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Full text: Strategie zur Erhaltung und Nutzung des Dauergrünlandes in Thüringen bis 2020

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Strategie zur Erhaltung und Nutzung des Dauergrünlandes in Thüringen bis 2020

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung 2. Rahmenbedingungen der Grünlandwirtschaft 3. Leitbild und Ziele der Grünlandbewirtschaftung 4. Handlungsträger 5. Handlungsfelder und Lösungsansätze 6. Lenkungsoptionen durch Agrar-, Umwelt- und Klimapolitik 7. Kurzfassung

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1.

Einführung

Im Rahmen der im „Zukunftskatalog Thüringer Landwirtschaft 2020“ beschriebenen Vorhaben ist die Erarbeitung einer Grünlandstrategie für Thüringen vorgesehen. Basis der in Abstimmung mit den landwirtschaftlichen Berufsverbänden, den Wirtschafts- und Sozialpartnern erarbeiteten sowie innerhalb des TMLFUN abgestimmten Grünlandstrategie bildet die von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) erarbeitete Studie zur Erhaltung, Nutzung und Verwertung des Dauergrünlandes in Thüringen. Das Grünland ist mit seinen Nutz-, sowie Schutz-, als auch Erholungs- und Bildungsfunktionen multifunktional. Es besteht ein besonderes gesellschaftliches Interesse, diese Funktionen in ihrer Einheit zu erhalten und auszubauen. Die Grünlandstrategie bildet die Grundlage für die zukünftige Ausrichtung der Maßnahmen zur Erhaltung und Nutzung des Dauergrünlandes Thüringens in seiner Vielfalt. Sie ist kohärent zu den bereits bestehenden Strategien „Thüringer Nachhaltigkeitsstrategie 2011“, „Thüringer Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt“, „Neue Energie für Thüringen - Eckpunkte der Landesregierung“ sowie zum agrarpolitischen Ziel eines erhöhten Einsatzes einheimischer Proteinträger zur Eiweißversorgung der Nutztiere und hier speziell zur Bereitstellung eiweißreichen Grobfutters als Beitrag zur Deckung des Proteinbedarfes der Wiederkäuer.

2.

Rahmenbedingungen der Grünlandwirtschaft

Die im jährlich einzureichenden Sammelantrag beantragte Grünlandfläche Thüringens umfasst mit ca. 170.000 ha etwa 22 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF). Dauergrünland befindet sich fast ausschließlich auf Standorten, auf denen es sowohl aus wirtschaftlicher, als auch aus ökologischer Sicht die zweckmäßigste Form der Landnutzung darstellt. Die Verteilung des Grünlandes ist durch eine starke regionale Differenzierung der standörtlichen Gegebenheiten gekennzeichnet. Zwei Drittel befinden sich auf trockenen Standorten, 4,3 % in Flussauen/-niederungen und ca. 30 % entfallen auf die Bergstandorte (über 450 m NN). Im Rahmen der Statistik zum Beihilfeverfahren der Betriebsprämie 2012 hat sich der Anteil des Dauergrünlandes an der LF gegenüber der Basis 2003/2005 um 4,88 % verringert. Nichtbeantragung von Flächen, Umwandlung in Ackerland, Nutzungsaufgabe verbuschter Teilflächen oder Flächenentzug für nichtlandwirtschaftliche Zwecke haben als Ursachen dazu beigetragen. Die Bewirtschaftung des Grünlandes erfolgte langjährig bis zum Jahr 2006 auf fast zwei Dritteln der Fläche äußerst extensiv und auf etwa einem Fünftel nach naturschutzfachlichen Vorgaben. Diese Wirtschaftsweisen wurden mit Agrarumweltmaßnahmen begleitet. Damit hatte Thüringen den größten Grünlandförderflächenanteil aller Bundesländer zu verzeichnen.
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Gegenwärtig erfolgt jeweils auf etwa einem Drittel des Dauergrünlandes eine naturschutzkonforme bzw. konventionelle Bewirtschaftungsweise, auf etwa einem Fünftel eine extensive und etwa 10 % werden ökologisch bewirtschaftet. Unter diesen Voraussetzungen hat sich ein beispielloser Anstieg des Flächenanteils von standorttypischen Dauergrünlandpflanzengesellschaften vollzogen, von 49 % im Jahr 1987 auf 73 % im Jahr 2002. Allerdings ist inzwischen ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, der auf die Entwicklung von Dominanzbeständen infolge extremer Aushagerung der Böden und Unternutzung zurückzuführen ist. Damit verbunden war auch ein Rückgang der Ertragsfähigkeit des Dauergrünlandes. Deshalb ist es zur Absicherung des Grobfutterbedarfes erforderlich, einen deutlich erhöhten Feldfutterbau vorzuhalten. Die Anteile der Beihilfen und Förderungen am erwirtschafteten Einkommen verdeutlichen, dass die auf Grünlandnutzung basierenden Betriebsformen einen außergewöhnlich hohen Förderbedarf haben. Dieser Beihilfebedarf ist umso höher, je extensiver/naturschutzkonformer die Grünlandbewirtschaftung erfolgt. Angemessene Faktorentlohnung und Einkommen je Arbeitskraft wären ohne Betriebsprämie, Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete sowie die für entgangenen Nutzen bzw. die Mehraufwendungen gewährten KULAP- Beihilfen in ihrer Einheit und in der gewährten Höhe bei diesen Betriebsformen nicht möglich gewesen. Künftig werden jedoch weniger Fördermittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung stehen. Die Erhaltung des Dauergrünlandes setzt zwingend eine standortdifferenzierte Nutzung voraus, die im Einklang mit dem Klima, der Umwelt und dem Naturschutz steht.

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3.

Leitbild und Ziele der multifunktionalen Grünlandbewirtschaftung

Die Grünlandbewirtschaftung in Thüringen soll standort-/pflanzenbestandsdifferenziert und auf die Erhaltung des Dauergrünlandes im Flächenumfang und in seiner Vielfalt ausgerichtet, sowie natur-, klima- und umweltverträglich, marktorientiert und zukunftsfähig sein. Dieses Leitbild spiegelt die einzelbetrieblichen und gesamtgesellschaftlichen Ansprüche an die Multifunktionalität des Dauergrünlandes wider. Die Bereitstellung von qualitativ wertvollem Grobfutter für eine gesunde Ernährung der Wiederkäuer und Pferde sowie von Biomasse für die energetische und stoffliche Verwertung soll somit im Einklang mit den Erfordernissen des abiotischen und biotischen Ressourcenschutzes sowie der Erhaltung von Kulturlandschaften stehen. Aus den allgemeinen Zielen der Thüringer Agrarpolitik lassen sich nachfolgende Ziele für die Grünlandwirtschaft in Thüringen ableiten:  Erhöhung der Wertschöpfung vom Dauergrünland, insbesondere auf produktiven Standorten und Erhalt bzw. Ausbau der Beschäftigung in der Grünlandwirtschaft und der damit verbundenen Tierhaltung.  Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der grünlandbewirtschaftenden Betriebe.  Aufrechterhaltung und weitere Verbesserung des spezifischen Beitrages der Dauergrünlandnutzung zu Natur-, Umwelt-, Klimaschutz und Tierwohl.  Verbesserung der Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft durch Darstellung der Nutz-, Schutz-, Erholungs-, und Bildungsfunktionen des Dauergrünlandes. Entsprechend der Standort-/Pflanzenbestands- und Nutzungsdifferenzierung lässt sich das Dauergrünland Thüringens in die drei Funktionstypen unterteilen: produktives Grünland, Extensivgrünland und Biotopgrünland. Mit Hilfe dieser Unterteilung können die Ziele und Handlungsoptionen operationalisiert werden. Produktives Grünland zeichnet sich durch einen relativ artenarmen, ertragsfähigen Pflanzenbestand aus, der eine qualitativ hochwertige Biomasse liefert. Dieser Funktionstyp unterliegt einer nachhaltig optimalen Bewirtschaftungsintensität. Diese ist gekennzeichnet durch 2 bis 4 Nutzungen (je nach Pflanzenbestandstyp) entzugsorientierter Phosphor- und Kalium-Düngung, bedarfsgerechter Kalkung und ökonomisch optimale Stickstoff- Düngung (gemäß Düngeverordnung). Extensivgrünland besteht aus einem Pflanzenbestand, der auf Grund der unter dem Nährstoffentzug liegenden Düngung und 2 bis 3 Nutzungen im Jahr mehrere Zielar-

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ten aus dem Thüringer Katalog „Artenreiches Grünland“ aufweist, ein mittleres Ertragsniveau erreicht und Biomasse mittlerer Qualität bereitstellt. Biotopgrünland ist mit naturschutzfachlich besonders wertvollen Arten ausgestattet. Es erfolgt keine Nährstoffzufuhr, ausgenommen die über Weidetierexkremente, und in der Regel jährlich eine ein- bis zweimalige Nutzung. Die Verwertung der Biomasse über die Wiederkäuer bzw. energetisch ist mit geringen Leistungen je Hektar verbunden. Der ökologische Landbau bedient sich je nach Verwertungsmöglichkeiten der Biomasse aller drei Funktionstypen. Der Freistaat Thüringen bekennt sich zur Erhaltung des Dauergrünlandes in seiner Vielfalt. Natura 2000- Gebiete, Nationale Naturlandschaften und die Naturschutzgebiete (NSG) stellen dabei die zentralen Vorranggebiete zur Sicherung und Weiterentwicklung des Extensiv- und Biotopgrünlandes dar. Bis zum Jahr 2020 könnten sich die Flächenumfänge der einzelnen Funktions- und Pflanzenbestandstypen des Grünlandes aus der jährlichen Sammelantragstellung der Landwirtschaftsbetriebe wie folgt entwickeln (Tabelle 1). Tabelle 1: Entwicklungsziele zur Erhaltung des Dauergrünlandes Thüringens in seiner Vielfalt
Funktions-/ Pflanzenbestandstyp Produktives Grünland dar. nachhaltig optimale Intensität suboptimale Bewirtschaftung Extensivgrünland dar. artenreiches Grünland (stabil 6 und mehr Zielarten) artenreiches Grünland (4 Zielarten mit mindestens drei Pflanzen je Zielart) Extensivweiden/ -mähweiden Biotopgrünland; Weide- und Wiesennutzung dar. Mager/ Trockenstandorte Bergstandorte Feucht-, Nass-, Flachlandmähwiesen (einschl. Wiesenbrütergebiete) Streuobstwiesen Summe
1) 2)

Fläche (ha) Ist (2010)1) 62.279 32.089 30.190 44.552 25.000 14.038 Ökologischer Landbau 17.8122)

Ziel (2020) 70.100 70.100 34.300 25.000 Ökologischer Landbau 20.2002)

5.514 52.795 26.019 11.780 12.690

9.300 52.900 26.050 11.800 12.750

2.306

2.300

170.724

170.800

InVeKoS 2010 (20.09.2010); ohne 123 ha GLÖZ-Flächen davon 6.714 ha Biotopgrünland (zur Zeit KULAP N2…N5) in Ökobetrieben

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In Thüringen wird der Erhalt des gegenwärtigen Flächenumfangs des beantragten Dauergrünlandes angestrebt. Das heißt, dass Verlust von Dauergrünlandflächen durch Etablierung neuer Dauergrünlandflächen auf Standorten mit besonderen Ressourcenschutzfunktionen kompensiert werden sollen. Mit der Wiedererlangung der nachhaltig optimalen Intensität auf etwa der Hälfte der Standorte des produktiven Grünlandes hätte der Berufsstand die Möglichkeit, das Produktionspotential auszuschöpfen. Der Rückgang des Extensivgrünlandes im Segment des weniger wertvollen artenreichen Grünlandes steht im Zusammenhang mit der weiteren Ausrichtung der gezielten Förderung von Flächen mit hoher Agrobiodiversität. Das Biotopgrünland nimmt fast ein Drittel des Dauergrünlandes ein und unterliegt im Kontext der Biodiversitätsstrategie Thüringens und des Bundes einem Erhaltungsgebot. Es beinhaltet die Schwerpunktbereiche der Biodiversität mit bundesweiter Bedeutung in ausgewählten Naturräumen bzw. Landschaftsteilen wie beispielsweise bei den Nationalen Naturlandschaften, die FFHLebensraumtypen gemäß FFH-Richtlinie sowie diverse Sonderstandorte und weiteres geschütztes Grünland. Beim ökologischen Landbau ist eine weitere Zunahme vorgesehen.

Die Bewirtschaftung des Grünlandes prägt in Regionen mit hohem Grünlandanteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche, wie in den Mittelgebirgslagen Thüringens, das Landschaftsbild.

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4.

Handlungsträger

Im Vordergrund stehen die Akteure vor Ort. Die Agrarbetriebe und anderen Landnutzer erhalten das Dauergrünland in seiner Multifunktionalität durch an den Standort und den Pflanzenbestand angepasste Bewirtschaftung. Die berufsständische Vertretung, der Deutsche Grünlandverband e.V., die Akademie Ländlicher Raum, das Ernährungsnetzwerk Thüringen, die Vertreter der Verwaltungen der Biosphärenreservate und Naturparke, Landschaftspflegeverbände, Naturschutzzentren, Landwirtschaftsämter (LWÄ), oberen und unteren Naturschutzbehörden (ONB, UNB), Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL), Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) und des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) unterstützen die Unternehmen hierbei durch ihr Wirken in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich. Seitens der Politikvertreter werden die agrarpolitischen Rahmenbedingungen im Konsens mit den von der Gesellschaft getragenen Zielsetzungen zur wettbewerbsfähigen, nachhaltigen und tierwohlgerechten Grünlandbewirtschaftung geschaffen.

5.

Handlungsfelder und Lösungsansätze

Die Handlungsfelder und Lösungsansätze beschreiben, die für die Erreichung der Ziele relevanten Bereiche und die dafür erforderlichen Maßnahmen. Die beschriebenen Handlungsfelder und Lösungsansätze stehen ggf. unter einem Finanzierungsvorbehalt, dem Vorbehalt der administrativen Umsetzbarkeit und der Identifizierung der Akteure im Ländlichen Raum.

Produktive Standorte bieten die Chance zur Erzeugung von hochwertigem Grundfutter, überwiegend in Form von Anwelksilage.

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5.1

Handlungsfeld - produktives Dauergrünland erhalten und effizient nutzen

Was ist zu tun? Etwa die Hälfte des Dauergrünlandes befindet sich auf potentiell produktiven Standorten. Eine nachhaltig optimale Intensität der Bewirtschaftung erfolgt jedoch nur auf etwa 32.000 ha. Auf weiteren etwa 38.000 ha besteht die Herausforderung einer effizienteren Nutzung des Dauergrünlandes. Die Unternehmen sichern mit zunehmend an den Märkten ausgerichteter und nachhaltiger Produktion langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Landesregierung steht für einen Paradigmenwechsel bei der Bewirtschaftung potentiell produktiv nutzbaren Dauergrünlandes zur nachhaltigen Sicherung der Bewirtschaftung, um den Beitrag des Dauergrünlandes zur Eiweißversorgung der Wiederkäuer und zur Bereitstellung von Biomasse für die energetische Verwertung zu erhöhen. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) Aufrechterhaltung der Ausschöpfung des Ertragspotentials durch nachhaltig optimale Intensität Wiedererlangung nachhaltig optimaler Intensität auf bisher langjährig suboptimal bewirtschafteten produktiven Standorten Erhöhung des Substrateinsatzes in Biogasanlagen der grünlandbewirtschaftenden Betriebe

2)

3)

Wie soll das geschehen?
Die Agrarbetriebe schöpfen im Zusammenspiel von ausgewogener Nährstoffversorgung des Bodens und der Pflanzen, notwendiger Bestandspflege-/Bestandsverbesserungsmaßnahmen und konsequenter qualitätsorientierter Nutzungssysteme das jeweilige Standortpotential aus. Sie leisten damit einen entscheidenden Beitrag zur ausreichenden Energie- und Eiweißversorgung der Wiederkäuer. Der Einsatz gezielter Pflege-, Düngungs- und Nutzungsmaßnahmen ermöglicht den Agrarbetrieben, auch das Ertragspotential auf bisher langjährig suboptimal bewirtschafteten produktiven Standorten bei einer gleichzeitigen Verbesserung der Qualität der Biomasse wieder auszunutzen. Das sollte zu einem zentralen Anliegen des Berufsstandes werden. Eine solche verbesserte Grünlandbewirtschaftung leistet einen Beitrag zur Erschließung landwirtschaftlichen Einkommens durch Kompensation des derzeit deutlich überhöhten Feldfutteranbaus und damit auch zur Versorgung der Tierbestände mit heimischen Energie- und Eiweißfuttermitteln. Der Prozess der bewirtschaftungsbedingten Umstellung des produktiven Grünlandes wird mit Untersuchungen im Langzeitversuchsnetz der TLL begleitet. Mit der Ausschöpfung des Ertragspotentials des produktiven Grünlandes und bei weiterem Bestandsabbau bei Milchkühen könnte Grünlandbiomasse für den Einsatz in Biogasanlagen zur Verfügung gestellt werden. Mit der Regelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2012, den Einsatz von Mais und Gras gleichermaßen zu vergüten, besteht allerdings derzeit keinerlei Anreiz für den Einsatz der Biomasse von produktivem Grünland.

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5.2

Handlungsfeld - Erweiterung des ökologischen Landbaus

Was ist zu tun? Mit einer weiteren Erhöhung des Anteils ökologisch wirtschaftender Grünlandbetriebe wird ein wertvoller Beitrag zur Erreichung des Zieles von 10 % Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche Thüringens im Jahr 2020 geleistet. Welcher Ansatz wird verfolgt? Erweiterung des Anteils der ökologisch bewirtschafteten Wiesen, Mähweiden und Weiden Wie soll das geschehen?
Vor allem mehrzweigige Futterbaubetriebe mit hohem Anteil an Dauergrünland bilden ein Potential für die Erweiterung des ökologischen Landbaus. Die mit hohem Aufwand verbundene Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung und ihre Beibehaltung wird auch weiterhin durch einen angemessenen Ausgleich der erbrachten Umweltleistungen honoriert. Für die Sicherung des Absatzes der erzeugten Marktprodukte (Milch, Rind- und Schaffleisch) als „Ökoware“ wird ein Konzept entwickelt, welches die Möglichkeiten der lokalen Direktvermarktung , das Aufnahmepotential der regionalen Märkte und vor allem die Kapazitäten überregionaler Märkte, z. B. in Ballungsgebieten, untersucht.

Mutterkuhhaltung leistet einen wichtigen Beitrag zur Nutzung und Pflege des Dauergrünlandes.

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5.3

Handlungsfeld - Biotopgrünland; speziellen Arten- und Lebensraumschutz sichern

Was ist zu tun? Die Vielzahl an Dauergrünland-Pflanzengesellschaften sowie die Artenvielfalt des Thüringer Grünlandes sind das Ergebnis der in den zurückliegenden Jahrzehnten praktizierten Wirtschaftsweisen. Das artenreiche Biotopgrünland ist durch angepasste Nutzungssysteme zu erhalten. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) flächendeckende Nutzung der naturschutzfachlich wertvollen Wiesen und Weiden, insbesondere der FFH-Lebensraumtypen sichern Mindestbewirtschaftung und -pflege der Schafhutungen (Mager- und Halbtrockenrasen) gewährleisten Erhaltung reich strukturierter Dauerweiden über alternative Beweidungssysteme

2)

3)

Wie soll das geschehen?
Ein guter Erhaltungszustand des Biotopgrünlandes (insbesondere in den Fauna-Flora-Habitat (FFH)-, Vogelschutz-, Naturschutz- und Wasserschutzgebieten sowie in den Biosphärenreservatpflegezonen) muss mit angepassten Weide- bzw. Schnittnutzungssystemen gesichert oder entwickelt werden. In den Gebieten, in denen die vorhandenen Tierbestände, vor allem an Schafen und Mutterkühen, nicht mehr ausreichen, um eine flächendeckende Mindestpflege zu gewährleisten, werden alternative Nutzungsmöglichkeiten geprüft und unter Begleitung der Fachbehörden in die Praxis eingeführt. Die Mager-/Halbtrockenrasen sind im Ausmaß von bundesweiter Bedeutung. Der erforderliche Pflegezustand wird über verschiedene Formen extensiver Weidesysteme mit Schafen/Ziegen bzw. Mutterkühen erhalten. Vor dem Hintergrund des prognostizierten Rückganges des Mutterschafbestandes soll dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Alternativ erfolgt die Aufrechterhaltung der Mindestpflege dieser Flächen durch Mutterkühe auf ehemaligen Schafhutungen und/oder einer Erhöhung des Bestandes an Fleischrindern. Dieser Anpassungsprozess wird wissenschaftlich begleitet. Die Betriebe sollten sich der mechanischen Pflege mit Spezialtechnik weiter öffnen, um die vielfach erforderliche Nachpflege des Grünlandes auch auf eingeschränkt mechanisierbaren Standorten abzusichern. Auf Biotopgrünland, für dessen Aufwuchs keine Verwertungsmöglichkeit besteht, bildet das jährliche Mähen bzw. das Mulchen auf den befahrbaren Teilflächen die Alternative, um der aufkommenden Verbuschung wirksam zu begegnen. Großflächige Weidelandschaften und die Gehegewildhaltung „ähnlich frei lebendem Wild“ bieten geeignete Alternativen, um die Offenhaltung von Biotopgrünland zu gewährleisten.

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5.4

Handlungsfeld - Artenreiches Dauergrünland erhalten und entwickeln

Was ist zu tun? Artenreiches Dauergrünland ist sichtbarer Ausdruck von hoher Agrobiodiversität und Multifunktionalität. Das erreichte Niveau in der Artenausstattung ist weiter zu entwickeln. Welcher Ansatz wird verfolgt? weitere Erhöhung der Artenvielfalt von extensivem Dauergrünland Wie soll das geschehen?
Die dafür erforderliche extensive Bewirtschaftung ist mit Verzicht auf Wertschöpfung verbunden. Thüringen entwickelt die zielorientierende Agrarumweltmaßnahme „Artenreiches Grünland“ im Sinne der Erhöhung der Agrobiodiversität auf prädestinierten Standorten weiter. Das heißt, dass im Vergleich zur Einführungsphase eine höhere Anzahl an Zielarten erreicht wird.

5.5

Handlungsfeld - Umwandlung von Ackerland in Grünland in Überschwemmungsgebieten

Was ist zu tun? Zur Erweiterung und Verbesserung des Retentionsvermögens in der Landschaft, zur Minderung der Schäden im Hochwasserfall in der Landwirtschaft und zur Eindämmung des Eintrags von Ackerkrume in Fließgewässer ist es erforderlich, den Grünlandanteil in den Überschwemmungsgebieten der Flussauen zu erhöhen. Welcher Ansatz wird verfolgt? Dauerhafte Umwandlung von Acker- in Grünland in Überschwemmungsgebieten Wie soll das geschehen?
Nach Vorliegen entsprechender Gebietskulissen kann das Potential der Umwandlung von Ackerland in Grünland abgeschätzt werden. Für die Akzeptanz dieser Umstellung bei den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben bedarf es langfristig begleitender Maßnahmen, die unterstützt werden sollen.
Buntblühende Feuchtwiese

5.6

Handlungsfeld - Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der grünlandspezifischen Agrobiodiversität auf aus der Nutzung gefallenem Grünland

Was ist zu tun? Auf aus der Nutzung gefallenem Dauergrünland werden mit Hilfe sehr extensiver Beweidungs- oder anderer Bewirtschaftungssysteme wieder Mindestoffenlandanteile geschaffen, auf denen sich die hierfür standorttypische floristische Artenvielfalt entwickeln kann. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) Aus verbuschtem Dauergrünland halboffene Weidelandschaften entwickeln 2) Entbuschung mit anschließender Weide- oder Mahdnutzung Wie soll das geschehen?
Landnutzer setzen ehemaliges Dauergrünland, das infolge langjähriger Unternutzung und nicht durchführbarer bzw. unterlassener mechanischer Pflegemaßnahmen durch Verbuschung und Nutzungsaufgabe die Förderfähigkeit (EGFL und ELER) verloren hat, durch extensive Beweidung mit großen Huftieren (Rinder, Pferde) oder durch Entbuschung mit anschließender Nutzung durch Beweidung oder Mahd wieder in Wert.

Eine maschinell durchgeführte Beseitigung des Weiderestes durch Nachmahd verhindert wirksam eine Verunkrautung und Verbuschung der Flächen.

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5.7

Handlungsfeld - weitere Diversifizierung der grünlandbewirtschaftenden Betriebe

Was ist zu tun? Die Erweiterung der Tätigkeitsfelder der grünlandbewirtschaftenden Betriebe innerhalb und außerhalb der Landwirtschaft trägt in besonderem Maß zur Sicherung der Wirtschafts- und Sozialfunktion des ländlichen Raumes sowie landwirtschaftlicher Arbeitsplätze bei. Diese Diversifizierung leistet auch einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung der Multifunktionalität der Grünlandbewirtschaftung. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) Vertiefung der Zusammenarbeit auf landwirtschaftlicher Erzeugerebene durch Pensions-Jungrinderhaltung im grünlandreichen Gebiet Angebotserweiterung und -vertiefung der Direktvermarktung in grünlandbewirtschaftenden Betrieben

2)

Wie soll das geschehen?
In den Thüringer Mittelgebirgen werden die bestehenden günstigen standörtlichen Voraussetzungen für die Einrichtung von Jungrinder-Weidesystemen für die Aufzucht von Färsen genutzt. Der Berufsstand baut ein Netzwerk auf landwirtschaftlicher Erzeugerebene auf und entwickelt Mähweidesysteme mit Jungrindern in grünlandreichen Betrieben weiter. Der Prozess wird durch angewandte Agrarforschung gezielt begleitet. Mit einer Angebotserweiterung und -vertiefung der Direktvermarktung tragen die Betriebe zur Vervollkommnung regionaler Kreisläufe und Wertschöpfungsketten bei, erreichen eine marktpositionsverbessernde Wirkung auf regionaler Ebene und tragen zum Erhalt einer intakten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Infrastruktur im ländlichen Raum sowie zur Vernetzung von Landwirtschaft, Direktvermarktung und Agrartourismus bei.

Die Direktvermarktung eigener Produkte trägt zur Steigerung der Wertschöpfung bei.

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5.8

Handlungsfeld - Sicherung qualifizierter Fach- und Führungskräfte für die Grünlandwirtschaft

Was ist zu tun? Für den Bereich der Grünlandwirtschaft einschließlich der damit im Zusammenhang stehenden Tierhaltung zeichnet sich ein immer stärker werdender Fach- und Führungskräftemangel ab. Der Anteil junger Beschäftigter ist in den grünlandbewirtschaftenden Betrieben zu gering, so dass der gezielten Ausbildung beim Heranführen künftiger Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zukommt. Welcher Ansatz wird verfolgt? Bildungsangebot und -inanspruchnahme zur Erlangung der Sach- und Fachkompetenz für die Grünlandwirtschaft auf allen Bildungsebenen verbessern Wie soll das geschehen?
Der Berufsstand setzt sich dafür ein, dass grünlandspezifische Ausbildungsinhalte in der Berufsausbildung noch stärker berücksichtigt werden. Die landwirtschaftliche Fachschule trägt dazu bei, dass die Studierenden Fertigkeiten im Personalmanagement sowie Kompetenz für Problemlösungen und Entscheidungsfähigkeit erlangen. Ergänzend werden vom Berufsstand Praktika als Möglichkeit zur Erlangung von Führungsfähigkeiten angeboten. Die TLL entwickelt mit dem Kompetenzzentrum für Grünland und Futterbau eine praktische Plattform zur Unterstützung der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Grünlandspezialisten. Die „Akademie Ländlicher Raum“ stellt in enger Zusammenarbeit mit dem Berufsstand ein Podium für grünlandspezifische Bildungsveranstaltungen zur Verfügung. Der Berufsstand stellt die Bereitstellung einer ausreichenden Anzahl an Ausbildungsplätzen sicher und entwickelt Strategien zur besseren Inanspruchnahme der Bildungsangebote.

Vorführung von Grünlandpflegetechnik während des Thüringer Grünlandtages 2012 im Kompetenzzentrum Grünland und Futterbau Oberweißbach

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5.9

Handlungsfeld - Verbesserung des Managements der grünlandbewirtschaftenden Betriebe

Was ist zu tun? Das Management der grünlandbewirtschaftenden Betriebe muss sich auf die Erfüllung der Multifunktionalität der Grünlandwirtschaft ausrichten und Synergieeffekte aus Nutz- und Schutzfunktionen des Dauergrünlandes besser verwerten. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) Überleitung neuester Erkenntnisse, Technologien im Grünlandmanagement sowie von Innovationen in die Grünlandwirtschaft Fortführung der Dauerfeldversuche auf hohem wissenschaftlichen Niveau Veredlungsprodukte vom Dauergrünland aus der Region offensiver bewerben

2) 3)

Wie soll das geschehen?
Die erforderliche Verstärkung des Wissenstransfers in die grünlandbewirtschaftenden Betriebe erfolgt über eine Grünlandspezialberatung im Rahmen des im „Zukunftskatalog Thüringer Landwirtschaft 2020“ vorgesehenen Beratungskonzeptes für die Landwirtschaft. Die Projektarbeit der TLL wird noch gezielter auf eine Verbesserung des Innovations-, Wissensund Technologietransfers ausgerichtet. Das betrifft z. B. den Einsatz von Gerätekombinationen für die umbruchlose Grünlandverbesserung sowie den Einsatz hochzuckerreicher Sorten des Deutschen Weidelgrases. Durch weitere Vertiefung der Arbeit mit Referenzbetrieben sowie der Aufrechterhaltung des Landesmonitoring Dauergrünland und des Betriebsnetzes für sozioökonomische Analysen soll das dadurch entstandene Netzwerk Dauergrünland breitenwirksam entwickelt werden. Ergänzend zur Grünlandbewirtschaftung unterstützt die TLL die Entwicklung innovativer Tierhaltungsverfahren, die mehr als bisher auf die Verwertung der Biomasse vom Dauergrünland ausgerichtet sind. Die Dauerfeldversuche zum Grünland als Grundvoraussetzung für die Bewertung der Auswirkungen unterschiedlicher Nutzungssysteme auf das gesamte Agroökosystem werden auf hohem wissenschaftlichen Niveau fortgeführt. Die praktizierte länderübergreifende Kooperation wird für die standortbezogene angewandte Forschung zur Klärung der Zukunftsfragen wie Ressourcenschutz, Ernährungssicherheit und Klimawandel weiter vertieft. Milch und Fleisch aus grasbetonten Haltungssystemen sind aus ernährungsphysiologischer Sicht günstig zu bewerten. Intelligente Werbestrategien, die diese Produkte, das Landschaftsbild, die Biodiversität, das Wohlbefinden der Tiere sowie den Gewässer- und Bodenschutz unterstreichen, stellen die Unterschiede zwischen Standardprodukten und Spezialitäten-/Premiumprodukten heraus. Die Werbestrategien für in der Region erzeugte Produkte beziehen auch Aspekte des Klimaschutzes ein. Für Thüringen wird eine Marketingstrategie für Milch und Milchprodukte aus grünlandbasierter Fütterung sowie für Fleisch von Weiderindern und Schafen entwickelt und über das Ernährungsnetzwerk Thüringen umgesetzt.

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5.10

Handlungsfeld - Beitrag der Grünlandnutzung zum Tierwohl

Was ist zu tun? Mit der Bereitstellung struktur-, energie-, eiweiß- und mineralstoffreichen Grobfutters wird ein entscheidender Beitrag zu einer wiederkäuergerechten Fütterung geleistet. Die gesundheitsfördernde Wirkung der Weidehaltung ist hinsichtlich Kondition, Gesundheit und Fruchtbarkeit der Tiere unbestritten. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) 2) Ausdehnung der Weidehaltung des Milchviehs artgerechte Haltung der Fleischrinder

Wie soll das geschehen?
Sofern die Produktionsstruktur und standörtliche Bedingungen nicht entgegenstehen, erhöhen die Milchviehalter den Anteil der Jungrinder und Trockensteher mit Weidegang. Die Wiedereinführung der Pensionstierhaltung von Jungrindern in den grünlandreichen Vor- und Mittelgebirgslagen wird vom Berufsstand in das Zentrum der Öffentlichkeitsarbeit gestellt sowie mit Bekanntmachung beispielhafter Lösungen begleitet und gewürdigt. In Thüringen erfolgt mit dem gesamten Mutterkuhbestand eine extensive Beweidung von Dauergrünland. Die ganzjährige Freilandhaltung eines Teiles des Mutterkuhbestandes wird auf der Grundlage eines Leitfadens des Deutschen Grünlandverbandes hinsichtlich der Umweltverträglichkeit und Tiergerechtheit bei der Umsetzung in der Praxis durch die TLL begleitet.

Stallnahe Weideflächen bieten günstige Voraussetzungen zum Weidegang der Milchkühe.

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5.11

Handlungsfeld - Beitrag der Grünlandnutzung zur Erhaltung vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen

Was ist zu tun? Auf dem Dauergrünland werden in begrenztem Umfang auch lokale, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen gehalten. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) In Verantwortung der Zuchtverbände wird die Erhaltungszüchtung geplant und organisiert Robustheit solcher Nutztierrassen ausnutzen Förderung der Haltung der vom Aussterben bedrohten Nutztierrassen

2) 3)

Wie soll das geschehen?
Lokale, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen, insbesondere Wiederkäuer und Pferde werden auf Dauergrünland gehalten. Damit wird insbesondere auch ein Beitrag zur Pflege von Extensivgrünland sowie zum Erhalt der tiergenetischen Vielfalt und des landeskulturellen Wertes von Weidelandschaften geleistet. Die seit 1998 in Thüringen gewährte Förderung der vom Aussterben bedrohten einheimischen Nutztierrassen hat dazu beigetragen, dass die Populationsdichten zumindest erhalten geblieben sind. Thüringen prüft die Fortsetzung dieser Fördermöglichkeit.

Die Thüringer Wald Ziege ist die einzige eigenständig gezüchtete, einheimische Ziegenrasse Deutschlands.

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5.12 Handlungsfeld - Dauergrünland als Kommunikationsplattform für Umweltbildung und Naturverständnis entwickeln Was ist zu tun? Das Dauergrünland als Natur- wie auch Kulturgut sowie als Lebens- und Wirtschaftsraum bietet den Menschen in der Industriegesellschaft zahlreiche Möglichkeiten für die Umweltbildung. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) Sensibilisierung der Bevölkerung für eine umweltverträgliche Landnutzung und artgerechte Tierhaltung Umweltbildungsaktivitäten und Bildungsaktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung auf dem Dauergrünland

2)

Wie soll das geschehen?
Die Akteure rund um das Dauergrünland, vom Grünlandwirt über Mitarbeiter in der Verwaltung sowie in Infozentren von Nationalen Naturlandschaften, Biosphärenreservaten, Naturparken, Landschaftspflegeverbänden, Naturschutzzentren, Schullandheimen bis hin zur TLL, TLUG und zum TMLFUN unterbreiten der Bevölkerung die unterschiedlichsten Informations-, Aktions- und Bildungsangebote, um die Menschen an moderner, d. h., umweltverträglicher, tiergerechter und trotzdem effizienter Landwirtschaft am Beispiel der Grünlandnutzung teilhaben zu lassen, Aufklärung zu betreiben und Naturverständnis zu erreichen. Diese beginnen im Zusammenwirken mit Kindergärten und Schulen (Bildungsmaßnahme „Erlebnisraum Wiese/ Weide“, Erlebnisspiele zu Flora und Fauna im Klassenzimmer). Von der berufsständigen Vertretung wird für Projekttage in Grünlandbetrieben ein an den Lehrplänen der Altersstufen ausgerichtetes Programm erarbeitet. Das müsste sich mit der Entwicklung eines auf die Landwirtschaft ausgerichteten Fortbildungsangebotes für Lehrer in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) fortsetzen. Die „Akademie Ländlicher Raum Thüringen“ im TMLFUN steht als Kommunikationsplattform für alle Akteure des ländlichen Raumes zur Verfügung. Im Zusammenwirken mit der TLL und dem Deutschen Grünlandverband e.V. wird jährlich der „Betrieb mit vorbildlichem Grünlandschutz“ ausgelobt. Weitere Events könnten Bergwiesenmahd-Wettstreit oder geführte Wiesen- und Kräuterwanderungen sein. Durch Nutzung neuer Kommunikationsmedien werden breitere Bevölkerungsschichten, vor allem jüngere Generationen, besser erreicht. Die Zusammenarbeit mit Presse, Funk und Fernsehen wird weiter qualifiziert, so dass die anlassbezogene Berichterstattung über das Dauergrünland und die damit verbundene Tierhaltung zur Imageverbesserung der Landwirtschaft beiträgt.
Der jährlich stattfindende Thüringer Schäfertag bietet seinen Besuchern ein umfassendes Informationsangebot rund um`s Schaf.

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5.13

Handlungsfeld - Dauergrünland als Erlebnis- und Erholungsraum für den Menschen erhalten

Was ist zu tun? Das Dauergrünland erfüllt neben den Nutz- und Schutzfunktionen auch wichtige landschaftsästhetische Funktionen als Erholungs- und Erlebnisraum. Welche Ansätze werden verfolgt? 1) Das Ästhetikpotential des Dauergrünlandes erhalten und nutzen; Schwerpunkträume dafür sind die Nationalen Naturlandschaften 2) Entwicklung neuer touristischer Angebote, wie z. B. Urlaub auf dem Bauernhof

Grünlandreiche Gebiete bieten Potential für Erholung und Tourismus.

Wie soll das geschehen?
Mit kaum einer anderen Landschaftsform als dem Grünland mit artenreichen Wiesen und Weiden in strukturreichen Landschaften mit Sträuchern oder Solitärbäumen werden die Erwartungen des Menschen der Industriegesellschaft erfüllt. Eine buntblühende Wiese ist „Balsam für die Seele“. Artenreiches Grünland ist etwas Besonderes - Einzigartiges. Es weckt spezielle Stimmungen und Gefühle, erzeugt Emotionen und Interesse und die Menschen finden Erholung. Die Grünlandbewirtschafter schaffen die Voraussetzungen, um Urlaub auf dem Bauernhof/ Lande, z. B. Heuhotel und diverse Events, wie Heufest, Bergwiesenfeste, Kräuterseminare, anzubieten. Alle Akteure rund um das Dauergrünland kommunizieren die Multifunktionalität des Dauergrünlandes und sensibilisieren die Verbraucher und die Tourismusbranche für das Grünland und seine Produkte.

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6.

Lenkungsoptionen durch Agrar-, Umwelt- und Klimapolitik

Die Umsetzung der identifizierten Handlungsfelder zur Erreichung der Ziele der Grünlandwirtschaft in Thüringen bis zum Jahr 2020 wird mit entsprechenden Lenkungsinstrumenten der Agrar-, Umwelt- und Klimapolitik unterstützt.

6.1

Gemeinsame Agrarpolitik-EGFL (1. Säule)

Die Europäische Kommission räumt den Mitgliedsstaaten eine Flexibilität bei der Gestaltung der Direktzahlungen ein. Das Direktzahlungssystem mit seinen obligatorischen und fakultativen Stufen erreicht die größte Lenkungswirkung, wenn es auf regionaler Ebene umgesetzt wird. Die Basisprämie leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Mindestbewirtschaftungsintensität auf dem Dauergrünland. Mit dem Grünlanderhaltungsgebot im Rahmen des „Greenings“ ist ein wirksamer Flächenschutz für das Dauergrünland gegeben. Das Direktzahlungssystem mit einheitlicher Flächenprämie für Acker- und Grünland und dem Greening bietet einen Beitrag zur wirtschaftlichen Gestaltung der nachhaltig optimalen Nutzung des produktiven Dauergrünlandes. Die Inanspruchnahme fakultativer Stufen wird im Kontext der finanziellen Ausstattung geprüft. Bei der Umsetzung der neuen EU-Agrarpolitik sind die nationalen Spielräume im Interesse der Thüringer Landwirte flexibel und möglichst unbürokratisch zu nutzen.

6.2

Gemeinsame Agrarpolitik - ELER (2. Säule) und GAK-Rahmenplan

1. Beratungsförderung In Thüringen ist es erforderlich, eine über die bisherige Cross Compliance- und Energieberatung sowie künftige Greening-Beratung hinausgehende ganzheitliche Betriebsberatung anzubieten, welche die unterschiedlichen Belange aus Betriebswirtschaft, Produktionstechnik, Pflanzen- und Tierproduktion, Klima-, Umwelt-, Natur- und Tierschutz sowie Sicherheit am Arbeitsplatz beinhalten kann. Diese muss eine Grünlandspezialberatung einschließen. 2. Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen/ Zahlungen im Rahmen von Natura 2000und der Wasserrahmenrichtlinie Im Entwicklungsplan für den ländlichen Raum sollten die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen einen prioritären Stellenwert erlangen. Die extensiven Formen der Grünlandnutzung, insbesondere die mit Schafen, sind auch zukünftig auf Zulagen/Zuschüsse angewiesen. Die ergebnishonorierende Förderung für die Erhaltung pflanzengenetisch wertvoller Grünlandvegetation auf den standörtlich heterogenen und mit ausgeprägter biologischer Vielfalt ausgestatteten Wiesen und Weiden ist weiter zu entwickeln. Für die gezielte Biotoppflege des naturschutzfachlich besonders wertvollen Dauergrünlandes ist die Förderung der Einführung bzw. Beibehaltung spezieller,
20

einzelflächenbezogener Bewirtschaftung unerlässlich. Angeboten werden primär wegbeschreibende Maßnahmen, die auf naturschutz-/umweltfachlichen Zielen beruhen (Zielbiotoptypen). Die Förderung kann nur für Flächen erfolgen, die sich in einer Gebietskulisse befinden. Diese Kulissen müssen auf objektiven und verwaltungstechnisch nachvollziehbaren Abgrenzungskriterien beruhen. Thüringen prüft die Fortsetzung der Förderung der vom Aussterben bedrohten, einheimischen Nutztierrassen. 3. Ökologischer Landbau Zur Unterstützung der Thüringer Biodiversitätsstrategie wird eine Fördermaßnahme zur Einführung und Beibehaltung ökologischer Wirtschaftsweise angeboten. Diese Maßnahme bezieht sich auf eine Gesamtbetriebsumstellung, um das Ziel einer Kreislaufwirtschaft zu erfüllen. 4. Ausgleichszulage - Benachteiligte Gebiete Die Ausgleichszulage bleibt ein wichtiges Förderinstrument für die Grünlandbewirtschaftung in aus naturbedingten oder anderen spezifischen Gründen benachteiligten Gebieten. Für die künftige Ausgestaltung ist nach wie vor eine Differenzierung der Zuwendungen nach dem Grad der natürlichen Benachteiligung vorgesehen. 5. Agrarinvestitionsförderung Die Agrarinvestitionsförderung wird mit neuen bundeseinheitlichen Tierschutzanforderungen für eine Basis- und eine Premiumförderung bei Stallbauinvestitionen fortgeführt. Ergänzend sind bei allen geförderten Investitionen besondere Anforderungen in mindestens einem der Bereiche Verbraucher-, Umwelt- und Klimaschutz zu erfüllen, die teilweise länderspezifisch ausgestaltet werden. Ein Förderschwerpunkt bleibt weiterhin die bodengebundene Nutztierhaltung, insbesondere die Milchviehhaltung. Folgende Investitionen dienen der Unterstützung der Grünlandbewirtschaftung und werden im Rahmen der Investitionsförderung besonders berücksichtigt:  Neubau, Erweiterung und Modernisierung von Stallanlagen mit über dem gesetzlichen Standard liegenden Tierschutzanforderungen für Raufutter verzehrende Viehbestände  Unterstützung der Direktvermarktung mit Konzentration auf Produktinnovationen und Verbesserung der Vermarktungsstrukturen  Beibehaltung der Diversifizierungsförderung 6. Zusammenarbeit und Europäische Innovationspartnerschaften (EIP) „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ Die Förderung von Innovationspartnerschaften wird auch zur Unterstützung der Grünlandwirtschaft genutzt und im Rahmen der Programmentwicklung entsprechend ausgestaltet. EIP bietet z. B. Potential für Gemeinschaftsprojekte von Tierhaltern, Flächenbewirtschaftern, Agrarforschungseinrichtungen, Wirtschaftsund Sozialpartnern und Vermarktern. Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen im Rahmen von horizontalen und vertikalen Kooperationen. Thüringen prüft, ob eine Förderung angeboten werden sollte. Damit könnte die Zusammenarbeit mehrerer Akteure im ländli21

chen Raum bei der Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten für eine gesamtbetriebliche oder auch überbetriebliche Anpassung der Grünlandwirtschaft an die neuen Herausforderungen gefördert werden. Das betrifft unter anderem:  die Bildung von Kooperationen bei der Jungrinderaufzucht für die Milchviehhaltung (z. B. Pensionstierhaltung) und zur Erhöhung der Nutzungseffizienz des Dauergrünlandes in den Thüringer Mittelgebirgslagen  Projekte zur Pflege hochbedrohter Mager- und Halbtrockenrasen sowie Streuobstwiesen. 7. Wissenstransfer und Informationsmaßnahmen Eine leistungsfähige und nachhaltige Grünlandwirtschaft erfordert qualifizierte Fach- und Führungskräfte in den Landwirtschaftsbetrieben. Die Fördermöglichkeiten über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) werden genutzt.

6.3

Dauergrünlandaufwuchs als nachwachsender Rohstoff für Erneuerbare Energien

Das Erneuerbare- Energien- Gesetz (EEG) muss auch Anreize für die energetische Verwertung der Biomasse vom Dauergrünland bieten. Thüringen sollte sich im Rahmen der Reform des EEG dafür einsetzen, dass Biomasse vom Dauergrünland unabhängig von der Bewirtschaftungsintensität deutlich höher als bisher vergütet wird, um den Wettbewerbsnachteil gegenüber Mais auszugleichen und einen echten Anreiz zu schaffen.

6.4

Entwicklung von Natur und Landschaft (ENL)

Thüringen unterstützt Aktionen und Investitionen, die zur Sicherung und Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustandes von Grünlandbiotopen beitragen. Dies gilt insbesondere für aus der landwirtschaftlichen Nutzung gefallene Flächen. Dabei sollte bevorzugt eine tiergebundene Landschaftspflege mit dem Ziel der Aufrechterhaltung der grünlandspezifischen Agrobiodiversität angestrebt werden.

6.5

Weitere Lenkungsinstrumente

Produktionsintegrierte Kompensati- Thüringen unterstützt die Entwicklung eines Handlungsrahmens onsmaßnahmen (PIK) zur Einbeziehung des Biotopgrünlandes in das System PIK. Agrarmarketing Es wird eine Marketingstrategie für Milch und Milchprodukte aus grünlandbasierter Fütterung sowie für Fleisch und Fleischprodukte von Weiderindern und Schafen entwickelt und für die Direktvermarktung das Qualitätszeichen „Regionalfenster“ etabliert. NALAP NALAP stellt neben KULAP, Teil Naturschutz die zweite Säule des Vertragsnaturschutzes in Thüringen dar. Es unterstützt die Pflege von Biotopgrünland, wenn die Nutzung durch Landwirte nicht abgesichert werden kann. Es wendet sich primär an Verbände, Vereine und Privatpersonen.

22

7.

Ziele Erhaltung Dauergrünland, standort-/pflanzenbestandsdifferenzierte, natur-, klima- und umweltverträgliche, marktorientierte und zukunftsfähige Grünlandbewirtschaftung GAP-EGFL (1. Säule) (Basisprämienregelung, Greening-Erhaltungsgebot) ELER-VO sowie MSL-GAKRahmenplan (Ausgleichszulage für Benachteiligte Gebiete) EEG-Reform (Anreize für`s Dauergrünland schaffen) ELER-EIP (Zusammenarbeit von mehreren Landwirtschaftsbetrieben und der Agrarforschung) GAP-EGFL (1. Säule) (Basisprämienregelung, Greening-Erhaltungsgebot)

Handlungsfelder

Lösungsansätze

Förderpolitische Lenkungsoptionen

Leitbild schaft

der

Grünlandwirt-

Kurzfassung Leitbild, Ziele, Handlungsfelder, Lösungsansätze

23

Ziel 1 produktives Dauergrün- 1 Aufrechterhaltung und Ausschöpfung des Ertragspotentiales durch nachhaltig optiErhöhung der Wertschöpfung land erhalten und effizimale Intensität ent nutzen von produktiven Dauergrünland und Erhalt bzw. Ausbau 2 Wiedererlangung nachhaltig optimaler der Beschäftigung Intensität auf bisher langjährig extensiv bewirtschafteten produktiven Standorten 3 Erhöhung des Substrateinsatzes in Biogasanlagen der grünlandbewirtschaftenden Betriebe

EEG-Reform (Grünland unabhängig von Bewirtschaftungsintensität in Einsatzstoffvergütungsklasse II nach Anlage 3 der Biomasseverordnung mit deutlich höherer Vergütung) ELER-VO-EIP (Förderung der Zusammenarbeit mehrerer Landwirtschaftsbetriebe und der Agrarforschung)

weitere Diversifizierung 1 Vertiefung der Zusammenarbeit auf landder grünlandbewirtschafwirtschaftlicher Erzeugerebene durch Pensions-Jungrinderhaltung im grünlandreitenden Betriebe chen Gebiet

7.

Ziele 2 Angebotserweiterung und -vertiefung der Direktvermarktung in grünlandbewirtschaftenden Betrieben Förderung der Aus- und Weiterbildung; grünlandbezogene Bildungsangebote stärker berücksichtigen Fördermaßnahme Betriebsberatung mit Grünlandspezialberatung

Handlungsfelder

Lösungsansätze

Förderpolitische Lenkungsoptionen

Ziel 2 Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der grünlandbewirtschaftenden Betriebe

Kurzfassung Leitbild, Ziele, Handlungsfelder, Lösungsansätze

24

Sicherung qualifizierter 1 Bildungsangebot und -inanspruchnahme zur Erlangung der Sach- und FachkompeFach- und Führungskräfte tenz für die Grünlandwirtschaft auf allen für die GrünlandwirtBildungsebenen verbessern schaft Verbesserung des Mana- 1 Überleitung neuester Erkenntnisse, Technologien im Grünlandmanagement sowie gements der grünlandvon Innovationen in die Grünlandwirtbewirtschaftenden Beschaft triebe 2 Fortführung der Dauerfeldversuche auf hohem wissenschaftlichen Niveau

3 Veredlungsprodukte vom Dauergrünland Marketingstrategie für Produkte vom Grünland (Milch, Fleisch), aus der Region offensiver bewerben Direktvermarktung, Regionalfenster

Ziel 3 Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung des Beitrages der Dauergrünlandnutzung zu Natur-, Umwelt-, Klimaschutz und Tierwohl

Erweiterung des ökologi- 1 Erweiterung des Anteils der ökologisch ELER-VO: Förderung der Einfühbewirtschafteten Wiesen, Mähweiden und rung und Beibehaltung, Gesamtschen Landbaus betriebsumstellung, MindesttierWeiden besatz /ha LF Biotopgrünland; speziel- 1 flächendeckende Nutzung der naturschutz- ELER-VO sowie MSL-GAK-Rahfachlich wertvollen Wiesen und Weiden, menplan: Extensivweidesysteme len Arten- und Lebensinsbesondere der FFH-Lebensraumtypen (Tierarten und Weidetypen) und raumschutz sichern Magerwiesenpflege (Wiesentypen) sichern in Gebietskulissen

7.

Ziele

Handlungsfelder

Förderpolitische Lenkungsoptionen 2 Mindestbewirtschaftung und -pflege der DirektzahlungsVO: Prüfung WieSchafhutungen (Mager- und Halbtrocken- dereinführung gekoppelte Tierprämie in natursensiblen Gebierasen) gewährleisten ten, spezielle Maßnahme gemäß ELER-VO: spezielle Maßnahme für Mager- und Halbtrockenrasen Lösungsansätze

Kurzfassung Leitbild, Ziele, Handlungsfelder, Lösungsansätze

25

Prüfung einer Fördermaßnahme vom Aussterben bedrohter einheimischer Nutztierrassen Förderung von Innovationspartnerschaften (EIP) PIK: Einbeziehung Biotopgrünland ELER-VO: Zugang zur Förderung ermöglichen langfristig begleitende Maßnahmen der Förderung oder Entschädigung

3 Wiederherstellung reich strukturierter Dauerweiden über alternative Weidesysteme Umwandlung von Acker- 1 dauerhafte Umwandlung von Ackerin Grünland in Überschwemmungsgein Grünland in Überbieten schwemmungsgebieten

artenreiches Dauergrün- 1 land erhalten und entwickeln

weitere Erhöhung der Artenvielfalt von ELER-VO sowie MSL-GAK-Rahextensivem Dauergrünland menplan: Nachweis von Zielarten aus landesspezifischem Artenkatalog

7.

Ziele

Handlungsfelder Lösungsansätze

Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der grünlandspezifischen Agrobiodiversität auf aus der Nutzung gefallenem Grünland

Förderpolitische Lenkungsoptionen 1 Aus verbuschtem Dauergrünland halboffe- Prüfung der Förderung von halboffenen Weidelandschaften außerne Weidelandschaften entwickeln halb LF

Kurzfassung Leitbild, Ziele, Handlungsfelder, Lösungsansätze

26

2 Entbuschung mit anschließender Weideoder Mahdnutzung Beitrag der Grünlandnut- 1 Ausdehnung der Weidehaltung des Milch- ELER-VO sowie MSL-GAK-Rahmenplan: Prüfung einer Förderzung zum Tierwohl viehs maßnahme ELER-VO: Prüfung einer Förder2 artgerechte Haltung der Fleischrinder maßnahme vom Aussterben bedrohter einheimischer Nutztierrassen

Ziel 4 Nutzung der Multifunktionalität des Dauergrünlandes als Beitrag zur Verbesserung der Akzeptanz der Landwirtschaft in der Gesellschaft

ELER-VO: Prüfung der Förderung von Innovationspartnerschaften FörderproSozioökonomische gramme noch gezielter auf Grünland ausrichten (z. B. Urlaub auf dem Lande)

Dauergrünland als Kom- 1 Sensibilisierung der Bevölkerung für eine munikationsplattform für umweltverträgliche Landnutzung und artUmweltbildung und Nagerechte Tierhaltung turverständnis entwi- 2 Umweltbildungsaktivitäten und Bildungsckeln aktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung auf dem Dauergrünland Dauergrünland als Erleb- 1 Das Ästhetikpotential des Dauergrünlannis- und Erholungsraum des erhalten und nutzen, Schwerpunktfür den Menschen erhalräume dafür sind die Nationalen Naturten landschaften 2 Entwicklung neuer touristischer Angebote, wie z. B. Urlaub auf dem Bauernhof

7.

Ziele

Handlungsfelder

Lösungsansätze

Förderpolitische Lenkungsoptionen

Beitrag der Grünlandnut- 1 In Verantwortung der Zuchtverbände wird die Erhaltungszüchtung geplant und orgazung zur Erhaltung vom nisiert Aussterben bedrohter Nutztierrassen 2 Robustheit solcher Nutztierrassen ausnutzen 3 Förderung der Haltung der vom Aussterben ELER-VO sowie MSL-GAK-Rahmenplan: Prüfung einer Förderbedrohten Nutztierrassen maßnahme

Kurzfassung Leitbild, Ziele, Handlungsfelder, Lösungsansätze

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Verteilerhinweis. Diese Druckschrift wird von der Thüringer Landesregierung im Rahmen ihrer verfassungsmäßigen Verpflichtung zur Information der Öffentlichkeit herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von deren Kandidatenoder Helfern im Zeitraum von sechs Monaten vor einer Wahl zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für alle Arten von Wahlen. Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist auch die Weitergabe an Dritte zur Verwendung bei der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die vorliegende Druckschrift nicht so verwendet werden, dass dies als Parteinahme des Herausgebers zu Gunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Diese Beschränkungen gelten unabhängig vom Vertriebsweg, also unabhängig davon, auf welchem Wege und in welcher Anzahl diese Informationsschrift dem Empfänger zugegangen ist. Erlaubt ist jedoch den Parteien, diese Informationsschrift zur Unterrichtung ihrer Mitglieder zu verwenden. Copyright: Diese Veröffentlichung ist urheberrechtlich geschützt. alle Rechte, auch die des Nachdrucks und der fotomechanischen Wiedergabe, sind dem Herausgeber vorbehalten

Impressum Herausgeber: Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) Stabsstelle Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Reden Beethovenstraße 3 99096 Erfurt Telefon: 0361 37-99922 Telefax: 0361 37-99950 www.thueringen.de/tmlfun poststelle@tmlfun.thueringen.de Redaktion: Abteilung Landwirtschaft Referat 33, InVeKoS, Direktzahlungen und Landwirtschaftsämter Bilder: Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft Druck: nur als pdf-Datei veröffentlicht

Stand: 7/2013
        
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