,01 0,00 100,00 31.12.2011 66,20 0,00 100,00 Angaben in % % % e) Lagebericht Geschäftsverlauf und Lage Durch den mit der OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH abgeschlossenen Pachtvertrag wurden im Geschäftsjahr 2011 Mieteinnahmen i. H. v. EUR 708.000 erzielt. In der Aufsichtsratssitzung vom 7.12.2011 wurde beschlossen, den Pachtvertrag mit der OGM GmbH um fünf Jahre, somit vom 01.01.2012 bis 31.12.2016, zu verlängern, wobei der jährliche Pachtzins auf EUR 680.000 gesenkt wurde. Die Übernahme der Sanierungskosten i. H. v. EUR 115.000 für die Grundstücksmauer und Instandhaltungsmaßnahmen i. H. v. EUR 355.000 an den Gebäuden TZU I, II und IV, die der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 4.5.2011 zugestimmt hatte, führten zu einem Jahresfehlbetrag i. H. v. EUR 355.000. Die übrigen Finanzpositionen entsprachen beinahe genau den Vorgaben des Wirtschaftsplans. Der für die Sanierung der Grundstücksmauer zurückgestellte Betrag i. H. v. EUR 115.000 wurde vollständig aufgelöst. Da von dem in 2010 gezahlten Kaufpreis für das Metronom Theater noch ca. EUR 3,0 Mio. auf Festgeldkonten der Stadtsparkasse Oberhausen liegen und die konstanten Mieteinnahmen, war die Liquidität der Gesellschaft über das ganze Jahr gesichert. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres liegen nicht vor. Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Mit der Fortführung des bestehenden Pachtvertrages bis zum 31.12.2016 ergibt sich durch die jährliche Zahlung des Pachtzinses i. H. v. EUR 680.000 eine stabile Einnahmesituation, wobei die Höhe des Pachtzinses ca. EUR 40.000 unter den geplanten Gesellschaftskosten liegt. Das negative Eigenkapital bei der TZU Management GmbH wird sich dadurch weit erhöhen. Da der Verkehrswert der Gebäude mit ca. EUR 15,0 Mio. fast doppelt so hoch wie der Buchwert i. H. v. ca. EUR 7,5 Mio. liegt, besteht auch zukünftig keine Überschuldungsproblematik. Die Kosten für Wartung, Instandhaltung und Instandsetzung wurden im Vertrag auf EUR 200.000 jährlich gedeckelt. Dieser Betrag ist ein Durchschnittswert, der in den vergangenen Jahren angefallen Kosten und ist ausreichend im normalen Geschäftsbetrieb. Bei notwendigen größeren Reparaturen, wie z. B. im laufenden Jahr durch die defekte Klimaanlage verursacht, kann dieser Betrag überschritten werden. Die TZU verfügt zurzeit über genügend Liquidität, die dann anfallenden Kosten zu übernehmen. Oberhausen, 14. März 2012 Klaus Lerch (Geschäftsführer) TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH -184- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Wirtschaftsförderung WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH 100% Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO 50% VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH 100% -185- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 51 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/85036-0 0208/8503610 info@eno-gmbh.de http://www.eno-gmbh.de/ GmbH 318,80 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ ABConcepts Verpflegungsmanagement mit System GmbH Albrecht GmbH & Co. Verpachtungs KG August Heine Baugesellschaft mbH & Co. KG Autohaus Kruft GmbH Bangel GmbH & Co. IndustriebauProjektierungs KG BECKERautomobile GmbH & Co. KG B & H Elektro-Anlagenbau GmbH binary GmbH & Co.KG BIT Beratung Integration und Training gGmbH b+w Electronic Systems GmbH Contact gmbH Der Baustoff-Mann Schneider oHG Evers GmbH evo Energieversorgung Oberhausen AG Fritz Effekt GmbH Gehring Archivdepot GmbH Gerstmann Holding GmbH & Co. KG (in Insolvenz) GEWA GmbH GHH Radsatz International Holding GmbH GSI - Gesellschaft für Schweißtechnik International mbH Gutehoffnungshütte Baugesellschaft mbH Harpering EDV-Systeme Heinrich Grünewald Bauunternehmung GmbH & Co. KG Hermann Nottenkämper OHG HOFFMANN Malerservice GmbH Kreishandwerkerschaft Lenord, Bauer & Co. GmbH LMI Lean Management Institut GmbH -186- %* 0,16 0,08 0,20 0,08 0,41 0,20 0,16 0,16 0,16 0,33 0,16 0,12 0,16 4,02 0,16 0,16 0,25 0,16 0,16 0,48 0,20 0,16 0,16 0,12 0,16 0,08 0,08 0,17 0,50 0,26 0,61 0,26 1,28 0,61 0,51 0,50 0,50 1,02 0,50 0,36 0,50 12,50 0,50 0,51 0,77 0,50 0,51 1,50 0,61 0,50 0,51 0,36 0,50 0,26 0,26 0,52 Stadt Oberhausen Lohmar & Meller oHG MAN Diesel & Turbo AG Marx Ingenieurgesellschaft mbH Möbel Heck Einrichtungshaus KG Möbelstadt Rück GmbH & Co. KG molve elevator GmbH National-Bank AG Essen OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Oxea Deutschland GmbH Pantecta GmbH PHOENIX Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH Plaßmeier GmbH Radio NRW GmbH RAG Montan Immobilien GmbH Real Trust GmbH REMONDIS Oberhausen GmbH Rheinische Grundbesitz AG RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Schneider Electric Buildings Germany GmbH Stadt Oberhausen Stadtsparkasse Oberhausen STOAG Stadtwerke Oberhausen AG Tersus Gebäudedienste GmbH & Co KG UVRN-Unternehmensverband-RuhrNiederrhein e.V. VERITAS Unternehmensberatungs- und Treuhand GmbH Steuerberatungsgesellschaft Versatel West GmbH Volksbank Rhein-Ruhr eG WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH Weiterbildungsinstitut WBi GmbH * prozentualer Anteil unter Berücksichtigung der von der ENO gehaltenen eigenen Anteile Beteiligungsbericht 2011 0,61 6,39 0,50 0,31 0,66 0,31 1,00 12,50 6,39 0,31 0,50 0,50 0,26 0,51 0,50 1,00 0,51 6,39 0,50 159,40 56,39 12,50 0,50 0,75 0,50 0,26 0,51 12,50 0,51 0,20 2,05 0,16 0,10 0,21 0,10 0,32 4,02 2,05 0,10 0,16 0,16 0,08 0,16 0,16 0,32 0,16 2,05 0,16 51,22 18,12 4,02 0,16 0,24 0,16 0,08 0,16 4,02 0,16 Gegenstand des Unternehmens: Verbesserung der räumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Struktur der Stadt Oberhausen durch Entwicklung und Förderung von Industrien, Gewerbe, Handel, Handwerk und Dienstleistungen auf allen Gebieten und Entwicklung des Arbeitsmarktes. Wichtige Verträge CGE Grünewald GmbH & Co KG WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH Mietvertrag Geschäftsbesorgungsvertrag vom 02.01.2007 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführer Lichtenheld, Frank Koch, Burkhard Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Tsalastras, Apostolos -187- Stadt Oberhausen Aufsichtsrat: Vorsitzender (Mitglied gem. § 113 GO) stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Wehling, Klaus Grünewald, Dirk Albrecht-Mainz, Elia Gieske, Hartmut M.d.L. Große Brömer, Wolfgang Hausmann, Wilhelm Dr. Heine, Stephan Janßen, Dieter Kruft-Lohrengel, Jutta Merzig, Karlheinz Schmidt, Hartmut Tscharke, Hans Josef Walterfang, Heinrich Wilke, Volker Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 1,3 98,7 0,1 2011 % 0,8 99,1 0,1 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 14,86 1.164,58 1,04 T€ 8,66 1.098,07 1,06 T€ 7,71 1.141,32 1,17 Veränderungen % T€ 0,7 99,2 0,1 -0,95 43,25 0,11 % -10,97 3,94 10,38 Bilanzsumme 1.180,49 100,00 1.107,79 100,00 1.150,20 100,00 42,41 3,83 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 849,99 25,00 174,48 131,01 % 72,0 2,1 14,8 11,1 T€ 851,67 50,00 177,38 28,74 % 76,9 4,5 16,0 2,6 T€ 865,71 % 75,3 T€ 14,04 % 1,65 -50,00 -100,00 186,49 98,00 16,2 8,5 9,11 69,26 5,14 240,99 Bilanzsumme 1.180,49 100,00 1.107,79 100,00 1.150,20 100,00 42,41 3,83 -188- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 28,99 217,79 293,27 9,08 1.034,57 3,49 0,00 2011 T€ 29,00 225,56 285,62 4,29 1.040,02 4,13 0,03 -1.071,27 4,48 -4,48 0,42 -1.076,17 -1.076,17 0,00 35,81 216,88 373,75 15,62 975,20 7,68 -1.104,21 -1.086,64 4,48 -4,48 -0,03 -1.104,18 -1.104,18 0,00 0,42 -1.091,54 -1.091,54 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -3.083,42 -129,90 -1.088,55 126,34 147,91 31.12.2010 -3.765,20 -128,17 -1.082,46 123,39 118,84 31.12.2011 -3.711,21 -124,31 -1.071,87 127,28 112,20 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 1,26 72,00 28,00 31.12.2010 0,78 76,88 23,12 31.12.2011 0,67 75,27 24,73 Angaben in % % % e) Lagebericht Gegenüber dem Wirtschafts- und Erfolgsplan für 2011 mit einem Jahresfehlbetrag von T€ 1.114 ergab sich tatsächlich ein Jahresfehlbetrag von T€ 1.076. Abgedeckt wird dieser Fehlbetrag über den Zuschuss der Stadt Oberhausen in Höhe von T€ 435, den Betriebskostenzuschuss des Gesellschafterkreises Wirtschaft in Höhe von T€ 605 sowie Entnahmen aus den Rücklagen in Höhe von T€ 36. Die tatsächlichen Aufwendungen für Personalaufwand, Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen in Höhe von T€ 1.335 lagen mit T€ 8 unter dem Planansatz in Höhe von T€ 1.343; die tatsächlichen Erträge lagen mit T€ 258 um T€ 39 über dem Planansatz. Die aufgezeigte Entwicklung führte dazu, dass die Entnahme aus der Kapitalrücklage zum 31.12.2011 um T€ 43 unter dem Planansatz lag. Eigene Geschäftsanteile wurden zum Bilanzstichtag in Höhe von € 7.611 (VJ € 5.181) gehalten. Bezogen auf die in der Gesellschafterversammlung vom 17.11.2010 beschlossene Kapitalerhöhung um € 15.000 konnten bis zum 31. Dezember 2011 keine weiteren Geschäftsanteile übertragen werden, so dass eine Kapitalerhöhung nicht stattfand. Die Bilanzsumme beträgt per 31.12.2011 T€ 1.150 (VJ T€ 1.108). -189- Stadt Oberhausen Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft Beteiligungsbericht 2011 Das laufende Geschäftsjahr 2012 wird gemäß des vom Aufsichtsrat am 01.12.2011 beschlossenen Wirtschafts- und Erfolgsplans 2012 voraussichtlich mit einem Jahresfehl-betrag von T€ 1.054 enden. Abgedeckt werden soll dieser über den Zuschuss der Stadt Oberhausen in Höhe von T€ 435, die Betriebskostenzuschüsse des Gesellschafterkreises Wirtschaft in Höhe von T€ 572 sowie der Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von T€ 47. Von einer vorratsweisen Erhöhung des Stammkapitals wurde für das Geschäftsjahr 2012 abgesehen, da die Gesellschaft zzt. eigene Anteile in Höhe vor rd. € 15.000 hält, die zur Weiterveräußerung zur Verfügung stehen und die Übernahme von Stammeinlagen ermöglichen. Das Vermögen der Gesellschaft ist wie im Vorjahr durch umfängliche flüssige Mittel und eine hohe Eigenkapitalquote geprägt. Als Folge der veränderten Marktbedingungen in den Jahren 2008 / 2009 gab es eine höhere Fluktuation von Altgesellschaftern mit Wirkung auf die Geschäftsjahre 2011 / 2012, der allein mit der Akquisition neuer Gesellschafter bisher nicht begegnet werden konnte. Selbstverständlich wird auch weiterhin intensiv versucht, neue Gesellschafter für die ENO zu gewinnen. Im Vergleich zu 2010 sind die Umsatzerlöse im Jahr 2011 konstant geblieben. Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung auch in 2012 fortsetzen wird. Ein wesentlicher Grund hierfür liegt in der zwischenzeitlich abgeschlossenen Vermarktung des Gewerbeparks Im Erlengrund, für die eine Provisionsvereinbarung mit der Grundstückseigentümerin bestand. Die Konjunktur hat sich stabilisiert – fast alle Wirtschaftsbereiche zeigen sich in einer soliden Verfassung – die Unternehmen rechnen mit einem gleichbleibend guten Geschäftsverlauf – die Unternehmensinvestitionen sind nur geringfügig zurückhaltender – der konjunkturelle Aufwind hat die Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation verbessert. So könnte man das Wirtschaftsjahr 2011 kurz zusammenfassen. Aus Sicht der Wirtschaftsförderung kann man noch ergänzen, dass die Nachfrage nach Gewerbeflächen und Immobilien ungebrochen hoch ist. Projekte wie die CentrOErweiterung und der Bau der Firmenzentrale von Bilfinger Berger Power Services sind weithin sichtbare Punkte. Wie ein roter Faden zieht sich die engmaschige Unternehmensbetreuung durch die Arbeit der Wirtschaftsförderung. Unternehmenskontakte und -besuche zählten auch 2011 zu den wichtigsten Bestandsentwicklungsaktivitäten der WFO. Ein Schwerpunkt der Arbeit: Die Intensivierung der Beziehungen mit den heimischen Unternehmen und der Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Hochschulen, insbesondere die Ausrichtung auf die Themen Fachkräfteentwicklung, denn hier müssen und werden die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Oberhausen präsentierte sich einmal mehr mit einer lebendigen Gründungskultur. Mit der 5. Oberhausener Gründermesse und über 100 Veranstaltungen rund um das Thema Unternehmensstart konnten Start-ups in Oberhausen gut beraten und begleitet werden. Im Juli 2011 haben die WFO, ENO und TMO ihre neuen nun gemeinsamen Büroräume an der Essener Straße bezogen. Die für die Stadt so wichtigen Bereiche der Wirtschafts- und Tourismusförderung können so gut abgestimmt am Markt agieren. Ein Schritt, der in der täglichen Arbeit bei vielen Themen positive Wirkung zeigt. Auf der Grundlage des zum 01.01.2007 geschlossenen Geschäftsbesorgungsvertrages zwischen ENO und der Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH (WFO) wurde die WFO seitens der ENO mit der Realisierung der Wirtschaftsförderungsprojekte beauftragt. Die zum Teil bereits 2007 initiierten und bis heute erfolgreich weitergeführten Einzelprojekte werden in enger Kooperation zwischen ENO und WFO realisiert, Impulse aus Politik und Wirtschaft werden aufgegriffen und setzen in den Projekten und Veranstaltungen wichtige Eckpunkte. Zudem konnte die Zusammenarbeit mit der TMO intensiviert werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um folgende Inhalte: • Gründungsoffensive Oberhausen: Intensivberatungen, Durchführung von regelmäßigen Workshops, Seminaren und GründerTREFFs, Klärung von Finanzierungen, Standortfragen, Fördermittelinformation, Gründermesse Oberhausen, START Messe, UnternehmerinnenBrief NRW, Projektwoche Ökonomie, Informationsplattform „GründerCity Oberhausen“, Gründerwoche Deutschland, Unternehmerinnenbrief NRW • Unternehmensservice, Bestandsentwicklung und Bestandspflege (z. B. Business Breaks, Unternehmensbesuche, Wirtschaftsforum, Potenzialberatung, ENO-Gesellschaftertreffen) • Projektentwicklung, Immobilienvermarktung, Flächenvermarktung; Akquisition und Neuansiedlung, Flächenmanagement örtlich und überörtlich • Präsenz auf internationalen Immobilienmessen wie EXPO REAL München, MIPIM Cannes, ITB Berlin • Erweiterung und Pflege der Internetseiten WFO und ENO sowie GründerCity Oberhausen • Kooperation mit Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH, • Kooperation mit anderen Unternehmensnetzwerken z.B. Business Partner Club, Unternehmerverbandsgruppe, STARTER Consult, Startercenter • ForumQ • meo tec • Q+MEO -190- Stadt Oberhausen • • • Beteiligungsbericht 2011 Standortmarketing: Newsletter, Herausgabe eines Jahresberichtes der Wirtschaftsförderung, Imagefilm über das Leben und Arbeiten in Oberhausen Geschäftsstraßenmanagement Osterfeld und Sterkrade Cluster und Leitmärkte Die Darstellung ist weder abschließend noch auf das laufende Geschäftsjahr beschränkt. Um nachhaltige Wirkungen zu erzielen, sind sie auf Dauer angelegt, werden kontinuierlich weiterverfolgt, an die jeweiligen Situationen angepasst und entsprechend gewichtet. Oberhausen, den 26.04.2012 Frank Lichtenheld Geschäftsführer Burkhard Koch Geschäftsführer -191- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -192- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Wirtschaftsförderung WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH 100% Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO 50% VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH 100% -193- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Schwartzstr. 72 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/825-2230 0208/825-5001 maria.guthoff@oberhausen.de GmbH 25,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Stadt Oberhausen 25,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist der Erwerb, der Umbau (als Generalübernehmer) sowie die Verwaltung und Vermarktung des Verwaltungszentrums Sterkrade. Die Gesellschaft wird zu diesem Zweck die künftige Nutzung selbst oder mit Unterstützung Dritter konzipieren sowie die wirtschaftlichen, rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen zur Vermarktung und Nutzung schaffen. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Rechtsgeschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftszweck auch mittelbar gefördert werden kann. Die Gesellschaft kann sich zur Förderung ihres Unternehmenszweckes an anderen Unternehmen beteiligen. Wichtige Verträge MAN Gutehoffnungshütte AG OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Stadt Oberhausen Grundstückskaufvertrag vom 18.08.1999 Mietvertrag für das Technische Rathaus Sterkrade vom 26. September / 25. Oktober 2001 Betreibervertrag für das Technische Rathaus Sterkrade vom 26. September / 25. Oktober 2001 Mietvertrag für das Parkhaus am Eugen-zur-Nieden- Ring vom 24.07.2009 Betreibervertrag für das für das Parkhaus am Eugen-zur-NiedenRing vom 24.07.2009 Mietvertrag für das Parkhaus am Eugen-zur-Nieden- Ring vom 24.07.2009 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführerin Geschäftsführer Guthoff, Maria Kalthoff, Horst Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Klunk, Peter -194- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 96,7 0,0 3,3 2011 % 97,4 0,0 2,7 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 30.845,86 2,81 1.062,07 T€ 29.452,14 1,86 823,01 T€ 28.141,17 51,55 839,61 Veränderungen % T€ 96,9 0,2 2,9 -1.310,97 % -4,45 49,69 2.671,51 16,60 2,02 Bilanzsumme 31.910,74 100,00 30.227,01 100,17 29.032,33 100,00 -1.194,68 -3,95 Passiva Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 60,10 31.850,64 % 0,2 99,8 T€ 9,40 30.267,61 % 0,0 100,1 T€ 10,00 29.022,33 % 0,0 100,0 T€ 0,60 -1.245,28 % 6,38 -4,11 Bilanzsumme 31.910,74 100,00 30.227,01 100,17 29.032,33 100,00 -1.194,68 -3,95 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 3.726,17 36,39 331,56 16,24 1.439,40 143,11 0,00 1.500,04 332,19 93,13 239,06 -2.876,59 -2.637,53 2011 T€ 3.725,69 0,20 331,56 16,59 1.390,00 183,74 3.579,23 0,00 293,09 17,37 1.430,55 133,88 0,27 1.670,51 34,11 144,43 -110,33 -2.766,26 -2.876,59 1.821,56 -17,57 -0,97 -16,60 -2.637,53 -2.654,13 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: -3,08 -3,84 1.320,22 0,49 31.12.2010 6,42 9,06 1.678,46 0,43 31.12.2011 -0,45 -0,63 1.373,40 0,45 Angaben in % % T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 96,66 0,00 100,00 31.12.2010 97,44 0,00 100,00 31.12.2011 96,93 0,00 100,00 Angaben in % % % -195- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht Der Rat der Stadt Oberhausen hat 1998 den Erwerb des leerstehenden Bürokomplexes im Zentrum von OberhausenSterkrade und die Gründung der VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH (VZS) mit einem Stammkapital von 25.000,-- € beschlossen. Mit dieser Maßnahme sollte eine Unterstützung des Nebenzentrums Sterkrade erfolgen; so konnten 600 Arbeitsplätze für die Sterkrader Innenstadt dauerhaft gesichert und deren Struktur damit gestärkt werden. Seitens der Stadt Oberhausen sollten mit der Realisierung des Technischen Rathauses Sterkrade insbesondere ein verbesserter Bürgerservice und Haushaltskonsolidierungsbeiträge durch die Einsparung von Unterhaltungs- und Sanierungskosten sowie organisatorische Synergieeffekte realisiert und den dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern moderne Arbeitsbedingungen geboten werden. Darstellung des Geschäftsverlaufes der Gesellschaft und der Lage der Gesellschaft Die 1999 begonnene Baumaßnahme zur Neukonzeptionierung der alten GHH-Hauptverwaltung wurde im Juni 2002 abgeschlossen. Nach Fertigstellung erfolgte eine direkte Vermietung an die OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) als Generalmieterin des Technischen Rathauses, die wiederum (neben der Eigennutzung von Teilflächen) im Wesentlichen an die Stadt Oberhausen untervermietet. Die VZS wurde im Juni 2007 durch die Stadt Oberhausen mit dem Bau eines Parkhauses beauftragt. Die Fertigstellung des Objektes erfolgte planmäßig im Juni 2009; Betreiberin des Parkhauses ist die OGM. Auf Grund der günstigen Zinslage war es der VZS bereits im Geschäftsjahr 2010 möglich, die zur Finanzierung der o. g. Baumaßnahmen erforderlichen Darlehen, deren Zinsbindung in den Jahren in den Jahren 2010 und 2011 ausgelaufen sind, zu im Vergleich zum Ursprungsdarlehen günstigeren Konditionen zu prolongieren. Basis für die damalige Entscheidung war die allgemeine Markteinschätzung, nach der das Zinsniveau ab dem 3. Quartal 2010 ansteigen werde. Darüber hinaus wurden 2011 keine weiteren Darlehen aufgenommen. Die Finanzierung aller anfallenden Schuldendienste ist über die Mieteinnahmen sichergestellt; die langfristigen Darlehen sind in voller Höhe über eine Bürgschaft der Stadt Oberhausen, eingetragene Grundschulden bzw. Abtretungserklärungen abgesichert. Zum Stichtag 31.12.2011 waren bei der VZS lediglich 2 Geschäftsführer beschäftigt; alle übrigen betriebsnotwendigen Leistungen wurden eingekauft. Der operative Geschäftsbetrieb der VZS bestand im Berichtszeitraum in der Vermietung des Technischen Rathauses sowie des Parkhauses am Eugen-zur-Nieden-Ring. Die Mieterlöse konnten im Berichtsjahr 2011 in der kalkulierten Höhe erzielt werden. Im Geschäftsjahr 2011 wurde ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 16 T€ erwirtschaftet. Ausschlaggebend hierfür war die Zahlung eines Nichtabnahmeentgeltes für ein im August 2011 auslaufendes Darlehen. Entgegen der Einschätzung zur Zinsentwicklung aus dem Jahr 2010 bestand für die VZS im Sommer 2011 durch die tatsächliche Marktentwicklung in der Eurozone die Möglichkeit, für ein vorzeitig zur Zinssicherung prolongiertes Darlehen Konditionen zu erzielen, welche unter denen des Jahres 2010 lagen. Der Barwert des hieraus resultierenden nominalen Zinsvorteiles für die Dauer der Zinsbindung liegt über der Höhe der gezahlten Vorfälligkeitsentschädigung, so dass die Belastung des Jahres 2011 durch verbesserte Ergebnisse in den Folgejahren überkompensiert wird und die Nichtabnahme wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Wirtschaftsplan sah für das Geschäftsjahr 2011 einen Überschuss in Höhe von 336 T€ vor, welcher unter Berücksichtigung der Vorfälligkeitsentschädigung nicht erreicht werden konnte. Bei Neutralisierung dieses Betrages ergibt sich ein operativer Jahresüberschuss in Höhe von 541 T€, was einer Verbesserung des operativen Planergebnisses um 205 T€ bzw. 61% entspräche. Hierbei machten sich insbesondere die vorgenannten Darlehensprolongationen zu günstigeren Konditionen auf Grund des allgemein niedrigen Zinsniveaus bemerkbar. Der Zinsaufwand wird durch planmäßige Tilgungsleistungen in Folgejahren weiter rückläufig sein. Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft gegenüber Kreditinstituten konnten im Berichtsjahr planmäßig um 1.204 T€ reduziert werden. -196- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Durch den Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2011 erhöht sich der Bilanzverlust auf nunmehr –2.654 T€. Das Eigenkapital der Gesellschaft ist aufgezehrt; zum 31.12.2011 ist ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag in Höhe von 839 T€ auszuweisen. Dieser ist im mehrjährigen Wirtschaftsplan der Gesellschaft berücksichtigt. Das Projekt "Technisches Rathaus Sterkrade" ist langfristig ausgerichtet. Bedingt durch anfänglich hohe Zinsaufwendungen und Abschreibungen entstanden der Gesellschaft in der ersten Phase kontinuierlich Verluste, die zu diesem nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag geführt haben. Ab dem Jahr 2012 werden auf Grund der sinkenden Zinslasten durch erfolgte Tilgungen Überschüsse erwartet, die dann zum weiteren Abbau des Fehlbetrages führen: Jahresergebnisse / Bilanzverlust der VZS GmbH in T€ + 1.500 + 1.051 + 500 + 140 IST 2005 - 500 IST 2006 IST 2007 IST 2008 IST 2009 IST 2010 IST 2011 Plan 2012 Plan 2013 Plan 2014 - 711 Plan 2015 Plan 2016 - 1.504 - 1.500 - 2.245 - 2.240 - 2.500 - 2.661 -2877 - 3.047 - 3.006 - 3.116 - 2.893 - 3.500 Eine Insolvenzantragspflicht ergibt sich auf Grund stiller Reserven im Grundbesitz, der Ausfallbürgschaft der Stadt Oberhausen, ausreichender Liquidität und einer positiven Fortbestehensprognose gemäß Bestätigung durch den Wirtschaftsprüfer jedoch nicht. Zukünftige Entwicklung Vorgänge von wesentlicher Bedeutung sind nach dem 31.12.2011 nicht eingetreten. Die Jahresergebnisse 2012 ff. werden auf Grund der o. g. Voraussetzungen (insbesondere durch die fortgesetzte Entschuldung und der damit einhergehenden Reduzierung des Zinsaufwandes) wiederum positiv ausfallen und entsprechen dem mehrjährigen Businessplan der Gesellschaft. Gemäß der mittelfristigen Planung werden die Bilanzverluste aus der ersten Projektphase durch die nunmehr dauerhaften Überschüsse sukzessive reduziert. Seit dem 01.01.2001 ist die OGM (ebenfalls eine 100%-Tochter der Stadt Oberhausen) langfristige Generalmieterin für den Gesamtkomplex "Technisches Rathaus Sterkrade". Per Vertrag übernimmt die OGM den Betrieb und die Verwaltung für das Gebäude, einschließlich Finanzierung und Abrechnung der Nebenkosten sowie der Unterhaltung von Dach und Fach. Die der VZS zufließenden Mieterträge dienen somit nach Abzug der Betriebskosten fast ausschließlich der Bedienung der Darlehen. Liquide Mittel zur Bedienung der Schuldendienste stehen der VZS in ausreichender Höhe zur Verfügung. Bedingt durch die Tilgungen sowie die o. g. günstige Prolongation eines Darlehens zur Finanzierung des Umbaus ergeben sich direkte positive Auswirkungen auf die zukünftigen Jahresergebnisse (Reduzierung Zinsaufwand). Risiken und Chancen der künftigen Entwicklung Wegen langfristiger Darlehensverträge mit festen Zinssätzen, langfristiger Mietverträge mit der OGM (und der Stadt für Teilflächen des Parkhauses) und langfristiger OGM-Betreiberverträge ergeben sich aus dem operativen Geschäft der -197- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Gesellschaft keine erkennbaren Risiken, zumal es sich bei der OGM ebenfalls um eine 100%-Tochter der Stadt Oberhausen handelt. Die aktuelle Inflationsrate führt dazu, dass bei konstanter Entwicklung Ende 2012 / Anfang 2013 die mietvertraglichen Regelungen zur Anpassung der Miethöhe greifen können; hierdurch wird die Einnahmesituation der Gesellschaft nachhaltig gestärkt. Weiterhin sind keine Änderungen rechtlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen absehbar, die einen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der VZS GmbH haben. Oberhausen, im Juli 2012 Maria Guthoff Horst Kalthoff -198- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Freizeit & Tourismus WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% Gasometer Oberhausen GmbH 100% Freizeit & Tourismus Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH 100% Luise-Albertz-Halle Tagungsund Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH 100% IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH 100% Revierpark Vonderort GmbH 25% -199- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -200- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% Gasometer Oberhausen GmbH 100% Freizeit & Tourismus Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH 100% Luise-Albertz-Halle Tagungsund Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH 100% IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH 100% Revierpark Vonderort GmbH 25% -201- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Gasometer Oberhausen GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 3 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/85037-30 0208/85037-33 info@gasometer.de http://www.gasometer.de/ GmbH 50,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 50,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Betrieb und Verwaltung des Gasometers. Wichtige Verträge WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH Mietvertrag Gasometer vom 17.12.2009/21.12.2009 Überlassungsvertrag Gasometer vom 17.10.1995/18.10.1995 Vertrag vom 25.10.1995 über den Betrieb und die Verwaltung des Gasometers b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführerin Schmitz, Jeanette Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Tsalastras, Apostolos -202- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 0,8 99,2 0,0 2011 % 1,3 96,8 1,9 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 19,88 2.368,81 0,21 T€ 33,72 2.581,38 51,53 T€ 55,72 2.562,36 0,48 Veränderungen % T€ 2,1 97,9 0,0 22,00 -19,02 -51,05 % 65,24 -0,74 -99,07 Bilanzsumme 2.388,89 100,00 2.666,62 100,00 2.618,56 100,00 -48,06 -1,80 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 2.050,60 186,96 151,32 % 85,8 7,8 6,3 T€ 2.202,36 98,70 346,05 19,52 % 82,6 3,7 13,0 0,7 T€ 2.391,41 47,16 179,98 % 91,3 1,8 6,9 T€ 189,05 -51,54 -166,07 % 8,58 -52,22 -47,99 -19,52 -100,00 Bilanzsumme 2.388,89 100,00 2.666,62 100,00 2.618,56 100,00 -48,06 -1,80 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 2.142,23 -6,56 512,62 1.506,94 361,50 9,46 536,06 7,99 242,32 74,86 15,71 151,75 609,18 760,93 2011 T€ 2.252,45 2,83 393,26 1.186,54 395,62 13,44 764,94 9,81 297,80 93,04 15,71 189,05 760,93 949,98 2.114,62 1,27 300,43 1.053,86 323,62 9,32 406,61 15,21 638,12 181,21 15,71 441,20 167,97 609,18 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 20,86 30,61 450,52 1.208,16 13,39 31.12.2010 7,08 10,53 161,21 1.324,14 13,65 31.12.2011 8,39 13,12 202,49 2.648,54 14,94 Angaben in % % T€ T€ % -203- Stadt Oberhausen dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 0,83 85,84 14,16 Beteiligungsbericht 2011 31.12.2010 1,26 82,59 17,41 31.12.2011 2,13 91,33 8,67 Angaben in % % % e) Lagebericht Im Mittelpunkt des Geschäftsjahres 2011 stand die von den Kuratoren Professor Peter Pachnicke und Wolfgang Volz entwickelte Ausstellung „Magische Orte“. Die Ausstellung ist die letzte Ausstellung einer Trilogie, die mit „Das Auge des Himmels“ begann und mit „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“ fortgeführt wurde. Der Fokus dieser Ausstellungsreihe liegt auf der Schönheit und Erhabenheit unserer Erde. Die Besucher begeben sich in „Magische Orte“ auf eine Weltreise zu den Natur- und Kulturmonumenten unseres Planeten. Viele der dargestellten Monumente gehören zum Welterbe der UNESCO. Folgerichtig konnte die Deutsche UNESCO als Kooperationspartner gewonnen werden. Die Produktionskosten der Ausstellung betrugen 952 000 €. TUI Deutschland finanzierte als Hauptsponsor 150 000 € des Produktionsbudgets, weitere 50 000 € wurden vom Klartextverlag als Zuschuss zum Katalog zur Verfügung gestellt. Bei den restlichen finanziellen Mitteln in Höhe von 752 000 € handelte es sich um Eigenmittel der Gasometer Oberhausen GmbH. Am 7. April 2011 wurde „Magische Orte“ eröffnet. Bis zum 30. Dezember 2011 besuchten 471 492 Besucher die Ausstellung. Die gute Besucherresonanz spiegelte sich auch in den Einnahmen der Gesellschaft wider: es wurden Eintrittsgelder in Höhe von 1 929 649 € erzielt; zusätzlich Einnahmen aus der Vermietung des Bookshops, der Gastronomie etc. in Höhe von 71 989,63 €. Da ein Teil der Produktionskosten für „Magische Orte“ bereits im Geschäftsjahr 2010 finanziert wurde, reichten die in 2011 erzielten Einnahmen aus, um alle weitere Kosten im Zusammenhang mit der Ausstellung und die Kosten der Gesellschaft zu decken. Es konnte ein Überschuss in Höhe von 189 052,96 € erwirtschaftet werden. Aufgrund des vergleichbar großen Erfolges von „Magische Orte“ mit der vorangegangenen Ausstellung „Sternstunden – Wunder des Sonnensystems“, wurde „Magische Orte“ bis zum 21.10.2012 verlängert. „Sternstunden“ wurde im zweiten Jahr ihrer Laufzeit intensiv von der Kulturhauptstadt beworben. Obwohl eine derartige Intensität der Bewerbung durch die Gasometer Oberhausen GmbH nicht finanziert werden kann, hofft die Geschäftsführerin doch auf 300 000 Besucher und hat den Wirtschaftsplan für das Geschäftsjahr 2012 dementsprechend verfasst. Im Berichtsjahr wurden Korrosionsschutzarbeiten am Aufzugsschacht und Reparaturen an den beiden Aufzügen durchgeführt. Die Kosten von insgesamt 132 403 € wurden vom RVR – wie vertraglich vereinbart – übernommen. Für das Geschäftsjahr 2012 sind weitere technische Maßnahmen geplant. Für 2013 plant die Gesellschaft eine neue Ausstellung. Christo, weltweit einer der bedeutendsten Künstler unserer Zeit, hat für den Gasometer das „Big Air Package“ entwickelt. Dabei handelt es sich um eine aufblasbare Skulptur, die den Innenraum des Gasometers nahezu komplett ausfüllen wird. Das Innere des Paketes kann vom Besucher betreten werden und garantiert ein außergewöhnliches Raumerlebnis. Im Unterscheiben-bereich ist eine Ausstellung über die wichtigsten Projekte des Künstlers vorgesehen. Die Kosten für das „Big Air Package“ wurden von Wolfang Volz, der im Auftrag von Christo für die Umsetzung verantwortlich ist, auf 1 400 000 € kalkuliert. Obwohl es sich um einen weltbekannten Künstler handelt, gestaltet sich die Sponsorensuche äußerst schwierig. Aus diesem Grund hat die Gesellschaft das Modell einer „Ausfallbürgschaft“ eingeführt: es werden Unternehmenspartner gesucht, die zunächst finanziell nicht in Anspruch genommen werden. Erst wenn die erwarteten und vereinbarten Besucherzahlen nicht erreicht werden können, zahlt das Unternehmen. Im besten Fall zahlt das Unternehmen gar nicht, erhält aber alle Leistungen für ein Sponsoringengagement. Dieses Finanzierungsmodell stößt bei Unternehmen auf Interesse und scheint auch für die Zukunft ein gangbarer Weg zu sein. Allerdings bedeutet dies auch, dass die Gasometer GmbH weiterhin die Finanzierung der Ausstellungen sicherstellen muss. Insofern gelten die im Wirtschaftsbericht 2010 aufgestellten Aussagen auch für die nächsten Jahre: Jede realisierte Ausstellung im Gasometer ist ein positives Aushängeschild für die Stadt Oberhausen. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation wird es jedoch in Zukunft nicht einfacher, Sponsoren zu finden, die durch ihre Unterstützung bei der Realisierung einer Ausstellung einen werblichen Effekt erwarten. Die Gesellschaft wird immer häufiger nur noch Ausstellungen durchführen können, wenn sie frei über ihre finanziellen Rücklagen verfügen und daraus Anschlussfinanzierungen für neue, große Ausstellungen leisten kann. Nur mit dem entwickelten Geschäftsmodell der Gasometer Oberhausen GmbH, in wirtschaftlich starken Zeiten Zuführungen zur Kapitalrücklage zu bilden, die dann in der schwächeren Periode als Puffer und für Anschubfinanzierungen für neue Ausstellungen dienen, kann der Gasometer langfristig betrieben werden. Oberhausen, 23.04.2012 Gasometer Oberhausen GmbH Jeanette Schmitz -204- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% Gasometer Oberhausen GmbH 100% Freizeit & Tourismus Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH 100% Luise-Albertz-Halle Tagungsund Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH 100% IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH 100% Revierpark Vonderort GmbH 25% -205- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 TMO Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 51 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax Fax e-Mail Internet 0208/82457-0 0208/8245711 0208/8245721 tourist-info@oberhausen.de http://www.tmo-oberhausen.de/ GmbH 50,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM Stadt Oberhausen 50,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Touristische Werbung für die Stadt Oberhausen und die Koordination von Tourismusangeboten innerhalb des Stadtgebietes sowie die Touristeninformation Wichtige Verträge Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Leistungsvertrag Projekt-TeamCity Verlustabdeckung der Gesellschaft nach § 4 des Gesellschaftsvertrags b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Koch, Burkhard Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Wehling, Klaus Aufsichtsrat: Vorsitzende stellv. Vorsitzende Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Albrecht-Mainz, Elia Schmidt, Georgis Antwerpen, Christina Boos, Regina Bruns, Klaus Gödderz, Sandra Jäntsch, Angelika Marx, Petra -206- Mitglied gem. § 113 GO Klunk, Peter Stadt Oberhausen Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Plitt-Vogt, Marlies Real, Ulrich Rubin, Dirk Stroh, Uly Muckel, Franz Beteiligungsbericht 2011 Prokura: Prokurist d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 3,0 96,2 0,7 2011 % 49,4 50,5 0,1 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 9,27 295,16 2,29 T€ 388,66 396,89 0,78 T€ 297,00 401,81 0,63 Veränderungen % T€ 42,5 57,4 0,1 -91,66 4,92 -0,15 % -23,58 1,24 -19,23 Bilanzsumme 306,72 100,00 786,33 100,00 699,44 100,00 -86,89 -11,05 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 55,64 56,85 55,93 138,30 % 18,1 18,5 18,2 45,1 T€ 56,40 375,73 83,35 165,04 105,81 % 7,2 47,8 10,6 21,0 13,5 T€ 51,75 285,75 94,65 192,42 74,86 % 7,4 40,9 13,5 27,5 10,7 T€ -4,65 -89,98 11,30 27,38 -30,95 % -8,24 -23,95 13,56 16,59 -29,25 Bilanzsumme 306,72 100,00 786,33 100,00 699,44 100,00 -86,89 -11,05 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 666,93 4,50 2011 T€ 653,95 -4,50 575,96 348,31 859,41 94,57 353,38 0,39 0,68 -430,55 0,00 -430,55 -397,51 -397,51 -430,55 1.015,84 240,47 795,31 594,90 2,55 191,48 0,21 0,20 -327,92 0,33 -328,25 -348,85 -348,85 -328,25 591,32 441,26 820,16 80,37 314,03 0,12 4,57 -397,51 -0,00 -397,51 -328,25 -328,25 -397,51 -207- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -32,31 -85,51 -325,70 89,74 47,35 31.12.2010 -59,60 -87,57 -317,14 70,15 64,95 31.12.2011 -65,84 -89,27 -335,97 53,28 70,13 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 2,50 18,14 81,86 31.12.2010 49,21 7,17 92,83 31.12.2011 42,26 7,40 92,60 Angaben in % % % e) Lagebericht A) Geschäftsverlauf einschließlich Geschäftsergebnis 2011 Die Entwicklung aller touristischen Aktivitäten am Standort Oberhausen ist auch im ersten Jahr nach der Kulturhauptstadt RUHR2010 sehr positiv. Zahlreiche neue Projekte haben sich im Jahr 2011 gut bis sehr gut entwickelt. Zunächst ist die Ausstellung „Magische Orte“ im Gasometer auf demselben Niveau erfolgreich gewesen, wie die Ausstellung „Sternstunden“. Das Theater Oberhausen ist für seine Produktionen mehrfach ausgezeichnet worden und die Nachfrage nach Theaterkarten bei Touristen und Tagesgästen entwickelt sich positiv. Zwei weitere Theaterproduktionen zogen ebenfalls hunderttausende Gäste nach Oberhausen. Dirty Dancing im Metronom Theater und Cats im Cats Theaterzelt wurden stark nachgefragt. Das Centro vermeldet zu den sowieso guten Besucherzahlen und an den verkaufsoffenen Sonntagen und auch zum Weihnachtsmarkt 2011 ausgezeichnete Besucherzahlen. Die Erweiterung des Centros nimmt konkrete Formen an. Mit einem beeindruckenden Richtfest wurde der zweite Bauabschnitt in die Wege geleitet. An der Marina gehen die Entwicklungen auch mit großen Schritten weiter. Dort wird eine neue Erlebnisausstellung „Top Secret“ im April 2012 die Türen für Besucher Oberhausens öffnen. Die Grundlagen hierfür wurden durch die TMO bereits im Geschäftsjahr 2011 gelegt. Die Übernachtungszahlen in Oberhausen und ebenso die Ankünfte konnten nochmals im Vergleich zu 2010 um ca. 15 % gesteigert werden. Im gleichen Maß nehmen die Zahlen der ausländischen Gästeankünfte zu. Also ein durchweg positives Resümee für die Stadt Oberhausen, für den Wirtschaftsfaktor Tourismus an diesem Standort und auch für die Arbeit der TMO. Nicht so positiv fällt die betriebswirtschaftliche Analyse für die TMO aus. Im Geschäftsjahr 2011 rechnet die Geschäftsführung mit einer „Punktlandung“. Das bedeutet, dass der erreichte Jahresfehlbetrag von (-) 430 T€ nur knapp durch den zugewiesenen Verlustausgleich und die Personalkostenkompensation erreicht werden kann. Nicht erst seit diesem Geschäftsjahr ist die finanzielle Ausstattung der Gesellschaft dünn. Die finanzielle Situation der Gesellschaft ist weiterhin sehr angespannt. Die Geschäftsführung kann deshalb folgende Kernaussagen für den Geschäftsverlauf des Wirtschaftsjahres 2011 treffen: Zur gesamten Gesellschaft : Als Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit werden (-) 430 TEUR erzielt. Erlöse und Erträge summieren sich auf 1.228 TEUR (-30TEUR zum VJ). Der Materialaufwand ist um 97 TEUR zum VJ auf 347 TEUR gesunken. -208- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Der Personalaufwand ist gestiegen. Gründe liegen in den tariflichen Erhöhungen, Krankheitsvertretungen, Aushilfslöhnen, sowie Rückstellungen für Urlaubs- und Überstunden. Offene Posten: ca. 9 TEUR ausstehende Forderungen gegenüber Geschäftspartnern, davon alleine 4 TEUR aus dem Oberhausner Weihnachtswald. B.) Lage des Unternehmens Im Wirtschaftsjahr 2011 wurde im Zuge der Verlagerung des Unternehmenssitzes von der Schwartzstraße 62 in die Essener Straße 51, 46047 Oberhausen der Dienstleister EVO mit der Wahrnehmung aller Aufgaben einer ordentlichen Finanz- und Lohnbuchhaltung durch die TMO beauftragt. Hintergrund ist die engere Vernetzung und Zusammenarbeit von Wirtschaftsförderung (WFO), Entwicklungsges. Neu-Oberhausen (ENO) und der TMO und die Nutzung von Synergien, sowie eines abgestimmten gemeinschaftlichen Außenauftritt für den Standort Oberhausen. Die Vergleichbarkeit der Einzelpositionen zu den Vorjahren ist somit nur bedingt aussagekräftig. Deshalb kann die Geschäftsführung über alle vier Handlungsfelder der TMO (Tourismus,RUHR.Visitorcenter,Citymarketing und –management,Stadtwerbung) folgende Thesen zur Beurteilung der Unternehmenslage treffen. Der Umzug der Gesellschaft und der engere Schulterschluss mit der WFO und der ENO waren ein wesentlicher Schritt zur Neuausrichtung der Gesellschaft, der Reorganisation aller drei Gesellschaften und die Optimierung der Entwicklung des Wirtschaftsfaktors Oberhausen. Für den Standort ist die Tourismusentwicklung von außerordentlicher Bedeutung, nicht nur als „guter Gastgeber“, sondern auch und insbesondere um die Potentiale für Unternehmensansiedlungen und die Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt deutlich darzustellen und Chancen zu eröffnen. Die Entwicklung des Wirtschaftsfaktors Tourismus ist im ersten Jahr nach der Kulturhauptstadt sehr positiv. Bei den Übernachtungen in Oberhausen konnte eine deutliche Steigerung auf 442.501 Übernachtungen (Quelle: Information und Technik NRW /Geschäftsbereich Statistik) verzeichnet werden. Zusätzlich haben ca. 11,5 Mio. Tagesgäste Oberhausen besucht. Das touristische Interesse an Oberhausen hat sich in den vergangenen 15 Jahren rasant entwickelt. Der Tourismus ist zu einem unschätzbar wertvollen Wirtschaftsfaktor für Oberhausen geworden. Von dieser positiven Entwicklung partizipiert die TMO. Die Beratung, Information und Betreuung der Gäste ist hierbei eine wesentliche Aufgabe der TMO. Die Gesellschaft nimmt hier eine hoheitliche Aufgabe für den einzigen Gesellschafter die Stadt Oberhausen wahr. Auch für Oberhausener Bürger steht die TMO mit ihrem umfangreichen Service (z.B. dem Verkauf von Veranstaltungstickets) zur Verfügung. Dennoch kann sich die TMO alleine aus touristischen Angeboten, Ticketverkäufen und dem Vertrieb von Merchandisingartikeln nicht selbstständig finanzieren. Die TMO übernimmt mehr und mehr die Rolle der „Spinne im Netz“. Netzwerke am Standort Oberhausen und in der Metropole Ruhr zwischen Unternehmern, touristischen Leistungsträgern, städtischen und privaten Kultureinrichtungen sind von immenser Bedeutung bei der Weiterentwicklung des Wirtschaftsfaktors. Um dieser Aufgabe zukünftig weiterhin und verstärkt gerecht werden zu können, sollte die Gesellschaft einen größeren finanziellen Spielraum erhalten. Sei es durch Kooperationen, strategischen Partnerschaften mit der Wirtschaft, Unterstützung durch den Gesellschafter Stadt Oberhausen und/oder durch die noch engere Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Den beiden touristischen Informationsstellen kommt hierbei eine ganz besondere Bedeutung zu. Die RUHR.Infolounge (RIL) am Hbf. und das RUHR.Visitorcenter (RVC) am CentrO sorgen für eine reibungslose und umfassende Information der Gäste an sechs bzw. sieben Öffnungstagen in der Woche. Die RIL konnte in dem abgelaufenden Wirtschaftsjahr einen verbesserten Beitrag zum Gesamtergebnis der TMO leisten. Besonders positiv ist auch die Entwicklung des RVC zu bewerten. Im ersten Jahr nach der Kulturhauptstadt haben sich über 35000 Kunden im RVC über die touristischen Angebote in Oberhausen und der Metropole Ruhr informiert. Die Einnahmen haben sich zum Kulturhauptstadtjahr verdoppelt. Nichtsdestotrotz sind die laufenden Betriebskosten erheblich. Die zur Verfügung stehenden Fördermittel reichen nicht vollständig aus , um den Betrieb (incl. Personalaufwand) sicherzustellen. Auch hier ist es zwingend notwendig die finanzielle Ausstattung zu optimieren um den Gesellschaftszweck „touristische Werbung und Koordination von touristischen Angeboten, sowie Touristeninformation“ dauerhaft sicherzustellen. Der Bereich der Stadtwerbung hat im wesentlich an der Erstellung von Publikationen im Zusammenhang des bestehenden Rahmenleistungsvertrages zwischen der Stadt Oberhausen und der TMO, der Entwicklung, Gestaltung und Produktion von touristischen Printprodukten, Plakaten und Messeauftritten, sowie an der Bewerbung von Veranstaltungen in der Innenstadt von Alt-Oberhausen gearbeitet. Hierbei konnten die Media-und Marketingkooperation und die daraus akquirierten Beiträge einen wesentlichen Beitrag an dem Geschäftsergebnisse der TMO leisten. -209- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Das Stadt-/ und Citymanagement ist wie in den vergangenen Jahren eine weitere wesentliche Säule des Geschäftsmodells der TMO. Schwerpunkt hierbei ist das Geschäftsstraßenmanagement. Gleichzeitig werden von dem Bereich der TMO wesentliche Veranstaltungsformate organisiert, betreut und abgewickelt. Ein besondere Bedeutung kommt hierbei dem Oberhausener Weihnachtswald zu. Zum einen ist dieser besonders wichtig um die Attraktivität der Innenstadt von Oberhausen zur Weihnachtszeit zu stärken, zum anderen bedeutet die Organisation immer auch eine erhebliche finanzielle Belastung mit großen Risiken, bei denen die TMO häufig vorher in finanzielle Verpflichtungen eintritt (wie z.B. die Bestellung von Weihnachtsbäumen ca. 6 Monate im Voraus). Dieser Bereich kann ebenso wie die anderen kaum einen positiven Beitrag zum Geschäftsergebnis der TMO leisten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir mit der Beteiligungsverwaltung Gespräche über das Leistungsspektrum des Rahmenleistungsvertrages geführt. Im Ergebnis hat der Gesellschafter die Eigenkapitaldotierung für das Geschäftsjahr 2011 von TEUR 398 um TEUR 28 erhöht. Fazit : Vor dem Hintergrund des dargestellten Geschäftsverlaufes, ist die finanzielle Situation der Gesellschaft weiterhin ernst und als schwierig einzuschätzen. Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Geschäftsführung davon aus, dass sich durch die stabilen bzw. gestiegenen Einnahmen in der RIL und im RVC weiter festigen, die finanziellen Aufwendungen aber höher als die Erlöse sind. Der Aufwand für den Weihnachtswald belastet die TMO auch im Geschäftsjahr ganz erheblich. Die Höhe der Kooperationen aus Projekten mit touristischen Leistungsträgern beträgt in 2011 ca. 81 T€ und konnte somit einen wesentlichen positiven Beitrag aus den Aktivitäten der Stadtwerbung zum Gesamtergebnis der TMO leisten. Zusammenfassend stellen sich die Vermögens-, Finanz- und Ertragslagen wie folgt da: Vermögenslage 31.12.2011 T€ 297 401 1 699 % 42,5% 57,4% 0,2% 100,0% 31.12.2010 T€ 389 397 1 787 Delta % 49,4% 50,4% 0,1% 100,0% T€ -92 4 0 -88 Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzugsposten Summe Aktiva Eigenkapital Sonderposten Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzugsposten Summe Passiva 52 286 95 191 75 699 7,2% 47,8% 10,5% 21,0% 13,5% 100,0% 57 376 83 165 106 787 7,2% 47,8% 10,5% 21,0% 13,5% 100,0% -5 -90 12 26 -31 -88 -210- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Finanzlage 2011 T€ -460 -4 426 -38 168 130 2010 T€ 54 -461 398 -9 177 168 Mittelzufluss/-abfluss aus der lfd. Geschäftstätigkeit Mittelzufluss/-abfluss aus der Investitionstätigkeit Mittelzufluss/-abfluss aus der Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes Finanzmittelbestand am 01. Januar Finanzmittelbestand am 31. Dezember Ertragslage 2011 T€ % 2010 T€ % Delta T€ Umsatzerlöse Bestandsveränderung sonstige betriebliche Erträge betriebliche Gesamtleistung Materialaufwand Rohergebnis Personalaufwand Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Steuern Betriebsaufwendungen Betriebsergebnis Finanzergebnis Ergebnis vor Steuern Steuern vom Einkommen und Ertrag Jahresüberschuss/-fehlbetrag 654 53,4% 667 52,9% -5 -0,4% 4 0,3% 577 47,0% 591 46,8% 1.226 100,0% 1.258 100,0% 348 28,4% 437 35,0% 878 71,6% 821 65,2% 859 70,1% 820 65,0% 95 354 0 1.655 -430 -1 -431 0 -431 7,8% 80 28,8% 314 0,0% 0 -135% 1.214 -35,0% -393 -0,1% -5 -35,1% -398 0,0% 0 -35,1% -398 6,3% 24,9% 0% 97% -31,1% 0% -32% 0% -32% -13 -9 -14 -36 -89 57 -39 15 40 0 441 -37 4 -33 0 -33 C) Voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft Das abgelaufene Geschäftsjahr 2011 macht erneut deutlich, dass der Wirkungskreis der TMO durch die geringe Finanzdecke sehr eingeschraenkt ist. Zukünftig wird sich nach derzeitiger Einschätzung der Geschäftsführung diese Situation nicht verändern. Deshalb ist die Fokussierung auf Kernbereiche in den einzelnen Handlungsfeldern unumgänglich. Eine klare Definition der Schwerpunkte ist notwendig. Überflüssiges muss weggelassen werden. Die Kostenstruktur analysiert und beobachtet werden. Die Weiterentwicklung der touristischen Destination spielt zukünftig eine wesentliche Rolle. Die Rolle der TMO wird hier sehr stark auf eine Vernetzung der lokalen Leistungsträger liegen. An der Entwicklung von touristischen Produkten wird sich die TMO genauso beteiligen, wie an der Stärkung des Geschäftsreissegmentes. Hierbei kommt dem Bereich Kongresse, Tagungen und Seminare zukünftig eine stärkere Bedeutung zu. Gemeinschaftlich und unter der Federführung der RTG (Ruhrgebietstourismus GmbH), sowie unter Beteiligung anderer Ruhrgebietskommunen beteiligt sich die TMO gemeinsam mit dem Oberhausener Kongresszentrum (LAH GmbH) an der Entwicklung und der besseren Wertschöpfung dieses Geschäftssegmentes. Hierbei soll das zur Kulturhauptstadt RUHR2010 geschaffene Besucherleitsystem aus RVC und RIL als Basis genutzt werden. Ausserdem wird es von enormer Wichtigkeit sein die Anzahl der Kooperationen mit Partnern aus der privaten Wirtschaft zu steigern und eine stärkere finanzielle Beteiligung zu erreichen. Die Aktivitäten im Bereich des Citymanagements müssen der Art ausgelegt werden, dass das finanzielle Risko der TMO deutlich geringer werden kann. -211- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die besten Aussichten auf Erfolg hat aber die Zusammenarbeit mit der WFO und der ENO an dem neuen Standort, dem "Haus der Wirtschaftsförderung" an der Essener Strasse. Die Synergien müssen noch stärker identifiziert und genutzt werden. Eine teilweise Bündelung der Budgets kann zu einer finanziellen Entlastung führen. Deshalb schätzt die Geschäftsführung die derzeitge Situation der Gesellschaft durchaus positiv ein. Bei einer klaren strategischen Ausrichtung und einer Profilierung und Schwerpunktsetzung kann die Gesellschaft weiterhin erfolgreich sein. Allerdings bleibt die finanzielle Ausstattung sehr ernst und kann zum Beispiel bei einer sich wieder verschlechternden allgemeinen Wirtschaftslage und einer höheren Kundenzurückhaltung die Gesellschaft in ihrem Bestand gefährden. Insbesondere der Maßnahmenkatalog zur Haushaltskonsolidierung des Gesamthaushaltes der Stadt Oberhausen kann erhebliche Auswirkungen auf den Wirkungsbereich und die Handlungsfähigkeit der Gesellschaft haben.. Daher erwarten wir für 2011 einen Jahresfehlbetrag auf Basis des abgelaufenen Geschäftsjahres. Allerdings ist aufgrund der vorgenannten Faktoren auch ein höherer Verlust als der des abgelaufenen Geschäftsjahres denkbar. Aufgrund der anhaltenden, außergewöhnlich hohen Unsicherheit in der Bevölkerung können für 2012 und 2013 keine verlässlichen Verkaufsprognosen abgegeben werden. Daher kann die Geschäftsführung keine konkreten, detaillierten Aussagen zur voraussichtlichen wirtschaftlichen Entwicklung der Gesellschaft für die Geschäftsjahre 2012 und 2013 abgeben. Allerdings erscheinen Jahresergebnisse für 2012 und 2013, auf Basis des Ergebnisses für 2011 realistisch. Die Geschäftsführung weist bei zukunftsbezogenen Aussagen darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Erwartungen über die voraussichtliche Entwicklung abweichen können. D) Berichterstattung über Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Das Geschäftsjahr 2011 hat gezeigt, dass der Gedanke der Kulturhauptstadt RUHR2010 von grosser Nachhaltigkeit geprägt ist. Die "Marke" Metropole Ruhr hat sich als Destination für Städtereisen etabliert und nutzt weiterhin seine Chancen. Diese durchweg positive Entwicklung ist gleichzeitig Chance und Herausforderung fuer alle Handlungsfelder der TMO. Für den Wirtschaftsfaktor Tourismus besteht die Chance darin, zusammen mit den lokalen privaten und kommunalen Leistungsträgern das Profil der Stadt Oberhausen und das Angebot des Ruhrgebietes zu nutzen. Schwerpunkt ist hier die Alleinstellung der Industriekultur. Die Neue Mitte Oberhausen steht weiterhin mit den Freizeitschwerpunkten Shopping und Entertainment im Fokus. Neben der Neuen Mitte entwickelt sich die Innenstadt von Alt-Oberhausen zu einem touristisch interessanten Treffpunkt. Die Eröffnung des Bert Brecht Quartiers, die Erfolgsgeschichte der Kurzfilmtage, wie auch Auszeichnungen des Oberhausener Theaters tragen unterstuetzend dazu bei. Die Aufgabe die der TMO dabei zukommt, ist die Vernetzung aller Beteiligten. Neben der Information in RIL und RVC, müssen die Werkzeuge der Stadtwerbung genutzt werden. Das Stadt- und Citymanagement wird dabei zum einen das Geschäftsstraßenmanagment und zum anderen die internen, wie externen Events nutzen müssen, um die Attraktivität der Innenstadt von Alt-Oberhausen weiter auszubauen. Die Risiken fuer die TMO bestehen auch nach wie vor in der dünnen Finanzdecke. Die finanzielle Ausstattung macht die Konzentration auf klare Projekte notwendig. Nicht beeinflussbare Faktoren , wie zum Beispiel, der Spielplan von kulturellen Angeboten tragen dazu bei, dass die Geschäftsführung kaum eine Prognose über die Umsätze aus Ticketverkäufen in Touristinformationen treffen kann. Entscheidend für die TMO wird auch sein, wie sich die finanzielle Situation der Stadt Oberhausen entwickeln wird. Der Handlungsspielraum für die TMO hängt unmittelbar vom Haushaltskonsolidierungsprozess, -beitrag der Stadt, als alleinigen Gesellschafter ab. Der Handlungsspielraum für die TMO bleibt somit erneut eng. Hieraus können sich entwicklungsbeeinträchtigende Risiken ergeben, die auch die Existenz des Unternehmens gefährden können. Um so wichtiger ist, dass der bereits in 2011 angeschobene Prozess, die Wirtschaftsförderung (WFO/ENO) und die TMO noch enger zuverzahnen, konsequent weiter fortgeführt wird. Dies wird weiterhin eine der Querschnittsaufgaben der Geschäftsführung sein. Chancen bestehen auch in der engeren Zusammenarbeit zwischen der lokalen Messe-und Kongressgesellschaft (LAH GmbH) und der TMO in der Entwicklung des M.I.C.E. Geschäftsfeldes. Somit gilt weiterhin, dass die TMO die Chancen des Standortes konsequent nutzen muss, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung stärkt und eine permanente und kontinuierliche Liquditätssteuerung und ein Cashmanagment betreibt. Nur so kann die TMO zukünftig erfolgreich sein und ihren Bestand sichern Oberhausen, am 07. Mai 2012 Burkhard Koch -212- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% Gasometer Oberhausen GmbH 100% Freizeit & Tourismus Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH 100% Luise-Albertz-Halle Tagungsund Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH 100% IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH 100% Revierpark Vonderort GmbH 25% -213- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Düppelstraße 1 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208 / 859080 0208 / 8590811 Info@kongresszentrum-oberhausen.de http://www.luise-albertz-halle.de/ GmbH 500,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM Stadt Oberhausen 500,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Verwaltung und der Betrieb der Luise-Albertz-Halle Oberhausen. Die Luise-Albertz-Halle ist eine öffentliche Einrichtung im Sinne des § 8 GO: NW. Sie dient als Veranstaltungs- und Tagungszentrum sowie als Erholungs-, Versammlungs-, Kultur- und Bildungsstätte und steht allen Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zu diesen Zwecken zu Benutzung offen. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Rechtsgeschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftszweck unmittelbar geöfrdert werden kann. Die Gesellschaft kann den die Luise-Albertz-Halle betreffenden Grundbesitz erwerben, verwalten und veräuißern. Die Gesellschaft kann sich zur Förderung ihres Unternehmenszwecks an anderen Gesellschaften beteiligen. Wichtige Verträge Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand GmbH Elektrolux Financial Services GmbH Mietkaufvertrag Großenkücheneinrichtung vom 01.10.2008. Mietkaufvertrag zur Finanzierung der neuen Großkücheneinrichtung vom 02.12.1999. Dieser Vertrag wurde im Jahr 2008 durch die Deutsche Leasing für Sparkassen und Mittelstand GmbH abgelöst. Vertrag über Einrichtung, Betrieb, Wartung und Überlassung von technischen Anlagen Pachtvertrag vom 26.03.1999 Dienstleistungsvertrag (insbesondere Gebäudeinnen- und Fensterreinigung sowie Transportarbeiten), Vertragsbeginn 21.12.2007 (ehem. Vertrag mit WBO) Grundstücksübertragungsvertrag vom 08.02.1999 Verlustausgleichsvertrag zwischen der Stadt Oberhausen und LuiseAlbertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH vom 08.02.1999 Leasingvertrag Klimaanlage vom Juli 2006. evo Energieversorgung Oberhausen AG Hubert Imhoff GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadtsparkasse Oberhausen -214- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Raith, Jörn Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Tsalastras, Apostolos Aufsichtsrat: Vorsitzende stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Jäntsch, Angelika Broß, Klaus Dieter Bongers, Sonja Gödderz, Sandra Köhler, Hans-Jürgen Bongers, Sonja Pascheberg, René Mitglied gem. § 113 GO Guthoff, Maria d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 0,4 80,2 3,4 1,5 14,5 6.489,93 178,59 93,08 1.284,78 80,7 2,2 1,2 16,0 6.271,84 89,45 56,87 1.360,81 80,6 1,1 0,7 17,5 2011 % T€ Aktiva Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag T€ 30,63 6.711,67 280,53 126,19 1.216,02 T€ Veränderungen % T€ 0,00 -218,09 -89,14 -36,21 76,03 % -3,36 -49,91 -38,90 5,92 Bilanzsumme 8.365,04 100,00 8.046,38 100,00 7.778,96 100,00 -267,42 -3,32 Passiva Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 44,70 8.320,34 % 0,5 99,5 T€ 48,62 7.997,76 % 0,6 99,4 T€ 62,57 7.716,39 % 0,8 99,2 T€ 13,95 -281,37 % 28,69 -3,52 Bilanzsumme 8.365,04 100,00 8.046,38 100,00 7.778,96 100,00 -267,42 -3,32 -215- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Erträge aus Verlustübernahmen Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 914,09 2011 T€ 859,21 923,54 29,25 16,42 712,24 431,17 309,68 276,73 0,19 401,90 -1.162,30 5,20 664,58 430,45 318,12 316,97 2,84 358,04 -1.166,02 3,07 -3,07 17,50 667,15 453,66 305,69 273,31 0,56 353,83 -1.176,35 0,00 60,56 1.175,98 -46,89 -46,89 -0,01 75,65 1.175,98 -68,76 -68,76 75,65 1.175,98 -76,02 -76,02 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -132,41 -2.608,10 -913,19 88,11 44,49 31.12.2010 -136,17 -1.810,27 -926,62 114,91 46,82 31.12.2011 -145,72 -1.646,84 -946,31 87,67 51,75 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 80,23 0,00 100,00 31.12.2010 80,13 0,00 100,00 31.12.2011 80,09 0,00 100,00 Angaben in % % % e) Lagebericht A. Berichterstattung zum öffentlichen Zweck und zur Zweckerreichung Die Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH ist im Jahre 1962 gegründet worden. Alleinige Gesellschafterin ist die Stadt Oberhausen. Gegenstand des Unternehmens ist es, die für Tagungs-, Kongress-, Veranstaltungs-, Kultur- und Bildungszwecke in den Jahren 1999/2000 umgebaute Luise-Albertz-Halle zu bewirtschaften. Darüber hinaus darf sich die Gesellschaft an Unternehmen gleicher oder ähnlicher Art beteiligen und alles tun, was dem Zweck der Gesellschaft förderlich ist. Mit dieser Aufgabenstellung erfüllt die Gesellschaft in ihrer fast 50-jährigen Entwicklung Aufgaben im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge gemäß § 107 Abs. 2 Gemeindeordnung NRW (nichtwirtschaftliche Betätigung). Der Zwecksetzung entsprechend dem Gesellschaftsvertrag ist die Gesellschaft in allen Geschäftsfeldern nachgekommen. -216- Stadt Oberhausen B. Gesamtwirtschaftliches Umfeld und Geschäftsverlauf Beteiligungsbericht 2011 Das wirtschaftliche Umfeld der LAH war 2011 beeinflusst durch die Nachwirkung der Wirtschaftskrise, die sich entgegen der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung noch negativ in der Veranstaltungsbranche zeigte. Geprägt war dieses Jahr auch durch die öffentliche Diskussion in den Medien über die mögliche Zukunft der LAH, die bei den Veranstaltern zu Irritationen führte und sich in Nicht-Anbuchungen im 2.Halbjahr niederschlug. Darüber hinaus fand sich der Veranstaltungsmarkt im Ruhrgebiet im Jahr eins nach der Kulturhauptstadt „Ruhr 2010“ in der Situation wieder, dass sich die Veranstalter verstärkt in Richtung anderer Regionen orientierten, weil mit der omnipräsenten Kulturhauptstadt eine Art Ruhrgebietsüberflutung / -übersättigung einherging. Diese schwierige Situation wird noch dadurch verstärkt, dass der Betrieb eines bundesdeutschen, kommunalen Veranstaltungshauses erst durch die finanzielle Hilfe der Kommune ermöglicht wird, da ein kostendeckender Betrieb der Veranstaltungshäuser im Regelfall nicht möglich ist. Da die finanzielle Ausstattung der LAH aufgrund der schwierigen Haushaltslage der Stadt Oberhausen im interkommunalen Vergleich deutlich unterdurchschnittlich ist, verschärft sich die wirtschaftliche Situation gegenüber der Branche noch mal deutlich. Wesentliche Erfolgsfaktoren für heutige Veranstaltungsdestinationen sind ein professionelles Management, eine gute Erreichbarkeit und Leistungen gebündelt aus nur einer Hand. Bestätigung finden diese Maximen in den laufenden Branchen-Umfragen des deutschen Kongressfachverbandes degefest und dem Europäischen Verband der Veranstaltungszentren (EVVC). Gute Erreichbarkeit, eine ausreichende Anzahl Parkplätze und eine professionelle Betreuung sind nach wie vor die herausragenden Anforderungen der Tagungskunden an Tagungsstätten. Dies bestätigt wiederum das Ergebnis der jüngsten Trendanalyse „Kundenerwartung 2012“ des degefest, des Verbandes der Kongress- und Seminarwirtschaft. Der Veranstaltungs-Markt ist immer schnelllebiger; die Anbuchungszeiten verkürzen sich weiterhin. Kunden an das eigene Haus zu binden, bedeutet zunehmend, schnell und sehr flexibel auf alle Wünsche eingehen zu können. Das alles passiert auch vor dem Hintergrund eines – insbesondere im Ballungszentrum Ruhrgebiet – weitestgehend gesättigten Angebots an Veranstaltungsflächen. Diesen schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begegnet die LAH mit ihrem Qualitätsmanagement-System nach ISO 9001:2008, das auf die „Akquise, Beratung, Planung und Durchführung von Veranstaltungen“ ausgerichtet ist. In 2011 ist das QM-System einer erfolgreichen Neuzertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft zur Qualifizierung von Management-System (DQS), Frankfurt unterzogen worden. Erstmalig wurden bei dieser Zertifizierung die „Akquise“ und das „Bespielen dritter Veranstaltungsstätten in Oberhausen“ berücksichtigt. Das ausgeklügelte und in der Branche einmalige Customer Relationship Managementsystem (CRM) der LAH, ein unternehmensweit integriertes Führungs- und Organisationsprinzip, welches alle Aktivitäten, Maßnahmen und Instrumente umfasst, die auf eine verbesserte Kundenorientierung und Kundenzufriedenheit ausgerichtet ist, unterstützt dabei die Kundenbindung. Im Rahmen dieses CRM werden alle Veranstalter-Kontakte dokumentiert (in 2011 über 4.300; siehe auch „C/d. – Kennzahlen“) und ausgewertet. Mit der erfolgreichen Bespielung weiterer Veranstaltungsstätten (LVR-Industriemuseum „RIM“; TZU; Zentrum Altenberg) trägt die LAH dem Wunsch der Veranstalter Rechnung, insbesondere auch im gastronomischen Umfeld auf Alternativen setzen zu können. Da die LAH mit nur wenigen Mitarbeitern im eigenen Haus agiert, muss sich das Unternehmen auf seine umfangreichen Dienstleister verlassen können, die dafür sorgen, dass die Veranstaltungen reibungslos stattfinden können. Mit vielen Dienstleistern unterhält die LAH feste Rahmenabkommen, um die Kommunikationswege zu verkürzen und preisliche Vorteile zu erzielen. Die eigenen Personalkosten werden dadurch erheblich reduziert. Durch dieses ´Outsourcing´ konzentriert sich die Gesellschaft auf ihre eigene Kernkompetenz. Zur Kompensation fehlender Marketing-Gelder setzt das Management konsequent auf PR-Maßnahmen, auf die Aussendung informativer Newsletter sowie auf Internet-Aktivitäten. So hat die Gesellschaft in 2011 fünf Newsletter verschickt, die mit steigender Tendenz durchschnittlich 3.000 potentielle Veranstalter in gesamt Deutschland erreicht haben. Mit dem Fachverband für die Kongress- und Seminarwirtschaft (degefest) im eigenen Haus hat die LAH zudem die Nähe zur Veranstaltungswirtschaft (MICE – Meetings, Incentives, Conferences, Events) hergestellt. Der in 2010 gestartete neue Internet-Auftritt hat in 2011 rd. 40.000 Besucher mit über 740.000 Hits angelockt. Gleichwohl darf nicht vergessen werden, dass mit diesen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen fehlende MarketingGelder nicht vollständig kompensiert werden können. Alle diese Maßnahmen führten in 2011 dazu, dass die LAH im Veranstaltungsbereich das Niveau der Vorjahre sowohl im Bereich der Veranstaltungsdichte als auch inhaltlich nicht ganz halten konnte. Gleichwohl hat die LAH auch in 2011 über die Veranstaltungen Wirtschaftsförderung via Umwegrentabilität ausgelöst. Der Begriff Umwegrentabilität umschreibt den sekundär erwirtschafteten Verdienst, den ein Veranstaltungshaus neben dem eigenen initiiert. So beziehen sich ihre wirtschaftlichen Auswirkungen einerseits auf die Kongress- und Tagungsstätten selbst, und andererseits auf die angrenzenden Industriezweige am Tagungsort. Bis zu 30 Dienstleistungen werden zwischenzeitlich von externen Unternehmen erbracht, die zu 90% aus Oberhausen kommen. Dabei partizipiert die LAH analog einer Agentur an den verkauften und gebündelten Leistungen. -217- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die Umsatzerlöse des Jahres 2011 sind durch nachfolgende Einflüsse gekennzeichnet: Show-Veranstaltungen Die Umsatzerlöse aus den Show-Veranstaltungen 2011 haben sich gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt, sind jedoch noch nicht auf dem Niveau früherer Jahre. Kongress- und Seminar-Veranstaltungen (MICE) Die Kongress- und Seminarveranstaltungen haben auch in 2011 in besonderem Maße zum wirtschaftlichen Erfolg der Veranstaltungen beigetragen. Exemplarisch hervorzuheben sind MICE-Veranstaltungen folgender Organisationen: DB Schenker; Bundeseisenbahnvermögen; DB Bau, 10 Abiturbälle von Gymnasien aus OB, MH, E und DU; Siemens; BKK gesamt; Eurobaustoff; Bundesverband der Holzindustrie. Darüber hinaus Fachkongresse und –Veranstaltungen im medizinischen Bereich. Seit Jahren verlässliche Partner: IHK; Deutsche Post; Steuerberaterverband; Deutsche Bank; Krankenkassen; Strabag; ver.di; Landessportbund NRW. Mit der Uni Essen/Duisburg konnte in 2011 ein neuer Veranstalter an die LAH gebunden werden, der mehrfach den Saal Berlin für Prüfungsveranstaltungen gebucht hat. Bildungszentrums-Veranstaltungen (neu) Die LAH übernimmt zunehmend auch die Aufgaben eines Bildungszentrums. In Bildungszentren findet vorzugsweise berufliche Fort- und Weiterbildung statt. Diese „Veranstaltungen“ haben in der Regel seriellen Charakter und finden an festen Tagen - meist über mehrere Wochen hinweg - statt. Mit diesen „Veranstaltungen“ erhöht die LAH ihre Auslastung, nutzt vorhandene Ressourcen und erwirtschaftet damit zusätzliche Deckungsbeiträge. Exemplarisch hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Organisationen Still Academy, VWA und Siemens. Traditions-Veranstaltungen Die Einnahmen aus den Traditionsveranstaltungen haben sich in 2011 um ca. 20% gegenüber Vorjahr erhöht. Die Gründe hierfür sind zum einen leicht gestiegene Umsatzerlöse bei den traditionellen wiederkehrenden Veranstaltungen (Karneval, Gesang, Weihnachtsfeiern etc.). Darüber hinaus konnten zusätzliche Veranstaltungen akquiriert werden, die in den Vorjahren nicht stattgefunden haben. Weiter ausgebaut wurden die Diversifikations-Maßnahmen: das Bespielen dritter Veranstaltungsstätten. Dabei mietet die LAH Veranstaltungsflächen in Oberhausen an und bespielt sie mit ihren Spezialistenteams. Während die LAH in den Vorjahren diese Veranstaltungsstätten nur dann angemietet hat, wenn das eigene Haus mit Veranstaltungen besetzt war, begannen in 2006 erste Aktivitäten, dritte Häuser auch dann den Kunden anzubieten, wenn auch das eigene Haus noch nicht belegt war. Damit entsprach die LAH den besonderen Kundenwünschen – insbesondere auch im Bereich der gastronomischen Veranstaltungen. In diesem Umsatzsegment wurden in 2011 auch durch umfangreiche Vermarktungsmaßnahmen zusätzliche Umsätze generiert werden. Die notwendigen Ressourcen sind bereits geschaffen. Diese Aspekte der zusätzlichen Bespielung von fremden Veranstaltungshäusern zeigen deutlich, dass das LAH-Team mit dem vorhandenen Know-how und Fachwissen gute Gründe für diese Diversifikations-Maßnahmen mitbringt. C. Lage des Unternehmens Die unter Teil B. geschilderten Entwicklungen und Umstände haben sich im Zahlenwerk der Gesellschaft wie folgt ausgewirkt: a. Ertragslage Die LAH hat im Jahr 2011 inklusive der Pacht- und Nebenkosteneinnahmen Umsatzerlöse von 859 T€ erbracht und liegt damit um 55T€ unter dem Vorjahrswert (914). Der Kernmarkt für die Kongress- und Seminarwirtschaft fand von März bis Mai und von September bis November statt; die Traditionsveranstaltungen (Sinfonie, Gesang, Karneval, Abiturbälle etc.) bestätigten ihre Veranstaltungszeiten analog zu den Vorjahren in den Monaten Januar, Februar, Juni, November und Dezember. Das Preisniveau konnte durch eine im Wettbewerb gut platzierte Preispolitik von der LAH gehalten werden. Die Ursachen für die Umsatz-Mindereinnahmen sind oben im Abschnitt B geschildert. Aufgrund der weiterhin sehr intensiveren Marktbearbeitung (CRM, Akquise) konnten die Erlöse auf dem im Verhältnis zur Branche guten Niveau erzielt werden. -218- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Für das neue Geschäftsjahr 2012 liegen an fixen Buchungen (Erlöse) bereits über 460 T€ vor: Der Waren-/Leistungseinsatz (667 T€) ist gegenüber dem Vorjahreswert (665 T€) nahezu unverändert.. Der Personalaufwand liegt um 24 T€ über dem Vorjahreswert von 430 T€. Die Abschreibungen auf Sachanlagen (225 T€) liegen wesentlich (15,7%) unter denen des Vorjahres und entfallen im Wesentlichen auf die Immobilie. Wesentliche Neuinvestitionen wurden nicht vorgenommen. Abschreibungen auf Forderungen, die das übliche Maß überstiegen haben, betrugen 80 T€ In den Jahren 2008-2010 haben wir Forderungsabschreibungen oder Wertberichtigungen von durchschnittlich 40 T€ vorgenommen und lagen damit bzgl. der Quote im Verhältnis zum Umsatz unter dem Branchendurchschnitt. Der erhöhte Abschreibungsbetrag in 2011 entspricht in etwa dem Veranstaltungsmarkt. Veranstaltungshäuser sind aufgrund der Vielschichtigkeit der veranstaltenden Kunden üblicherweise von erheblichen Forderungsausfällen betroffen. Sicherheitsleistungen, Vorkasse oder ähnliche Risiko mildernde Vereinbarungen lassen sich nicht immer durchsetzen. Zum Bilanzstichtag 31.12.2011 haben wir sämtliche zweifelhaften Forderungen abgeschrieben. Die Beitreibung wird gleichwohl in fast allen Fällen weiterhin anwaltlich durchgeführt. Für das Folgejahr bedeutet dieses stringente Buchungsverhalten eine nachhaltige Reduzierung des Wertansatzrisikos und bietet darüber hinaus die Chance, bei Zahlungseingang abgeschriebene Forderungen als außerordentliche Erlöse zu verbuchen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 317 T€ in 2010 auf 274 T€ in 2011 gesunken und liegen damit wieder auf dem Niveau von 2009. Im Vorjahr war der hohe Wert im Wesentlichen durch erhöhten Rechts- und Beratungskosten beeinflußt. Der Zinsaufwand betrug 354 T€ in 2011 nach 358 T€ in 2010. Positiv hier zu beigetragen haben die durch planmäßige Tilgungen um 314 T€ reduzierten langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und des Mietkauf der Großküche. Allerdings musste der Kontokorrentkredit um 40 T€ höher als 2010 in Anspruch genommen werden. Dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von -1.176 T€ steht ein Vorjahreswert von -1.166 T€ gegenüber. Grundsteuern von 76T€ reduzieren die jeweiligen Jahresergebnisse. Nach deren Abzug und Berücksichtigung des festgeschriebenen Verlustübernahmebetrages der Stadt Oberhausen von 1.176 T€ ergibt sich für 2011 ein Jahresfehlbetrag von 76 T€ gegenüber einem Fehlbetrag von 69T€ in 2010. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass insbesondere durch die hohen außerordentlichen Abschreibungen auf Forderungen das Ergebnis mit 80 T€ belastet ist. Ohne diesen Sondereinfluss läge das Jahresergebnis bei +4 T€. 31.12.2011 Euro / Wert 31.12.2010 Euro / Wert Veränderung zum Vorjahr Kennzahlen zur Rentabilität Jahresfehlbetrag + Fremdkapitalzinsen + EE-Steuern x 100 Gesamtkapital 277.800,78 6.418.159,33 289.270,10 6.761.596,65 4,28 -11.469,32 -343.437,32 -0,05 Gesamtkapitalrentabilität vor Zinsen und Steuern in % 4,33 Der Jahresfehlbetrag beinhaltet den Zuschuss des Gesellschafters. b. Finanzlage Das langfristige Anlagevermögen ist durch langfristige Darlehen bei der Stadtsparkasse Oberhausen und der KFW finanziert. Der laufende Finanzbedarf ist durch einen Kontokorrentkredit gewährleistet, dessen Höhe fortlaufend eng mit der Stadtsparkasse Oberhausen abgestimmt wird. Zusätzlich verbessert sich die Sicherheitenstellung durch die planmäßigen Darlehenstilgungen. -219- Stadt Oberhausen c. Vermögenslage Beteiligungsbericht 2011 Der wesentliche Vermögensposten der LAH ist das Kongress- und Veranstaltungsgebäude und die dazu gehörigen Außenanlagen mit einem Buchwert von 6.220 T€ zum Bilanzstichtag. Dem stehen korrespondierende langfristige Darlehen in Höhe von 6.199 T€ gegenüber. Der Verkehrswert beträgt nach einem aktuellen Gutachten nach Ertragswerten ca. 7.500 T€. Im Sachwertverfahren beträgt der Wert ca. 12,2 Mio. Euro. Die übrigen Posten des Anlagevermögens sind ebenfalls kreditfinanziert. Die jeweilige Laufzeit der Darlehen entspricht der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer der Wirtschaftsgüter. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag ist durch stille Reserven des Anlagevermögens gedeckt. Geschäftsjahr Wert Vorjahr Wert Kennzahlen zur Vermögens- und Kapitalstruktur Anlagevermögen x 100 Gesamtvermögen 6.271.843,00 6.418.159,33 6.489.925,89 6.761.596,65 95,98 Anlagenintensität in % Kennzahlen zur Finanz- und Liquiditätsstruktur Fremdkapital - Flüssige Mittel 97,72 7.778.964,48 12.544,18 8.046.377,07 6.248,87 8.040.128,20 Nettoverschuldung 7.766.420,30 d. Nicht finanzielle Faktoren Kongresshäuser wie die Luise-Albertz-Halle müssen heutzutage als „Agentur“ für Dienstleistungen rund um den Gast agieren, um den Wettbewerb auf Abstand zu halten. Ständige Erfolgskontrollen in Form von Kundenzufriedenheitsabfragen bestätigen die Qualität der Mitarbeiter in allen Bereichen. Dieser Feedback-Mechanismus wird von der LAH genutzt, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Unternehmen aufrecht zu erhalten. Die Kundenzufriedenheit dient als Indikator für die Qualität – eingebunden in die ISO 9001:2008 - von Kundenbindungsmaßnahmen und Qualitätsmanagement und wird in der Luise-Albertz-Halle durch persönliche Interviews durch die Mitarbeiter im Event-Management zeitnah nach einer Veranstaltung ermittelt. Im Überblick ergibt sich folgende Auswertung (Kennzahlen): Sales-Management: Betreuung Sales-Management: Erwartungserfüllung Event-Management: Fachkompetenz Event-Management: Zeitnahe Bearbeitung der Kundenwünsche Operation-Management: Flexibilität/Erfüllg.v.Sonderwünschen Operation-Management: Freundlichkeit der Mitarbeiter Gastronomie*: Erwartungserfüllung Gastronomie*: Preis-/Leistungsverhältnis Werte über alles / Gesamtbewertung * Incl. externe Gastronomie – 2011 verstärkt außerhaus (Diversifikation) Die Bewertungszahlen: 1 Punkt: Mangelhaft 2 Punkte: Ausreichend 3 Punkte: Befriedigend 4 Punkte: Gut 5 Punkte: Sehr gut 6 Punkte: „Ich bin begeistert.“ Gemessen wird die Kundenzufriedenheit in 8 Bereichen / 46 Unterpunkten. 2010 5,3 5.3 5.3 5.5 5.3 5.5 4.6 4.2 5.1 2011 5,6 5,4 5,5 5,8 5,5 5,5 5,2 4,2 5,3 -220- Stadt Oberhausen e. Zusammenfassende Beurteilung der Lage der Gesellschaft Beteiligungsbericht 2011 Die Gesellschaft erwirtschaftet weiterhin keine ausreichenden finanziellen Mittel aus der üblichen Geschäftstätigkeit, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Insbesondere die finanzielle Belastung aus der Immobilie ist ein wesentlicher Grund für die Deckungslücke. Zum Ausgleich der Liquiditätslücke gewährt der Gesellschafter einen Verlustausgleichsbeitrag in max. Höhe von 1.176 T€. Unter Ausschöpfung des Kreditrahmens war die Gesellschaft im Jahr 2011, trotz der gegebenen wirtschaftlichen Umstände, in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die Gesellschaft ist zum 31.12.2011 so aufgestellt, dass die Positionierung gegenüber dem Wettbewerb zumindest gehalten werden kann. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen sind so geschaffen, dass unter Beibehaltung des Zuschusses des Gesellschafters in gleich bleibender Höhe und bei Eintritt der prognostizierten Umsätze, eine Fortführung der Gesellschaft möglich erscheint. Allerdings besteht aufgrund des fehlenden Eigenkapitals eine hohe Abhängigkeit von der Darlehensgewährung der finanzierenden Banken. D. Ereignisse nach dem Stichtag Der bisherige Geschäftsführer hat mit Wirkung zum 15.02.2012 seine ausschließliche Tätigkeit für die Gesellschaft beendet. Gleichwohl ist er bis zum 31.05.2012 als Geschäftsführer tätig und begleitet das Unternehmen vergütungsfrei. Nach einen erarbeiteten Nachfolgekonzept soll ab dem 01.06.2012 ein bisher bereits im kommunalen Veranstaltungs-, Tourismus- und Marketingbereich erfahrener Geschäftsführer den operativen Bereich der LAH als Geschäftsführer leiten. Einen weiteren Geschäftsführer soll es für den Bereich Facility-Management geben. Beide werden ihre Funktionen neben ihren bisherigen Aufgaben zusätzlich übernehmen. Darüber hinaus soll ein neuer kaufmännischer Leiter aus dem Unternehmen des für den operativen Teil zuständigen Geschäftsführers zusammen mit dem vorhandenen Personal, das bisher ebenfalls für diesen Bereich zuständig war, Akquisition und Kundenbetreuung bearbeiten und leiten. Die Leistungen sollen dann im Rahmen eines Geschäftsbesorgungsvertrages abgerechnet werden. E. Unternehmenssteuerung und Risikomanagement E1. Organisation der Risikoanalyse Die Geschäftsführung der LAH hält u. a. mit der ISO9001:2008-Zertifizierung geeignete Maßnahmen sowie ein Überwachungssystem aufrecht, um den Fortbestand der Gesellschaft zu gewährleisten und gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Regelmäßige Hochrechnungen für das laufende Jahr, die den Verlauf der Umsatzentwicklungen aufzeigen sowie unterjährige Erfolgsplanungen bilden die Basis. Dadurch können frühzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden und die weiteren Vorgehensweisen angepasst werden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements wird darauf geachtet, dass Risikofaktoren bereits im Vorfeld vermindert oder komplett vermieden werden. Hierzu hat die LAH in hauseigenen Prozessen Strategien entwickelt, die diese Maßnahmen unterstützen. Die Verantwortung der Führung ist im Qualitätsmanagementsystem verankert. Es wird ein umfangreiches Benchmarking durchgeführt, um das Wettbewerbsverhalten der Konkurrenz zu analysieren. Die Mitarbeiter sind in diese Prozesse eingearbeitet und sensibilisiert. Die Akquisition im Rahmen des CRM-Systems ist ein wichtiger Bestandteil, um Ausfälle im Anbuchungsverhalten auszugleichen E2. Ertrags-, Liquiditäts- und Ausfallrisiken Wie schon erläutert ist die LAH abhängig von der Entwicklung des Veranstaltungsmarktes, insbesondere im regionalen Umfeld. Das eingerichtete Qualitätssicherungs- und CRM-System ist jedoch Garant für eine überdurchschnittliche Entwicklung im Verhältnis zur Branche. Hinzu kommt die erfolgreiche Bespielung weiterer Veranstaltungsstätten, da mit diesem Konzept dem Wunsch der Veranstalter nach Alternativen Rechnung getragen wird. Stark belastend für die Rentabilität und die Liquidität sind insbesondere die erheblichen Finanzierungskosten der Immobilie. Aus diesem Grund hat die Sicherung der Liquidität (Zahlungsfähigkeit) höchste Priorität für die Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit dem Gesellschafter und der Stadtsparkasse Oberhausen wurde ein Kreditrahmen vereinbart, der den aufgrund kontinuierlicher Liquiditätsplanung ermittelten Kapitalbedarf sicherstellen soll. Voraussetzung ist, dass die an die Stadtsparkasse Oberhausen abgetretenen Sicherheiten die Kreditinanspruchnahme ausreichend deckt. Dies ist bei fortschreitender planmäßiger Tilgung gewährleistet. Ausfallrisiken bestehen branchentypisch, werden jedoch durch aktives Forderungsmanagement überwacht. Es besteht ein funktionierendes Mahnwesen. Im Bedarfsfall werden Forderungen per Anwalt bzw, gerichtlich beigetrieben. -221- Stadt Oberhausen F. Beteiligungsbericht 2011 Berichterstattung über die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft mit ihren wesentlichen Chancen und Risiken Chancen der zukünftigen Entwicklung liegen in dem sehr guten Personal und der hervorragenden Kundenbetreuung, so dass trotz aller geschilderten Schwierigkeiten grundsätzlich eine konstante Umsatzentwicklung zu erwarten ist. Trotz der sehr positiven Entwicklung der ersten Monate des Jahres 2012 (im 1 Quartal wurden 90 T€ mehr Umsatz und 58 T€ mehr Gewinn als im Vorjahr erzielt) und den guten Anbuchungszahlen für das Jahr 2012, sind als reine Veranstaltungserlöse nur 650 T€ geplant. Fix gebucht sind davon bereits über 460 T€. Der Grund für den vorsichtigen Ansatz liegt im Wechsel des Geschäftsführers und der damit einhergehenden Einarbeitungszeit des bzw. der Nachfolger. Trotz dieses vorsichtigen Ansatzes wird das Jahresergebnis voraussichtlich positiv sein. Hierbei ist weiterhin unterstellt, dass der Verlustausgleich des Gesellschafters auch zukünftig in Höhe von 1.176 T€ p.a. übernommen wird und der Erbbauzins weiterhin ausgesetzt bleibt. Trotz positiver Ergebniserwartung wird die Finanzlage nach den derzeitigen Prognoserechnungen weiterhin jeweils zum Jahresende in höchstem Maße angespannt bleiben. Für das Jahr 2013 sollten bei Beibehaltung des bisherigen Vermarktungskonzeptes ähnliche Zahlen erreicht werden können. Alle getroffenen Annahmen unserer Prognose basieren auf unserem derzeitigen Wissensstand. Die Erfahrungswerte der Vergangenheit und die Einschätzung der Zukunft haben wir, unter Berücksichtigung des unter Abschnitt D. dargestellten Nachfolgekonzeptes, in einer Planrechnung für 2012 bis 2016 abgebildet. Hiernach ergeben sich nach unserer Überzeugung dauerhaft positive, steigende Ergebnisse und bei Eintritt der Prämissen voraussichtlich ausreichende Liquidität. Vor diesem Hintergrund sehen wir den Bestand der Gesellschaft derzeit nicht gefährdet. Allerdings ist eine verlässliche Prognose der zukünftigen Entwicklung, neben den planungsimmanent nicht vorhersehbaren Unwägbarkeiten, in dem gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Umfeld und aufgrund des noch nicht umgesetzten Nachfolgekonzeptes der Geschäftsführung nicht sicher möglich. Dieses Risiko der wirtschaftlichen Entwicklung und der gegenüber vorangegangenen Jahren deutlich höheren Prognoseunsicherheit bedingt die Darstellung eines Negativszenarios. Sollten sich die, der Prognose zugrunde liegenden Annahmen, z.B. die von uns derzeit erwarteten Umsätze, nicht realisieren lassen oder Kostensteigerungen nicht zu einem angepassten Marktpreis unserer Leistung führen, so ist die Gesellschaft aufgrund der fehlenden Eigenkapitalausstattung und eines ggf. nicht zu erweiternden Kreditrahmens in ihrem Bestand gefährdet. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der finanziellen Situation des Gesellschafters Stadt Oberhausen, wodurch mit einer deutlichen Erhöhung des Zuschusses derzeit nicht zu rechnen ist. Die Entwicklung der finanziellen Situation der Stadt Oberhausen im Zuge der Haushaltskonsolidierung wird maßgeblichen Einfluss auf die Fortführungsfähigkeit der LAH haben. Hieraus können sich entwicklungsbeeinträchtigende Risiken ergeben, die auch die Existenz des Unternehmens gefährden können. Die LAH unterliegt einer Vielzahl von Risiken, deren Eintreten die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens negativ beeinflussen kann. Im Einzelnen sind folgende Risikobereiche zu nennen, auf die bereits durch unterschiedliche Maßnahmen reagiert wurde. Im Personalbereich setzt die LAH auch künftig auf einen Kernstamm von Mitarbeiter-Spezialisten, die in allen Bereichen von Auszubildenden ergänzt werden. Allerdings ergeben sich Risiken aus der sehr dünnen Personaldecke. Des Weiteren sind die Auswirkungen aus der Umsetzung des geplanten Nachfolgekonzeptes für die Geschäftsführung (siehe Abschnitt D.) noch nicht abschließend beurteilbar. Die Rahmenbedingungen erlauben es der LAH grundsätzlich nicht, Risiken einzugehen (z.B. für eigene Veranstaltungskonzepte Geld einzusetzen). Es ist eine der wesentlichen Aufgaben der Geschäftsführung, Rahmenbedingungen und Prozesse des Risikomanagements für die LAH festzulegen, deren Einhaltung zu überwachen und mit den Mitarbeitern (insbesondere im Vertrieb) regelmäßig die Entwicklung der Risiken in den jeweiligen Bereichen zu analysieren. Grundlage für ein gutes Risikomanagement ist die zuverlässige und schnelle Versorgung der Geschäftsführung mit relevanten Informationen zum Verlauf des Geschäftes. Dazu hat die LAH ein Controlling- und Berichtssystem aufgebaut, mit dem im monatlichen Rhythmus über die Entwicklung wesentlicher Kennzahlen der Geschäftstätigkeit der einzelnen Bereiche und über die monetären Ergebnisse berichtet wird. Das Risikoprofil der LAH hat sich die sich auf der allgemeinen Wirtschaftskrise ergeben, im Hinblick auf die wesentlichen Risikofelder im Geschäftsjahr 2011 zu den Vorjahren kaum verändert. Der Wettbewerb im Veranstaltungsstättenmarkt im Rhein-Ruhr-Gebiet hat in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zugenommen. In dem Markt sind Anbieter tätig bzw. es drängen Anbieter in ihn hinein, die über ein breites Serviceportfolio und auch etablierte Kundenbeziehungen verfügen. Die zukünftige Entwicklung der LAH hängt wesentlich davon ab, wie gut es dem Unternehmen gelingt, als spezialisierter Dienstleister für alle Veranstaltungsformen am Markt adäquate Preise für seine Dienstleistungen durchzusetzen. Umsatzplanungen unterliegen immer einer gewissen Unsicherheit, da die Verträge mit den Kunden immer kurzfristiger geschlossen werden und es oft nur Einzelverträge für Veranstaltungen gibt. Die in der Planrechnung 2012-2016 berücksichtigten Umsätze von anfänglich 650 T€ müssen trotz der Prognoseunsicherheit erreicht werden, da derzeit -222- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 aufgrund der finanziellen Situation der alleinigen Gesellschafterin Stadt Oberhausen, nicht von einer Erhöhung der Verlustübernahme durch die Gesellschafterin für das „operative Geschäft“ auszugehen ist. Die von der LAH für namhafte Kunden durchgeführten Veranstaltungen sind teilweise mit einer erheblichen Wirkung in der Öffentlichkeit verbunden. Qualitätsmängel bei der Leistungserbringung können daher zu einer negativen Außenwirkung führen, die den Verkauf der angebotenen Leistungen und damit die zukünftige Geschäftsentwicklung in signifikantem Umfang beeinträchtigen würde. Ein latentes Risiko besteht darin, dass sich der Erbbaurechtsgeber für den Fall der Insolvenz den entschädigungslosen Rückfall des Erbbaurechts nebst aufstehendem Gebäude im Erbbaurechtsvertrag vorbehalten hat. Ein weiteres Risiko besteht im Personalbereich darin, dass den Mitarbeitern über die Zusatzversorgungskasse (ZVK) Ansprüche auf Versorgungsrenten und andere Leistungen zustehen. Da die Zusatzversorgungskasse als Unterstützungskasse konzipiert ist, besteht eine Einstandspflicht der LAH für etwaige Deckungslücken zwischen anteiligem Vermögen der LAH an der Unterstützungskasse und Versorgungsansprüchen der versicherten Mitarbeiter. Zum Ausgleich dieser Deckungslücke erhebt die ZVK derzeit einen jährlichen Sanierungsbeitrag von ihren Mitgliedern in Höhe von derzeit 3,5% auf die beitragspflichtigen Löhne und Gehälter. Risiken bestehen insbesondere in der weiteren Entwicklung dieses Beitrages sowie in der allgemeinen demographischen Entwicklung, die steigende Umlagesätze erwarten lässt. Den Risiken stehen Chancen gegenüber, bei deren Eintreten die LAH ihre Ziele übertreffen könnte. Wesentliche Chancen liegen in dem Kundenstamm, dem Markennamen Kongresszentrum Oberhausen und der Leistung der Mitarbeiter, vor allem derjenigen mit Vertriebs- und Kundenbetreuungsaufgaben. Oberhausen, den 10. Mai 2012 Jörn Raith Geschäftsführer -223- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -224- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% Gasometer Oberhausen GmbH 100% Freizeit & Tourismus Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH 100% Luise-Albertz-Halle Tagungsund Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH 100% IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH 100% Revierpark Vonderort GmbH 25% -225- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Grillostr. 34 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax Internet Internet 0208 / 825 2420 0208 / 825 5413 info@kurzfilmtage.de http://www.kurzfilmtage.de/ gGmbH 25,57 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Stadt Oberhausen 25,57 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sowie die Förderung des internationalen Kurzfilms und anderer kurzer Formen technischer Medien. Die Gesellschaft ist zu allen Maßnahmen und Rechtsgeschäften berechtigt, durch die der vorgenannte Gesellschaftzweck auch mittelbar gefördert werden kann. Wichtige Verträge OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Leistungsvertrag vom 20.02./18.04.2002 im Bereich der Materialwirtschaft, Postdienste, Vervielfältigungen, Speditionsdienste, Arbeitssicherheit und Telekommunikation Überlassungsvertrag bezüglich des Film- und Videoarchivs Überlassungsvertrag bezüglich des Grundstücks Grillostr. 34 nebst aufstehendem Gebäude inkl. Inventar Überleitungsvertrag Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Dr. Gass, Lars Henrik Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Tsalastras, Apostolos -226- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Aufsichtsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzende Schranz, Daniel Jäntsch, Angelika Mitglied gem. § 113 GO Hüttemann, Claudia Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Mitglied (gem. § 113 GO) stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Benter, Christian Broß, Klaus Dieter Cordes, Hubert Flore, Manfred Grefermann, Jürgen Lepges, Gerd Wingens, Ursula Wolter, Marita Telli, Ercan Bongers, Sonja Arlt, Gerd Barwanietz, Thomas Flötgen, Michaela Imlau, Hartmut Mertens, Ursula Stroh, Uly Wittmann, Regina Neumann, Jürgen Albrecht-Mainz, Elia Emmerich, Karl-Heinz Hausmann, Wilhelm Heckhoff, Christian Janßen, Anne Janßen, Dieter Köhler, Hans-Jürgen Laß, Heike Pflugbeil, Karl-Heinz Radtke, Dorothee Stehr, Simone Tatjana Wolter, Horst Plitt-Vogt, Marlies wird vertreten durch PlittVogt, Marlies wird vertreten durch Wolter, Horst wird vertreten durch Neumann, Jürgen wird vertreten durch Hausmann, Willi wird vertreten durch Köhler, Hans-Jürgen wird vertreten durch Emmerich, Karl-Heinz wird vertreten durch Albrecht-Mainz, Elia wird vertreten durch Janßen, Anne wird vertreten durch Heckhoff, Christian wird vertreten durch Pflugbeil, Karl-Heinz wird vertreten durch Stehr, Simone-Tatjana wird vertreten durch Weingärtner, Helga wird vertreten durch Radtke, Dorothee wird vertreten durch Hoff, Marc (Bgm.) wird vertreten durch Lenz, Eugen (Bgm.) wird vertreten durch Laß, Heike (Bgm.) wird vertreten durch Helvali, Raci (Bgm.) wird vertreten durch Ostendorf, Anke(Bgm.) wird vertreten durch Janßen, Dieter wird vertreten durch , Gödderz, Sandra Pers. Stellvertretung für Hüttemann, Claudia Pers. Stellvertretung für Flore, Manfred Pers. Stellvertretung für Cordes, Hubert Pers. Stellvertretung für Benter, Christian persönliche Stellvertretung für Lepges, Gerd (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Grefermann, Jürgen Pers. Stellvertretung für Stroh, Uly Pers. Stellvertretung für Broß, Klaus-Dieter Pers. Stellvertretung für Flötgen, Michaela (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Wingens, Ursula Pers. Stellvertretung für Bongers, Sonja Pers. Stellvertretung für Wolter, Marita Pers. Stellvertretung für Jäntsch, Angelika Pers. Stellvertretung für Schranz, Daniel -227- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Weingärtner, Helga Gödderz, Sandra Helvali, Raci Hoff, Marc Lenz, Eugen Ostendorf, Anke Pers. Stellvertretung für Telli, Ercan Pers. Stellvertretung für Wittmann, Regina Pers. Stellvertretung für Imlau, Hartmut (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Arlt, Gerd Pers. Stellvertretung für Barwanietz, Thomas (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Mertens, Ursula (Bgm.) d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 4,9 94,4 0,6 2011 % 3,3 94,1 2,6 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 13,19 253,33 1,71 T€ 10,89 313,15 8,80 T€ 12,96 270,05 9,95 Veränderungen % T€ 4,4 92,2 3,4 2,07 -43,10 1,15 % 19,01 -13,76 13,07 Bilanzsumme 268,23 100,00 332,83 100,00 292,97 100,00 -39,86 -11,98 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 84,75 124,08 26,58 32,83 % 31,6 46,3 9,9 12,2 T€ 99,06 142,60 29,67 61,50 % 29,8 42,8 8,9 18,5 T€ 107,39 111,79 73,78 % 36,7 38,2 25,2 T€ 8,33 -30,81 44,11 % 8,41 -21,61 148,67 -61,50 -100,00 Bilanzsumme 268,23 100,00 332,83 100,00 292,97 100,00 -39,86 -11,98 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 126,15 1.199,41 725,10 495,28 5,33 86,66 1,12 14,32 14,32 2011 T€ 126,35 1.291,24 807,37 497,41 8,79 96,17 0,47 8,33 8,33 8,33 131,41 1.077,01 668,99 452,31 10,20 95,07 4,82 -13,33 -13,33 -13,33 0,00 14,32 0,00 -228- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.07.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -10,14 -15,72 -3,12 151,05 37,43 31.07.2010 11,35 16,89 19,65 165,70 37,36 31.07.2011 6,59 7,76 17,12 157,51 35,09 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.7.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 4,92 31,59 68,41 31.7.2010 3,27 29,76 70,24 31.7.2011 4,42 36,66 63,34 Angaben in % % % e) Lagebericht Entwicklung Die Gesellschaft hat seit ihrer Gründung im Jahr 1999 bis zum Jahr 2009 sämtliche Preis- und Gehaltskostensteigerungen mit einer deutlichen Erhöhung des Umsatzerlösanteils und einem sehr wirtschaftlichen Einsatz der zur Verfügung stehenden Mittel ausgleichen können. Gleichzeitig hat die Gesellschaft ihr Leistungsspektrum kontinuierlich gesteigert und seit dem Jahr 2000 beinahe verdoppelt. Seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise im Herbst 2008 wurde deutlich, wie anfällig die Finanzierung des Festivals bei einem Rückgang der Umsatzerlöse, besonders bei den Sponsoringerlösen, ist. Bei sinkenden Umsatzerlösen und stagnierenden Zuschüssen war es der Gesellschaft nicht mehr möglich Kostensteigerungen im bisherigen Umfang zu tragen. Um das erreichte Niveau des Festivals zu halten und Einschnitte im Leistungsumfang und Leistungsspektrum zu vermeiden, wurden Anpassungen der Zuschüsse unumgänglich. Zur Deckung von allgemeinen Kostensteigerungen im Bereich Personal wurden bei der Stadt Oberhausen und im Bereich der Sachmitteln beim Land Nordrhein-Westfalen Zuschussanhebungen beantragt und bewilligt. Mit den erreichten Zuschussanpassungen ist der Gesellschaft die Möglichkeit gegeben, bis zu einer Erholung der Wirtschaftslage gesunkene Umsatzerlöse auszugleichen sowie mittelfristig Kostensteigerungen aufzufangen. Zudem konnten dringend notwendige Anpassungen in der Personalausstattung und bei den Sachmitteln vorgenommen werden. Auch im Festivaljahr 2011 haben die Kurzfilmtage den in der Vergangenheit eingeschlagenen Weg fortgesetzt, Einsparpotentiale zu ermitteln und umzusetzen. Die Personalkosten stiegen zwar nominal im Vergleich zum Vorjahr, der Personalkostenanteil bezogen auf den Gesamtaufwand jedoch konnte im Geschäftsjahr 2010/11 auf knapp 36 v.H. gesenkt werden. Projektbereinigt kann der Personalkostenanteil für fest angestelltes Personal konstant bei knapp 38 v.H. gehalten werden. Bereinigt um einmalige Einflüsse liegt der Index für allgemeine Kostensteigerungen der Gesellschaft derzeit bei 104,7 (Basisjahr 2005) und damit weiterhin unter dem vom statistischen Bundesamt angegebenen Index für inflationsbedingte Kostensteigerungen von 110,5. Der Anteil der Umsatzerlöse am Gesamtbudget (ohne Sonderzuschüsse) im Berichtsjahr beträgt 12,2 v.H. und der Erlösanteil des Vorjahres konnte leicht gesteigert werden. Mit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise war ein deutlicher Rückgang des Sponsorenengagements zu verzeichnen. Unter Einbeziehung von projektbezogenen Sponsorenerlösen von Stiftungen konnte im Berichtsjahr zwar eine Steigerung von knapp 35 v.H. zum Vorjahr erreicht werden. Die Sponsorenerlöse von reinen Wirtschaftsunternehmen gingen im Vergleich zum Vorjahr jedoch nochmals um 10 v.H. zurück. Mit knapp 17.500 Besuchern verzeichnete das Festival einen Rückgang gegenüber 2010, erzielte aber noch das drittbeste Ergebnis seit 1998, dem ersten Jahr der Erhebung von Eintrittszahlen. Die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gemeinnützige GmbH schließt mit Ende des Geschäftsjahres 2010/11 erneut ein erfolgreiches Geschäftsjahr ab. Das Jahresergebnis weist einen leichten Überschuss aus, der zur Finanzierung besonderer Projekte und Maßnahmen der satzungsmäßigen Rücklagen zugeführt werden sollte. Wie in den Vorjahren lag das Hauptaugenmerk der Gesellschaft auch im Geschäftsjahr 2010/11 in der Erfüllung des ihr vorgegebenen Satzungszwecks. Mit der Durchführung des Festivals und den Aktivitäten im Bereich Archiv/Verleih sowie den genannten Sonderprojekten wurden diese satzungsmäßigen Aufgaben wahrgenommen. In der Aufsichtsratssitzung vom 22.06.2010 wurden die inhaltlichen und finanziellen Ziele für das Geschäftsjahr 2010/11 festgelegt. Der Wirtschaftsplan wurde im Geschäftsjahresverlauf fortgeschrieben und in der Aufsichtsratssitzung vom 15.03.2011 letztmalig den aktuellen Entwicklungen angepasst. Die im angepassten Wirtschaftsplan festgelegten finanziellen und inhaltlichen Ziele für das Geschäftsjahr 2010/11 wurden weitgehend erreicht. Beantragte Zuschüsse waren in diesem Geschäftsjahr nicht von Kürzungen betroffen und wurden in voller Höhe bewilligt. -229- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Sponsoren- und Anzeigeneinnahmen trugen weiterhin zur Finanzierung des Festivals bei. Sponsorenerlöse des Vorjahres wurden überschritten, Anzeigenerlöse lagen knapp unter denen des Vorjahres. Die Erlöse aus dem Verleih konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Jedoch wurde die durch das nunmehr jährlich stattfindende Tourneeprogramm „Oberhausen on Tour“ erwartete deutliche Umsatzsteigerung nicht erreicht. Im Vergleich mit Vorjahren bleibt der negative Trend bei den Erlösen aus Verleih deutlich erkennbar. Die Eintrittserlöse des Vorjahres konnten nicht erreicht werden. Mit dem einsetzenden Sommerwetter zum Festivalstart verringerten sich die Besucherzahlen. In der Summe lagen die Umsatzerlöse geringfügig über denen des Vorjahres. Das Festival war zu jeder Zeit finanziell abgesichert. Auf Grund der Vorlage der Steuererklärungen erhielt die Gesellschaft am 02.05.2011 vom Finanzamt Oberhausen-Süd, vorbehaltlich der Nachprüfung, den Freistellungsbescheid für 2010 zur Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer. Laut Freistellungsbescheid ist die Körperschaft nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer und nach § 3 Nr. 6 GewStG von der Gewerbesteuer befreit, weil sie ausschließlich und unmittelbar steuerbegünstigten Zwecken im Sinne der §§ 51 ff. AO dient. Die für das Festival 2011 beantragten Zuschüsse öffentlicher Geldgeber wurden vollständig gewährt. Die Umsatzerlöse unterschreiten den angepassten Planansatz um 0,96 v.H. Im Bereich Anzeigen wurde, unter Berücksichtigung von Gegengeschäftsanzeigen, der angepasste Planansatz um 9,4 v.H. unterschritten. Im Bereich Sponsoring wurde der angepasste Planansatz um knapp 4,7 v.H. überschritten. Die Umsatzerlöse im Zweckbetrieb Archiv lagen im Geschäftsjahr 2010/11 mit rund 23 v.H. unter dem angepassten Plansoll. Es ist weiterhin festzustellen, dass zwar die Zahl der Verleihanfragen stabil ist, jedoch Goethe-Institute und insbesondere auch kommunale Kinos auf Grund geringerer Mittel insgesamt weniger Titel ausleihen. Die Umsatzerwartungen im Bereich Eintrittsgelder wurden ebenfalls nicht erfüllt und lagen rund 13 v.H. unter dem Planansatz. Mit rund 17.500 Eintritten konnte das Festival das Vorjahresergebnis nicht erreichen. Während der Anteil der Kaufkarten sank, konnte die Anzahl der Fachbesucher im Vergleich zum Vorjahr gehalten werden. Trotz der positiven Entwicklung bei den Umsatzerlösen erreichen diese nicht die Höhe der Geschäftsjahre vor Einsetzen der Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Im Vergleich zum Vorjahr war zwar ein deutlicher Anstieg von rund 18 v.H. zu verzeichnen. Dies konnte jedoch nur durch Projekt bezogene Sponsorenerlöse von Stiftungen erreicht werden, denen entsprechende Projektkosten gegenüber standen. Nicht projektgebundene Sponsorenerlöse von reinen Wirtschaftsunternehmen sind weiterhin rückläufig. Neben den gewöhnlichen Aktivitäten wurden im Geschäftsjahr 2010/11 erneut zusätzliche einmalige Projekte durchgeführt, für die sowohl von Zuschussgebern als auch Stiftungen zweckgebundene Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Die Kostenentwicklung differierte in einigen Positionen vom Plan auf Grund vorzunehmender Rückstellungen, Kostensteigerungen, aber auch Kostenreduzierungen, die zum Zeitpunkt der Planerstellung nicht vollends absehbar waren. Jedoch konnten Mehrausgaben in einigen Positionen durch Minderausgaben an anderer Stelle ausgeglichen werden. Bereinigt um Kosten für einmalige Projekte liegen die Aufwendungen für Sachmittel in der Summe unter den Planansätzen. Die Abweichung vom Planansatz im Bereich der Personalkosten resultiert überwiegend aus dem verstärkten Einsatz von Aushilfen zur Durchführung von einmaligen Projekten. Personal Im Personalbereich ergaben sich im Geschäftsjahr 2010/11 Veränderungen zum Vorjahr. Planungsgemäß wurde im Februar 2011 eine zunächst für zwei Jahre befristete Teilzeitstelle für den Bereich Sekretariatswesen und allgemeine Verwaltung eingerichtet, die zu einer allgemeinen Entlastung aller Arbeitsbereiche führen soll. Die Stellenbesetzung erfolgte durch Übernahme der bisherigen Auszubildenden zur Bürokauffrau nach bestandener Abschlussprüfung. Sie befindet sich zurzeit bis August 2012 in Elternzeit und es wurde eine Vertretungsregelung getroffen. Zudem wurde im September 2010 erstmals eine Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau eingestellt. Die Ausbildung war im Rahmen einer Verbundausbildung mit dem Ebertbad Oberhausen vorgesehen. Um ein Studium zu beginnen, wurde die Ausbildung seitens der Auszubildenden im Juni 2011 aufgegeben. Mit Ablauf des Geschäftsjahres beschäftigt die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH neun angestellte Mitarbeiter, inklusive des angestellten Geschäftsführers. Zwei der Mitarbeiter sind auf Teilzeitbasis mit flexibler Jahresarbeitszeit eingestellt, drei auf Teilzeitbasis mit verringerter Wochenarbeitszeit. Drei weitere Mitarbeiter werden auf der Basis von Werkverträgen für das Festival aktiv. Weiterhin beschäftigt die Gesellschaft durchschnittlich zwei studentische Aushilfen und stundenweise einen freien Mitarbeiter im Bereich des Archivs und Verleihs. Für den Festivalbetrieb beschäftigt die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH auf Basis von kurzfristigen und geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen zwischen 20 und 25 Aushilfen. Kuratoren, Künstler, Autoren, Übersetzer und Filmvorführer werden auf Basis von Werks- und Honorarverträgen beschäftigt. Perspektiven Hauptziel der Gesellschaft ist auch weiterhin die langfristige Sicherung und offensive Weiterentwicklung und Vermarktung des Festivals. Dies bezieht sich zum einen auf die Akquise von Sponsoren und Medienpartnern, die Einbindung weiterer öffentlicher Zuschussgeber und Partner für Einzelprojekte, zum anderen auf die Akquise von neuen Besuchergruppen und die Erschließung neuer Projekte. Das Festival hatte in der Vergangenheit im Vergleich mit der Festivallandschaft in Deutschland eine überproportionale Quote an privaten Mitteln erreicht. Eine intensive Ansprache der Privatwirtschaft bleibt auch weiterhin für das Festival -230- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 unerlässlich. Mit Blick auf das wirtschaftliche Ergebnis des Festivals 2011 wird jedoch erneut deutlich, wie anfällig die Finanzierung des Festivals bei einem Rückgang der Umsatzerlöse, besonders bei den Sponsoringerlösen, ist. Sie zeigt auf, dass nur über Fördermittel eine notwendige Planungssicherheit gegeben ist. Entscheidungen von potenziellen Sponsoren fallen meist erst im Frühjahr vor dem Festival und damit lange nach Abschluss der Programmplanung. Überdies sind Sponsoren nur in Ausnahmefällen für ein Engagement im Rahmen bestehender Programmangebote zu interessieren; zumeist werden Initiativprojekte, die sich schlecht verstetigen lassen, als Darstellungsfläche bevorzugt. Mit Sponsoringerlösen können vor allem einzelne Projekte und (temporäre) Programme, die das regelmäßige Programmangebot erweitern und ergänzen, finanziert werden. Sponsoring als Finanzierungsquelle für die Kernaufgaben des Festivals ist daher keine geeignete Perspektive. Mittlerweile sind von dieser Entwicklung selbst Veranstaltungen mit deutlich kommerziellem Profil in der Region betroffen, etwa das Klavierfestival Ruhr. Auch die diesjährige Situation bestätigt, dass nur ein Teil der Sponsorenerlöse (insbesondere die langjähriger Partner) als gesichert angesehen und zur Finanzierung des Festivals herangezogen werden kann. Projektgebundene Förderungen hingegen bedeuten neben direkten Projektkosten oftmals innerbetrieblichen Mehraufwand bei Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Buchhaltung usw. Aus diesem Mehraufwand resultierten eindeutig Mehrkosten für die Gesellschaft durch Mehrstunden, die zum Jahresende vergütet werden müssen und die finanziell nur knapp von den Förderungen gedeckt sind. Bei allem Renommee, das auf diesem Wege erreicht werden kann, darf daher nicht aus dem Auge verloren werden, dass die Finanzierung des Kerngeschäftes der Kurzfilmtage immer schwieriger wird. Weiter wird deutlich, dass bei stagnierenden Zuschüssen eine dauerhafte Finanzierung des Festivals in der bisherigen Form nicht denkbar ist. Mit der Zuschussanpassung des BKM im Jahr 2009 war es möglich, einen Teil des Mehraufwands durch allgemeine Kostensteigerungen aufzufangen. Erst mit den im Vorjahr erreichten Zuschusserhöhungen bei der Stadt Oberhausen und dem Land Nordrhein-Westfalen ist der Gesellschaft zunächst der finanzielle Spielraum gegeben, notwendige Anpassungen und Erweiterungen im Bereich Personal und Sachmittel zu decken und unvorhersehbare Aufwendungen aufzufangen. Der Gesellschaft ist es in den letzten Jahren mit dem Einsatz neuer Kommunikationswege und angepassten modernen Arbeitsmethoden gelungen, in vielen Bereichen Kostensenkungen zu erreichen bzw. Aufwandssteigerungen zu verhindern, ohne die Unterdeckungen nicht zu vermeiden gewesen wären. Es werden alle Anstrengungen unternommen, diesen Weg fortzusetzen. Es ist jedoch absehbar, dass dies nicht ausreichen wird, den Mehraufwand in der Zukunft aufzufangen und das Leistungsspektrum aufrechtzuerhalten. Die 5-Jahresplanung der Gesellschaft zeigt, dass bereits in wenigen Jahren die erreichten Zuschusserhöhungen allein bei sehr moderat angenommenen allgemeinen Kostensteigerungen aufgezehrt sein werden. Langfristig kann die Festivalfinanzierung nur durch Zuschüsse gesichert werden, die die allgemeinen Kostensteigerungen berücksichtigen. Die Professionalität der Sponsoringakquise wurde seit dem Jubiläumsfestival 2004 noch erheblich verbessert, etwa durch aufwändig gestaltete Unterlagen mit aussagekräftigem Zahlenmaterial zur Leistungsbilanz und zu den Darstellungsmöglichkeiten. Die im Herbst 2008 einsetzende Finanz- und Wirtschaftskrise verdeutlicht jedoch die Schwierigkeit, die Erlössituation zu halten oder gar zu verbessern. Sowohl große Unternehmen als auch Stiftungen haben mit Blick auf die schlechte Konjunkturentwicklung ihr Engagement im Bereich Kultur eingeschränkt oder sogar eingestellt. Insbesondere Partner aus Vorjahren reduzierten ihr Engagement bzw. verlagerten es auf andere Kultur- bzw. Bildungsbereiche. Die Geschäftsführung geht davon aus, dass das sehr zurückhaltende Engagement auch in den kommenden zwei Jahren beibehalten wird. Es ist erkennbar, dass sich im gesamten Kulturbereich ein ähnliches Bild zeigt. Es ist vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit nicht absehbar, ob und ggf. wann eine positive Entwicklung wieder einsetzen wird. Zur Sicherung des Festivals über öffentliche Zuschussgeber werden jährlich Anträge auf Projektförderung gestellt. Neben den bereits eingeführten Zuschussgebern werden je nach Projektstand auch weitere mögliche öffentliche Fördergeber angesprochen. Für das Festivaljahr 2012 werden alle Anträge auf öffentliche Förderung bis Ende des Jahres 2011 gestellt. Eine Aussage zur Wahrscheinlichkeit der Bewilligungen kann gegenwärtig noch nicht getroffen werden. Vom Land Nordrhein-Westfalen wurde bereits eine Zusicherung in Höhe der diesjährigen Förderung für 2012 ausgesprochen. Die Stadt Oberhausen als alleinige Gesellschafterin hat im Vorjahr nach zehn Jahren mit gleicher Zuschusshöhe eine Anpassung bewilligt, da auf Grund der rückläufigen Umsatzerlöse Personalkostensteigerungen nicht mehr wie in der Vergangenheit allein von der Gesellschaft aufgefangen werden konnten. Zur Vermeidung von Unterdeckung wurde die erste Anhebung des Betriebskostenzuschusses seit 1999 für das Festivaljahr 2010 bewilligt. Das verschafft der Gesellschaft wieder etwas Luft. Überfällige Gehalts- und Honoraranpassungen konnten im Geschäftsjahr 2010/11vollständig umgesetzt werden. Die Geschäftsführung sieht weitere Anträge auf EU-Fördermittel als nicht aussichtsreich an, da die Kurzfilmtage die Förderkriterien nicht erfüllen können. Ein weiterer Versuch im Vorjahr scheiterte erneut. Auf Grund der unsicheren Haushaltssituationen bei Bund, Ländern und Gemeinden und der angespannten wirtschaftlichen Situation kann die Gesellschaft kein wirklich aussagekräftiges Szenario zur möglichen Entwicklung der Zuschüsse erstellen. Zumindest wurden bisher keine weiteren Kürzungen angekündigt. Sollten Anpassungen ausbleiben oder sich sogar Kürzungen bei öffentlichen Zuschussgebern ergeben, so werden voraussichtlich Leistungsspektrum und Leistungsbilanz des Festivals hiervon unmittelbar und deutlich betroffen sein. Im Geschäftsjahr 2006/07 wurde der Vertrag mit dem Festivalkino Lichtburg Filmpalast für die Dauer von fünf Jahren neu verhandelt. Durch verkürzte Auf- und Abbauzeiten der Technik, konnte eine leicht verringerte Mietdauer vereinbart und damit das Niveau des Mietzinses gehalten werden. Für die Folgejahre wurde zur Deckung zu erwartender allgemeiner Kostensteigerungen eine jährliche Anpassung des Mietzinses in Höhe von 1,5 v.H. festgeschrieben. Im Berichtsjahr -231- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 wurde der Vertrag mit der OGM GmbH überarbeitet und in einem verringerten Leistungsumfang für die Dauer von fünf Jahren neu geschlossen. Im Personalbereich sind im Geschäftsjahr 2011/12 keine Änderungen vorgesehen. Zu Beginn des Geschäftsjahres wurden befristete Anstellungen verlängert. Die Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH wird im Geschäftsjahr voraussichtlich neun angestellte Mitarbeiter, inklusive des angestellten Geschäftsführers, beschäftigen. Statt einer Ausbildungsstelle wird die Gesellschaft ein Jahrespraktikum anbieten. Die unmittelbare Festivalvorbereitung kann nach wie vor nur unter Zuhilfenahme von kurzfristigen Aushilfen, Zeitarbeits- und Honorarkräften sowie freien Mitarbeitern erfolgen. Um einen reibungslosen Festivalbetrieb mit stetig wachsenden Anforderungen zu gewährleisten und den Mehraufwand für projektbezogene Förderungen abzudecken, werden auch in diesem Bereich weitere Anpassungen notwendig werden. An der Aufschlüsselung der steuerbegünstigten wirtschaftlichen Betätigungsfelder der Gesellschaft in die Zweckbetriebe „Festival“ sowie „Archiv & Verleih“ wird auch für zukünftig festgehalten. Das Festival ist bestrebt, seine internationale Bedeutung und Anerkennung fortlaufend neu zu behaupten. Dabei steht die behutsame Weiterentwicklung der historischen Substanz des Festivals im Mittelpunkt der Bemühungen der Markenführung. Hier wurden in den letzten zehn Jahren zahlreiche erhebliche Erfolge erzielt, etwa durch den „MuViPreis“, das Onlinemagazin „shortfilm.de“ oder durch „reelport“. Fortgeführt wird diese Weiterentwicklung durch die im Festivaljahr 2006 neu eingeführten und sehr gut angenommenen Programmsegmente „Podium“ und „Screenings“. In diesem Zusammenhang wurde, um noch mehr regionale Aufmerksamkeit zu erreichen, zum Festival 2009 der NRWWettbewerb eingeführt sowie die „Open Screenings“, in dessen Rahmen eingereichte, aber abgelehnte Arbeiten von den Filmemacherinnen und Filmemachern selber vorgestellt werden können. Für die Zukunft steht auch weiterhin eine strategische Weiterentwicklung der Bereiche Online, Filmbildung und Kunstmarkt auf der Agenda. Hier wurden insbesondere im Zeitraum 2007 bis heute sehr gute Ergebnisse erzielt. Allein im Wirtschaftsjahr 2010/11 haben die Kurzfilmtage über 70.000 € an zusätzlichen Mitteln zusammengetragen, um Projekte der kulturellen Filmbildung in Oberhausen zu realisieren. In diese Berechnung fließen die Mittel für Lehrerfortbildungen nicht einmal ein. Es handelt sich hier ausschließlich um Mittel, die nur Sonderprojekte betreffen, nicht den üblichen Programmstandard des Festivals. Die Fähigkeit, gesellschaftliche Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen, auf diese zu reagieren und sie in Programme zu übertragen, hat in Oberhausen Tradition. Mit den jüngsten Neuerungen, der Erweiterung des Filmmarktes um Vorführungen internationaler Verleiher aus dem Bereich Video und Experimentalfilm, der Etablierung der Diskussionsforen „Podium“ und der verstärkten Ansprache der Kunstszene, verfolgt die Geschäftführung eine Unternehmensstrategie, die dem Festival fortwährend neue Zielgruppen erschließen soll. Nur eine strategische internationale Vernetzung mit wichtigen Partnern, ein Programmprofil, das höchsten Ansprüchen im internationalen Vergleich genügt, sowie anhaltend intensive und kreative Öffentlichkeitsarbeit können die Gesellschaft nachhaltig sichern. Unter dem Titel „Provokation der Wirklichkeit. Das Oberhausener Manifest und die Folgen“ werden die Kurzfilmtage im Jahr 2012 internationale Projektpartner versammeln und entsprechend auch eine verstärkt Aufmerksamkeit erlangen können: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (Berlin), Arsenal – Institut für Film und Videokunst (Berlin), Bundesarchiv/Filmarchiv (Berlin), Münchener Filmmuseum, Österreichisches Filmmuseum (Wien), Universität Wien, Goethe-Institut (München), Pesaro Film Festival, filmportal.de/Deutsches Filminstitut (Frankfurt am Main) sowie das Museum of Modern Art (New York). Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Weitere Förderer sind u.a. die Bundeszentrale für politische Bildung, das Goethe-Institut sowie die DEFA-Stiftung. Oberhausen, 10. Oktober 2011 gez. Dr. Lars Henrik Gass -232- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 100% Gasometer Oberhausen GmbH 100% Freizeit & Tourismus Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH 100% Luise-Albertz-Halle Tagungsund Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH 100% IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH 100% Revierpark Vonderort GmbH 25% -233- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Revierpark Vonderort GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Bottroper Str. 322 46117 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/999680 0208/9996899 info@revierpark.com http://www.revierpark.com/ GmbH 41,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Regionalverband Ruhr Stadt Bottrop Stadt Oberhausen 20,50 10,25 10,25 % 50,00 25,00 25,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft hat gemäß § 3 des Gesellschaftsvertrags den Zweck, der Bevölkerung einen Park - den Revierpark Vonderort - mit seinen Einrichtungen zur Sportausübung und zur Erholung zur Verfügung zu stellen. Mit den Anlagen und Einrichtungen bezweckt die Gesellschaft die Förderung des Sportes und die Erholung der im Umkreis der Parkanlage wohnenden gesundheitlich besonders gefährdeten Bevölkerung. Die Gesellschaft ist selbstlos tätig. Es wird kein wirtschaftlicher Erwerb oder Gewinn angestrebt. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung. Das Vermögen und alle Einrichtungen der Gesellschaft dürfen nur für gemeinützige Zwecke im Sinne des Gesellschaftsvertrages verwendet werden. Wichtige Verträge Diverse Verschiedene Pachtverträge bezüglich der gastronomischen Bereiche, des Betriebs von Kiosken, einer Minigolfanlage und eines Bootsverleihs b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführer Geschäftsführer Frind, Reinhard von der Heide, Jochem Loeven, Willi Vertreter der Stadt / der Mitglied städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Barkowsky, Arndt -234- Stadt Oberhausen Verwaltungsrat: Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Höving, Norbert Dr. Hubbert, Eva-Maria Marschan, Rainer Osmann, Denis Partenheimer, Gabriele Pfingsten, Jutta Pflugbeil, Karl-Heinz Tönsgerlemann, Willi Kerscht, Christoph Nakot, Werner (für RVR) Vöpel, Dirk (für RVR) Beteiligungsbericht 2011 Mitglied gem. § 113 GO Klunk, Peter Prokura: Prokurist Wesely, Herbert d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 79,9 20,0 0,1 2011 % 92,4 7,5 0,1 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 3.312,80 829,09 3,19 T€ 3.228,72 263,25 3,25 T€ 2.882,87 253,96 Veränderungen % T€ 91,9 8,1 -345,85 -9,29 % -10,71 -3,53 -3,25 -100,00 Bilanzsumme 4.145,09 100,00 3.495,22 100,00 3.136,83 100,00 -358,39 -10,25 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 2.785,42 % 67,2 T€ 2.182,31 208,13 % 62,4 6,0 5,9 25,6 0,1 T€ 1.948,30 185,63 230,03 770,69 2,19 % 62,1 5,9 7,3 24,6 0,1 T€ -234,01 -22,50 23,16 -124,84 -0,20 % -10,72 -10,81 11,20 -13,94 -8,37 226,21 1.132,30 1,16 5,5 27,3 0,0 206,87 895,53 2,39 Bilanzsumme 4.145,09 100,00 3.495,22 100,00 3.136,83 100,00 -358,39 -10,25 -235- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und vom Ertrag sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 1.860,82 839,77 1.284,67 1.381,64 354,67 374,53 0,92 17,62 -711,61 2,07 -2,07 12,29 2011 T€ 2.097,09 798,50 1.176,38 1.427,11 373,55 338,84 0,60 12,39 -432,07 41,60 -41,60 0,00 9,08 -482,74 -482,74 0,00 1.673,07 1.015,03 1.100,29 1.480,09 248,73 475,11 11,03 14,77 -619,87 70,96 -690,83 -690,83 0,00 11,84 -737,80 -737,80 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -41,29 -24,80 -442,10 99,56 55,06 31.12.2010 -39,65 -33,81 -383,14 100,02 51,16 31.12.2011 -23,02 -24,78 -109,19 241,30 49,29 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 79,86 67,20 32,80 31.12.2010 92,34 62,44 37,56 31.12.2011 91,88 62,11 37,89 Angaben in % % % e) Lagebericht 1. Geschäft und Rahmenbedingungen der Gesellschaft 1.1 Zweck und betrieblicher Aufbau Die Gesellschaft wurde 1971 gegründet zum Betrieb eines Freizeit- und Naherholungsparks mit großem Freizeitangebot. Zweck der Gesellschaft ist die Förderung des Sports und der öffentlichen Gesundheitspflege, der Kinder- und Jugendhilfe, der Kultur und des Landschaftsschutzes für die im regionalen Umkreis wohnende Bevölkerung. Der Gesellschaftszweck wird insbesondere verwirklicht durch den Betrieb des öffentlichen Badbereiches für das Jedermannschwimmen, verschiedene Kursangebote, Programm- und Veranstaltungsangebote in den Einrichtungen der Gesellschaft sowie die Bereitstellung der Spiel- und Sportflächen im Revierpark Vonderort. -236- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Zur Erfüllung ihres Zwecks betreibt die Gesellschaft folgende Anlagen bzw. hat diese verpachtet: - Revierpark Vonderort mit 32 Hektar Grundfläche, inkl. Rundwanderweg, abwechslungsreichen Spiel-, Sportund Erholungsflächen, regelmäßige Konzerte, Minigolfanlage, Tischtennisplatten und Ballspielfelder, Ruderund Tretbootfahren, Rodelbahn Solbad mit Warmliege- und Außenschwimmbecken, Frei- und Wellenbad, Saunalandschaft mit Finnischer Sauna, Blockbohlensauna, Dampfsauna, Erdsauna, Teichsauna sowie Bio/Valo-Bädern. - 1.2 Rahmenbedingungen Das Geschäft der Gesellschaft ist im Allgemeinen von zahlreichen externen Faktoren abhängig. Neben saisonalen und witterungsbedingten Schwankungen zählen dazu insbesondere die verstärkte Konkurrenz durch verschiedene neue Freizeitangebote im Umkreis von Oberhausen, die Entwicklung der Energie- und Wasserpreise sowie die finanzielle Lage der öffentlichen Haushalte. Die grundlegende konjunkturelle Situation in 2011 in unserem Einzugsgebiet hat sich eher belebend auf die Nachfrage ausgewirkt. Aufgabenbedingt kann die Gesellschaft – ohne Zuschüsse der Gesellschafter – kein kostendeckendes Geschäft betreiben. Aufgaben, die sich aus dem Gesellschaftsvertrag ergeben, erfordern auch zukünftig Zuschüsse zu den laufenden Betriebskosten und zu Investitionen durch die Gesellschafter. Wir bemessen unser Geschäftsergebnis im Wesentlichen nach der Erfüllung unserer öffentlichen und gemeinnützigen Zwecksetzung und der Einhaltung der Vorgaben des Wirtschaftsplans; dabei spielen die Besucherzahlen, die Eintrittspreise, die erzielten Umsätze sowie unsere Material- und Personalaufwendungen eine wichtige Rolle. Im Jahr 2011 wurde die PROVA Unternehmensberatung GmbH mit dem Betrieb des Revierparks beauftragt. Sie hat Ihre Arbeit am 01.12.2011 aufgenommen und betreibt den Revierpark zunächst für ein Jahr mit der Option auf eine längerfristige Bindung an den Revierpark. In den ersten Monaten der Betriebsführung wird von der PROVA Unternehmensberatung ein Zukunftskonzept entwickelt, das sowohl die konzeptionelle als auch die wirtschaftliche Entwicklung des Revierparks ausführlich darstellt. 2. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 2.1 Ertragslage Der Geschäftsverlauf der Revierpark Vonderort GmbH war im Vergleich zu 2010 zufriedenstellend, wobei das Jahr 2010 noch im ersten Quartal durch die Umbaumaßnahmen im Saunabereich beeinträchtigt war. Den gesamten Erlösen und Erträgen in Höhe von 2.896 T€ (Vorjahr 2.701 T€) standen Ausgaben und Abschreibungen in Höhe von 3.328 T€ (Vorjahr 3.412 T€) gegenüber. Die Gesellschafter haben einen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 743 T€ (Vorjahr: 745 T€) gezahlt, der in den Erträgen enthalten ist. Ergänzend wurde ein Investitionskostenzuschuss von 249 T€ (Vorjahr: 247 T€) als Zuführung zur Kapitalrücklage geleistet. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit beläuft sich somit auf -432 T€ (Vorjahr: -712 T€). Dies entspricht einem Kostendeckungsgrad von 87,1% (Vorjahr 79,2 %). Hinzu kommen außerordentliche Aufwendungen und Steuern in Höhe von insgesamt 51 T€ (Vorjahr: 14 T€), so dass sich insgesamt ein Jahresfehlbetrag von -483 T€ (Vorjahr: -738 T€) ergibt. Die Abschreibungen in Höhe von 374 T€ und der übrige Jahresfehlbetrag in Höhe von 109 T€ wurden der Kapitalrücklage entnommen. Gegenüber dem Vorjahr sind folgende Veränderungen festzustellen: Gesamteinnahmen -237- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Bei den Gesamteinnahmen war bei den Erlösen aus Eintritten, Mieten und Pachten ein Zuwachs um 236 T€ (12,7 %) von 1.861 T€ auf 2.097 T€ zu verzeichnen. Die Erlöse in den Bereichen Solbad und Sauna haben sich zum Vorjahr verbessert, das Freibad lag (wetterbedingt) unter den Erwartungen. Die Umsatzentwicklungen ergeben sich wie folgt: 2011 2010 Steigerung T€ Solbad Freibad Sauna 1.129 26 745 T€ 981 81 601 T€ 148 -55 144 % 15,1 -67,9 24,0 Die oben dargestellten Verbesserungen im Solbad und in der Sauna sind darauf zurückzuführen, dass das ganze Jahr 2011 hindurch nicht durch Umbaumaßnahmen in der Sauna beeinträchtigt wurde; während der Umbauphase bis einschließlich März 2010 galten zudem ermäßigte Eintrittspreise. Die Erlöse im Freibad sind wetterbedingt analog der Erlöse in anderen Städten und Gemeinden deutlich zurückgegangen. Die Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge betrifft vor allem 38 T€ an im Vorjahr vereinnahmten Schadensersatzleistungen. Gesamtaufwendungen Bei den Gesamtaufwendungen war eine Senkung um 84 T€ (2,5 %) von 3.412 T€ auf 3.328 T€ zu verzeichnen. Die Aufwendungen teilen sich wie folgt auf: 1.176 T€ = 1.427 T€ = 374 T€ = 339 T€ = 12 T€ = 35,3 % Materialaufwand inkl. Energiekosten (Vorjahr: 1.285 T€ = 37,6%) 42,9 % auf Personalkosten (Vorjahr: 1.382 T€ = 40,5 %) 11,2 % auf Abschreibungsaufwand (Vorjahr 355 T€ = 10,4 %) 10,2 % auf Sonstige betriebliche Aufwendungen (Vorjahr 374 T€ = 11,0 %) 0,4 % Zinsen und ähnliche Aufwendungen (Vorjahr 18 T€ = 0,5%) Bei den Materialaufwendungen ergab sich ein Anstieg der Aufwendungen für Strom und Gas bzw. Heizöl von insgesamt 24 T€, der jedoch durch Einsparungen bei Betriebsstoffen von 53 T€, beim Wasser/Entwässerung von 24 T€ sowie insbesondere bei den Instandhaltungskosten (bezogene Leistungen) von 67 T€ übertroffen wurde. Gegenüber dem Vorjahr ist bei dem Personalaufwand eine Erhöhung um 45 T€ festzustellen, die mit unterjährigen Verschiebungen von Festangestellten zu Gunsten geringfügig Beschäftigter sowie und einer erhöhten Zahlung von Weihnachtsgeldern zu begründen ist. Durch den Wegfall der Zuschüsse für die Eislaufhalle ergab sich eine Entlastung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen von 35 T€. Der erhöhte Abschreibungsaufwand korrespondiert mit den Investitionen in die Saunalandschaft, die sich für Abschreibungszwecke erstmalig über das gesamte Geschäftsjahr auswirkten. Im Dezember 2011 ist ein umfangreicher Schaden an der parkeigenen Fernwärmeleitung aufgetreten. Die Aufenthaltsqualität im Bad und in der Sauna war zwischenzeitlich erheblich reduziert; das Jahresergebnis wurde hierdurch außerordentlich belastet (41,6 T€). 2.2 Finanz- und Vermögenslage 91,8 % der Bilanzsumme von 3.137 T€ auf der Aktivseite entfallen auf das Anlagevermögen, 62,1 % der Passivseite auf das Eigenkapital. Die bedeutende Veränderung auf der Aktivseite betrifft die abschreibungsbedingte Abnahme des Sachanlagevermögens um 346 T€. Diese wurde im Wesentlichen durch den Verzehr der Kapitalrücklage von 234 T€ und die Tilgung eines Bankdarlehens von 100 T€ finanziert. Die Investitionen des Jahres 2011 beschränkten sich mit 28 T€ (Vorjahr: 271 T€) auf das Notwendige. -238- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Der gezahlte Gesamtzuschuss der Gesellschafter (Betriebskostenzuschuss und Investitionskostenzuschuss) ist seit dem Jahr 2007 unverändert mit Ausnahme von Sonderzuschüssen in Höhe von je 113 T€ in den Jahren 2009 und 2010 für die Saunainvestition. Letztere wurden in einen Sonderposten eingestellt. Da die geleisteten Betriebskostenzuschüsse nicht ausreichten, wurde der Jahresfehlbetrag von -483 T€ der Kapitalrücklage entnommen. In die Kapitalrücklage wurden 249 T€ als Investitionskostenzuschuss einbezahlt, so dass diese in Summe um 234 T€ abnahm. Die Vermögensverhältnisse der Gesellschaft sind grundsätzlich geordnet. Das langfristig gebundene Vermögen ist zum größten Teil durch langfristiges Eigen- und Fremdkapital finanziert. Die Gesellschaft ist grundsätzlich in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. 3. Bericht über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung kommunaler Unternehmen gem. § 108 Abs. 2 GO NW für das Geschäftsjahr 2010 Durch die Wahrnehmung der unter 1.1 dargestellten Aufgaben wurde der Zweck der Gesellschaft gemäß § 2 des Gesellschaftsvertrages nachhaltig erfüllt. 4. Nachtragsbericht Die PROVA Unternehmensberatung GmbH erarbeitet ein Zukunftskonzept in Bezug auf die Ausgestaltung der Tätigkeit der Gesellschaft als auch im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit, das den Gesellschaftern und dem Verwaltungsrat nach dem Datum der Aufstellung des Lageberichtes vorgestellt werden wird. Andere Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres 2011 (gemäß § 289 Abs. 2 Ziff. 1 HGB) haben sich nicht ereignet. 5. Risikobericht Die Geschäftsführung hat ein angemessenes Risikoüberwachungssystem eingerichtet und entsprechende Berichtspflichten festgelegt. Dazu wurde ein Katalog mit möglichen Risikofeldern, potenziellen Risikoausprägungen und Risiko eingrenzenden Maßnahmen entwickelt, der planmäßig fortgeschrieben wurde. Durch die permanente Überwachung der Risiken der Gesellschaft können sowohl auf der Erlös- als auch auf der Kostenseite frühzeitig negative Entwicklungen erkannt und notwendige Maßnahmen ergriffen werden, um das Wirtschaftsergebnis möglichst im Rahmen des Wirtschaftsplans zu halten. Ein potenzielles Risiko besteht in weiterhin stark steigenden Energiepreisen für Strom, Gas und Wasser. Sowohl die Gebäude als auch die Anlagentechnik sind in allen Bereichen des Revierparks vergleichsweise alt. Es besteht jederzeit das Risiko eines nicht geringen Reparaturaufwandes, bei dem kurzfristig die Liquidität des Unternehmens gefährdet sein könnte. Kurz-, mittel- und langfristig werden zur Eingrenzung dieses Risikos bereits regelmäßig Unterhaltungsmaßnahmen vorgenommen. Die Erfüllung der Aufgaben, die sich aus dem Gesellschaftsvertrag ergeben, erfordern auch zukünftig Zuschüsse durch die Gesellschafter. Eine noch weitere Reduzierung dieser Zuschüsse hätte gravierende Einschränkungen der Angebotspalette zur Folge und würde die Entwicklung der Gesellschaft in der bestehenden Form gefährden. Weitere Investitionen stehen unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit und der Unterstützung durch die Gesellschafter. In Anbetracht des fixierten Zuschussniveaus der Gesellschafter und des reduzierten Bestandes an liquiden Mitteln hängt die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft einschließlich der Liquidität und Schuldendienstfähigkeit verstärkt vom Verlauf des operativen Geschäftes ab. Bei der Gestaltung der Rückzahlungsvereinbarungen des Investitionsbankdarlehens wurde diesem Umstand ausreichend Rechnung getragen. Insgesamt sind derzeit keine den Bestand oder die Entwicklung gefährdenden Risiken für die Gesellschaft zu erkennen. 6. Prognosebericht Für das Geschäftsjahr 2012 sind nach dem genehmigten Wirtschafts- und Betriebsplan Erlöse in Höhe von 2.316 T€, Ausgaben von 3.482 T€ , ein Betriebskostenzuschuss in Höhe von 637 T€ sowie ein Investitionszuschuss (Zuführung zur Kapitalrücklage) von 355 T€ vorgesehen. Dem Investitionszuschuss steht eine geplante Rücklagenentnahme für den laufenden Geschäftsbetrieb von 534 T€ gegenüber. Investitionen sind in einem Umfang von 149 T€ für den Saunabereich bzw. die Technik sowie für Betriebs- und Geschäftsausstattung vorgesehen. Die Erlöse in 2012 wurden auf der Grundlage eines detaillierten Eintrittspreiskonzeptes erstellt, das auch eine Preiserhöhung zum 01.07.2012 in allen Bereichen beinhaltet. Für das erste Quartal liegen die Besucherzahlen für Bad und Sauna über dem Vorjahresniveau und entsprechen trotz der Beeinträchtigungen durch den Ausfall der Fernwärmeversorgung im Wesentlichen den Planansätzen. Bedeutsame Planabweichungen haben sich bisher nicht ergeben. -239- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Weitere Optimierungen im Bereich der Energieeffizienz werden angestrebt, um kurzfristig, mittelfristig und langfristig Kosten zu senken. Für das Jahr 2012 ist eine umfassende Schadensregulierung der beschädigten Fernwärmeleitung geplant, die sowohl die Erneuerung der Leitung auf dem eigenen Grundstück als auch eine Querung der Bottroper Straße vorsieht. Hierdurch können in Hinblick auf das Jahresergebnis sowohl Mindererlöse als auch höhere Kosten entstehen. Detaillierte Abstimmungen mit der zuständigen Versicherung erfolgen kurzfristig. Eine grundlegende Verbesserung der Rahmenbedingungen in Gestalt höherer Gesellschafterzuschüsse ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten. Es ist daher das Ziel der Gesellschaft, die Wirtschaftlichkeit und Effizienz bei den Einnahmen und Ausgaben weiter zu verbessern und ein Zukunftskonzept kurzfristig zu erarbeiten und umzusetzen, um das Gleichgewicht der Liquidität mittelfristig zu erhalten. Oberhausen, im Mai 2012 Geschäftsführung -240- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 W o h n u n g s g e n o s s e n s c h a fte n Wohnungsgenossenschaften Bau- und Wohngenossenschaft Werkbundsiedlung Am Ruhrufer e.G. 79,04 % -241- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Bau- und W ohnungsgenossenschaft "W erkbundsiedlung Am Ruhrufer" e.G. a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Hauerweg 16 46049 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/845534 0208/8485464 gar-boehm@web.de eG 212,19 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Sonstige Genossenschaftsmitglieder Stadt Oberhausen 44,48 167,70 % 20,96 79,04 Gegenstand des Unternehmens: Errichtung und Bewirtschaftung von Wohneinheiten und Gemeinschaftsanlagen mit verschiedenen Rechts- und Nutzungformen im Bebauungsplangebiet Nr. 137 B - Behrensstr./Fährstr.'/Am Ruhrufer Sanierungsgebiet Zechengelände Alstaden. Wichtige Verträge b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vorstand: Mitglied Mitglied Mitglied Böhm, Hartmut Jörchel, Erwin Vatterot, Gerd Aufsichtsrat: Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mühle, Stefan Hammen, Margret van Suntum, Ute Lauderbach, Ulrich Mühle, Gerd Generalversammlung: Guthoff, Maria -242- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 90,2 9,6 0,1 2011 % 88,3 11,6 0,1 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 1.347,41 143,81 2,05 T€ 1.324,09 174,57 1,32 T€ 1.301,27 209,07 1,95 Veränderungen % T€ 86,0 13,8 0,1 -22,82 34,50 0,63 % -1,72 19,76 47,73 Bilanzsumme 1.493,26 100,00 1.499,98 100,00 1.512,29 100,00 12,31 0,82 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 446,30 10,35 1.029,80 6,82 % 29,9 0,7 69,0 0,5 T€ 467,29 9,67 1.023,03 % 31,2 0,6 68,2 T€ 493,80 7,17 1.010,67 0,65 % 32,7 0,5 66,8 0,0 T€ 26,51 -2,50 -12,36 0,65 % 5,67 -25,85 -1,21 Bilanzsumme 1.493,26 100,00 1.499,98 100,00 1.512,29 100,00 12,31 0,82 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse Erhöhung oder Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 134,34 0,80 0,16 47,81 23,32 4,78 1,47 34,07 26,79 5,80 20,99 0,67 20,10 1,56 2011 T€ 135,32 1,86 5,52 48,53 22,82 8,94 1,66 32,79 31,29 5,80 25,49 1,56 24,55 2,50 133,29 1,85 1,01 74,93 23,32 5,20 1,53 34,59 -0,37 5,80 -6,16 1,83 -5,00 0,67 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Personalaufwandsquote: -4,62 -1,38 17,16 31.12.2010 15,63 4,51 44,31 31.12.2011 18,84 5,19 48,31 Angaben in % % T€ % -243- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 90,23 29,89 70,11 31.12.2010 88,27 31,15 68,85 31.12.2011 86,05 32,65 67,35 Angaben in % % % e) Lagebericht Ein Lagebericht wird nicht erstellt. -244- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Sonstige Unternehmen BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -245- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -246- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -247- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Gewerkschaftsstraße 76-78 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/46839100 0208/46839111 achim.kawicki@bfo.oberhausen.de gGmbH 25,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Stadt Oberhausen 25,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: - die aktive Beschäftigungsförderung, die sich an die am Arbeitsmarkt benachteiligten Personengruppen richtet, insbesondere an -- Sozialhilfeempfänger/innen, die aufgrund Arbeitslosigkeit oder unzureichenden Erwerbseinkommens Sozialhilfe beziehen -- Arbeitslose, die von Sozialhilfebedürftigkeit bedroht sind, -- Geringqualifizierte und Jugendliche ohne Schul- und/oder Berufsabschluss -- Berufsrückkehrer/innen nach der Familienphase Wichtige Verträge OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Leistungsvertrag mit der OGM GmbH vom 05.03.2001 Dienstleistungsvertrag mit der Stadt Oberhausen vom 20.12.00 Vereinbarung mit der Stadt Oberhausen vom 20.12.00 ( Leistungsvertrag) b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Kawicki, Achim Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Frind, Reinhard Aufsichtsrat: Vorsitzende Oberste-Kleinbeck, Kirsten wird vertreten durch Vöpel, Dirk stellv. Vorsitzende Willing-Spielmann, Ulrike wird vertreten durch Wolter, Marita Mitglied gem. § 113 GO Siodmak, Brigitte wird vertreten durch Poß, Hans-Georg Mitglied Brands, Beatriks wird vertreten durch Albrecht-Mainz, Elia Mitglied Groß-Mühlenbruch, wird vertreten durch Werner Stappert, Claudia (Bgm.) -248- Stadt Oberhausen Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Mitglied (gem. § 113 GO) stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Holtz, Gerd Beteiligungsbericht 2011 wird vertreten durch Fürth, Joachim (Bgm.) Kamps, Jochen wird vertreten durch Kösling, Anja Koppers, Peter wird vertreten durch Janßen, Anne Nagels, Hans-Jürgen wird vertreten durch PlittVogt, Marlies Opitz, Stefanie wird vertreten durch Laß, Heike Radtke, Dorothee wird vertreten durch Kösling, Klaus Röder, Alfred wird vertreten durch Pascheberg, René Schepers, Hermann-Josef wird vertreten durch Rubin, Dirk Telli, Ercan wird vertreten durch Bongers, Sonja Blanke, Andreas wird vertreten durch Axt, Birgit Kleine, Sancho wird vertreten durch Paß, Eugen (Bgm) Runkler, Hans-Otto wird vertreten durch Prakken, Jolanta (Bgm.) Tscharke, Hans Josef wird vertreten durch Stehr, Simone-Tatjana Weingärtner, Helga wird vertreten durch Zimkeit, Stefan Pusch, Jörg wird vertreten durch Sarrafi, Ramin Poß, Hans-Georg Pers. Stellvertretung für Siodmak, Brigitte Albrecht-Mainz, Elia Pers. Stellvertretung für Brands, Beatriks Janßen, Anne Pers. Stellvertretung für Koppers, Peter Kösling, Anja Pers. Stellvertretung für Kamps, Jochen Kösling, Klaus Pers. Stellvertretung für Radtke, Dorothee Laß, Heike Pers. Stellvertretung für Opitz, Stefanie Stappert, Claudia Pers. Stellvertretung für Groß-Mühlenbruch, Werner (Bgm.) Stehr, Simone Tatjana Pers. Stellvertretung für Tscharke, Hans Josef Vöpel, Dirk Pers. Stellvertretung für Oberste-Kleinbeck, Kirsten Wolter, Marita Pers. Stellvertretung für Willing-Spielmann, Ulrike Bongers, Sonja Pers. Stellvertretung für Telli, Ercan Pascheberg, René Pers. Stellvertretung für Röder, Alfred Paß, Eugen Pers. Stellvertretung für Kleine, Sancho (Bgm.) Plitt-Vogt, Marlies Pers. Stellvertretung für Nagels, Hans-Jürgen Rubin, Dirk Pers. Stellvertretung für Schepers, Hermann-Josef M.d.L. Zimkeit, Stefan Pers. Stellvertretung für Weingärtner, Helga Axt, Birgit Pers. Stellvertretung für Blanke, Andreas (Bgm.) Fürth, Joachim Pers. Stellvertretung für Holtz, Gerd Prakken, Jolanta Pers. Stellvertretung für Runkler, Hans-Otto Sarrafi, Ramin Pers. Stellvertretung für Pusch, Jörg -249- stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 4,8 94,3 0,9 2011 % 3,5 96,5 0,0 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 51,83 1.010,44 9,26 T€ 40,19 1.120,32 0,02 T€ 26,97 350,95 0,02 Veränderungen % T€ 7,1 92,9 0,0 -13,22 -769,37 0,00 % -32,89 -68,67 0,00 Bilanzsumme 1.071,53 100,00 1.160,53 100,00 377,94 100,00 -782,59 -67,43 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 184,77 28,81 820,32 37,63 % 17,2 2,7 76,6 3,5 T€ 183,22 75,09 902,22 % 15,8 6,5 77,7 T€ 205,10 71,50 101,33 % 54,3 18,9 26,8 T€ 21,88 -3,59 -800,89 0,00 % 11,94 -4,78 -88,77 Bilanzsumme 1.071,53 100,00 1.160,53 100,00 377,94 100,00 -782,59 -67,43 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 6.431,21 1,22 622,59 5.616,76 14,37 182,74 2,54 2011 T€ 1.226,44 6,19 136,23 962,22 13,83 99,36 0,97 5.853,79 598,52 5.057,16 15,58 248,83 11,54 0,42 -55,18 0,07 -55,25 -55,25 0,00 -1,49 0,07 -1,55 -1,55 0,00 21,95 0,07 21,89 21,89 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -29,90 -39,67 30,17 86,39 31.12.2010 -0,02 -0,85 12,82 29,11 87,32 31.12.2011 1,78 10,67 35,71 51,36 78,06 Angaben in % % T€ T€ % -250- Stadt Oberhausen dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 4,62 17,24 82,76 Beteiligungsbericht 2011 31.12.2010 3,35 15,79 84,21 31.12.2011 7,07 54,27 45,73 Angaben in % % % e) Lagebericht 1. Ausgangslage Mit Urteil vom 20.12.2007 hatte das Bundesverfassungsgericht festgestellt, dass die gemeinsame Aufgabenwahrnehmung zwischen den Kommunen und der Bundesagentur für Arbeit in der ursprünglichen Form mit dem Grundgesetz unvereinbar war und eine Frist zur Reform des SGB II zum 01.01.2011 festgesetzt. Der Oberhausener Vertrag über die Gründung und Ausgestaltung der Arbeitsgemeinschaft „ARGE SODA“ mit seinen direkten Auswirkungen auf die BFO lief somit zum 31.12.2010 aus. Zwangsläufig war im Rahmen der in Oberhausen zu treffenden Neuregelungen auch die Zukunft der BFO zu regeln. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisation der Grundsicherung für Arbeitssuchende vom 10.08.2010 ermöglichte es den Agenturen für Arbeit und den Kommunen, die Aufgaben nach dem SGB II ab dem 01.01.2011 im Rahmen einer „Gemeinsamen Einrichtung“ in Jobcentern umzusetzen. Der Rat der Stadt Oberhausen beschloss, die Aufgaben nach dem SGB II ab dem Jahr 2011 in der Organisationsform einer „Gemeinsamen Einrichtung als Jobcenter gem. § 44 b SGB II (Jobcenter)“ wahrzunehmen. Hierbei sollte grundsätzlich auch erreicht werden, die bisherige Aufgabenstruktur der BFO zu erhalten. Die gemeinsame Einrichtung wurde mit Wirkung ab dem 01.01.2011 gegründet und nahm zum gleichen Zeitpunkt ihren Betrieb auf. Aufgrund der neuen Sach- und Rechtslage war eine so umfassende Einbeziehung der BFO in die Aufgabenerledigung „Umsetzung von Arbeitsgelegenheiten nach dem SGB II“ wie zuvor nicht mehr möglich. Insbesondere war eine Übertragung von Kernaufgaben des Jobcenters auf die BFO ausgeschlossen. Zu diesen Kernaufgaben des Jobcenters zählten hierbei im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten insbesondere folgende Tätigkeiten: • Prüfung und Einrichtung von Stellen, • Profiling der potenziellen Maßnahmeteilnehmern/innen, • Auswahl der zuzuweisenden erwerbsfähigen Hilfebedürftigen, • Koordinierung, Planung, Steuerung, Maßnahmekontrolle sowie • die selbstständige Organisation und Durchführung der Qualifizierung von Maßnahmeteilnehmer/innen. Diese Tätigkeiten konnten somit nicht mehr oder nicht mehr vollumfänglich durch die BFO wahrgenommen werden. Vor diesem Hintergrund wurde zwischen Stadt und BA vereinbart, dass das neue Jobcenter Oberhausen „...mit bewährten Trägern in Oberhausen – dies schließt u. a. die BFO mit ein - … Rahmenvereinbarungen nach § 17 Abs. 2 SGB II über die Durchführung von Arbeitsgelegenheiten gegen Mehraufwandsentschädigung gem. § 16d Satz 2 SGB II“ nach den neuen Kriterien schließen soll. Um einen möglichst problemlosen Übergang vom alten ins neue System zu gewährleisten, wurden noch zwischen der ARGE SODA und der BFO Vereinbarungen zu Übergängen laufender Arbeitsgelegenheiten ins Jahr 2011, die teilweise bis August 2011 reichten, geschlossen. Darüber hinaus standen als Folge des Sparpaketes der Bundesregierung dem Haushalt des Jobcenters für 2011 deutlich reduzierte Mittel zu Verfügung, was sich auch auf die Beauftragung der BFO durch das Jobcenter auswirkte. 2. Maßnahmeentwicklung / Erfüllung des Gesellschaftszweckes Zur Ausführung der unter 1. geschilderten „Übergangsregelung 2010/2011“ wurden durch die ARGE SODA noch im Jahr 2010 folgende Arbeitsgelegenheiten mit Laufzeit bis ins Jahr 2011 bewilligt: 40 Entgeltstellen vom 1.10.2010 bis zum 31.03.2011 75 Mehraufwandsstellen für selbstbetreuende Träger vom 01.12.2010 bis zum 31.03.2011 180 Mehraufwandsstellen für das BFO - Netzwerk gestaffelt ab 01.11.2010 und 01.12.2010 bis zum 31.08.2011. Auf der Grundlage der zwischen dem Jobcenter und der BFO unter den neuen Bedingungen geschlossenen Rahmenvereinbarung nach § 17 Abs. 2 SGB II vom 01.03.2011 wurde des Weiteren die Durchführung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung nach § 16 d Satz 2 SGB II wie folgt vereinbart: a) durch Teilvereinbarung vom 25.03.2011 165 Stellen vom 25.03.2011 – 31.12.2011 Aufstockung ab 01.08.2011 auf insgesamt 205 Stellen bis zum 31.12.2011 Verlängerung durch Änderungsvereinbarung vom 06.10.2011 bis zum 31.03.2012 zur individuellen Verlängerungsmöglichkeit für jeden Teilnehmer / jede Teilnehmerin auf max. 6 Monate Maßnahmelaufzeit. durch Teilvereinbarung vom 06.10.2011 60 Stellen vom 02.11.2011 – 31.05.2012, davon 30 beginnend ab 02.11.2011 und 30 Stellen beginnend ab 16.11.2011 Verlängerung durch Änderungsvereinbarung vom 02.01.2012 bis zum 30.06.2012 Aufstockung ab 16.01.2012 auf insgesamt 78 Stellen bis zum 30.06.2012. -251- b) Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Insgesamt waren im Jahresdurchschnitt 2011 nur noch 216 Stellen besetzt; im Vorjahr 2010 waren es noch 749 besetzte Stellen. Alle auf den Stellen eingesetzten Oberhausener Bürger/innen wurden - zum Teil mehrfach - beraten und im Bedarfsfall sozialpädagogisch betreut. Die BFO hat in der Zeit vom 01.01.2011 bis zum 31.08.2011 im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten aus der „Übergangslösung 2010/2011“ 398 Teilnehmer/innen in Arbeitsgelegenheiten in der Mehraufwandsvariante und 22 Beschäftigte in der Entgeltvariante (Mehrfachnennungen, da mehrere Schulungen pro Teilnehmer/in) begleitend in 61 Projekten qualifiziert oder an externe Qualifizierungsträger für individuelle Qualifizierungen vermittelt. Die maßnahmebegleitenden Qualifizierungen für die Teilnehmer/innen in den Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung erfolgten im Rahmen des Projektes NeueOberhausenerArbeit NOA und waren möglichst arbeitsmarktnah und bedarfsgerecht. Ein betriebliches Praktikum war als ein Modul der Qualifizierung möglich. Maßstab für die Qualifizierung der Beschäftigten in der Entgeltvariante war die Erforderlichkeit und Sinnhaftigkeit in Bezug auf eine Einmündung in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Sie konnte dazu dienen, sowohl die „soziale“ Integration zu fördern als auch die Erwerbsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Qualifizierung konnte auf die auszuübende Tätigkeit ausgerichtet sein sowie auf eine Verbesserung der individuellen Kompetenzen abzielen. Ein betriebliches Praktikum war als ein Modul der Qualifizierung auch hier möglich. Im Rahmen der Umsetzung der Arbeitsgelegenheiten nach dem neuen System (Rahmenvereinbarung vom 01.03.2011, Konzept OberhausenerGemeinwohlArbeit -OGA) wurde zusammen mit den Trägern „Die Kurbel“- Katholisches Jugendwerk Oberhausen gGmbH, RUHRWERKSTATT Kultur-Arbeit im Revier e.V. und Zentrum für Ausbildung und Qualifikation Oberhausen (ZAQ) e.V. für Teilnehmende ein gemeinsames Qualifizierungsangebot angeboten. Folgende Schulungsangebote wurden von März bis Dezember 2011 vorgehalten: 1. Tipps für Schuldnerinnen/Schuldner und Verbraucherinnen/Verbraucher von A-Z 2. Gesundheit 3. Qualifizierung mit Arbeitsmarktbezug für Frauen 4. Arbeitsmarkt – Auftreten und Outfit, Selbstbewusstsein, Service und Dienstleistung 5. Qualifizierung für ältere Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab 45 Jahren: Die Zeit danach – Was tue ich für meine berufliche Zukunft? Jede Gruppenschulung wurde im o. g. Zeitraum grundsätzlich zweimal zu je einer Woche mit je 30 Stunden angeboten. Das Angebot wurde bedarfsgerecht angepasst. Jede/r Teilnehmer/in erhielt während der Beschäftigung die Möglichkeit der Teilnahme an einer begleitenden Qualifizierungsmaßnahme. Dabei wurde versucht, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechend der mit der Zuweisung vom Jobcenter vorgenommenen Schwerpunktsetzung in die Qualifizierungen zu vermitteln. 80 Teilnehmer/innen nahmen diese Möglichkeit im Berichtszeitraum wahr. Die BFO ist mit ihrer tatsächlichen Geschäftstätigkeit der Erfüllung Ihres Gesellschaftszweckes auch im Jahr 2011 erfolgreich nachgekommen. 3. Organisatorische und personelle Entwicklung Der gegenüber dem Vorjahr deutlich reduzierte Maßnahmenumfang führte bei der BFO seit Ende 2010 zu notwendigen betriebsbedingten Personalanpassungsmaßnahmen, die alleine im Jahr 2011 eine Personalreduzierung in Höhe von 10 Mitarbeitern/innen gegenüber dem Vorjahr beinhalteten. Von ursprünglich 24 Beschäftigten des Stammpersonals in 2010 musste das Personal bis zum Januar 2012 auf aktuell 11 Beschäftigte reduziert werden. 4. Ausblick Durch das Inkrafttreten der Neuregelungen des Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt zum 01.04.2012 ergeben sich weitere zahlreiche Veränderungen, die auch Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb der BFO haben werden. Zum 01.04.2012 werden die Förderungsinstrumente der §§ 16d und 16e SGB II umfassend reformiert. Das Instrument der Arbeitsgelegenheiten mit Entgeltvariante wird im SGB II-Bereich abgeschafft. Die Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung werden als nachrangigstes Eingliederungsinstrument im SGB II verankert, die Zuweisungsdauer wird zeitlich begrenzt und die Anforderungen an die Arbeitsgelegenheiten (Zusätzlichkeit, Wettbewerbsneutralität, im öffentlichen Interesse liegend) werden in der Vorschrift des § 16d SGB II festgelegt. Die Möglichkeiten der BFO, Einsatzfelder zu finden, die diesen Kriterien unter den vorgesehenen Standards standhalten, sind gering. Neben den geschilderten Änderungen sieht der Bundeshaushalt 2012 weitere erhebliche Mittelkürzungen im Eingliederungstitel vor. Auch für die folgenden Jahre sind weitere Mittelkürzungen vorgesehen. Dies lässt für Oberhausen und die BFO weitere Verringerungen der Maßnahmenkontingente erwarten. Vor diesem Hintergrund hat der Rat der Stadt Oberhausen in seiner Sitzung am 19.03.2012 u. a. insbesondere den Beschluss gefasst, den Geschäftsbetrieb der BFO zum 31.12.2012 einzustellen. Fazit Für die Jahre 2011 und 2012 ist es gelungen, die BFO auch unter den neuen rechtlichen Rahmenbedingungen in die Umsetzung der Arbeitsgelegenheiten in der Mehrauf-wandsvariante nach § 16 d SGB II einzubeziehen. Damit konnte der Betrieb der BFO in kleinerem Umfang bis zum 31.12.2012 gesichert werden. Aufgrund der gegebenen Sach- und Beschlusslage wird der Geschäftsbetrieb der BFO zum 31.12.2012 eingestellt. Oberhausen, 20.03.2012 Achim Kawicki Geschäftsführer -252- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -253- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Elly-Heuss-Knapp-Strraße 3 46145 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/6911 0208/691770 udo.spiecker@oberhausen.de http://www.aso-ggmbh.de/ gGmbH 25,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Stadt Oberhausen 25,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Zweck der Gesellschaft ist die Unterbringung, Betreuung, Versorgung sowie die ambulante und stationäre Pflege in der Regel alter Menschen. Zu diesem Zweck betreibt die Gesellschaft Altenpflegeheime. Darüber hinaus bewirtschaftet die Gesellschaft Alten- und Betreuerwohnungen und betreibt eine Tagespflegeeinrichtung. Wichtige Verträge Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen ASO Service GmbH Diverse Stadt Oberhausen Stadt Oberhausen Pachtverträge mit der ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH Dienstleistungsvertrag mit der ASO Service GmbH Heimverträge, Pachtverträge, Mietverträge, Betreuungsverträge Dienstleistungsvertrag mit der Stadt Oberhausen vom 27.05.2002 Überleitungsvertrag vom 17.12.2001 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Spiecker, Udo Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Frind, Reinhard Aufsichtsrat: Vorsitzende Oberste-Kleinbeck, Kirsten wird vertreten durch Vöpel, Dirk stellv. Vorsitzende Willing-Spielmann, Ulrike wird vertreten durch Wolter, Maria Mitglied gem. § 113 GO Poß, Hans-Georg wird vertreten durch Siodmak, Brigitte Mitglied Brands, Beatriks wird vertreten durch Albrecht-Mainz, Elia Mitglied Groß-Mühlenbruch, wird vertreten durch Werner Stappert, Claudia (Bgm.) -254- Stadt Oberhausen Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Mitglied (gem. § 113 GO) stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Holtz, Gerd Beteiligungsbericht 2011 wird vertreten durch Fürth, Joachim (Bgm.) Kamps, Jochen wird vertreten durch Kösling, Anja Koppers, Peter wird vertreten durch Janßen, Anne Nagels, Hans-Jürgen wird vertreten durch PlittVogt, Marlies Opitz, Stefanie wird vertreten durch Laß, Heike Radtke, Dorothee wird vertreten durch Kösling, Klaus (Bgm.) Röder, Alfred wird vertreten durch Pascheberg, René Schepers, Hermann-Josef wird vertreten durch Rubin, Dirk Telli, Ercan wird vertreten durch Bongers, Sonja Blanke, Andreas wird vertreten durch Axt, Birgit Kleine, Sancho wird vertreten durch Paß, Eugen (Bgm) Runkler, Hans-Otto wird vertreten durch Prakken, Jolanta (Bgm.) Tscharke, Hans Josef wird vertreten durch Stehr, Simone-Tatjana Weingärtner, Helga wird vertreten durch Zimkeit, Stefan Pusch, Jörg wird vertreten durch Sarrafi, Ramin Siodmak, Brigitte Pers. Stellvertretung für Poß, Hans-Georg Albrecht-Mainz, Elia Pers. Stellvertretung für Brands, Beatriks Janßen, Anne Pers. Stellvertretung für Koppers, Peter Kösling, Anja Pers. Stellvertretung für Kamps, Jochen Kösling, Klaus Pers. Stellvertretung für Radtke, Dorothee Laß, Heike Pers. Stellvertretung für Opitz, Stefanie Stappert, Claudia Pes. Stellvertretung für Groß-Mühlenbruch, Werner (Bgm.) Stehr, Simone Tatjana Pers. Stellvertretung für Tscharke, Hans Josef Vöpel, Dirk Pers. Stellvertretung für Oberste-Kleinbeck, Kirsten Wolter, Marita Pers. Stellvertretung für Willing-Spielmann, Ulrike Bongers, Sonja Pers. Stellvertretung für Telli, Ercan Pascheberg, René Pers. Stellvertretung für Röder, Alfred Paß, Eugen Pers. Stellvertretung für Kleine, Sancho (Bgm.) Plitt-Vogt, Marlies Pers. Stellvertretung für Nagels, Hans-Jürgen Rubin, Dirk Pers. Stellvertretung für Schepers, Hermann-Josef M.d.L. Zimkeit, Stefan Pers. Stellvertretung für Weingärtner, Helga Axt, Birgit Pers. Stellvertretung für Blanke, Andreas (Bgm.) Fürth, Joachim Pers. Stellvertretung für Holtz, Gerd Prakken, Jolanta Pers. Stellvertretung für Runkler, Hans-Otto Sarrafi, Ramin Pers. Stellvertretung für Pusch, Jörg -255- stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 c) Beteiligungen unmittelbar ASO Service GmbH T€ 25,00 % 100,00 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % T€ 578,76 1.709,09 9.450,87 1,16 15,3 84,7 0,0 998,81 9.156,23 1,57 2011 % 5,4 9,3 85,3 0,0 2.206,71 8.060,50 1,57 Aktiva Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ T€ Veränderungen % T€ % -578,76 -100,00 21,5 78,5 0,0 1.207,90 -1.095,73 0,00 120,93 -11,97 0,00 Bilanzsumme 11.161,11 100,00 10.735,37 100,00 10.268,78 100,00 -466,59 -4,35 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 3.956,20 0,22 5.030,53 2.174,17 % 35,4 0,0 45,1 19,5 T€ 4.327,43 0,18 4.660,00 1.747,76 % 40,3 0,0 43,4 16,3 T€ 4.492,04 0,15 4.186,31 1.590,29 % 43,7 0,0 40,8 15,5 T€ 164,61 -0,03 -473,69 -157,47 % 3,80 -16,67 -10,17 -9,01 Bilanzsumme 11.161,11 100,00 10.735,37 100,00 10.268,78 100,00 -466,59 -4,35 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 21.008,68 2011 T€ 19.767,38 22.476,56 0,68 1.449,24 4.345,37 14.182,56 235,41 4.913,43 3.049,56 4.359,42 13.311,02 223,33 5.807,52 0,03 982,36 4.377,78 12.223,54 201,75 3.817,63 102,40 21,89 330,22 -0,08 330,30 330,30 33,75 20,07 370,66 -0,57 371,23 371,23 54,74 18,63 165,14 0,53 164,61 164,61 -256- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 1,47 9,11 565,71 55,00 59,28 31.12.2010 1,77 9,38 594,56 58,54 55,33 31.12.2011 0,83 3,80 366,36 57,00 58,91 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 9,92 35,45 64,55 31.12.2010 9,07 40,31 59,69 31.12.2011 15,71 43,74 56,26 Angaben in % % % e) Lagebericht I. Entwicklung des operativen Geschäfts Die ASO gGmbH betreibt 3 stationäre Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 459 Plätzen. Davon entfallen 99 Plätze auf „Haus Bronkhorstfeld“, 60 Plätze auf die „Seniorenresidenz am OLGA-Park“ sowie 300 Plätze auf das „Louise-Schroeder-Heim“. Jahresdurchschnittlich konnte mit einer Auslastungsquote von 96,9 Prozent (Vorjahr: 96,9 Prozent ohne Haus am Brunnen) ein insgesamt gleiches Auslastungsniveau erreicht werden. Die Auslastungen der einzelnen Einrichtungen verteilen sich hierbei im „Haus Bronkhorstfeld“ mit 99,5 Prozent (Vorjahr: 99,3 Prozent), in der „Seniorenresidenz am OLGA-Park“ mit 99,6 Prozent (Vorjahr: 99,0 Prozent) und im „Louise-Schroeder-Heim“ mit 95,6 Prozent (Vorjahr: 99,7 Prozent). Das „Louise-Schroeder-Tagespflegezentrum“ konnte ebenso wie das „Tagespflegezentrum am Steigerhaus“ mit einer Auslastungsquote von 98,9 Prozent (Vorjahr: 100,8 Prozent) bzw. 98,6 Prozent (Vorjahr: 102,4 Prozent) auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Der ambulante Betriebszweig des Unternehmens hat sich mit dem „Häuslichen Pflegedienst der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung“ ebenfalls erneut am Oberhausener Pflegemarkt behaupten und seinen Gesamtumsatz in etwa auf Vorjahresniveau halten können. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt nach wie vor im Bereich des betreuten Wohnungsbestandes auf dem Gelände der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung. Der vermietete Wohnungsbestand umfasst unverändert insgesamt 180 Wohnungen. Die Auslastung lag wie im Vorjahr bei 100 Prozent. Auch im Berichtsjahr hat sich gezeigt, dass freiwerdende Wohnungen sofort erneut vermietet werden können. Dies belegt die Attraktivität des vorgehaltenen Wohnungsbestandes, die nicht allein in der Gebäudesubstanz, sondern vor allem in dem praktizierten Betreuungssystem wurzeln dürfte. Die Auswertung der in den letzten Tagen des Jahres 2010 durchgeführten Zufriedenheitsbefragung unter den Mietparteien hat diese Einschätzung eindrucksvoll bestätigt. II. Wichtige Vorgänge des Berichtsjahres Vor dem Landgericht Duisburg anhängiges Verfahren gegen Bangel und Plaßmeier GbR Im Juni 2008 ist von der ASO gGmbH vor dem Landgericht Duisburg Klage erhoben worden. Ein für das hiesige Unternehmen besonders wichtiger Teil des Klageantrages bezog sich auf die von der Gegenseite nicht zur Verfügung gestellten Einrichtungsgegenstände. Bereits im letzten Lagebericht wurde ausgeführt, dass seitens des Gerichtes unter dem 04.01.2011 ein Beschluss ergangen war, durch den die hiesige Rechtsauffassung bestätigt worden war. Auch deshalb wurde dem Vorschlag des Landgerichts gefolgt, noch einmal eine außergerichtliche Einigung zu versuchen. In den Folgemonaten musste jedoch zur Kenntnis genommen werden, dass die Gegenseite an ernsthaften Vergleichsverhandlungen nicht interessiert schien und lediglich versuchte, die Verhandlungen in die Länge zu ziehen. Da die Gegenseite keinerlei substantielle Vorschläge für eine Vergleichslösung unterbreitet hatte, musste das Klageverfahren wieder aufgenommen werden. Das Landgericht Duisburg hat zwischenzeitlich den 11.01.2013 zur Fortsetzung des Verfahrens terminiert. -257- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Klageerhebung gegen die Rechtsnachfolger der Firma Bangel und Plaßmeier GbR In dem seit Mai 2009 laufenden Verfahren konnte sich die ASO gGmbH in vollem Umfange durchsetzen. Die Gegenseite hatte im Dezember vor dem Verhandlungstermin am 15.12.2011 nach einem entsprechenden Hinweisbeschluss des OLG in Düsseldorf die Berufung zurückgezogen. Damit steht rechtskräftig fest, dass die Gegenseite nicht nur zur Lieferung der geforderten Einrichtungsgegenstände im Wert von ca. 70.000 Euro verpflichtet ist, sondern darüber hinaus auch das kumulierte Gesamtbudget zur Bestellung weiterer Einrichtungsgegenstände zur Verfügung steht. Rechtliche Auseinandersetzung mit der jetzigen Verpächterin wegen eines Feuchtigkeitsschadens Im Lagebericht 2010 wurde auf den Feuchtigkeitsschaden und den damit verbundenen Entgeltausfall hingewiesen. Der deshalb geführte Rechtsstreit konnte jedoch bereits zu Gunsten des Unternehmens durch einen gerichtlichen Vergleich beendet werden. Rechtliche Auseinandersetzung mit der jetzigen Verpächterin wegen nicht erbrachter Malerarbeiten Ende des Berichtsjahres zeichnete sich eine weitere rechtliche Auseinandersetzung mit der jetzigen Verpächterin ab, da diese sich geweigert hatte, vertraglich geschuldete Malerarbeiten zu erbringen. Da die entsprechende vertragliche Verpflichtung für die ASO gGmbH für die gesamte Vertragsdauer von besonderer Relevanz ist, kommt einer rechtlichen Klärung der strittigen Frage enorme Bedeutung zu. Da die Gegenseite den hiesigen Anspruch zurück gewiesen hatte, musste unter dem 16.12.2011 Klage vor dem Landgericht Duisburg erhoben werden. Im Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts liegt weder eine Klageerwiderung vor noch wurde bereits vom Landgericht ein Termin für eine erste Verhandlung festgesetzt. Abbau von 20 stationären Pflegeplätzen im Louise-Schroeder-Heim Im letzten Lagebericht wurde bereits auf den mit dem Landschaftsverband Rheinland vereinbarten Abbau von 20 stationären Pflegeplätzen hingewiesen. Die gesetzte Zielgröße von 20 abzubauenden Plätzen bzw. von insgesamt nur noch 300 vorzuhaltenden stationären Pflegeplätzen im Louise-Schroeder-Heim konnte bereits im ersten Halbjahr 2011 erreicht werden. Umbau der ASO-Zentralküche Im April 2011 hatte der Aufsichtsrat beschlossen, die Zentralküche im Gebäude des Louise-Schroeder-Heims so umzubauen, dass sie dauerhaft den insoweit maßgebenden Vorgaben des europäischen Rechts gerecht werden könne. Die dauerhafte Zulassung des ASO-eigenen Küchen -und Cateringbetriebes als Verarbeitungsbetrieb setzte voraus, dass durch bauliche Veränderungen die Speise- und Warenflüsse einschließlich aller Verkehrswege für die Beschäftigten so gestaltet werden, dass es künftig keine Überschneidungen mehr zwischen dem „sauberen“ und dem „unsauberen“ Bereich gibt. Dazu mussten u.a. verschiedene Schleusen zur Trennung der Zu- und Abwege eingebaut und eine unmittelbare Möglichkeit zur Anlieferung der benutzten Speisewagen an die Spülküche geschaffen werden. Darüber hinaus wurde im Innenhofbereich des Louise-Schroeder-Heims ein zusätzlicher Raum für die Anlieferung von Lebensmitteln errichtet und eine Sanierung der gesamten Küchentechnik einschließlich der dortigen Kühlräume vorgenommen. Abgerundet wurden die dortigen Arbeiten durch einen neuen Bodenbelag und darüber hinaus durch den Austausch der veralterten Kochgruppe durch den Einbau neuer Cooking-Center“. Aufgrund des starken Frostes konnten die Bauarbeiten nicht mehr im Berichtsjahr, sondern erst im Februar 2012 abgeschlossen werden. Anhebung der Entgeltsätze im stationären Pflegebereich Die mit den Kostenträgern geführten Vergütungsverhandlungen konnten im Juni 2011 beendet werden. Aus Sicht des Unternehmens war das erzielte Ergebnis ausgesprochen positiv. Der Verhandlungszeitraum läuft bis zum 31.05.2012. Weiterentwicklung der Gebäudestruktur der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung • Kauf eines Grundstücks Der Rat der Stadt Oberhausen hatte im September 2011 beschlossen, an die ASO gGmbH eine ca. 7.200 qm große Teilfläche an der Elly-Heus-Knapp-Straße 3/5 zu veräußern. Der Grundstückskaufvertrag wurde im September 2011 notariell beurkundet. Entsprechend den Vorgaben der politischen Gremien hatte sich die ASO gGmbH durch den Vertrag zugleich verpflichtet, den Abbruch von Haus I auf eigene Kosten und in eigener Regie durchzuführen. Im Zeitpunkt der Erstellung dieses Lageberichts wird die öffentliche Ausschreibung des Abbruchs vorbereitet. • Entscheidung über die künftige Nutzung der erworbenen Grundstücksfläche Im Lagebericht 2010 wurde bereits dargestellt, dass der Saal der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung nicht abgerissen, sondern dauerhaft erhalten und neu gestaltet werden solle. Auf der Grundlage der bereits 2010 vorgestellten Nutzungsvorschläge -258- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 wurde im Berichtsjahr abschließend entschieden, dass auf der durch den Abriss vom Haus am Brunnen frei werdenden Fläche zwei sich gegenüberliegende Gebäude mit 30 bzw. 28 Wohnungen errichtet werden sollen. Die Wohnungen verteilen sich auf jeweils drei Geschosse zuzüglich Staffelgeschoss. In den beiden Staffelgeschossen sollen pro Gebäude vier frei finanzierte Wohnungen entstehen, während die übrigen 50 Wohnungseinheiten mit öffentlichen Fördergeldern errichtet werden sollen. Unter dem 29.11.2011 hat die örtliche Bewilligungsbehörde die Förderzusage für das beabsichtigte Projekt erteilt, so dass der Realisierung auch in der beabsichtigten Größenordnung nichts mehr im Wege steht. Mit dem Beginn der Baumaßnahme wird im zweiten Halbjahr 2012 gerechnet, und zwar unmittelbar im Anschluss an den Abbruch der noch auf der Grundstücksfläche aufstehenden Gebäude. Wichtige Vorgänge Bestellung einer Prokuristin Der Aufsichtsrat hatte im Dezember 2011 beschlossen, Frau Susanne Schmitz-Freihoff mit Wirkung vom 01.01.2012 an Einzelprokura zu erteilen. Der entsprechende Eintrag ist zwischenzeitlich im Handelsregister vorgenommen worden. III. Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Ertragslage Für das Geschäftsjahr 2011 ergibt sich ein Jahresüberschuss von 165 TEUR (Vorjahr: 371 TEUR). Die Umsatzerlöse sanken gegenüber dem Vorjahr um 1.241 TEUR von 21.008 TEUR auf 19.767 TEUR und entfallen dabei auf die Erträge aus Vergütungssätzen (allgemeinen Pflegeleistungen, Unterkunft und Verpflegung) sowie aus gesondert berechenbaren Investitionsaufwendungen (nach Landespflegegesetz Nordrhein-Westfalen). Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen im Geschäftsjahr um 2.067 TEUR auf 983 TEUR zurück und entfallen dabei im Wesentlichen auf die Auflösung von Rückstellungen mit 377 TEUR. Der Materialaufwand erreichte mit 4.377 TEUR in etwa das Vorjahresniveau. Der Personalaufwand ging um 1.088 TEUR auf 12.223 TEUR durch die Reduzierung des Personalbestands im Zusammenhang mit der Reduzierung der Platzzahl im „Louise-Schroeder-Heim“ zurück. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen um 1.991 TEUR auf 3.818 TEUR zurück. Hierbei sanken insbesondere die Aufwendungen für Mieten und Pachten sowie übrigen Aufwendungen aufgrund von Zuführungen zu Rückstellungen des Vorjahres (Drohverluste sowie Altenpflegeausbildungsumlage). Das Finanzergebnis verbesserte sich schließlich aufgrund gestiegener Verzinsung von Guthabenkonten um 22 TEUR. Vermögens- und Finanzlage Das Anlagevermögen wird durch langfristiges Kapital am Bilanzstichtag gedeckt. In Höhe der Überdeckung von 3.962 TEUR (Vorjahr 4.475 TEUR) ist das Umlaufvermögen mit langfristigem Kapital finanziert. Der Anteil des langfristigen Kapitals an der Bilanzsumme ist auf 60 % nach 56 % am Vorbilanzstichtag gestiegen. Die Liquidität II. Grades ist auf 4.148 TEUR (Vorjahr 4.657 TEUR) gesunken und deckt den Finanzierungsbedarf im betrieblichen Bereich 2,4 Monate (Vorjahr 2,3 Monate). IV. Nachtragsbericht Seit Abschluss des Geschäftsjahres zum 31.12.2011 bis zur Aufstellung dieses Lageberichtes in 2012 gab es keine signifikanten Abweichungen hinsichtlich der Entwicklung der wirtschaftlichen Situation. V. Risikobericht Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. Im Zeitpunkt der Abfassung des Lageberichts liegen der Geschäftsführung auch keine Hinweise darauf vor, dass seitens der Stadt Oberhausen als Gesellschafterin des Unternehmens bestandsgefährdende Entscheidungen aufgrund des zu beschließenden Sparpaketes getroffen werden könnten. VI. Prognosebericht Die Geschäftsführung ist zuversichtlich, dass sich das Unternehmen auch in Zukunft am Oberhausener Pflegemarkt behaupten kann. Dies gilt für alle pflegerischen Bereiche und trotz weiterer Anbieter auch in Hinblick auf den stationären Betriebszweig. -259- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Im Laufe des Jahres 2012 wird in Holten mit der Eröffnung eines neuen Pflegeheims und einer Tagespflegeeinrichtung eines Mitbewerbers gerechnet. Auch wenn von solchen Einrichtungen gerade in deren Eröffnungsphase eine gewisse Sogwirkung ausgeht, wird von den neuen Angeboten keine andauernde Schwächung der eigenen Wettbewerbsposition erwartet. Mit dem zwischenzeitlich feststehenden Ausbau des unternehmenseigenen Angebots an betreuten Wohnungen wird vielmehr sogar eine Stärkung der eigenen Marktposition erwartet. Oberhausen, den 24. Februar 2012 ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH gez. Udo Spiecker Geschäftsführer -260- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -261- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 ASO Service GmbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Elly-Heuss-Knapp-Straße 3 46145 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/6911 0208/691770 udo.spiecker@oberhausen.de GmbH 25,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 25,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Zweck der Gesellschaft ist die ausschließliche Erbringung von Dienstleistungen aus den Bereichen Gebäudereinigung, Küchen-, Catering-, Wäscherei- und Stationshilfen für die ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH. Wichtige Verträge ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH Dienstleistungsvertrag mit der ASO Service GmbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Spiecker, Udo Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Frind, Reinhard -262- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 100,0 2011 % 100,0 Aktiva Umlaufvermögen T€ 34,48 T€ 37,23 T€ 35,79 Veränderungen % T€ 100,0 -1,44 % -3,87 Bilanzsumme 34,48 100,00 37,23 100,00 35,79 100,00 -1,44 -3,87 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 25,00 3,00 6,48 % 72,5 8,7 18,8 T€ 25,00 6,04 6,20 % 67,1 16,2 16,6 T€ 25,00 3,00 7,79 % 69,9 8,4 21,8 T€ 0,00 -3,04 1,59 % 0,00 -50,33 25,65 Bilanzsumme 34,48 100,00 37,23 100,00 35,79 100,00 -1,44 -3,87 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 645,13 2011 T€ 750,02 589,37 0,50 578,59 11,27 0,01 0,00 0,00 0,00 631,89 13,24 736,51 13,52 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 0,00 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,00 0,00 0,00 14,60 98,09 31.12.2010 0,00 0,00 0,00 33,12 97,95 31.12.2011 0,00 0,00 0,00 34,28 98,20 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 72,51 27,49 67,14 32,86 69,86 30,14 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % % -263- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht 1. 1.1 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Der ASO-Unternehmensverbund Weiterentwicklung des ASO-Unternehmensverbundes durch Gründung der ASO Service GmbH Die gesamten Aufgaben des ehemaligen Stadtamtes 54/Amt für Alteneinrichtungen sind zum 1. Januar 1993 auf die neu gegründete eigenbetriebsähnliche Einrichtung „Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen“ übertragen worden. Das operative Geschäft dieser Einrichtung ist entsprechend dem Ratsbeschluss vom November 2001 aus der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung herausgelöst und auf die „ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH“ übertragen worden. Diese hat ihren Geschäftsbetrieb am 1. Januar 2002 aufgenommen. Ende 2002 hat der Rat der Stadt beschlossen, den ASO-Verbund aus „Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen“ und „ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH“ um ein weiteres Unternehmen zu ergänzen, und zwar um die „ASO Service GmbH“. Diese Gesellschaft ist zum 1. Februar 2003 als 100%-ige Tochter der bereits bestehenden gGmbH gegründet worden und soll künftig ausschließlich hauswirtschaftliche Dienstleistungen für das Mutterunternehmen erbringen. Organe der ASO Service GmbH sind die Geschäftsführung sowie die Gesellschafterversammlung. Geschäftsführer ist Herr Udo Spiecker. 2. Darstellung des Geschäftsverlaufs 2.1 Umsatz- und Ertragsentwicklung Die Gesamterträge beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 auf € 752.562,77. Der vorgenannte Betrag entspricht im Wesentlichen den tatsächlich entstandenen Personalkosten. Diese werden der ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH monatlich in Rechnung gestellt, und zwar aufgrund der umsatzsteuerlichen Organschaft ohne Umsatzsteuer. Gleiches gilt für den in Rechnung gestellten Betrag zur Abdeckung der entstandenen Allgemeinkosten, die ebenfalls von der ASO gGmbH getragen werden müssen. 2.2 Personalbereich Im Jahresdurchschnitt 2011 waren in der ASO Service GmbH insgesamt 21,88 Kräfte beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahr sind dies durchschnittlich 2,40 Vollkräfte mehr. Auf den vorgenannten „Vollkraftstellen“ wurden durchschnittlich 48 Mitarbeitende beschäftigt. Zum 31.12.2011 waren insgesamt 3 Mitarbeitende in Vollzeit beschäftigt. Der Beschäftigungsanstieg korrespondiert mit der Fluktuation im Bereich der Hauswirtschaftskräfte der ASO gGmbH. 2.3 Investitionen Investive Maßnahmen wurden und werden aufgrund der rechtlichen Konstruktion der ASO Service GmbH nicht von dieser durchgeführt oder finanziert. Investitionen werden vielmehr ausschließlich über den ASO Eigenbetrieb bzw. die ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH abgewickelt. Auf deren Jahresabschlüsse wird insoweit an dieser Stelle verwiesen. 2.4 Vermögens- und Finanzlage Das Eigenkapital nimmt einen Anteil von 69 % der Bilanzsumme ein. Am 31.12.2011 errechnet sich eine Liquidität II. Grades von 25 T€ (Vorjahr 25 T€), der ein betriebsgewöhnlicher monatlicher Finanzbedarf von 63 T€ (Vorjahr 54 T€) gegenübersteht. 3. Nachtragsbericht Seit Abschluss des Geschäftsjahres 2011 bis zur Aufstellung dieses Lageberichtes in 2012 hat es keine signifikanten Abweichungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation gegeben. 4. Risikobericht Bestandsgefährdende Risiken sind nicht ersichtlich. 5. Prognosebericht Aufgrund der umsatzsteuerlichen Organschaft und des Gesellschaftszwecks ist die Entwicklung der ASO Service GmbH untrennbar mit der Geschäftsentwicklung der ASO gGmbH als Muttergesellschaft verbunden. Diese konnte in den letzten Jahren ihre Attraktivität durch die Eröffnung der beiden neuen stationären Einrichtungen (Haus Bronkhorstfeld, Seniorenresidenz am OLGA-Park) und durch die Inbetriebnahme einer zweiten teilstationären Einrichtung (Tagespflegezentrum am Steigerhaus) erheblich steigern. Eine weitere Stärkung der Wettbewerbssituation des Mutterunternehmens wird von dem Ausbau des Vermietungsbereiches um weitere 58 betreute Wohnungen erwartet. Mit den neuen Mietparteien wird erfahrungsgemäß auch die Nachfrage nach hauswirtschaftlichen Dienstleistungen steigen. Dies wird zur Absicherung der bestehenden Arbeitsplätze und möglicherweise auch zu Schaffung neuer Arbeitsplätze führen. Oberhausen, 24. Februar 2012 Udo Spiecker Geschäftsführer -264- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -265- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Jobcenter Oberhausen a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Centroallee 261 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet Jobcenter-Oberhausen@jobcenter-ge.de http://www.jobcenter-oberhausen.de/ Gesellschaft öffentlichen Rechts sui generis 0,00 0208-62134301 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Agentur für Arbeit Oberhausen Stadt Oberhausen 0,00 0,00 % 50,00 50,00 Gegenstand des Unternehmens: Zur einheitlichen Wahrnehmung der Aufgaben der Grundsicherung für Arbeitssuchende bilden die Agentur für Arbeit und die Stadt Oberhausen als Träger der Grundsicherung für Arbeitssuchende eine gemeinsame Einrichtung gem. § 44 b Zweites Buch Sozialgesetzbuch (SGB II). Das Jobcenter nimmt gemäß § 44 b Abs. 1 Satz 2 SGBII die Aufgaben der Träger wahr. Wichtige Verträge Stadt Oberhausen Vereinbarung zur Bildung und Ausgestaltung einer gemeinsamen Einrichtung gemäß § 44 b des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Gleibs, Annette Trägerversammlung: Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Lehnert, Heinrich Frind, Reinhard Klar, Andreas Nagels, Hans-Jürgen Oberste-Kleinbeck, Kirsten Telli, Ercan Draeger, Wolfgang Marxcord, Detlef Brands, Beatriks Muss, Ralf Opitz, Stefanie -266- Stellvertretung für Herrn Telli Stellvertretung für Frau Oberste-Kleinbeck Stadt Oberhausen stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Poß, Hans-Georg Willing-Spielmann, Ulrike Hübner, Katja Dimmek, Ulrich Seibert, Judith Vomschloß, André Abt-Nölle, Monika Beteiligungsbericht 2011 Stellvertretung für Herrn Nagels Beirat: Vorsitzende Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Schulte, Elisabeth Groß-Mühlenbruch, Werner Holtz, Gerd Kamps, Jochen Leischen, Claudia Nagels, Hans-Jürgen Wilke, Volker Piontkowski, Frank Steinhoff, Marion Steinmann, Beate Cotta, Uwe Jakobs, Ursula Citrich, Gerd Herfs, Liane Greven, Henrike Michaelsen, Hans Bischoff, Jörg Reuschenbach, Monika Josting, Ingeborg e) Lagebericht Ein Lagebericht wird nicht erstellt. -267- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -268- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -269- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 99 46047 Oberhausen Kontakt: Telefon Telefon Fax Fax e-Mail Internet Internet 0201/319390 0208/4500794 0201/3193918 0208/4500739 http://www.106.2radiooberhausen.de/ http://www.92.9radiomuelheim.de/ GmbH 25,56 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Beteiligungsholding Mülheim an der Ruhr GmbH Stadt Oberhausen Zeitungsverlag Niederrhein GmbH & CO. Essen Kommanditgesellschaft 3,17 3,22 19,17 % 12,40 12,60 75,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Beteiligung an der Kommanditgesellschaft "Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH & Co. KG" als persönlich haftende Gesellschafterin sowie die Übernahme der Geschäftsführung und Vertretung dieser Gesellschaft. Darüber hinaus sind Gegenstand des Unternehmens alle mit Satz 1 unmittelbar oder mittelbar zusammenhängenden Geschäfte. Wichtige Verträge Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk für das Vertretungsgebiet der Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen e.V. b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführer Weske, Hans-Jürgen Hölscher, Ulrich Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Tsalastras, Apostolos Prokura: Prokurist Raußmüller, Willy -270- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht Mit Datum vom 06.10.2009 teilte die Bezirksregierung Düsseldorf mit, dass künftig für die Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH auf die Erstellung eines Lageberichtes verzichtet werden kann. Somit wurde kein Lagebericht erstellt. -271- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -272- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -273- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH & CO. KG a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Essener Str. 99 46047 Oberhauen Kontakt: Telefon Telefon Fax Fax e-Mail Internet Internet 0201/319390 0208/4500764 0201/3193918 0208/4500739 http://www.106.2radiooberhausen.de/ http://www.92.9radiomuelheim.de/ GmbH & Co. KG 2.040,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Beteiligungsholding Mülheim an der Ruhr GmbH Peter Fiele Stadt Oberhausen Zeitungsverlag Niederrhein GmbH & CO. Essen Kommanditgesellschaft 1,24 507,52 1,24 1.530,00 % 0,06 24,88 0,06 75,00 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Wahrnehmung folgender Aufgaben, die sich aus dem Landesrundfunkgesetz für den Betrieb lokalen Rundfunks ergeben: Die zur Produktion und zur Verbreitung des lokalen Rundfunks erforderlichen technischen Einrichtungen zu beschaffen und dem Vertragspartner zur Verfügung zu stellen. Dem Vertragspartner die zur Wahrnehmung seiner gesetzlichen und durch Vereinbarung bestimmten Aufgaben erforderlichen Mittel im vertraglich bestimmten Umfang zur Verfügung zu stellen. Für den Vertragspartner Produktionshilfen zur Verfügung zu stellen. Hörfunkwerbung zu verbreiten. Darüber hinaus sind Gegenstand des Unternehmens alle mit Satz 1 unmittelbar oder mittelbar zusammenhängenden Geschäfte. Zu diesem Zweck kann sich die Gesellschaft an anderen Unternehmen mit gleichem oder ähnlichem Gesellschaftszweck beteiligen, derartige Untrnehmen erwerben, Tochtergesellschaften gründen, Zweigniederlassungen errichten sowie alle sonstigen den Gesellschaftszweck fördernde Geschäfte vornehmen. -274- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Geschäftsführer Geschäftsführer Weske, Hans-Jürgen Hölscher, Ulrich Vertreter der Stadt / der städt. Beteiligung in der Gesellschafterversammlung: Tsalastras, Apostolos e) Lagebericht Geschäfts- und Rahmenbedingungen Die Tätigkeit der Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/ Oberhausen mbH & Co. KG erstreckt sich im Wesentlichen auf die Verbreitung von Hörfunkwerbung, die Zurverfügungstellung von Sende- und Produktionstechnik für die vertraglich gebundene Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk für die Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen e.V., sowie die Erstattung der durch die Veranstaltergemeinschaft verursachten Kosten. Die Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/ Oberhausen mbH & Co. KG ist nach dem Landesmediengesetz verpflichtet, die Sende- und Produktionstechnik für die Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk für die Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen e.V. zur Verfügung zu stellen und die dort verursachten Kosten zu übernehmen. Das Kerngeschäft der Betriebsgesellschaft ist die Vermarktung von Hörfunkwerbung im lizenzierten Sendegebiet der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk für die Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen e.V., der Lokalfunkmarken “ Radio Mülheim“ und „Radio Oberhausen“. Sie bedient sich hier der Dienstleistungen der Westfunk GmbH & Co. KG, die im eigenen Namen für fremde Rechnung mit qualifiziertem Verkaufs- und Marketingpersonal für die Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/ Oberhausen mbH & Co. KG im Sendegebiet tätig ist. radio NRW produziert und liefert täglich das Rahmenprogramm, das im Anschluss an die originär im Sender produzierten Lokalstunden auf den Frequenzen von Radio Mülheim und Radio Oberhausen gesendet wird. radio NRW lässt die Werbeminuten vor der jeweils vollen Stunde von der Radio Marketing Service GmbH, Hamburg, national vermarkten und bestreitet daraus die Produktion des Rahmenprogramms. Nach Abzug der Kosten werden, neben einer Gewinnabschöpfung durch die Gesellschafter in Höhe von 15 %, die Überschüsse nach einem Umlageschlüssel der erzielten Reichweiten der Lokalfunksender in NRW verteilt. Das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland war im Geschäftsjahr 2011 weiterhin positiv zu bewerten. Der ifoGeschäftsklima-Index liegt im Dezember 2011 mit 107,2 auf einem guten Niveau (Indexwert 2005 = 100,0). Zu Beginn des Jahres 2011 lag der ifo-Geschäftsklima-Index noch bei einem Wert von 113,9. Der Hauptgrund für den rückläufigen Trend ist in der europaweiten Wirtschaftskrise zu sehen. Bisher zeigt sich Deutschland in der Krise stabil, die weltweite Verunsicherung wirkt sich jedoch auf die Erwartungen der deutschen Unternehmen aus. Die Entwicklung auf den Arbeitsmarkt ist weiterhin positiv. Mit 3,0 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2011 gab es 0,3 Millionen Arbeitslose weniger als im Vorjahresdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote lag im Jahr 2011 durchschnittlich bei 7,1 %. (Vorjahr: 7,7 %). Die Werbeaufwendungen der Unternehmen in Deutschland erhöhten sich im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,8 %. Der Anteil der Gattung Radio am Werbevolumen der Werbetreibenden beträgt 5,4 % und liegt damit etwas unter dem Vorjahr (2010: 5,5 %). Die Aufwendungen für Radiowerbung erhöhten sich um 3,4 %. Ertragslage Die Umsätze gingen im Geschäftsjahr 2011 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurück und liegt zum Geschäftsjahresende mit 1.369 T€ um 286 T€ (-17,3 %) unter dem Vorjahreswert. Die Überschussbeteiligung von Radio NRW verringerte sich für Radio Oberhausen und Radio Mülheim im Geschäftsjahr 2011 um 58 T€ auf 328 T€. Dieses ist vor allem auf die gesunkene Reichweite der Senders „Radio Mülheim“ zurückzuführen. Die leichte Steigerung des Senders „Radio Oberhausen“ konnte dieses nicht kompensieren. Die durchschnittliche Stundenreichweite (Mo.-So.) von „Radio Mülheim“ lag mit 2,8 % (gem. E.M.A. NRW 2011 I) um 1,4 % unter dem Vorjahreswert; dieser Wert verbesserte sich bei „Radio Oberhausen“ um 0,5 % auf 7,0 %. Der Anteil bei den -275- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 „Hörern gestern Montag – Freitag“ bei „Radio Mülheim“ verschlechterte sich – gem. E.M.A. NRW 2011 I – auf 11,7 % (Vorjahr: 18,4 %). Bei „Radio Oberhausen“ ging dieser Wert um 5,8 % auf 23,8 % zurück. Bei den Aufwendungen verringerten sich die Abschreibungen um 50 T€, sowie die umsatzabhängigen Kosten Lizenzen und Konzessionen (-26 T€) und Provisionen (-21 T€). Im Gegenzug erhöhten sich die Reise-, Bewirtungs- und Werbekosten um 37 T€. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit lag mit -297 T€ um -348 T€ unter dem Vorjahreswert. Finanzlage Der Cashflow ist negativ und hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Kapitalflussrechnung: 2011 T€ 2010 T€ Laufende Geschäftstätigkeit: Periodenergebnis Abschreibungen auf Gegenstände des Sachanlagevermögens und auf immaterielle Vermögensgegenstände Zunahme / Abnahme der Rückstellungen Gewinn/Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens Zunahme / Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Aktiva, die nicht der Investitionsund Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind Zunahme/Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie andere Passiva, die nicht der Investitionsund Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -298,9 29,5 50,8 79,5 5,8 0,0 21,6 0,0 86,9 -12,8 -73,6 -44,9 Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit Investitionstätigkeit: Investitionen in das Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögensgegenstände Erlöse aus dem Abgang von Gegenständen des Sachanlagevermögens und von immateriellen Vermögensgegenständen Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -250,3 94,2 0,0 -2,3 0,0 0,0 0,0 -2,3 Finanzierungstätigkeit Einzahlung aus Kapitalerhöhung der Gesellschafter Haftungsrisikovergütung der Komplementärin 125,0 0,0 0,0 0,0 Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 125,0 0,0 -276- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Entwicklung des Finanzmittelfonds Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds - Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit - Cash Flow aus der Investitionstätigkeit - Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit -250,3 0,0 125,0 -125,3 -2,2 -127,5 94,2 -2,3 0,0 91,9 -94,1 -2,2 Finanzmittelbestand am Anfang der Periode Finanzmittelbestand am Ende der Periode Veränderung Finanzmittelbestand -125,3 91,9 Die Gesellschaft finanziert sich über Einnahmen aus der Vermarktung von Werbezeiten und Sonderwerbeformen (inklusive Onlineangebote). Aufgrund der Einbeziehung in das inländische Cash-Pooling der WAZ Mediengruppe ist die Liquidität jederzeit gesichert, da die Gesellschaft von der allgemein bekannten Bonität der WAZ Mediengruppe profitiert. Vermögenslage Die Bilanzsumme liegt zum Jahresabschluss 2011 bei 3.227 T€ und damit um 58 T€ über dem Vorjahr. Auf der Passivseite erhöhten sich die Verbindlichkeiten um 52 T€. Auf der Aktivseite reduzierte sich das Anlagevermögen um 29 T€ und die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um 89 T€. Der nicht gedeckte Fehlbetrag erhöhte sich um 174 T€ auf 2.893 T€. Der Anteil des Anlagevermögens an der Bilanzsumme verringerte sich auf 2 %. Hierbei handelt es sich um Anlagevermögen für Produktions- und Sendetechnik, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie Lizenzrechte im Wert von insgesamt 58 T€. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Ablauf des Geschäftsjahres nicht eingetreten. Chancen und Risiken Chancen Da sich die Umsätze auf dem lokalen Werbemarkt im 2. Halbjahr 2011 stabilisiert haben und die entwickelten Angebote vom Markt angenommen werden, erwartet die Geschäftsführung für 2012 eine positive Umsatzentwicklung. Aufgrund der wirtschaftlichen Erholung seit Ende 2010 und die aktuell stabile Wirtschaftslage in Deutschland ist auch in 2012 von einem guten Vermarktungsumfeld auszugehen. Das in den Vorjahren stetig weiterentwickelte Angebotsportfolio soll fortentwickelt werden. Die Zielgruppen-spezifischen Verkaufsprogramme für Bestands- und Neukunden sollen weitergeführt werden. Dabei nimmt die Vernetzung von digitalen Angeboten (Mobile, Internet, etc.) mit klassischen Werbespotschaltungen sowie Sonderwerbeformen einen immer größeren Stellenwert ein. Diese vielfältigen Angebote sollen dazu führen, dass die Werbetreibenden ihre Werbe-Budgets verstärkt bei der Berichtsgesellschaft buchen bzw. dort belassen. Risiken Die Gesellschaft wird durch folgende Risiken beeinflusst: Markt- und Wettbewerbsrisiken Der Marktdruck der öffentlich-rechtlichen Sender des WDR ist im Geschäftsjahr 2011 deutlich gestiegen. Vor allem die regionalen Werbetreibenden wechseln zum WDR, da die Vermarkter des WDR ihre Angebote für diese Kunden durch eine aggressive Preispolitik deutlich attraktiver gestaltet haben. Durch die Entwicklung attraktiver Angebote für die Berichtsgesellschaft konnte ab Mitte des Jahres eine Erholung herbeigeführt werden. Es ist zu erwarten, dass der bestehende Marktdruck der landesweit agierenden Konkurrenz beibehalten und ggf. sogar erhöht wird. -277- Stadt Oberhausen Rechtliche Risiken Beteiligungsbericht 2011 Die befristet erteilten rundfunkrechtlichen Lizenzen sind mit bestimmten Auflagen verbunden und konzentrationsrechtlichen Meldepflichten unterworfen, deren Beachtung und Befolgung wesentlich für den Bestand der Genehmigungen sind. Diese Sendelizenzen sind in Deutschland zeitlich befristet erteilt. Die Lizenz wurde der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk für die Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen e.V. im Geschäftsjahr 2010 um 5 Jahre bis zum 31.08.2015 verlängert. Eine Verlängerung der Fristen wird in der Regel gewährt, jedoch ohne Garantie. Die Lizenzen und Genehmigungen beinhalten zum Teil auch Auflagen, deren Nichtbefolgung die Landesmedienanstalten auch während der Laufzeit zu einem Widerruf berechtigen. Nach jetziger Einschätzung der Geschäftsführung ist ein Entzug der aktuellen Lizenz sowie die Ablehnung zukünftiger Lizenzverlängerungen nicht zu erwarten. Gesamtrisiko In der Gesellschaft wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr keine bestandsgefährdenden Risiken identifiziert. Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten, sind nicht erkennbar. Die Geschäftsführung beobachtet das wirtschaftliche Umfeld stetig und erarbeitet Maßnahmen die die Entwicklung der Berichtsgesellschaft im Geschäftsjahr 2012 unterstützen. Damit soll einer negativen Entwicklung vorgebeugt und falls notwendig, entgegen getreten werden. Sollte eine dauerhafte negative Geschäftsentwicklung eintreten, wäre der Fortbestand der Berichtsgesellschaft gefährdet. Die Gesellschaft und der Sender sind wichtiger Bestandteil der Hörfunkbeteiligungen der WAZ Mediengruppe. Eine flächendeckende Verbreitung im Verbreitungsgebiet der WAZ Mediengruppe ist für die Vermarktung von Hörfunkwerbung für alle Sender ein wichtiger Faktor. Um den Fortbestand der Berichtsgesellschaft dauerhaft zu sichern, ist, neben der eigenen positiven Entwicklung, vor allem eine positive Geschäftsentwicklung samt positiver Ergebnisse der gesamten Hörfunkbeteiligungen der WAZ Mediengruppe entscheidend. Im Geschäftsjahr 2011 konnten die Hörfunkbeteiligungen der WAZ Mediengruppe ein positives Ergebnis erzielen. Risikomanagement Durch ein implementiertes Risikomanagement können Risiken rechtzeitig von der Geschäftsführung erkannt werden. Hierzu verfügt die Betriebsgesellschaft über geeignete Planungs-, Reporting- und Controllingsysteme, die eine Risikobewertung und Steuerung der Gesellschaft ermöglichen. Die Geschäftsführung hat damit die Möglichkeit, Risiken zu erkennen, abzuwenden und zu minimieren. Prognosebericht Das Erlöspotential des Sendegebietes ist noch nicht ausgeschöpft. Die bisherigen Umsätze sind weiter ausgebaut werden muss. Durch die Fortsetzung der erfolgreichen Verkaufsaktivitäten wirtschaftlichen Umfeld in Deutschland erscheint ein weiterer Ausbau der Umsatzeinnahmen Geschäftsklima bei den Unternehmen ist weiterhin positiv. Das Kostenniveau der Gesellschaft soll gehalten werden. Außergewöhnliche Aufwendungen sind nicht zu erwarten. eine Grundlage, die in einem positiven als realistisch. Das auf Vorjahresniveau Die Reichweiten des Sender „Radio Mülheim“ ist auf einem niedrigen Niveau, die Reichweitenentwicklung von „Radio Oberhausen“ ist stabil auf gutem Niveau. Die Betriebsgesellschaft wird die Veranstaltergemeinschaft in dem Bestreben nach einer Stabilisierung und weiteren Steigerung der Reichweite, vor allem für „Radio Mülheim“, soweit möglich, unterstützen. Die im Geschäftsjahr 2010 begonnene landesweite Programmberatung zur Programmoptimierung soll fortgesetzt werden. Hierdurch sollen sowohl die Stammhörer an die Sender des lokalen Hörfunks NRW gebunden, als auch Neuhörer gewonnen werden. Das Internetangebot des Senders wird stetig weiterentwickelt und bildet einen wichtigen Baustein bei der Hörer- und Kundenbindung. Für die Folgejahre 2012 und 2013 erwartet die Geschäftsführung eine Verbesserung der Ergebnisse. Das Ziel der Geschäftsführung liegt weiterhin bei einem ausgeglichenen Jahresergebnis. Eine Inanspruchnahme durch Gläubiger der Kommanditgesellschaft aus der persönlichen Haftung für Schulden der Kommanditgesellschaft ist bis zum heutigen Tage nicht erfolgt und ist auch nicht zu erwarten. Der Verlustvortrag in Höhe von 2.892.840 Euro ist durch Darlehen in Höhe von 2.730.681 Euro gedeckt. Für den verbleibenden Verlust in Höhe von 162.159 Euro liegt eine Patronatserklärung der Zeitungsverlag Niederrhein GmbH & Co. Essen Kommanditgesellschaft vor. Essen, 13.06.2012 Hans-Jürgen Weske Ulrich Hölscher -278- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -279- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Public Konsortium d-NRW GbR a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Rheinische Straße 1 44137 Dortmund Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0231/222438-10 0231/222438-11 info@d-nrw.de www.d.nrw.de GbR 1.349,59 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Dortmunder Systemhaus GKD Gemeinsame Kommunale Datenzentrale Recklinghausen (HABIT) Hagener Betrieb für Informationstechnologie Kreis Mettmann krz Komm. Rechenzentrum MindenRavensberg/Lippe KRZN Kamp-Lintfort Land NRW LVR Landschaftsverband Rheinland regio iT Aachen Gesellschaft für Informationstechnologie mbH Stadt Monheim Stadt Münster Stadt Oberhausen 38,23 38,34 9,76 11,39 106,17 129,31 961,57 1,063 10,46 16,54 9,24 17,52 % 2,83 2,84 0,72 0,84 7,87 9,58 71,25 0,08 0,77 1,23 0,68 1,30 Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens ist die Beteiligung als Kommanditistin an der d-NRW Besitz-GmbH & Co. KG b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Both, Markus Konsortialversammlung: Mitglied gem. § 113 GO Suhr, Rainer c) Beteiligungen unmittelbar d-NRW Besitz-GmbH & Co. KG T€ 20,00 % 80,00 -280- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 87,7 12,3 2011 % 94,6 5,4 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ 1.250,00 176,06 T€ 1.250,00 71,28 T€ 1.280,00 68,03 Veränderungen % T€ 95,0 5,0 30,00 -3,25 % 2,40 -4,56 Bilanzsumme 1.426,06 100,00 1.321,28 100,00 1.348,03 100,00 26,75 2,02 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 1.291,87 3,29 130,90 % 90,6 0,2 9,2 T€ 1.318,30 2,98 % 99,8 0,2 T€ 1.343,93 3,57 0,52 % 99,7 0,3 0,0 T€ 25,63 0,59 0,52 % 1,94 19,80 Bilanzsumme 1.426,06 100,00 1.321,28 100,00 1.348,03 100,00 26,75 2,02 bb) GuV 2009 T€ sonstige betriebliche Erträge sonstige betriebliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 0,32 3,05 -2,74 -2,74 -2,74 2011 T€ 5,66 -5,66 -5,66 -5,66 1,35 4,24 -2,88 -2,88 -2,88 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -0,22 -2,88 1,35 -0,21 -2,74 0,32 -0,42 -5,66 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 90,59 9,41 99,77 0,23 99,70 0,30 31.12.2010 31.12.2011 Angaben in % % % -281- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht Darstellung des Geschäftsverlaufes der Gesellschaft a) Entwicklung von Branche und Gesamtwirtschaft Das Geschäftsjahr 2011 war geprägt durch die europäische Schuldenkrise, die den Aufschwung in Deutschland im zweiten Halbjahr abschwächte. Insgesamt profitierte die IT-Branche in 2011 von einer gestiegenen Nachfrage nach innovativen und effizienten IT-Lösungen. b) Umsatz- und Auftragsentwicklung Einziger Gegenstand der Gesellschaft ist die Beteiligung als Kommanditistin an der d-NRW Besitz-GmbH & Co. KG mit Sitz in Dortmund. Aufgrund des Gesellschaftszwecks können als Erlöse nur Beteiligungserträge aus der d-NRW BesitzGmbH & Co. KG erzielt werden. Die d-NRW Besitz-GmbH & Co. KG hat im Geschäftsjahr 2011 einen Gewinn von 125 T€ erwirtschaftet. c) Investitionen Die Gesellschaft hat im Jahr 2011 keine Investitionen durchgeführt. d) Finanzierungsmaßnahmen bzw. -vorhaben Die Konsortialversammlung vom 25.11.2011 hat u.a. den Jahresabschluss der Gesellschaft für das Jahr 2010 festgestellt. Es erfolgte der Beschluss, dass gemäß § 10 (7) der Satzung ein Betrag in Höhe von 30.000 EUR als sonstige Zuzahlung in das Eigenkapital der d-NRW Besitz-GmbH & Co. KG geleistet wird. e) Personal- und Sozialbereich Bei der Gesellschaft ist ausschließlich der Geschäftsführer angestellt. f) sonstige wichtige Vorgänge des Geschäftsjahres Die Gruppe der Konsorten hat sich im Jahr 2011 um den LVR – Landschaftsverband Rheinland und die Stadt Münster erweitert. Gespräche mit weiteren Kommunen in NRW zur Gewinnung weiterer Konsorten wurden im Jahr 2011 geführt und sollen im Jahr 2012 zu weiteren Beitritten führen. Lage der Gesellschaft Die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft ist zufriedenstellend. Anhaltspunkte für eine Veränderung dieser Situation im Jahr 2012 bestehen nicht. a) Vermögenslage Die Vermögenslage der Gesellschaft ist geordnet. b) Finanzlage Die Finanzlage der Gesellschaft ist zufriedenstellend. Sie verfügt durch die Beitrittsentgelte der Konsorten und deren Jahresbeiträge über ausreichende Liquidität. c) Ertragslage Aufgrund des Gesellschaftszwecks wird die Gesellschaft über die Beteiligungserträge der d-NRW Besitz-GmbH & Co. KG keine weiteren Erträge erwirtschaften. Ausblick, Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung Als Chance sieht die Gesellschaft den Beitritt weiterer Konsorten. Wirtschaftliche oder rechtliche bestandsgefährdende Risiken sind für die Gesellschaft unter Berücksichtigung des besonderen Gesellschafterhintergrundes und der positiven Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaft nicht erkennbar. Bochum, im Mai 2012 Markus Both (Geschäftsführer) -282- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -283- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-W upper (CVUA-RRW ) a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Deutscher Ring 100 47798 Krefeld Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 02151-849-0 02151-849110 poststelle@cvua-rrw.de http://www.cvua-rrw.de/ Anstalt des öffentlichen Rechts 270,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Gesellschafter: T€ Kreis Wesel Land NRW Stadt Duisburg Stadt Essen Stadt Krefeld Stadt Mülheim Stadt Oberhausen Stadt Remscheid Stadt Solingen Stadt Wuppertal 15,00 135,00 15,00 15,00 15,00 15,00 15,00 15,00 15,00 15,00 % 5,56 50,00 5,56 5,56 5,56 5,56 5,56 5,56 5,56 5,56 Gegenstand des Unternehmens: Die Untersuchungsanstalt führt für das Land und für die Kommunen nach Maßgabe der gesetzlichen Regelungen Probenahmen mit Ausnahme der Probenahmen, die von den Kreisordnungsbehörden durchgeführt werden, Untersuchungen und Kontrollen auf dem Gebiet des Lebensmittel- und Futtermittelrechts, der Tierseuchenbekämpfung, der Tiergesundheit und des Tierschutzes durch. Wichtige Verträge b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Vorstand: Vorsitzender Dr. Horn, Detlef Verwaltungsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzende Mitglied Mitglied Dr. Bottermann, Heinrich Raskob, Simone Dr. Greulich, Peter Bayer, Harald -284- Mitglied gem. § 113 GO Ohletz, Horst Stadt Oberhausen Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Becker, Juliane Beckmann, Jürgen Dr. Steinfort, Frank Krumbein, Robert Zielke, Beate Berensmeier, Ralf Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 23,8 75,5 0,7 Aktiva Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 4.766,67 15.132,52 138,35 T€ 4.317,34 15.766,96 123,10 Veränderungen % T€ 21,4 78,0 0,6 % Bilanzsumme 20.037,54 100,00 20.207,40 100,00 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 5.779,63 10.487,19 3.403,32 367,40 % 28,8 52,3 17,0 1,8 T€ 8.417,87 10.329,66 1.459,87 % 41,7 51,1 7,2 T€ % Bilanzsumme 20.037,54 100,00 20.207,40 100,00 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Veränderungen der Kapitalrücklage und der Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 18.074,68 76,02 7.717,45 2.686,64 1.009,75 3.948,02 68,85 0,00 18.165,72 3,55 8.305,51 2.208,06 1.021,80 3.867,24 85,39 2.852,06 2.852,06 2.514,74 337,32 2.857,69 2.857,69 432,22 2.425,46 -285- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 15,70 52,41 3.873,86 342,82 12,15 31.12.2010 15,81 47,69 3.867,44 302,51 14,80 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 23,25 28,84 71,16 31.12.2010 20,93 41,66 58,34 Angaben in % % % e) Lagebericht Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichtes lag der Jahresabschluss 2011 der Gesellschaft noch nicht vor. -286- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH 100% ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH 100% ASO Service GmbH 100 % Jobcenter Oberhausen 50% Sonstige Unternehmen Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH 12,60% Betriebsgesellschaft Radio Mülheim / Oberhausen GmbH & Co. KG 0,06% Public Konsortium d-NRW GbR 1,30% Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper 5,56% Stadtsparkasse Oberhausen Trägerschaft -287- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Stadtsparkasse Oberhausen a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Wörthstraße 12 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/8340 0208/8343231 info@stadtsparkasse-oberhausen.de http://www.stadtsparkasse-oberhausen.de/ Anstalt des öffentlichen Rechts 0,00 Rechtsform: Stammkapital in T€: Träger: T€ Stadt Oberhausen 0,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die Stadtsparkasse Oberhausen mit dem Sitz in Oberhausen ist eine mündelsichere dem gemeinsamen Nutzen dienende rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie führt ihre Geschäfte nach kaufmännischen Grundsätzen. Die Erzielung von Gewinn ist nicht Hauptzweck des Geschäftsbetriebs. b) Besetzung der Organe (Stand: 31.12.2011) Vorstand: Vorsitzender stellv. Vorsitzender Mitglied Merzig, Karlheinz Salhofen, Ulrich de Koster, Thomas M.d.L. Große Brömer, Wolfgang Schranz, Daniel Wilke, Volker Benter, Christian Brands, Beatriks Ehrlich, Dietmar Janßen, Anne Nockmann, Thomas Runkler, Hans-Otto Scheike, Thomas Schepers, Hermann-Josef Steinke, Holger Wingens, Ursula Wolter, Horst Zimmermann, Thomas -288- Verwaltungsrat: Vorsitzender stellv. Vorsitzender stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Stadt Oberhausen stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Barkowsky, Arndt Broß, Klaus Dieter Cordes, Hubert Flore, Manfred Jäntsch, Angelika Klima, Michael Lorentschat, Manfred Müthing, Christa Nakot, Werner Neumann, Britta Schawohl, Holger Schuler, Immanuel Zorn, Klaus Zwingmann, Nina Beteiligungsbericht 2011 c) Beteiligungen unmittelbar Castra Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbh & Co. VermietungsKG Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO Erwerbsgesellschaft der S-Finanzgruppe GmbH & Co. KG PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Projektentwicklungsgesellschaft Hansapark Oberhausen mbH Rheinischer Sparkassen und Giroverband RSL Rheinische Sparkassen-Leasingsbeteiligungsgesellschaft mbH & CO. KG RSOB Rheinischer Sparkassen-Online-Broker Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG S Bargeldlogistik GmbH S-Direkt-Verwaltungs GmH & Co. KG SfZ Sparkassen-Servicegesellschaft für Zahlungssysteme im Rheinland mbH & CO. KG S-Internatonal Rhein-Ruhr S-Logistik Rhein-Ruhr GmbH Sparkassen Dienstleistung Rheinland Beteiligungs GmbH i. L. Sparkassen Dienstleistung Rheinland GmbH & Co. KG S-Service-Rhein-Ruhr GmbH S-Versicherungs- und Immobilienvermittlungs GmbH VKA Verband der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH T€ 0,4 56,39 10.570,00 23,01 25,00 30.614,64 1.612,29 744,34 300,00 314,30 52,61 65,00 122,50 0,55 314,98 127,50 100,00 0,51 % 0,4 18,12 0,28 9,00 100,00 1,75 1,65 1,57 30,00 0,70 2,94 13,00 49,00 2,2 2,18 51,00 100,00 0,40 mittelbar OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH T€ 2,25 % 9,00 -289- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 3,4 12,5 64,4 10,6 4,1 1,9 0,0 0,0 0,0 3,0 0,1 0,0 2011 % 2,9 13,2 61,3 13,8 4,0 1,8 0,0 0,0 0,0 2,9 0,1 0,0 Aktiva Barreserve Forderungen an Kreditinstitute Forderungen an Kunden Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere Beteiligungen Anteile an verbundenen Unternehmen Treuhandvermögen Immaterielle Anlagewerte Sachanlagen Sonstige Vermögensgegenstände Rechnungsabgrenzungsposten Aktive latente Steuern T€ 78.605,62 294.224,16 1.509.838,19 249.350,09 95.024,28 43.891,65 252,50 256,26 13,38 70.575,73 3.251,74 303,40 T€ 70.173,23 317.352,70 1.470.983,65 330.338,22 95.598,66 43.018,15 252,50 220,01 20,44 68.746,83 3.386,85 246,08 T€ 53.151,27 289.033,75 1.441.349,32 358.602,29 88.921,30 39.550,33 252,50 191,75 14,40 64.337,90 5.096,54 257,21 21.180,00 Veränderungen % T€ 2,3 12,2 61,0 15,2 3,8 1,7 0,0 0,0 0,0 2,7 0,2 0,0 0,9 -17.021,96 -28.318,95 -29.634,33 28.264,07 -6.677,36 -3.467,82 0,00 -28,26 -6,04 -4.408,93 1.709,69 11,13 21.180,00 % -24,26 -8,92 -2,01 8,56 -6,98 -8,06 0,00 -12,84 -29,55 -6,41 50,48 4,52 Bilanzsumme 2.345.587,01 100,00 2.400.337,33 100,00 2.361.938,53 100,00 -38.398,80 -1,60 Passiva Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Verbriefte Verbindlichkeiten Treuhandverbindlichkeiten Sonstige Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten Rückstellungen Nachrangige Verbindlichkeiten Genußrechtskapital Fonds für allgemeine Bankrisiken Eigenkapital T€ 692.976,09 1.455.005,64 43.230,55 256,26 3.689,85 731,77 30.998,19 10.497,13 2.332,93 1.505,00 104.363,60 % 29,5 62,0 1,8 0,0 0,2 0,0 1,3 0,4 0,1 0,1 4,4 T€ 711.460,21 1.518.359,03 15.573,75 220,01 2.889,27 598,52 27.286,19 13.167,77 2.271,24 2.715,58 105.795,75 % 29,6 63,3 0,6 0,0 0,1 0,0 1,1 0,5 0,1 0,1 4,4 T€ 677.323,17 1.502.422,78 3.691,52 191,75 2.689,58 575,47 38.671,69 13.167,52 2.220,84 14.185,05 106.799,17 % 28,7 63,6 0,2 0,0 0,1 0,0 1,6 0,6 0,1 0,6 4,5 T€ -34.137,04 -15.936,25 -11.882,23 -28,26 -199,69 -23,05 11.385,50 -0,25 -50,40 11.469,47 1.003,42 % -4,80 -1,05 -76,30 -12,84 -6,91 -3,85 41,73 -0,00 -2,22 422,36 0,95 Bilanzsumme 2.345.587,01 100,00 2.400.337,33 100,00 2.361.938,53 100,00 -38.398,80 -1,60 -290- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 bb) GuV 2009 T€ Zinserträge Zinsaufwendungen Laufende Erträge Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen Provisionserträge Provisionsaufwendungen Nettoertrag/-aufwand aus Finanzgeschäften Sonstige betriebliche Erträge Allgemeine Verwaltungsaufwendungen Personalaufwand Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen Sonstige betriebliche Aufwendungen Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und bestimmte Wertpapiere sowie Zuführungen zu Rückstellungen im Kreditgeschäft Erträge aus Zuschreibungen zu Forderungen und bestimmten Wertpapieren sowie aus der Auflösung von Rückstellungen im Kreditgeschäft Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Beteiligungen, Anteile an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelte Wertpapiere Erträge aus Zuschreibungen zu Beteiligungen, Anteilen an verbundenen Unternehmen und wie Anlagevermögen behandelten Wertpapieren Aufwendungen aus Verlustübernahmen Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit Außerordentliche Erträge Außerordentliche Aufwendungen Außerordentliches Ergebnis Steuern vom Einkommen und Ertrag Sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Gewinnvortrag/Verlustvortrag aus dem Vorjahr Bilanzgewinn/Bilanzverlust 746,01 1.071,13 614,88 261,70 746,01 107.034,58 57.725,83 5.044,07 1.117,36 2010 T€ 99.092,46 48.195,07 5.637,27 1.293,79 2011 T€ 96.191,72 43.830,90 4.616,97 1.030,00 16.111,99 783,90 32,94 4.027,00 49.804,81 26.852,67 4.835,55 1.511,28 19.307,57 17.767,51 831,60 0,00 2.396,06 47.526,33 25.430,46 4.667,96 1.319,48 21.852,55 18.399,76 585,49 0,00 2.163,52 53.321,08 26.592,99 4.925,86 2.659,63 13.286,48 0,00 7.773,44 2.223,58 315,86 0,00 0,00 1.622,59 899,38 0,00 482,04 -482,04 -590,15 -63,64 1.071,13 0,00 -15.450,38 0,00 1.703,72 -1.703,72 -18.359,51 201,99 1.003,41 0,00 1.003,41 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 0,58 0,72 746,01 249.629,34 20,77 31.12.2010 0,87 1,02 1.071,13 239.441,07 20,54 31.12.2011 0,83 0,95 1.003,41 230.341,86 22,12 Angaben in % % T€ T€ % -291- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 3,01 4,45 95,55 31.12.2010 2,86 4,41 95,59 31.12.2011 2,72 4,52 95,48 Angaben in % % % e) Lagebericht A. Darstellung und Analyse des Geschäftsverlaufs einschließlich des Geschäftsergebnisses und der Lage 1. Geschäft und Rahmenbedingungen 1.1 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Weltwirtschaft Die globale Erholung der Wirtschaft konnte sich auch im Jahr 2011 fortsetzen, wobei sie allerdings deutlich an Schwung verlor. Nach einem sehr kräftigen Wachstum von 5,1 % im Jahr 2010 konnte die Weltwirtschaft 2011 nur noch um 3,8 % zulegen. Insbesondere in der zweiten Jahreshälfte trübte sich das konjunkturelle Umfeld deutlich ein. Belastungen für die Entwicklung der Weltwirtschaft entstanden vor allem aus der Staatsschuldenkrise im Euroraum, einem starken Anstieg der Rohstoffpreise und einer merklich abgeschwächten Konjunktur in den Schwellenländern. Auch die gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufige wirtschaftliche Entwicklung in den USA schwächten das Weltwirtschaftswachstum entsprechend. Weitere Belastungen resultierten aus der Naturkatastrophe in Japan und den politischen Unruhen im arabischen Raum. Unterstützung für die konjunkturelle Entwicklung resultierte insbesondere aus der expansiveren Geldpolitik. Auch wenn sich die wirtschaftliche Entwicklung der Schwellenländer gegenüber dem Vorjahr merklich abgeschwächt hat, so wiesen die Schwellenländer Asiens, aber auch Lateinamerikas und Mittel- und Osteuropas weiterhin die höchsten Wachstumsraten auf. Die Verbraucherpreise haben sich im Laufe des 2. Halbjahres 2011 weltweit abgeschwächt und lagen zuletzt merklich unter den Höchstständen, die sie im Verlauf des Jahres 2011 erreicht hatten. Der Preis für Öl (Brent) reduzierte sich seit Mitte des Jahres bis zum Ende des Jahres deutlich. Das Budgetdefizit in verschiedenen großen Volkswirtschaften wies auch im Jahr 2011 noch sehr hohe Werte auf. Neben den nach wie vor bestehenden strukturellen Defiziten belasten konjunkturbedingte Einnahmeausfälle, Konjunkturprogramme und die Kosten für die Rettungspakete für den Finanzsektor die Staatshaushalte. Europa Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum wurde im vergangenen Jahr insbesondere von der europäischen Staatsschuldenkrise geprägt. In Verbindung mit den weltwirtschaftlichen Einflüssen führte dies im Schlussquartal 2011 zu einem Abrutschen in die Rezession. Die Unsicherheit über den Ausgang und die Folgen der Staatsschuldenkrise und die restriktiv ausgerichtete Finanzpolitik belasteten die Binnenkonjunktur erheblich. Neben den rückläufigen Investitionen sank auch der private Konsum spürbar. Mit einem Wachstum von lediglich 1,4 % liegt der Euroraum hinter den Werten anderer Regionen. Allerdings weist die wirtschaftliche Dynamik zwischen den einzelnen Ländern des Euroraumes deutliche Unterschiede auf. Während Deutschland zum Beispiel ein Wachstum von 3,0 % erreichen konnte, weist Frankreich nur einen Wert von 1,7 % auf. Bei einigen Ländern musste sogar ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukt verzeichnet werden. Die drastischen Maßnahmen zur Stabilisierung und Konsolidierung der Staatsfinanzen sowie die notwendigen Anpassungsprozesse zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in einigen Ländern haben die konjunkturelle Entwicklung stark belastet. Die Arbeitslosenquote im Euroraum hat sich gegenüber dem Jahr 2010 mit 10,1 % seitwärts entwickelt, wobei auch hier deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern bestehen. Das Budgetdefizit konnte im Vergleich zum Vorjahr reduziert werden, liegt aber mit einem Wert von -4,2 % noch immer über dem MaastrichtKriterium. Deutschland Auf Basis der derzeit verfügbaren Daten konnte die deutsche Wirtschaft auch im Jahr 2011 erneut kräftig wachsen. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 3,0 % nach 3,7 % im Jahr 2010 und damit deutlich stärker als in den meisten anderen Ländern im Euroraum. Ursächlich für die Stärke der deutschen Wirtschaft ist neben der Exportstärke auch die stabile Inlandsnachfrage, die durch die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt und ein günstiges Zinsumfeld unterstützt wird. Die Einnahmeausfälle aufgrund der schwierigen Situation verschiedener Länder im Euroraum konnte die deutsche Wirtschaft durch Zuwächse in stark wachsenden Volkswirtschaften ausgleichen. Die im Inland entstandenen Wachstumsimpulse resultieren größtenteils aus der Investitionstätigkeit. Aber auch die privaten Konsumausgaben konnten deutlich zulegen. -292- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Reduziert haben sich dagegen die Staatsausgaben, die sich auf Basis der bisherigen Angaben um 1,3 % reduziert haben. Ursächlich sind hierfür die gute konjunkturelle Entwicklung, das Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme und die im Jahr 2010 erfolgten Maßnahmen zur Bankenrettung. Der private Konsum wuchs in einer Größenordnung, die seit Jahren nicht mehr zu beobachten war. Mit einem realen Wachstum von 1,5 % steuerte der private Konsum damit 0,9 %-Punkte zum Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (3,0 %) bei. Der Beitrag des Außenhandels zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum hat sich gegenüber dem Vorjahr in etwa halbiert. Dennoch konnte der Außenhandel wieder einen wichtigen Wachstumsbeitrag in Höhe von 0,8 %-Punkten leisten. Bei einer Analyse der Daten nach Ländergruppen kann man feststellen, dass der größte Anstieg bei Drittländern (außerhalb EU-Länder) erzielt werden konnte. Unterdurchschnittlich entwickelte sich der Export in die Länder der Eurozone. Das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit in Relation zum Bruttoinlandsprodukt ist in 2011 auf -1,0 % nach -4,3 % in 2010 gesunken. Hier zeigen sich die positiven Folgen der konjunkturellen Entwicklung für den Staatshaushalt. Das Maastrichter-Defizit-Kriterium von maximal -3,0 % konnte eingehalten werden. Der Schuldenstand in Relation zum Bruttoinlandsprodukt, welcher im Jahr 2010 mit 83,2 % den höchsten Stand seit Bestehen der Bundesrepublik erreicht hatte, ist im abgelaufenen Jahr wieder auf 80,9 % zurückgegangen (Quelle: IfW-Kiel, Statistisches Bundesamt). Am Arbeitsmarkt konnte die positive Entwicklung der letzten Jahre fortgesetzt werden. Während die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt unter die Grenze von 3 Millionen sank, erreichte die Erwerbstätigkeit mit mehr als 41 Millionen Erwerbstätigen den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. In % der zivilen Erwerbspersonen ging die Arbeitslosenquote von im Jahresdurchschnitt 7,7 % in 2010 auf 7,1 % in 2011 zurück. Damit wurde der niedrigste Stand seit 1991 erreicht. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte ist bedingt durch die verbesserte Lage am Arbeitsmarkt und einer verbesserten Einkommenssituation in 2011 voraussichtlich um 3,2 % (Vorjahr -2,9 %) gestiegen. Die Sparquote ging um 0,3 %-Punkte auf 11,0 % zurück. Beide Faktoren wirkten sich positiv auf die privaten Konsumausgaben aus. Die Verbraucherpreise stiegen insbesondere in Folge eines Anstiegs der Energiepreise um durchschnittlich 2,3 % und damit stärker als in den Vorjahren. Zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung und der Bekämpfung der EU-Staatschuldenkrise setzte die Europäische Zentralbank (EZB) auch im Jahr 2011 ihre geldpolitischen Maßnahmen fort. Eine besondere Rolle spielte dabei die Versorgung des Bankensystems mit ausreichender Liquidität. Erstmalig stellte die EZB hierzu Tendermöglichkeiten mit einer Laufzeit von 3 Jahren zur Verfügung. Der Leitzins wurde in Erwartung einer anziehenden Inflation zunächst in zwei Schritten auf ein Niveau von 1,5 % angehoben. Nach dem Aufflammen der Schuldenkrise Mitte des Jahres erfolgte allerdings eine Rücknahme der Leitzinserhöhungen, so dass zum Jahresende wieder das Niveau von 1,00 % erreicht wurde. Die vorübergehende Anhebung der EZB-Zinsen trug zu einer Inversität der Zinsstrukturkurve zwischen Geldmarktsätzen und kurzen/mittleren Laufzeiten am Kapitalmarkt bei. Der für die Märkte überraschende Zinsschritt im November 2011 beendete den zuvor zu beobachtenden Aufwärtstrend der längerfristigen unbesicherten Geldmarktsätze. Da die Geldmarktsätze den Leitzinsen erst mit einem zeitlichen Abstand folgen, blieb die Inversität auch nach den Senkungen durch die EZB im November und Dezember 2011 noch bis zum Jahresende bestehen. Die Sätze der Einlagefazilität, der Hauptrefinanzierungsgeschäfte und der Spitzenrefinanzierungsfazilität betragen seit der letzten Anpassung im Dezember 2011 0,25 %, 1,00 % bzw. 1,75 %. Nachdem die Renditen für deutsche Staatsanleihen bis Mitte April 2011 zunächst anzogen, reduzierten sich diese unter dem Eindruck der EU-Staatsschuldenkrise bis zum Ende des Jahres wieder deutlich. Die Rendite einer zehnjährigen Bundesanleihe betrug zu Beginn des Jahres 2011 noch 3,35 %. Im Zuge der Staatsschuldenkrise suchten viele Anleger wieder den sicheren Hafen Bundesanleihe, so dass die Rendite bis zum 31.12.2011 auf 1,85 % fiel. Bei den Risikoprämien für Unternehmensanleihen sowie Schuldtitel von Banken kam es im Zuge der eskalierenden Staatsschuldenkrise zu einem rasanten Anstieg, so dass im Herbst nahezu die Aufschläge aus der Zeit des Höhepunkts der Finanzkrise 2008/2009 wieder erreicht wurden. Trotz der zum Jahresende einsetzenden Erholung lagen die Spreads zum 30.12.2011 um fast 75 % höher als zum Jahresanfang. Auch die Risikoprämien der von der Staatsschuldenkrise betroffenen Länder sind in 2011 zum Teil sehr deutlich angezogen. Die anhaltende Krise sorgte am Aktienmarkt durchgängig für eine hohe Volatilität. Positive Konjunkturerwartungen sowie die Hoffnung auf ein Ende der Schuldenkrise hielten den DAX in der ersten Jahreshälfte auf einem hohen Niveau von 7.100 bis 7.500 Zählern. Im Sommer jedoch führten die zunehmenden Spekulationen um einen Ausfall Griechenlands sowie die Sorge vor den daraus resultierenden möglichen Folgen zu einem Einbruch der Aktienmärkte, der DAX fiel auf 5.100 Punkte. Die anschließenden Bemühungen der Regierungen, eine endgültige Lösung zu finden, wurde vom Aktienmarkt mit einer Trendumkehr belohnt. Unter sehr starken Schwankungen stieg der DAX bis zum Jahresende noch auf 5.898 Punkte. Mit einem Indexrückgang um 1.100 Punkte war 2011 insgesamt für Aktien jedoch ein schwaches Jahr. -293- Stadt Oberhausen Regionale wirtschaftliche Entwicklung Beteiligungsbericht 2011 Die Konjunktur im Ruhrgebiet konnte sich auf hohem Niveau stabilisieren. Laut Ergebnis der IHK-Umfrage aus Herbst 2011 präsentieren sich alle Wirtschaftsbereiche in solider Verfassung. Der Lageindikator hat sich im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht gesteigert. Als wesentliche Konjunkturstütze hat sich die Binnennachfrage erwiesen. Aufgrund der stabilen Auftragsentwicklung sind die Produktionskapazitäten mit 84 % gut ausgelastet. Mehr als die Hälfte aller Betriebe arbeiten mittlerweile an der Kapazitätsgrenze. Auch durch den privaten Konsum hat die Inlandsnachfrage an Tragfähigkeit gewonnen. Die erhöhte Kaufbereitschaft spiegelt sich in den gestiegenen Umsätzen der meisten Handelsbetriebe wider. Das zunehmende Auslandsgeschäft hat zudem zu einer Exportquote von 43 % der Industrieumsätze und damit zu einem neuen Rekordwert geführt. Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2011 ebenfalls gut entwickelt. Zwar blieb die Arbeitslosenquote mit 12,2 % gegenüber dem Vorjahr unverändert, dafür stieg die Zahl der gemeldeten Stellen um fast ein Drittel. Die positive wirtschaftliche Entwicklung schlägt sich auch in der insgesamt eher von klein- und mittelständischen Unternehmen geprägten Stadt Oberhausen nieder. Insbesondere die seit der Eröffnung des CentrO’s die Wirtschaft prägenden Bereiche Dienstleistungen und Tourismus konnten vom verbesserten Konsumverhalten profitieren. Das CentrO hat auch im 15. Jahr seit der Eröffnung nichts an Attraktivität verloren und konnte sowohl die Umsatz- als auch die Besucherzahlen um 4 % steigern. Die hiermit verbundene gestiegene Attraktivität der Stadt Oberhausen hat die Übernachtungszahlen weiter steigen lassen, so dass Oberhausen hier mittlerweile eine führende Rolle im Ruhrgebiet einnimmt. Die wirtschaftliche Lage wird allerdings nach wie vor durch die schwierige Finanzsituation der Stadt Oberhausen belastet. Neben der höchsten Pro-Kopf-Verschuldung unter den deutschen Großstädten tragen hierzu auch die geringen Gemeindesteuereinnahmen bei, welche bei nur rund 75 % des NRW-Durchschnitts pro Einwohner liegen. Allerdings konnte insgesamt ein Investitionsvolumen von über 25 Mio. € aus Mitteln des Konjunkturpaketes II realisiert werden. Damit konnten insbesondere Projekte zur Stärkung der Innenstadt sowie zur Verbesserung der Bildungsinfrastruktur umgesetzt werden, welche aufgrund der städtischen Haushaltslage ansonsten auf absehbare Zeit nicht finanzierbar gewesen wären. Weiterhin konnten aus dem Stärkungspakt Stadtfinanzen des Landes NRW über 65 Mio. € als Landeshilfe zur Haushaltssanierung verbucht werden. In den kommenden vier Jahren kann zudem mit Zuweisungen in ähnlicher Höhe gerechnet werden. Verbunden mit der Zuweisung der Stärkungspaktmittel ist allerdings die Verpflichtung, unter Berücksichtigung der Mittel innerhalb von 5 Jahren einen ausgeglichenen Haushalt darzustellen und innerhalb von 10 Jahren ohne Stärkungspaktmittel den Haushaltsausgleich zu erreichen. Belastend für die wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich weiterhin der Mangel an Gewerbeflächen aus. Die Einwohnerzahl weist seit Jahren eine rückläufige Entwicklung auf und ging auch im Jahr 2011 um 0,4 % weiter zurück. Zum Jahresende 2011 liegt die Einwohnerzahl bei 211.585 Personen. Die schwierige wirtschaftliche Lage, in der sich die Stadt Oberhausen nach wie vor befindet, zeigt sich auch in der deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegenden Arbeitslosenquote, die im Dezember 2011 11,3 % betrug (Deutschland 6,6 % per 12.2011). Entgegen der Entwicklung im Bundesgebiet sowie in den meisten Städten des Ruhrgebietes hat sich damit die Arbeitslosigkeit in Oberhausen sogar noch um 0,4 %-Punkte gegenüber dem Vorjahr erhöht. Aus dieser Entwicklung wird wiederum deutlich, dass die strukturellen Probleme der Stadt Oberhausen den breiten konjunkturellen Aufschwung weiterhin überlagern. 1.2 Branchensituation Die Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Banken hat sich im Jahr 2011 trotz der erneuten Eskalation der EUSchuldenkrise insgesamt zufriedenstellend entwickelt. Allerdings musste die EZB zur Abwendung einer drohenden Liquiditätskrise erstmalig Refinanzierungsmöglichkeiten für die Dauer von 3 Jahren zur Verfügung stellen. Positiv wirkte sich auch die Rücknahme der im April und Juli beschlossenen Leitzinserhöhungen aus, so dass weiterhin Ergebnisse aus der Fristentransformation erzielt werden konnten. Ergebnis belastend wirkte sich die Entwicklung der Staatsschuldenkrise auf die Kapitalmärkte und damit auf das Bewertungsergebnis aus Wertpapieren aus. Der Anstieg der Risikoprämien führte zu entsprechenden Kursverlusten und Abschreibungsbedarf. In Folge der guten konjunkturellen Entwicklung bewegt sich der Abschreibungsbedarf im Kreditgeschäft auf einem erfreulich niedrigem Niveau. Das Kundengeschäft der Kreditinstitute hat sich im Jahr 2011 nur verhalten entwickelt. Während bei den Einlagen von Nichtbanken gegenüber dem Jahresende 2010 ein Wachstum verzeichnet werden konnte, war das Kreditgeschäft insgesamt rückläufig. In Folge des niedrigen Zinsniveaus legten die Kunden ihre Gelder weiterhin in sehr liquiden Anlageformen an. Der seit geraumer Zeit zu beobachtende Trend rückläufiger längerfristiger Einlagen setzte sich weiter fort. Trotz der noch einmal verbesserten Versorgung der Kreditinstitute mit Liquidität durch die Geldpolitik der Notenbanken mussten immer wieder nicht marktgerechte Angebote einiger Wettbewerber im Bereich der Kundeneinlagen festgestellt werden. Die rheinischen Sparkassen konnten im Jahr 2011 eine insgesamt zufriedenstellende Geschäfts- und Ergebnisentwicklung erreichen. Sowohl im Kreditgeschäft als auch im Einlagengeschäft und beim Geldvermögen konnten Zuwächse verzeichnet werden. Treiber für das Wachstum im Kreditgeschäft waren das Firmenkundengeschäft und Kredite an öffentliche Haushalte. Das Einlagengeschäft mit Kunden konnte im Jahr 2011 trotz der aggressiven Konditionenpolitik einiger Wettbewerber nochmals ausgebaut werden. Erstmals seit 2007 konnten im Bereich der Eigenemissionen wieder Bestandszuwächse erreicht werden. Zur Deckung des langfristigen Refinanzierungsbedarf werden von einigen Sparkassen Pfandbriefe emittiert, deren Bestand sich im Jahr 2011 weiter erhöht hat. Das bilanzunwirksame Kundenwertpapiergeschäft hat sich im Vergleich zum Vorjahr positiv entwickelt. Sowohl der Gesamtumsatz als auch der Nettoabsatz konnte gesteigert werden. Im Fokus des Kundeninteresses standen -294- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 festverzinsliche Wertpapiere. Aber auch bei den Aktien konnte eine Steigerung der Bestände erreicht werden, wogegen bei Fonds per Saldo Bestände abgebaut wurden. Insgesamt konnte bei der Geldvermögensbildung inländischer Privatpersonen auch im Jahr 2011 wiederum eine positive Entwicklung verzeichnet werden. Die Zahl der Kreditinstitute in Deutschland hat sich im Jahr 2011 weiter um 16 Institute reduziert. Die Zahl der Sparkassen ging um 2 Institute zurück. Am 25.07.2011 wurde die Restrukturierungsfondsverordnung (RStruktFV) im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Der Restrukturierungsfonds dient der Stabilisierung des Finanzmarktes zur Überwindung von Bestands- und Systemgefährdungen. Zur Ausstattung des Fonds mit Mitteln wird ein Jahresbeitrag (Bankenabgabe) bei den beitragspflichtigen Instituten erhoben. Die erste Erhebung erfolgte zum 30.09.2011. Ausführungen zu der geplanten weiteren Verschärfung der aufsichtsrechtlichen Regelungen enthält der Prognosebericht für das Jahr 2012. 1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen der Sparkasse Die Stadtsparkasse Oberhausen ist eine rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts. Wesentliche Grundlage neben dem Kreditwesengesetz (KWG) ist das Sparkassengesetz Nordrhein-Westfalen (SpkG NW). Zentraler Inhalt des Sparkassengesetzes NW ist der öffentliche Auftrag und das Regionalprinzip. Hiernach hat die Stadtsparkasse Oberhausen die Aufgaben: Der geld- und kreditwirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft insbesondere des Geschäftsgebietes und ihres Trägers zu dienen. Die Stärkung des Wettbewerbs im Kreditgewerbe. Die Förderung der finanziellen Eigenvorsorge und Selbstverantwortung vornehmlich bei der Jugend, aber auch in allen sonstigen Altersgruppen und Strukturen der Bevölkerung. Die Versorgung im Kreditgeschäft vornehmlich des Mittelstandes sowie der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise. Zur Finanzierung der Schuldnerberatung in Verbraucher- und Schuldnerberatungsstellen beizutragen. Die Sparkasse ist Mitglied des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes in Düsseldorf. Hierüber ist sie dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband e. V. mit Sitz in Berlin angeschlossen. Träger der Stadtsparkasse Oberhausen ist die Stadt Oberhausen. Alle Sparkassen, Landesbanken und Landesbausparkassen sind dem leistungsfähigen Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe angeschlossen. Es besteht aus drei Elementen, die in einer Haftungsgemeinschaft verbunden sind: dem Sparkassenstützungsfonds der regionalen Sparkassen- und Giroverbände, der Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen, dem Sicherungsfonds der Landesbausparkassen. Das System schützt die angeschlossenen Institute und gewährleistet ihre Liquidität und Solvenz. Die Ansprüche unserer Kunden können somit bei Fälligkeit in voller Höhe ohne betragsmäßige Begrenzung erfüllt werden. 1.4 Geschäftsentwicklung der Stadtsparkasse Oberhausen Das Geschäftsvolumen der Stadtsparkasse Oberhausen konnte im Jahr 2011 nicht weiter ausgebaut werden und ging leicht zurück. Dennoch wurde die Position als größtes örtliches Kreditinstitut behauptet. Mit dem erzielten Jahresergebnis sind wir aufgrund der hohen außerordentlichen Belastungen nicht zufrieden. Die nachfolgende Übersicht zeigt einige wesentliche Zahlen zur Entwicklung: -295- Stadt Oberhausen 31.12.2011 Mio. € Bilanzsumme Geschäftsvolumen Jahresüberschuss nach Steuern Forderungen an Kreditinstitute Forderungen an Kunden Eigene Wertpapierbestände Sachanlagen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Verbriefte Verbindlichkeiten Nachrangige Verbindlichkeiten Sicherheitsrücklage Eventualverbindlichkeiten Nettoabsatz Wertpapiere Vermittlungssumme Lebensversicherungen (Wertungssumme) Abschlusssumme Bausparverträge Vermittlung von Konsumentenkrediten 2.361,9 2.443,9 1,0 289,0 1.441,3 447,5 64,3 677,3 1.502,4 3,7 13,2 105,8 82,0 8,3 23,4 56,0 17,8 31.12.2010 Mio. € 2.400,3 2.469,4 1,1 317,4 1.471,0 425,9 68,7 711,5 1.518,4 15,6 13,2 104,7 69,1 15,4 28,7 50,3 15,3 Beteiligungsbericht 2011 Veränderung in Mio. € -38,4 -25,5 -0,1 -28,4 -29,7 21,6 -4,4 -34,2 -16,0 -11,9 0,0 1,1 12,9 -7,1 -5,3 5,7 2,5 Veränderung in % -1,6 -1,0 -9,1 -8,9 -2,0 5,1 -6,4 -4,8 -1,1 -76,3 0,0 1,1 18,7 -46,1 -18,5 11,3 16,3 Bilanzsumme Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Bilanzsumme um 38,4 Mio. € (= 1,6 %) reduziert. Ursächlich für diese Veränderung sind insbesondere die rückläufigen Kundenforderungen und -einlagen. Ebenfalls rückläufig entwickelt haben sich die Forderungen an Kreditinstitute und die stichtagsbezogenen Barreserven. Korrespondierend hierzu haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten entwickelt. Kreditgeschäft Unser bilanzielles Kundenkreditgeschäft hat sich im Jahr 2011 mit -29,7 Mio. € weiter rückläufig entwickelt. Neben den bilanziellen Auswirkungen aus der Vornahme von Risikovorsorgemaßnahmen verteilt sich der Rückgang auf alle Kundensegmente. Bei der Beurteilung des Kreditgeschäfts muss allerdings berücksichtigt werden, dass in 2011 17,8 Mio. € Konsumentenkredite vermittelt wurden. Eigene Wertpapierbestände und Interbankengeschäft Die eigenen Wertpapierbestände und Forderungen an Kreditinstitute haben sich leicht um saldiert 6,8 Mio. € reduziert. Im Zuge dieser Veränderungen und der Veränderung bei den Barreserven haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um 4,8 % reduziert. Im Fokus der Wertpapieranlage standen risikoarme Titel. Das Engagement der Sparkasse in Anleihen aus wirtschaftsschwachen Euro-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) gegenüber privaten und staatlichen Schuldnern beläuft sich auf insgesamt 7,4 Mio. € (Zeitwert), wobei Anleihen mit einem Zeitwert von 0,1 Mio. € auf Griechenland entfallen. Einlagengeschäft Im Jahr 2011 mussten wir einen leichten Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden verzeichnen. Unter Berücksichtigung der nachrangigen Verbindlichkeiten und der verbrieften Verbindlichkeiten beträgt der Rückgang bei den bilanziellen Kundeneinlagen insgesamt 27,9 Mio. € oder 1,8 %. Neuanlagen tätigten unsere Kunden wie in den Vorjahren hauptsächlich in flexiblen Anlageformen wie dem S SparPlus oder den Geldmarktkonten. Eine leichte Belebung konnte allerdings auch bei den Anlagen in Sparkassebriefen erreicht werden, die um 8,0 Mio. € anstiegen. Bilanzneutrales Geschäft Mit dem bilanzunwirksamen, provisionstragenden Kundengeschäft in 2011 sind wir insgesamt zufrieden, auch wenn nicht in allen Bereichen die Vorjahresergebnisse erreicht werden konnten. Bei gegenüber dem Vorjahreswert gestiegenen Bruttoabsätzen hat sich der Nettoabsatz von Wertpapieren gegenüber dem Vorjahr auf 8,3 Mio. € reduziert. Die Abschlusszahlen von Bausparverträgen konnten um 11,3 % gesteigert werden, wohingegen der Absatz von Lebensversicherungsprodukten um 5,3 Mio. € oder 18,5 % gesunken ist. Im Bereich der Vermittlung von Konsumentenkrediten sind die guten Vorjahresergebnisse weiter ausgebaut worden. Die Vermittlung innovativer Finanzprodukte, wie z. B. Finanzswaps, an unsere Kunden und die Beratung in allen Themen des Auslandsgeschäftes entwickelt sich weiter sehr positiv. Die Stellung der Stadtsparkasse Oberhausen in diesem Marktsegment konnte mit der Beratungs- und Produktqualität der S International Rhein-Ruhr in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. -296- Stadt Oberhausen 2. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage Beteiligungsbericht 2011 2.1 Vermögenslage Nach der Zuführung des Bilanzgewinns 2010 beträgt die Sicherheitsrücklage 105,8 Mio. €. Auf Basis des SpkG NW wird der Rat der Stadt Oberhausen über die Verwendung des gesamten Bilanzgewinnes 2011 in Höhe von 1,0 Mio. € entscheiden. Neben der Sicherheitsrücklage verfügen wir über umfangreiche weitere Eigenkapitalbestandteile im Sinne des KWG. So wurde der Fonds für allgemeine Bankrisiken um 11,5 Mio. € auf insgesamt 14,2 Mio. € aufgestockt. Hiervon sind 4,0 Mio. € für mögliche zukünftige Risiken aus der mittelbaren Verlustübernahme für die Erste Abwicklungsanstalt der WestLB reserviert. Die erstmalig im Jahr 2009 aufgenommenen nachrangigen Verbindlichkeiten wurden in 2011 nicht weiter aufgestockt und betragen weiterhin nominal 13,0 Mio. €. Die geforderte Mindest-Eigenkapitalquote gemäß Solvabilitätsverordnung wird von der Stadtsparkasse Oberhausen deutlich übertroffen. Das Verhältnis der anrechenbaren Eigenmittel bezogen auf die Summe der Adressrisiken, operationellen Risiken und Marktrisikopositionen überschreitet gemäß der Berechnung per 31.12.2011 mit einer Gesamtkennziffer von 13,0 % deutlich den von der Bankenaufsicht geforderten Mindestwert von 8 %. 14,0 12,9 12,0 in % der anrechnungspflichtigen Positionen 12,7 12,8 13,0 10,0 8,0 6,0 Oberhausen Mindestkennzahl 4,0 2,0 0,0 Mrz 11 Jun 11 Sep 11 Dez 11 Kennziffer gemäß Solvabilitätsverordnung 2011 Die Bilanzstruktur der Stadtsparkasse Oberhausen ist geprägt durch das Kundengeschäft. Dieses stellt auf der Aktivseite mit 61 % den herausragenden Bilanzposten dar. Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Forderungen an Kunden bei rückläufiger Bilanzsumme konstant geblieben. Der Abstand zum Verbandswert (71%) hat sich in Folge des rückläufigen Kreditgeschäftes im Jahr 2011 weiter auf 10 %-Punkte erhöht. Der Anteil der Wertpapierbestände und der Forderungen an Kreditinstitute ist ebenfalls konstant geblieben. Im Verbandsdurchschnitt hat sich der Anteil dieser Positionen an der Bilanzsumme dagegen um 3%-Punkte reduziert. Die dominierende Position auf der Passivseite stellen die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden mit 64 % dar. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden an der gesamten Passivseite um 1 %-Punkte erhöht. Der Anteil der gesamten Kundenverbindlichkeiten (Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und verbriefte Verbindlichkeiten) ist trotz des absoluten Rückgangs relativ betrachtet konstant geblieben. Dies resultiert daraus, dass die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten prozentual leicht rückläufig waren. Der Abstand zum Durchschnitt aller rheinischen Sparkassen beträgt 6 %-Punkte. Relativ betrachtet ist der Umfang des Kundengeschäftes am gesamten Geschäftsvolumen (Aktiv- und Passivgeschäft) aufgrund der insgesamt rückläufigen Bilanzsumme konstant geblieben. -297- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Bilanzst rukt ur Aktiva Forderungen an KI Kundenforderungen Wertpapiere Sonstiges 100% 100% Passiva Verbindlichkeiten gegenüber KI Verbindlichkeiten ggü. Kunden Eigenkapital Verbriefte Verbindlichkeiten Sonstiges 2 1 90% 2 4 0 5 8 90% 80% 70% 60% 50% 8 18 19 80% 70% 60% 63 64 50% 61 40% 30% 20% 10% 61 40% 30% 20% 30 29 13 0% 2010 12 2011 10% 0% 2010 2011 Die Bewertung des Wertpapierbestandes erfolgte unter Anwendung des strengen Niederstwertprinzips. Mit den gebildeten Wertberichtigungen und Rückstellungen ist den Risiken im Kreditgeschäft und den sonstigen Verpflichtungen entsprechend den strengen Bewertungsmaßstäben unseres Hauses ausreichend Rechnung getragen worden. Für die besonderen Risiken des Geschäftszweiges der Kreditinstitute besteht zusätzliche Vorsorge. Die übrigen Vermögensgegenstände wurden vorsichtig bewertet. Zur Sicherung gegen allgemeine Bankrisiken wurde ein Sonderposten gemäß § 340g HGB gebildet. Dieser steht teilweise im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Abschirmung potenzieller Risiken der WestLB AG. 2.2 Finanzlage Die Zahlungsfähigkeit der Stadtsparkasse Oberhausen war im Geschäftsjahr aufgrund einer planvollen und ausgewogenen Liquiditätsvorsorge jederzeit gegeben. Die bankaufsichtsrechtlich geforderte Liquiditätsquote wurde von uns deutlich übertroffen. Sie lag in 2011 in einer Bandbreite zwischen 2,32 und 3,78. 4,00 3,78 3,61 3,50 3,38 3,41 3,18 3,00 2,61 2,50 2,40 2,32 2,97 3,40 Liquidit ät szahl SSO Mindestkennzahl 3,41 2,61 2,00 1,50 1,00 0,50 0,00 Jan 11 Feb 11 Mrz 11 Apr 11 Mai 11 Jun 11 Jul 11 Aug 11 Sep 11 Okt 11 Nov 11 Dez 11 Kennziffer gemäß Liquiditätsverordnung 2011 Zur Erfüllung der Mindestreservevorschriften wurden Guthaben bei der Deutschen Bundesbank in der erforderlichen Höhe unterhalten. Die eingeräumte Kreditlinie bei der Westdeutschen Landesbank wurde dispositionsbedingt zeitweilig in Anspruch genommen. Die Möglichkeit, bei der Deutschen Bundesbank Refinanzierungsgeschäfte in Form von Offenmarktgeschäften abzuschließen, wurde im abgeschlossenen Geschäftsjahr in unterschiedlicher Höhe genutzt. -298- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 2.3 Ertragslage Die nachfolgenden Ausführungen zur Ertragslage stützen sich neben der Betrachtung der Gewinn- und Verlustrechnung auch auf den bundeseinheitlichen Betriebsvergleich der Sparkassenorganisation. Im Rahmen des Betriebsvergleiches erfolgt eine detaillierte Darstellung der Erfolgspositionen im Verhältnis zur Durchschnittsbilanzsumme und eine Trennung zwischen ordentlichen und außerordentlichen Ergebnispositionen. Mit einem Bilanzgewinn im Geschäftsjahr 2011 von 1,0 Mio. € wurde das Vorjahresergebnis (1,1 Mio. €) leicht unterschritten. Aufgrund des rückläufigen ordentlichen Ergebnisses und der hohen außerordentlichen Belastungen sind wir mit dem erzielten Ergebnis nicht zufrieden. Die nachfolgende Übersicht zeigt wesentliche Zahlen zur Ertragslage: 31.12.2011 Mio. € Zinsüberschuss Lfd. Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren und Beteiligungen Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungsoder Teilgewinnabführungsverträgen Provisionsüberschuss Sonstige betriebliche Erträge 52,4 31.12.2010 Mio. € 50,9 Veränderung in Mio. € 1,5 Veränderung in % 2,9 4,6 5,6 -1,0 -17,9 1,0 17,8 2,2 1,3 16,9 2,4 -0,3 0,9 -0,2 -23,1 5,3 -8,3 Summe Erträge Personalaufwand Sachaufwand Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen und Wertpapiere Zuführung zum Fonds für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB Überschuss aller sonstigen und a. o. Aufwendungen über die übrigen Erträge Jahresüberschuss vor Steuern Steuern vom Einkommen und Ertrag („+“ = Erstattung) Sonstige Steuern („+“ = Erstattung) 78,0 26,6 26,7 4,9 17,8 11,5 7,7 -17,2 +18,4 0,2 77,1 25,4 22,1 4,7 20,5 1,2 2,8 0,4 +0,6 +0,1 0,9 1,2 4,6 0,2 -2,7 10,3 4,9 -17,6 17,8 -0,3 1,2 4,7 20,8 4,3 -13,2 858,3 175,0 -4.400,0 2.966,7 -300,0 Jahresüberschuss nach Steuern Rücklagendotierung Bilanzgewinn 1,0 0,0 1,0 1,1 0,0 1,1 -0,1 0,0 -0,1 -9,1 0,0 -9,1 Insgesamt konnten die Erträge laut Gewinn- und Verlustrechnung leicht um 0,9 Mio. € oder 1,2 % auf 78,0 Mio. € gesteigert werden. Der gesamte Aufwand vor Bewertung und Steuern erhöhte sich um deutliche 10,7 Mio. € = 21,3 %. Das Verhältnis der Aufwendungen zu den Erträgen (Cost-Income-Ratio) verschlechterte sich in Folge auf 78,2 % (Vorjahr 65,2 %). Der Anstieg des gesamten ordentlichen Aufwandes ist geprägt durch Einmalbelastungen. Wesentliche Ursachen stellen die Folgewirkungen der steuerlichen Betriebsprüfung sowie die Aufwendungen im Zuge des Ausfalls eines großen Kreditfalles dar. Darüber hinaus wurde die aus der Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz noch verbliebene und dem außerordentlichen Aufwand zuzuordnende Zuführung zu den Pensionsrückstellungen komplett vorgenommen. Auf Basis des einheitlichen Betriebsvergleiches der Sparkassen, der eine Trennung zwischen ordentlichen und außerordentlichen Ergebnissen (z. B. aperiodische Erträge und Aufwendungen, Sonderabschreibungen) vorsieht, ergibt sich eine CIR von 75,4 % gegenüber 73,2 % im Vorjahr. Das zinstragende Geschäft stellt weiterhin die bedeutendste Ertragsquelle dar. Im Jahr 2011 hat sich der Zinsüberschuss insgesamt aufgrund eines deutlich gesunkenen Zinsaufwandes verbessert. Sowohl Zinsertrag als auch -299- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Zinsaufwand sind infolge des im Jahresverlauf 2011 vorherrschenden niedrigeren Zinsniveaus weiter gesunken. Die vorhandene Steilheit der Zinskurve ermöglichte bis zur bewusst vorgenommenen Reduktion der Zinsänderungsrisiken die Erzielung von Erträgen aus der Fristentransformation. Im Kundengeschäft konnte das Zinsergebnis gesteigert werden. Auf Basis der durchschnittlichen Bilanzsumme ergibt sich bei fast konstanter Durchschnittsbilanzsumme für die Stadtsparkasse Oberhausen ein Rückgang der Zinsspanne von 2,10 % in 2010 auf 2,05 % im Jahr 2011 (ermittelt nach den Regeln des Betriebsvergleiches der Sparkassen). Der Provisionsüberschuss konnte gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert werden. Nach einem Anstieg von 10,5 % im Jahr 2010 betrug die Steigerung in 2011 nochmals 5,3 % oder 0,9 Mio. €. Ursächlich für diese Verbesserung ist hauptsächlich die Steigerung des Provisionsertrages aus dem Giroverkehr. Bei der Beurteilung der Entwicklung der Erträge aus Provisionen ist zu berücksichtigen, dass ein Großteil der Provisionserträge aus dem Verbundgeschäft in der S-Versicherungs- und Immobilien-Vermittlungsgesellschaft mbH anfällt, der als „Erträge aus Gewinngemeinschaften, Gewinnabführungs- oder Teilgewinnabführungsverträgen“ in die Gewinn- und Verlustrechnung einfließt. Hier musste gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang verzeichnet werden (s. G.u.V.-Position 4). Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen (Personal- und Sachaufwand) stiegen gegenüber dem Vorjahreswert um 5,8 Mio. € oder 12,2 %. Ursächlich sind neben den Auswirkungen der Tarifabschlüsse und den üblichen Preissteigerungen insbesondere die bereits genannten Einmalbelastungen. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Sachanlagen lagen im Jahr 2011 mit insgesamt 4,9 Mio. € um 0,2 Mio. € über dem Wert des Vorjahres. Größere Investitionen sind in 2011 nicht getätigt worden. Aufgrund der zwar gegenüber dem Vorjahr gesunkenen, nach wie vor aber erhöhten Risikovorsorge im Kreditbereich und den erforderlichen Abschreibungen im Wertpapier- und Beteiligungsbereich wurden nach Verrechnung von Kursgewinnen, Zuschreibungen und Eingängen auf abgeschriebene Forderungen Aufwendungen in Höhe von 21,1 Mio. € (Vorjahr 21,5 Mio. €) ausgewiesen (G.u.V.-Positionen 13 - 16). Trotz der Belastungen aus der steuerlichen Betriebsprüfung konnte durch den erstmaligen Ansatz einer Steuerabgrenzung nach §274 HGB (latente Steuern) ein hohes positives Steuerergebnis erzielt werden. In Folge haben wir den Fonds für allgemeine Bankrisiken um insgesamt 11,5 Mio. € dotiert. Die Vertretung des Trägers entscheidet nach der Feststellung des Jahresabschlusses über die Verwendung des Jahresüberschusses. Eine Ausschüttung ist aufgrund der bestehenden Ausschüttungssperre nicht möglich. Das Gesamtergebnis ermöglicht eine Aufstockung des Eigenkapitals um 1,0 Mio. €. Abweichend von unserer Einschätzung der voraussichtlichen Entwicklung im Jahr 2011 mussten wir beim Bewertungsergebnis aus dem Wertpapiergeschäft eine Belastung verzeichnen. Auch unsere Erwartungen hinsichtlich einer Steigerung des Kundengeschäftsvolumens und der Absatzzahlen im provisionstragenden Vermittlungsgeschäft haben sich nicht bestätigt. Die übrigen Ergebniskomponenten entwickelten sich entsprechend unserer Einschätzung bzw. wurden im Rahmen der Jahresabschlusserstellung bewusst entschieden (z. B. Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen). Mit dem erzielten Ergebnis sind wir nicht zufrieden. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadtsparkasse Oberhausen im Jahr 2011 war nicht zufriedenstellend. Das vorhandene Kundenpotenzial und die Eigenkapitalausstattung bilden eine gute Basis für eine wieder verbesserte Geschäftsentwicklung. 3. Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 3.1 Unsere Mitarbeiter Unsere Mitarbeiterzahl hat sich im Jahr 2011 um 4 Personen erhöht. Insgesamt wurden zum 31.12.2011 611 Personen (mit Mitarbeitern/-innen in der Freizeitphase der Altersteilzeit und mit ruhenden Beschäftigungsverhältnissen) beschäftigt. Allein 43 Auszubildende in insgesamt 3 Ausbildungsjahrgängen gehörten zum Stichtag 31.12.2011 zu unseren Mitarbeitern. Die Stadtsparkasse Oberhausen unterstreicht damit ihre Bereitschaft zur Übernahme gesamtgesellschaftlicher Verantwortung, insbesondere für die Stadt Oberhausen, und die Bedeutung, die unser Haus der Ausbildung junger Menschen beimisst. Die Ausbildung zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann bildet die Basis für einen erfolgreichen Weg in der Sparkassenorganisation und eine gesicherte Zukunft. Im Januar 2011 haben 15 Auszubildende die Abschlussprüfung zum Bankkaufmann /-frau vor der Industrie- und Handelskammer absolviert. 11 Auszubildende übernahmen wir in ein unbefristetes und 3 weitere in ein befristetes Angestelltenverhältnis. Einer Teilzeitbeschäftigung sind 148 Mitarbeiter/-innen nachgegangen (inklusive Altersteilzeitkräfte). Als Folge der Verlagerung von Abteilungen unseres Hauses in die gemeinsamen Tochterunternehmen mit der Sparkasse Mülheim an der Ruhr arbeiten nunmehr 85 Mitarbeiter/-innen im Rahmen einer Entsendung bei den Tochterunternehmen. -300- Stadt Oberhausen 3.2 Gesellschaftliches Engagement Beteiligungsbericht 2011 Mit ihrem gemeinnützigen Engagement ist die Stadtsparkasse Oberhausen ein wichtiger Pfeiler des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt. Das Fördervolumen aus Spenden, Stiftungen und Sponsoring liegt in 2011 mit 1,6 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Die Stiftungsinitiative der Stadtsparkasse Oberhausen versammelt acht Stiftungen unter einem Dach. Dazu gehören die Sparkassen-Bürgerstiftung sowie die Stiftung Oberhausener Bürger. Letztere verwaltet als Dachstiftung weitere sechs nicht rechtsfähige Stiftungen: Kultur und Bildung, Kinder- und Jugendförderung, Helft helfen, Förderung des Spitzensports in Oberhausen, Gemeinsam bewegen und die Irmgard und Heinrich Grünewald-Stiftung. Jede verfolgt eigene Förderschwerpunkte, allen gemeinsam ist das Ziel, Oberhausen noch attraktiver und lebenswerter zu machen. Die Stiftung Oberhausener Bürger setzt hierbei auf die langfristige Förderung von Projekten aus den verschiedensten Bereichen wie Soziales, Bildung, Kultur, Umweltschutz, Völkerverständigung, Gesundheit und Sport. Das treuhänderisch verwaltete Stiftungskapital beträgt zum 31.12.2011 2,9 Mio. €. Von Testaments wegen sind der Stiftung Oberhausener Bürger perspektivisch weitere 13 Stiftungen zugesichert. Die Sparkassen-Bürgerstiftung ist die älteste Stiftung der Stiftungsinitiative der Stadtsparkasse Oberhausen. Sie wurde bereits 1983 gegründet. Die Förderschwerpunkte der Sparkassen-Bürgerstiftung liegen in den Bereichen Kultur, Wohlfahrtswesen, Bildung, Kinder- und Jugendförderung sowie dem Heimatgedanken. Seit ihrer Gründung hat die Sparkassen-Bürgerstiftung gemeinnützige Vereine, karitative und wohlfahrtspflegerische Organisationen sowie vielfältige kulturelle und heimatpflegerische Projekte in Oberhausen mit einem Gesamtvolumen von rund 13,7 Mio. € gefördert. Das Stiftungskapital der Sparkassen-Bürgerstiftung liegt zum 31.12.2011 bei 4,05 Mio. €. Im vergangenen Jahr wurden 54 Förderanträge im Gesamtvolumen von 350.000,- € bewilligt. B. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage der Stadtsparkasse Oberhausen sind nach dem Schluss des Geschäftsjahres nicht eingetreten. Mit Wirkung vom 02.01.2012 hat der Verwaltungsrat beschlossen, das Vertragsverhältnis zum damaligen Vorstandsvorsitzenden mit sofortiger Wirkung zu beenden. C. Risikoberichterstattung 1. 1.1 Rahmenbedingungen des Risikomanagements Aufsichtsrechtliche Vorgaben für das Risikomanagement Die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für die Bemessung, Kontrolle und Steuerung der wesentlichen Risiken eines Kreditinstitutes sind durch die Ende 2005 veröffentlichten Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) in einer einheitlichen Form zusammengefasst worden. Nachdem mit der Integration der OutsourcingRegelungen im Oktober 2007 die erste MaRisk-Novellierung erfolgte, wurde im August 2009 – auch als Reaktion auf die Erkenntnisse der Finanzkrise – die zweite Novelle der MaRisk in Kraft gesetzt. Die am 15.12.2010 veröffentlichte dritte Novelle hat die Stadtsparkasse Oberhausen anforderungsgemäß zum 31.12.2011 vollständig umgesetzt. 1.2 Risikomanagementziele und -methoden Die geschäftliche Tätigkeit einer Sparkasse beinhaltet das bewusste Eingehen von Risiken. Deren aktive Steuerung sowie die gezielte Transformation von Risiken sind Kernfunktionen unserer Sparkasse. Für eine erfolgreiche Durchführung dieser Aufgaben ist es für die Sparkasse unabdingbar, dass sie die mit der Geschäftstätigkeit untrennbar verbundenen Risiken zeitnah erkennt, bewertet, umfassend steuert und die Steuerungsmaßnahmen laufend überwacht. Wesentlicher Bestandteil unserer aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Risikomanagementsysteme ist die Beachtung der gesetzlichen und Risiken werden bewusst eingegangen, wenn sie zur Erzielung von Erträgen notwendig und im Verhältnis zu den Chancen vertretbar sind. Die Übernahme von Risiken ist in der Stadtsparkasse Oberhausen in eine G.u.V.- und wertorientierte Gesamtbanksteuerung eingebunden, die das Erreichen der mittel- bis langfristigen Finanzziele sicherstellt. Beide Steuerungsmethoden stehen gleichwertig nebeneinander. Als Fundament unserer Risikosteuerung dienen perioden- und wertorientierte Risikotragfähigkeitskonzepte, welche die dauerhafte Bestandssicherung des Unternehmens zur Aufgabe haben. -301- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Für alle risikorelevanten Geschäfte ist bis in die Ebene des Vorstands eine funktionelle Trennung zwischen Markt und Marktfolge festgelegt. Zwischen der Risikosteuerung und der Risikokontrolle besteht mindestens eine personelle Funktionstrennung. Durch die Ausgestaltung der Aufbau- (und Ablauf-)Organisation wird sichergestellt, dass miteinander unvereinbare Tätigkeiten durch unterschiedliche Mitarbeiter durchgeführt werden. Im Rahmen des Risikomanagements sind die Abteilungen Unternehmenssteuerung, KreditService sowie die Revisionsabteilung beteiligt. Der Abteilung Unternehmenssteuerung obliegt die risikoüberwachende Funktion. Sie ist verantwortlich für die Entwicklung der Gesamtbanksteuerungssysteme sowie das Risikocontrolling der einzelnen Risikokategorien. Dies beinhaltet auch die regelmäßige Durchführung angemessener Stresstests für die wesentlichen Risiken. Die Erfüllung der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen ist eine weitere Kernaufgabe. Im Rahmen des Portfoliomanagements, insbesondere bei der Steuerung der Marktpreis- und Adressenausfallrisiken, ist sie zudem beratend für die Geschäftsleitung tätig, ohne eine Positionsverantwortung zu besitzen. Die Beratung des Vorstandes umfasst auch die Erarbeitung von Handlungsalternativen. Die Ausführung der Beschlüsse erfolgt durch die von der Unternehmenssteuerung organisatorisch getrennten Händler. Die Abteilung Unternehmenssteuerung ist organisatorisch von den Marktbereichen getrennt. Die Betreuung der im Kreditbereich eingesetzten Rating- und Scoring-Systeme sowie des Frühwarnsystems zur frühzeitigen Identifizierung wesentlicher Risiken obliegt der Abteilung KreditService. Sie ist organisatorisch ebenfalls vom Marktbereich getrennt. Die Revisionsabteilung prüft die Einhaltung der festgelegten internen Regeln sowie der gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Sie überprüft die Angemessenheit und Wirksamkeit des Managements der einzelnen Risikoarten und begleitet als unabhängige Instanz die Weiterentwicklung der Gesamtbanksteuerungssysteme. Eine Darstellung der Aufbauorganisation im Risikomanagement sowie der Ausgestaltung der Risikomanagement- und controllingprozesse findet sich in dem Risikohandbuch der Stadtsparkasse Oberhausen. In der vom Vorstand festgelegten Risikostrategie sind ferner die Ziele und Leitlinien verankert, die die Stadtsparkasse mit der Risikoübernahme und -steuerung verfolgt. Die Beurteilung der Risiken erfolgt hinsichtlich ihrer G.u.V.-Wirkungen und, soweit möglich, zusätzlich im Rahmen eines vermögenswertorientierten Value-at-Risk-Ansatzes. Zur Quantifizierung der einzelnen Risiken werden Szenarioanalysen durchgeführt, die auf historischen bzw. erwarteten Veränderungen von risikobeeinflussenden Parametern beruhen. Soweit eine explizite Quantifizierung der Risiken aufgrund des Entwicklungstandes der Systeme noch nicht möglich ist, tragen wir dem durch die Festlegung eines plausibilisierten Risikobetrages im Rahmen unserer Risikotragfähigkeitskonzepte Rechnung. Diese Art der Limitfestlegung kommt derzeit beim Operationellen Risiko zum Tragen. Darüber hinaus führen wir auf Basis der für die jeweiligen Risiken identifizierten wesentlichen Risikofaktoren ergänzende Stressszenarien durch, die die Auswirkungen außergewöhnlicher, aber plausibel möglicher Ereignisse abbilden. Die Stresstests erstrecken sich dabei auch auf die angenommenen Risikokonzentrationen und Diversifikationseffekte innerhalb und zwischen den einzelnen Risikoarten. Im Rahmen der Steuerung der Risiken setzen wir zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken Finanzderivate ein. Darüber hinaus hat die Sparkasse mittlerweile an zwei Kreditbasket-Transaktionen innerhalb der SparkassenFinanzgruppe teilgenommen. Daraus resultieren Credit Default Swaps, bei denen die Sparkasse Sicherungsgeber (beide Transaktionen) bzw. Sicherungsnehmer (eine Transaktion) ist. Die per 31.12.2011 bestehenden Finanzderivate können der Übersicht im Anhang zum Jahresabschluss entnommen werden. Daneben hat die Sparkasse innerhalb ihres Spezialfonds in 2011 Finanzderivate zur Absicherung von Aktienkurs- und Währungsrisiken eingesetzt. 1.3 Risikotragfähigkeitskonzeption Zentrales Element unserer Risikosteuerung sind die implementierten Risikotragfähigkeitskonzepte. Die Stadtsparkasse Oberhausen setzt gleichberechtigt sowohl ein perioden- als auch ein wertorientiertes System ein. Beiden Ansätzen liegt dabei der Fortführungsansatz (Going-Concern-Sicht) zugrunde, nach dem die Fortführung des Geschäftsbetriebes auch im Belastungsfall sichergestellt sein muss. Darüber hinaus erfolgt eine Begrenzung der Risikoübernahme durch die aufsichtsrechtlichen Kennzahlen (Basel-II-Zinskoeffizient, Solvabilitätskoeffizient und Liquiditätskennzahl). In der periodenorientierten Sichtweise werden die Risiken danach gemessen, ob und in welcher Höhe ihr Eintritt Auswirkungen auf den handelsrechtlichen Jahresüberschuss der Sparkasse hat. Der Going-Concern-Sichtweise folgend zielt das Risikotragfähigkeitssystem dabei auf die Sicherung einer Mindesteigenkapitalquote und eines Mindestjahresüberschusses. Demzufolge bilden im Rahmen der periodenorientierten Risikotragfähigkeit das über die intern festgelegte Mindest-Solvabilitätsquote hinausgehende freie haftende Eigenkapital und das geplante Betriebsergebnis vor Bewertung abzüglich eines definierten Mindestergebnisses die Risikodeckungsmasse. Existierende nachrangige Verbindlichkeiten werden entsprechend dem Fortführungsansatz nicht in die Risikodeckungsmasse einbezogen. Die so ermittelte Deckungsmasse wird anschließend auf die unterschiedlichen Risikokategorien Zinsspannenrisiko, Kursrisiko Wertpapiere, Provisionsüberschussrisiko, Risiko Verwaltungsaufwand/ Operationelle Risiken, Adressenrisiken aus dem Kundengeschäft, Beteiligungsrisiko, Adressenrisiken aus dem Eigengeschäft, Liquiditätsrisiko sowie Modellrisiko verteilt. Im Rahmen der wertorientierten Betrachtung bestimmt sich das Risiko als Vermögensminderung, die innerhalb eines festgelegten Zeitraums und mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintritt. Für die Risikotragfähigkeitskonzeption erfolgt zunächst die Ermittlung des Reinvermögens nach Erträgen und Kosten. Hiervon wird der strategische Eigenkapitalbedarf zur Einhaltung der internen Mindest-Solvabilitätsquote in Abzug gebracht. Die verbleibende Risikodeckungsmasse wird auf die Risikokategorien Adressenausfallrisiken im Eigen- sowie im Kundenkreditgeschäft -302- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 (unerwartete Kreditrisiken), Beteiligungsrisiken, Marktpreisrisiken (Zinsbuch, Aktien/Fonds und Immobilien), Modellrisiko und Operationelle Risiken verteilt. Über die Limiteinhaltung wird monatlich mit Hilfe eines Ampelsystems berichtet, wobei die gelbe Ampelstufe bei einer 80prozentigen Limitauslastung erreicht wird. 1.4 Risikoreporting Über die eingegangenen Risiken, die existierenden Risikokonzentrationen sowie die Auslastung der verschiedenen Limite wird dem Gesamtvorstand monatlich im Rahmen eines umfassenden Gesamtrisikoreports schriftlich berichtet. Die Ausführungen enthalten neben einer zusammenfassenden Beurteilung der Risikosituation und der Limitauslastungen auch Handlungsempfehlungen zur Risikosteuerung, über die der Vorstand entscheidet. Der Risikoreport wird vierteljährlich um einen ausführlichen Kreditrisikoteil sowie Ausführungen zu den Operationellen Risiken ergänzt. Darüber hinaus werden in dem Risikoreport halbjährlich die Ergebnisse der durchgeführten Stresstests dargestellt. Ergänzend erhält der Vorstand mindestens wöchentlich, in der Regel täglich, einen Report über die Marktpreis- und Adressenausfallrisiken der Eigenhandelsgeschäfte. Eine Ad-hoc-Berichterstattung erfolgt bei Risikoereignissen von wesentlicher Bedeutung. Der Verwaltungsrat als Aufsichtsorgan der Stadtsparkasse Oberhausen hat einen Risikoausschuss gebildet, der die Grundsätze der Risikopolitik und Risikosteuerung der Sparkasse mit dem Vorstand berät. Der Risikoausschuss wird vierteljährlich ausführlich über die von der Sparkasse eingegangenen Risiken und die aktuellen Auslastungen sämtlicher Risikolimite informiert. Die zentralen Aspekte aus dem Risikoreport werden dem gesamten Verwaltungsrat ebenfalls quartalsweise vorgestellt. 2. Darstellung der wesentlichen Risikoarten Die Risiken, die wir im Rahmen unseres Risikomanagement- und -controllingsystems steuern, haben unterschiedliche Ursachen und bedürfen speziell abgestimmter Instrumente und Methoden zu deren Erfassung und Begrenzung. Die zentralen Risiken stellen für uns dabei folgende Risikoarten dar: Risikoarten Adressenausfallrisiken Marktpreisrisiken Liquiditätsrisiken Operationelle Risiken Sonstige Risiken 2.1 Adressenausfallrisiken Unter Adressenausfallrisiken verstehen wir die Gefahr des Ausfalls vertraglich zugesicherter Leistungen, so dass die Definition des Adressenausfallrisikos zum einen den Ausfall, zum anderen aber auch bereits eine mögliche Bonitätsverschlechterung einer Person oder eines Unternehmens beinhaltet. Zu den Adressenausfallrisiken zählt die Stadtsparkasse Oberhausen folgende Risikokategorien: 1. Kreditrisiko Das Kreditrisiko bezeichnet die Gefahr einer Bonitätsverschlechterung (Bonitätsrisiko) und/oder des Ausfalls (Ausfallrisiko) einer Person oder einer Unternehmung, zu der eine Kreditbeziehung besteht. Kontrahentenrisiko Unter Kontrahentenrisiko verstehen wir das Risiko, dass eine Gegenpartei – vornehmlich im Bereich der Eigenhandelsgeschäfte – ausfällt und die entsprechende Position zum aktuellen, für die Sparkasse ungünstigeren Marktkurs abgewickelt werden muss. Das Kontrahentenrisiko zielt damit auf den Schwebezustand von Geschäften ab. Emittentenrisiko Das Emittentenrisiko bezeichnet die Gefahr des vollständigen oder teilweisen Ausfalls eines Emittenten von Wertpapieren oder sonstigen Finanzinstrumenten. Länderrisiko -303- 2. 3. 4. Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 5. Das Länderrisiko im grenzüberschreitenden Kreditgeschäft besteht in der Gefahr, dass Zins- und Tilgungsleistungen ausländischer Kreditnehmer nicht termingerecht, nicht vollständig oder gar nicht geleistet werden, wobei die Zahlungsunfähigkeit oder die fehlende Zahlungsbereitschaft durch das Land verursacht wird, in dem der Schuldner ansässig ist, und nicht durch den Schuldner oder durch dessen Bonität. Beteiligungsrisiko Das Beteiligungsrisiko wird als die Gefahr verstanden, dass aus der Eigenkapitalbeteiligung an Dritten Verluste entstehen. Insgesamt lässt sich das Adressenausfallrisiko der Sparkasse in drei große Bereiche gliedern: das Risiko aus dem Kundenkreditgeschäft, das Beteiligungsrisiko sowie das Adressenausfallrisiko aus Eigenhandelsgeschäften. Die Basis für die Steuerung der Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft bildet die Risikostrategie der Stadtsparkasse Oberhausen. Sie enthält neben den Rahmenbedingungen für das Kreditgeschäft auch die unter Berücksichtigung der Gesamtbankrisikotragfähigkeit geplanten Aktivitäten im Kreditgeschäft. Dazu gehören neben risikobegrenzenden Maßnahmen auch Aktivitäten zur Weiterentwicklung des Instrumentariums der Kreditrisikosteuerung. In der Risikostrategie hat die Sparkasse Leitlinien bezüglich Kreditarten, Einzelkreditvolumen, Rating sowie Branchen der Kreditnehmer festgelegt. Hierdurch werden Bonitätsrisiken sowie Risikokonzentrationen eingeschränkt. Zur Beurteilung der Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft auf Kundenebene setzt die Sparkasse die Rating- und Scoringverfahren des DSGV ein. Derzeit werden im gewerblichen Kreditgeschäft das DSGV-Standard-Rating, das ImmobiliengeschäftsRating sowie das KundenKompaktRating bzw. das KundenKompaktRating ohne Girokonto eingesetzt. Im privaten Kreditgeschäft wird das KundenScoring eingesetzt, welches die Ergebnisse der einzelnen Scoringverfahren (Antragsscorecard Private Baufinanzierung bzw. Konsumentenkredite sowie Verhaltensscorecard Girokonto) zu einer monatlich automatisch ermittelten Note vereint. Im kommerziellen Immobiliengeschäft wird das dafür vorgesehene Ratingverfahren verwendet. Die Rating- und Scoringergebnisse bilden die Basis für die Festlegung risikoadjustierter Kreditkonditionen. Die Bonität einzelner Kreditnehmer wird zudem jährlich durch die Innenrevision der Sparkasse in umfangreichen Stichproben geprüft. Der überwiegende Teil des gewerblichen Kreditgeschäftes entfällt auf Kreditnehmer in Risikoklassen mit moderaten Ausfallwahrscheinlichkeiten. Bezogen auf das zugrunde liegende Kreditvolumen weisen 33,1 % (Vorjahr 39,7 %) eine Ratingnote zwischen 1 und 5 auf. Der Volumensanteil in den Ratingklassen 1 bis 9, auf die sich die kreditgeschäftlichen Aktivitäten im gewerblichen Kunden-geschäft gemäß der Risikostrategie konzentrieren sollen, liegt bei 73,7 % (Vorjahr 72,9 %). Unter zusätzlicher Einbeziehung der Ergebnisse des im Privatkundensegment eingesetzten KundenScorings beträgt der Volumensanteil in den Rating- bzw. Scoringklassen 1 bis 9 sogar 80,5 % (Vorjahr 79,1 %). Zur Früherkennung von Kreditrisiken auf Kundenebene wird ein automatisiertes System eingesetzt, das hinsichtlich definierter Frühwarnindikatoren auffällig gewordene Kreditnehmer identifiziert. Die durch das Frühwarnsystem identifizierten Problemkredite werden seitens eines hierfür eingerichteten Gremiums den Segmenten Normalbetreuung, Intensivbetreuung I und II, der Sanierungs- oder der Abwicklungsbetreuung zugeordnet. Für den Eintritt von Adressensausfallrisiken hat die Sparkasse durch die Bildung von Wertberich-tigungen und Vorsorgereserven eine angemessene Vorsorge getroffen. Wertberichtigungen sind für alle Engagements vorgesehen, bei denen nach umfassender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse und des Zahlungsverhaltens der Kreditnehmer davon ausgegangen werden kann, dass es voraussichtlich nicht mehr möglich sein wird, alle fälligen Zins- und Tilgungszahlungen nach den vertraglich vereinbarten Kreditbedingungen zu vereinnahmen. Darüber hinaus erfolgt eine Bewertung der existierenden Sicherheiten mit ihrem wahrscheinlichen Realisationswert, um einschätzen zu können, welche Zahlungen nach Eintritt von Leistungsstörungen noch zu erwarten sind. Die Angemessenheit der vorgesehenen Wertberichtigungen sind Prüfungsgegenstand der Innenrevision. Latente Ausfallrisiken werden darüber hinaus durch die Bildung von Pauschalwertberichtigungen berücksichtigt. Das Kreditvolumen (inklusive Avale und Bürgschaften) nach Kundensegmenten verteilt sich per Ende 2010 wie folgt: 31.12.2011 %-Anteil 31.12.2010 %-Anteil Firmenkunden Gewerbekunden Geschäftskunden Bauträger Existenzgründer Kommunale Kunden Großkunden Privatkunden Summe -304- 33,2 9,6 3,1 1,9 1,2 14,2 1,0 35,8 100,0 32,8 9,4 3,0 2,1 1,7 14,5 0,8 35,7 100,0 Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Die Beurteilung der Kreditrisiken auf Portfolioebene erfolgt insbesondere durch das Kreditportfoliomanagement-Tool CPV (CreditPortfolioView). Mit Hilfe dieses Programms wird eine Analyse des Kreditportfolios hinsichtlich der Darstellung der erwarteten Verluste und des ökonomischen Eigenkapitalbedarfs (CreditValue-at-Risk) sowie der Berechnung von Größenkonzentrationen (Klumpenrisiken) und deren Wirkung auf den CreditValue-at-Risk des Gesamtportfolios vorgenommen. Darüber hinaus erfolgt eine Risikobeurteilung durch die Analyse des gesamten Kreditportfolios hinsichtlich unterschiedlicher Kriterien wie z. B. der Branchen-, Größenklassen-, Sicherheiten- oder Ratingverteilung. Hinsichtlich der Verteilung der hereingenommenen Sicherheiten ergibt sich aufgrund des Geschäftsmodells in der Sparkasse eine deutliche Konzentration auf grundpfandrechtliche Sicherheiten. Die wohnwirtschaftlichen und gewerblichen Grundpfandrechte machen dabei – bezogen auf die angesetzten Sicherheitenbeträge – ca. 87,8 % (Vorjahr: 86,5 %) des Gesamtvolumens aus. Die Branchenverteilung im gewerblichen Kundenkreditportfolio bestimmt sich im Wesentlichen aus dem Geschäftsgebiet der Sparkasse und gestaltet sich per 31.12.2011 wie folgt: 31.12.2011 %-Anteil 31.12.2010 %-Anteil Land- u. Forstwirtschaft, Fischerei Energie, Wasser, Bergbau Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe Kraftfahrzeughandel Großhandel Einzelhandel Verkehr, Nachrichten Kredit- u. Versicherungswesen Gastgewerbe Grundstücks- und Wohnungswesen Dienstleistungen für Unternehmen Öffentliche und private Dienstleistungen Bauträger Summe 0,4 1,3 10,4 7,7 5,6 5,5 5,4 7,5 5,8 1,9 26,8 8,5 12,5 0,7 100,0 0,3 1,2 10,3 6,8 5,1 6,5 4,7 6,9 4,7 1,7 26,2 6,7 18,3 0,6 100,0 Der deutliche Rückgang des Anteils der Branche „Öffentliche und private Dienstleistungen“ resultiert aus einer technisch bedingten Umschlüsselung diverser Kreditengagements in den – in der Tabelle nicht aufgeführten – Privatkundensektor. Die mit einem Anteil von 26,8 % mit Abstand größte (Ober-)Branche „Grundstücks- und Wohnungswesen“ setzt sich aus verschiedenen Teilbranchen zusammen, die wiederum den beiden Bereichen Gewerbe- oder Wohnungsbau zugeordnet werden können. Aufgrund der insgesamt hohen Volumina in der Branche „Grundstücks- und Wohnungswesen“ sowie der zuvor dargestellten Konzentration auf grundpfandrechtliche Sicherheiten werden in der Risikostrategie der Sparkasse spezielle Regelungen zur Risikoüberwachung und -begrenzung festgelegt. Darüber hinaus berücksichtigt die Sparkasse das gesamtgeschäftsbezogene Risiko sinkender Immobilien- und Grundstückspreise im Rahmen der simulierten Stresstests. Die Großkredite gemäß § 13 Abs. 1 KWG machten am 31.12.2011 das 1,15-fache des am Bilanzstichtag geltenden haftenden Eigenkapitals aus (31.12.2010: das 1,35-fache). Dem Grundsatz einer angemessenen Kredit- und Risikosteuerung wird die vorhandene größenmäßige Schichtung somit gerecht. Mit einem im Vergleich zum Verbandsdurchschnitt leicht überproportionalen Anteil an Privatkunden weist das Kreditportfolio der Stadtsparkasse Oberhausen immer noch eine gute Diversifizierung auf. Risiken resultieren allerdings aus den in den letzten Jahren zu beobachtenden Verschiebungen innerhalb der Kundengruppenstruktur hin zu gewerblichen Kreditengagements. -305- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 31.12.201 %-Anteil 31.12.2010 %-Anteil Öffentliche Haushalte Unselbstständige Privatpersonen Unternehmen Sonstige Summe 7,0 42,0 50,2 0,8 100,0 7,1 41,9 50,4 0,6 100,0 In dem gewerblichen Kundensegment haben wirtschaftliche Schwierigkeiten bei einzelnen größeren Kreditnehmern in den letzten Jahren zu einer deutlichen Ergebnisbelastung für die Stadtsparkasse Oberhausen geführt. Insbesondere die Auswirkungen der im Jahr 2011 aufgetretenen Probleme bei einem Oberhausener Unternehmenskunden haben dazu geführt, dass das Bewertungsergebnis im Kreditgeschäft in 2011 wie im Vorjahr spürbar über dem Verbandsdurchschnitt liegt. Die absolute Höhe der neu gebildeten Risikovorsorgeaufwendungen für Kreditrisiken im Kundengeschäft hat sich gegenüber dem Vorjahr allerdings deutlich reduziert, so dass die für diese Risikoart vorgegebene interne Grenze im Jahr 2011 eingehalten wurde. Im Rahmen der Kreditportfoliosteuerung hat die Sparkasse im Jahr 2011 erstmalig auch als Originator an einer Kreditbasket-Transaktion innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe teilgenommen. Per 31.12.2011 ist die Sparkasse somit an zwei Transaktionen beteiligt. Daraus resultieren Credit Default Swaps, bei denen die Sparkasse Sicherungsgeber (beide Transaktionen) bzw. Sicherungsnehmer (eine Transaktion) ist. Bei den von der Stadtsparkasse Oberhausen gehaltenen Beteiligungen handelt es sich insgesamt um strategische Positionen, die langfristig gehalten werden. Im Vordergrund stehen hierbei die Grundsätze des Verbundgedankens (bankbezogene Beteiligungen) und der öffentliche Auftrag (standortfördernde Beteiligungen zur Förderung des Geschäftsgebietes). Renditeorientierte Beteiligungen werden derzeit nicht gehalten. Das Beteiligungsportfolio der Stadtsparkasse Oberhausen wird dominiert von den beiden größten Einzelbeteiligungen der Sparkasse am Rheinischen Sparkassen- und Giroverband, der wiederum an diversen Unternehmen innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe beteiligt ist, sowie an der Erwerbsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe zum Erwerb der Landesbank Berlin (LBB). Sowohl für die dauerhafte als auch die voraussichtlich nur vorübergehende Wertminderung der LBB-Beteiligung hat die Sparkasse in 2011 eine Wertberichtigung vorgenommen. Dies führte dazu, dass das interne Risikolimit für das Beteiligungsrisiko zum 31.12.2011 – entgegen dem Vorjahr – nicht eingehalten werden konnte. Für die Eigenhandelsgeschäfte im Sinne der Mindestanforderungen an das Risikomanagement hat die Sparkasse detaillierte Regelungen bezüglich des zulässigen Kontrahenten- und Emittentenkreises sowie - bezogen auf die unterschiedlichen Geschäftsarten - hinsichtlich der zulässigen Volumina je Kontrahent / Emittent eingesetzt. Zur Beurteilung des Adressenausfallrisikos werden externe Ratings und weitere öffentlich zugängliche Informationen herangezogen. Bei der Einschätzung der verschiedenen Marktsegmente hinsichtlich einer vorhandenen Aktivität bzw. Inaktivität ergeben sich keine Veränderungen zum Vorjahr. Es werden beinahe sämtliche Marktsegmente als aktiv eingeschätzt, so dass bei der Ermittlung der beizulegenden (Zeit-) Werte nicht auf Bewertungsmodelle zurückgegriffen werden muss. Trotz der insgesamt negativen Entwicklung der Wertpapiermärkte im Jahr 2011 musste die Sparkasse zum 31.12.2011 aufgrund durchgeführter Maßnahmen zur Risikobegrenzung ein nur leicht negatives Bewertungsergebnis aus dem Wertpapierbereich hinnehmen. Aufgrund der größtenteils guten Bonität der zum Jahresende im Depot A enthaltenen Emittenten – sämtliche Direktanlagen der Stadtsparkasse Oberhausen mit Ausnahme der beiden KreditbasketTransaktionen verfügen per Jahresende über ein Rating im Investment Grade-Bereich – wird zudem erwartet, dass es in den nächsten Jahren zu keinen nennenswerten tatsächlichen Ausfällen im Bereich der Eigenanlagen kommen wird. Das festgelegte periodische Risikolimit zur Begrenzung der Adressenausfallrisiken im Eigenhandelsgeschäft wird Ende 2011 eingehalten, während das entsprechende barwertige Risikolimit marginal überschritten wird. Der Anteil von Kreditstrukturen am gesamten Depot A der Stadtsparkasse Oberhausen ist gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert und beträgt 1,0 % per 31.12.2011 (Vorjahr 0,9 %). 2.2 Marktpreisrisiken Unter Marktpreisrisiken sind mögliche Ertrags- und Vermögenseinbußen zu verstehen, die sich aus der Veränderung von Marktpreisen ergeben. Bei den Marktpreisrisiken werden die folgenden Risikoarten unterschieden: Zinsänderungsrisiko (im Zusammenhang mit Eigenhandelsgeschäften und auf Gesamtbankebene), Spread-Risiko, Währungsrisiko, Aktienkursrisiko, Immobilienrisiko, Optionsrisiko und Rohwarenrisiko. Für die Sparkasse weisen insbesondere das Zinsänderungs-, das Spread- und das Aktienkursrisiko eine zentrale Bedeutung auf. Als Folge der Anlagerestriktionen der Sparkasse ist die Struktur ihrer Eigenanlagen geprägt durch Termingeldanlagen bei anderen Instituten der Sparkassen-Finanzgruppe, inländischen öffentlichen Anleihen sowie Pfandbriefen und Inhaberschuldverschreibungen von inländischen Kreditinstituten. -306- Stadt Oberhausen 31.12.2011 %-Anteil 31.12.2010 %-Anteil Beteiligungsbericht 2011 Termingelder Pfandbriefe Inländische öffentliche Anleihen IHS inländischer Kreditinstitute Unternehmensanleihen Aktien Sonstige Summe 30,3 21,1 13,6 20,2 7,1 2,6 5,1 100,0 31,4 20,9 7,5 24,2 7,5 3,1 5,5 100,0 Bei komplexeren Instrumenten greift die Sparkasse auf das Fremdmanagement in Form eines Spezialfonds zurück. Die u. a. in dem Spezialfonds gehaltenen Aktienbestände werden in der Tabelle de facto zu hoch ausgewiesen, da die per Ende 2011 existierende nahezu vollständige Absicherung der Aktienpositionen nicht berücksichtigt ist. Die Steuerung der Marktpreisrisiken aus Eigenhandelsgeschäften erfolgt zum einen anhand einer G.u.V.-orientierten Ermittlung des Abschreibungsrisikos, zum anderen anhand von Value-at-Risk-Szenarien mit einer Haltedauer von 10 Tagen, bei denen das Risiko auf Basis der täglichen Kurs- bzw. Renditeveränderungen der letzten 250 Handelstage ermittelt wird. Dieser Ermittlung liegt eine Vergangenheitsbetrachtung zugrunde, die es erlaubt, den Risikokurs anzugeben, der mit einer 95 %-igen Wahrscheinlichkeit nicht unterschritten wird. Im Rahmen des wertorientierten Risikotragfähigkeitskonzeptes werden die o. g. Parameter aufgrund der einheitlichen Abbildung der verschiedenen Risikoarten auf eine Haltedauer von 250 Tagen sowie ein 99 %-iges Konfidenzniveau angepasst. Sämtliche Marktpreisrisiken des Eigenanlagegeschäftes werden mindestens wöchentlich, in der Regel aber täglich durch die Abteilung Unternehmenssteuerung nach Art und Höhe bewertet und an die Geschäftsleitung kommuniziert. Als langfristiger, strategischer Investor geht die Stadtsparkasse Oberhausen keine Investments in Spread-Risiken zur Erzielung kurzfristiger Kursgewinne ein. Der Erwerb von Creditspread-behafteten Wertpapieren erfolgt unter Berücksichtigung der angestrebten Granularität des Depot A auf Basis einer positiven Einschätzung des Kreditrisikos im Rahmen der Risikostrategie. Die sich im Zeitablauf ggf. ergebenen Schwankungen des Spreadniveaus müssen dabei im Rahmen der Risikotragfähigkeit ausgehalten werden können. Während das Spread-Risiko in der Vergangenheit explizit nur im wertorientierten Risikotragfähigkeitskonzept ausgewiesen wurde, simuliert die Sparkasse beginnend mit dem Jahr 2012 auch im periodischen Konzept separate Szenarien. Neben den Berechnungen für die Eigenhandelsgeschäfte wird auch eine Beurteilung des Zinsänderungsrisikos auf Gesamtbankebene vorgenommen. Das Risiko wird sowohl hinsichtlich der Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung als auch im Hinblick auf mögliche Wertveränderungen der verzinslichen Vermögens- und Schuldpositionen untersucht. Die Ergebnisse der Risikobetrachtung werden der Geschäftsleitung im Rahmen des Gesamtrisikoberichtes monatlich vorgelegt. Im Rahmen der G.u.V.-orientierten Steuerung des Zinsänderungsrisikos erfolgt die Messung auf der Grundlage von Simulationsberechnungen, die alle Bilanzpositionen und deren voraussichtliche Entwicklung einbeziehen. Bei der wertorientierten Risikobetrachtung werden alle zinstragenden Geschäfte in einer einheitlichen Cash-FlowÜbersicht abgebildet. Für Geschäfte ohne feste Zins- und/ oder Kapitalbindungen werden dabei produktspezifische Annahmen zugrunde gelegt. Für den aus dem Gesamt-Cash-Flow der Sparkasse errechneten Barwert wird anschließend das Verlustrisiko (Value-at-Risk) ermittelt. Dieses errechnet sich auf Basis einer historischen Simulation von Renditeveränderungen über den Planungshorizont von 12 Monaten mit einem Konfidenzniveau von 99 %. Bei der Steuerung des Zinsänderungsrisikos verfolgt die Stadtsparkasse Oberhausen grundsätzlich eine passive Steuerung. Dabei orientiert sich die Sparkasse an einer als effizient eingeschätzten Benchmark (gleitender 10-Jahres-Durchschnitt), wobei die Höhe des maximalen Risikos durch das absolut zur Verfügung gestellte Risikokapital determiniert wird. Abweichungen von dieser Benchmark zeigen ggf. Bedarf von Steuerungsmaßnahmen an und dienen als zusätzliche Information für zu tätigende Geschäfte. Im Rahmen der Steuerung des gesamten Zinsbuches setzt die Sparkasse Zinsswaps ein. Nähere Informationen können der Übersicht im Anhang zum Jahresabschluss entnommen werden. Zur Absicherung der in einem Spezialfonds gehaltenen Aktienposition sowie eines in US-Dollar notierten Publikumsfonds wurden während des Jahres 2011 ebenfalls Finanzderivate eingesetzt. Die Absicherungen erfolgten dabei über Future- bzw. Devisentermingeschäfte. Zur Begrenzung der Risiken aus Marktpreisrisiken hat die Sparkasse auf Basis der eingesetzten Risikotragfähigkeitskonzepte Limite definiert, die die Übernahme von Marktpreisrisiken auf ein für die Stadtsparkasse Oberhausen tragbares Niveau begrenzen. Während Ende 2010 sämtliche Marktpreisrisiko-Limite eingehalten werden konnten, ergab sich per 31.12.2011 eine Überschreitung des periodischen Zinsspannenrisikos. Beim periodischen Risikolimit für die Wertpapierkursrisiken kam es per Jahresende 2011 nur zu einer geringfügigen Inanspruchnahme. Dabei konnte die Sparkasse das im Jahr 2011 mit steigenden Credit-Spreads und sinkenden Aktienkursen verbundene -307- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 schwierige Kapitalmarktumfeld durch die Durchführung risikoreduzierender Maßnahmen mit entsprechenden Erträgen fast vollständig kompensieren. Bedingt durch diese unterjährig durchgeführten Maßnahmen zur Risikoreduzierung unterlag das wertorientierte Zinsänderungsrisiko in 2011 erhöhten Schwankungen, wobei das definierte Risikolimit jederzeit eingehalten wurde. Die Stadtsparkasse Oberhausen war zu keinem Zeitpunkt in 2011 „Ausreißerinstitut“ bzw. „Institut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko“ im Sinne der BaFin-Rundschreiben Nr. 7/2007 bzw. 11/2011. 2.3 Liquiditätsrisiken Die Liquiditätsrisiken werden in das Liquiditätsrisiko im engeren Sinne, das Refinanzierungsrisiko sowie das Marktliquiditätsrisiko unterteilt. Unter dem Liquiditätsrisiko im engeren Sinne wird die Gefahr verstanden, dass die Sparkasse ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr uneingeschränkt nachkommen kann. Beim Refinanzierungsrisiko handelt es sich um das Risiko, dass Liquidität bei Bedarf nicht zu den erwarteten Konditionen beschafft werden kann. Als Marktliquiditätsrisiko bezeichnet man schließlich die unterschiedliche Leichtigkeit und Schnelligkeit, mit der Finanzmarktprodukte zu einem fairen Preis wieder veräußert werden können. Als eine zentrale Basis für die Beurteilung der Zahlungsfähigkeit der Sparkasse dient die aufsichtsrechtlich vorgegebene Kennzahl gemäß Liquiditätsverordnung (Quotient aus den liquiden Aktiva und den Liquiditätsabflüssen für den folgenden Monat), die im abgelaufenen Jahr – wie bereits in 2010 – stets deutlich über dem erforderlichen Mindestwert von 1,0 lag und am Jahresende einen Wert von 3,78 % aufweist. Darüber hinaus wird das Liquiditätsrisiko mittels fünf standardisierter Szenariorechnungen sowie einer Liquiditätsübersicht beurteilt. Letztgenannte stellt eine Liquiditätsablaufbilanz mit kumulierter Cash-Flow-Betrachtung dar und umfasst einen Betrachtungshorizont von 10 Jahren. Durch eine ausreichende Liquiditätsvorsorge versucht die Sparkasse Liquiditätsrisiken zu vermeiden. Zur Steuerung der Liquidität bestehen Kreditlinien bei der Deutschen Bundesbank und der Westdeutschen Landesbank. Als weiteres Instrument nutzt die Sparkasse Offenmarktgeschäfte der Europäischen Zentralbank. Zur Sicherstellung eines ausreichenden Liquiditätspuffers unterhält die Sparkasse einen entsprechenden Bestand an refinanzierungsfähigen Titeln, die als Sicherheit zur Durchführung von Offenmarktgeschäften bei der EZB hinterlegt sind. Zur Beurteilung des Refinanzierungsrisikos werden die benötigten institutionellen Geldaufnahmen sowie die zu zahlenden Refinanzierungsaufschläge von der Sparkasse fortlaufend überwacht. Darüber hinaus werden die potenziellen Auswirkungen eines schlagend werdenden Refinanzierungsrisikos in entsprechenden Szenariobetrachtungen beleuchtet. Aufgrund der stabilen Entwicklung der Kundeneinlagen sowie aufgrund von fälligen Wertpapieren im Depot A war – analog zum Vorjahr – auch in 2011 keine Erfordernis zur Aufnahme längerfristiger Refinanzierungsmittel gegeben. Dies ist zum einen vor dem Hintergrund erfreulich, dass sich die Aufschläge für institutionelle Refinanzierungsmittel immer noch auf einem deutlich höheren Niveau als vor dem Ausbruch der Finanzmarktkrise befinden und das Refinanzierungsrisiko somit gestiegen ist. Zum anderen ist das Refinanzierungsrisiko in den letzten Jahren durch die Veränderung der Kundeneinlagenstruktur hin zu variabel verzinslichen und kurzfristig verfügbaren Einlageprodukten gestiegen. Zur Steigerung der Rentabilität verbunden mit der Möglichkeit zur Verminderung zukünftiger Liquiditätsrisiken hat sich die Stadtsparkasse Oberhausen Ende 2011 allerdings dazu entschieden, an dem erstmals angebotenen 3-Jahres-Tender der Europäischen Zentralbank teilzunehmen. Zur Begrenzung des Refinanzierungsrisikos treibt die Stadtsparkasse Oberhausen seit Längerem die Erschließung alternativer Refinanzierungsquellen voran. Dabei stehen verschiedene Varianten gedeckter, d. h. grundpfandrechtlich gesicherter Refinanzierungen, im Vordergrund. Nachdem die Stadtsparkasse Oberhausen in den Jahren 2009 und 2010 an zwei Emissionen eines Structured Covered Bonds (SCB) der Landesbank Berlin teilgenommen hat, wurden im Jahr 2011 vorbereitende Tätigkeiten zur Teilnahme an einer Pfandbrief-Pooling-Transaktion durchgeführt. Das Marktliquiditätsrisiko wird generell durch die Auswahl der zulässigen Vermögensklassen im Rahmen der Vermögensallokation sowie bei Investitionsentscheidungen hinsichtlich der konkreten Anlagealternative berücksichtigt. Zur Begrenzung des Marktliquiditätsrisikos hat die Sparkasse dabei in ihren Organisationsrichtlinien qualitative und quantitative Mindestanforderungen für die Eigenhandelsaktivitäten definiert. Neben der Festlegung eines benötigten Mindestratings der Emission/des Emittenten sind z. B. auch höhere Volumenslimite für öffentliche Anleihen und Pfandbriefe, die über eine vergleichsweise hohe Marktliquidität verfügen, definiert. Die Stadtsparkasse Oberhausen hat auch in 2011 Eigenhandelsaktivitäten betrieben. Die in 2011 getätigten Wertpapierkäufe im Eigenbestand beschränkten sich auf Wertpapiere inländischer öffentlicher Stellen, Pfandbriefe deutscher Emittenten sowie Inhaberschuldverschreibungen von deutschen Kreditinstituten. Diese drei Vermögensklassen dominieren – wie bereits bei der Darstellung der Marktpreisrisiken aufgezeigt – auch den Gesamtbestand der Wertpapierdirektanlagen der Stadtsparkasse Oberhausen zum 31.12.2011. Das Limit für die G.u.V.orientierten Liquiditätsrisiken ist per Jahresende – analog zum Vorjahr – nicht in Anspruch genommen. 2.4 Operationelle Risiken Unter Operationellen Risiken sind die Risiken zusammengefasst, die zu Schäden für die Sparkasse infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Mitarbeitern, der internen Infrastruktur oder infolge von externen Einflüssen führen können. In dieser Definition ist auch das Rechtsrisiko enthalten, d. h. die Gefahr von Schäden durch Rechtsprozesse, Klagen etc. -308- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Zur Identifizierung zukünftiger wesentlicher Schadenspotenziale werden jährlich Szenarien über mögliche Schadensereignisse aus den risikorelevanten Bereichen der Sparkasse und der Tochtergesellschaften erhoben und anschließend in Form einer Risikolandkarte dargestellt. Zur Schaffung einer einheitlichen Datenbasis und als Grundlage für die Ableitung von entsprechenden Maßnahmen werden des Weiteren die bereits eingetretenen Schäden aus Operationellen Risiken laufend in einer zentralen Schadensfalldatenbank erfasst. Zur Begrenzung und Steuerung von Operationellen Risiken existieren aufgrund der vielschichtigen Ursachen diverse Regelungen und Verfahren in der Stadtsparkasse Oberhausen. Potenziellen Schäden durch Betrug, Irrtum oder Fahrlässigkeit von Mitarbeitern oder Dritten begegnet die Sparkasse mit entsprechenden Kontrollsystemen, deren Funktionsfähigkeit regelmäßig von der Innenrevision überwacht wird. Die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter wird durch bedarfsgerechte Aus- und Fortbildungsmaßnahmen gestärkt und im Rahmen eines periodischen Beurteilungssystems überprüft. Für technische Risiken wie den Ausfall technischer Geräte und der erforderlichen EDV-Programme existieren entsprechende Notfallkonzepte, die die Funktionsfähigkeit des Betriebsablaufes auch bei unvorhersehbaren Ereignissen sicherstellen. Ferner sollen Operationelle Risiken durch die Auswahl zuverlässiger Dienstleister vermindert werden. Darüber hinaus wurden Versicherungen abgeschlossen, die gegebenenfalls eintretende Vermögensschäden weitgehend abfangen sollen. Die Abwendung von Rechtsrisiken wird durch die Nutzung aktueller Vertragsvordrucke des Deutschen Sparkassen Verlages und bei außerhalb des Standards liegenden Verträgen durch die Einbindung unserer in die S Service RheinRuhr GmbH ausgelagerten Rechtsabteilung erreicht. Im Bedarfsfall bedienen wir uns zusätzlicher externer Rechtsberatung. Der nach Berücksichtigung von Zahlungen aus Versicherungen, Haftungsfonds o. ä. verbleibende Nettoschaden aus Operationellen Risiken weist in der Stadtsparkasse Oberhausen wie in den Vorjahren auch im Jahr 2011 keine nennenswerte Höhe auf. Das festgelegte Limit für operationelle Risken wird zum 31.12.2011 dennoch überschritten, da die per Jahresende gebildete Rückstellung für die Risiken aus der noch laufenden Betriebsprüfung auf dieses periodische Risikolimit mit angerechnet wird. 2.5 Sonstige Risiken Im Rahmen unseres periodischen Risikotragfähigkeitskonzeptes haben wir auch für das Provisionsüberschussrisiko und das Aufwandsrisiko im Verwaltungskostenbereich durch die Reservierung von Risikodeckungsmasse Vorsorge getroffen. Analog zum Vorjahr wurden die eingeräumten Risikolimite auch per 31.12.2011 nicht in Anspruch genommen. Darüber hinaus berücksichtigt die Stadtsparkasse Oberhausen auch Modellrisiken in ihren periodischen und wertorientierten Risikotragfähigkeitskonzepten. Damit trägt die Sparkasse dem Risiko Rechnung, dass die hinter den zum Teil komplexen, im Rahmen der Banksteuerung verwendeten, Modellen stehenden Annahmen in der Praxis nicht oder nur teilweise eintreten. Da eine belastbare Quantifizierung dieses Risiko in der Vergangenheit noch nicht möglich war, wurde in 2011 ein Puffer als Risikolimit eingeräumt. Im Jahr 2011 ist zudem das Reputationsrisiko verstärkt in den Fokus der Risikobetrachtung gerückt. Das Reputationsrisiko stellt für die Sparkasse ein Folgerisiko dar, da es i. d. R. dann (zusätzlich) entsteht, wenn andere wesentliche Risiken (z. B. operationelle oder Adressenausfallrisiken) schlagend werden. Negative Effekte bei Eintritt des Reputationsrisikos dürften sich insbesondere in Form eines Abzugs von Kundeneinlagen ergeben. Dieses Risiko wird implizit über das periodische Limit für Liquiditätsrisiken abgedeckt, welches per Ende 2011 allerdings nicht in Anspruch genommen wurde. Die lediglich leicht rückläufige Einlagenentwicklung und die steigenden Privatgirokontenzahlen sind Beleg dafür, dass die regelmäßige, in weiten Teilen negative Presseberichterstattung im Zusammenhang mit den Problemen bei einem Unternehmenskunden der Sparkasse im Jahr 2011 zu keinem nachhaltigen Vertrauensverlust der Kunden geführt hat. Darüber hinaus bestehen im Zusammenhang mit diesem Kreditnehmer aufgrund laufender Verfahren Rechtsrisiken. Die Sparkasse geht davon aus, dass diese Risiken nicht schlagend werden und die Klagen abgewiesen werden. Zur Stabilisierung der Westdeutschen Landesbank AG (WestLB) wurde im Dezember 2009 die Errichtung einer Abwicklungsanstalt beschlossen. Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband, Düsseldorf (RSGV) ist entsprechend seines Beteiligungsanteils verpflichtet, tatsächliche liquiditätswirksame Verluste der Abwicklungsanstalt, die nicht durch das Eigenkapital der Abwicklungsanstalt und deren erzielte Erträge ausgeglichen werden können, bis zu einem festgelegten Höchstbetrag zu übernehmen. Auf die Stadtsparkasse Oberhausen entfällt als Mitglied des RSGV damit eine anteilige indirekte Verpflichtung entsprechend ihrer Beteiligung am RSGV. Somit besteht das Risiko, dass die Sparkasse während der voraussichtlich langfristigen Abwicklungsdauer aus ihrer indirekten Verpflichtung in Anspruch genommen wird. Für dieses Risiko wird die Sparkasse für einen Zeitraum von 25 Jahren aus den Gewinnen des jeweiligen Geschäftsjahres eine jahresanteilige bilanzielle Vorsorge bilden. Unter Berücksichtigung der Erkenntnisse nach Ablauf von 10 Jahren findet dann unter Einbeziehung aller Beteiligten eine Überprüfung des Vorsorgebedarfs statt. Analog zum Vorjahr wurde auch für das Geschäftsjahr 2011 eine entsprechende Vorsorge durch Dotierung des Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB getroffen. 3. Zusammenfassende Darstellung der Risikolage Das Jahr 2011 war insbesondere geprägt durch die regelmäßige Presseberichterstattung im Zusammenhang mit den Problemen bei einem Unternehmenskunden der Stadtsparkasse Oberhausen. Da die erforderliche Wertberichtigung für das Kreditengagement überwiegend bereits im Jahr 2010 vorgenommen wurde, wird das definierte Risikolimit für das -309- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 periodische Adressenausfallrisiko im Kundenkreditgeschäft zum 31.12.2011 entgegen dem Vorjahr eingehalten. Anders als im Jahr 2010 werden zum Jahresende 2011 aufgrund verschiedener Belastungsfaktoren allerdings andere interne Grenzen im periodischen Risikotragfähigkeitskonzept überschritten. So führen die notwendige Wertberichtigung der Beteiligung an der Erwerbsgesellschaft der Sparkassen-Finanzgruppe zum Erwerb der Landesbank Berlin sowie die Auswirkungen der noch laufenden Betriebsprüfung zu einer Überschreitung der Limite für die Risikoarten Beteiligungsrisiko und Operationelle Risiken. Die negativen Auswirkungen der im Rahmen der Zinsbuchsteuerung durchgeführten risikoreduzierenden Maßnahmen sowie des bereits erwähnten Kreditengagements auf den Zinsüberschuss der Sparkasse führen darüber hinaus zu einer Überschreitung des entsprechenden periodischen Risikolimits per Jahresende 2011. Da die übrigen periodischen Risikolimite kaum oder gar nicht beansprucht werden, steht zur Abdeckung der genannten Überschreitungen bei den übrigen Risikoarten noch ein ausreichender Freiraum zur Verfügung. Analog zum Vorjahr waren in 2011 auf Gesamthausebene sowohl die periodische als auch die wertorientierte Risikotragfähigkeit jederzeit gegeben. Die Gesamtlimitauslastungen lagen am 31.12.2011 periodisch bei 66,0 % bzw. werteorientiert bei 71,7 % und somit per Definition im grünen Bereich. Insgesamt ist das Verhältnis der eingegangenen Risiken der Sparkasse zur Vermögens- und Ertragslage, auch aufgrund der durchgeführten Maßnahmen zur Risikoreduzierung, als angemessen zu bezeichnen; das Gesamtbankrisiko wird durch das vorhandene Risikodeckungspotenzial abgedeckt. Im Rahmen des Risikocontrollings legt die Stadtsparkasse Oberhausen aufgrund der beschriebenen Entwicklung ein besonderes Augenmerk auf die Adressenausfallrisiken im Kundenkreditgeschäft. Im Rahmen der Kreditportfoliosteuerung hat sich die Sparkasse im Jahr 2011 daher auch erstmalig als Originator an einer KreditbasketTransaktion innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe beteiligt. Vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Finanzmarktkrise bilden die Adressenrisiko tragenden Wertpapiere im Depot A einen weiteren Schwerpunkt im Risikocontrolling. Diese Anlagen erfolgten im Rahmen der strategischen Vermögensallokation und dienen der langfristigen Anlage. Aufgrund der größtenteils guten Bonität der zum Jahresende im Depot A enthaltenen Emittenten wird erwartet, dass es in den nächsten Jahren zu keinen nennenswerten tatsächlichen Ausfällen kommen wird. Darüber hinaus wurde die Struktur der Eigenanlagen im Jahr 2011 dahingehend risikoreduzierend verändert, dass der Anteil der öffentlichen Anleihen inländischer Emittenten deutlich zu Lasten des Anteils der ungedeckten Schuldverschreibungen deutscher Kreditinstitute ausgeweitet wurde. D. Prognosebericht 1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Vor dem Hintergrund der nach wie vor nicht abschließend gelösten EWU-Staatsschuldenkrise, der Belastung der USA durch die hohe öffentliche Verschuldung und der voraussichtlichen Wachstumsabschwächung in den Schwellenländern dürfte sich das globale Wachstum im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr weiter abschwächen. Für das Gesamtjahr 2012 erwarten die Volkswirte der WestLB im Rahmen ihrer Konjunkturprognose ein Wachstum von 3,2 % nach voraussichtlich 3,6 % in 2011 und 4,9 % in 2010. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft prognostiziert für 2012 ein Wachstum von 3,4 %. Damit befindet sich die Weltwirtschaft in einem deutlichen Abschwung. Auch wenn sich in den ersten Monaten des Jahres 2012 eine Belebung ergeben hat, so belasten doch die angespannte bis dramatische Finanzlage in vielen Industrieländern und der erwartete Anstieg der Ölpreise die wirtschaftliche Entwicklung deutlich. Für eine schnellere wirtschaftliche Belebung sprechen wiederum die sich seit Jahresanfang stabilisierenden Geschäftsklimaindices wichtiger Volkswirtschaften. Nach heutigem Stand stehen sich die Risiken und Chancen für eine bessere konjunkturelle Entwicklung gleichgewichtig gegenüber. Die wirtschaftliche Entwicklung im Euroraum ist stark geprägt durch die in vielen Ländern ergriffenen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung. Dies gilt nunmehr nicht mehr nur für Peripherieländer. Auch Kernländer sehen sich mittlerweile veranlasst, Sparmaßnahmen anzukündigen bzw. zu ergreifen. Verbunden mit den durch die nachlassende globale Wachstumsdynamik verursachten negativen Auswirkungen für die Exportquote kommt es zu einer Abschwächung des Wachstums im Euroraum. Aufgrund der weiterhin hohen Arbeitslosigkeit und der in einigen Ländern vorhandenen beträchtlichen Verschuldung der privaten Haushalte kann auch der private Verbrauch keine wesentlichen Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung geben. Auch Deutschland kann sich der weltweiten Abschwächung des Wirtschaftswachstums und der Entwicklung im Euroraum grundsätzlich nicht entziehen, so dass sich zumindest das erste Halbjahr 2012 zunächst schwächer entwickeln wird. Für das zweite Halbjahr erwarten die Konjunkturforscher des Kieler Institut für Weltwirtschaft allerdings bereits eine wesentlich schneller zunehmende Produktion. Das Gesamtwachstum für das Jahr 2012 wird mit einem gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigeren Wert von 0,7 % (WestLB 0,8 %) erwartet. Entscheidend für diese Prognose ist die Entwicklung der Inlandskonjunktur. Positive Impulse für das Wachstum gehen von den Bauinvestitionen und dem privaten Konsum aus. Gefahren für die deutsche Konjunktur resultieren aus den mit einer möglichen Eskalation der Staatsschuldenkrise verbundenen Konsequenzen und der starken Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Export, der in Folge einer weltweiten Wachstumsschwäche leiden könnte. Mit der Eskalation der Schuldenkrise kann eine Verunsicherung der -310- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Konsumenten einhergehen („Angstsparen“), die sich negativ auf die Binnennachfrage und damit auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken würde. Eine wesentliche Voraussetzung für einen stabilen privaten Konsum stellt die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt dar. Die Lage hat sich trotz der Konjunkturschwäche weiter verbessert. Diese Entwicklung dürfte sich auch im nächsten Jahr fortsetzen, da auf Basis der vorliegenden Unternehmensbefragungen weiterhin Einstellungsbereitschaft vorhanden ist, auch wenn nicht mehr die Dynamik des letzten Jahres erreicht werden kann. Für das Jahr 2012 erwarten die Konjunkturforscher einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 6,6 % (Institut für Weltwirtschaft) und im Jahresdurchschnitt auf 2,8 Mio. Arbeitssuchende. Einhergehend mit dem weiteren Beschäftigungsaufbau und höheren Tarifabschlüssen erwarten die Forschungsinstitute einen Anstieg der Arbeitnehmereinkommen. Das verfügbare Einkommen wird voraussichtlich um 2,9 % wachsen (Quelle Institut für Weltwirtschaft). Bei der Sparquote wird ein leichter Rückgang von 11,0 % auf 10,9 % erwartet. Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich die Aussichten für die deutsche Konjunktur seit der Schwäche im Herbst / Winter 2011 wieder verbessert haben. Der Anstieg der Staatseinnahmen wird sich im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr deutlich abschwächen. Allerdings steigen die Ausgaben noch weniger stark, so dass der Finanzierungssaldo des Staates insgesamt auf voraussichtlich 17,2 Mrd. € zurückgeht. Mit -0,7 % in Relation zum Bruttoinlandsprodukt nach -1,0 % in 2011 kann das MaastrichtKriterium auch 2012 eingehalten werden. Die Ruhrwirtschaft wird sich auch im Jahr 2012 auf einem festen Fundament bewegen, wobei die Entwicklung allerdings nicht mehr so kraftvoll verläuft wie im abgelaufenen Jahr. Die Unternehmen schauen aufgrund der gefestigten konjunkturellen Basis und dem Vertrauen in die eigene Stärke insgesamt selbstbewusst nach vorne. Konjunkturelle Gefährdungen sehen die Unternehmen insbesondere in Verbindung mit der Inlandsnachfrage. Insbesondere im Handel gibt es Zweifel, ob sich das freundliche Konsumklima im Jahresverlauf hält. Zudem ist die unsichere Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise, vor allem im Hinblick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit von großer Bedeutung. Für Oberhausen erwarten wir grundsätzlich eine wirtschaftliche Entwicklung, die der für Deutschland und der Ruhrgebietswirtschaft prognostizierten Entwicklung entspricht. Die in Folge der positiven Arbeitsmarktlage gestärkte Inlandsnachfrage sollte auch in Oberhausen eine positive wirtschaftliche Entwicklung unterstützen. Belastend wirkt sich nach wie vor die schwierige wirtschaftliche Situation der Stadt Oberhausen aus. Inwieweit sich der „Stärkungspakt“ des Landes NRW letztendlich stärkend oder belastend auf die Oberhausener Wirtschaft auswirken wird, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend festgestellt werden. Fakt ist allerdings, dass in den nächsten Jahren das Haushaltsdefizit der Stadt Oberhausen um rund 40 Mio. € durch Einnahmenerhöhung oder Ausgabenkürzungen reduziert werden muss und diese in der Oberhausener Wirtschaft fehlen werden. Das knappe Angebot an Gewerbeflächen bzw. die stockende Vermarktung eines ehemaligen Stahlwerksgeländes sowie das begrenzte Angebot von Bauplätzen für den privaten Wohnungsbau wirken sich ebenfalls belastend auf die wirtschaftliche Entwicklung in Oberhausen aus. Zur Vermeidung einer Bankenkrise und zur Bekämpfung der Schuldenkrise wird die EZB ihre expansive Geldpolitik der letzten Jahre auch im Jahr 2012 fortsetzen. Insbesondere durch die qualitative Lockerung der Geldpolitik versucht die EZB eine Stabilisierung des Bankensystems zu erreichen. Vor dem Hintergrund der beschriebenen wirtschaftlichen Entwicklung und der moderaten Inflationserwartung (2,2 % im Euroraum; Quelle: Institut für Weltwirtschaft) gehen wir davon aus, dass der Leitzins bei 1 % verharrt. Bei den Kapitalmarktrenditen erwarten wir eine volatile Seitwärtsentwicklung. Potenzial für einen stärkeren Renditeanstieg sehen wir vor dem Hintergrund der schwächeren Wirtschaftsentwicklung, der immensen Liquiditätszufuhr durch die EZB und nachlassender Inflationssorgen derzeit nicht. 2. Branchenentwicklung Auf Basis der von uns für das Jahr 2012 erwarteten Zinsstrukturkurve wird die Generierung von Zinserträgen aus der Fristentransformation weiterhin möglich sein. Bewertungsrisiken aufgrund eines starken Renditeanstiegs erwarten wir derzeit nicht. Der trotz der Wachstumsschwäche Ende 2011 grundsätzlich positive konjunkturelle Verlauf sollte die erforderliche Kreditrisikovorsorge für notleidende Kredite auf einem niedrigen Niveau halten. Negative Auswirkungen auf die Risikovorsorge könnten sich dagegen aus einer Eskalation der Schuldenkrise ergeben. Die Aktienmärkte werden sich nach unserer Einschätzung volatil, in der Tendenz allerdings eher leicht steigend entwickeln. Die steigenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen werden den bereits herrschenden harten (Konditionen-)Wettbewerb um Kundeneinlagen zur Sicherung einer preiswerten Refinanzierung weiter forcieren und die Ertragsentwicklung belasten. Auch in der privaten Baufinanzierung wird sich der harte Wettbewerb fortsetzen. Unsere bereits im Vorjahr getroffene Einschätzung, wonach die weitere Verschärfung der aufsichtsrechtlichen Regelungen (Basel III, Bankenabgabe usw.) deutliche Auswirkungen auf die weitere Entwicklung in Hinblick auf die Ertragssituationen und die bisherigen Geschäftsstrukturen der Kreditinstitute haben werden, halten wir weiter aufrecht. Auch muss davon ausgegangen werden, dass die geplanten aufsichtsrechtlichen Regelungen, sollten sie wie vorgeschlagen umgesetzt werden, zu einer Belastung der Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft führen können. Bereits heute kann eine Reduktion bzw. Optimierung der risikogewichteten Aktiva bei verschiedenen Banken beobachtet werden. 3. Entwicklung der Stadtsparkasse Oberhausen Die Verbesserung der Rentabilität über die Erhöhung der Erträge bei gleichzeitiger Reduktion der Verwaltungs- und Risikokosten sowie die Steigerung des Kundengeschäftsvolumens und in Folge die Sicherung der Erfüllung der -311- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 steigenden aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen (Basel III) stellen die zentralen Ziele unseres mittel- und langfristigen Handelns dar. Hierbei steht die dauerhafte Bindung unserer Kunden an unser Haus im Fokus unserer Bemühungen zur Steigerung der Erträge. Die umfassende, ganzheitliche Beratung unserer Kunden mittels des S-Finanzkonzeptes durch gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter ist Mittelpunkt unserer Vertriebsstrategie. Zentrales Merkmal hierfür ist eine enge Kunde/Berater-Verbindung. Unterstützt wird diese Strategie durch eine kundenorientierte und effiziente Vertriebsorganisation, attraktive und am Kundenbedürfnis ausgerichtete Produkte sowie ansprechende und moderne Geschäftsräume. Die Fortsetzung unserer Bemühungen zur Senkung der Verwaltungskosten stellt die zweite Säule zur Erreichung unserer mittel- und langfristigen Ziele dar. Hierzu haben wir ein dauerhaftes Sachkostenmanagement eingerichtet. Über die Gewinnung neuer Mandanten für unsere Tochterunternehmen und die konsequente Hebung von Synergie- und Skaleneffekten wollen wir eine weitere Optimierung unserer Kostenstrukturen erreichen bzw. neue Erträge für unser Haus generieren. Die Reduktion der Kreditrisikokosten über eine risikoorientierte Kreditpolitik, verbesserte Kreditprozesse, kontinuierliche Mitarbeiterfortbildung und ein effizientes Kreditrisikomanagement stellt einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt unserer Strategie zur Verbesserung der Ergebnissituation in den nächsten Jahren dar. Ausgehend von diesen übergeordneten Handlungsschwerpunkten erwarten wir die nachfolgend beschriebene Entwicklung. Im Privatkundenkreditgeschäft wird sich der starke Wettbewerb im Baufinanzierungsgeschäft mit anderen Anbietern fortsetzen. Hinzu kommt ein begrenztes Angebot an Baugebieten in unserem Geschäftsgebiet. Über eine Neuausrichtung des BaufinanzierungsCenters, verbunden mit einer aktiven Kundenansprache im Neugeschäft und bei Prolongationen, einer verbesserten Kundenüberleitung aus dem Filialvertrieb, die Intensivierung des Kreditgeschäftes im Renovierungs- und Modernisierungsbereich und einer verbesserten und intensivierten Zusammenarbeit mit Vermittlern werden wir im Jahr 2012 den Bestandsabbau stoppen und perspektivisch unseren Marktanteil ausbauen. Bei der Vermittlung von Konsumentenkrediten erwarten wir einen weiteren Anstieg des Geschäftsvolumens. Im gewerblichen Kreditgeschäft streben wir auf Basis einer risikoorientierten Kreditpolitik und vor dem Hintergrund der beschriebenen wirtschaftlichen Entwicklung ein Wachstum an. Unterstützt durch Maßnahmen zur Verbesserung der Vertriebsprozesse und der Kundenansprache sowie durch die Auflegung von Sonderkreditprogrammen gehen wir davon aus, im Jahr 2012 ein leichtes Wachstum zu generieren. Bei den Kundeneinlagen erwarten wir vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs nur eine Seitwärtsentwicklung der Bestände. Verbunden mit dem harten Wettbewerb um Kundeneinlagen wird ein entsprechender Margendruck sein. Der in den letzten Jahren festzustellende Trend hin zu den variablen Einlagen wird sich voraussichtlich auch im Jahr 2012 fortsetzen. Dennoch werden wir versuchen, über attraktive Produkte und Preise eine leichte Veränderung der Einlagenstruktur zu erreichen. Insgesamt erwarten wir, bedingt durch eine Steigerung des Kundengeschäftsvolumens, eine leicht steigende Bilanzsumme. Die Generierung von Erträgen aus der Fristentransformation spielt auch im Jahr 2012 eine wichtige Rolle in unserer Ergebnisplanung. Die sich aufgrund unserer Zinseinschätzung bietenden Möglichkeiten werden wir unter Berücksichtigung unserer Risikotragfähigkeit nutzen. Im provisionstragenden Vermittlungsgeschäft gehen wir insgesamt von einer Seitwärtsentwicklung aus. Insbesondere im Wertpapiergeschäft zeichnet sich aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus und fehlender Produktangebote im Beteiligungsbereich ein schwieriges Jahr ab. Schwerpunkte im Bereich des provisionstragenden Vermittlungsgeschäft bilden die Versorgung unserer Kunden mit Altersvorsorgeprodukten, der weitere Ausbau des Vermittlungsgeschäftes von Konsumentenkrediten sowie das Wertpapier-, Lebensversicherungsund Bauspargeschäft. Im Unternehmenskundenbereich bildet die Vermittlung von derivaten Produkten und Lösungen im Auslandsgeschäft ein weiteres wichtiges Standbein. Eine wesentliche Stütze des Provisionsergebnis bleiben auch im Jahr 2012 die Erträge aus dem Giroverkehr. Auf Basis unserer Planungsrechnungen und unter Berücksichtigung der oben gemachten Erläuterungen gehen wir derzeit für die Jahre 2012 und 2013 von einem rückläufigen ordentlichen Zinsergebnis aus. Das Zinsergebnis bleibt weiterhin die wichtigste Ertragsposition. Für das Provisionsergebnis erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung auf hohem Niveau. Unter Berücksichtigung der Vertriebsziele im Geschäftbereich der S-Versicherungs- und Immobilien- Vermittlungsgesellschaft mbH gehen wir auf Basis unserer Planungen von einer leichten Verbesserung der Ergebnisse aus. Bei den Verwaltungskosten führen Preis- und Tarifsteigerungen sowie Sonderbelastungen zu einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Ab 2013 erwarten wir eine Seitwärtsentwicklung auf dem Niveau von 2012. Im Kreditgeschäft gehen wir aufgrund der in der Vergangenheit konsequent vorgenommenen Vorsorge für latente Kreditrisiken von einem spürbaren Rückgang der Belastung des Jahresergebnisses aus. Beim Bewertungsergebnis aus -312- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 dem Wertpapiergeschäft erwarten wir unter Berücksichtigung unserer Kapitalmarktprognose keine wesentlichen Belastungen. Aus den Maßnahmen zur Stabilisierung der WestLB AG heraus wird die Sparkasse, wie in der Risikoberichterstattung unter Punkt „Sonstige Risiken“ dargestellt, in den nächsten Jahren einen Teil ihres Gewinnes als bilanzielle Vorsorge in den Fonds für allgemeine Bankrisiken nach § 340g HGB einstellen. Nach den getroffenen Vereinbarungen ist der Fonds in den Jahren 2012 und 2013 jeweils mit rund 1,3 Mio. € zu dotieren. Darüber hinaus werden wir uns im Rahmen der Vereinbarungen zur endgültigen Abwicklung der WestLB AG über den RSGV an der Ausstattung der Verbundbank mit Eigenkapital beteiligen. Zusammenfassend gehen wir für die Jahre 2012 und 2013 von rückläufigen Erträgen aus. Durch die oben beschriebene Prognose einer deutlich reduzierten Belastung aus dem Bewertungsergebnis erwarten wir jedoch insgesamt verbesserte Bilanzgewinne. Risiken für den erwarteten Unternehmenserfolg stellen der verschärfte, mit geringen Margen verbundene Konditionenwettbewerb insbesondere bei weiter rückläufigen Zinsen, ein starker Abfluss von Kundengeldern, eine mögliche negative konjunkturelle Entwicklung, verbunden mit steigenden Kreditrisiken, ein massiver schneller Zinsanstieg, eine deutliche Verflachung der Zinskurve sowie neue Belastungen der Kapitalmärkte durch eine Eskalation der Staatsschuldenkrise dar. Unter Würdigung aller genannten Risiko- und Belastungsfaktoren und einer erwarteten stetigen Geschäftsentwicklung gehen wir für das Jahr 2012 von einem Jahresüberschuss aus, der eine Stärkung des Eigenkapitals zulässt. Für die weiteren Jahre nach dem Jahr 2012 erwarten wir leicht steigende Jahresüberschüsse, die eine weitere Stärkung des Eigenkapitals der Stadtsparkasse Oberhausen ermöglichen. Die angekündigten neuen Eigenkapitalanforderungen werden wir auf Basis unserer aktuellen Vermögenssituation und den Ergebnissen der Planungsrechnungen einhalten. Der Prognosebericht gibt die Erwartung der Stadtsparkasse Oberhausen zur zukünftigen Entwicklung der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Sparkasse zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichtes wieder. Trotz der vorhandenen Steuerungsinstrumente können die tatsächlichen Ergebnisse von der Prognose abweichen. STADTSPARKASSE OBERHAUSEN Oberhausen, im März 2012 Salhofen de Koster -313- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -314- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Eigenbetriebsähnliche Einrichtungen Eigenbetriebsähnliche Einrichtungen Theater Oberhausen 100% Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen 100% -315- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 -316- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Eigenbetriebsähnliche Einrichtungen Theater Oberhausen 100% Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen 100% -317- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Theater Oberhausen a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Ebertstr. 82 46045 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/85780 0208/8578325 info@theater-oberhausen.de http://www.theater-oberhausen.de/ Eigenbetriebsähnlicher Betrieb 100,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM Stadt Oberhausen 100,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Das Theater der Stadt Oberhausen bildet eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung und wird auf der Grundlage der gsetzlichen Vorschriften und den Bestimmungen der Betreibssatzung geführt. Wichtige Verträge Stadt Oberhausen Treuhandüberlassungsvertrag vom 01.12.1998 zur Nutzung des Grundstücks (inkl. Gebäude) Ebertstraße 82 einschließlich fest verbundener Einbauten sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung des Theaters Vertrag über die Anmietung der Probebühne vom 01.10.1998 WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Betriebsleiter Betriebsleiter Hennemann, Jürgen Carp, Peter Betriebsausschuss: Vorsitzender stellv. Vorsitzende Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Schranz, Daniel Jäntsch, Angelika Benter, Christian Broß, Klaus Dieter Cordes, Hubert Flore, Manfred Grefermann, Jürgen Lepges, Gerd -318- wird vertreten durch PlittVogt, Marlies wird vertreten durch Wolter, Horst wird vertreten durch Hausmann, Wilhelm wird vertreten durch Köhler, Hans-Jürgen wird vertreten durch Emmerich, Karl-Heinz wird vertreten durch Albrecht-Mainz, Elia wird vertreten durch Janßen, Anne wird vertreten durch Heckhoff, Christian (Bgm.) Stadt Oberhausen Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Wingens, Ursula Wolter, Marita Telli, Ercan Bongers, Sonja Arlt, Gerd Barwanietz, Thomas Flötgen, Michaela Imlau, Hartmut Mertens, Ursula Stroh, Uly Wittmann, Regina Albrecht-Mainz, Elia Emmerich, Karl-Heinz Hausmann, Wilhelm Heckhoff, Christian Janßen, Anne Janßen, Dieter Köhler, Hans-Jürgen Laß, Heike Pflugbeil, Karl-Heinz Radtke, Dorothee Stehr, Simone Tatjana Wolter, Horst Plitt-Vogt, Marlies Weingärtner, Helga Gödderz, Sandra Helvali, Raci Hoff, Marc Lenz, Eugen Ostendorf, Anke Beteiligungsbericht 2011 wird vertreten durch Pflugbeil, Karl-Heinz wird vertreten durch Stehr, Simone-Tatjana wird vertreten durch Weingärtner, Helga wird vertreten durch Radtke, Dorothee wird vertreten durch Hoff, Marc (Bgm.) wird vertreten durch Lenz, Eugen (Bgm.) wird vertreten durch Laß, Heike (Bgm.) wird vertreten durch Helvali, Raci (Bgm.) wird vertreten durch Ostendorf, Anke (Bgm.) wird vertreten durch Jansen, Dieter wird vertreten durch Gödderz, Sandra Pers. Stellvertretung für Flore, Manfred Pers. Stellvertretung für Cordes, Hubert Pers. Stellvertretung für Benter, Christian Pers. Stellvertretung für Lepges, Gerd (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Grefermann, Jürgen Pers. Stellvertretung für Stroh, Uly Pers. Stellvertretung für Broß, Klaus-Dieter Pers. Stellvertretung für Flötgen, Michaela (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Wingens, Ursula Pers. Stellvertretung für Bongers, Sonja Pers. Stellvertretung für Wolter, Maria Pers. Stellvertretung für Jäntsch, Angelika Pers. Stellvertretung für Schranz, Daniel Pers. Stellvertretung für Telli, Ercan Pers. Stellvertretung für Wittmann, Regina Pers. Stellvertretung für Imlau, Hartmut (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Arlt, Gerd Pers. Stellvertretung für Barwanietz, Thomas (Bgm.) Pers. Stellvertretung für Mertens, Ursula (Bgm.) -319- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % 86,7 13,3 2011 % 87,6 12,4 Aktiva Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten T€ 861,94 132,63 T€ 1.037,42 147,10 T€ 816,74 156,64 Veränderungen % T€ 83,9 16,1 -220,68 9,54 % -21,27 6,49 Bilanzsumme 994,57 100,00 1.184,52 100,00 973,38 100,00 -211,14 -17,82 Passiva Eigenkapital Rückstellungen Verbindlichkeiten Rechnungsabgrenzungsposten T€ 191,45 480,91 199,62 122,59 % 19,2 48,4 20,1 12,3 T€ 169,69 551,15 273,73 189,95 % 14,3 46,5 23,1 16,0 T€ 103,41 433,33 315,80 120,83 % 10,6 44,5 32,4 12,4 T€ -66,28 -117,82 42,07 -69,12 % -39,06 -21,38 15,37 -36,39 Bilanzsumme 994,57 100,00 1.184,52 100,00 973,38 100,00 -211,14 -17,82 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 466,45 8.843,45 1.232,82 6.261,74 1.789,88 2011 T€ 550,18 8.697,99 527,44 6.751,50 1.958,92 396,67 8.700,33 945,29 6.485,10 1.617,93 1,46 47,22 47,22 47,22 25,46 25,46 25,46 10,31 10,31 10,31 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.07.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: 11,90 32,74 47,22 71,63 71,29 31.07.2010 5,46 17,65 25,46 76,94 67,26 31.07.2011 1,87 11,07 10,31 79,04 73,00 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.7.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 19,25 80,75 14,33 85,67 10,62 89,38 31.7.2010 31.7.2011 Angaben in % % % -320- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 e) Lagebericht Lagebericht 2010/11 Geschäfts- und Rahmenbedingungen Das Theater Oberhausen wird als Öffentliche Einrichtung in der Rechtsform einer eigenbetriebsähnlichen Einrichtung betrieben und hat aufgrund seiner Satzung vom 19. Juni 2006 den Auftrag , die Darstellende Kunst mit Durchführung von Theateraufführungen und mit der Öffnung zu anderen Kunstgattungen zu fördern. Es betreibt dabei auch ein Kinderund Jugendtheater. Das Theater Oberhausen wird nach den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (EigVO NRW) und nach den Bestimmungen der Betriebssatzung geführt. Das Theater Oberhausen wird überwiegend öffentlich finanziert und verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke im Sinne der Abgabenordnung (AO). Die Stadt Oberhausen ist eine im Strukturwandel befindliche Stadt im westlichen Ruhrgebiet mit ca. 215.000 Einwohnern. Weitere theatertragende Städte im Umfeld sind Duisburg, Moers, Essen und Gelsenkirchen. Ertragslage In Klammern : jeweils der Vorjahreswert In der Spielzeit 2010/11 wurden insgesamt 373 (373) Veranstaltungen mit 60.530 (57.122) Besuchern durchgeführt. Die Platzausnutzung der eigenen Produktionen betrug 62,4 % (61,2%) der angebotenen Plätze. Der Spielplan umfasste im Großen Haus 14 (15), im Malersaal 10 (9) und in Außenspielstätten und Rauchbar 5 (2) Produktionen bzw. Veranstaltungsreihen. Außerdem fanden 42 (48) Gastspiel- und Sonderveranstaltungen und 7 (4) eigene Abstecher statt. Entwicklung der Umsatzerlöse: 31.07.11 EUR Eintrittseinnahmen und Abstecher 550.175,00 Betriebl. Nebenerlöse -,-- 31.07.10 EUR 466.395,65 -,-- 550.175,00 466.395,65 Das wirtschaftliche Ergebnis schloss mit einem Jahresüberschuss von EUR 10.308,44 ( Vorjahr EUR 25.455,55 ) ab. Die Erträge lagen um TEUR 298 über dem Planansatz. Die Mehreinnahmen betreffen mit TEUR 205 insbesondere Sonderzuschüsse für insgesamt 9 Projekte. Auf der Kostenseite haben sich im Bereich der Personalkosten Einsparungen in Höhe von TEUR 138 ergeben. Diese betreffen umgesetzte Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen in sämtlichen Personalbereichen. Mehraufwendungen bei den Sachkosten ( TEUR 426 ) entstanden im Wesentlichen aus gestiegenen Ausstattungskosten ( TEUR 111) und Renovierung des Vorderhauses ( TEUR ca. 145). Die Entwicklung im Bereich Personal stellt sich wie folgt dar: -321- Stadt Oberhausen Zahl der Beschäftigten Künstler u. Künstl.-techn-Pers. Verwaltungspersonal Arbeiter 1.8.10 56,4 9,1 49,7 115,2 31.7.11 55,8 9,6 49,7 115,1 Veränderung -0,6 0,5 0,0 -0,1 Beteiligungsbericht 2011 Der Aufwand betrug TEUR 2.921 für Künstler und BTT –Kräfte und TEUR 2.586 für Beschäftigte nach TVöD. Gesetzliche und tarifvertragliche Sozialaufwendungen beliefen sich auf TEUR 1.245. Im Aufwand für das Künstl. Pers. sind auch Kosten für Gastschauspieler, -Regisseure und –Ausstatter enthalten. Vermögens- und Finanzlage Die vermögens- und Finanzlage stellt sich wie folgt dar: 31. Juli 2011 TEUR % 31. Juli 2010 TEUR % Veränderung Unfertige Ausstattungen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen an die Stadt Oberhausen Übrige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten Kasse / Bank Gesamtvermögen 22 2,3 27 2,4 -5 6 696 0,6 71,5 5 688 0,4 60,8 1 8 222 27 973 22,8 2,8 100,0 288 125 1.133 25,4 11,0 100,0 -66 -98 -160 Rücklagen Gewinn Eigenkapital Sonstige Rückstellungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Übrige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten Kurzfristiges fremdkapital Gesamtkapital 75 28 103 433 7,7 2,9 10,6 44,5 79 39 118 551 7,0 3,5 10,5 48,6 -4 -11 -15 -118 238 24,4 211 18,6 27 199 870 973 20,5 89,4 100,0 253 1.015 1.133 22,3 89,5 100,0 -54 -145 -160 -322- Stadt Oberhausen Das Eigenkapital entwickelte sich wie folgt: Beteiligungsbericht 2011 01.08.2010 Stammkapital Allg.Rücklage Zweckgebundene Rücklage Rücklage 51.129,19 14.366,02 Zuführung 0,00 0,00 Auflösung 0,00 0,00 31.07.2011 51.129,19 14.366,02 64.422,81 39.771,71 0,00 3.579,04 60.843,77 Gewinn Aufl. zweckgeb.Rücklage Gewinnausschüttung Jahresüberschuss Gewinn 3.579,04 0,00 25.455,55 10.308,44 0,00 28.203,64 169.689,73 13.887,48 29.034,59 154.542,62 Entwicklung der Rückstellungen: 01.08.2010 Instandhaltung Zuwendung 13. Gehalt Jahresabschlußprüfung 4 Ersatzscheinwerfer 91.600,00 87.500,00 21.500,00 55.000,00 Verbrauch 0,00 87.500,00 20.825,00 53.669,00 Auflösung 0,00 0,00 675,00 1.331,00 Zuführung 0,00 87.500,00 21.500,00 0,00 31.07.2011 91.600,00 87.500,00 21.500,00 0,00 Sanierung Vorbühnenzüge 53.000,00 41.909,42 11.090,58 0,00 0,00 Sanierung Lüftungsanlage Übrige 131.494,87 111.054,22 551.149,09 0,00 72.548,34 276.451,76 0,00 4.795,86 17.892,44 0,00 67.523,30 176.523,30 131.494,87 101.233,32 433.328,19 Risikobericht Die bestandsgefährdenden Risiken werden regelmäßig im Rahmen des Risikomanagements überprüft. Durch fachlich begleitete Betriebsbegehungen sowie die regelmäßige Wartung und Instandsetzung der Anlagen kann die Risikowahrscheinlichkeit verringert werden. So wird den Folgen Höherer Gewalt (z.B. die Vernichtung eines Teil oder des gesamten Theatergebäudes, der Werkstätten und Probebühnen) durch regelmäßige Maßnahmen des Brandschutzes, turnusmäßige TÜV- bzw. Sachverständigenprüfungen und Wartungspläne für die maschinellen Anlagen begegnet. Den entsprechenden Maßnahmen wird durch ausreichende Vorsorge im Wirtschaftsplan Rechnung getragen. Der Versicherungsschutz wird durch den Rechtsbereich der Stadt Oberhausen sichergestellt. Auch weniger gravierenden Risiken wird durch angemessene organisatorische Maßnahmen begegnet. Das Besucherverhalten wird in regelmäßigen Sitzungen analysiert. Veränderungen des Kommunalen- und des Landeszuschusses unterliegen nicht den Handlungsmöglichkeiten der Theaterleitung. -323- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Prognosebericht Zur künftigen Entwicklung ist festzustellen, dass die Lebensfähigkeit des Theaters von der Bezuschussung durch die Stadt Oberhausen abhängig ist. Hinsichtlich der voraussichtlichen Entwicklung muss weiterhin auf die dramatisch angespannte Haushaltslage der Stadt Oberhausen verwiesen werden. Für das Wirtschaftsjahr 2011/12 liegt ein mit Datum vom 27.06.2011 durch den Rat der Stadt Oberhausen beschlossener Wirtschaftsplan vor, welcher einen städtischen Zuschuss in Höhe von TEUR 7.746 ausweist. Vor diesem Hintergrund gehen wir von einem ausgeglichenen Ergebnis für 2011/12 aus, Die Bezirksregierung Düsseldorf hat mit Datum vom 8.9.2008 die Stadt Oberhausen unter Bezug auf § 82 GO unter vorläufige Haushaltsführung gestellt. Aufgrund des Stärkungspaktes für überschuldete Kommunen ( § 76 GO NRW ) ist die Stadt Oberhausen verpflichtet, bis zum 30.6.2012 einen Haushaltssanierungsplan aufzustellen, und innerhalb der darauffolgenden fünf Jahre mindestens 40 Mio. EUR p.a. einzusparen. In welchem Umfang damit auch die sogenannten freiwilligen Leistungen (u. a. Theaterzuschuss) betroffen sein werden, ist offen. Bereits am 23.Juni 2008 hatte der Rat der Stadt ein Konsolidierungspaket beschlossen, das u. a. beim Theater zu Einsparungen in Höhe von TEUR 750 in 2010 und 2011 und 1 Mio. Euro ab 2012 führte bzw. führt. Diese Vorgabe ist ohne eine grundsätzliche Gefährdung des Theaterbetriebes umsetzbar. Darüber hinausgehende Einsparmaßnahmen würden allerdings die Fortführung des Theaters in seiner Jetzigen Form infrage stellen. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Geschäftsjahres haben sich nicht ergeben Oberhausen, den 28.Oktober 2011 Theater Oberhausen, Betriebsleitung Peter Carp Jürgen Hennemann -324- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Eigenbetriebsähnliche Einrichtungen Theater Oberhausen 100% Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen 100% -325- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen a) Allgemeine Angaben zum Unternehmen Anschrift: Elly-Heuss-Knapp Str. 3 46145 Oberhausen Kontakt: Telefon Fax e-Mail Internet 0208/6911 0208/691770 udo.spiecker@oberhausen.de http://www.aso-ggmbh.de/ Eigenbetriebsähnlicher Betrieb 3.500,00 Rechtsform: Stammkapital in TDM: Gesellschafter: TDM Stadt Oberhausen 3.500,00 % 100,00 Gegenstand des Unternehmens: Die "Ellly-Heuss-KnappStiftung" und das Louise-Schroeder-Heim" bilden einen Eigenbetrieb und werden auf der Grundlage der entsprechenden Regelungen der Eigenbetriebsverordnung und der Betriebssatzung geführt. Zweck des Eigenbetriebs ist die Unterbringung, Betreuung, Versorgung sowie die ambulante und stationäre Pflege alter Menschen (Personenkreis im Sinne des § 53 der Abgabenordnung). Der Eigenbetrieb führt den Namen "Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen". Der Eigenbetrieb verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung. Der Satzungszweck wird verwirklicht insbesondere durch den Betrieb und die Unterhaltung der in Absatz 1 genannten Einrichtung. Der Eigenbetrieb ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Eigenbetriebes dürfen nur für die satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Eigenbetriebs fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Die Stadt Oberhausen erhält bei der Auflösung des Eigenbetriebs oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke nicht mehr als ihre eingezahlten Kapitaleinlagen und den gemeinen Wert ihrer geleisteten Sacheinlagen zurück. Der Geschäftsbetrieb der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung liegt jedoch seit der erfolgten Ausgründung der ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH seit dem 01.01.2002 ausschließlich in der reinen Vermögensverwaltung, d. h. in der Verwaltung der Grundstücks- und Gebäudekomplexe Elly-Heuss-Knapp-Stiftung und Louise-Schroeder-Heim. Aufgrund der zwischen der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und ASO gGmbH abgeschlossenen Pachtverträge obliegen Instandhaltungen sowie eventuelle Pächtereinbauten allein der ASO gGmbH, während gebäudebezogene Investitionen im handels- und steuerrechtlichen Sinne über die eigenbetriebsähnliche Einrichtung abzuwickeln sind. Wichtige Verträge ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH Diverse Pachtverträge mit der ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH Mietverträge -326- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 b) Besetzung der Organe / Vertretung der Gesellschaft (Stand: 31.12.2011) Geschäftsführung: Betriebsausschuss: Betriebsleiter Vorsitzende stellv. Vorsitzende Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Spiecker, Udo Oberste-Kleinbeck, Kirsten wird vertreten durch Vöpel, Dirk Willing-Spielmann, Ulrike wird vertreten durch Wolter, Marita Brands, Beatriks wird vertreten durch Albrecht-Mainz, Elia Groß-Mühlenbruch, wird vertreten durch Werner Stappert, Claudia (Bgm.) Holtz, Gerd wird vertreten durch Fürth, Joachim (Bgm.) Kamps, Jochen wird vertreten durch Kösling, Anja Koppers, Peter wird vertreten durch Janßen, Anne Nagels, Hans-Jürgen wird vertreten durch PlittVogt, Marlies Opitz, Stefanie wird vertreten durch Laß, Heike Radtke, Dorothee wird vertreten durch Kösling, Klaus Röder, Alfred wird vertreten dürch Pascheberg, René Schepers, Hermann-Josef wird vertreten durch Rubin, Dirk Telli, Ercan wird vertreten durch Bongers, Sonja Blanke, Andreas wird vertreten durch Axt, Birgit Kleine, Sancho wird vertreten durch Paß, Eugen (Bgm.) Runkler, Hans-Otto wird vertreten durch Prakken, Jolanta (Bgm.) Tscharke, Hans Josef wird vertreten durch Stehr, Simone-Tatjana Weingärtner, Helga wird vertreten durch Zimkeit, Stefan Pusch, Jörg wird vertreten durch Sarrafi, Ramin Albrecht-Mainz, Elia Pers. Stellvertretung für Brands, Beatriks Janßen, Anne Pers. Stellvertretung für Koppers, Peter Kösling, Anja Pers. Stellvertretung für Kamps, Jochen Kösling, Klaus Pers. Stellvertretung für Radtke, Dorothee Laß, Heike Pers. Stellvertretung für Opitz, Stefanie Stappert, Claudia Pers. Stellvertretung für Groß-Mühlenbruch, Werner (Bgm.) Stehr, Simone Tatjana Pers. Stellvertretung für Tscharke, Hans Josef Vöpel, Dirk Pers. Stellvertretung für Oberste-Kleinbeck, Kirsten Wolter, Marita Pers. Stellvertretung für Willig-Spielmann, Ulrike Bongers, Sonja Pers. Stellvertretung für Telli, Ercan Pascheberg, René Pers. Stellvertretung für Röder, Alfred Paß, Eugen Pers. Stellvertretung für Sancho, Kleine (Bgm.) -327- stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Stadt Oberhausen stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Plitt-Vogt, Marlies Rubin, Dirk M.d.L. Zimkeit, Stefan Axt, Birgit Fürth, Joachim Prakken, Jolanta Sarrafi, Ramin Beteiligungsbericht 2011 Pers. Stellvertretung für Nagels, Hans-Jürgen Pers. Stellvertretung für Schepers, Hermann-Josef Pers. Stellvertretung für Weingärtner, Helga Pers. Sellvertretung für Blanke, Andreas Pers. Stellvertretung für Holtz, Gerd Pers. Stellvertretung für Runkler, Hans-Otto Pers. Stellvertretung für Pusch, Jörg d) Geschäftsentwicklung aa) Bilanzdaten 2009 2010 % T€ 28.031,98 31.999,40 2.345,42 93,2 6,8 148,89 1.884,74 2011 % 93,2 0,5 6,3 26.730,27 2.776,06 Aktiva Aufwendungen für die Ingangsetzung und Erweiterung des Geschäftsbetriebes Anlagevermögen Umlaufvermögen T€ T€ Veränderungen % T€ % -28.031,98 -100,00 90,6 9,4 26.581,38 17.853,0 3 891,32 47,29 Bilanzsumme 34.344,82 100,00 30.065,61 100,00 29.506,33 100,00 -559,28 -1,86 Passiva Eigenkapital Sonderposten mit Rücklagenanteil Rückstellungen Verbindlichkeiten T€ 7.051,14 607,41 423,50 26.262,76 % 20,5 1,8 1,2 76,5 T€ 4.488,90 589,01 306,00 24.681,71 % 14,9 2,0 1,0 82,1 T€ 4.796,79 570,60 306,00 23.832,94 % 16,3 1,9 1,0 80,8 T€ 307,89 -18,41 0,00 -848,77 % 6,86 -3,13 0,00 -3,44 Bilanzsumme 34.344,82 100,00 30.065,61 100,00 29.506,33 100,00 -559,28 -1,86 bb) GuV 2009 T€ Umsatzerlöse andere aktivierte Eigenleistungen sonstige betriebliche Erträge Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschaftstätigkeit sonstige Steuern Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag Bilanzgewinn/Bilanzverlust 2010 T€ 2.606,42 2011 T€ 2.436,48 18,61 3.193,70 2.940,28 928,67 27,13 1.021,35 -1.650,85 17,21 -1.668,06 -1.668,06 45,01 3.818,52 402,79 11,79 986,94 -2.545,03 17,21 -2.562,24 -2.562,24 89,64 920,02 408,76 13,38 885,62 325,10 17,21 307,89 307,89 -328- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 cc) Kennzahlen zur Ertragslage 31.12.2009 Umsatzrentabilität: Eigenkapitalrentabilität: Cash-Flow: Gesamtleistung je Mitarbeiter: Personalaufwandsquote: -19,13 1.272,22 #DIV/0 31.12.2010 -98,30 -36,34 1.256,28 #DIV/0 31.12.2011 12,64 6,86 1.227,91 #DIV/0 Angaben in % % T€ T€ % dd) Kennzahlen zur Vermögensund Kapitalstruktur 31.12.2009 Sachanlagenintensität: Eigenkapitalquote: Fremdkapitalquote: 93,17 20,53 79,47 31.12.2010 0,50 14,93 85,07 31.12.2011 90,59 16,26 83,74 Angaben in % % % e) Lagebericht I. Geschäfts- und Rahmenbedingungen Der ASO-Verbund Der ASO-Verbund besteht aus den beiden privatrechtlichen Gesellschaften „ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH“ und „ASO Service GmbH“ sowie aus der öffentlich-rechtlichen eigenbetriebsähnlichen Einrichtung „ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen“. Dieser Lagebericht bezieht sich ausschließlich auf die eigenbetriebsähnliche Einrichtung. Entsprechend der aktuellen Betriebssatzung vom Mai 2006 liegt der Geschäftsbetrieb der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung in der vermögensrechtlichen Erhaltung, Verwaltung und Weiterentwicklung der Grundstücks- und Gebäudekomplexe zur Ermöglichung der Unterbringung, Betreuung, Versorgung sowie der ambulanten und der stationären Pflege in der Regel alter Menschen. Der Zweck der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung liegt somit nicht im operativen Bereich der pflegerischen Dienstleistungspalette, sondern in der reinen Vermögensverwaltung. Organe der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung sind gemäß Eigenbetriebsverordnung und Betriebssatzung der Betriebsausschuss und der Betriebsleiter. Die Aufgaben des Betriebsausschusses werden von den Mitgliedern des Sozialausschusses wahrgenommen. Betriebsleiter ist Herr Udo Spiecker. Abgrenzung der Verantwortlichkeiten zwischen der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und der ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH Die Nutzung der sich über die eigenbetriebsähnliche Einrichtung im Eigentum der Stadt Oberhausen befindlichen Grundstücks- und Gebäudekomplexe richtet sich zunächst nach den beiden Pachtverträgen, die am 20. Juni 2002 zwischen der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und der ASO gGmbH abgeschlossen worden sind. Danach ist die ASO gGmbH als Pächterin verpflichtet, die Substanz des gepachteten Anlagevermögens zu erhalten und zu erneuern. Dazu führt die Pächterin eigenverantwortlich Unterhaltungs- und Instandhaltungsarbeiten im Bereich der Einrichtungen für eigene Rechnung durch und übernimmt somit sämtliche mit der Abwicklung dieser Baumaßnahmen verbundenen Aufwendungen. Die Bausubstanz betreffende Investitionen (Erweiterung, Neubau), soweit es sich nicht um sogenannte Pächtereinbauten handelt, sind alleinige Sache der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung als Verpächterin, die sich zur Umsetzung ihrer Projekte der Pächterin bedient. Pächtereinbauten sind vor Beginn der jeweiligen Maßnahme mit der Verpächterin abzustimmen. Gebäudebezogene Investitionen im handels- und steuerrechtlichen Sinne sind wie bereits vor Gründung der ASO gGmbH im Jahre 2001 über die vermögensverwaltende eigenbetriebsähnliche Einrichtung abzuwickeln, da die ASO gGmbH die hierfür entstehenden Kosten nicht bilanziell aktivieren kann (Investition in fremdes Eigentum). Der sich auf die Elly-Heuss-Knapp-Stiftung beziehende Pachtvertrag vom 20. Juni 2002 wurde am 22.12.2006 dahingehend redaktionell verändert, dass eindeutig klargestellt wurde, dass Sonderabschreibungen von der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung getragen werden müssen und nicht in den von der ASO gGmbH zu tragenden Pachtzins einbezogen werden können. Durch eine weitere Änderung des Pachtvertrages vom 22.12.2006 wurden die zum „Haus Bronkhorstfeld“ gehörende -329- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Grundstücksfläche und die zu ihm gehörende Gebäudesubstanz aus der Pachtzinsberechnung vom 20.06.2002 herausgelöst und insoweit auf die besonderen Regelungen des Pachtvertrages vom 22.12.2006 zwischen der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung und der ASO gGmbH für das neuerrichtete „Haus Bronkhorstfeld“ verwiesen. Nach vorangegangener Beschlussfassung durch den Betriebsausschuss wurde hinsichtlich der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung im Juli 2009 die dritte Änderung des Pachtvertrages vom 20.06.2002 vertraglich vereinbart. Danach wurde die bislang im Wesentlichen mit Haus II bebaute Grundstücksfläche ausparzelliert und besonderen vertraglichen Regelungen unterworfen. Diese sehen für diese Teilfläche eine Pachtdauer von 50 Jahren vor, verpflichten den ASO-Eigenbetrieb als Verpächterin zum Abriss der auf der Teilfläche befindlichen Gebäudesubstanz und berechtigen die ASO gGmbH als Pächterin, die überlassene Fläche zu satzungsgemäßen Zwecken zu nutzen, insbesondere zu bebauen und an Dritte weiter zu verpachten. Der Pachtzins setzt sich zusammen aus einem einmaligen Zuschuss sowie aus einem dauerhaften jährlichen Zuschuss. Der einmalige Zuschuss besteht in Höhe von max. netto ca. 514.000,00 Euro für den vom ASO-Eigenbetrieb zu tragenden Abriss von Haus II. Der dauerhafte jährliche Zuschuss ist von der Pächterin in Höhe der noch auf Haus II liegenden jährlichen Darlehensverpflichtungen zu entrichten. Weiterentwicklung der Gebäudestruktur der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung Mit dem Abriss von Haus II der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung und der im Juli 2009 vereinbarten dritten Änderung des Pachtvertrages vom 20.06.2002 sollten die Voraussetzungen für die Errichtung eines Ersatzneubaus geschaffen werden. Dieser sollte entsprechend der Ratsentscheidung aus Februar 2009 auf der Abrissfläche errichtet werden, und zwar über die ASO gGmbH. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen wurden jedoch von dieser die mit dem Bau ggf. verbundenen Risiken als zu hoch eingeschätzt, so dass der Aufsichtsrat der ASO gGmbH sich im Dezember 2009 für die Alternative des Wirtschaftsplans 2010 entschieden hatte, die den ursprünglich geplanten Neubau nicht mehr vorsah. Die abschließende Entscheidung durch die politischen Gremien wurde im Frühjahr 2010 getroffen. Der Rat der Stadt beschloss am 03.05.2010, von dem ursprünglich geplanten Ersatzneubau abzusehen und den Heimbetrieb im „Haus am Brunnen“ spätestens bis zum Ablauf der von Feuerwehr und Bauordnung akzeptierten Übergangsfrist (30.06.2011) einzustellen. Zugleich wurde vom Rat beschlossen, nach Einstellung des Heimbetriebs das „Haus am Brunnen“ abzureißen und die mit dem Abriss verbundenen Kosten von der ASO gGmbH tragen zu lassen. Ferner wurde diese verpflichtet, auch die auf dem Haus noch liegenden Darlehensverpflichtungen ebenfalls dauerhaft auch nach dem Abriss zu tragen. Der Rat der Stadt und der ASO-Aufsichtsrat hatten sich nicht nur gegen den Ersatzneubau, sondern auch dafür ausgesprochen, für die durch den Abriss freiwerdende Fläche Nutzungsalternativen unter der Prämisse Wohnen, Betreuen und Versorgen älterer Menschen zu erarbeiten. Zugleich wurde der Geschäftsführer der ASO gGmbH von deren Aufsichtsrat beauftragt, mit der Stadt Oberhausen als Grundstückseigentümerin Kaufverhandlungen hinsichtlich der für die Bebauung notwendigen Fläche aufzunehmen. Darüber hinaus sollte die Frage des Erhalts des Saales der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung bzw. der damit verbundene Kostenaufwand über das Architekturbüro Dr. Schramm-Frohnemann Partner, Gelsenkirchen, geklärt werden. Auf der Grundlage der abgearbeiteten Prüfaufträge wurden von der Stadt als Eigentümerin und der ASO gGmbH folgende Entscheidungen im Berichtsjahr getroffen: • • • • Der Saal der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung soll nicht abgerissen, sondern neu gestaltet werden. Auf der durch den Abriss vom Haus am Brunnen frei werdenden Fläche sollen zwei sich gegenüberliegende Gebäude mit 30 bzw. 28 Wohnungen errichtet werden. Die Wohnungen verteilen sich auf jeweils 3 Geschosse zuzüglich Staffelgeschoss. In den beiden Staffelgeschossen sollen pro Gebäude 4 frei finanzierte Wohnungen entstehen, während die übrigen 50 Wohnungseinheiten mit öffentlichen Fördergeldern errichtet werden sollen. Die für den Neubau benötigte Grundstücksfläche wird ebenso wie die auf den Saal entfallende Fläche an die ASO gGmbH veräußert. Die mit dem Abriss von Haus am Brunnen verbundenen Kosten sind von der ASO gGmbH zu tragen. Am Ende des Berichtsjahres stand fest, dass das von der ASO gGmbH geplante Projekt auch die beantragte öffentliche Förderung erfahren würde, so dass die Realisierung des Bauvorhabens und eine dauerhafte adäquate Folgenutzung der fraglichen Grundstücksfläche gewährleistet sein würden. II. Wichtige Vorgänge des Berichtsjahres Abwicklung des Abbruchvertrages hinsichtlich Haus II der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung Im letzten Jahresbericht wurde erläutert, dass seitens der Betriebsleitung beabsichtigt war, einen Vertragsstrafenanspruch gegen die OGM mit einem Anspruch der OGM auf dem Abbruchvertrag hinsichtlich Haus II zu verrechnen. Da seitens der OGM die Einrede der Verjährung bzw. Verwirkung erhoben wurde, sollte unter Beteiligung des städtischen Rechtsbereichs und der städtischen Beteiligungsverwaltung eine außergerichtliche Lösung gefunden -330- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 werden. Im Juni 2011 wurde schließlich eine Vereinbarung geschlossen, mit der die damaligen Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Vertragsstrafe aus 2006 und auch im Hinblick auf den Abbruchvertrag von 2009 abschließend beigelegt werden konnten. Veräußerung einer Grundstücksfläche an die ASO gGmH Der Rat der Stadt hatte im September 2011 beschlossen, an die ASO gGmbH eine ca. 7.200 qm große Teilfläche an der Elly-Heus-Knapp-Straße 3/5 zu veräußern. Der Grundstückskaufvertrag wurde am 28.09.2011 notariell beurkundet. Die ASO gGmbH hat sich als Käuferin entsprechend den Vorgaben der politischen Gremien durch den Vertrag zugleich verpflichtet, den Abbruch von Haus I auf eigene Kosten und in eigener Regie durchzuführen. Der Kaufpreis wurde fristgemäß im Berichtsjahr auf das Konto des Eigenbetriebs überwiesen. Pächtereinbauten im Bereich des Louise-Schroeder-Heims Seitens der ASO gGmbH als Pächterin des Louise-Schroeder-Heims wurden im Berichtsjahr in Absprache mit dem Eigenbetrieb als Verpächterin umfangreiche Pächtereinbauten im Bereich der dortigen Zentralküche vorgenommen. Die dortige Küche musste entsprechend den rechtlichen EU-Vorgaben so umgebaut werden, dass es künftig nicht mehr zu Überschneidungen zwischen dem „sauberen“ und dem „unsauberen“ Bereich kommen könnte. Dazu mussten verschiedene Schleusen zur Trennung der Zu- und Abwege eingebaut und eine Möglichkeit zur unmittelbaren Anlieferung der benutzten Speisewagen an die Spülküche geschaffen werden. Darüber hinaus wurde im Innenhofbereich des Louise-Schroeder-Heims ein zusätzlicher Raum für die Anlieferung von Lebensmitteln errichtet und eine Sanierung der gesamten Küchentechnik einschließlich der dortigen Kühlräume vorgenommen. Abgerundet wurden die dortigen Arbeiten durch einen neuen Bodenbelag und durch den Austausch der veralteten Kochgruppe durch den Einbau neuer „Cooking-Center“. Aufgrund des starken Frostes im Dezember 2011 konnten die Bauarbeiten nicht mehr im Berichtsjahr, sondern erst im Februar 2012 abgeschlossen werden. III. Darstellung der Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage Ertragslage Für das Geschäftsjahr 2011 ergibt sich ein Jahresüberschus von 308 T€ (Vorjahr -2.562 T€). Die Umsatzerlöse sanken gegenüber dem Vorjahr um 169 T€ von 2.606 T€ auf 2.437 T€ und entfallen dabei auf die Mieterlöse von der ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH mit 2.417 T€ sowie Mieterlösen von Dritten mit 20 T€. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Geschäftsjahr um 44 T€ auf 71 T€ und entfallen dabei im Wesentlichen auf den Verkauf der Grundstücksteilfläche Haus I (HaB). Die Abschreibungen sanken um 2.898 T€ auf 920 T€. Ursache sind die vorgenommenen außerplanmäßigen Abschreibungen des Vorjahres für Haus I (HaB) mit 2.760 T€. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind mit 409 T€ in etwa auf Vorjahresniveau (Vorjahr. 403 T€). Das Finanzergebnis verbesserte sich schließlich tilgungsbedingt um 103 T€ auf -872 T€. Vermögens- und Finanzlage Das Anlagevermögen wird durch langfristiges Kapital am Bilanzstichtag nicht gedeckt. Die Unterdeckung hat sich um 781 T€ von 2.864 T€ auf 2.083 T€ verbessert. Der Anteil des langfristigen Kapitals an der Bilanzsumme ist konstant bei 84 % zum Vorbilanzstichtag verblieben. Die Liquidität II. Grades ist auf 1.607 T€ (Vorjahr 726 T€) gestiegen und deckt den Finanzierungsbedarf im betrieblichen Bereich 8,6 Monate (Vorjahr 1,7 Monate). IV. Nachtragsbericht Seit Abschluss des Geschäftsjahres zum 31.12.2011 bis zur Aufstellung dieses Lageberichtes in 2012 gab es keine signifikanten Abweichungen hinsichtlich der Entwicklung der wirtschaftlichen Situation des Eigenbetriebes. V. Risikobericht Die gesamte Gebäudesubstanz ist langfristig an die ASO gGmbH verpachtet. Der vereinbarte Pachtzins refinanziert die Erstellungskosten in vollem Umfange. Aufgrund der besonderen Konstruktion des ASO-Verbundes ist die Absicherung der Pachterlöse unmittelbar mit der finanziellen Entwicklung der ASO gGmbH als Betreiberin des operativen Geschäftes verbunden. Im Rahmen des Risikoberichtes kann insoweit positiv auf die hohe Auslastung der teilstationären -331- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Einrichtungen sowie auf die hohen Auslastungsquoten der stationären Bereiche hingewiesen werden. Bestandsgefährdende Risiken sind nicht erkennbar. Im Zeitpunkt der Abfassung des Lageberichts liegen der Betriebsleitung auch keine Hinweise darauf vor, dass seitens der Stadt Oberhausen als Träger des Eigenbetriebes bestandsgefährdende Entscheidungen aufgrund des zu beschließenden Sparpaketes getroffen werden könnten. VI. Prognosebericht Aufgrund der bereits dargestellten politischen Entscheidungen wird es im Jahr 2012 auf dem Gelände der Elly-Heuss-Knapp-Stiftung durch die ASO gGmbH zu dem Bau betreuter Altenwohnungen kommen. Der Eigenbetrieb wird durch den Abriss der noch vorhandenen Bausubstanz (Haus I) auf der an die ASO gGmbH veräußerten Grundstücksfläche nicht belastet. Oberhausen, den 24. Februar 2012 ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gez. Udo Spiecker Betriebsleiter -332- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Besetzung der Gesellschaftsorgane (Stand 31.07.2012) Vertreter/innen der Stadt Oberhausen in Hauptversammlungen, Gesellschafterversammlungen Der/die Vertreter/in der Stadt in der Hauptversammlung wird jeweils vom Rat der Stadt benannt. Geschäftsführung der FSO Verwaltungs- GmbH Geschäftsführung der Biostrom Oberhausen Management GmbH ASO gGmbH ASO Service BFO Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH d-NRW ENO evo evo Energie-Netz GmbH FSO GmbH & Co.KG FSO Verwaltungs- GmbH Gasometer GMVA IKF KSBG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH LAH Lokalfunk Lokalfunk Verw. mbH OGM OVP PBO Quantum Revierpark RWE Aktiengesellschaft RW Holding RWW STOAG strasserauf GmbH TMO TZU VKA VZS WBO WFO X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X -333- Geschäftsführung der KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft GmbH Bevollmächtige/r der Gesellschafter Bevollmächtigte/r der STOAG Tsalastras, Apostolos Vorstand der STOAG Vorstand der evo AG Overkamp, Werner Barkowsky, Arndt Frind, Reinhard Wehling, Klaus Janßen, Anne Suhr, Rainer Klunk, Peter Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Vertreter/innen der Stadt Oberhausen in Aufsichtsräten u. ä. ASO gGmbH RW Holding CVUA-RRW Revierpark STOAG GMVA WBO X X X OGM Albrecht-Mainz, Elia Antwerpen, Christina Arlt, Gerd Axt, Birgit Bandel, Frank Barkowsky, Arndt Barwanietz, Thomas Benter, Christian Blanke, Andreas Bongers, Sonja Boos, Regina Brands, Beatriks Breuckmann, Ludgerus Broß, Klaus Dieter Carstensen, Jens Cordes, Hubert Czichy, Helmut Emmerich, Karl-Heinz Flore, Manfred Flötgen, Michaela Fürth, Joachim Gäng, Thomas Gödderz, Sandra Grefermann, Jürgen Große Brömer, Wolfgang Groß-Mühlenbruch, Werner Guthoff, Maria Hake, Michael Hausmann, Wilhelm Heckhoff, Christian Helvali, Raci Hoff, Marc Holtz, Gerd Hüttemann, Claudia Ilhan, Nuran Imlau, Hartmut Janßen, Anne Janßen, Dieter Jäntsch, Angelika Kamps, Jochen (X)(X) X (X) X X X X (X)(X) X (X) X X X X X X X X X X X X X X (X) X X (X) (X) X X (X)(X) X X X X X X X X X (X) (X) (X) (X) X X X (X) X (X)(X) X (X) (X) X X X X X (X) X X X X X X X X X X (X) X X (X) X X (X) X X (X)(X) -334- WFO X TMO ENO PBO BFO SSO LAH evo IKF Stadt Oberhausen ASO gGmbH Beteiligungsbericht 2011 RW Holding CVUA-RRW Revierpark STOAG GMVA WBO X X X X OGM Klunk, Peter Köhler, Hans-Jürgen Koppers, Peter Kösling, Anja Kösling, Klaus Laß, Heike Lenz, Eugen Lepges, Gerd Lorentschat, Manfred Marx, Petra Mertens, Ursula Motschull, Frank Müthing, Christa Nagels, Hans-Jürgen Nakot, Werner Neumann, Jürgen Oberste-Kleinbeck, Kirsten Ohletz, Horst Opitz, Stefanie Osmann, Denis Paasch, Dirk Pascheberg, René Paß, Eugen Pflugbeil, Karl-Heinz Pléw, Peter Plitt-Vogt, Marlies Poß, Hans-Georg Prakken, Jolanta Pusch, Jörg Radtke, Dorothee Real, Ulrich Röder, Alfred Rubin, Dirk Runkler, Hans-Otto Sarrafi, Ramin Schepers, Hermann-Josef Schmidt, Georgis Schmidt, Jürgen Schranz, Daniel Schucker, Rainer Schuler, Immanuel Siodmak, Brigitte Stappert, Claudia (X) X (X)(X) -335- X (X) X X X X X (X)(X) (X)(X) (X)(X) (X) (X) X X X X (X) X X X (X) X X X X X X X (X)(X) (X) (X) X X (X) X (X) X X (X)(X) X (X) (X)(X) X X X X (X) X (X) X X X X X (X)(X) X X (X)(X) X X X X X X X X X X (X) WFO TMO ENO PBO BFO SSO LAH evo IKF Stadt Oberhausen ASO gGmbH Beteiligungsbericht 2011 RW Holding CVUA-RRW Revierpark STOAG GMVA WBO X OGM Stehr, Simone Tatjana Stroh, Uly Telli, Ercan Tscharke, Hans Josef Vöpel, Dirk Wehling, Klaus Weingärtner, Helga Weirich, Detlef Wilke, Volker Willing-Spielmann, Ulrike Wingens, Ursula Wittmann, Regina Wolter, Horst Wolter, Marita Zimkeit, Stefan (X)(X) (X) X X X X X X X X X (X) X X X (X)(X) X (X) X X X X (X)(X) X X X X X X (X) (X)(X) (X)(X) X X X X X X X X X X (X) Mitglied stellvertretendes Mitglied Vertreter/in gem. § 113 (2) GO NRW -336- WFO X X X TMO ENO PBO BFO SSO LAH evo IKF Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Besetzung der Betriebsausschüsse ASO Eigenbetrieb Albrecht-Mainz, Elia Arlt, Gerd Axt, Birgit Barwanietz, Thomas Benter, Christian Blanke, Andreas Bongers, Sonja Brands, Beatriks Breuckmann, Ludgerus Broß, Klaus Dieter Cordes, Hubert Emmerich, Karl-Heinz Flore, Manfred Flötgen, Michaela Fürth, Joachim Gödderz, Sandra Grefermann, Jürgen Groß-Mühlenbruch, Werner Hausmann, Wilhelm Heckhoff, Christian Helvali, Raci Hoff, Marc Holtz, Gerd Imlau, Hartmut Janßen, Anne Janßen, Dieter Jäntsch, Angelika Kamps, Jochen Köhler, Hans-Jürgen Koppers, Peter Kösling, Anja Kösling, Klaus Laß, Heike X (X) (X) (X) (X) X (X) (X) X X (X) (X) X X (X) (X) (X) (X) (X) (X) X X (X) X X X X (X) X X X (X) X X (X) Theater Oberhausen (X) X -337- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 ASO Eigenbetrieb Lenz, Eugen Lepges, Gerd Mertens, Ursula Nagels, Hans-Jürgen Oberste-Kleinbeck, Kirsten Opitz, Stefanie Ostendorf, Anke Pascheberg, René Pflugbeil, Karl-Heinz Plitt-Vogt, Marlies Prakken, Jolanta Pusch, Jörg Radtke, Dorothee Röder, Alfred Rubin, Dirk Runkler, Hans-Otto Sarrafi, Ramin Schepers, Hermann-Josef Schranz, Daniel Stappert, Claudia Stehr, Simone Tatjana Stroh, Uly Telli, Ercan Tscharke, Hans Josef Vöpel, Dirk Weingärtner, Helga Weirich, Detlef Willing-Spielmann, Ulrike Wingens, Ursula Wittmann, Regina Wolter, Horst Wolter, Marita Zimkeit, Stefan (X) (X) X X (X) X (X) X (X) (X) (X) (X) X X X (X) X (X) X (X) X X X Theater Oberhausen (X) X X (X) (X) (X) (X) X (X) X X (X) X X (X) X -338- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Vergütungsbericht 2011 ( * = gerundet) Mandatsträger Funktion Vergütung in EUR ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH Geschäftsführung Spiecker, Udo Geschäftsführer * 150.000,00 ASO Service GmbH Geschäftsführung Spiecker, Udo Geschäftsführer * 3.000,00 BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH Geschäftsführung Kawicki, Achim Geschäftsführer * 65.000,00 evo Energieversorgung Oberhausen AG Aufsichtsrat Bernert, Roland Böddeling, Bernd Dr. Müller, Hanns-Ferdinand Dr. Schröder, Achim Dr. Schulte, Franz-Josef Göllner, Gido Grefer, Stefan Heitmann, Rudolf Kühr, Gretel Loege, Josef (+ 15.05.2011) Michel, Ralf Ocklenburg, Raimund Reichardt, Jürgen Schranz, Daniel Vöpel, Dirk Wehling, Klaus Wilke, Volker Mitglied Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied 2. stellv. Vorsitzender (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied Mitglied Mitglied 1. stellv. Vorsitzender (Mitglied gem. § 113 GO) Mitglied 5.250,00 9.506,56 2.001,38 3.263,12 5.250,00 7.875,00 5.250,00 5.250,00 5.250,00 2.625,00 5.250,00 5.250,00 5.250,00 5.250,00 5.250,00 8.868,44 542,12 Gasometer Oberhausen GmbH Geschäftsführung Schmitz, Jeanette Geschäftsführerin 77.712,39 -339- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mandatsträger Funktion Vergütung in EUR IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH Geschäftsführung Dr. Gass, Lars Henrik Geschäftsführer 84.761,38 LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH Aufsichtsrat Bongers, Sonja Broß, Klaus Dieter Gödderz, Sandra Guthoff, Maria Jäntsch, Angelika Köhler, Hans-Jürgen Pascheberg, René Geschäftsführung Raith, Jörn Mitglied stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied gem. § 113 GO Vorsitzende Mitglied Mitglied 78,24 78,24 78,24 78,24 78,24 78,24 52,16 Geschäftsführer * 93.000,00 OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Aufsichtsrat Bosserhoff, Ralf Broll, Marianne Cordes, Hubert Flore, Manfred Gäng, Thomas Hansmeier, Udo Heweling, Detlef Jäntsch, Angelika Klunk, Peter Lorentschat, Manfred M.d.L. Zimkeit, Stefan Nakot, Werner Paasch, Dirk Stehr, Simone Tatjana Zander, Jutta Zwick, Andrea Geschäftsführung Elsemann, Bernhard Schmidt, Hartmut Mitglied (AN) stellv. Vorsitzende (AN) Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied Mitglied gem. § 113 GO Mitglied Vorsitzender stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) 1.280,00 3.840,00 2.560,00 2.560,00 2.560,00 2.560,00 1.280,00 2.560,00 2.560,00 2.560,00 5.120,00 3.840,00 2.560,00 2.560,00 2.560,00 2.560,00 Geschäftsführer Geschäftsführer 19.239,96 184.424,15 OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH Geschäftsführung Klunk, Peter Geschäftsführer 2.500,00 -340- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mandatsträger Funktion Vergütung in EUR Revierpark Vonderort GmbH Geschäftsführung Frind, Reinhard Loeven, Willi von der Heide, Jochem Verwaltungsrat Dr. Hubbert, Eva-Maria Höving, Norbert Höving, Norbert Kerscht, Christoph Klunk, Peter Marschan, Rainer Nakot, Werner (für RVR) Osmann, Denis Partenheimer, Gabriele Paßgang, Walter Pfingsten, Jutta Pflugbeil, Karl-Heinz Tönsgerlemann, Willi Vöpel, Dirk (für RVR) Geschäftsführer Geschäftsführer Geschäftsführer 4.805,76 4.805,76 4.805,76 Mitglied Mitglied Vorsitzender Mitglied Mitglied gem. § 113 GO Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied 500,00 400,00 400,00 400,00 100,00 400,00 400,00 300,00 400,00 100,00 400,00 400,00 400,00 400,00 Stadtsparkasse Oberhausen Verwaltungsrat Benter, Christian Brands, Beatriks Broß, Klaus Dieter Cordes, Hubert Ehrlich, Dietmar Janßen, Anne M.d.L. Große Brömer, Wolfgang Nockmann, Thomas Runkler, Hans-Otto Scheike, Thomas Schepers, Hermann-Josef Schranz, Daniel Steinke, Holger Wehling, Klaus Wilke, Volker Wingens, Ursula Wolter, Horst Zimmermann, Thomas Vorstand Salhofen, Ulrich Mitglied Mitglied stellv. Mitglied stellv. Mitglied Mitglied Mitglied Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Vorsitzender Mitglied berat. Mitglied stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied Mitglied 10.320,00 3.150,00 300,00 1.785,00 4.220,00 16.340,00 16.630,00 4.900,00 4.220,00 9.940,00 4.650,00 14.113,40 4.900,00 10.620,00 11.300,00 4.220,00 4.220,00 12.340,30 stellv. Vorsitzender 312.310,94 -341- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mandatsträger Funktion Vergütung in EUR STOAG Stadtwerke Oberhausen AG Aufsichtsrat Buhren, Werner Carstensen, Jens Emmerich, Karl-Heinz Hausmann, Wilhelm Janßen, Dieter Kamps, Thorsten Kozlik, Peter Kriebel, Carsten Maubach, Horst Michalik, Herbert Müthing, Christa Oberste-Kleinbeck, Kirsten Pflugbeil, Karl-Heinz Röder, Alfred Schneider, Detlef Stemmer, Michael Uschmann, Guido Wehling, Klaus Wittmann, Regina Wolter, Marita Vorstand Klunk, Peter Overkamp, Werner Mitglied (AN) Mitglied Mitglied 1. stellv. Vorsitzender Mitglied Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) 2. stellv. Vorsitzender (AN) Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied (AN) 2. stellv. Vorsitzende (AN) Mitglied (AN) Mitglied (AN) Vorsitzender (Mitglied gem. § 113 GO) Mitglied Mitglied 1.370,83 2.625,00 2.625,00 3.940,00 2.625,00 1.370,83 1.312,50 1.312,50 1.312,50 2.057,52 2.625,00 2.625,00 2.625,00 1.312,50 1.970,00 1.370,83 1.370,83 5.250,00 2.625,00 2.625,00 Mitglied Mitglied 39.366,00 167.601,00 Theater Oberhausen Geschäftsführung Carp, Peter Hennemann, Jürgen Betriebsleiter Betriebsleiter 135.576,00 98.024,47 -342- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Mandatsträger Funktion Vergütung in EUR TMO Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH Aufsichtsrat Albrecht-Mainz, Elia Antwerpen, Christina Boos, Regina Bruns, Klaus Gödderz, Sandra Jäntsch, Angelika Klunk, Peter Marx, Petra Plitt-Vogt, Marlies Real, Ulrich Rubin, Dirk Schmidt, Georgis Stroh, Uly Geschäftsführung Koch, Burkhard Vorsitzende Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied gem. § 113 GO Mitglied Mitglied Mitglied Mitglied stellv. Vorsitzende Mitglied 60,00 30,00 60,00 0,00 60,00 60,00 60,00 60,00 30,00 60,00 45,00 60,00 45,00 * 85.000,00 TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH Geschäftsführung Lerch, Klaus Geschäftsführer * 100.000,00 VKA Verband der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH Geschäftsführung Gerlach, Ernst Graef, Roger Geschäftsführer Geschäftsführer 46.634,00 47.656,00 VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH Geschäftsführung Guthoff, Maria Kalthoff, Horst Geschäftsführerin Geschäftsführer 5.909,64 3.666,12 -343- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Anlagen Wesentliche gesetzliche Grundlagen der wirtschaftlichen Betätigung (Rechtsstand: 31.12.2010) Art. 28 Abs. 2 Satz 1 Grundgesetz Den Gemeinden muss das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. § 107 GO NRW - Zulässigkeit wirtschaftlicher Betätigung (1) Die Gemeinde darf sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben wirtschaftlich betätigen, wenn 1. ein öffentlicher Zweck die Betätigung erfordert, 2. die Betätigung nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit der Gemeinde steht und 3. bei einem Tätigwerden außerhalb der Wasserversorgung, des öffentlichen Verkehrs sowie des Betriebes von Telekommunikationsleitungsnetzen einschließlich der Telekommunikationsdienstleistungen der öffentliche Zweck durch andere Unternehmen nicht besser und wirtschaftlicher erfüllt werden kann. Das Betreiben eines Telekommunikationsnetzes umfasst nicht den Vertrieb und/oder die Installation von Endgeräten von Telekommunikationsanlagen. Als wirtschaftliche Betätigung ist der Betrieb von Unternehmen zu verstehen, die als Hersteller, Anbieter oder Verteiler von Gütern oder Dienstleistungen am Markt tätig werden, sofern die Leistung ihrer Art nach auch von einem Privaten mit der Absicht der Gewinnerzielung erbracht werden könnte. (2) Als wirtschaftliche Betätigung im Sinne dieses Abschnitts gilt nicht der Betrieb von 1. Einrichtungen, zu denen die Gemeinde gesetzlich verpflichtet ist, 2. öffentlichen Einrichtungen, die für die soziale und kulturelle Betreuung der Einwohner erforderlich sind, insbesondere Einrichtungen auf den Gebieten - Erziehung, Bildung oder Kultur (Schulen, Volkshochschulen, Tageseinrichtungen für Kinder und sonstige Einrichtungen der Jugendhilfe, Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Opern, Theater, Kinos, Bühnen, Orchester, Stadthallen, Begegnungsstätten), - Sport oder Erholung (Sportanlagen, zoologische und botanische Gärten, Wald-, Park- und Gartenanlagen, Herbergen, Erholungsheime, Bäder, Einrichtungen zur Veranstaltung von Volksfesten), - Gesundheits- oder Sozialwesen (Krankenhäuser, Bestattungseinrichtungen, Sanatorien, Kurparks, Senioren- und Behindertenheime, Frauenhäuser, soziale und medizinische Beratungsstellen), 3. Einrichtungen, die der Straßenreinigung, der Fremdenverkehrsförderung oder der Wohnraumversorgung dienen, 4. Einrichtungen des Umweltschutzes, insbesondere Abwasserbeseitigung sowie des Messe- und Ausstellungswesens, Wirtschaftsförderung, der Abfallentsorgung der oder 5. Einrichtungen, die ausschließlich der Deckung des Eigenbedarfs von Gemeinden und Gemeindeverbänden dienen. -344- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Auch diese Einrichtungen sind, soweit es mit ihrem öffentlichen Zweck vereinbar ist, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu verwalten und können entsprechend den Vorschriften über die Eigenbetriebe geführt werden. Das Innenministerium kann durch Rechtsverordnung bestimmen, dass Einrichtungen, die nach Art und Umfang eine selbständige Betriebsführung erfordern, ganz oder teilweise nach den für die Eigenbetriebe geltenden Vorschriften zu führen sind; hierbei können auch Regelungen getroffen werden, die von einzelnen der für die Eigenbetriebe geltenden Vorschriften abweichen. (3) Die wirtschaftliche Betätigung außerhalb des Gemeindegebiets ist nur zulässig, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 vorliegen und die berechtigten Interessen der betroffenen kommunalen Gebietskörperschaften gewahrt sind. Die Aufnahme einer wirtschaftlichen Betätigung auf ausländischen Märkten ist nur zulässig, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 2 vorliegen. Die Aufnahme einer solchen Betätigung bedarf der Genehmigung. (4) Die nichtwirtschaftliche Betätigung außerhalb des Gemeindegebiets ist nur zulässig, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 2 vorliegen und die berechtigten Interessen der betroffenen kommunalen Gebietskörperschaften gewahrt sind. Diese Voraussetzungen gelten bei in den Krankenhausplan des Landes aufgenommenen Krankenhäusern als erfüllt. Die Aufnahme einer nichtwirtschaftlichen Betätigung auf ausländischen Märkten ist nur zulässig, wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 2 vorliegen. Die Aufnahme einer solchen Betätigung bedarf der Genehmigung. (5) Vor der Entscheidung über die Gründung von bzw. die unmittelbare oder mittelbare Beteiligung an Unternehmen im Sinne des Absatzes 1 ist der Rat auf der Grundlage einer Marktanalyse über die Chancen und Risiken des beabsichtigten wirtschaftlichen Engagements und über die Auswirkungen auf das Handwerk und die mittelständische Wirtschaft zu unterrichten. Den örtlichen Selbstverwaltungsorganisationen von Handwerk, Industrie und Handel und der für die Beschäftigten der jeweiligen Branche handelnden Gewerkschaften ist Gelegenheit zur Stellungnahme zu den Marktanalysen zu geben. (6) Bankunternehmen darf die Gemeinde nicht errichten, übernehmen oder betreiben. (7) Für das öffentliche Sparkassenwesen gelten die dafür erlassenen besonderen Vorschriften. § 107a GO NRW - Zulässigkeit energiewirtschaftlicher Betätigung (1) Die wirtschaftliche Betätigung in den Bereichen der Strom-, Gas- und Wärmeversorgung dient einem öffentlichen Zweck und ist zulässig, wenn sie nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit der Gemeinde steht. (2) Mit den Bereichen Strom-, Gas- und Wärmeversorgung unmittelbar verbundene Dienstleistungen sind zulässig, wenn sie den Hauptzweck fördern. Die Gemeinde stellt sicher, dass bei der Erbringung dieser Dienstleistungen die Belange kleinerer Unternehmen, insbesondere des Handwerks, berücksichtigt werden. (3) Die Aufnahme einer überörtlichen energiewirtschaftlichen Betätigung ist zulässig, wenn die Voraussetzung des Absatzes 1 vorliegt und die berechtigten Interessen der betroffenen kommunalen Gebietskörperschaften gewahrt sind. Bei der Versorgung mit Strom und Gas gelten nur die Interessen als berechtigt, die nach den Vorschriften des Energiewirtschaftsgesetzes eine Einschränkung des Wettbewerbs zulassen. Die Aufnahme einer energiewirtschaftlichen Betätigung auf ausländischen Märkten ist zulässig, wenn die Voraussetzung des Absatzes 1 vorliegt. Die Aufnahme einer solchen Betätigung bedarf der Genehmigung. (4) Vor der Entscheidung über die Gründung von bzw. die unmittelbare Beteiligung an Unternehmen im Sinne des Absatzes 1 ist der Rat über die Chancen und Risiken des beabsichtigten wirtschaftlichen Engagements zu unterrichten. Den örtlichen Selbstverwaltungsorganisationen von Handwerk, Industrie und Handel und der für die Beschäftigten der jeweiligen Branche handelnden Gewerkschaften ist Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, sofern die Entscheidung die Erbringung verbundener Dienstleistungen betrifft. -345- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 § 108 GO NRW - Unternehmen und Einrichtungen des privaten Rechts (1) Die Gemeinde darf Unternehmen und Einrichtungen in einer Rechtsform des privaten Rechts nur gründen oder sich daran beteiligen, wenn 1. bei Unternehmen (§ 107 Abs. 1) die Voraussetzungen des § 107 Abs. 1 Satz 1 gegeben sind und bei Unternehmen im Bereich der energiewirtschaftlichen Betätigung die Voraussetzung des § 107 a Abs. 1 gegeben ist, 2. bei Einrichtungen (§ 107 Abs. 2) ein wichtiges Interesse der Gemeinde an der Gründung oder der Beteiligung vorliegt, 3. eine Rechtsform gewählt wird, welche die Haftung der Gemeinde auf einen bestimmten Betrag begrenzt, 4. die Einzahlungsverpflichtung der Gemeinde in einem angemessenen Verhältnis zu ihrer Leistungsfähigkeit steht, 5. die Gemeinde sich nicht zur Übernahme von Verlusten in unbestimmter oder unangemessener Höhe verpflichtet, 6. die Gemeinde einen angemessenen Einfluß, insbesondere in einem Überwachungsorgan, erhält und dieser durch Gesellschaftsvertrag, Satzung oder in anderer Weise gesichert wird, 7. das Unternehmen oder die Einrichtung durch Gesellschaftsvertrag, Satzung oder sonstiges Organisationsstatut auf den öffentlichen Zweck ausgerichtet wird, 8. bei Unternehmen und Einrichtungen in Gesellschaftsform gewährleistet ist, daß der Jahresabschluß und der Lagebericht, soweit nicht weitergehende gesetzliche Vorschriften gelten oder andere gesetzliche Vorschriften entgegenstehen, aufgrund des Gesellschaftsvertrages oder der Satzung in entsprechender Anwendung der Vorschriften des Dritten Buches des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften aufgestellt und ebenso oder in entsprechender Anwendung der für Eigenbetriebe geltenden Vorschriften geprüft werden, 9. bei Unternehmen und Einrichtungen in Gesellschaftsform, vorbehaltlich weitergehender oder entgegenstehender gesetzlicher Vorschriften, durch Gesellschaftsvertrag oder Satzung gewährleistet ist, dass die für die Tätigkeit im Geschäftsjahr gewährten Gesamtbezüge im Sinne des § 285 Nummer 9 des Handelsgesetzbuches der Mitglieder der Geschäftsführung, des Aufsichtsrates, des Beirates oder einer ähnlichen Einrichtung im Anhang zum Jahresabschluss jeweils für jede Personengruppe sowie zusätzlich unter Namensnennung die Bezüge jedes einzelnen Mitglieds dieser Personengruppen unter Aufgliederung nach Komponenten im Sinne des § 285 Nummer 9 Buchstabe a des Handelsgesetzbuches angegeben werden. Die individualisierte Ausweisungspflicht gilt auch für: a) Leistungen, die den genannten Mitgliedern für den Fall einer vorzeitigen Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, b) Leistungen, die den genannten Mitgliedern für den Fall der regulären Beendigung ihrer Tätigkeit zugesagt worden sind, mit ihrem Barwert sowie den von der Gesellschaft während des Geschäftsjahres hierfür aufgewandten oder zurückgestellten Betrag, c) während des Geschäftsjahres vereinbarte Änderungen dieser Zusagen und d) Leistungen, die einem früheren Mitglied, das seine Tätigkeit im Laufe des Geschäftsjahres beendet hat, in diesem Zusammenhang zugesagt und im Laufe des Geschäftsjahres gewährt worden sind. Eine Gewährleistung für die individualisierte Ausweisung von Bezügen und Leistungszusagen ist im Falle der Beteiligung an einer bestehenden Gesellschaft auch dann gegeben, wenn in Gesellschaftsvertrag oder Satzung die erstmalige individualisierte Ausweisung spätestens für das zweite Geschäftsjahr nach Erwerb der Beteiligung festgelegt ist. 10. bei Unternehmen der Telekommunikation einschließlich von Telefondienstleistungen nach § 107 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 im Gesellschaftsvertrag die unmittelbare oder im Rahmen einer Schachtelbeteiligung die mittelbare Haftung der Gemeinde auf den Anteil der Gemeinde bzw. des kommunalen Unternehmens am Stammkapital beschränkt ist. Zur Wahrnehmung gleicher Wettbewerbschancen darf die Gemeinde für diese Unternehmen weder Kredite nach Maßgabe -346- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 kommunalwirtschaftlicher Vorzugskonditionen Sicherheiten i.S. von § 87 leisten. in Anspruch nehmen noch Bürgschaften und Die Aufsichtsbehörde kann von den Vorschriften der Nummern 3, 5 und 8 in begründeten Fällen Ausnahmen zulassen. Wird von Satz 1 Nummer 8 eine Ausnahme zugelassen, kann auch von Satz 1 Nummer 9 eine Ausnahme zugelassen werden. (2) Absatz 1 Satz 1 Nummer 9 gilt für die erstmalige unmittelbare oder mittelbare Beteiligung an einer Gesellschaft einschließlich der Gründung einer Gesellschaft, wenn den beteiligten Gemeinden oder Gemeindeverbänden alleine oder zusammen oder zusammen mit einer Beteiligung des Landes mehr als 50 vom Hundert der Anteile gehören. Bei bestehenden Gesellschaften, an denen Gemeinden oder Gemeindeverbände unmittelbar oder mittelbar alleine oder zusammen oder zusammen mit dem Land mit mehr als 50 vom Hundert beteiligt sind, trifft die Gemeinden und Gemeindeverbände eine Hinwirkungspflicht zur Anpassung an die Vorgaben des Absatzes 1 Satz 1 Nummer 9. Die Hinwirkungspflicht nach Satz 2 bezieht sich sowohl auf die Anpassung von Gesellschaftsvertrag oder Satzung als auch auf die mit Absatz 1 Satz 1 Nummer 9 verfolgte Zielsetzung der individualisierten Ausweisung der dort genannten Bezüge und Leistungszusagen. (3) Gehören einer Gemeinde mehr als 50 vom Hundert der Anteile an einem Unternehmen oder einer Einrichtung in Gesellschaftsform, muß sie darauf hinwirken, daß 1. in sinngemäßer Anwendung der für die Eigenbetriebe geltenden Vorschriften a) für jedes Wirtschaftsjahr ein Wirtschaftsplan aufgestellt wird, b) der Wirtschaftsführung eine fünfjährige Finanzplanung zugrunde gelegt und der Gemeinde zur Kenntnis gebracht wird, c) die Feststellung des Jahresabschlusses, die Verwendung des Ergebnisses sowie das Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts unbeschadet der bestehenden gesetzlichen Offenlegungspflichten öffentlich bekannt gemacht werden und der Jahresabschluss und der Lagebericht bis zur Feststellung des folgenden Jahresabschlusses zur Einsichtnahme verfügbar gehalten werden, 2. in dem Lagebericht oder in Zusammenhang damit zur Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und zur Zweckerreichung Stellung genommen wird, 3. nach den Wirtschaftsgrundsätzen (§ 109) verfahren wird, wenn die Gesellschaft ein Unternehmen betreibt. Der Jahresabschluß, der Lagebericht und der Bericht über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung sind dem Haushaltsplan als Anlage beizufügen. Gehört der Gemeinde zusammen mit anderen Gemeinden oder Gemeindeverbänden die Mehrheit der Anteile an einem Unternehmen oder an einer Einrichtung, soll sie auf eine Wirtschaftsführung nach Maßgabe des Satzes 1 Nr. 1 a) und b) sowie Nr. 2 und Nr. 3 hinwirken. (4) Die Gemeinde darf unbeschadet des Absatzes 1 Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft nur gründen, übernehmen, wesentlich erweitern oder sich daran beteiligen, wenn der öffentliche Zweck nicht ebenso gut in einer anderen Rechtsform erfüllt wird oder erfüllt werden kann. (5) Die Gemeinde darf unbeschadet des Absatzes 1 Unternehmen und Einrichtungen in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung nur gründen oder sich daran beteiligen, wenn durch die Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrags sichergestellt ist, dass 1. die Gesellschafterversammlung auch beschließt über a) den Abschluss und die Änderungen von Unternehmensverträgen im Sinne der §§ 291 und 292 Abs. 1 des Aktiengesetzes, b) den Erwerb und die Veräußerung von Unternehmen und Beteiligungen, c) den Wirtschaftsplan, die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses sowie d) die Bestellung und die Abberufung der Geschäftsführer, soweit dies nicht der Gemeinde vorbehalten ist, und -347- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 2. der Rat den von der Gemeinde bestellten oder auf Vorschlag der Gemeinde gewählten Mitgliedern des Aufsichtsrats Weisungen erteilen kann, soweit die Bestellung eines Aufsichtsrates gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. (6) Vertreter der Gemeinde in einer Gesellschaft, an der Gemeinden, Gemeindeverbände oder Zweckverbände unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 25 vom Hundert beteiligt sind, dürfen a) der Gründung einer anderen Gesellschaft oder einer anderen Vereinigung in einer Rechtsform des privaten Rechts, einer Beteiligung sowie der Erhöhung einer Beteiligung der Gesellschaft an einer anderen Gesellschaft oder einer anderen Vereinigung in einer Rechtsform des privaten Rechts nur zustimmen, wenn - die vorherige Entscheidung des Rates vorliegt, - für die Gemeinde selbst die Gründungs- bzw. Beteiligungsvoraussetzungen vorliegen und - sowohl die Haftung der gründenden Gesellschaft als auch die Haftung der zu gründenden Gesellschaft oder Vereinigung durch ihre Rechtsform auf einen bestimmten Betrag begrenzt sind oder - sowohl die Haftung der sich beteiligenden Gesellschaft als auch die Haftung der Gesellschaft oder Vereinigung, an der eine Beteiligung erfolgt, durch ihre Rechtsform auf einen bestimmten Betrag begrenzt sind; b) einem Beschluss der Gesellschaft zu einer wesentlichen Änderung des Gesellschaftszwecks oder sonstiger wesentlicher Änderungen des Gesellschaftsvertrages nur nach vorheriger Entscheidung des Rates zustimmen. In den Fällen von Satz 1 Buchstabe a) gilt Absatz 1 Satz 2 und 3 entsprechend. Als Vertreter der Gemeinde im Sinne von Satz 1 gelten auch Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Mitglieder von sonstigen Organen und ähnlichen Gremien der Gesellschaft, die von der Gemeinde oder auf ihre Veranlassung oder ihren Vorschlag in das Organ oder Gremium entsandt oder gewählt worden sind. Beruht die Entsendung oder Wahl auf der Veranlassung oder dem Vorschlag mehrerer Gemeinden, Gemeindeverbände oder Zweckverbände, so bedarf es der Entscheidung nur des Organs, auf das sich die beteiligten Gemeinden und Gemeindeverbände oder Zweckverbände geeinigt haben. Die Sätze 1 bis 4 gelten nicht, soweit ihnen zwingende Vorschriften des Gesellschaftsrechts entgegenstehen. (7) Die Gemeinde kann einen einzelnen Geschäftsanteil an einer eingetragenen Kreditgenossenschaft erwerben, wenn eine Nachschußpflicht ausgeschlossen oder die Haftungssumme auf einen bestimmten Betrag beschränkt ist. § 108 a GO NRW - Arbeitnehmermitbestimmung in fakultativen Aufsichtsräten (1) Soweit im Gesellschaftsvertrag eines Unternehmens (§ 107 Abs. 1, § 107 a Abs. 1) oder einer Einrichtung (§ 107 Abs. 2) in Privatrechtsform, an der die Gemeinde unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 50 vom Hundert der Anteile beteiligt ist, ein fakultativer Aufsichtsrat vorgesehen ist, können dem fakultativen Aufsichtsrat Arbeitnehmervertreter des Unternehmens oder der Einrichtung angehören. In diesem Fall ist ein angemessener Einfluss der Gemeinde im Sinne des § 108 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 gegeben, wenn bei mehr als 2 von der Gemeinde in den Aufsichtsrat zu entsendenden Vertretern nicht mehr als ein Drittel der Gesamtzahl der Aufsichtsratsmandate durch Arbeitnehmervertreter des Unternehmens oder der Einrichtung nach Maßgabe der folgenden Absätze besetzt werden. (2) Der Rat der Gemeinde bestellt aus einer von der Betriebsversammlung des Unternehmens oder der Einrichtung zu erstellenden Vorschlagsliste die in den fakultativen Aufsichtsrat zu entsendenden Arbeitnehmervertreter. Die Bestellung bedarf eines Beschlusses der Mehrheit der gesetzlichen Zahl der Mitglieder des Rates. Die Vorschlagsliste muss mindestens die doppelte Zahl der zu entsendenden Arbeitnehmervertreter enthalten. Der Rat hat das Recht, mit der Mehrheit der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder sämtliche Vorschläge der Liste zurückzuweisen und eine Ergänzung zu verlangen. In diesem Fall kann eine Betriebsversammlung eine neue Vorschlagsliste erstellen; Sätze 1 bis 4 gelten entsprechend. Im Falle einer erneuten Zurückweisung der Vorschläge durch den Rat bleiben die für die Arbeitnehmervertreter vorgesehenen Aufsichtsratsmandate unbesetzt. (3) § 113 Abs. 1 Sätze 2 und 3 gelten für die nach Absatz 2 für den fakultativen Aufsichtsrat vom Rat bestellten Arbeitnehmervertreter entsprechend. Verliert ein vom Rat bestellter Arbeitnehmervertreter die -348- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 Beschäftigteneigenschaft in dem Unternehmen oder der Einrichtung, muss der Rat ihn entsprechend § 113 Abs. 1 Satz 3 aus seinem Amt im fakultativen Aufsichtsrat abberufen. (4) In der Betriebsversammlung nach Absatz 2 sind alle Beschäftigten des Unternehmens bzw. der Einrichtung wahlberechtigt, die am Tage der Betriebsversammlung das 18. Lebensjahr vollendet haben. Nicht wahlberechtigt sind Geschäftsführer und Vorstände des Unternehmens bzw. der Einrichtung. In die Vorschlagsliste können nur Wahlberechtigte aufgenommen werden. Die Einzelheiten für die Wahl der Arbeitnehmervertreter sind im Gesellschaftsvertrag, der Satzung oder einem sonstigen Organisationsstatut des Unternehmens bzw. der Einrichtung zu regeln. Im Gesellschaftsvertrag, der Satzung oder dem Organisationsstatut des Unternehmens bzw. der Einrichtung ist auch die Amtsdauer der Arbeitnehmervertreter zu regeln. Sie soll die regelmäßige Amtsdauer der nach § 113 Abs. 2 Satz 2 neben dem Bürgermeister oder dem von ihm benannten Bediensteten der Gemeinde in den fakultativen Aufsichtsrat bestellten weiteren Vertreter nicht überschreiten. (5) Wird ein Arbeitnehmervertreter von seinem Amt gemäß § 113 Abs. 1 Satz 3 abberufen oder scheidet er aus anderen Gründen aus dem Aufsichtsrat aus, bestellt der Rat mit der Mehrheit der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder aus dem noch nicht in Anspruch genommenen Teil der Vorschlagsliste nach Absatz 2 einen Nachfolger. Kommt eine solche Mehrheit nicht zustande, kann eine Betriebsversammlung den noch nicht in Anspruch genommenen Teil der Vorschlagsliste um neue Vorschläge ergänzen. Kommt auch dann keine Mehrheit der gesetzlichen Zahl der Mitglieder des Rates für die Bestellung eines Nachfolgers zustande, bleibt das Aufsichtsratsmandat unbesetzt. (6) Die Absätze 1 bis 5 gelten mit folgenden Maßgaben entsprechend in den Fällen, in denen an einem Unternehmen oder einer Einrichtung in Privatrechtsform zwei oder mehr Gemeinden beteiligt sind. Die Bestellung der in den fakultativen Aufsichtsrat zu entsendenden Arbeitnehmervertreter bedarf übereinstimmender, mit der Mehrheit der gesetzlichen Zahl der Mitglieder zustande gekommener Beschlüsse der Räte mindestens so vieler beteiligter Kommunen, dass hierdurch insgesamt mehr als die Hälfte der kommunalen Beteiligung an dem Unternehmen oder der Einrichtung repräsentiert wird. Kommen solche übereinstimmenden Beschlüsse nicht oder nicht im erforderlichen Umfang zustande, kann eine Betriebsversammlung eine neue Vorschlagsliste erstellen. Kommen auch hierzu entsprechende übereinstimmende Beschlüsse der beteiligten Räte nicht oder nicht im erforderlichen Umfang zustande, bleiben die für die Arbeitnehmervertreter vorgesehenen Aufsichtsratsmandate unbesetzt. Für die Bestellung eines Nachfolgers im Sinne des Absatzes 5 gilt Satz 2 entsprechend. Kommen danach übereinstimmende Beschlüsse der beteiligten Räte nicht oder nicht im erforderlichen Umfang zustande, kann eine Betriebsversammlung den noch nicht in Anspruch genommenen Teil der Vorschlagsliste um neue Vorschläge ergänzen. Kommen auch dann übereinstimmende Beschlüsse der beteiligten Räte nicht oder nicht im erforderlichen Umfang zustande, bleibt das Aufsichtsratsmandat unbesetzt. Für die nach § 113 Abs. 1 Sätze 2 und 3 zu treffenden Entscheidungen bedarf es übereinstimmender Beschlüsse der Räte mindestens so vieler beteiligter Kommunen, dass hierdurch insgesamt mehr als die Hälfte der kommunalen Beteiligung an dem Unternehmen oder der Einrichtung repräsentiert wird. § 109 GO NRW - Wirtschaftsgrundsätze (1) Die Unternehmen und Einrichtungen sind so zu führen, zu steuern und zu kontrollieren, daß der öffentliche Zweck nachhaltig erfüllt wird. Unternehmen sollen einen Ertrag für den Haushalt der Gemeinde abwerfen, soweit dadurch die Erfüllung des öffentlichen Zwecks nicht beeinträchtigt wird. (2) Der Jahresgewinn der wirtschaftlichen Unternehmen als Unterschied der Erträge und Aufwendungen soll so hoch sein, daß außer den für die technische und wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens notwendigen Rücklagen mindestens eine marktübliche Verzinsung des Eigenkapitals erwirtschaftet wird. § 111 GO NRW - Veräußerung von Unternehmen, Einrichtungen und Beteiligungen (1) Die teilweise oder vollständige Veräußerung eines Unternehmens oder einer Einrichtung oder einer Beteiligung an einer Gesellschaft sowie andere Rechtsgeschäfte, durch welche die Gemeinde ihren Einfluß auf das Unternehmen, die Einrichtung oder die Gesellschaft verliert oder vermindert, sind nur zulässig, wenn die für die Betreuung der Einwohner erforderliche Erfüllung der Aufgaben der Gemeinde nicht beeinträchtigt wird. -349- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 (2) Vertreter der Gemeinde in einer Gesellschaft, an der Gemeinden, Gemeindeverbände oder Zweckverbände unmittelbar oder mittelbar mit mehr als 50 v.H. beteiligt sind, dürfen Veräußerungen oder anderen Rechtsgeschäften i.S. des Absatzes 1 nur nach vorheriger Entscheidung des Rates und nur dann zustimmen, wenn für die Gemeinde die Zulässigkeitsvoraussetzung des Absatzes 1 vorliegt. § 112 - Informations- und Prüfungsrechte (1) Gehören einer Gemeinde unmittelbar oder mittelbar Anteile an einem Unternehmen oder einer Einrichtung in einer Rechtsform des privaten Rechts in dem in § 53 des Haushaltsgrundsätzegesetzes bezeichneten Umfang, so soll sie 1. die Rechte nach § 53 Abs. 1 des Haushaltsgrundsätzegesetzes ausüben, 2. darauf hinwirken, daß ihr die in § 54 des Haushaltsgrundsätzegesetzes vorgesehenen Befugnisse eingeräumt werden. (2) Ist eine Beteiligung der Gemeinde an einer Gesellschaft keine Mehrheitsbeteiligung im Sinne des § 53 des Haushaltsgrundsätzegesetzes, so soll die Gemeinde, so weit ihr Interesse dies erfordert, darauf hinwirken, daß ihr im Gesellschaftsvertrag oder in der Satzung die Befugnisse nach § 53 des Haushaltsgrundsätzegesetzes eingeräumt werden. Bei mittelbaren Minderheitsbeteiligungen gilt dies nur, wenn die Beteiligung den vierten Teil der Anteile übersteigt und einer Gesellschaft zusteht, an der die Gemeinde allein oder zusammen mit anderen Gebietskörperschaften mit Mehrheit im Sinne des § 53 des Haushaltsgrundsätzegesetzes beteiligt ist. § 113 GO NRW - Vertretung der Gemeinde in Unternehmen oder Einrichtungen (1) Die Vertreter der Gemeinde in Beiräten, Ausschüssen, Gesellschafterversammlungen, Aufsichtsräten oder entsprechenden Organen von juristischen Personen oder Personenvereinigungen, an denen die Gemeinde unmittelbar oder mittelbar beteiligt ist, haben die Interessen der Gemeinde zu verfolgen. Sie sind an die Beschlüsse des Rates und seiner Ausschüsse gebunden. Die vom Rat bestellten Vertreter haben ihr Amt auf Beschluß des Rates jederzeit niederzulegen. Die Sätze 1 bis 3 gelten nur, soweit durch Gesetz nichts anderes bestimmt ist. (2) Bei unmittelbaren Beteiligungen vertritt ein vom Rat bestellter Vertreter die Gemeinde in den in Absatz 1 genannten Gremien. Sofern weitere Vertreter zu benennen sind, muss der Bürgermeister oder der von ihm vorgeschlagene Bedienstete der Gemeinde dazuzählen. Die Sätze 1 und 2 gelten für mittelbare Beteiligungen entsprechend, sofern nicht ähnlich wirksame Vorkehrungen zur Sicherung hinreichender gemeindlicher Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten getroffen werden. (3) Die Gemeinde ist verpflichtet, bei der Ausgestaltung des Gesellschaftsvertrages einer Kapitalgesellschaft darauf hinzuwirken, daß ihr das Recht eingeräumt wird, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden. Über die Entsendung entscheidet der Rat. Zu den entsandten Aufsichtsratsmitgliedern muß der Bürgermeister oder der von ihm vorgeschlagene Bedienstete der Gemeinde zählen, wenn diese mit mehr als einem Mitglied im Aufsichtsrat vertreten ist. Dies gilt sowohl für unmittelbare als auch für mittelbare Beteiligungen. (4) Ist der Gemeinde das Recht eingeräumt worden, Mitglieder des Vorstandes oder eines gleichartigen Organs zu bestellen oder vorzuschlagen, entscheidet der Rat. (5) Die Vertreter der Gemeinde haben den Rat über alle Angelegenheiten von besonderer Bedeutung frühzeitig zu unterrichten. Die Unterrichtungspflicht besteht nur, soweit durch Gesetz nichts anderes bestimmt ist. (6) Wird ein Vertreter der Gemeinde aus seiner Tätigkeit in einem Organ haftbar gemacht, so hat ihm die Gemeinde den Schaden zu ersetzen, es sei denn, daß er ihn vorsätzlich oder grob fahrlässig herbeigeführt hat. Auch in diesem Falle ist die Gemeinde schadensersatzpflichtig, wenn ihr Vertreter nach Weisung des Rates oder eines Ausschusses gehandelt hat. -350- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 § 116 GO NRW – Gesamtabschluss (1) Die Gemeinde hat in jedem Haushaltsjahr für den Abschlussstichtag 31. Dezember einen Gesamtabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung aufzustellen. Er besteht aus der Gesamtergebnisrechnung, der Gesamtbilanz und dem Gesamtanhang und ist um einen Gesamtlagebericht zu ergänzen. Der Rat bestätigt den geprüften Gesamtabschluss durch Beschluss. § 96 findet entsprechende Anwendung. (2) Zu dem Gesamtabschluss hat die Gemeinde ihren Jahresabschluss nach § 95 und die Jahresabschlüsse des gleichen Geschäftsjahres aller verselbstständigten Aufgabenbereiche in öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Form zu konsolidieren. Auf den Gesamtabschluss sind, soweit seine Eigenart keine Abweichung erfordert, § 88 und § 91 Abs. 2 entsprechend anzuwenden. (3) In den Gesamtabschluss müssen verselbstständigte Aufgabenbereiche nach Absatz 2 nicht einbezogen werden, wenn sie für die Verpflichtung, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Schulden-, Ertrags- und Finanzgesamtlage der Gemeinde zu vermitteln, von untergeordneter Bedeutung sind. Dies ist im Gesamtanhang darzustellen. (4) Am Schluss des Gesamtlageberichtes sind für die Mitglieder des Verwaltungsvorstands nach § 70, soweit dieser nicht zu bilden ist für den Bürgermeister und den Kämmerer, sowie für die Ratsmitglieder, auch wenn die Personen im Haushaltsjahr ausgeschieden sind, anzugeben: 1. der Familienname mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen, 2. der ausgeübte Beruf, 3. die Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien i.S.d. § 125 Abs. 1 Satz 3 des Aktiengesetzes, 4. die Mitgliedschaft in Organen von verselbstständigten Aufgabenbereichen der Gemeinde in öffentlich-rechtlicher oder privatrechtlicher Form, 5. die Mitgliedschaft in Organen sonstiger privatrechtlicher Unternehmen. (5) Der Gesamtabschluss ist innerhalb der ersten neun Monate nach dem Abschlussstichtag aufzustellen. § 95 Abs. 3 findet für die Aufstellung des Gesamtabschlusses entsprechende Anwendung. (6) Der Gesamtabschluss ist vom Rechnungsprüfungsausschuss dahingehend zu prüfen, ob er ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Schulden-, Ertrags- und Finanzgesamtlage der Gemeinde unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ergibt. Die Prüfung des Gesamtabschlusses erstreckt sich darauf, ob die gesetzlichen Vorschriften und die sie ergänzenden Satzungen und sonstigen ortsrechtlichen Bestimmungen beachtet worden sind. Der Gesamtlagebericht ist darauf zu prüfen, ob er mit dem Gesamtabschluss in Einklang steht und ob seine sonstigen Angaben nicht eine falsche Vorstellung von der Vermögens-, Schulden-, Ertrags- und Finanzgesamtlage der Gemeinde erwecken. § 101 Abs. 2 bis 8 gilt entsprechend. (7) In die Prüfung nach Absatz 6 müssen die Jahresabschlüsse der verselbstständigten Aufgabenbereiche nicht einbezogen werden, wenn diese nach gesetzlichen Vorschriften geprüft worden sind. § 117 GO NRW - Beteiligungsbericht (1) Die Gemeinde hat einen Beteiligungsbericht zu erstellen, in dem ihre wirtschaftliche und nichtwirtschaftliche Betätigung, unabhängig davon, ob verselbstständigte Aufgabenbereiche dem Konsolidierungskreis des Gesamtabschlusses angehören, zu erläutern ist. Dieser Bericht ist jährlich bezogen auf den Abschlussstichtag des Gesamtabschlusses fortzuschreiben und dem Gesamtabschluss beizufügen. (2) Der Beteiligungsbericht ist dem Rat und den Einwohnern zur Kenntnis zu bringen. Die Gemeinde hat zu diesem Zweck den Bericht zur Einsichtnahme verfügbar zu halten. Auf die Möglichkeit zur Einsichtnahme ist in geeigneter Weise öffentlich hinzuweisen. § 394 AktG Aufsichtsratsmitglieder, die auf Veranlassung einer Gebietskörperschaft in den Aufsichtsrat gewählt oder entsandt worden sind, unterliegen hinsichtlich der Berichte, die sie der Gebietskörperschaft zu erstatten haben, keiner Verschwiegenheitspflicht. Für vertrauliche Angaben und Geheimnisse der Gesellschaft, -351- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2011 namentlich Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse, gilt dies nicht, wenn ihre Kenntnis für die Zwecke der Berichte nicht von Bedeutung ist. § 395 AktG (1) Personen, die damit betraut sind, die Beteiligungen einer Gebietskörperschaft zu verwalten oder für eine Gebietskörperschaft die Gesellschaft, die Betätigung der Gebietskörperschaft als Aktionär oder die Tätigkeit der auf Veranlassung der Gebietskörperschaft gewählten oder entsandten Aufsichtsratsmitglieder zu prüfen, haben über vertrauliche Angaben und Geheimnisse der Gesellschaft, namentlich Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse, die ihnen aus Berichten nach § 394 bekanntgeworden sind, Stillschweigen zu bewahren; dies gilt nicht für Mitteilungen im dienstlichen Verkehr. Bei der Veröffentlichung von Prüfungsergebnissen dürfen vertrauliche Angaben und Geheimnisse der Gesellschaft, namentlich Betriebs- oder Geschäftsgeheimnisse, nicht veröffentlicht werden. (2) -352- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Rechtsformen wirtschaftlicher Betätigung Für die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinde stehen unterschiedliche öffentlichrechtliche und privatrechtliche Formen zu Verfügung. Im Wesentlichen sind dies: in öffentlich-rechtlicher Form: Regiebetrieb, eigenbetriebsähnliche Einrichtung, Eigenbetrieb, Anstalt des öffentlichen Rechts, in privatrechtlicher Form: GmbH, Aktiengesellschaft, eingetragene Genossenschaft. Rechtsformen und die Nachfolgend werden die Besonderheiten der einzelnen Einflussmöglichkeiten der Stadt kurz erläutert. Regiebetrieb Der Regiebetrieb ist ein rechtlich und wirtschaftlich unselbstständiger Betriebszweig der Stadt, der rechnungsmäßig gemäß der kameralistischen Einnahmen- und Ausgabenrechnung ausschließlich im Haushaltsplan der Stadt erfasst wird. Soweit es sich um kostenrechnende Einrichtungen (Gebührenhaushalte) handelt, wird eine Betriebsabrechnung im Rahmen der erweiterten Kameralistik durchgeführt. Der Regiebetrieb ist organisatorisch uneingeschränkt in die Gemeinde eingebunden. Steuerrechtlich kann ein Regiebetrieb zum Betrieb gewerblicher Art (BgA) werden, wenn er nicht überwiegend der Ausübung der „öffentlichen Gewalt“ (Hoheitsbetrieb) dient. Eigenbetrieb / eigenbetriebsähnliche Einrichtung Eigenbetriebe sind verselbstständigte gemeindliche wirtschaftliche Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Sie werden gemäß Eigenbetriebsverordnung NW (EigVO NW) mit eigener Betriebssatzung und eigenem (kaufmännischem) Rechnungswesen geführt; ihr Vermögen ist als Sondervermögen vom übrigen Gemeindevermögen getrennt. -353- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Der Eigenbetrieb verfügt zwar über eigene Leitungs- und Kontrollorgane (Werkleiter, Werksausschuss); die Kompetenzen dieser Organe werden jedoch vom Rat der Stadt in der Betriebssatzung festgelegt. Insgesamt untersteht der Eigenbetrieb dem Rat und dem Oberbürgermeister. Eigenbetriebsähnliche Einrichtungen sind solche Betriebe, die nach der Definition des § 107 GO NW nicht als wirtschaftliche Betätigung gelten, die aber dennoch nach den Vorschriften der EigVO NW betrieben werden. Anstalt des öffentlichen Rechts Rechtsfähige Anstalt des öffentlichen Rechts nach § 114a GO NW (AöR) Die AöR ist eine Mischform zwischen Eigenbetrieb und GmbH. Ihre Rechtsverhältnisse werden nach der GO NW durch eine Satzung geregelt, welche die Gemeinde aufstellt. Die Organe der AöR sind der Vorstand und der Verwaltungsrat. Die Leitung der AöR obliegt dem Vorstand in eigener Zuständigkeit, soweit nicht gesetzlich oder durch die Satzung etwas anderes bestimmt ist. Der Verwaltungsrat ist für Entscheidungen des Aufgabenkataloges aus § 114a Abs. 7 GO NW zuständig, unterliegt jedoch bei bestimmten Entscheidungen (Erlass von Satzungen, Beteiligungen) den Weisungen des Rates der Stadt. Die Weisungsverpflichtung kann durch die Satzung ausgeweitet werden. Die Gemeinde haftet als Gewährträgerin für die Verbindlichkeiten der AöR unbeschränkt, soweit nicht Befriedigung aus deren Vermögen zu erlangen ist. Die Einflussmöglichkeiten des Satzungsaufstellung definiert. Rates der Stadt sind insbesondere durch die Sparkassen Auch Sparkassen sind gemäß § 2 SpkG rechtsfähige Anstalten des öffentlichen Rechts. Gemäß § 1 SpkG können Gemeinden und Gemeindeverbände Sparkassen errichten. Für deren Verbindlichkeiten haftet die Gemeinde als Gewährträgerin uneingeschränkt. Durch das SpkG werden zahlreiche Verbindungen zwischen der Gemeinde und der Sparkasse festgeschrieben, die der Gemeinde Einflussmöglichkeiten eröffnen, die dem Gewährträgerverhältnis Rechnung tragen (Besetzung des Verwaltungsrates und des Kreditausschusses, Beanstandungsrecht des Hauptverwaltungsbeamten, Beschluss des Rates über die Ergebnisverwendung sowie die Entlastung der Sparkassenorgane etc.). -354- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Gesellschaft mit beschränkter Haftung Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ist eine juristische Person des Privatrechts mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die innere Struktur der Gesellschaft wird im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben und kann von den Gesellschaftern unter Beachtung der Vorschriften des GmbH-Gesetzes (GmbHG) relativ frei und flexibel geregelt werden, so dass die Eigenheiten und Erfordernisse der jeweiligen Gesellschaft optimal berücksichtigt werden können. Organe der Gesellschaft sind die Gesellschafterversammlung und die Geschäftsführung. Ein Aufsichtsrat kann gebildet werden; grundsätzlich besteht hierzu (mit Ausnahme der mitbestimmten Gesellschaften mbH) jedoch keine Pflicht. Einflussmöglichkeiten des Rates bestehen ausschließlich im Rahmen des Gründungsbeschlusses (Gestaltung des Gesellschaftsvertrages etc.) sowie über Weisungen an die jeweiligen Vertreter/innen der Stadt in der Gesellschafterversammlung und Empfehlungen an die städtischen Vertreter/innen im Aufsichtsrat. Aktiengesellschaft Wie die GmbH ist auch die Aktiengesellschaft (AG) eine privatrechtliche Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit. Auch hier wird die innere Struktur der Gesellschaft in der Satzung festgeschrieben. Allerdings enthält das Aktiengesetz (AktG) eine Vielzahl von verbindlichen Regelungen und Formvorschriften, so dass den Aktionären für eine flexible Gestaltung unter Berücksichtigung der Erfordernisse der einzelnen Gesellschaft nur wenig Spielraum verbleibt. Organe der Gesellschaft sind die Hauptversammlung, der Vorstand und der Aufsichtsrat, der hier, im Gegensatz zur GmbH, zwingend vorgeschrieben ist. Die Einflussmöglichkeiten des Rates sind im Prinzip die gleichen wie bei der GmbH. Da allerdings zum einen die Satzung den restriktiven Anforderungen des AktG genügen muss und zum anderen die Entscheidungskompetenzen der Hauptversammlung durch das AktG vorgegeben und nicht frei gestaltbar sind, sind die Einflussmöglichkeiten letztlich geringer als bei der GmbH. eingetragene Genossenschaft Wie die GmbH und die AG hat auch die e. G. eine eigene Rechtspersönlichkeit. Die innere Struktur richtet sich nach der Satzung, die den Vorschriften des Genossenschaftsgesetzes (GenG) Rechnung tragen muss. Organe der e.G. sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung bzw. bei Genossenschaften mit mehr als dreitausend Mitgliedern die Vertreterversammlung. -355- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Anders als bei der GmbH oder der AG, bei der die Höhe des gehaltenen Kapitals über die Anzahl der Stimmen in der Gesellschafterversammlung bzw. Hauptversammlung entscheidet, hat hier jeder Genosse, unabhängig von der Anzahl seiner Genossenschaftsanteile, nur eine Stimme. Damit sind die Einflussmöglichkeiten der Stadt äußerst gering. Im Übrigen kann im Rahmen der Vertreterversammlung nur eine natürliche, unbeschränkt geschäftsfähige Person, die auch Mitglied der Genossenschaft ist, zum Vertreter bestellt werden. In den Fällen, in denen aufgrund der Anzahl der Mitglieder die Vertreterversammlung das Organ der Genossen ist, hat die Stadt als juristische Person des öffentlichen Rechts keine Möglichkeit, ein Mitglied zu entsenden. -356- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Beteiligungsrichtlinien der Stadt Oberhausen Stand: Ratsbeschluss 16.12.2002 -357- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Richtlinien über die wirtschaftliche und nichtwirtschaftliche Betätigung der Stadt Oberhausen (Beteiligungsrichtlinien) Präambel Die Stadt Oberhausen hat in den vergangenen Jahren in weitreichendem Maße Gesellschaften zur Wahrnehmung kommunaler Aufgaben gegründet. Die Argumente dafür waren unterschiedlich. Neben erwarteten Effektivitätssteigerungen und der Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung waren auch Strukturwandelaspekte für die Entscheidung maßgebend, Aufgaben in privaten Rechtsformen wahrzunehmen. Unabhängig von der Frage in welcher Rechtsform städtische Aufgaben erledigt werden, muss der Rat der Stadt die ihm von den Bürgerinnen und Bürgern übertragene Verantwortung sowie die in der Gemeindeordnung festgeschriebenen Rechte wahrnehmen können. Hierzu müssen die Steuerungsmöglichkeiten des Rates und der einzelnen Ratsmitglieder weiter gestärkt werden. Durch die Ausweitung der städtischen Beteiligungen stellen sich neue Anforderungen an die Arbeit der politischen Gremien und an die Verwaltung. Insbesondere die Sicherung der politischen Steuerung des Rates und die umfassende Information der Ratsmitglieder muss gewährleistet sein. Dazu sind konzernpolitische Vorgaben notwendig. Hierdurch werden politische Wertungen mit städtischem Gesamtbetrachtungsansatz möglich. Die Grundlagen dafür werden durch die nachfolgenden Beteiligungsrichtlinien geschaffen. 1. Wirtschaftliche und nichtwirtschaftliche Betätigung Die wirtschaftliche und nichtwirtschaftliche Betätigung der Stadt Oberhausen richtet sich nach den in der Gemeindeordnung NW (GO NW) festgelegten Grundsätzen. 2. Geltungsbereich „Beteiligungen“ im Sinne dieser Richtlinien sind alle nach den Vorschriften des Gemeindewirtschaftsrechts des Landes Nordrhein- Westfalen zulässigen Formen der wirtschaftlichen und nichtwirtschaftlichen Betätigung der Gemeinden, derer die Stadt Oberhausen sich zur Erfüllung ihrer Aufgaben bedient. Diese Richtlinien gelten grundsätzlich in allen Fällen, in denen die Stadt Oberhausen an juristischen Personen des privaten oder öffentlichen Rechts unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 20 % beteiligt ist, für alle im Oberhausener Stadtgebiet tätigen Beteiligungen der Sparte Ver- und Entsorgung, sowie sinngemäß für eigenbetriebsähnliche Einrichtungen, Eigenbetriebe und Anstalten des öffentlichen Rechts, soweit keine übergeordneten -358- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Regelungen entgegenstehen. Sie binden Rat und Verwaltung sowie die entsprechenden Vertreterinnen und Vertreter in den Organen und Gremien der Beteiligungen. 3. Steuerung der Beteiligungen 3.1. Die Steuerung der Beteiligungen im Sinne dieser Richtlinien vollzieht sich durch den Rat der Stadt Oberhausen, den Hauptausschuss, den Finanzausschuss, die Fachausschüsse, den Verwaltungsvorstand, die jeweils zuständige Verwaltungseinheit für Beteiligungsangelegenheiten. 3.2. Die jeweils zuständige Verwaltungseinheit für Beteiligungsangelegenheiten (Beteiligungsverwaltung) sichert die Wahrung der kommunalen Rechte und Pflichten in den Beteiligungen. 4. Zuständigkeiten im Rahmen der Beteiligungsverwaltung 4.1 Rat der Stadt Oberhausen Der Rat der Stadt beschließt Grundsätze und Ziele der wirtschaftlichen Betätigung der Stadt Oberhausen, über Gründung, Erweiterung, Auflösung, Veräußerung sowie Änderung der Rechtsform einer Beteiligung, über Rechtsgeschäfte, die den Einfluss der Stadt Oberhausen auf Beteiligungen verändern, die Bestellung und Abberufung der Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Oberhausen in Gesellschaftsversammlungen, Aufsichtsräten und vergleichbaren Organen und Gremien, Änderungen der Gesellschaftsverträge, den Beteiligungsbericht, in für die Stadt besonders wichtigen Angelegenheiten über Weisungen an die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt in Gesellschafterversammlungen und vergleichbaren Organen sowie Empfehlungen und -soweit rechtlich zulässig- Weisungen an die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt in Aufsichtsorganen und -gremien. Der Rat ist für die Gesamtsteuerung der städtischen Beteiligungen zuständig. -359- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 4.2 4.2.1 Hauptausschuss Der Hauptausschuss berät alle Angelegenheiten vor, die vom Rat der Stadt zu beschließen sind und erteilt entsprechende Beschlussempfehlungen. 4.2.2 Der Hauptausschuss erhält im Rahmen der Gesamtsteuerung der Beteiligungen regelmäßig Berichte über von ihm ausgewählte Beteiligungen . Über Berichtsintervalle entscheidet er im Einzelfall. Berichtet wird u.a. über die Tätigkeiten, Zielvereinbarungen und Ergebnisverläufe der Beteiligungsgesellschaften, insbesondere über wirtschaftliche, personelle und finanzielle Entwicklungen, außerhalb der regelmäßigen Berichterstattung über erhebliche Veränderungen der prognostizierten Entwicklungen. Der Hauptausschuss stellt die Beachtung des gesamtstädtischen Interesses gegenüber den Beteiligungen sicher. In für die Stadt besonders wichtigen Angelegenheiten kann er Weisungen an die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt in Gesellschafterversammlungen und vergleichbaren Organen und Empfehlungen an die Vertreterinnen und Vertreter in den Aufsichtsorganen und -gremien beschließen, sofern dies dem Rat nicht möglich ist. 4.2.3 Der Hauptausschuss ist als Fachausschuss zuständig für die Beschlüsse über Zielvereinbarungen für die Gesellschaften des Strukturwandels und die Kontrolle ihrer Einhaltung. 4.2.4 Der Hauptausschuss beschließt Rahmenbedingungen über die grundsätzliche Struktur der Verträge und Anstellungsbedingungen der Werkleitungen, Vorstände, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Prokuristinnen und Prokuristen, soweit vorhanden. Die Entscheidung über Auswahl und Anstellung trifft das jeweilige Aufsichtsorgan oder -gremium. Der/ die Vertreter/in der Stadt in der Gesellschafterversammlung oder dem ihr entsprechenden Organ nimmt die Bestellung vor, soweit nicht gesetzlich etwas anderes vorgeschrieben ist. Einzelheiten der Verträge, Entlohnung und Prämienzahlungen sind jeweils durch einen im Gesellschaftsvertrag oder der Satzung festzulegenden Personalausschuss des Aufsichtsrates zu bestimmen. 4.3 Finanzausschuss -360- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 4.2.5 Der Finanzausschuss berät alle Angelegenheiten der Beteiligungen, die finanzwirtschaftliche Auswirkungen auf den Haushalt und das Vermögen der Stadt Oberhausen haben, insbesondere Zuschüsse, Verlustabdeckungsverträge, und Bürgschaften. 4.4 Fachausschüsse Die Fachausschüsse beschließen die strategischen Zielvereinbarungen und kontrollieren ihre Einhaltung durch die Beteiligungen, die inhaltlich in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Hierzu erhalten sie regelmäßige Berichte über Abarbeitung dieser Zielvereinbarungen. Über Berichtsintervalle und Gestaltung des Berichtswesens entscheiden sie im Einzelfall. Die Fachausschüsse werden über Abweichungen von den Zielvereinbarungen außerhalb der regelmäßigen Berichterstattung informiert. Sie erhalten auf Wunsch Berichte über die Kontrolle der Aufgabenerledigung der Gesellschaften in ihrem Aufgabenbereich und, im Rahmen der Budgetierung, über die Verwendung der entsprechenden Haushaltsmittel. 4.5. Verwaltungsvorstand Der Verwaltungsvorstand ist zuständig für die Koordination der Arbeit der städtischen Beteiligungen, die Durchsetzung der städtischen Gesamtinteressen und die Gesamtkontrolle der Aufgabenerledigung der Beteiligungen durch die Stadt. Grundsätzlich sollen Dezernentinnen und Dezernenten die Aufgaben der Vertreterinnen und Vertreter in Gesellschafterversammlungen und diesen vergleichbaren Organen wahrnehmen. Die Zuordnung erfolgt analog zur Zuordnung der Beteiligungen zu den Fachausschüssen. 4.6 Verwaltungseinheit für Beteiligungsangelegenheiten 4.6.1 Die zuständige Verwaltungseinheit für Beteiligungsangelegenheiten hat folgende Aufgaben: A. Unabhängige Beratung und betreffenden Angelegenheiten • Information bei allen die Beteiligungen Abstimmung der Beschlüsse des Rates der Stadt und seiner Ausschüsse mit den Zielen und Planungen der Beteiligungen, Überwachung der sich aus den Gesellschaftsverträgen, Geschäftsordnungen und vergleichbaren Regelungswerken für die Gesellschaften und ihre Organe ergebenden Pflichten, Erstellung des Beteiligungsberichtes, haushaltsmäßige Abwicklung der beteiligungsrelevanten Angelegenheiten. • • • -361- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 B. Beschluss- und Vertragsvorbereitung • Vorbereitung von beteiligungsrelevanten Gremienbeschlüssen Kooperation mit zuständigen Verwaltungseinheiten, Vorbereitung von Geschäftsordnungen, Gesellschaftsverträgen, Satzungen ggfls. in • sowie • Prüfung der Vereinheitlichung von bestehenden Gesellschaftsverträgen und Satzungen (dabei soll den Aufsichtsräten ein umfassender Zuständigkeitskatalog übertragen werden), Vorbereitung von ProkuristinnenGeschäftsführer/innen-Verträgen, und Prokuristen-, Vorstandsund • • Vorbereitung von Rats- und Ausschussbeschlüssen. C. Beschluss- und Verfahrenskontrolle • Überprüfung der mit der Beteiligung angestrebten Ziele anhand der politischen Beschlüsse, Überwachung der Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen. • D. Beratung und Information Angelegenheiten • • • • bei allen die Beteiligung betreffenden insbesondere der Ratsmitglieder der Vertreterinnen und Vertreter in Gesellschafts- und Aufsichtsgremien der Verwaltung der Geschäftsführungsorgane in Beteiligungsangelegenheiten. -362- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 E. Rechtliche Prüfungen • • Zulässigkeit von Beteiligungen und Maßnahmen, die die Beteiligungen betreffen Notwendigkeit und Zulässigkeit von Unterbeteiligungen. F. Strategie- und Finanzcontrolling • • • • • Wahrnehmung des Informationsrechtes der Stadt als Gesellschafterin Vorbereitung von Zielvereinbarungen Erarbeitung eines Controllingkonzeptes Einführung einer einheitlichen und konsolidierungsfähigen Rechnungslegung Organisation eines Erfahrungsaustausches Controllingmaßnahmen der Gesellschaften Entwicklung und Wahrnehmung eines orientierten Finanz- und Zielcontrollings an über betriebliche • kommunalpolitischen Zielen • Entwicklung und Wahrnehmung eines Risikomanagements für die Stadt G. Aktenführung • • Aufbewahrung der Beteiligungsakten Aufbewahrung der Anstellungsverträge der Werkleitungen, Vorstände, Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer sowie Prokuristinnen und Prokuristen. 4.6.2 Zur Steigerung der Effektivität der Aufgabenwahrnehmung nimmt die zuständige Verwaltungseinheit an den Sitzungen der Aufsichtsräte und der Gesellschafterversammlungen der Beteiligungsgesellschaften mit Gaststatus teil soweit höherrangiges Recht dem nicht entgegensteht. 5. 5.1 Beteiligungscontrolling Durch das Beteiligungscontrolling wird die zentrale Planung, Steuerung und Kontrolle der Beteiligungen durch die Stadt Oberhausen sichergestellt. Dazu ist es erforderlich, Zielvereinbarungen zu definieren, die als Grundlage für das Beteiligungscontrolling dienen. -363- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 5.2 Die Zielvorgaben und Rahmenbedingungen werden durch die Gremien des Rates der Stadt beschlossen. Sie sollen Festlegungen in folgenden Bereichen enthalten: • Strategie Strategische Zielvereinbarungen berücksichtigen - stadtentwicklungspolitische Anforderungen, finanzwirtschaftliche Aspekte, Angebot an Bürgerinnen und Bürger. • Operatives Geschäft Zielvorgaben im operativen Bereich können u. a. umfassen: - innerorganisatorische Angelegenheiten, Umfang der Anforderungen aus gesetzlichen Bestimmungen (Berichte im Rahmen des KonTraG). • Finanzwirtschaft Zielvereinbarungen können folgendes Spektrum umfassen: - Haushalt der Stadt (Zuschusshöhe/Gewinne), städtisches Vermögen, Anforderungen aus dem KonTraG, Wirtschaftsplan (z. B. Umsätze der Gesellschaft). 5.3 Die Einhaltung der Zielvereinbarungen wird durch ein Berichtswesen dokumentiert. Bei außergewöhnlichen Abweichungen werden Gegensteuerungsmaßnahmen aufgezeigt und den städtischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt. 5.4 Das regelmäßige Berichtswesen für die Einzelgesellschaften erfolgt gestaffelt nach der Bedeutung der Beteiligungen für die Stadt. Eine entsprechende Staffelung, sowie Einzelheiten zur Gestaltung des Berichtswesen beschließt der Hauptausschuss. Im Rahmen des Berichtswesens wird ein betriebswirtschaftliches Kennzahlensystem für die Gesellschaften der Sparte Ver- und Entsorgung eingeführt. Eine Gesamtübersicht über die über die Entwicklung der Beteiligungen erfolgt zweimal jährlich. -364- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 6. Rechte und Pflichten der Vertreterinnen und Vertreter in Organen und Gremien der Beteiligungen 6.1.1 Die Vertreterinnen und Vertreter in Organen und Gremien der Beteiligungen wahren die Interessen der Stadt Oberhausen und sind an die Beschlüsse des Rates und seiner Ausschüsse gebunden, soweit nicht höherrangiges Recht entgegensteht. Die Verwaltung bereitet auf der Grundlage der Sitzungsunterlagen Stellungnahmen für die Vertreterinnen und Vertreter in Organen und Gremien der Beteiligungen vor und gibt Beschlussempfehlungen. 6.1.2 • Die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt in Gesellschafterversammlungen und vergleichbaren Organen unterrichten den Rat und die Ausschüsse im Rahmen deren Zuständigkeit, Aufsichtsräten sowie vergleichbaren Organen und Gremien (bestellt nach § 113 GO) unterrichten den Oberbürgermeister und in Absprache mit diesem die zuständigen Ausschüsse, der Oberbürgermeister den Rat und den Hauptausschuss alle wesentlichen Angelegenheiten der Beteiligungen frühzeitig und • über umfassend. 6.1.3 Die Vertreterinnen und Vertreter in Organen und Gremien der Beteiligungen setzen sich aktiv für die Umsetzung dieser Beteiligungsrichtlinien ein und tragen dafür Sorge, dass entsprechende Anweisungen an die jeweils Verantwortlichen in den Beteiligungen ergehen. Zudem arbeiten sie in ihren Organen und Gremien darauf hin, dass die in diesen Beteiligungsrichtlinien genannten Punkte, soweit sie nicht Inhalt des jeweiligen Gesellschaftsvertrages oder der jeweiligen Satzung sind, in Geschäftsordnungen für die Geschäftsführungen und Aufsichtsorgane und -gremien manifestiert werden. 7. 7.1 Inkrafttreten Diese Beteiligungsrichtlinien treten am 01.01.2003 in Kraft. -365- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 -366- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 -367- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen AB-Maßnahmen a. F. AG AktG AO ARGE ASO ASS-Maßnahmen BFO BgA BVR ca. CPO DM DSD e. G. EGV EigVO NW ekz etc. EU EUR ENO e. V. EVO GbR GEG GenG GE-WO gGmbH GKDO GmbH GmbHG GMVA GO NW ha HGrG HSt IBA IKF i. L. inkl Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen alte Fassung Aktiengesellschaft Aktiengesetz Abgabenordnung Arbeitsgemeinschaft Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen "Arbeit statt Sozialhilfe"-Maßnahmen Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH Betrieb gewerblicher Art Busverkehr Rheinland circa Circus Park Oberhausen Betriebs GmbH Deutsche Mark Duales System Deutschland eingetragene Genossenschaft Vertrag über die Europäische Gemeinschaft Eigenbetriebsverordnung NW Einkaufszentrale für Bibliotheken GmbH et cetera Europäische Union EURO Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH eingetragener Verein Energieversorgung Oberhausen Gesellschaft bürgerlichen Rechts Grundstücksentwicklungsgesellschaft Oberhausen mbH Genossenschaftsgesetz Gemeinnützige Wohnungsbau e. G. Oberhausen-Osterfeld gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gesellschaft für kommunale Dienste Oberhausen Gesellschaft mit beschränkter Haftung Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen Hektar Haushaltsgrundsätzegesetz Haushaltsstelle Internationale Bauaustellung Emscherpark Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH in Liquidation inklusive -368- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 KG KOSTAT-DST KVR LAH LAGL LEG LGO Mio. MVA Nr. NW OBG o. g. OGM OLGA ÖPNV OVP OVZ PBO PPP rd. RW RWE RWW RZO SODA SpkG SPNV STOAG TASi TCO TDM TEUR TMO TZU UA u. a. m. UMSICHT VkA vorl. Ist Kommanditgesellschaft Kommunalstatistik-Deutscher Städtetag GmbH Kommunalverband Ruhrgebiet Luise-Albertz-Halle Landesarbeitsgemeinschaft für Gartenbau und Landespflege NW Landesentwicklungsgesellschaft NW Landesgartenschau Oberhausen GmbH Millionen Müll-Verbrennungsanlage Nummer Nordrhein-Westfalen Oberhausener Bauförderungsgesellschaft mbH oben genannte Oberhausener Gebäudemanagement GmbH Oberhausener Landesgartenschau 1999 öffentlicher Personennahverkehr O.Vision Projektgesellschaft mbH O.Vision Zukunftspark GmbH Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Public-Private-Partnership rund Rheinisch-Westfälisch RWE AG Rheinisch-Westfälische-Wasserwerksgesellschaft Recycling-Zentrum Oberhausen Soziale Dienstleistungen am Arbeitsmarkt Sparkassengesetz Schienenpersonennahverkehr Stadtwerke Oberhausen Technische Anleitung Siedlungsabfall TheatrO CentrO GmbH Tausend Deutsche Mark Tausend EURO Tourismus & Marketing Oberhausen GmbH Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH Unterabschnitt und anderes mehr Institut für Umwelt- und Sicherheitstechnik Verband der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH vorläufiges Ist -369- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 VRR VU VZS WBO WDR WFO WE ZV Verkehrsverbund Rhein-Ruhr Verkehrsunternehmen Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH Wirtschaftsbetriebe Oberhausen Westdeutscher Rundfunk Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH Wohneinheiten Zweckverband -370- Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Alphabetisches Inhaltsverzeichnis Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen ASO Alteneinrichtungen der Stadt Oberhausen gGmbH ASO Service GmbH Bau- und Wohnungsgenossenschaft "Werkbundsiedlung Am Ruhrufer" e.G. Betriebsverwaltungsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH Betriebsgesellschaft Radio Mülheim/Oberhausen mbH & CO. KG BFO Beschäftigungsförderung Oberhausen gGmbH Biostrom Oberhausen GmbH & Co. KG Biostrom Oberhausen Management GmbH Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Rhein-Ruhr-Wupper (CVUA-RRW) Entwicklungsgesellschaft Neu-Oberhausen mbH - ENO evo Energieversorgung Oberhausen AG evo Energie-Netz GmbH FSO GmbH & Co.KG FSO Verwaltungs- GmbH Gasometer Oberhausen GmbH GMVA Gemeinschafts-Müll-Verbrennungsanlage Niederrhein GmbH IKF Internationale Kurzfilmtage Oberhausen gGmbH Jobcenter Oberhausen KSBG Kommunale Beteiligungsgesellschaft GmbH & Co.KG KSBG Kommunale Verwaltungsgesellschaft mbH LAH Luise-Albertz-Halle Tagungs- und Veranstaltungszentrum Oberhausen GmbH OGM Oberhausener Gebäudemanagement GmbH OVP O.Vision Projektgesellschaft mbH PBO Projektentwicklungs- und Beteiligungsgesellschaft Oberhausen mbH Public Konsortium d-NRW GbR -371- 326 254 262 242 270 274 248 72 78 284 186 62 68 126 142 202 148 226 266 100 122 214 22 58 52 280 Stadt Oberhausen Beteiligungsbericht 2010 Quantum GmbH Revierpark Vonderort GmbH RWE Aktiengesellschaft RW Holding Aktiengesellschaft RWW Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH Stadtsparkasse Oberhausen STOAG Stadtwerke Oberhausen AG strasserauf GmbH Theater Oberhausen TMO Tourismus und Marketing Oberhausen GmbH TZU Technologiezentrum Umweltschutz Management GmbH VKA Verband der kommunalen RWE-Aktionäre GmbH VZS Verwaltungszentrum Sterkrade GmbH WBO Wirtschaftsbetriebe Oberhausen GmbH WFO Wirtschaftsförderung Oberhausen GmbH 82 234 144 146 160 288 32 94 318 206 182 158 194 44 174 -372-
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