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Full text: Fachbrief Deutsch Issue 25.2016

23.08.2016

Fachbrief Nr. 25

Deutsch

Inhalt des Fachbriefs:
I Was ist neu im Fachteil C Deutsch des Rahmenlehrplans 1 - 10? 2
II Festlegungen im Schulinternen Curriculum für den
Deutschunterricht auf der Grundlage des RLP 1 - 10
7
III Deutschunterricht für Kurse im Zentralabitur 2017
8
IV Hinweise und Veranstaltungen
10

Diesen Fachbrief finden Sie auch unter: http://bildungsserver.berlinbrandenburg.de/unterricht/fachbriefe-bln/fachbriefe-deutsch/

Ihre Ansprechpartnerin in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft:
Birgit Kölle (birgit.koelle@senbjw.berlin.de)
Ihre Ansprechpartnerin im LISUM:
Dr. Anett Pilz (anett.pilz@lisum.berlin.brandenburg-brandenburg.de)

Fachbrief Nr. 25 Deutsch

August 2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit Recht haben Sie und Ihre Kollegien in der Zeit der Anhörungsphase zum neuen Rahmenlehrplan darauf verwiesen, wie wichtig es sei, für dessen Implementation und für die Erarbeitung Ihrer Unterrichtsplanung ein zusätzliches Jahr Zeit zu erhalten. Diese Arbeit möchte ich mit dem vorliegenden Fachbrief unterstützen. Er gibt Ihnen zusätzliche Informationen
zu den Neuerungen, die wissenswert sind und beachtet werden sollten, und greift Fragen
auf, die in den vergangenen Monaten immer wieder an mich herangetragen wurden.
Zugleich wird es der vorletzte Fachbrief sein, den ich redaktionell betreue, da ich seit einigen
Monaten die kommissarische Leitung unseres Referats übernommen habe und nicht gleichzeitig die Fachaufsicht Deutsch mit der notwendigen Sorgfalt ausüben kann. Ich freue mich,
dass mit Beginn des neuen Schuljahres Frau Christiane Wagner einen großen Teil der fachaufsichtlichen Tätigkeiten übernimmt und als Ihre Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Sie
erreichen sie per Mail unter christiane.wagner@senbjw.berlin.de.
Mit besten Grüßen und Wünschen für Ihre Arbeit im kommenden Schuljahr,

I

Was ist neu im Fachteil C Deutsch
des Rahmenlehrplans 1 - 10?

Ab wann gilt der neue Rahmenlehrplan, und was ist dabei zu beachten?
Im Schuljahr 2017/18 wird der Rahmenlehrplan 1 - 10 unterrichtswirksam, und zwar zunächst nur für die Jahrgangsstufen 1 - 9.
Für die 10. Jahrgangsstufe gilt der jetzige Rahmenlehrplan noch ein weiteres Jahr, um für
die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Abschlussprüfungen einen stimmigen
Übergang zu gewährleisten.
Dieser Übergang zur Unterrichtswirksamkeit wird im Fach Deutsch keine größeren Anpassungen der Unterrichtsplanung notwendig machen, da – wie schon bisher – die Themen frei
wählbar sind. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass insbesondere das stärker ausgeprägte Gewicht der Auseinandersetzung mit Texten in anderer medialer Form sowie der
Reflexion und Nutzung von Mehrsprachigkeit und die Vorgaben für zu erwerbende Wissensbestände berücksichtigt werden.
Das neue Kompetenzmodell im Fach Deutsch
Nachdem schon der Rahmenlehrplan Deutsch für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe (2014) analog zu den Bildungsstandards für die Allgemeine Hochschulreife im Fach
Deutsch (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.10.2012) auf einem neuen Kompetenzmodell beruhte, wurde auch für die Jahrgangsstufen 1 - 10 das Kompetenzmodell entsprechend modifiziert:

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Fachbrief Nr. 25 Deutsch

August 2016

Bisheriges Kompetenzmodell der Bildungsstandards im Fach Deutsch für den Mittleren Schulabschluss. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 4.12.2003 (analog auch für die Primarstufe)1

Fachspezifischer Kompetenzbereich

Prozessbezogene Kompetenzbereiche

Fachspezifischer Kompetenzbereich

Sprechen und Zuhören
- zu anderen sprechen
- mit anderen sprechen
- verstehend zuhören
Sprachwissen und
Sprachbewusstheit entwickeln
- Sprache nutzen und
Sprachgebrauch untersuchen
- sprachbewusst handeln

Schreiben
- Schreibfertigkeiten
nutzen
- richtig schreiben
- Schreibstrategien
nutzen
Lesen
- Lesefertigkeiten nutzen
- Lesestrategien nutzen Textverständnis sichern

Mit Texten und Medien
umgehen
- literarische Texte erschließen
- Sach- und Gebrauchstexte
erschließen
- Texte in anderer medialer
Form erschließen

Neues Kompetenzmodell im Fachteil C Deutsch, angelehnt an die Bildungsstandards im Fach
Deutsch für die Allgemeine Hochschulreife. Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 18.10.20122

1

2

https://www.kmk.org/dokumentation-und-statistik/beschluesse-und-veroeffentlichungen/bildungschule/qualitaetssicherung-in-schulen.html#c2365 , abgerufen am 28.06.2016
ebenda

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August 2016

Insbesondere folgende Aspekte wurden verändert:


Viel deutlicher als zuvor werden prozessbezogene und fachspezifische Kompetenzbereiche unterschieden. Dass die Bereiche „Sprachwissen und Sprachbewusstheit entwickeln“ und „Mit Texten und Medien umgehen“ fachspezifisch sind, liegt auf der Hand
und muss nicht näher erläutert werden; im Rahmenlehrplan Deutsch für die Sekundarstufe II werden sie – analog zu den Bildungsstandards3 als „domänenspezifische Kompetenzbereiche“ bezeichnet. Die drei Kompetenzbereiche „Sprechen und Zuhören“,
„Schreiben“ und „Lesen“ davon zu unterscheiden, wirkt zunächst ungewöhnlich, verweist
aber darauf, dass hier das Fach Deutsch Basisfertigkeiten vermittelt, die in allen anderen Fächern ebenfalls bedeutsam sind und dadurch ausgeprägt werden, dass sie in
fachspezifischen Kontexten (nicht nur) des Deutschunterrichts erworben und weiterentwickelt werden. Der Deutschunterricht hat damit eine wichtige Funktion für die Vermittlung grundlegender Fertigkeiten, die von fachübergreifender Bedeutung sind. Die enge
Verzahnung dieser prozessbezogenen und fachspezifischen Kompetenzbereiche wird
durch die gestrichelten Linien im Modell auch graphisch signalisiert.



Anders als im bisherigen Kompetenzmodell erhält das „Lesen“ durch die Zuordnung zu
den prozessbezogenen Kompetenzbereichen ein eigenständiges Gewicht. Während die
Vermittlung von Lesekompetenz bisher unter „Lesen - Mit Texten und Medien umgehen“
subsummiert wurde, folgt die Herauslösung des Lesens aus diesem Bereich der Überlegung, dass es einen Unterschied zwischen dem Erwerb von Lesekompetenz und der inhaltlichen Erschließung von Texten im weitesten Sinne gibt.
Die prozessbezogene Kompetenz des Lesens hat - bis hinein in die Sekundarstufe II eher den Charakter der (Re-)Organisation des Textverständnisses im Sinne der Anwendung von Lesestrategien. Dies reicht z. B. von der Fähigkeit, flüssig zu lesen, bis hin zu
der Fähigkeit, Hypothesen zum Textverständnis zu bilden. All dies muss als eigenständiger Bereich der Kompetenzentwicklung geschult werden, auch - und gerade - weil die
schnelle und zutreffende Aufnahme von Informationen heutzutage immer wichtiger wird
und keineswegs nur beiläufig gelernt wird. Dass es auch in Deutschland einen viel zu
hohen Anteil an Menschen gibt, die trotz Erfüllung der Schulpflicht funktionelle Analphabeten sind4, bestätigt diese Einschätzung.
„Mit Texten und Medien umgehen“ meint demgegenüber die Kompetenzentwicklung, die
tatsächlich fachspezifischer Gegenstand des Deutschunterrichts ist: Hier geht es um Erschließungsstrategien (von linearen und nicht linearen Sach- und Gebrauchstexten
ebenso wie von literarischen Texten, Hörtexten und Filmen) und den Erwerb von dafür
notwendigem Fachwissen.

Die Standards
Schon der derzeit noch gültige Rahmenlehrplan weist Standards für die verschiedenen Doppeljahrgangsstufen aus, und zwar für das Ende der 4. und 6. sowie für das Ende der 8. und
10. Jahrgangsstufe. In der Sekundarstufe I gibt es außerdem zusätzliche Angaben zum Niveau in Gestalt der drei Schlüssel (,  und ). Schon vor 10 Jahren geschah dies,
um die Anforderungen deutlich zu machen, die ein Schüler bzw. eine Schülerin bewältigen
muss, der/die einen bestimmten Abschluss anstrebte.
Dieses Anliegen hat sich nicht geändert, wohl aber die konkrete Formulierung der Standards.
Im Unterschied zum derzeit gültigen Rahmenlehrplan sollten die Standardformulierungen so
gestaltet werden, dass möglichst präzise deutlich wird, was die Lernenden tatsächlich (ohne
Anleitung) können. Damit verboten sich Angaben wie z. B.:

3
4

ebenda
http://www.alphabetisierung.de/fileadmin/files/Dateien/Downloads_Texte/leo-Presseheft-web.pdf

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Auch Attribute zur Beschreibung des Schwierigkeitsgrades wie z. B. „einfachere“ bzw. „längere Texte“ wie in der Beschreibung der Erschließung von Texten und Medien eigneten sich
nicht, da dabei immer noch offen bleibt, worin die „Einfachheit“ besteht und längst nicht ausgemacht ist, dass länger Texte ohne Weiteres auch schwieriger zu verstehen seien:

Stattdessen wurde versucht, die zuvor sehr komprimiert dargestellten Fertigkeiten genauer
zu beschreiben, also z. B. das „Verstehen“ differenzierter abzubilden, und dadurch die Progression des Kompetenzerwerbs präziser deutlich zu machen.
Eine wesentliche Leitlinie war darüber hinaus, die Standards so zu formulieren, dass sie
nicht das abbilden, was als Kompetenz zu vermuten ist (z. B. „Die Schülerinnen und Schüler
verstehen die mögliche Wirkung grundlegender Gestaltungsmittel…“), sondern so, dass eine
beobachtbare Kompetenz erkennbar ist („Die Schülerinnen und Schüler können die mögliche Wirkung grundlegender Gestaltungsmittel einschätzen und sie fachsprachlich beschreiben“).
Die Themen und Inhalte
Kompetenzentwicklung kommt nicht ohne inhaltliche Anker aus. Daher hat jedes Fach die
Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler zur Auseinandersetzung mit Themen und Inhalten zu
befähigen. Diese sind - unter dem Einfluss des gesellschaftlichen Wandels - gewissen Veränderungen unterworfen, haben im Deutschunterricht im Kern aber immer mit den fachspezifischen Gegenständen „kompetente Erschließung von Texten im weitesten Sinne“ und „kompetente Nutzung von Sprache“ zu tun. Das Ausmaß der Kompetenz wird in den Standards
(Kapitel C 2) beschrieben, die Themen und Inhalte, anhand derer die Kompetenzen sich
entwickeln und zeigen, in Kapitel C 3.
Anders als im bisherigen Rahmenlehrplan erfolgt die Darstellung der Themen und Inhalte als
systematische Übersicht, aus der sich ablesen lässt, was in den Doppeljahrgangsstufen 1/2
bis 9/10 Gegenstand des Deutschunterrichts ist. Während schon traditionell die jeweiligen
Themen, an denen gearbeitet wird, freigestellt bleiben, weist das Kapitel C 3 verbindlich zu
berücksichtigende Inhalte aus. In jeder der fünf Doppeljahrgangsstufen geht es um






Literarische Texte
Sach- und Gebrauchstexte
Texte in anderer medialer Form
Schreibformen
Gesprächsformen/ Redebeiträge
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

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Struktur und Wirkung von Sprache

Unter diesen Bereichen werden Inhalte aufgelistet, die im Kern Gegenstand der inhaltlichen
Auseinandersetzung sein sollen. Das bedeutet nicht, dass ausschließlich die genannten Gegenstände thematisiert werden dürfen; nicht umsonst werden sie durch die Spaltenüberschrift „Folgende Inhalte kommen hinzu“ als weitere Gegenstände ausgewiesen, die im
Sinne eines fortschreitenden Kompetenzerwerbs thematisiert werden sollten. Insofern kann
es durchaus klug sein, sich z.B. im Unterricht der 8. Jahrgangsstufe mit Lyrik auseinanderzusetzen, obwohl dies nicht explizit im Inhaltsbereich „Literarische Texte“ aufgeführt ist.

Die Ausweisung von Wissensbeständen
Zu den oben beschriebenen inhaltlichen „Ankern“ der Kompetenzentwicklung gehören auch
Wissensbestände. Dieser Begriff meint sowohl Fachtermini als auch fachspezifische Kenntnisse, die benötigt werden, um in den Kompetenzbereichen des Deutschunterrichts erfolgreich arbeiten zu können.
Die im Fachteil C „Themen und Inhalte“ ausgewiesenen Wissensbestände erheben keinen
Anspruch auf Vollständigkeit und sind keineswegs als Abfragewissen zu verstehen. Die Liste
soll vielmehr als Anhaltspunkt dafür dienen, in welch hohem Maße die Erfüllung von Standards sich auf Wissen stützen sollte. Daher sind die Wissensbestände den jeweiligen Niveaustufen zugeordnet, die im Niveaustufenmodell des Rahmenlehrplans für die Doppeljahrgangsstufen vorgesehen sind.

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August 2016

In der Doppeljahrgangsstufe 7/8 ist z. B. das Niveau D, E und F vorgesehen:
Die Schülerinnen und Schüler mit
dem Förderschwerpunkt „Lernen“
sollten bis zum Ende der 8. Jahrgangsstufe über das Wissen verfügen, das der Niveaustufe D zugeordnet ist, während die Lernenden auf
dem grundlegenden Niveau im leistungsdifferenzierten Unterricht die Wissensbestände des Niveaus E am Ende
der 8. Jahrgangsstufe beherrschen sollten. Im leistungsdifferenzierten Unterricht auf dem erweiterten Niveau ist schon in Teilen das Niveau F maßgebend, und sehr leistungsstarke Schülerinnen und Schüler an den ISS bzw. Schülerinnen und Schüler am Gymnasium sollten über Wissensbestände des Niveaus F verfügen.
Durch diese Zuordnung fällt es leichter, in der Unterrichtsplanung und -gestaltung Differenzierungen vorzunehmen, und die Schülerinnen und Schüler haben eine Orientierung im Hinblick darauf, was von ihnen auf dem jeweiligen Niveau verlangt wird.

II

Festlegungen im Schulinternen Curriculum für den
Deutschunterricht auf der Grundlage des RLP 1 - 10

Vor kurzem hat das LISUM im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg einen Leitfaden
für die Erarbeitung des Schulinternen Curriculums herausgegeben5. Der Leitfaden beschreibt, was das schulinterne Curriculum im Kontext der Arbeit mit dem Rahmenlehrplan
1-10 leisten sollte, wie man es erarbeiten könnte und wie die schulinternen Festlegungen
dokumentiert werden können.
Ab Seite 28 werden Dokumentationsvorlagen für die Festlegungen zum Teil C vorgestellt,
die online durch fachspezifische Beispiele ergänzt werden. Diese Beispiele finden Sie unter

auf der Seite
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/schule/schulentwicklung/schic/ .
Alle Beispiele folgen einer einheitlichen Gliederung, die im Leitfaden folgendermaßen dargestellt ist:
Für Deutsch bedeutet dies:
In Deutsch sind dies die Inhalte, die Sie aus
dem Kapitel C 3 des RLP für die Unterrichtsreihe auswählen.
Diese Inhalte werden in einem zweiten Schritt
thematisch konkretisiert (entsprechend den
Interessen und dem Lernstand Ihrer Schülerinnen und Schüler). Hier kann und sollte ggf.
eine Differenzierung vorgenommen werden.
Hier werden – ggf. in mehreren Spalten nach
Niveau differenziert – die Wissensbestände
eingetragen, die jeweils erworben werden.
sollen.

5

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/schule/schulentwicklung/schic/
Das_ABC_des_schulinternen_Curriculums_Endfassung.pdf

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Nicht alle Kompetenzbereiche sind in jeder
Unterrichtsreihe gleichermaßen relevant, daher ist es sinnvoll, hier Prioritäten durch Unterstreichung zu kennzeichnen.
Im Deutschunterricht bietet fast jedes Thema
Anknüpfungspunkte zu übergreifenden Themen. Dies ist ein fakultativer Bereich; hier
sollte ebenfalls priorisiert werden.
Deutschunterricht ist schon von Hause aus
Sprachbildung. Dennoch ist es sinnvoll, auch
hier – möglichst in Verabredung mit anderen
Fächern – Festlegungen zu treffen.
Gleiches gilt für die Medienbildung.
Fakultativ: In diesen Zeilen sollte immer dann
Eintragungen vorgenommen werden, wenn
sich hier besondere Festlegungen anbieten
bzw. Verabredungen getroffen wurden.

Für das Fach Deutsch liegen derzeit zwei Beispiele vor, und zwar für die 8. und 9. Jahrgangsstufe der ISS. Eines der beiden Beispiele sieht folgendermaßen aus:

III Deutschunterricht für Kurse im Zentralabitur 2017
Im Zentralabitur 2017 werden erstmals die Schülerinnen und Schüler geprüft, die auf der
Grundlage des seit 2015/16 gültigen Rahmenlehrplans Deutsch für die Sekundarstufe II unterrichtet wurden. Daher geben die Vorgabe zu den thematischen Schwerpunkten erstmals
keine literarischen Werke vor, die die Prüflinge gelesen haben müssen.

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Fachbrief Nr. 25 Deutsch

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Sie finden diese Vorgaben unter http://www.berlin.de/sen/bildung/schule/pruefungen-undabschluesse/abitur/.
Viele Kolleginnen und Kollegen beschäftigt angesichts der nun ausgeprägteren Offenheit die
Frage: „Wie viele bzw. welche domänenspezifischen Kenntnisse werden im Abitur
2017 benötigt?“.
Grundsätzlich orientiert sich das Gutachten zur jeweiligen Prüfungsarbeit einerseits am Erwartungshorizont, andererseits daran, was die Schülerinnen und Schüler im erteilten Unterricht erarbeitet haben. Niemand kann von einem Prüfling Leistungen erwarten, die einen
Kompetenzerwerb außerhalb des Unterrichts voraussetzen. Insofern ist es im Wesentlichen
in Ihr Benehmen gesetzt, in welch hohem Maße Sie von Ihren Prüflingen Kenntnisse über
bestimmte Werke, Autor(inn)en, literaturtheoretische und –historische Entwicklungen erwarten. Dies gilt schon jetzt – und umso mehr in Zukunft.
Wer zufällig im vorangegangenen Unterricht ein Werk gelesen hat, das nun im Zentralabitur
thematisiert wird, kann von seinen Schülerinnen und Schülern genauere Kenntnisse erwarten als jemand, in dessen Unterricht dies nicht der Fall war. Nicht umsonst endet die Überschrift des entsprechenden Abschnitts im Erwartungshorizont in einem „zum Beispiel“ und
zählt anschließend mehrere mögliche Aspekte der Kontextualisierung auf:
„Wesentliche domänenspezifische Kontexte, Konkretisierung entsprechend dem erteilten Unterricht, z. B.:

literaturtheoretisch (…)
literaturhistorisch (…)
- geistesgeschichtlich (…)
- sozialgeschichtlich (…)
- biografisch (…)
ggf. Werkkenntnisse (Inhalt, Aufbau und Stil …).“
-

Eine weitere, häufig gestellte Frage bezieht sich auf den Prüfungsschwerpunkt zum Thema des 4. Kurshalbjahres „Epik - Literatur im Kontext Neuer Medien“. Da das Buch als
Printmedium immer mehr in den Hintergrund tritt, sollte im Deutschunterricht auch behandelt
werden, wie sich Literatur in den neuen Medien darstellt bzw. durch diese beeinflusst wird.
Diesbezüglich könnten beispielsweise „Literatur via Hörbuch“ oder auch Literaturblogs thematisiert werden. (z. B.: www.literaturblog.de/ oder „lyrikline“, vgl. S. 10 dieses Fachbriefs)
Mögliche Fragestellungen und Themen könnten z. B. sein:
 Ausloten von (medialen, technischen, sozialen, kulturellen, ...) Voraussetzungen der
literarischen Produktion, Distribution und Rezeption im historischen Vergleich: z. B.
Buchmarkt, literarische Szene(n) und literarische Texte zur Goethe-Zeit, zur Jahrhundertwende 19./20. Jh., nach 1945 und heute (z. B. „Sommers Weltliteratur to go“ auf
Youtube)
 die Funktion des Autors/der Autorin in einem sich wandelnden gesellschaftlichen Umfeld
 Netzliteratur als eigenständiges Genre?
 Beziehungen zwischen U-Kultur, E-Kultur und Netz-Kultur – Überschneidungen, Abgrenzungen, Grenzauflösungen
 literarische Wertung – Stellungnahmen zu Blog-Literatur begründen, formulieren und
in die Blog-Kommunikation einbringen
 Prägt das Medium den Inhalt literarischer Texte?
 Wer schreibt? Warum? Für wen? – Und wer liest / kommentiert? Warum? u.a.m.
Ebenfalls sind natürlich Lektüren, die die neuen Medien inhaltlich thematisieren, gut als Unterrichtsgegenstände geeignet. Hieran kann erarbeitet werden, inwiefern neuere Literatur
auch inhaltlich durch die neuen Medien beeinflusst wird.
Auf dem Bildungsserver Berlin-Brandenburg und unter www.klausurgutachten.de liegen nun
Gutachten für alle Aufgabenformate vor, die für den Unterricht auf der Grundlage des
neuen Rahmenlehrplans Deutsch für die Sekundarstufe II infrage kommen:
https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/unterricht/pruefungen/deutsch00/.

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Zusätzlich hat das LISUM Klausurbeispiele zum Thema des 3. Kurshalbjahres, „Filmisches Erzählen“ https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/ pruefungen/abitur_bb/Klausurbeispiele_zum_Thema_Filmisches_ Erza__hlen_m__
Korr__m._layout.doc sowie ergänzende Informationen dazu unter:
https://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/pruefungen/ abitur_bb/PPP-Fobi_Filmisches_Erzaehlen_Version_bbb.ppt veröffentlicht.

IV Hinweise und Veranstaltungen
 Angebot der Stiftung Lesen zum Thema „Cybermobbing“:
Homevideo" von Regisseur Kilian Riedhof hat als erster deutscher Fernsehfilm bereits im Jahr 2011 das hochaktuelle Thema Cybermobbing aufgegriffen und wurde für seinen authentischen und sensiblen Umgang damit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Grimme-Preis und
dem Deutschen Fernsehpreis.
Anfang 2016 ist das Buch zum Film erschienen. Gemeinsam mit dem
Carlsen Verlag stellen wir Ihnen Unterrichtsimpulse rund um die Themen
von Buch und Film zur Verfügung. Mit ergänzenden interaktiven Arbeitsblättern können Ihre Schülerinnen und Schüler direkt an Filmausschnitten und im intermedialen Vergleich
arbeiten. Die Unterlagen sind für den Einsatz ab Klasse 7 geeignet und stehen Ihnen hier zum Download
zur Verfügung: www.derlehrerclub.de/homevideo

 Frei downloadbares Unterrichtsmaterial zum fächerverbindenden und fachübergreifenden Lernen
Als Medienagentur mit Spezialisierung auf die Bereiche Politik, Globales Lernen, Umweltbildung und BNE
betreibt edeos-digital education gemeinsam mit seinen Partnern wie dem Verein /e-politik.de/ e.V. verschiedene Förderprojekte wie „WissensWerte-Animationsclips“ oder „poliWHAT?!“
Sämtliche Medien (Filme, Infografiken, Skripte und Unterrichtsmaterialien), die in diesen Projekten entstanden sind, stehen unter einer Creative Commons BY-SA 3.0 Lizenz. Diese sehr offene CC Lizenz ermöglicht
die kostenfreie Nutzung, Weitergabe und Bearbeitung der Medien.
Außerdem hat das Projekt sämtliche Materialien auf seiner Webseite zum einfachen Download zur Verfügung gestellt: http://edeos.org/downloads-erklaervideos-skripte-unterrichtsmaterialien/. Dadurch soll die
Nutzung dieser Medien weiter vereinfacht und insgesamt ein Beitrag zur Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger freier Bildungsmaterialien (OER) geleistet werden.

 lyrikline - Listen to the Poet
lyrikline ist eine einzigartige vielsprachige Plattform für Poesie im Internet. Sie bringt den Text, die Stimme
des Dichters, den Rhythmus, Klang und Übersetzungen zusammen. Man hört die Stimme des Dichters beim
Vortrag seiner Gedichte, kann das Gedicht in der Originalsprache mitlesen und dank Übersetzungen auch in
vielen Sprachen verstehen – lyrikline ist eine Brücke der Poesie zwischen den Sprachen und Kulturen.
Auf lyrikline sind über 9000 Gedichte von mehr als 1000 Dichtern aus 64 Sprachen mit weit über 13000
Übersetzungen vertreten, die Webseite wird ständig um Stimmen und Übersetzungen erweitert:
http://www.lyrikline.org/de/startseite/
Im Jahre 1999 von der Literaturwerkstatt Berlin initiiert, basiert lyrikline seit 2003 auf internationaler Zusammenarbeit. Derzeit arbeiten Institutionen aus über 40 Ländern im lyrikline-Netzwerk gemeinsam daran, immer mehr Dichtung vorzustellen und in immer mehr Sprachen zu übersetzen.

 16. internationales literaturfestival berlin
Vom 7.-17.9.2016 findet wieder das internationales literaturfestival berlin statt (Informationen unter:
http://www.literaturfestival.com/). In diesem Zusammenhang könnte Sie auch die folgende Veranstaltung interessieren:

 Graphic Novel Day
SO 11.09. 14.00 | Haus der Berliner Festspiele – Seitenbühne | Gespräch
und Q&A - Thema: »Begegnungen in der Fremde« | Künstler: Salam Al
Hassan (Syrien) und Sebastian Lörscher (Deutschland) | in Englisch | Veranstaltung im Rahmen des 6. Graphic Novel Day | ab 14 Jahren:
http://www.kubinaut.de/de/termine/graphic-novel-day-gespraech-qabegegnungen-fremde/

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August 2016

 Theater an der Parkaue - Abitur 2017: Perspektiven auf Gerhart Hauptmann und
den Naturalismus
Ein Spektakel. Zwei Premieren. Ein Fachtag.
Der Naturalismus gehört zum Abitur-Curriculum in Berlin und Brandenburg. Das THEATER AN DER
PARKAUE widmet sich im Herbst dem wohl bedeutendsten Vertreter des Naturalismus im deutschsprachigen Raum: Gerhart Hauptmann. Eine Begegnung aus verschiedensten Blickwinkel, kontrovers und skandalös.
Ein Spektakel: Glanz & Dreck
Freitag, 23. September 2016 ab 17 Uhr und Samstag, 24. September 2016 ab 18 Uhr
Prater │ U Eberswalder Str., Kastanienallee 7-9, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
Skandal! Skandal! Skandal! Mit der Uraufführung von Gerhart Hauptmanns Stück „Vor Sonnenaufgang“
1889 brach sich das naturalistische Drama Bahn. Das Publikum war gleichermaßen rasend in seiner Begeisterung wie in seiner Wut über die Inszenierung. Die soziale Frage hatte die Bühne geentert, die Wissenschaft war in die Kunst eingezogen. 22 Jahre später besiegelt Hauptmanns „Die Ratten“ das Ende der Epoche: Der Moloch Großstadt wird von nun an zur Quelle unendlicher Schöpferkraft für Stoffe, Spielweisen
und Techniken im Theater.
Das Gerhart-Hauptmann-Spektakel GLANZ & DRECK feiert den kontroversen und spaltenden Dichter, und
verwandelt den Prater vom Dachboden bis zum Keller in eine schillernde Berliner Mietskaserne: Morsche
Ecken, funkelnde Salons, menschliche Abgründe und Schränke voller Geld. Schmähschriften, Alkoholexzesse, Live-Musik, Neureiche und Lumpenproletariat, soziale Fragen und reaktionärer Darwinismus. Kontrovers und skandalös. So wie der Dichter Gerhart Hauptmann selbst. GLANZ & DRECK als Dauergäste der
modernen Welt.
Die zwei Premieren im Rahmen des Spektakels können auch als Einzelvorstellungen besucht werden:
Vor Sonnenaufgang
Donnerstag, 29. September 2016, 18 Uhr, Dienstag, 11. Oktober 2016, 17 Uhr, Mittwoch, 12. Oktober, 18
Uhr. Wweitere Termine unter: www.parkaue.de
Prater │ U Eberswalder Str., Kastanienallee 7-9, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
Helene Krause kann sich an das neue Leben nicht gewöhnen: Das schnelle Geld aus den Kohlefunden unter Krauses Acker ist der Familie zu Kopf gestiegen. Helene ist davon angewidert, sie fühlt sich zu Alfred
Loth hingezogen, der die Lebensbedingungen der Bergarbeiter studiert und dessen Ideen vom Menschen
radikal anders sind. Mit diesem Loth könnte Helene raus aus ihrem Leben. Kay Wuschek wirft in seiner Inszenierung die Frage auf, wie zu Ideologie gewordene Ideen radikalisieren, stigmatisieren und ausstoßen.
Die Ratten
Freitag, 30. September 2016, 18 Uhr, Montag, 10. Oktober 2016, 18 Uhr, Dienstag, 11. Oktober 2016, 19.30
Uhr. Weitere Termine unter: www.parkaue.de
Prater │ U Eberswalder Str., Kastanienallee 7-9, 10435 Berlin (Prenzlauer Berg)
Während der ehemalige Schauspieldirektor Hassenreuter in seinem Kostümfundus auf dem Dachboden
über die Kunst sinniert, wickelt Frau John einen Kinderhandel ab. Von der hochschwangeren und von
Selbstmordgedanken getriebenen Pauline Piperkarcka kauft sie für 123 Mark ihr Neugeborenes. Frau John
ist am Ziel ihrer Träume: Endlich hat sie wieder ein eigenes Kind. Doch dann stellt Pauline Piperkarcka Ansprüche auf ihren Sohn. Katrin Hentschel zeigt in ihrer Inszenierung, wie sich die Sehnsucht nach individuellem Glück in ihr Gegenteil verkehrt – in emotionale Korruption und fatalen Egoismus.

 Materialien „Wertebildung in Vorbereitungsmaßnahmen für neu zugewanderte
Kinder und Jugendliche“ des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg
Unter dem Titel "Miteinander leben - Grundrechte vertreten - Gesellschaft
gestalten" haben die Autorinnen und Autoren aus dem Landesinstitut
Hamburg zahlreiche "Materialien für die Wertebildung in Vorbereitungsmaßnahmen für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche" zusammengetragen.( http://li.hamburg.de/wertebildung)
Die Themen und Kapitel:
Vorwort, Inhaltsverzeichnis, Bildnachweis (7 S., PDF, 109 KB)
1. Einleitung - Zur Konzeption und zu den Materialien, Hinweise zur
Spracharbeit mit den Bild-Wort-Satzkarten und den "Sprachlichen Mittel"
(14 S., PDF, 122 KB)
2. Demokratie verstehen und gestalten (82 S., PDF, 21 MB)
3. Grundrechte im Grundgesetz (54 S., PDF, 10 MB)
4. Meine Religion – Deine Religion (Art. 4 GG) (44 S., PDF, 13 MB)
5. Kommunikation - andere verstehen, sich ausdrücken (22 S., PDF, 755
KB)
6. Freie Entfaltung der Persönlichkeit - Selbstwahrnehmung und Empathie
(46 S., PDF, 1,3 MB)
7. Recht auf Gleichheit – Vielfalt wertschätzen (Art. 3 GG) (38 S., PDF, 10
MB)
8. Recht auf Gleichberechtigung (Art. 3 GG) (42 S., PDF, 1,1 MB)
9. Bilder als Redeanlässe (42 S., PDF, 866 KB)
10. Leitfaden für Sach- und Fachunterricht mit DaZ-Lerner/innen (10 S., PDF, 104 KB)

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