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Periodical volume

Full text: Berliner Feuerwehr Issue 2015

Annual 2015

2015

Wir retten Berlin. Seit 1851.
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Berliner feuerwehr Annual 2015

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EINLEITUNG

Liebe Leserin, lieber Leser,
im Jahr 2015 hat die Berliner Feuerwehr erstmals über 400.000 Einsätze in der Notfallrettung, der Technischen Hilfeleistung und der
Brandbekämpfung abgewickelt. Die haupt- und ehrenamtlichen
Kräfte haben zusammen mit den an der Notfallrettung beteiligten
Hilfsorganisationen und der Bundeswehr diese Hilfe professionell
und zuverlässig geleistet. Für die starke Zunahme der Einsatzzahlen
ist neben dem demographischen Wandel insbesondere die kontinuierliche Zunahme an neuen Berlinerinnen und Berlinern verantwortlich. Berlin wächst, und dies erheblich. Die Zuwachsprognose für die
nächsten Jahre wurde jüngst noch einmal nach oben korrigiert. Neben dem täglichen Einsatzdienst waren 2015 mehrere Großeinsätze
zu bewältigen. Lediglich beispielhaft für diese Einsätze möchte ich
den Dachstuhlbrand in der Uhlandstraße am Neujahrsmorgen, den
Brand in einem Unterkunftsgebäude in der Wupperstraße in Lichterfelde im April, den Brand in einem Pflegezentrum in Neukölln
im Juni und den Großbrand der Sporthalle auf dem Gelände der
Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik nennen.
Die Berliner Feuerwehr ist seit August 2015 im Rahmen der Flüchtlingshilfe tätig. Ich habe den Auftrag erteilt, die anfallenden Aufgaben der humanitären Hilfe zu bewerten, zu koordinieren und
durchzuführen. Mittlerweile hat Berlin mehr als 50.000 Flüchtlinge
aufgenommen, in mehr als 100 (Not-)Unterkünften. Mein Dank gilt
hier allen Einsatzkräften, insbesondere Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren, die sich in der Organisation und
vor Ort, beispielsweise beim Bettenaufbau in den Unterkünften, bis
an die Grenzen der Belastbarkeit eingebracht haben. Sie sind damit
Vorbild für die Gesellschaft.
Das Land Berlin investiert erheblich, um mit dem enormen Bevölkerungszuwachs mitzuhalten. Rund 200 Stellen in dieser Legislaturperiode, die Hälfte davon im Doppelhaushalt 2016/17, sind für
die Feuerwehr zur Verfügung gestellt worden. Darüber hinaus hat
die Feuerwehr zusätzliche 8,5 Mio. € erhalten, um beispielsweise Investitionen in Fahrzeuge und Geräte zu tätigen oder die Einführung
des Notfallsanitäters zu ermöglichen. Um zusätzlich Entlastung im
Bereich der Notfallrettung zu schaffen, habe ich die Hilfsorganisationen beauftragt, zehn weitere Rettungswagen zur Verfügung zu
stellen. Die Berufsfeuerwehr hat zudem noch drei zusätzliche Rettungswagen in Dienst gestellt, um eine bessere Versorgung für die
Bürgerinnen und Bürger gewährleisten zu können.
Denjenigen Leserinnen und Lesern, die hauptamtliche und/oder ehrenamtliche Kräfte der Berliner Feuerwehr sind, möchte ich dieses
Grußwort widmen, um mich noch einmal recht herzlich dafür zu
bedanken, dass wir alle auf Sie zählen können! Dieses Jahrbuch veranschaulicht, wie breit gefächert, spannend und eindrucksvoll das
vergangene Jahr für Sie war. Alle anderen Leserinnen und Leser, die
bisher keinen oder nur wenig Eindruck von der Tätigkeit und dem
Aufgabenspektrum der Berliner Feuerwehr hatten und deren Interesse nun geweckt wird, möchte ich ermutigen, sich beim Einstellungsbüro der Berliner Feuerwehr oder bei Ihren lokalen Freiwilligen
Feuerwehren in den Bezirken und Stadtteilen näher zu informieren.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen.
Mit freundlichen Grüßen

Frank Henkel
Senator für Inneres und Sport

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Berliner feuerwehr Annual 2015

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EINLEITUNG

Liebe Leserin, lieber Leser,
ein Jahr voller Herausforderungen für die Berliner Feuerwehr
liegt hinter uns.
Mit dem vorliegenden Jahresbericht möchten wir Ihnen einen
Einblick in unsere vielfältigen Aufgaben geben. Wir berichten
über unsere zahlreichen, teils spektakulären Einsätze. In vielen
Fällen „Alltag“ für unsere Einsatzkräfte, persönliche „Katastrophen“ für die Betroffenen.
Besonders in Erinnerung ist allen bestimmt der Einsatz in der
Sonnenallee. Die Bilder des Teams Feuerwehr-Doku zeigen den
Alltag unserer Kameradinnen und Kameraden sowie Kolleginnen
und Kollegen.
Die Unterstützung bei der humanitären Hilfe für die flüchtenden
Menschen hat uns in der zweiten Jahreshälfte vor neue Herausforderungen gestellt. Diese haben wir gemeinsam mit den Hilfsorganisationen, dem Technischen Hilfswerk und der Bundeswehr
bewältigen können. Die Freiwillige Feuerwehr aber auch die Angehörigen der Berufsfeuerwehr mit Unterstützung der Verwaltungsmitarbeiter haben dazu einen enormen Beitrag geleistet.
Fast im Verborgenen haben sich die Bildung des Zentralen Service und die Umstrukturierung der BFRA vollzogen. Dies sind
wichtige Schritte, um die Leistungsfähigkeit der Berliner Feuerwehr für die Zukunft zu verbessern.
Die Umsetzung des Notfallsanitätergesetzes und die Gründung
der Lehrrettungswache verlangen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Berliner Feuerwehr vieles ab. Die Vorbereitung des
Gebäudes, der Aufbau der Strukturen und die Gewinnung der
Kolleginnen und Kollegen für den Notfallsanitäter sind insgesamt große Herausforderungen.
Wie bereits in den letzten Jahren sind wir in der Forschung als
sogenannte Praxispartner aktiv – nicht zum Selbstzweck, sondern um Antworten auf Fragen zu erhalten, die uns schon seit
langem berühren.
Die INTERSCHUTZ als größte Fachmesse haben wir genutzt, um
uns der Öffentlichkeit und dem Fachpublikum vorzustellen. Es
hat sich gelohnt, nicht zuletzt, weil die Messe auch eine gute
Plattform bot, für Nachwuchs in unseren eigenen Reihen zu werben. Der „Wettbewerb um die Besten“ ist in vollem Gange. Es wird
immer schwieriger, geeignete junge Menschen zu gewinnen, die
bereit sind, sich der Verantwortung des anspruchsvollen Berufs
der Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner zu stellen. Hier zeigen sich deutlich die Folgen der demographischen Entwicklung.
Aber nicht nur bei der Nachwuchsgewinnung, sondern auch beim
Einsatzgeschehen spiegelt sich die Veränderung der Bevölkerungsschichten wider. Die älter werdende Gesellschaft zeigt sich
ebenso deutlich in den dramatisch zunehmenden Einsatzzahlen
im Rettungsdienst. Ein Zuwachs von mehr als 9 % Alarmierungen gegenüber dem Vorjahr übertrifft unsere Befürchtungen. Mit
der Inbetriebnahme von zusätzlich 13 Rettungswagen (davon
zehn von den Hilfsorganisationen und drei von der Berliner Feuerwehr) wurde die Umsetzung des Einsatzkonzeptes 15 (EK 15)
abgeschlossen. Die angestrebte Qualitätsverbesserung konnte
wegen des Anstieges im Einsatzgeschehen bedauerlicherweise
nicht erreicht werden. Wir sind davon überzeugt, dass alle am
Gesundheitssystem Beteiligten Anstrengungen unternehmen
müssen, um einem weiteren Anstieg entgegenzuwirken.

Aufgabe der Feuerwehr wird es sein, Konzepte zu entwickeln, die
Erfordernisse in der Versorgung der Bevölkerung zu analysieren
und eine gegenüber der heutigen Verfahrensweise präzisere Reaktion, d.h. Beschickung mit Einsatzmitteln, umzusetzen. Dies ist
aus unserer Sicht die Aufgabe für die nächsten Jahre.
Wir möchten uns bei allen Kameradinnen und Kameraden sowie
Kolleginnen und Kollegen für die geleistete Arbeit bedanken.
Ihnen als Lesern wünschen wir viel Spaß bei der hoffentlich spannenden Lektüre.
Mit freundlichen Grüßen

LBD Wilfried Gräfling

LBD-V Karsten Göwecke

Dieser Jahresbericht enthält an einigen Stellen für einen erleichternden Lesefluss ausschließlich die männliche Form der Begrifflichkeiten.
Es sind im Sinne des Gender-Mainstreaming-Gedankens dennoch immer alle Geschlechter angesprochen, gemeint und einbezogen.

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EINLEITUNG

EINSATZ

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Inhalt

Einleitung
Vorwort des Senators
für Inneres und Sport...........................Seite 3
Vorwort der Behördenleitung.............Seite 5
Inhaltsverzeichnis................................Seite 7
Chronik
Das Jahr 2015 im Rückblick................ Seite 8
Interschutz............................................Seite 10
einsatz
Humanitäre Hilfe
Flüchtlingshilfe.....................................Seite 12
Führungsstaffel im Einsatz
Zeltstadt in Kaserne.............................Seite 15
Dachstuhlbrand in Neukölln
Seniorenheim in Flammen..................Seite 16
Und sonst noch so...
Besondere Einsätze 2015....................Seite 20
Fotoessay
Wenn die Welt in Flammen steht
Feuerwehr-Doku...................................Seite 34
Ausbildung
So viel Anfang war nie
BFRA.......................................................Seite 48
Taktik
Mit Fire zum Feuer
App für Einsatzleitdienst.....................Seite 52
Umweltdienst der Berliner Feuerwehr
Spezieller Führungsdienst...................Seite 54

52TAKTIK

34

FOTOESSAY

Notfallrettung
Von der Schulbank auf die Straße
Modernisierte Ausbildung.....................Seite 56
Technik
Digitalfunk – Sachstand und Ausblick
Entwicklung des Jahres 2015................Seite 58
Projekt Kooperative Leitstelle
der Berliner Polizei und Feuerwehr......Seite 60
Fahrzeugbeschaffung 2015
Interessante Neuerungen......................Seite 62
Forschung
ENSURE
Großübung mit einer Unbekannten.....Seite 64
Freiwillige Feuerwehren
Verlässliche Partner
Der Landesbeauftragte......................... Seite 66
Wer nicht wirbt der stirbt
Der Landesfeuerwehrverband
Berlin e.V ................................................Seite 67
Jugendfeuerwehr
Immer dabei –
Die Berliner Jugendfeuerwehr...............Seite 68
Organisation
Zentraler Service
Die kleine Strukturreform.....................Seite 70
Neues Einsatzkonzept
EK 15 umgesetzt.....................................Seite 72

AUSBILDUNG

48

FeuerwehrMuseum
Besucherrekord
und Sonderaustellung............................Seite 73
Zahlen, daten , Fakten
Statistik
Kurzübersicht/Stadtgebiet....................Seite 74
Organigramm/Standorte/
Freiwillge Feuerwehr..............................Seite 75
Zuordnung der Dienstellen....................Seite 76
Übersichtskarte...................................... Seite 78
Notfallrettung/Stellen/ Funktionen .... Seite 80
Katastrophenschutz/
Vorb. Brandschutz/ Werk-und
Betriebsfeuerwehren .............................Seite 81
Einsatz-und Alarmierungsstatistik.......Seite 82
Fahrzeugalamierungen..........................Seite 83
Eigenunfälle............................................ Seite 90
Fahrzeuge................................................Seite 91
Katastrophenschutzfahrzeuge.............Seite 92
Finanzen..................................................Seite 93
Begriffseräuterungen/ Abkürzungen/
Impressum ..............................................Seite 94

Fotos: Feuerwehr Doku, Sebastian Haase, Freiwillige Feuerwehr

58TECHNIK

66 FREIWILLIGE FEUERWEHREN

7

Berliner feuerwehr Annual 2015

12. Januar

Der Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung des Abgeordnetenhauses Berlin tagt an
der BFRA. Der Ausschuss wird über unsere Forschungsprojekte informiert.

19. Februar

Beim Tag der offenen Tür am OZS Knobelsdorff-Schule zeigen unsere jungen „112-Direktler“ was sie gelernt haben und machen Werbung für diesen Weg zur Feuerwehr.

27. Februar

64 Brandmeisteranwärter werden durch den
Landesbranddirektor ernannt und zur Laufbahnausbildung im mittleren Dienst zugelassen. 55 Anwärter werden nach bestandener
Laufbahnprüfung zu Brandmeistern/innen ernannt.

3. März

Kameraden der FF Hellersdorf unterstützen das
Forschungsprojekt TIBRO bei der Feuerwehr
Frankfurt a. M.

1. April

Zehn Brandoberinspektoren-Anwärter und drei
Brandreferendare und eine Brandreferendarin
beginnen ihre Ausbildung im gehobenen und
höheren feuerwehrtechnischen Dienst.

15. April

Fünf Berliner Feuerwehrleute starten auf Einladung der Pariser Feuerwehr beim Paris-Marathon.

17. April

Stromausfall in Berlin – das Forschungsprojekt
Kat-Leuchttürme probt den Ernstfall mit einem
Feldtest.

8

18. April

In der Feuerwehr-Mannschaftsmeisterschaft
im Retten und Schwimmen in Hamburg belegt
unser Team im Schwimmen den zweiten Platz.
Das Hallenfußballturnier der JF verzeichnet
mit 300 Teilnehmern in 23 Mannschaften einen Teilnehmerrekord. Die Gewinner sind in der
Klasse U 14 die JF Rauchfangswerder und in der
Klasse U 18 die JF Wedding.
Beim fünften Stairrun im ParkInn Hotel am
Alexanderplatz gehen über 700 Feuerwehrleute
aus acht Nationen an den Start. Das schnellste
Team kommt aus Polen und benötigt nur 6:01
min für die 39 Etagen.

ihnen. Der Applaus der Zuschauer trägt sie gemeinsam ins Ziel.

23. April

1. Juli

Über 150 Mädchen erleben im Rahmen des
Girls' Day einen spannenden Tag auf unseren
Feuerwachen und erfahren so, ob der Beruf der
Feuerwehrfrau für sie eine Zukunftsperspektive
sein könnte.

22. Mai

Senator Henkel und Landesbranddirektor
Gräfling stellen den Jahresbericht 2014 vor.

5. Juni

Nach zweijähriger Ausbildung bestehen 24
Feuerwehrleute des mittleren Dienstes ihre Aufstiegsprüfung für den gehobenen Dienst.

8. Juni-14. Juni

Wir präsentieren uns auf der INTERSCHUTZ
2015 in Hannover mit einem Berufsinformations- und Forschungsstand.

12. Juni

Fünf Feuerwehrleute starten in kompletter
Schutzkleidung unter schwerem Atemschutz
beim Berliner Firmenlauf. Fünf Kollegen in Rettungsdienstkleidung samt Ausrüstung folgen

20. Juni

Die Freiwillige Feuerwehr Lichterfelde feiert mit
einem sehr gut besuchten Tag der offenen Tür
ihr 40-jähriges Bestehen.

26. Juni

Die ersten 14 in Eigenregie an der BFRA ausgebildeten Notfallsanitäter legen erfolgreich ihre
Staatsexamen ab.

Der Köpenicker Feuerwehrmann und Judoka
Stefan Niesecke gewinnt bei den Police & Fire
Games in Fairfax, Virginia, USA die Goldmedaille in der Klasse „Herren 30+ <100 kg“ und die
Silbermedaille in der Klasse „Herren 30+ >100
kg“.

6. Juli

Die Berliner Jugendfeuerwehr präsentiert sich
auf der Jugendmesse YOU Berlin 2015.

18. Juli

614 Berufs- und Freiwilligen Feuerwehrleuten
wird der Fluthelferorden des Bundes für ihren
Einsatz im Juni 2013 im Raum Magdeburg verliehen.

31. August

58 Brandmeisteranwärter/innen werden durch
den Landesbranddirektor ernannt und zur
Laufbahnausbildung im mittleren Dienst zugelassen. 33 Anwärter werden nach bestandener
Laufbahnprüfung zu Brandmeistern ernannt.

Chronik

2015
Das Jahr im
Rückblick
1. September

Bedeutende Änderungen im Rettungsdienst:
Die erste Ausbildung zu Notfallsanitäterinnen
und –sanitäter im Land Berlin startet an der
BFRA. Die Lehrrettungswache nimmt mit dem
ersten RTW den Betrieb auf. Und die Umsetzung
des neuen Notarztkonzeptes beginnt, die NEF
ziehen auf die Feuerwachen um.“

4. September

An der BFRA erforscht man die Belastungsgrenzen unter Atemschutz mit Geräteträgern der
Feuerwehr und der Flughafen-Feuerwehr.

12. September

Beim Inselfest in Schmöckwitz wird mit der JF
Schmöckwitz die 45. Jugendfeuerwehr Berlins
gegründet.

19. September

Bei den in der Julius-Leber-Kaserne stattfindenden 3. Deutschen Feuerwehr-Mannschaftmeisterschaften im Laufen wird unsere Mannschaft
Deutscher Meister vor den Teams aus Aachen
und Hamburg.

21. September

Die Freiwillige Feuerwehr Tegel feiert zusammen
mit Bezirksbürgermeister Frank Balzer und vielen anderen Gästen ihr 30-jähriges Bestehen.
Konferenz zum Abschluss des Verbundprojekts
„Professionelle Integration von freiwilligen
Helferinnen und Helfern in Krisenmanagement
und Katastrophenschutz (INKA)" im Umweltforum Berlin.

28.-29. September

Der 11. Europäische Katastrophenschutzkongress findet unter Beteiligung der Berliner Feuerwehr zum ersten Mal in Berlin statt.

3. Oktober

Jubiläum der Zusammenführung der Berliner
Feuerwehr Ost und West. Das Feuerwehrmuseum Berlin eröffnet zu diesem Anlass eine kleine
Sonderausstellung mit besonderen Objekten,
Bild- und Filmdokumenten aus dieser bewegten Zeit.

40-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Brandund Katastrophenschutzdienst ausgezeichnet.
Ortwin Moritz wird mit der Sonderstufe für sein
besonderes Engagement als Ausbilder in der
Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet.

9.-11. Oktober

Innensenator Frank Henkel stellt seine Kampagne „RESPEKT? JA, BITTE!“ zusammen mit
Mitarbeitern der Polizei, der Feuerwehr und des
Ordnungsamtes vor.

Die RESCUE DAYS 2015, die größte Ausbildungsveranstaltung für technische Hilfeleistung weltweit, finden mit unserer Beteiligung
auf dem Messegelände unterm Funkturm statt.
200 Berliner Einsatzkräfte und weitere 600 Feuerwehrleute aus der ganzen Welt lassen sich in
den neusten Techniken der technischen Rettung
an 120 Fahrzeugen fortbilden.

19. November

22. November

Feierliche Kranzniederlegung zum Totensonntag am Feuerwehrehrenmal am Mariannenplatz in Kreuzberg.

19. Oktober

27. November

In den Nachtstunden üben im BAB-Tunnel Ortsteil Britz Einsatzkräfte ein Unfallszenario mit
zwei PKW und einem Reisebus.

Vor dem ersten Advent informiert die Pressestelle der Feuerwehr über die Brandgefahren in
der Adventszeit.

1. November

7. Dezember

Beim 35. Wannseelauf der Feuerwache Wannsee gewinnt zum dritten Mal in Folge Sascha
Vetter von der Feuerwache Pankow in einer Zeit
von 20:19 min.

4. November

44 Freiwillige Feuerwehrleute werden mit dem
Katastrophenschutz-Ehrenzeichen der Stufe
1 für eine 10-jährige Mitgliedschaft bei einer
Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet.

11. November

Im Bärensaal der Senatsverwaltung für Inneres
und Sport werden zehn Freiwillige Feuerwehrleute mit dem Katastrophenschutz-Ehrenzeichen der Stufe 2 für 25 Jahre ehrenamtliche
Tätigkeit und acht Mitglieder mit der Stufe 3 für

18 Berliner werden mit dem „Engel der Großstadt“ für heldenhafte Taten ausgezeichnet.

10. Dezember

Der Arbeiter-Samariter-Bund stellt im großen
Saal der Feuerwache Mitte die App BERLIN
SCHOCKT vor. Wir sind Partner der Kampagne
und unterstützen, wo wir können.

29. Dezember

Bei der Silvester-Pressekonferenz informieren
wir die Medienvertreter über unsere Aufstellung für die arbeitsreichste Nacht des Jahres.

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Atemschutznotfall wird demonstriert und erläutert
Foto: Berliner Feuerwehr

der Forschungsbereich stellt neues vor
Foto: Berliner Feuerwehr

INTERSCHUTZ 2015
Die INTERSCHUTZ gilt als weltweite Leitmesse
für Brand- und Katastrophenschutz, Rettung
und Sicherheit. Zu der sechstägigen Messe kamen rund 157.000 Besucher aus der ganzen
Welt. Viele davon auch an den Stand der Berliner Feuerwehr.

Die Berliner Feuerwehr war mit einem eigenen Messestand auf
der INTERSCHUTZ 2015 in Hannover vertreten. Das sechs Meter
hohe Brandenburger Tor auf unserer Standfläche in Halle 13 war
nicht nur ein Eyecatcher, sondern gleichzeitig ein Treffpunkt für
den Fachbesucher bis zum interessierten Bewerber. Gäste an unserem Stand waren neben Behördenleitern aus ganz Deutschland
eine Delegation der höchsten Leiter der polnischen Feuerwehr.
Auch viele Kolleginnen, Kollegen, Kameradinnen und Kameraden
der Berliner Feuerwehr nahmen den weiten Anfahrtsweg in Kauf,
um sich auf der INTERSCHUTZ über Innovationen in ihrem Arbeitsspektrum zu informieren und sich einen Eindruck vom Messeauftritt der Berliner Feuerwehr zu verschaffen. Der Stand war
in drei Themenbereiche unterteilt und somit für eine Vielzahl von
Besuchern interessant.
NACHWUCHSWERBUNG – PRAXIS – FORSCHUNG
Im Themenbereich Nachwuchswerbung wurden interessierte
Besucher durch das Team des Bewerbungsbüros über das Bewerbungsverfahren bei der Berliner Feuerwehr informiert. Insbesondere für alle aufkommenden Fragen zu den einzelnen Schritten
und Formalitäten des Auswahlverfahrens waren wir mit diesen
Mitarbeitern sehr gut aufgestellt. Hier wurden alle Fragen zu den

10

Laufbahnen 112 Direkt, 112 Classic, 112 Bachelor und 112 Master beantwortet. Neben Vorträgen und informativen Gesprächen
zu den einzelnen Berufschancen bei der Berliner Feuerwehr konnten Besucher auch ihre körperliche Leistungsfähigkeit auswerten
lassen. Eine umfassende Leistungsdiagnostik (VO2max Test) ist
Bestandteil unseres Einstellungstests und konnte gleich am
Stand gemacht werden. Für weitere Fragen zur Hauptstadtfeuerwehr standen natürlich auch noch Feuerwehrleute aller Laufbahnen für Gespräche bereit. Viele Interessenten verließen diesen
Themenbereich mit dem Versprechen „Bewerbung folgt!“.
Im Themenbereich Praxis lag der Schwerpunkt auf technischen
Innovationen in der Einsatzleitung. Ein ausgestellter Einsatzleitwagen (ELW 1) für die C- und B-Dienste weckte enormes Interesse. Die Besucher waren erstaunt, wie strukturiert und kompakt
dieses Einsatzfahrzeug konzipiert ist. Viel Zuspruch bekamen die
technischen Möglichkeiten, die der Einsatzleiter schon auf der
Anfahrt zum Einsatzort hat. Speziell die FIRE-App auf einem Tablet und die Möglichkeiten des Programmes GeoFES auf einem
stationären Rechner wurden im Detail vorgestellt. Die exklusiv
in Berlin in der Entwicklung befindliche FIRE-App kombiniert an
bisher unterschiedlichen Orten vorhandene Informationen auf
einer intuitiven Oberfläche (ausführlicher Bericht auf Seite 48).
Zudem wurde an jedem Messetag auf unserer Bühne ein breites
Programm an Vorträgen, Vorführungen, Filmen und Aktionen
angeboten. Hier bekamen die Besucher einen Einblick in die Vielfältigkeit des Aufgabenspektrums einer Feuerwehr. Der Bereich
Forschung war vor allem ein inspirierender Ort für die Fachbesucher. Seit 2007 ist die Berliner Feuerwehr Praxispartner in der Sicherheitsforschung. Auf der Messe stellte das Team seine Arbeit,
Ergebnisse und Demonstratoren aus den aktuellen Projekten vor.
Im Mittelpunkt des Besucherinteresses standen:

Chronik

Das Publikum folgt gespannt der simulation eines atemschutznotfalls
Foto: Berliner Feuerwehr

« INKA mit dem Handlungsleitfaden zur Zukunft des Ehrenamts,
« Kat-Leuchttürme mit dem Exponat für die Aufrechterhaltung
von Kommunikationssystemen im Falle eines langanhaltenden
Stromausfalls und
« ENSURE mit dem Exponat einer Mithelfer-Alarmierungs-App
für verbesserte Krisenbewältigung im urbanen Raum.
Den Blick auf die Zukunftsfähigkeit der Feuerwehren inmitten
von gesellschaftlichem und technologischem Wandel richtete das Forschungsteams mit einem eigenen Forschungstag am
Donnerstag der Messewoche. Anwender waren zu einem Zusammentreffen geladen, um sich zum Thema „Sicherheitsforschung
in der Praxis“ auszutauschen. Vertreter des Deutschen Werkfeuerwehrverbandes, der AGBF, der vfdb, des Projektträgers und
die Behördenleitung der Berliner Feuerwehr diskutierten über
unterschiedliche Themenfelder, Chancen und Herausforderungen in der Forschung für die zivile Sicherheit. Das anschließende „Messeforum Forschung“ sorgte für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch zwischen Experten für Katastrophenschutz,
Einsatzleitung und Freiwilligendiensten in Hilfsorganisationen.
Die Diskussion wurde mit wissenschaftlichen Impulsvorträgen
eröffnet. Zum Beispiel sprach Diana Kietzmann von der Universität Greifswald über „Freundschaft und Teamgeist als Motor der
Freiwilligen Feuerwehr“ (Projekt INKA) und Katja Schulze von der
Freien Universität Berlin informierte zu „Mythen menschlichen
Verhaltens in Katastrophen – Empirie für Mithelfer-Konzepte“
(Projekt ENSURE).
Das große Interesse an unseren Forschungsprojekten und den
vorgeführten Exponaten bewies eindrücklich, wie wichtig Forschung in diesem Bereich ist und wie sehr eine Feuerwehr von
den Erkenntnissen dieser Forschung profitieren kann.

mal etwas anders fahrrad fahren
Foto: Berliner Feuerwehr

Messeprogramm
z.B Freitag 12.6.2015
11:00

Notfallsanitäter –
Verantwortung im RD

12:00

Berlin braucht dich!

13:00

Atemschutznotfall –
Rette sich wer kann!

14:00

Ensure
+ Forschungs-Quiz

15:00

Kennzeichen Abfrage –
Schneiden ohne Gefahr

16:00

MANV Konzept
+ Quiz

17:00

Atemschutznotfall –
Rette sich wer kann!

BJÖRN RADÜNZ
Stab K 2
11

Berliner feuerwehr Annual 2015

Foto: Feuerwehr-Doku

Humanitäre Hilfe
Die Zuspitzung der Flüchtlingslage prägte die Berliner
Feuerwehr im zweiten Halbjahr auf besondere Weise. Die Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe erforderten
ein hohes Engagement im haupt- und ehrenamtlichen
Einsatzdienst genauso wie im rückwärtigen Dienst.

Schon im Frühjahr berichteten die Nachrichtenagenturen über
die stetige Zunahme der Flüchtlingsströme in die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundeshauptstadt Berlin galt bereits in
der Vergangenheit als ein bekanntes Ziel für Flüchtlinge und so
verwunderte es nicht, dass die Flüchtlingslage in Berlin immer
öfter den Weg in die Nachrichten fand. Zu dieser Zeit dachte bei
der Berliner Feuerwehr noch keiner daran, dass sich daraus die
größte und bisher längste andauernde Lage entwickelte, die viele
Bereiche der Berliner Feuerwehr in besonderer Weise herausforderten. Die Situation am Landesamt für Gesundheit und Soziales
veränderte sich in den Sommermonaten erheblich. Die vielen vor
Krieg und Not geflüchteten Menschen überrannten im wahrsten
Sinne des Wortes die für deutlich geringere Zahlen ausgelegten
Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge in Berlin. Die Situation vor Ort führte zu immer häufigeren und in ihrem Umfang
stärker ausgeprägten Einsätzen in der Notfallrettung. Parallel
hierzu versuchten die zuständigen Behörden die Situation zu
entschärfen und baten die Berliner Feuerwehr um Amtshilfe. Mit
der Zunahme der Anfragen an die Berliner Feuerwehr, die der Lagedienst nebenbei bearbeiten musste, und dem ungeordneten
Zugriff auf die Katastrophenschutzeinheiten von Technischem
Hilfswerk und den Hilfsorganisationen war eine neue Struktur
dringend geboten. Aus diesem Grund beauftragte am 20. August
die Senatsverwaltung für Inneres und Sport die Berliner Feuerwehr mit der Koordinierung der Maßnahmen der Flüchtlingshilfe
von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und den Hilfsorganisationen. Bereits am nächsten Tag wurde der Einsatzstab der Berliner
Feuerwehr mit einem Rumpfstab aus einem Beamten des höheren und zwei Beamten des gehobenen Dienstes besetzt. Aus dem
Personalpool der drei Stabsgruppen des Einsatzstabes wurde
kurzerhand ein Dienstplan für eine Tagesbesetzung in der ersten
Woche erstellt. Durch den häufigen Personalwechsel waren die
Abläufe allerdings etwas holprig. Daher entschied man sich für
die Einrichtung einer festen Arbeitsgruppe, der Task Force
12

Flüchtlingsmanagement, in den Räumlichkeiten des Einsatzstabes. Rund 20 Mitarbeiter aus den unterschiedlichen Organisationseinheiten der Berliner Feuerwehr fanden sich kurzerhand in
einem neuen Team bereit, täglich eine Früh- und eine Spätschicht
zu besetzen. Das Team der Feuerwehr wurde anlassbezogen von
Fachberatern des Technischen Hilfswerks, der Bundeswehr und
der Hilfsorganisationen unterstützt. Permanent stellte die Bundeswehr einen Verbindungsoffizier im Einsatzstab der Berliner
Feuerwehr. Bis Ende des Jahres wurden hier 5.200 Stunden geleistet.
Amtshilfeersuchen zur logistischen Unterstützung
Mit der Etablierung der Task Force Flüchtlingshilfe fand der Landesweite Koordinierungsstab Flüchtlingsmanagement (LKF) einen
kompetenten Ansprechpartner, und so entwickelte sich schnell
eine enge Zusammenarbeit der beiden unterschiedlich geprägten
Stäbe. In der täglichen Telefonkonferenz mit den Vertretern der
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, dem Landesamt
für Gesundheit und Soziales, der Berliner Unterbringungsleitstelle, der Ausländerbehörde und der Berliner Immobilienmanagement GmbH zeigte sich immer deutlicher als schwierige Situation
bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Ein Puffer mit vorbereiteten Betten in Turnhallen oder großen Notunterkünften war
faktisch nicht mehr vorhanden. Alle Bemühungen konzentrierten
sich darauf, für die im Laufe des Tages erwarteten Flüchtlinge am
Abend eine Notunterkunft bereitzustellen. Der pragmatische Lösungsansatz, kontinuierlich Notunterkünfte in dafür geeigneten
Objekten einzurichten, konnte von politisch-administrativer Seite der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales nur schwer
umgesetzt werden. Die Feuerwehr war es dagegen mit ihrer
Stabsarbeit gewohnt, sich „vor die Lage zu bringen“. So konnte
man immer wieder erleben, dass die Entscheidung für die Einrichtung einer neuen Notunterkunft erst am späten Nachmittag
fiel. Ab diesem Zeitpunkt musste dann alles ganz schnell gehen.
Zugänglichkeit zum Objekt prüfen, Vor-Ort-Erkunder entsenden,
Kräfte-Mittel-Ansatz für die erforderlichen Maßnahmen planen
und den Transport der Betten und Matratzen aus dem Zentrallager in Selchow organisieren. Wertvolle Hilfe waren dabei die
Fachberater der Freiwilligen Feuerwehren im Einsatzstab und die
Führungsstaffeln der Brandschutzbereitschaften vor Ort, die von
den Einsatzleitern der Gruppe C großes Lob und hohe Anerken-

EINSATZ

Aufbauarbeiten am ehemaligen Flughafen tempelhof
Fotos: Feuerwehr-Doku

Bettenbau für Flüchtlingsunterkunft
Fotos: Feuerwehr-Doku

nung für ihre professionelle Arbeit bekamen. Die Einsatzkräfte
der Freiwilligen Feuerwehr organisierten sich dabei eigenständig
in vorgeplanten Hilfeleistungskontingenten, um die Belastung
möglichst gleichmäßig auf unsere Freiwilligen Feuerwehren zu
verteilen.

Einsatzkräfte eine kritische Größe. Obwohl nach wie vor viele
ehrenamtlich Tätige mit hohem persönlichen Einsatz versuchten
die Situation zu meistern, galt es doch andere unkonventionelle
Wege zu beschreiten. Erstmalig rief die Berliner Feuerwehr am
29. Oktober über die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook
die Berliner Bevölkerung zur Mithilfe beim Aufbau von Holz-Doppelstockbetten in den Hangars des Flughafen Tempelhofs auf.
Die Resonanz war überwältigend. Bereits nach 15 Minuten berichteten die Radiostationen vom Helferaufruf der Berliner Feuerwehr. Trotz der kurzfristigen Aktion fanden sich mehr als 100
Bürgerinnen und Bürger, teilweise sogar mit Akkuschraubern
ausgerüstet, zur Mithilfe ein. Im Schnitt waren über den ganzen Tag verteilt immer 60 Spontanhelfer aktiv. So sorgten Berliner Bürger, Bundeswehrsoldaten und Einsatzkräfte der Berliner
Feuerwehr an diesem Tage gemeinsam für den Aufbau von 288
Doppelstockbetten. Die Aufrufe zum bürgerschaftlichen Engagement wurden für weiteren Ertüchtigungen von Notunterkünften
berücksichtigt, wobei die Resonanz kiezspezifisch war. Gleichwohl baute die Berliner Feuerwehr ihre Kompetenz im Umgang
mit nichtorganisierten Helfern weiter aus. Die Erkenntnisse flossen direkt in die aktuellen Forschungsprojekte ein, bei denen die
Berliner Feuerwehr als Praxispartner in der Sicherheitsforschung
eingebunden ist. In den letzten vier Monaten des Jahres erbrachten die Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr mehr als 11.500
Stunden für Amtshilfeeinsätze "Logistik" für Notunterkünfte. Der
größte Teil der Einsatzstunden wurde durch die ehrenamtlich tätigen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr geleistet.

In den Notunterkünften wiederholten sich ein ums andere Mal die
erforderlichen Arbeitsschritte. Einziehen eines provisorischen Bodens aus Holzverlegeplatten in den Sporthallen, Aufbau der aus
bis zu dreihundert Einzelteilen bestehenden Holz-Doppelstockbetten, Verteilen von Matratzen und Bettzeug. Gerade die vielfach verbauten Holz-Doppelstockbetten erforderten einen hohen
Personalansatz. So schafften 10 Einsatzkräfte in einer Stunde
gerade einmal vier Doppelstockbetten. Eine Routine stellte sich
aber nicht ein, der Markt für einfache Bettgestelle war leergefegt. So war die Art der aufzubauenden Betten immer wieder eine
kleine Überraschung. Einen großen Anteil bei der Einrichtung der
Notunterkünfte übernahmen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte
der Freiwilligen Feuerwehr. Aber auch die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerks und die für Berlin abgestellten
Soldaten der Bundeswehr waren unermüdlich im Einsatz. Die
Belastung für die ehrenamtlichen Kräfte war enorm. Auch die
Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr packten mit an, wenn es galt
drohende Obdachlosigkeit für Flüchtlinge zu vermeiden. Teilweise waren die Einsatzkräfte noch mit dem Aufbau der Betten beschäftigt, da trafen bereits die ersten Busse mit den Flüchtlingen
ein, die eine lange Reise aus Bayern hinter sich hatten. Nebenher
waren die Feuerwehr und die Hilfsorganisationen gefordert, Lebensmittel und Getränke zu den Erstaufnahmeeinrichtungen in
der Turmstraße oder in die neu eingerichteten Notunterkünfte zu
bringen, bis die Betreiber übernehmen konnten.
In Erinnerung bleiben werden den Einsatzkräften sicherlich der
Aufbau einer Zeltstadt in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne
und die Einrichtung von großen Notunterkünften im Horst-Korber-Sportzentrum am Olympiapark, in der Messehalle 26, in den
Hangars im ehemaligen Flughafen Tempelhof und später im ICC.
Stadtweit wurden viele weitere größere und kleinere Objekte als
Notunterkunft ertüchtigt. Mit zunehmender Dauer der humanitären Hilfe war die Belastbarkeit der ehren- und hauptamtlichen

Mit der Ankunft der ersten Sonderzüge aus Freilassing/Bayern am
Bahnhof Berlin-Schönefeld Flughafen entwickelte sich ab dem
8. September ein neuer Einsatzschwerpunkt, der rasch zu einer
täglichen Routine für die Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr wurde. Dank eines großen Kräfteaufgebots, einer kleinen Zeltstadt
und zahlreichen Ärzten wurde jeder ankommende Flüchtling kurz
ärztlich gesichtet. Schon beim nächsten Sonderzug konnte man
diesen Ansatz deutlich reduzieren. Die Deutsche Bahn ermöglichte die provisorische Nutzung des ehemaligen Bahnhofsgebäudes
mit der Ankunftshalle. Vieles war nur provisorisch vorhanden.
Die Stromversorgung für die Beleuchtung in der Halle stellte die
Berliner Feuerwehr zu Beginn mit Notstromaggregaten sicher.
Mit der Zeit wurde vieles immer professioneller organisiert. Was-

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Fertigstellung der Flüchtlingsunterkunft
Foto: Berliner Feuerwehr

ser und Strom standen wieder zur Verfügung. Die Halle konnte
beheizt werden. Medi-Point, Toiletten, Kleiderkammer, Kinderspielecke und Verpflegungsstationen wurden eingerichtet. Das
Leuchten von Kinderaugen beim Seifenblasen -Pusten war Lohn
für die ganzen Mühen. Hervorzuheben bleibt die große Gemeinschaftsaktion der Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst
und Polizei aus Berlin und Brandenburg, den Vertretern der zuständigen Behörden, den Sprachmittlern, den Bundeswehrsoldaten und den ehrenamtlichen Helfern. Die Maßnahmen am Bahnhof wurden in einem Einsatzplan festgeschrieben und mit dem
Landkreis Dahme-Spreewald und dem Brandenburger Koordinierungsstab Asyl abgestimmt. Die Einsatzkräfte aus Berlin wurden
von einem Einsatzleiter der Gruppe B geführt, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst mit dem Leitenden Notarzt übernahm
die Führung der rettungsdienstlichen Komponente aus Notarzt,
Rettungswagen und Gerätewagen Sanität. Ein Löschfahrzeug
sicherte den Brandschutz in der provisorisch geöffneten Bahnhofshalle. Die rettungsdienstliche Absicherung erfolgte bereits
am Bahnsteig. Der im Zug mitfahrende Sanitätsdienst konnte
über Digitalfunk im Vorfeld Informationen zu erkrankten oder
körperlich eingeschränkten Flüchtlingen mitteilen. Immer wieder
waren Transporte von erkrankten Flüchtlingen, darunter viele
Säuglinge und Kleinkinder, in die umliegenden Kliniken erforderlich. Um die Familien nicht zu trennen, wurden die Angehörigen
mit einem zusätzlichen Fahrzeug in die Klinik gefahren. In der
Bahnhofshalle erfolgte die Aufteilung der Flüchtlinge auf die
Notunterkünfte in Brandenburg und Berlin. Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge wurden separat in besondere Einrichtungen
der Jugendhilfe gebracht. Die für Berlin vorgesehenen Flüchtlinge
fuhren mit Bussen in die Glockenturmstraße. Bis zum Jahresende
wurden 102 Sonderzüge mit mehr als 39.400 Flüchtlingen empfangen. 7.400 Personalstunden mussten dabei durch die Berliner
Feuerwehr aufgewendet werden.
Auch der Vorbeugende Brand- und Gefahrenschutz war gefragt
In ihrer originären Zuständigkeit waren die Kollegen des Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutzes bei Objektbegehungen
für mögliche Flüchtlingsunterkünfte beteiligt. Zusammen mit
den Bauordnungsämtern und der Berliner Immobilienmanagement GmbH wurden mehr als 100 Objekte begangen und auf
ihre Eignung zur (Not)Unterbringung von Flüchtlingen beurteilt.
Augenmerk der Berliner Brandschützer war dabei insbesondere
die sichere und schnelle Räumung der Unterkunft im Brandfall.
770 Personalstunden sind in den letzten Monaten aufgelaufen.
Größere Objekte wie die Hangars im ehemaligen Flughafen Tempelhof oder das ICC wurden sogar mehrmals begangen.

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Die Flüchtlingssituation führte und führt im Alltagsgeschäft der
Berliner Feuerwehr ebenfalls zu einer Steigerung der Einsatzzahlen. Allein in den Monaten September bis Dezember waren rund
5.100 Einsätze im Rettungsdienst und knapp 140 sonstige Einsätze, davon 103 Alarmierungen zu ausgelösten Brandmeldeanlagen oder Brandmeldungen, mit der Flüchtlingshilfe verbunden.
Ein Zwischenfazit lässt sich nach den umfangreichen Maßnahmen zur Flüchtlingshilfe bereits heute ziehen. In der Vergangenheit war der Stabsraum der Berliner Feuerwehr noch nie so lange
dauerhaft in Betrieb. Die reibungslose Inbetriebnahme und der
mehrere Monate andauernde Betrieb zeigen, dass die Konzepte
und technischen Einrichtungen des Einsatzstabes funktionieren.
Gleichwohl lassen sich aber auch neue Erkenntnisse gewinnen,
die nun bei einer Beruhigung der Lage auch in die bestehenden
Konzepte eingearbeitet werden. Nur durch die stetige Evaluation der Prozessstrukturen und der Anpassung der technischen
Systeme kann ein gut funktionierender Einsatzstab auch bei
anderen Krisenlagen erfolgreich agieren. Im Bereich der Brandschutzbereitschaften haben sich die drei Führungsstaffeln in der
Praxis bewährt und sich auch bei den Führungskräften der Berufsfeuerwehr Lob und Anerkennung verdient. Die Aufstellung
von lageangepassten Einsatzkontingenten erleichterte die Einbindung der Freiwilligen Feuerwehr bei großen Lagen. Diese neu
geschaffene Struktur ergänzt die Brandschutzbereitschaften für
den Katastrophenfall und muss im Hinblick auf andere große
Schadensereignisse unterhalb der Katastrophenschwelle weiter
ausgebaut werden. Nicht unerwähnt bleiben darf die enge und
vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Kräfte von Technischem
Hilfswerk, Bundeswehr, Hilfsorganisationen und Feuerwehr. Nur
gemeinsam wird man in der Lage sein, so große Herausforderungen zu bewältigen.

ANDREAS SIRTL
Stab BTK 1, Leiter Task Force

EINSATZ

Zeltstadt auf Kasernengelände
Foto: Polizei Berlin

Führungsstaffel im
Einsatz
Am 2. September wurden die Kameraden der Führungsstaffel
West (V. BSB) gegen 15:30 Uhr zur Humanitären Hilfe alarmiert.
Die Berliner Feuerwehr war durch den LKF beauftragt worden,
Mannschaftszelte zur Unterbringung von Flüchtlingen auf einem
ehemaligen Kasernengelände an der Spandauer Schmidt-Knobelsdorf-Straße aufzubauen und einzurichten.
Die Aufgabe der Führungsstaffel lag darin, an der Einsatzstelle
die Befehlsstelle der örtlichen Einsatzleitung einzurichten und zu
betreiben. Ziel des Einsatzleiters war es, binnen einer Stunde an
der Einsatzstelle arbeitsfähig zu sein, da erste nachrückende Einheiten bereits kurz nach der Führungsstaffel alarmiert worden
waren. Bisherige Einsätze der Führungsstaffeln der Brandschutzbereitschaften hatten meist einen Vorlauf von 12 bis 24 Stunden.
Diesmal galt es also, die Einsatzfahrzeuge der Führungsstaffel
mit den notwendigen Materialien zu beladen und in sehr kurzer
Zeit arbeitsfähig zu sein.
Im Verlauf des Einsatzes wurde neben den Einsatzkräften der
Freiwilligen Feuerwehr, der Berufsfeuerwehr und des Technischen
Hilfswerks auch eine Einsatzhundertschaft der Berliner Polizei
tätig. Die Zusammenarbeit aller Dienste gestaltete sich gewohnt
unkompliziert und sehr partnerschaftlich.
Die Herausforderung an dieser Einsatzstelle bestand darin, das
benötigte Zeltmaterial und die entsprechende Innenausstattung
für die Zelte aufgrund beschränkter LKW-Kapazitäten etappenweise an die Einsatzstelle heranzuführen, um den Aufbau kontinuierlich voranzutreiben. Ebenso musste die Verpflegung der
Einsatzkräfte, die Kraftstoffversorgung der eingesetzten Generatoren und Lichtmaste sichergestellt werden, um ein sicheres
Arbeiten in der mittlerweile eingetretenen Dunkelheit zu gewährleisten.
Nach Aufbau aller vollständig gelieferten 71 Zelte konnte die
Führungsstaffel als letzte Einheit den Einsatz nach 13 Stunden
gegen 4:30 Uhr vorerst beenden.
Das aufgebaute Zeltdorf wurde in den folgenden Tagen dann
noch zwei weitere Male zum Einsatzort der Feuerwehr. Zum einen
mussten alle Zelte noch mit einem Teppichboden ausgestattet
werden, wozu es erforderlich war, die aufgestellten Feldbetten
wieder aus den Zelten zu schaffen. Zum anderen mussten aufwendige Sicherungsmaßnahmen an den Zelten vorgenommen
werden, da Wind in Orkanstärke drohte. Zur Sicherung der Zelte waren wiederum 150 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und
Polizei eingesetzt. Um den vorhergesagten Winden zu trotzen,
wurden die Zelte nicht nur mit Sandsäcken beschwert, sondern
zusätzlich mit Betondübeln im Boden verankert.
Bis zum Jahresende wurden die Führungsstaffeln aller Direktio-

nen in 28 Einsätzen zur Humanitären Hilfe eingesetzt. Durch viel
Enthusiasmus bei allen Beteiligten war es möglich, sich gut auf
diese neuen, spontanen Einsätze einzustellen, die allseits für viel
Erfahrungszuwachs gesorgt haben.

SEBASTIAN RAK
Führungsstaffel West

Zeltstadt auf Kasernengelände
Foto: Polizei Berlin

Der Führungsstab erläutert die lage
Foto: Berliner Feuerwehr

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Dachstuhlbrand
in Neuköllner Pflegeheim
In den Abendstunden des 30. Juni kam es in der
Sonnenallee in Berlin-Neukölln zu einem Brand.
Der Bewohner der Brandwohnung konnte nur
noch tot geborgen werden. 104 Bewohner wurden
in einer aufwendigen Rettungsaktion in Sicherheit
gebracht. Ein Einsatz, der in seinem Ausmaß besonderes Interesse weckte.

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EINSATZ

Foto: Feuerwehr-Doku

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Berliner feuerwehr Annual 2015

der zimmerbrand greift auf das dach über
Foto: Feuerwehr-Doku

FEUER GREIFT SCHNELL UM SICH
In einem Pflegeheim mit 110 Bewohnern, viele davon bettlägerig,
kam es kurz nach 22 Uhr im vierten Obergeschoss zu einem Zimmerbrand. Das Feuer breitete sich schon nach kurzer Zeit auf den
Flurbereich der Etage aus. Über die Fenster kam es dann zu einer
Brandausbreitung in den Dachbereich des Altbaus.
Auf die ersten eingehenden Notrufe wurden die Kräfte der Feuerwachen Neukölln, Kreuzberg und Urban sowie der C-Dienst aus
Schöneberg bestimmungsgemäß zum Stichwort Brand 3 BMA
(Brandmeldeanlage) alarmiert. Nach der ersten Erkundung und
der bestätigten Feuermeldung wurde kurze Zeit später auf Brand
6+MANV nachalarmiert. Die Holzkonstruktion des Dachstuhls
mit weicher Dachhaut bot den Flammen reichlich Nahrung und
so stand schon bald der gesamte Dachstuhl des Hinterhauses
und der beiden angrenzenden Seitenflügel in Flammen.
104 PERSONEN IN SICHERHEIT GEBRACHT
Im Innenhof des Pflegeheims war die Wärmestrahlung ebenfalls
stark spürbar. Das erschwerte die parallel eingeleitete Rettung
der Patienten aus den gefährdeten Bereichen zusätzlich. Das
flüssige Bitumen der Dachhaut regnete in Mengen an der Fassade hinunter. Der Transport von liegenden Patienten aus dem
Gebäude unter schwerem Atemschutz erforderte einen hohen
Kräfteeinsatz, so dass durch den zwischenzeitlich eingetroffenen
B-Dienst der Einsatz auf Brand 14 erhöht wurde. Da ein Massenanfall von Verletzten (MANV) wahrscheinlich war, wurden weitere
Einsatzmittel des Rettungsdienstes geordert. Auf der Sonnenallee
wurde mit Mitteln des Gerätewagens Sanität eine Patientenablage eingerichtet. Die unverletzten Bewohner konnten aufgrund
der milden Temperaturen durch Kräfte des Rettungsdienstes und
der Polizei auf dem Gehweg vor einem Café betreut werden. Für
den Transport der in Sicherheit gebrachten Bewohner in die nahegelegene Rütli-Schule und die Betreuung dort wurden eine SEG
Betreuung und eine SEG Transport alarmiert. Die Polizei unterstützte diese Maßnahmen mit Kräften der Bereitschaftspolizei.
Von den 104 geretteten Personen mussten glücklicherweise nur
vier mit Verdacht auf eine Rauchgasintoxikation in Krankenhäuser transportiert werden.

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ERSCHWERTE BRANDBEKÄMPFUNG
Die Wärmestrahlung des Feuers führte zu Folgebränden in den
benachbarten Innenhöfen und bedrohte akut die anliegenden
ausgebauten Dachgeschosswohnungen in der Jansastraße und
der Tellstraße.
Der Brand des Flures und des Zimmers in der vierten Etage konnten im Innenangriff gelöscht werden. Für den Bewohner des
Zimmers kam jedoch jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot
geborgen werden. Fehlende Zugangsmöglichkeiten zum Dachbereich machten einen Innenangriff im Dachgeschoss unmöglich.
Letztendlich konnte der Dachstuhlbrand nur von außen und
von den benachbarten Dächern aus bekämpft werden. Hierfür
wurden fünf C-Rohre und ein Werfer einer DLK eingesetzt. Landesbranddirektor Wilfried Gräfling persönlich übernahm kurz
vor Mitternacht die Einsatzleitung. Die Folgebrände in den Innenhöfen wurden gelöscht und die von den Flammen bedrohten
Dachgeschosswohnungen geschützt. 50 Pressluftatmer kamen
zum Einsatz.
STRUKTUR + ENGAGEMENT = ERFOLG
Die Führungsorganisation, die Bildung von Einsatzabschnitten
und das unermüdliche Engagement der Einsatzkräfte und der
Pflegekräfte der Einrichtung führten in dieser Nacht dazu, dass
so viele Menschen gerettet werden konnten und die Verletztenzahl verhältnismäßig klein blieb. Drei Polizisten und zwei Feuerwehrmänner wurden im Laufe des Einsatzes rettungsdienstlich
versorgt und in Krankenhäuser gefahren.
Auch die Vorsorgemaßnahmen des anlagetechnischen, organisatorischen und baulichen vorbeugenden Brandschutzes waren
Voraussetzungen für den relativ glimpflichen Ausgang dieses
Großbrandes. Die gute Zusammenarbeit von Feuerwehr, Polizei,
Hilfsorganisationen, Bezirksamt Neukölln und dem Betreiber des
Pflegeheims sorgte in allen Phasen des Einsatzes für einen zielorientierten Ablauf.

THOMAS KIRSTEIN
Dir S 2

EINSATZ

Foto: Feuerwehr-Doku

Fotos: Feuerwehr-Doku

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Foto: Feuerwehr-Doku

Berliner feuerwehr Annual 2015

Ausnahmezustand an silvester
Fotos: Stefan Rasch

Und sonst noch so....
Weitere bemerkenswerte Einsätze des Jahres 2015

1. Januar, ganz Berlin

Ausnahmezustand Silvester

Um 19 Uhr wurde am Abend des 31. Dezember 2014 der Ausnahmezustand „Silvester“ ausgerufen. Rund 1450 Einsatzkräfte von
Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr, Hilfsorganisationen und
Technischem Hilfswerk standen für „die heißeste Nacht des Jahres“ mit rund 385 Fahrzeugen bereit. An der Festmeile am Brandenburger Tor wurden zwei temporäre Feuerwachen und Sanitätsstellen des DRK zur Absicherung der Veranstaltung „Welcome
2015“ eingerichtet. Das Personal der Feuerwehrleitstelle wurde
gegenüber dem Normalbetrieb mehr als verdoppelt. Insgesamt
wurden im Zeitraum zwischen Silvester, 19 Uhr und Neujahr, 6
Uhr 1.361 Einsätze abgearbeitet. Darunter 1.000 Rettungsdiensteinsätze und 272 Brände. In der Bilanz gab es einen Rückgang
von 18% der Gesamteinsatzzahlen gegenüber dem letzten Jahreswechsel. Im Vergleich zum Vorjahrswechsel war bei den Bränden ein Rückgang von fast 40% zu verzeichnen. Trotzdem sind
viele Verletzungen und Brände auf den fahrlässigen Umgang mit
Silvesterfeuerwerk zurückführen. Der Ausnahmezustand Silvester wurde um 4 Uhr durch den Lagedienst aufgehoben und damit
die 56 Freiwilligen Feuerwehren mit Dank nach Hause entlassen.

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9.-10. Januar, ganz Berlin

STURM- und Orkanböen in der Stadt

Am 9. und 10. Januar beschäftigten heftige Sturm- und Orkanböen sowie Starkregen die Einsatzkräfte von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Am Freitag, den 9. Januar verschärfte sich die
Lage ab 13 Uhr. Vermehrt wurden über den Notruf 112 Schäden
durch Sturm und Starkregen gemeldet und daraufhin der wetterbedingte Ausnahmezustand ausgerufen.
Die meisten Anrufer meldeten abgebrochene Äste und lose
Bauteile an Gebäuden und Dächern. Nach einem Blitzeinschlag
brannte auf etwa 100 Quadratmetern der Dachstuhl eines Einfamilienhauses in der Nibelungenstraße im Stadtteil Frohnau.
Bis 17 Uhr mussten die Rettungskräfte 165 durch das Wetter bedingte Einsätze abarbeiten. Zusätzlich zu den rund 550 Kräften
der Berufsfeuerwehr wurden 500 Einsatzkräfte der Freiwilligen
Feuerwehr in den Dienst gerufen, um dem erhöhten Einsatzaufkommen gerecht zu werden. Somit hatte die Berliner Feuerwehr
über 1.000 Einsatzkräfte in Bereitschaft.
Am Samstag, den 10. Januar wurde es ab 16 Uhr wieder stürmisch. Wieder wurde der Ausnahmezustand ausgerufen und
rund 500 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren in Dienst
gerufen. Zwischen den S-Bahnhöfen Tempelhof und Südkreuz
kollidierte eine S-Bahn mit mehreren Bäumen und entgleiste. Der
Triebwagenführer wurde verletzt. Die 100 Fahrgäste blieben unverletzt und wurden durch die Feuerwehr in Sicherheit gebracht.
In Nikolassee stürzten mehrere Bäume auf die Gleise. Ein Regio-

EINSATZ

Orkan fällt bäume
Foto: Stefan Rasch

Auto überschlägt sich auf autobahn
Foto: Stefan Rasch

nalzug mit 250 Passagieren musste auf der Bahnstrecke evakuiert werden. In Wedding beschädigte ein umgestürztes Baugerüst
die Stromleitung und blockierte die Gleisanlage.
Bis zum Ende des Ausnahmezustands gegen 22 Uhr wurden neben dem normalen Tagesgeschäft 286 wetterbedingte Einsätze
abgearbeitet.

Aufgrund dieses Lagebildes wurden sofort weitere Einsatzkräfte
zur Brandbekämpfung, Menschenrettung und rettungsdienstlichen Versorgung nachalarmiert.
Aus der Brandwohnung im 3. OG konnten zwei Personen nur noch
tot geborgen werden. Eine Person aus einer anderen Wohnung
wurde in Sicherheit gebracht und in ein Krankenhaus gefahren.
Eine Ausbreitung des Brandes auf weitere Wohnungen und im
Dachbereich konnte verhindert werden. Der Brand wurde unter
Einsatz von einem B-Rohr und vier C-Rohren, davon zwei über
DLK und unter Verwendung von CAFS gelöscht. Zum Einsatz kamen 42 Pressluftatmer und eine Wärmebildkamera. Zur Sicherstellung des Brandschutzes wurden vier Freiwillige Feuerwehren
in Dienst gerufen.

31. Januar, BAB 111, Charlottenburg-Nord

Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn A 111

Bei einem Verkehrsunfall hatte sich ein PKW überschlagen und
lag auf dem Dach. Eine Person wurde aus dem Fahrzeug gerettet. Insgesamt wurden zwei Personen medizinisch versorgt und
zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gefahren. Nach der
Unfallaufnahme durch die Polizei richtete der Technische Dienst
das Unfallfahrzeug wieder auf.
15. Januar, Kopenhagener StraSSe, Reinickendorf

Beschädigtes Säurefass geborgen

In einer Produktionshalle kam es nach Beschädigung eines 200Liter-Fasses zu einem unkontrollierten Austritt von Salpetersäure. Der gesamte betroffene Bereich sowie eine angrenzende Halle
wurden geräumt und abgesperrt. Zwei Personen wurden rettungsdienstlich betreut. Das beschädigte Fass wurde unter Einsatz von insgesamt drei CSA-Trupps in einem Überfass gesichert.
Die ausgetretene Säure wurde mittels Bindemittel aufgenommen
und in fünf Chemikalienfässern gesichert. Im Anschluss wurde
die Halle mittels Drucklüfter belüftet. Nach einer Kontrollmessung der betroffenen Bereiche wurde die Einsatzstelle dem Betreiber übergeben.
1. Februar, HochkirchstraSSe, Schöneberg

Zwei Tote bei Wohnungsbrand in Schöneberg

Die Berliner Feuerwehr wurde um 13:19 Uhr zu einem Wohnungsbrand in der Hochkirchstraße alarmiert. Die Einsatzstelle war für
die anrückenden Einsatzkräfte durch starke Rauchentwicklung
schon von weitem erkennbar. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte schlugen die Flammen bereits aus den Fenstern des
3. und 4. OG bis hoch zum Dachkasten. Während der eingeleiteten Brandbekämpfung kam es zu einer Durchzündung in beiden
Brandwohnungen und einem Durchbrand in das Dachgeschoss.

6. Februar, Kaiser-Wilhelm-Platz, Schöneberg

Brand in einer Einkaufspassage

In einer Einkaufspassage geriet eine Schleifmaschine einer
Schuhmacherwerkstatt in Brand. Löschversuche der Mitarbeiter
mit Feuerlöschern schlugen fehl. Die Sprinkleranlage löste im Bereich des Brandes aus. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte
drang dichter Rauch aus dem Gebäude. Weitere Personen wurden in der verrauchten Einkaufspassage vermutet. Die Alarmstufe wurde umgehend erhöht. Der Brand wurde von einem Trupp
unter Pressluftatmern mit einem C-Rohr unter Verwendung von
CAFS-Druckluftschaum gelöscht. Die Passage wurde von beiden
Eingangsseiten kontrolliert, dabei wurden keine weiteren Personen gefunden. Es gab keine Verletzten. Das Gebäude wurde anschließend von Rauch befreit.
7. Februar, Stettiner StraSSe, Gesundbrunnen

Zwei verletzte Feuerwehrbeamte

Beim Eintreffen der ersten Kräfte stand die Wohnung im 4. OG
bereits im Vollbrand. Bei den sofort eingeleiteten Löscharbeiten
wurde der Angriffstrupp durch einen herabstürzenden Holzbalken verletzt. Die 35-jährige Feuerwehrfrau erlitt einen Schulterblattbruch und der 41-jährige Feuerwehrmann Prellungen im
Bereich der Schulter. Beide wurden mit Rettungswagen in das
Bundeswehrkrankenhaus transportiert. Der Brand breitete sich
in das ausgebaute Dachgeschoss aus, wurde letztlich aber mit
zwei C-Rohren im Innenangriff und einem C-Rohr über eine

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Schlepper wird geborgen
Foto: Feuerwehr-Doku

Orkan Niklas richtet groSSen schaden an
Foto: Feuerwehr-Doku

Drehleiter im Außenangriff unter Einsatz von 14 Pressluftatmern
gelöscht. Das Gebäude wurde mit Hilfe eines Drucklüfters belüftet. Die Bauaufsicht sperrte wegen des erheblichen Schadens alle
Wohnungen des Gebäudes.

7. März, BeymestraSSe, Steglitz

Dachstuhlbrand in Steglitz

In der zweiten Etage eines fünfgeschossigen Wohnhauses brannte ein Zimmer auf einer Fläche von ca. 20 m². In der Brandwohnung wurden zwei tote Personen aufgefunden. Einsatzkräfte der
Feuerwehr brachten eine Person aus der fünften Etage über eine
Drehleiter in Sicherheit. Zwei Personen wurden mit Fluchthauben über das Treppenhaus ins Freie gebracht. Insgesamt wurden
sechs Personen rettungsdienstlich untersucht, eine Person wurde
in ein Krankenhaus transportiert. Die Brandbekämpfung erfolgte mit einem C-Rohr unter Einsatz von acht Pressluftatmern.

Die Berliner Feuerwehr wurde um 19:59 Uhr nach Steglitz
alarmiert. Dort brannte ein ausgebauter Dachstuhl eines viergeschossigen Wohnhauses in ganzer Ausdehnung. Eine Person
musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Alle Bewohner des Brandhauses sowie des
Nebenhauses wurden in Sicherheit gebracht. Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig, da das Anleitern durch fehlenden
Baumbeschnitt und enge Straßen erschwert wurde. Der Brand
wurde mit drei B-Strahlrohren, davon zwei über Drehleitern
und zwei C-Strahlrohren im Innenangriff mit CAFS bekämpft. 17
Pressluftatmer wurden eingesetzt. Durch den schnellen Einsatz
konnte das angrenzende Gebäude geschützt werden. Zur Absicherung des Brandschutzes wurden vier Freiwillige Feuerwehren
zur Wachbesetzung in den Dienst gerufen.

18. Februar, Dillenburger StraSSe, Wilmersdorf

16. März, Märkisches Ufer, Mitte

Aus unbekannter Ursache durchbrach ein PKW die Begrenzungsmauer einer Parkfläche und drohte in einen etwa vier Meter
tiefen Lichtschacht abzustürzen. Auf der Karosserie aufliegend,
konnte er durch die Besatzung eines LHF gesichert werden. Der
nachgeforderte Technische Dienst setzte den Feuerwehrkran ein,
um den Mercedes aus der Schräglage zu bergen.

Die Berliner Feuerwehr wurde in den Morgenstunden zum Spreekanal gegenüber der Fischerinsel gerufen. Der historische Motorschlepper Barbarossa war aufgrund einer Leckage im Bereich des
Motorraumes mit Wasser vollgelaufen und teilweise gesunken.
In deutlicher Schräglage waren nur noch Schornstein und Führerhaus über Wasser. Mitarbeiter des Museumshafens vermuteten noch 800 Liter Kraftstoff in den Tanks des über 100 Jahre
alten Schiffes. Die Einsatzkräfte brachten Ölsperren auf dem
Gewässer aus, um austretende Betriebsmittel aufzufangen. Die
Taucher des Technischen Dienstes verlegten unter dem Schiff
Bandschlingen. So konnte es durch den Feuerwehrkran gegen
weiteres Sinken gesichert werden. Mit zwei Lenzpumpen wurden
zwei Kammern des Schiffes ausgepumpt. Anschließend konnte
der Schlepper wieder angehoben und gesichert werden. Da keine Betriebs- oder Gefahrstoffe austraten, konnten die Ölsperren
wieder aus dem Spreekanal entfernt werden.

9. Februar, SchlüterstraSSe, Charlottenburg

Zwei Tote bei Wohnungsbrand

PKW droht abzustürzen

19. Februar, Stralsunder StraSSe, Gesundbrunnen

Reizgas in einer Schule

Rettungskräfte wurden zu einer Schule in Berlin-Gesundbrunnen
alarmiert. Nach Auskunft des Notrufmeldenden klagten mehrere
Personen über Atemwegsreizungen infolge einer Reizgasausströmung. Die ersteintreffenden Kräfte sichteten, später gemeinsam
mit zwei Notärzten, insgesamt 16 betroffene Personen. Alle Patienten klagten über Reizungen der Atemwege und der Augen.
Im weiteren Verlauf mussten 15 Personen zur Behandlung in ein
Krankenhaus transportiert werden. Die Einsatzstelle wurde zu
weiteren Ermittlungen an die Polizei übergeben.

Historischer Schlepper gesunken

31. März, Ganz Berlin

Orkan Niklas weht durch die Stadt

Das Sturmtief Niklas beschäftigte die Berliner Feuerwehr ab 14
Uhr intensiv. Um 15 Uhr wurde auf Grund des ansteigenden
Notrufaufkommens der wetterbedingte Ausnahmezustand aus

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Dachstuhlbrand in steglitz
Foto: Feuerwehr-Doku

Wohnungsbrand im wedding
Foto: Feuerwehr-Berlin

gerufen. Infolgedessen wurden die Freiwilligen Feuerwehren der
Stadt zur Unterstützung in Dienst gerufen und Erkunder zur Priorisierung der anliegenden Einsatzstellen in das Stadtgebiet geschickt. Die Freiwilligen Feuerwehren standen nach kurzer Zeit
mit rund 700 Einsatzkräften und 114 Fahrzeugen den Berufsfeuerwehrleuten zur Seite. Massive Verkehrsbeeinträchtigung gab es
auf der Seestraße, wo gegen 15 Uhr ein großer Baum umkippte,
einen Passanten leicht verletzte, einen geparkten PKW zerstörte
und die gesamte Straße versperrte.
Mindestens drei weitere Personen wurden durch den Sturm leicht
verletzt. An anderen Stellen wurden Dächer abgedeckt oder beschädigt, Bauplanen vom Sturm abgerissen, große Äste von Bäumen gerissen oder ganze Bäume umgestürzt.
Auch das THW unterstützte mit Mannschaft und Geräten. Ein
Fachberater des THW koordinierte aus der Leitstelle die Einsätze
der Bezirksverbände Charlottenburg/Wilmersdorf und Lichtenberg. Das THW war mit acht Fahrzeugen und 61 Helfern von ca.
18:30 Uhr bis ca. 22:40 Uhr am Einsatzgeschehen beteiligt. Es
wurden 24 Einsätze übernommen. Der Ausnahmezustand wurde
am 1. April um 3 Uhr beendet. Insgesamt wurden 1.127 technische Hilfeleistungen bearbeitet. Überwiegend waren Sturmschäden an Bäumen und Bauteilen zu verzeichnen.

gebracht werden. Im Laufe der Löscharbeiten kam es zu einem
Teileinsturz einer Zwischendecke auf ca. 5 m². Durch den Deckeneinsturz wurde ein Feuerwehrmann verletzt. Zur weiteren Behandlung wurde er in ein Krankenhaus transportiert.

1. April, PallasstraSSe, Schöneberg

Wohnungsbrand im Sozialpalast

Beim Eintreffen der Feuerwehr zeigten sich Flammen und Rauch in
einer Wohnung in der vierten Etage des 13-geschossigen Wohngebäudes. Der Bewohner der Brandwohnung hatte die Wohnung
selbständig verlassen und wurde rettungsdienstlich versorgt. Der
Brand wurde mit einem C-Rohr im Innenangriff unter Nutzung
einer trockenen Steigleitung durch zwei Staffeln bekämpft. Eine
dritte Staffel kontrollierte die über der Brandwohnung liegenden
Etagen. Eingesetzt wurden zehn PA (Pressluftatmer). Die Entrauchung des Gebäudes erfolgte mittels Drucklüfter.
10. April, WinsstraSSe, Prenzlauer Berg

Feuerwehrmann bei Deckeneinsturz verletzt

Die Berliner Feuerwehr wurde zu einem Brand in einen
Wellnessclub nach Prenzlauer Berg alarmiert. Das Feuer hatte
sich von einem Nebenraum auf rund 200 m² ausgebreitet und
zog auch in die Zwischendecke des Gebäudes. Wegen der starken Rauchentwicklung mussten neun Anwohner in Sicherheit

24

12. April, Kleine EiswerderstraSSe, Haselhorst

Bootsbrand in Haselhorst

Um 21:35 Uhr meldeten Anrufer einen Bootsbrand am Havelufer
von Eiswerder. Die Einsatzkräfte fanden ein in ganzer Ausdehnung brennendes 12 m langes Motorboot vor. Der Brand wurde mit einem C-Rohr (CAFS) unter Einsatz von zwei PA gelöscht.
Zur Unterstützung war ein Polizeiboot vor Ort. Das Löschboot 3
(Spandau Süd) und ein Rettungsboot der FF Tegelort waren zu
dieser Einsatzstelle ebenfalls ausgerückt.
14. April, WupperstraSSe, Lichterfelde

GroSSbrand in Lichterfelde

Es brannte ein Zimmer im 1. Obergeschoss eines dreigeschossigen Unterkunftsgebäudes. Durch Flammenüberschlag an der
Fassade in ein mehrschalig aufgebautes Flachdach kam es zu
einer Brandausbreitung auf das Dach mit einer Fläche von ca.
700 m² sowie das darunterliegende Geschoss. Die Ausbreitung
auf ein weiteres Gebäudeteil konnte verhindert werden. Zwei
Personen wurden von der Feuerwehr mit Fluchthauben in Sicherheit gebracht. Vier Betroffene wurden am Einsatzort vom Rettungsdienst versorgt. Der Brand wurde mit vier C-Rohren und
drei B-Rohren unter Einsatz von 38 PA gelöscht. Im weiteren Einsatzverlauf kamen aus dem Betreuungsbereich zwei Personen in
Krankenhäuser. Einige Bewohner wurden durch das MTF 3 der
Feuerwehr in andere Unterkünfte gefahren. Rund 100 Einsatzkräfte waren über zehn Stunden am Einsatzort tätig. Zur Sicherstellung des Brandschutzes wurden insgesamt sechs Freiwillige
Feuerwehren mit 41 Einsatzkräften in Dienst gerufen.
16. April, DaimlerstraSSe, Marienfelde

25 erkrankte Personen nach Kantinenbesuch

Am Abend kam es auf einem Werksgelände in Marienfelde zu
Erkrankungserscheinungen bei den Besuchern eines Imbisses.
Vermutlich durch die Verwechslung von Speisesalz mit einem Reinigungssalz kam es zu Reizungen im Mund- und Rachenbereich
bei den betroffenen Personen. Nach Untersuchung durch den anwesenden Notarzt wurden alle Personen mit Rettungswagen in
Krankenhäuser zur weiteren Untersuchung transportiert.

EINSATZ

Brand in einem Matratzenlager in Friedrichshain
Foto: Spreepicture

Vom auto- zum Schrotthof. Mehrere autos völlig ausgebrannt
Foto: Berliner Feuerwehr

24. April, SchützenstraSSe, Steglitz

29. April, SeestraSSe, Wedding

Dachbrand in Steglitz

Es brannten Teile der Dachkonstruktion und die Dachhaut eines
viergeschossigen Geschäftsgebäudes im Hinterhof. Die Brandbekämpfung erfolgte mit einem C-Rohr unter Verwendung von
sechs PA. Für Nachlöscharbeiten wurde die Dachhaut auf einer
Fläche von ca. 10 m² aufgenommen. Für die Sicherung der auf
dem Dach eingesetzten Kräfte wurden vorsorglich zwei DLK vorgehalten.
27. April, Strausberger StraSSe, Alt-Hohenschönhausen

Wohnungsbrand in Alt-Hohenschönhausen

Die Feuerwehr wurde zu einem Brand im 3. Obergeschoss eines
Wohnhauses alarmiert. Kurz nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte kam es zu einer Durchzündung der Rauchgase in der gesamten Wohnung. Durch Flammenüberschlag war auch das ausgebaute Dachgeschoss gefährdet. Durch den schnellen Eingriff
der Feuerwehr wurde eine weitere Ausbreitung verhindert. Eine
Person musste im Einsatzverlauf aus einer Wohnung in Sicherheit gebracht werden. Der Brand wurde unter Einsatz von zwei
C-Rohren (CAFS), eines davon über DLK, zehn PA, eines Drucklüfters und zwei Wärmebildkameras gelöscht.
28. April, EbersstraSSe, Schöneberg

Ein Toter nach Explosion

Um 5 Uhr gingen in der Feuerwehrleitstelle mehrere Notrufe
zu einer Explosion in der Ebersstraße ein. Beim Eintreffen der
Einsatzkräfte brannte eine Wohnung in der vierten Etage eines
sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftsgebäudes. Durch die
Explosion kam es zu einem Folgebrand und zu Beschädigungen
in sechs weiteren Wohnungen, bei denen auch Teile von Wänden zerstört wurden. In der Brandwohnung wurde eine Person
tot aufgefunden. Aufgrund des Schadensausmaßes und mehrerer verletzter Personen erfolgte die Alarmierung weiterer Einsatzkräfte zur Brandbekämpfung, Menschenrettung, Kontrolle
und medizinischen Versorgung. Das gesamte Geschoss war verqualmt. Mit Fluchthauben wurden mehrere Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Schwerverletzter und zehn verletzte Personen
wurden rettungsdienstlich versorgt, davon mussten sechs Personen in Krankenhäuser transportiert werden. Die Betreuung von
18 Betroffenen erfolgte durch das DRK in Zusammenarbeit mit
der Polizei. Der Brand konnte unter Einsatz von zwei C-Rohren
gelöscht werden.

Wohnungsbrand in Wedding

Es brannte eine Wohnung im 3. Geschoss eines fünfgeschossigen Wohngebäudes mit Durchbrand in das 4. Geschoss. Beim
Eintreffen der Feuerwehr hatten sich die Bewohner des Gebäudes
bereits in Sicherheit gebracht. Eine weitere Brandausbreitung
wurde verhindert. Die angrenzenden Wohnungen wurden kontrolliert und betroffene Bereiche belüftet. Eine Person wurde rettungsdienstlich versorgt und in ein Krankenhaus gefahren. Der
Brand wurde unter Einsatz von einem C-Rohr (CAFS) und 14 PA
im Innenangriff gelöscht.
30. April, Grünberger StraSSe, Friedrichshain

Brand in Friedrichshain

Im Erdgeschoss eines fünf geschossigen Wohn- und Geschäftsgebäudes brannte ein Matratzenladen in ganzer Ausdehnung. Bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr brachten sich die Bewohner in Sicherheit. 25 Personen wurden in Fahrzeugen der Polizei
betreut. Der Brand wurde unter Einsatz von drei C-Rohren und
zwölf PA gelöscht. Das Gebäude wurde umfassend kontrolliert,
belüftet und der Bauaufsicht übergeben.
13. Mai, Alexanderplatz, Mitte

Eingeklemmt im Aufzugsschacht

Bei Reinigungsarbeiten im Aufzugsschacht eines Einkaufszentrums wurde der Mitarbeiter einer Reinigungsfirma zwischen der
Schachtwand und der Aufzugskabine eingeklemmt. Der Schwerverletzte wurde im Aufzugsschacht von Einsatzkräften der Feuerwehr rettungsdienstlich versorgt und stabilisiert. Anschließend
konnte er durch zentimeterweises Verfahren der Aufzugskabine
befreit und in ein Krankenhaus transportiert werden.
15. Mai, Am langen See, Marienlust

Kind stirbt bei Bootsbrand

Die Berliner Feuerwehr wurde in den Nachstunden zu einem
brennenden Segelboot alarmiert. Zeugen bemerkten ein ca. 8m
langes Segelboot auf dem See und alarmierten die Feuerwehr
und die nahegelegene DLRG-Wasserrettungsstelle. Die ersteintreffenden Rettungsschwimmer konnten einen mit schweren
Brandverletzungen schwimmenden Mann aus dem Wasser retten. Das brennende Segelboot wurde mit zwei Booten (Feuerwehr
und DLRG) an Land geschleppt und dort gelöscht. Bei den Lösch

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Berliner feuerwehr Annual 2015

RTW vor Olympiastadion

Foto: Sebastian Haase

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EINSATZ

Brand in einem hochhaus in Friedrichshain
Foto: Sebastian Haase

Brand in einem sozialladen. gasflaschen erschweren den einsatz der
feuerwehr
Foto: Sebastian Haase

arbeiten wurde auf dem Boot ein totes, schwer verbranntes Kind
geborgen. Der Mann wurde an Land medizinisch erstversorgt
und in das Unfallkrankenhaus nach Marzahn transportiert. Taucher suchten die Einsatzstelle nach weiteren Personen ab, fanden
aber niemanden.

27. Mai, Schmalenbachstrasse, Neukölln

16. Mai, SeestraSSe, Wedding

Gaststätte steht in Flammen

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte eine eingeschossige Gaststätte mit einer Grundfläche von 200 m². Nach einem Deckeneinsturz konnte die Brandbekämpfung nur noch im Außenangriff
weitergeführt werden. Ein Übergreifen auf andere Gebäudeteile
konnte verhindert werden. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung auf der Müllerstraße. Der Brand wurde mit drei C-Rohren (CAFS), davon eines über DLK und zehn PA gelöscht. Fast 50
Einsatzkräfte waren über fünf Stunden im Einsatz.
16. Mai, HolzmarktstraSSe, Mitte

Einsatz der Höhenrettung in Mitte

Die Feuerwehr wurde zu losen Fassadenteilen nach Mitte
alarmiert und rückte zunächst mit einem KLEF aus. An einem
13-geschossigen Bürogebäude hatten sich in Höhe des 12. OG
Glasfassadenteile gelöst und drohten hinabzufallen. Einsatzkräfte vor Ort alarmierten die Höhenrettung zu dieser Einsatzstelle nach. Die Höhenretter seilten sich daraufhin vom Dach des
Hauses ab und entfernten die losen Teile.
25. Mai, Wildenbruchbrücke, Neukölln

Wasserrettungseinsatz in Neukölln

In der Nacht war am Neuköllner Schifffahrtskanal eine Person leichtsinnig ins Wasser gesprungen, konnte dann aber erschöpft aus der Mitte des Kanals nicht mehr das Ufer erreichen
und rief um Hilfe. Von den ersten beiden schnell eingetroffenen
LHF sprang jeweils eine Einsatzkraft mit dem Rettungsanzug
Ice-Commander ins Wasser. Die Einsatzkräfte konnten die Person
über Wasser halten und zum Ufer ziehen. Dort wurde die Person
von weiteren Einsatzkräften aus dem Wasser gerettet, mit einer
Schleifkorbtrage zum RTW gebracht und in ein Krankenhaus
transportiert.

Brand im Sozialladen

Die Berliner Feuerwehr wurde in den Morgenstunden zu einer
brennenden Lagerhalle alarmiert. Der Feuerschein war schon
bei der Anfahrt deutlich zu erkennen, so dass sofort weitere Einsatzkräfte nachalarmiert wurden. Es brannte ein Sozialladen, in
dem Möbel und Kleidungsstücke gelagert waren auf einer Fläche von ca. 560 m² in einer eingeschossigen, 1.700 m² großen
Lagerhalle. Durch das schnelle und umsichtige Eingreifen von
über 100 Einsatzkräften konnten eine Brandausbreitung und
ein Überschlagen auf andere Gebäude verhindert werden. In der
Anfangsphase gestalteten sich die Löschmaßnahmen schwierig,
da die Halle teileingestürzt war und mehrere Gasflaschen in der
Halle explodierten.
27. Mai, General-Pape-StraSSe, Tempelhof

Feuer auf Autoplatz

Eine große Rauchwolke war von weitem über Tempelhof zu erkennen. Die Einsatzkräfte bestätigten einen Brand auf einem
Autohof in Tempelhof. Dort standen ca. 20 PKW im Vollbrand.
Die hohe Wärmestrahlung führte auch zu einem Folgebrand
in einer im Erdgeschoss liegenden Wohnung. Durch die starke
Rauchentwicklung wurde eine angrenzende Hausfassade stark
geschwärzt. Insgesamt waren 75 Einsatzkräfte nötig, um eine
Brandausbreitung insbesondere im Wohngebäude zu verhindern.
6. Juni, NithackstraSSe, Charlottenburg

Frau stirbt durch Schwelbrand

In den Morgenstunden wurde die Berliner Feuerwehr zu einem
Wohnungsbrand alarmiert. Der kleine Schwelbrand in der Wohnung konnte mit einem CAFS-Rohr schnell gelöscht werden.
Durch den Schwelbrand kam es jedoch wahrscheinlich schon seit
Stunden zu einer starken Verrauchung der gesamten Wohnung.
Für die Bewohnerin kam somit leider jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen.
8. Juni, MollstraSSe, Friedrichshain

Wohnungsbrand im Hochhaus

Vollbrand einer Wohnung in der sechsten Etage eines elfgeschossigen Wohnhauses. Beim Eintreffen der Feuerwehr hatte die
Mehrzahl der Hausbewohner das Gebäude verlassen. Es be

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Berliner feuerwehr Annual 2015

sportboot in flammen
Foto: Stefan Rasch

fanden sich jedoch noch Menschen in und oberhalb der Brandetage. Sechs Personen wurden von der Feuerwehr gerettet, fünf
davon mittels Fluchthauben in den sicheren Bereich geführt.
Alle geretteten Personen wurden rettungsdienstlich betreut, eine
Person wurde in ein Krankenhaus transportiert. Die Brandbekämpfung erfolgte mit einem C-Rohr unter Einsatz von zwölf PA.
Eine Brandausbreitung wurde verhindert. Das Anbringen eines
Rauchschutzvorhangs verhinderte die Rauchausbreitung im Gebäude.
15. Juni, PrellerWeg/MunsterDamm, Schöneberg

Mehrere Verletzte bei Verkehrsunfall

Es kam zu einem Unfall zwischen einem BVG-Bus und zwei PKW.
In einem Fahrzeug war eine Person eingeklemmt. Sie wurde von
einem Notarzt versorgt und mit Rettungsgeräten aus dem Fahrzeug befreit. Drei Personen aus dem BVG-Bus waren ebenfalls
verletzt. Insgesamt kamen vier Verletzte mit Rettungsfahrzeugen in Krankenhäuser. Eine weitere Person verblieb nach Sichtung am Unfallort. Eine Gefahr ging nicht vom Fahrzeug aus. Die
Einsatzkräfte nutzten zur Information ein mobiles Kommunikationsgerät für die Kennzeichenabfrage mit Anzeige des Rettungsdatenblattes.
24. Juni, Charlottenburger Ufer, Charlottenburg

Wasserrettungseinsatz in Charlottenburg

Beim Anlegen eines mit vier Personen besetzten Charterbootes
verlor ein Mann den Halt und stürzte ins Wasser. Dabei verfing
sich die Festmacherleine am Fuß des Mannes und auch in der
laufenden Schiffsschraube. Beim Eintreffen der ersten Kräfte hielt
sich der in dieser Lage bewegungsunfähige Mann am Rand des
Bootes fest. Zwei Einsatzkräfte im Überlebensanzug sprangen
sofort ins Wasser und sicherten die Person bis zum Eintreffen des
GW Wasserrettung. Durch die verstrickte Leine war eine Befreiung nur durch den Einsatz eines Tauchers möglich. Anschließend
wurde der Mann mit nur leichten Verletzungen dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben.
26. Juni, Tempelhofer Weg, Schöneberg

Mann bei Wohnungsbrand verstorben

Die Berliner Feuerwehr wurde zu einem Wohnungsbrand nach
Schöneberg alarmiert. Die ersteintreffenden Kräfte bestätigten

28

einen Brand in einer vollgestellten Wohnung. Aufgrund der enormen Brandlast wurde ein weiteres Löschfahrzeug nachalarmiert.
Bei den schnell eingeleiteten Löschmaßnahmen wurden in der
Wohnung eine leblose Person und eine tote Katze gefunden.
29. Juni, Lipschitzallee, Gropiusstadt

Alarm im Schwimmbad Gropiusstadt

Die Berliner Feuerwehr wurde um 18:34 Uhr in das Frei- und
Hallenbad Gropiusstadt alarmiert. Dort war es aus ungeklärter
Ursache zu einem technischen Defekt in der Leitung einer Chlorgasanlage gekommen. Obwohl die Leckage schnell abgedichtet
werden konnte, trat eine unbestimmte Menge Chlorgas aus. Das
komplette Bad konnte schnell geräumt werden. Mehrere Personen klagten aber in der Folge über Atemwegsreizungen, so dass
das Stichwort MANV (Massenanfall von Verletzten) ausgelöst
werden musste. Insgesamt wurden 24 Badegäste nach notärztlicher Sichtung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Unter
Bildung zweier Einsatzabschnitte wurden die Verletztenversorgung und parallel die technische Hilfeleistung durchgeführt. Hier
waren Einsatzkräfte mit Chemieschutzanzügen an der Schadensstelle eingesetzt.
30. Juni, Sonnenalle, Neukölln

Brand im Seniorenheim

In der vierten Etage eines fünfgeschossigen Pflegezentrums
brannte eine Wohnung mit Brandüberschlag ins Dach. Um mehr
über diesen außergewöhnlichen Brand zu erfahren, gehen Sie
bitte auf die Seiten 16-19.
14. Juli, Alt-Britz, Britz

Brand im Restaurant

In der Nacht kam es zu einem Brand in einem zweigeschossigen
freistehenden Restaurant und dem Erweiterungsbau in Holzkonstruktion zum Biergarten. Die Brandbekämpfung erfolgte in zwei
Einsatzabschnitten mit je drei LHF und einer DLK. Das ausgebaute Satteldach wurde von beiden Seiten bis zum First geöffnet.
Durch die schnelle und umfassende Brandbekämpfung konnte
ein Übergriff auf den Nordanbau und das verbleibende Haupthaus verhindert werden. Insgesamt wurden fünf C-Rohre und 20
PA eingesetzt. Es gab keine Verletzten.

EINSATZ

Restaurant Brand in alt-Britz
Foto: Feuerwehr-Doku

TRafostation brennt und verliert öl
Foto: Sebastian Haase

22. Juli, Landsberger Allee, Marzahn

AB- Atemschutz und FWA- Ventilator, zwei RTW und vier Führungsdienste zum Einsatz.

Drei Transformatoren brennen in Marzahn

Am frühen Abend kam es zu einem Brand auf dem Gelände eines
Energie-Dienstleisters. Drei große Hochspannungstransformatoren und eine mobile Testeinrichtung auf einem Sattelauflieger
waren vom Brand betroffen. Durch das in den Transformatoren befindliche Öl kam es zu einer starken Rauchentwicklung,
die weithin sichtbar war. Der Brand wurde durch den effektiven
CAFS-Einsatz von zwei B- und sechs C-Rohren in kurzer Zeit unter
Kontrolle gebracht.
Infolge der Hitzeentwicklung schlugen alle drei Transformatoren leck. Durch den Einsatz der Umweltgruppe des Technischen
Dienstes der Berliner Feuerwehr wurde der Austritt von weiterem
Öl verhindert. Das Eindringen von kontaminiertem Löschmittel
und Transformatorenöl in die Kanalisation wurde verhindert. Bei
den Sicherungsarbeiten brach ein Feuerwehrmann durch einen
Bodenrost und verletzte sich. Er wurde nach der Dekontamination in ein Krankenhaus gebracht und dort stationär behandelt.
10. August, Schwarzer Weg, Tegel

Brennende Sportboote in Tegel

In einer Steganlage brannten ein Motorboot und ein Segelboot.
Durch den Brand wurden zwei weitere Boote beschädigt. Eine
schwer verletzte Person wurde rettungsdienstlich versorgt und
mit einem RTH ins Krankenhaus transportiert.
12. August, Gradestrasse, Britz

Brand im Müllbunker

Auf einem Firmengelände brannte es in einem ca. 100 m langen
Müllbunker. Beim Eintreffen der Feuerwehr befand sich die stationäre Löschanlage in Betrieb. Durch die maschinelle Entrauchung entstand eine Rauchwolke, die in südlicher Richtung abzog. Die Brandbekämpfung erfolgte über drei B-, zwei C- und drei
CAFS. Eingesetzt wurden insgesamt 52 PA, zwei Wärmebildkameras und zwei Drucklüfter. Zu Beginn wurde Netzmittel und in
der Folge CAFS als Löschmittel eingesetzt. Nach ca. vier Stunden
wurde der Müll mit stationären Kränen auseinandergezogen. Im
Verlauf des Einsatzes erfolgte eine kontinuierliche interne Ablösung der eingesetzten Einheiten. Die Einsatzlage war um 18.30
Uhr übersichtlich und gegen 4 Uhr unter Kontrolle. Insgesamt
kamen 15 LHF, drei TLF 24/ 50, zwei DLK, der TD mit AB- Schaum,

13. August, Sollmannweg, Gropiusstadt

Küchenbrand in der Gropiusstadt

Es brannte die Küche einer Zweizimmerwohnung in der zweiten
Etage eines 16-geschossigen Gebäudes. Drei Menschen wurden
mittels Fluchthauben über den Treppenraum gerettet, rettungsdienstlich versorgt und in ein Krankenhaus transportiert. Der
Brand wurde mit einem C-Rohr unter Verwendung von insgesamt
13 PA gelöscht. In sieben angrenzenden Wohnungen erfolgte
eine Kontrolle. Dabei wurde eine Katze in Sicherheit gebracht.
Brandwohnung, Flur und Treppenhaus wurden belüftet.
25. August, LohmühlenstraSSe, Alt-Treptow

Pkw im Landwehrkanal

Die Berliner Feuerwehr wurde zu einem PKW im Landwehrkanal
alarmiert. Nach dem Eintreffen begaben sich sofort Einsatzkräfte
und Taucher zur Personensuche ins Wasser. Im PKW wurden keine Personen gefunden. Das Fahrzeug wurde mit Auftriebskörpern
gehoben, von einem Polizeiboot zur nächsten Brücke gezogen
und dort mit einem Feuerwehrkran aus dem Wasser gehoben.
26. August, HeerstraSSe, Spandau

Verkehrsunfall in Spandau

Der Berliner Feuerwehr wurde ein Verkehrsunfall mit einem Radfahrer gemeldet. Die eintreffenden Einsatzkräfte trafen auf vier
beteiligte PKW und einen Radfahrer. Ein PKW mit zwei Insassen
hatte sich überschlagen. Die Personen mussten mit Rettungsgeräten befreit werden. Daher wurden weitere Einsatzkräfte des
Rettungsdienstes und des Technischen Dienstes nachalarmiert.
Vor Ort wurden sieben Personen behandelt, von denen fünf nach
Behandlung durch Notärzte in Krankenhäuser gebracht wurden.
26. August, Oranienburger StraSSe, Wittenau

GroSSbrand in Wittenau

Auf dem weitläufigen Gelände der Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik brannte eine Sporthalle mit 600 m² in ganzer Ausdehnung.
Einrichtungen der Klinik waren nicht betroffen. Personen kamen
nicht zu Schaden. Insgesamt waren bis zu 100 Einsatzkräfte am
Ort. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten die gan

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Vollbrand einer Gewerbehalle
Foto: Berliner Feuerwehr

ze Nacht an. Zur Sicherstellung des Brandschutzes in den entblößten Wachbereichen wurden fünf Freiwillige Feuerwehren in
Dienst gerufen.
9. September, Paulsternstrasse, Siemensstadt

GroSSe Rauchwolke über der Stadt

Die Berliner Feuerwehr wurde um kurz vor 12 Uhr nach Siemensstadt alarmiert. Dort brannten im Keller eines zweigeschossigen
Prüf- und Laborgebäudes mehrere Kondensatoren, einschließlich
des Kondensatoröls. Die Brandbekämpfung gestaltete sich auf
Grund der hohen Temperaturen am Brandort schwierig. Es wurden drei Einsatzabschnitte gebildet, um den Rest des Gebäudes
zu schützen. Das nahegelegene Einkaufzentrum Siemensstadt
Park wurde wegen der starken Rauchentwicklung durch die Polizei evakuiert und geschlossen. Das KATWARN-System und das
Warnsystem NINA wurden ausgelöst, um die Bevölkerung aufzufordern, in den angrenzenden Bezirken Fenster und Türen zu
schließen. Der Brand wurde mit Schwerschaum mittels Krümmer
über das Kellerauge und mit zwei CAFS-Rohren im Innenangriff
gelöscht. Es wurden zehn PA und ein Drucklüfter eingesetzt.
11. September, A 100 BAB Stadtring, Tempelhof

LKW-Unfall auf der Stadtautobahn

Die Berliner Feuerwehr wurde zu einem schweren Verkehrsunfall
auf die Stadtautobahn alarmiert. Ein Kühl-LKW hatte die Leitplanke durchbrochen und sich an einer Verkehrsleitanlage verkeilt. Durch den Unfall riss der Kraftstofftank auf und eine unbekannte Menge Diesel lief aus. Der zweite Tank wurde durch die
Einsatzkräfte abgepumpt und die betroffenen Flächen der Einsatzstelle mit Bindemittel abgestreut. Das Unfallfahrzeug wurde
mit schwerem Gerät (Spill, Hydraulikzylinder und Schneidbrenner) befreit, mit Hilfe des Feuerwehrkrans geborgen und einer
Abschleppfirma übergeben.

25. September, FriedrichstraSSe, Mitte

Feuer im Einkaufscenter

Die Berliner Feuerwehr wurde um 15:10 Uhr zu einem Brand in
ein Einkaufscenter alarmiert. Rauch und Flammen drangen den
Feuerwehrleuten aus einer Kelleröffnung entgegen. Der Sicherheitsdienst des Einkaufscenters räumte zusammen mit der Polizei das gesamte Gebäude. Der Brand wurde nach Spannungsfreischaltung unter Einsatz von CAFS gelöscht.
30. September, SalzmannstraSSe, Friedrichsfelde

Gewerbehalle im Vollbrand

In den Abendstunden wurden die Einsatzkräfte zu einem Brand
in ein Gewerbegebiet nach Friedrichsfelde alarmiert. Als die Rettungskräfte eintrafen, stand das Dach des Hauptgebäudes bereits im Vollbrand. Der Brand drohte sich auf den angrenzenden
Garagenkomplex auszuweiten. Die Brandbekämpfung wurde in
zwei Abschnitte aufgeteilt und im Außenangriff teilweise über
DLK und Werfer des TLF eingeleitet.
11. Oktober, Kietzer StraSSe, Köpenick

Brand einer Dachwohnung in Köpenick

Die leerstehende Dachwohnung eines unbewohnten, dreigeschossigen Hauses brannte in ganzer Ausdehnung. Es kam zu
mehreren Durchbränden vom Dach in die erste Etage. Menschen
wurden nicht verletzt. Die Brandbekämpfung erfolgte mit vier
C-Rohren und 16 PA. Die Brandausbreitung auf Nachbargebäude wurde verhindert.

25. September, Baumschulenstrasse, Baumschulenweg

12. Oktober, Hortensienplatz, Lichterfelde

Zwei Feuerwehrbeamte waren um kurz nach 2 Uhr mit ihrem Rettungswagen auf dem Weg zu ihrer Stützpunktwache. Während
der Fahrt bemerkten sie an der Kiefholzbrücke eine glimmende
Tüte. Davon ausgehend, es handle sich um brennenden Müll,
wollte der ältere Sanitäter den vermeintlichen Brand löschen.

In einer Wohnung im 3. Obergeschoss eines viergeschossigen
Wohngebäudes brannten Einrichtungsgegenstände. Zwei Personen wurden aus der Wohnung gerettet, von Notärzten versorgt und anschließend in Krankenhäuser gefahren. Die Brandbekämpfung wurde mit einem C-Rohr (CAFS) unter Einsatz von

Sprengsatz verletzt zwei Feuerwehrleute

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Beim Annähern an das Objekt explodierte dieses plötzlich. Dabei
wurde der Sanitäter durch umherfliegende Teile des selbstgebauten Sprengsatzes schwer verletzt. Er kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus. Sein Kollege erlitt ein Knalltrauma. Der Staatsschutz nahm die Ermittlungen auf.

Brand in Lichterfelde

EINSATZ

werkstattbrand in Pankow
Foto: Stefan Rasch

sechs PA und einer Wärmebildkamera durchgeführt. Zur Belüftung des Gebäudes wurde ein Drucklüfter eingesetzt. Eine Brandausbreitung konnte verhindert werden.
13. Oktober, DonaustraSSe, Neukölln

Rettungsdiensteinsatz an Neuköllner Schule

Über den Notruf wurden der Leitstelle der Berliner Feuerwehr
mehrere Verletzte, vermutlich durch Reizgas, in einer Schule
gemeldet. Auf das Stichwort Technische Hilfeleistung und Massenanfall an Verletzten wurden Einsatzkräfte alarmiert. Bis zum
Eintreffen hatten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler durch
diese Reizgaswolke bewegt und verspürten anschließend Atemwegs- und Augenreizungen. Der Treppenraum wurde vor Eintreffen der Feuerwehr bereits gelüftet und die Schülerinnen und
Schüler in die Klassenräume gebracht. Insgesamt wurden von
den Rettungskräften zwölf Schüler und eine Lehrerin versorgt
und in verschiedene Krankenhäuser transportiert.
16. Oktober, Baruther StraSSe, Kreuzberg

Brand in Kreuzberg

Die Berliner Feuerwehr wurde zu einem Wohnungsbrand nach
Kreuzberg alarmiert. Bewohner meldeten eine starke Verqualmung des Treppenhauses und waren in ihren Wohnungen eingeschlossen. Darauf alarmierte die Leitstelle Einsatzkräfte zur
Brandbekämpfung und Personenrettung. Beim Eintreffen auf
dem Hof des betroffenen Gebäudes brannte eine Wohnung in
ganzer Ausdehnung und Hof und Treppenraum waren stark
verqualmt. Die sofort eingeleitete Brandbekämpfung in der
Wohnung im Erdgeschoss des fünfgeschossigen Wohngebäudes konnte eine Brandausbreitung verhindern. Durch die starke Rauchentwicklung waren umfangreiche Belüftungs- und
Kontrollmaßnahmen erforderlich. Fünf Personen hatten beim
Eintreffen der Feuerwehr bereits das Gebäude verlassen. Sechs
Personen wurden mit Fluchthauben von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Zwei Personen kamen mit Rauchvergiftungen ins
Krankenhaus. Zur Brandbekämpfung und Belüftung wurden zwei
C-Rohre und zehn PA sowie ein Drucklüfter eingesetzt. Während
der Rettungs- und Löscharbeiten verletzten sich zwei Einsatzkräfte. Sie wurden mit RTW in Krankenhäuser transportiert.

18. Oktober, Schlossparkbrücke, Niederschönhausen

Brennender Pkw in der Panke

Die Berliner Feuerwehr wurde zu einem brennenden PKW in der
Panke alarmiert. Ein SUV stand im Flussbett und brannte in ganzer Ausdehnung. Personen waren nicht im Fahrzeug und wurden
nicht im Umfeld angetroffen. Das brennende Fahrzeug wurde mit
einem CAFS-Rohr gelöscht und mit einer Bergungswinde herausgezogen.
19. Oktober, HardenbergstraSSe, Charlottenburg

Ein Toter beim Brand einer Hotelsauna

Im Erdgeschoss eines sechsgeschossigen Hotelgebäudes kam es
zum Vollbrand einer Sauna. Bei der Brandbekämpfung wurde
in einem Vorraum der Sauna ein Mensch tot aufgefunden. Der
Brand wurde mit einem C-Rohr und CAFS unter Einsatz von vier
PA gelöscht. Die über dem Brandbereich gelegenen Hotelzimmer
wurden kontrolliert. Aus Sicherheitsgründen wurde das Hotel für
ca. 15 Minuten evakuiert.
18. November, Wilhelmsruher Damm, Märkisches Viertel

Alarm im Stadtbad Märkisches Viertel

Die Berliner Feuerwehr wurde um 6:05 Uhr in das Stadtbad Märkisches Viertel alarmiert. Dort war es zu einem Chlorgasaustritt
an einer Filteranlage gekommen. Da das Bad noch geschlossen
war bestand keine Gefahr für Besucher. Zur Erkundung wurden
Einsatzkräfte in Chemieschutzanzügen eingesetzt. Die Leckage
wurde abgedichtet und dem Betreiber übergeben. Ein Dekontaminationsplatz wurde eingerichtet. Die Feuerwehr war mit 36
Einsatzkräften vor Ort.
21. November, KönigstraSSe, Wannsee

Ein toter nach Zimmerbrand im Seniorenheim

Bei einem Brand in einem Zimmer eines Seniorenheims in Berlin-Wannsee erlag der Bewohner des Zimmers seinen Verletzungen. Feuerwehrleute konnten ihn noch aus seinem Zimmer retten
und dem Rettungsdienstpersonal und Notarzt übergeben. Die
sofort eingeleiteten Reanimationsversuche blieben aber erfolglos. Sieben Bewohner waren vor Eintreffen der Feuerwehr durch
das Heimpersonal in Sicherheit gebracht worden. Der Brand
konnte mit einem CAFS-Rohr und unter Einsatz von zwei PA gelöscht werden.

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Berliner feuerwehr Annual 2015

2. Dezember, Märkische Allee, Marzahn

Brandtote im Hochhaus

Bei einem Wohnungsbrand in einem Hochhaus starb eine Frau
an den Folgen einer Rauchgasvergiftung. Die Einsatzkräfte wurden um 7:48 Uhr zu einem Feuer im 5. OG eines 21-geschossigen Hochhauses alarmiert. Als die Retter eintrafen schlugen die
Flammen bereits aus dem Balkon. Ein Übergreifen auf benachbarte Wohnungen konnte durch schnelles Eingreifen verhindert
werden. Eine Frau wurde in der Brandwohnung hinter der Eingangstür gefunden und sofort in Sicherheit gebracht. Die Rettungsdienstkräfte konnten mit dem Notarzt des Rettungshubschraubers nur noch den Tod feststellen.
15. Dezember, BrehmestraSSe, Pankow

Brandtoter in Pankow

Es brannten Einrichtungsgegenstände in einer Wohnung im
2. Obergeschoss eines viergeschossigen Seitenflügels. Vier Bewohner konnten sich selbst in Sicherheit bringen und zwei weitere Bewohner wurden vorsorglich zeitweise aus ihrer Wohnung
geholt. Aus der Brandwohnung konnte eine Person nur noch
leblos geborgen werden. Der Brand wurde mit einem Druckluftschaumrohr und unter Einsatz von sechs PA gelöscht.
21. Dezember, DieffenbachstraSSe, Kreuzberg

Smart im Landwehrkanal

Zeugen beobachteten einen PKW, der über den Uferweg in den
Landwehrkanal rollte und dort vollständig versank. Zum Zeitpunkt der Alarmierung war unklar, ob sich Menschen im Fahrzeug befanden. Die ersten Einsatzkräfte begannen zunächst
unter Einsatz eines Ice-Commander-Eisrettungsanzugs die Suche
nach Menschen im Wasser. Die Suche wurde von Tauchern des TD
1 fortgesetzt. Im Fahrzeug und dessen Umgebung wurden keine
Personen gefunden. Der PKW wurde gesichert und mittels Winde
des RW3 aus dem Kanal gezogen und der Polizei übergeben.

27. Dezember, Allee der Kosmonauten, Marzahn

Brand in Marzahn

Um 12:26 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften zu einem Hotelbrand nach Marzahn
alarmiert. Dort brannte es in einem Hostelzimmer im 2. Geschoss
eines neungeschossigen Gebäudes mit Flammenüberschlag in
den angrenzenden Flur. Etwa 200 Personen brachten sich selbständig in Sicherheit. Fünf Personen wurden von der Feuerwehr
mit tragbaren Leitern aus dem Gebäude gerettet. Drei Personen
kamen verletzt und teils mit Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Bei der Brandbekämpfung wurde eine Person tot aufgefunden. Der Brand wurde mit zwei C-Strahlrohren unter Einsatz
von 20 PA gelöscht. Anschließend wurden zwei Drucklüfter zur
Belüftung eingesetzt.
29. Dezember, FasanenstraSSe, Charlottenburg

Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Shisha-Bar

Notarzt und Rettungswagen wurden zu einem Einsatz in eine
Shisha-Bar in Charlottenburg gerufen. Eine Person benötigte
medizinische Hilfe. Als die alarmierten Rettungskräfte eintrafen,
löste ein Kohlenmonoxid-Warner, den jede Rettungswagenbesatzung ständig mitführt, Alarm aus. Sofort wurde der betroffene
Bereich geräumt, weitere Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden
nachalarmiert. 25 Personen wurden ins Freie und in ein benachbartes Lokal gebracht. Da sich immer mehr Personen beim Rettungsdienst meldeten, wurde das Alarmierungsstichwort erhöht
und weitere Rettungsdienstkräfte zum Einsatzort geschickt.
Nach ärztlicher Sichtung wurden bei einigen Personen erhöhte
bis hohe Kohlenmonoxid-Werte im Blut festgestellt. Einzelne Personen lehnten trotzdem den Transport ins Krankenhaus ab. Fünf
Patienten wurden mit Rettungswagen ins Vivantes-Klinikum in
Friedrichshain transportiert. Dort ist eine spezielle Behandlung
von Kohlenmonoxid-Vergiftungen mit einer hyperbaren Sauerstoff-Therapie in einer Druckkammer möglich. Die Shisha-Bar
wurde belüftet und die Einsatzstelle der Polizei übergeben.

23. Dezember, MühlenstraSSe, Pankow

Brand in Autowerkstatt

Es brannten zwei Werkstätten in ganzer Ausdehnung auf einer
Fläche von rund 400 m² in einem eingeschossigen Gebäude mit
ca. 1.300 m². Der Brand breitete sich aus in das aufgesetzte Satteldach, das teilweise einstürzte. Zur Brandbekämpfung wurden
zwei Einsatzabschnitte gebildet, eine Ausbreitung des Brandes
auf weitere Gebäudeteile wurde verhindert. Im Verlauf des Einsatzes wurden neun Druckgasbehälter geborgen. Vier Personen
der in der Halle ansässigen Firmen
wurden vom Rettungsdienst vor Ort versorgt. Von den Personen wurden zwei mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus
transportiert. Eingesetzt wurden ein Werfer, sechs C-Rohre und
23 PA. Im Umfeld der Einsatzstelle wurden Luftgüte-Messungen
durch den GW Messtechnik durchgeführt. Eine Gefährdung der
Anwohner konnte ausgeschlossen werden. Zur Sicherstellung des
Brandschutzes wurden Freiwillige Feuerwehren zur Wachbesetzung und Ablösung in Dienst gerufen.

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STEPHAN FLEISCHER
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Foto: Feuerwehr-Doku

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Wenn die Welt
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Die Fotografen von Feuerwehr-Doku sind so
nah am Geschehen, wie es für einen Berichterstatter nur irgend möglich ist. Dabei liegt
der Fokus oft nicht auf spektakulären Eindrücken, sondern vor allem auf denjenigen
Menschen, die täglich ihren Dienst für die
Berliner Bevölkerung leisten.

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FOTOESSAY

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autobiographischer
text

WENN DIE WELT IN FLAMMEN STEHT
Feuerwehr-Doku stellt sich vor

Ramón „Monti“ Montana, geboren 1971
in Hamburg und aufgewachsen in Berlin-Wedding. Nach seiner Ausbildung
und einem Hörfunk-Volontariat in Nürnberg arbeitete er als Rundfunk-Journalist. Stationen waren Belgien, das Rheinland und München. Im Jahr 2000 zog es
ihn wieder in die alte Heimat. Er wurde
Mitglied im Team der fliegenden Verkehrsreporter von 104.6 RTL und 105´5
Spreeradio. 2005 gründete er FD – Feuerwehr Doku und widmete sich der Feuerwehr Fotodokumentation.
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Janin Horst-Klaschinski, geboren 1982
in Berlin. Nach der Ausbildung zur Krankenschwester arbeitet sie seit 2006 bei
der Berliner Feuerwehr. Seit 2004 engagiert sie sich in der Freiwilligen Feuerwehr. Janin und Monti bilden seit 2010
ein festes Team, das die hohe Qualität
der Dokumentation auch durch Fachwissen sicherstellt.
FD – Feuerwehr-Doku hat inzwischen
weit über 50.000 Fans bei Facebook, die
die dokumentarische Arbeit in ihrer hohen Qualität honorieren.

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www.feuerwehr-doku.de
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Foto: Jens-Peter Wilke

So viel anfang war nie

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Die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie (BFRA) gehört wohl zu den gegenwärtig am
stärksten anwachsenden Bereichen der Berliner Feuerwehr. Völlig zu Recht, denn sie sichert die Zukunft
der Feuerwehr in der Bundeshauptstadt.

Das Referat Rettungs- und Notfallmedizin wurde den Anforderungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Notfallsanitäter neu aufgestellt. Es gliedert sich nun in die Lehrgruppen
Notfallsanitäter, Rettungssanitäter, Sonderausbildungen und
Technik sowie die Lehrrettungswache.

Für die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie (BFRA)
stand das Jahr 2015 im Zeichen des Umbruchs. Um den Herausforderungen der Zukunft gerecht werden zu können, wurde die
Organisationsstruktur der BFRA angepasst. Ziel war es dabei,
eine Organisationsform zu finden, die unter Berücksichtigung
der gesetzlichen Vorgaben einen möglichst hohen Standard in
der theoretischen und praktischen Rettungsdienst- und Feuerwehrausbildung bei maximal effizienter Ressourcennutzung generiert. Dabei sollten die besonderen Anforderungen einer Einrichtung in der Erwachsenenbildung angemessen berücksichtigt
werden. Die neue Struktur der BFRA basiert im Wesentlichen auf
drei Säulen. Dem Leiter der Akademie sind das Referat Planung
und Verwaltung sowie der Fachbereich Führung und Einsatz und
der Fachbereich Rettungs- und Notfallmedizin unterstellt. Ferner
ist ihm stabsmäßig das Referat Projekte/Internationale Zusammenarbeit zugeordnet.
Das Referat Planung und Verwaltung (PV) ist verantwortlich für
die strategische Planung der BFRA, die Festlegung von Ausbildungsgrundsätzen und deren Überprüfung sowie die Organisation des Ausbildungsablaufes und die Betreuung des Führungsnachwuchses. Der Bereich PV ist ferner für die Verwaltung der
finanziellen und materiellen Ressourcen der BFRA sowie für deren Außendarstellung zuständig. Entsprechend gliedert sich das
Referat PV in die Gruppen „Grundlagen, Planung und Betreuung“
sowie „Verwaltung und Medien“.
Dem Referat Führung und Einsatz (BFRA FE) obliegt die feuerwehrtechnische Aus- und Fortbildung. Das Referat besteht aus
den Lehrbereichen Kommunikation und Führung, Brandbekämpfung und Atemschutz, Technische Hilfeleistung, Maschinistenausbildung sowie Anwärterbetreuung (mD), Sport und Technik.
Jedem Lehrbereich sind bis zu drei Lehrgruppen zugeordnet.

Die ersten Notfallsanitäter-Azubis starten durch
Am 1. September 2015 wurden bei der Berliner Feuerwehr die ersten 19 Auszubildenden für den Beruf Notfallsanitäter (NotSan)
gemäß Notfallsanitätergesetz (NotSanG) eingestellt. Dies war nur
möglich, weil der Fachbereich Rettungs- und Notfallmedizin der
BFRA zuvor zur Berufsfachschule für Notfallsanitäter weiterentwickelt wurde. Die Berufsausbildung zum Notfallsanitäter folgt
dabei dem Rhythmus der Einstellungen der Brandmeisteranwärter und erfolgt für bis zu 20 Auszubildende jeweils zum 1. März
und 1. September eines Jahres. Sie müssen mindestens einen
Realschulabschluss vorweisen und werden zunächst im Angestelltenverhältnis eingestellt. Während der Ausbildung wechseln
sich theoretische Wissensvermittlung und Praktika in Krankenhäusern und auf der Lehrrettungswache ab, die von erfahrenen
Praxisanleitern begleitet werden. Nach erfolgreichem Abschluss
der NotSan-Ausbildung schließen sich eine feuerwehrtechnische
Ausbildung von 12 Monaten und die Laufbahnprüfung an und
ergeben so eine Gesamtausbildungszeit von vier Jahren und die
Übernahme in den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst. Neben dieser Variante eröffnet das Berufsfeld Notfallsanitäter bei
der Berliner Feuerwehr aber auch weitere Möglichkeiten. Rettungsassistenten können sich auch weiterhin weiterqualifizieren. Bereits ausgebildete Notfallsanitäter, die darüber hinaus
über einen pädagogischen Hochschulabschluss verfügen oder
diesen in einem berufsbegleitenden Studium erwerben, steht der
Aufstieg in den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst offen.
Die Herausforderung bleibt dennoch groß. Ergänzungslehrgänge
für Rettungsassistenten, die sich zum Notfallsanitäter weiterqualifizieren wollen, sind weiterhin nötig, um den hohen Bedarf
bis 2020 schrittweise zu decken. Bisher wurden acht solcher Ergänzungslehrgänge durchgeführt. Teilweise fanden sie an der
BFRA, teilweise aber auch mit Unterstützung externer Partner an

AUSBILDUNG

In voller Montur, einsatznahe bedingungen für die Feuerwehrschüler
Foto: Sebastian Haase

deren Bildungseinrichtungen statt. Trotz der hohen Anforderungen an das Wissen und Können der Teilnehmer zeigen die bisher
erzielten Ergebnisse, dass die Rettungsassistenten ihr Handwerk
beherrschen. Denn trotz teilweise hoher Durchfallquoten bei den
ersten Prüfungen haben nur fünf Prozent die Prüfung endgültig
nicht bestanden. Für das Jahr 2016 sind bereits sechs weitere
Ergänzungslehrgänge geplant.
Die Notfallrettung ist und wird auch weiterhin eine der Kernaufgaben der Berliner Feuerwehr bleiben. Mit dem NotSanG ist
festgeschrieben worden, dass das Berufsbild des Rettungsassistenten von dem des Notfallsanitäters abgelöst wird. Daher ist
es nur folgerichtig, dass die gesetzlichen Neuregelungen umgesetzt werden und die Ausbildung neu ausgerichtet wurde, denn
die Einführung des Notfallsanitäters stellt eine alternativlose
Verbesserung der Qualität der Notfallrettung dar. Dies dient der
Vorbereitung auf die künftigen Anforderungen im Rettungsdienst und die demografische Entwicklung in unserer Stadt.
Aufbau der Lehrrettungswache
Das seit 2014 geltende Notfallsanitätergesetz schreibt für die
Ausbildung zum Notfallsanitäter auch eine Lehrrettungswache
(LRW) als Praxis-Dienststelle vor. Das Landesamt für Gesundheit
und Soziales (LAGeSo) erteilt als staatliche Behörde die Genehmigung zur Führung der Bezeichnung „anerkannte Lehrrettungswache“ für die Ausbildung zum NotSan. Die Behördenleitung
entschied sich für die Räumlichkeiten der zur damaligen Zeit in
der Sanierung befindlichen FW Mitte. Hierbei wird durch die Angliederung der LRW an die BFRA ein neuer Weg für die Berliner
Feuerwehr beschritten. Als Besonderheit sind in der Gesamtbetrachtung der Regelrettungsdienst und die Ausbildung NotSan
zu betrachten. Ein Schwerpunkt bei der Planung liegt darin, die
gesetzlichen Vorgaben für die NotSan-Ausbildung mit dem Regelrettungsdienst so zu verknüpfen, dass beide Bereiche optimal
genutzt werden. Grundsätzlich ist die Lehrrettungswache in ihrer
Organisation mit einer Feuerwache zu vergleichen und benötigt
dadurch ähnliche Personal- und Wachstrukturen, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten.
Steigeturm nach Fertigstellung
Foto: Sebastian Haase

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Ausbildung bei Eis und Schnee
Foto: Jens-Peter Wilke

Seit Mitte 2014 ist die Planungsgruppe LRW-Mitte aktiv. Für die
Gesamtplanung ergeben sich folgende Schwerpunkte:
• Planung Wachgebäude 1100 inkl. geplanter Neubau eines Ausbildungsgebäudes auf dem Hof
• Planung Ausbildungsbetrieb
• Personal für Einsatzdienst/Ausbildung/Wachbetrieb
• Neue Arbeitsabläufe für das Einsatzpersonal (bei der Ausbildung)
• Neugestaltung von Dienstplänen/Dienstablauf
• Planung der Besetzung der Einsatz- und Sonderfahrzeuge des
Rettungsdienstes (RD), incl. Reserve-Fahrzeuge
• RD-Stützpunktplanung (Übernahme von bestehenden RTW
durch die LRW und Neu-Ausstattung der RD-Stützpunkte)
• Neue Strukturen für die Lagerung und Verwaltung von medizinischen Geräten, Materialien und Medikamenten, aber auch
auf den Rettungsdienstfahrzeugen und im Wachbereich
• Qualitätsmanagement
Folgende Punkte wurden zur Aktivierung der LRW umgesetzt:
• Mitte 2014 – Aktivierung Planungsgruppe
• 1.09.2015 – Übernahme des RTW 1110 (2x12 Std.) Linienstraße-Mitte durch Personal (in Abordnung) der LRW
• 12.10.2015 – Beginn der praktischen Ausbildung „NotSan“ auf
der LRW
• 1.11.2015 – Aktivierung eines WaL-Büro LRW auf der FW 1600
bis zur Fertigstellung der LRW Mitte
• 1.11.2015 – Personelle Übernahme der RTW 1600/2 (2x12 Std.)
und 1600/3 (Tagesverstärkung) durch die LRW
Da auch zum Ende 2015 die LRW baulich nicht fertiggestellt
werden konnte, wurden die zwei geplanten RTW der LRW-Mitte
auf der FW Kreuzberg übergangsweise in Dienst genommen. Im
Jahr 2016 wird dann die Lehrrettungswache am Standort in der
Voltairestraße hoffentlich fertiggestellt werden.

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Bauliche Veränderungen
Damit die Ausbildungsbedingungen an der BFRA den heutigen
Anforderungen gerecht werden, sind Bau- und Anpassungsarbeiten erforderlich. Alle Bauprojekte und Ausbildungsanlagen
werden dabei so konzipiert, dass bei einem späteren Umzug der
Akademie auf das Gelände des Flughafens Tegel ein Umzug dieser Ausbildungs- und Übungsobjekte auch gewährleistet werden
kann. Dieser technischen Herausforderung sollen alle Bauten
Rechnung tragen.
Steigeturm to go
Ein Steigeturm ist das klassische Ausbildungsobjekt für die feuerwehrtechnische Grundausbildung. Er ist ein fester Bestandteil im
Aus- und Fortbildungsgefüge der BFRA. Wichtige Ausbildungsanteile sind nur am Steigeturm darstellbar und auch nur dort
zu trainieren. Der Anfang der 1980er Jahre eigentlich als Provisorium errichtete Steigeturm musste nach jahrzehntelanger
intensiver Nutzung im Jahre 2014 aufgrund von Baufälligkeit
gesperrt werden. Das Aussetzen der Aus- und Fortbildung führte
zu erheblichen Verwerfungen im Ausbildungsablauf, da dringend
notwendige Lernprozesse auf das Training aufbauen (Anschlusslernen). Durch den Ausfall des Steigturmes konnten wichtige und
für den Einsatzdienst erforderliche Einsatzübungen nicht absolviert werden. Übergangsweise wurden die Grundübungen am
Schlauchturm der Feuerwache Tegel durchgeführt. An dieser Stelle sei den Kollegen der Feuerwache Tegel für ihre Unterstützung
nochmals Danke gesagt.
Wegen des geplanten Umzugs zum Flughafen Tegel war eine
Errichtung eines gemauerten Steigeturmes nicht sinnvoll. Eine
Ausführung mit Seecontainern war aufgrund der Platzverhältnisse und der Realisierung der Geschosshöhen nicht möglich.
Daher entschied man sich für eine kurzfristige Sanierung und
Überarbeitung der Gerüstbaukonstruktion. Die Ausführung erfolgte mit vier Fensterreihen über drei Etagen. Die Etagenhöhen
wurden so ausgeführt, dass das Höhenniveau von Neubauten
und typischen Berliner Altbauten dargestellt werden kann. Eine
Fensterreihe wurde zusätzlich mit Balkonen ausgestattet. Die
Außenseiten wurden mit Siebdruckplatten verkleidet, der integrierte Treppenturm wurde nur halbseitig verkleidet. Als Wetterschutz wurde die gesamte Konstruktion mit einem Pultdach
überdacht und um eine trockene Steigleitung ergänzt. Aufgrund
der konstruktiven Gestaltung und robusten Bauweise können be-

AUSBILDUNG

kurze besprechung bevor es in den Flammencontainer geht
Foto: Sebastian Haase

reits im sehr frühen Stadium der Ausbildung komplexe Übungseinheiten durchgeführt werden.
Startvorbereitungen für den Abflug nach TXL
Die Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie soll nicht
nur strukturell eine moderne und zukunftsweisende Ausbildungseinrichtung werden, sondern auch die Ausstattung bekommen, die eine zeitgemäße Ausbildungsstätte benötigt. Dazu wird
bereits seit einigen Jahren der Umzug der BFRA auf einen Teil des
heutigen Flughafens Tegel geplant. Natürlich ist dies erst möglich, wenn der Flugbetrieb hier eingestellt sein wird, was wiederum nur möglich ist, wenn der Flughafen BER fertiggestellt ist und
den vollen Flugbetrieb aufnehmen kann. Trotz abermaliger Verzögerung der Eröffnung des Großflughafens und damit einhergehender Schließung des Airports Tegel schreiten die Planungen für
einen Umzug der BFRA an den Flughafen Tegel weiter voran. Die
Raumaufteilung auf dem Gelände sieht sowohl großzügige Freiflächen, moderne und ausreichend dimensionierte Lehrsäle sowie
eine enge Verknüpfung mit der Beuth Hochschule für Technik vor.
Diese Verbindung mit der Beuth Hochschule ist nicht neu. Bereits
seit vielen Jahren besteht hier eine enge und gute Zusammenarbeit. Künftig kann diese Zusammenarbeit durch die unmittelbare räumliche Nähe zueinander vertieft werden. Damit kann
der Akademie-Anspruch der BFRA dann auch weiterentwickelt
werden. So wird derzeit über die Möglichkeit nachgedacht, einen
(ggf. dualen) Studiengang im Bereich Feuerwehrwesen zu schaffen, der die BFRA als Vorreiterin auf diesem Gebiet innerhalb der
deutschen Feuerwehrlandschaft etablieren könnte. Durch die geplante räumliche Nähe zwischen BFRA und der Hochschule kann
eine enge Verflechtung zwischen Theorie und Praxis gewährleistet
werden. Aber nicht nur die Beuth-Hochschule wird auf das Gelände ziehen. Der Standort TXL soll zu einem einzigartigen Netzwerk
von Hochschulen, Industrie, Gründern und Instituten – der „Urban Tech Republic“ – entwickelt werden. Diese Kooperation wird
für alle Seiten gewinnbringend sein. Die gestiegenen Anforderungen an unser Berufsfeld haben bereits jetzt Auswirkungen auf die
Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Beinahe alle
Ausbilder der Notfallsanitäter absolvierten berufsbegleitend ein
pädagogisches Studium, um den gesetzlichen Anforderungen an
die Ausbildungsstättegerecht zu werden.
Kernstück der künftigen Ausbildungsanlagen für die praktische

Ausbildung der Beamten des feuerwehrtechnischen Dienstes soll
der derzeit noch für die Wartung von Flugzeugen genutzte Hangar sein. Die überragende Größe des Hangars wird dabei künftig
schon weithin sichtbar den Weg zur BFRA weisen. In diesen soll
eine kombinierte Kalt- und Brandübungsanlage, eine Häuserzeile mit unterschiedlichen berlintypischen Fassaden errichtet werden, die dem Stand der heutigen Technik entsprechen und eine
witterungsunabhängige Aus- und Fortbildung, wie sie in anderen
Bundesländern bereits üblich ist, ermöglichen.
Damit wird aktiv in die Zukunft der Ausbildung der Berliner Feuerwehr investiert und ein Teil des Geländes TXL zukunftsweisend
nachgenutzt. Ein Wermutstropfen bleibt jedoch. Bevor die notwendigen Arbeiten beginnen können, muss zunächst der Umzug
der Flughafengesellschaft Tegel nach Schönefeld erfolgen. Dieser
Zeitpunkt ist von vielen Faktoren abhängig, die wir jedoch nicht
beeinflussen können.
Mit der Einstellung des Flugbetriebs wird auch die Flughafenfeuerwehr vom Standort TXL abziehen. Der Brandschutz am TXL ist
dann nicht mehr gewährleistet. Diese vermeintliche Lücke soll
umgehend durch die Berliner Feuerwehr in Form der Besetzung
der Feuerwache Süd geschlossen werden. Dazu, wie zur Wiederaufnahme des Lehrbetriebes der BFRA am neuen Standort, sind
noch einige Um- und Ausbauarbeiten erforderlich. Der Zeitraum
dafür ist jedoch absehbar und wird durch Kollegen der Berliner
Feuerwehr und der „Tegel Projekt“ intensiv vorangetrieben.

Dr. André Baumann, BFRA RN
Frank-Günter Haack, BFRA RN 4
Wolf Kühl, BFRA FE 2
Thomas Reibold, BFRA PV 22a
Jens-Peter Wilke, BFRA PV 2
Bruno Opitz, Brandoberinspektor-Anwärter
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MIT
Fire
ZUm
Feuer
eine app für den einsatzleitdienst im praxistest
Foto: Feuerwehr-Doku

Feuer in einer Schöneberger Einkaufspassage. Es ist der 6. Februar 2015. Eine Schleifmaschine beim Schuhmacher ist in Brand
geraten, die Brandmeldeanlage hat ausgelöst, die Angestellten
bekämpfen die Flammen mit Feuerlöschern – vergeblich. Die
Passage ist verqualmt und die Sprinkleranlage löst aus. Und das
alles nur wenige Meter von der Feuerwache Schöneberg entfernt.
Schnell sind die Kräfte von 4400 vor Ort, erhöhen auf Brand 4,
evakuieren das Gebäude, kontrollieren und beginnen zu löschen.
Bei Gebäuden wie der Einkaufspassage gibt es Feuerwehrpläne,
für über 2000 Gebäude in Berlin gibt es einen solchen Plan. Die
Fahrzeugführer der LHF nehmen diese von der Wache mit, die
Einsatzleiter auf den ELW haben sie im Fahrzeug: in Papierform,
in der Datenbank der ELW-Computer, der noch gestartet werden
muss, und seit einigen Monaten digital auf einem handelsüblichen iPad. Die Tablets werden aktuell auf allen C-Dienst- und den
beiden B-Dienst-ELW mitgeführt. Die App FIRE ist darauf installiert und kann mehr als nur Feuerwehrpläne anzeigen: Wird ein
ELW alarmiert, zeigt FIRE dem Nutzer in einer logischen Reihenfolge die wichtigsten Informationen des Einsatzes an. Was? Wo?
Wer? Wann? Details! Kontext! „Wir halten uns an die Fragen, die
sich jeder zuerst bei einem Alarm stellt“, erläutert Linnart Bäker
die Funktionsweise.
Der 32-jährige ist Oberbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr
Kreuzberg. „Mit acht Jahren hat mir mein Vater den ersten
Rechner hingestellt, seitdem programmiere ich“, erzählt er. Im
Frühjahr 2012 ging die erste Version der App als eine Unterstützungssoftware für die Einsatzleiter in den Probebetrieb. Eine
Projektgruppe bei IT übernahm die Koordination. FIRE wird in-

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zwischen auf zwei Wegen getestet: auf den ELW in einer großen
Version als digitales Führungsmittel für die Einsatzleitdienste
und als iPhone-App für Abteilungsleiter, Pressedienst, A-Dienst
und Behördenleitung als internes Informationssystem.
AUS DER PRAXIS FÜR DIE PRAXIS
„Ich habe mir den Arbeitsablauf der Einsatzleitdienste angeschaut und darauf geachtet, was diese wann brauchen und ob
wir ihnen dieses digital zur Verfügung stellen können“, erklärt
Bäker seine Überlegungen.
Die Internetverbindung der Tablets wird mit einer LTE-Verbindung sichergestellt. Die iPads sind mit einer Schutzhülle versehen, die eine kontinuierliche Ladung des Akkus in einer Ladeerhaltung im ELW ermöglicht. Gemäß den Lesegewohnheiten
werden die Informationen in FIRE von links nach rechts angezeigt. Welches Einsatzstichwort, an welchem Ort, mit welchen
Einsatzkräften, in ihrem jeweiligen Status. Es ist ein digitaler
Alarmzettel, der sich in Echtzeit aktualisiert. Danach kann der
Anwender sich die Einsatzstelle detaillierter anschauen: Eine Katasterkarte mit Hausnummern bildet die Grundlage, zusätzlich
kann in eine Satelliten- oder 3D-Karte gewechselt werden. Die
Hydranten werden ebenfalls angezeigt. Die gemeinfreien Karten
ermöglichen der App das Fahrzeug zur Einsatzstelle zu navigieren. Die 3D-Karte habe sich besonders bei der Berliner Hinterhofbebauung bewährt. Sollte der Einsatzort einen Feuerwehrplan
haben, wird dieser automatisch angezeigt, ebenso wie die der
umliegenden Gebäude. Die Echtzeitinformationen kommen über
eine Schnittstelle aus dem Einsatzleitrechner. „Es handelt sich

TAKTIK

Foto: Feuerwehr-Doku

dabei um eine Einweg-Kommunikation. Wir können über FIRE
nicht zurück kommunizieren.“
Zurück nach Schöneberg. Der C-Dienst 4417 steht vor der Einkaufspassage. Torsten Beißel ist Wachleiter der Feuerwache Schöneberg und fährt rund acht Einsatzleitdienste im Monat. Mit fast
200 Alarmen pro Monat ist 4417 der fleißigste ELW. „Ich liebe
diese App. Ich weiß jetzt vieles schon, was ich vorher erst am Einsatzort sehen konnte. Das nimmt mir sehr viel organisatorischen
Aufwand ab und bringt mir einen unglaublichen Wissensvorsprung“, erklärt der 44-jährige. Mit der App schaut er sich den
Feuerwehrplan des Gebäudes an. „Die Pläne funktionieren auch,
sollten wir keine LTE-Verbindung haben.“ Und die Statistik gibt
ihm Recht: Bei über 75 % der Einsätze wird die App mindestens
einmal von den Einsatzleitern verwendet. Also auch aus diesen
Reihen Begeisterung statt Widerstand, selbst nach kurzer Skepsis. „Es ist nicht mehr zeitgemäß, alles auf Papier mitzunehmen.
Inzwischen haben wir genug digitale Redundanzen“, verteidigt
Beißel die moderne Verwendung der Feuerwehrpläne und ergänzt: „Aktualisierungen habe ich in der App nach einem Update
sofort zur Verfügung. Kommen diese nach dem Druck per Hauspost, kann es schon mal Tage dauern, bis sie ausgetauscht sind.“
FIRE IST FEUERWEHRSICHER
Und noch eine Aussage von Torsten Beißel überzeugt: „Wir sind
nicht abhängig von dem System. Sollte es nicht funktionieren,
können wir immer noch so arbeiten wie vorher.“
Die Anwendung von FIRE ist einfach. „Die App ist selbsterklärend,
nach fünf Minuten hat sie jeder Laie verstanden“, verspricht

Beißel und Linnart Bäker ergänzt: „Jede wichtige Information
ist maximal drei Fingerklicks entfernt und niemand kann durch
eine Eingabe etwas kaputtmachen. Die App ist feuerwehrsicher.“
Die Projektgruppe und der Programmierer arbeiten gemäß dem
Rapid Prototyping Verfahren. Es sind unterschiedliche Versionen
mit unterschiedlichen Möglichkeiten auf den ELW installiert.
„Wir holen uns schnell das Feedback der Anwender, entscheiden,
was er wirklich braucht und ändern dementsprechend“, verdeutlicht Bäker und setzt nach: „Wir wollen nicht einfach was
machen, weil wir es können. In der App soll nur sein, was auch
wirklichen Nutzen bringt und sich in der Praxis bewährt.“
UND WO GEHT ES MIT DER APP HIN?
Der Praxistest wurde auf alle C-Dienste ausgedehnt und dauert
an. Auf einem ELW wurden für Testzwecke alle papiergestützten
Feuerwehrpläne entfernt. Gibt es auch andere Anwendungsorte
für FIRE? Linnart Bäker: „Die App ist etwas für eine Großstadt,
viele Gebäude auf engem Raum und viele Einsatzkräfte, die zu
Einsatzstellen fahren.“ Letztendlich soll FIRE mit digitalen Informationen die Entscheidungen der Einsatzleiter unterstützen.
Beim Feuer in Schöneberg wurde niemand verletzt und der Brand
war schnell gelöscht. An dieser Stelle hat FIRE somit zum Erfolg
beigetragen.

JOHANNES KOHLEN
Freier Journalist

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Messtrupp im einsatz
Foto: Berliner-Feuerwehr

nach dem einsatz, dekontamination
Foto: Berliner-Feuerwehr

DER UMWELTDIENST BEI DER BERLINER FEUERWEHR
Um die Sicherheit bei Einsätzen im Zusammenhang
mit chemischen, biologischen, radiologischen oder
nuklearen Gefahren (CBRN) einheitlich und mit hoher Qualität zu gewährleisten, wurde die Einführung
eines speziellen Führungsdienstes beschlossen. Seit
2015 steht der Umweltdienst nun nahezu 24/7 zur
Verfügung.
Einsätze im Rahmen der CBRN-Gefahrenabwehr erfordern ein
besonders hohes Maß an Spezialkenntnissen, die jederzeit abrufbar sein müssen auch wenn sie nicht zur täglichen Einsatzroutine gehören. Das beginnt bei den Maßnahmen der Erkundung durch Messen, Probenahme und Analyse, geht über die
Gefahrenprognose zu den Gefahrenabwehrmaßnahmen bis hin
zur Dekontamination von betroffenen Personen und dem eingesetzten Personal. Der Umweltdienst setzt sich aus Mitarbeitern
der Führungsgruppe C zusammen, die regelmäßig zum Thema
CBRN-Gefahrenabwehr (früher ABC-Gefahrenabwehr) fortgebildet werden und besondere Qualifizierungslehrgänge besuchen.
Er gewährleistet durch sein Spezialwissen ein kompetentes und
einheitliches Arbeiten und spielt eine zentrale Rolle auf dem Gebiet der CBRN-Gefahrenabwehr in Berlin.
FACHLICHE QUALIFIKATION
Um als C-Dienst die Zusatzbezeichnung Umweltdienst führen zu
dürfen, sind besondere Qualifikationen im Bereich der CBRN-Gefahrenabwehr erforderlich:
« Ausbildung „Führen im ABC-Einsatz“ an der BFRA oder einer
anderen Landesfeuerwehrschule in Deutschland
« Ausbildung „Fachkunde Strahlenschutz“ beim Bundesamt für
Strahlenschutz
« Seminare über chemische-, biologische, radiologische Risiken
an der AKNZ in Bad Neuenahr
« Messpraktikum am Helmholtz-Zentrum
« Umweltdienstfortbildung an verschiedenen Orten in Berlin
durch Stab BTK 1

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Diese Fortbildungen werden in regelmäßigen Abständen wiederholt, um immer auf dem neuesten Stand zu sein. Weitere Fortbildungen, die für den Umweltdienst wichtig sind, sind Fachberater
CBRN, CBRN-Erkundung und CBRN-Auswertung. Für die Fortbildung zum Umweltdienst werden Einsatzleiter erst nach einjähriger Verwendung in der Gruppe C zugelassen.
DIE EINSATZVARIANTEN DES UMWELTDIENSTES
Fachberater für Einsatzleiter

U-Dienst
Messen

Einsatzleiter
Gefahrenabwehr

Dekontamination

Rettungsdienst

Bereitstellung

Der Umweltdienst kann in unterschiedlichen Funktionen zum
Einsatz kommen, zum Beispiel als Fachberater über Funk und
Telefon oder direkt an der Einsatzstelle.
Hier gehören zu seinen fachlichen Einsatzaufgaben die Durchführung von Recherchen und die Analysen sowie die Erarbeitung
von Lösungsvorschlägen für den CBRN-Einsatz, die dem Einsatzleiter bei der Entscheidungsfindung helfen sollen. Er berät den
Einsatzleiter bei der Erkundung, der Wahl der Schutzkleidung
und dem Sicherheitsmanagement, den Möglichkeiten der Gefahreneindämmung sowie bei der Dekontamination, bis hin zur
Einsatzstellenübergabe. Dafür kann er die Einsatzstelle selbst
erkunden oder die Erkundung koordinieren.
Bei Objektalarmen (automatische Auslösung der Brandmeldeanlage) in den elf Berliner Störfallbetrieben wird der Fachberater
Umwelt automatisch hinzubeordert.

TAKTIK

dekontamination II
Foto: Berliner-Feuerwehr

Einsatz- oder Einsatzabschnittsleiter CBRN-Gefahrenabwehr

Einsatzleiter
U-Dienst
CBRN Gefahrenabwehr

Messen

OrgL RD
MANV

C3
Bereitstellung

Rettungsdienst

Bereitstellung

C4
...

Gefahrenabwehr

Dekontamination

Als Einsatzleiter ist der Umweltdienst bei den Alarmierungen
mit dem Zusatz U (Umweltgefährdung), ABC (CBRN-Gefahr) und
Ex (Explosionsgefahr) im Einsatzmittelaufgebot standardmäßig
enthalten, ebenso bei der Alarmierung der Module Dekon, Messen, Strahlenschutz und Ölwehr. Bei größeren Einsatzstellen, z.B.
Bränden in Gebäuden, in denen Gefahrstoffe vorhanden sind,
kümmert sich der Umweltdienst als Einsatzabschnittsleiter um
den Teil der CBRN-Gefahrenabwehr und berät den Einsatzleiter.
Bei einem CBRN-Einsatz ist der Umweltdienst verantwortlich für
die Durchführung von Messungen und Probenahmen sowie für
deren Auswertung. Ihm unterstehen ebenso die CBRN-Gefahrenabwehr und Dekontamination.
Fachberater im Einsatzstab Feuerwehr
Erfordert das Schadensszenario eine Bearbeitung der Einsatzlage durch den Einsatzstab der Berliner Feuerwehr, so hat der
Umweltdienst die Aufgabe der fachlichen Beratung des S3 im
Einsatzstab.

Besprechung mit dem einsatzleiter
Foto: Berliner-Feuerwehr

WO IST DER UMWELTDIENST DER BERLINER FEUERWEHR ANGEGLIEDERT?
Fachlich zuständig ist Stab BTK 12 für die Einsatzorganisation
und Koordination der Fortbildungsmaßnahmen in Kooperation
mit der BFRA. Im Einsatzdienst wurden die fortgebildeten Mitarbeiter vor allem auf dem C-Dienststützpunkt 4317 (FW Tempelhof) konzentriert. Weitere C-Dienststützpunkte sind 3117
(FW Spandau-Nord), 2617 (FW Pankow) und 6117 (FW Marzahn).
Durch diese Zuordnungen wird eine flächendeckende Verteilung
über das Stadtgebiet erreicht.
Seit 2015 führen 15 Einsatzleiter der Gruppe C die Zusatzbezeichnung Umweltdienst, weitere zwölf befinden sich in den Qualifikationsmaßnahmen und werden den Einsatzdienst in naher
Zukunft verstärken.
EINSATZ DES UMWELTDIENSTES AM 27. JUNI 2015
In einem Labor eines Industriebetriebes kam es gegen 14:30 Uhr
zu einer Verpuffung und zum Austritt von unbekannten Chemikalien aus zerstörten Gefäßen eines beschädigten Lagerschrankes. Die ersten Kräfte räumten den betroffenen Bereich und führten Absperrungsmaßnahmen durch. Zwei Personen wurden vom
Rettungsdienst versorgt und in ein Krankenhaus transportiert.
Der eintreffende Umweltdienst veranlasste zunächst das Einstellen aller Maßnahmen im betroffenen Raum, da der Verdacht
bestand, dass Flusssäure freigesetzt wurde. Dies konnte jedoch
nach Rücksprache mit dem Betreiber und Messmaßnahmen ausgeschlossen werden. Der Umweltdienst alarmierte die erforderlichen Kräfte nach, veranlasste eine vollständige Erkundung und
koordinierte die weiteren Maßnahmen. Diese wurden zwischen
einem TUIS-Fachberater und dem Umweltdienst abgesprochen.
Die Bergung der beschädigten Gefäße und die Aufnahme der
ausgelaufenen Säure mit Bindemittel erfolgte unter Einsatz von
zwei CSA-Trupps unter Körperschutzform 3 und der Bereitstellung
eines weiteren CSA-Sicherheitstrupps. Der betroffene Bereich
wurde belüftet und dem Betreiber übergeben. Die erforderliche
Dekontamination der eingesetzten Trupps erfolgte an einem Dekontaminationsplatz durch den Technischen Dienst.

HOLGER NOTZKE
Stab BTK 12

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Foto: Sebastian Haase

Von der Schulbank auf die StraSSe
Schwerstkranke, beatmete oder sogar auf ein
Kunstherz angewiesene Patienten – noch vor wenigen
Jahren war es undenkbar, dass eine hochqualifizierte medizinische Versorgung ambulant gewährleistet
wird. Heutzutage Alltag, der auch die Notfallrettung
vor neue Herausforderungen stellt. Die Ausbildungsinhalte des bereits 1989 verabschiedeten Rettungsassistentengesetzes deckten die steigenden Anforderungen in der Notfallrettung nicht mehr ab. Eine
Modernisierung und inhaltliche Aufwertung der Ausbildung im Rettungsdienst war dringend erforderlich.
Am 22. Mai 2013 wurde als notwendige Konsequenz das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) verabschiedet. Es enthält eine umfassende Beschreibung des Ausbildungsziels und legt Qualitätsanforderungen an die Schulen und Einrichtungen der praktischen
Ausbildung fest.
Das neue Berufsbild Notfallsanitäter löst den Rettungsassistenten als höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst
ab. Es ist jedoch sicher, dass der Rettungsassistent mittelfristig
durch den Notfallsanitäter als verantwortliche Einsatzkraft bei
der Betreuung von Patientinnen und Patienten in der Notfallrettung ersetzt wird. Rettungsassistenten werden dann nur noch
in der Funktion des Fahrers des RTW oder des NEF zum Einsatz
kommen.
Die 3-jährige Vollausbildung zum Notfallsanitäter umfasst schulische, klinische und praktische Ausbildungsanteile, in denen
soziale Kompetenz, medizinische Lernfelder, Teamfähigkeit, Medikamentenkunde und Maßnahmen vermittelt werden. Die Berliner Feuerwehr hat am 1. September 2015 insgesamt 19 Frauen
und Männer eingestellt, die sich dieser neuen Ausbildung stellen
möchten.
Bis zum 31. Dezember 2020 besteht für Rettungsassistenten die
Möglichkeit, sich nach einem Qualifizierungslehrgang durch eine
Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter weiterzubilden. Nach

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Ablauf dieser Übergangsfrist steht dem Rettungsassistenten diese Möglichkeit nicht mehr offen; er müsste die volle 3-jährige
Ausbildung absolvieren, um dennoch Notfallsanitäter zu werden.
Die BFRA bietet seit 2014 hierfür entsprechende Lehrgänge an.
Rettungsassistenten mit mehr als drei Jahren Berufserfahrung
(Achtung: es zählt das Ausstellungsdatum der Urkunde bis zum
Inkrafttreten des NotSanG am 1. Januar 2014) können bereits
nach einem 480-Stunden-Kurs die Ergänzungsprüfung absolvieren. Für alle anderen Rettungsassistenten wird ein 960-Stunden
Kurs angeboten. Die Inhalte des Ergänzungskurses sind in der
Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Notfallsanitätergesetz festgelegt und umfassen neben medizinischen Inhalten
auch das Themengebiet „Kommunikation und Interaktion“ sowie
praktische Ausbildung im Krankenhaus und auf der Rettungswache.
Die Ergänzungsprüfung besteht aus einem mündlichen und
einem praktischen Teil. Ein schriftlicher Teil wie bei der staatlichen Prüfung der 3-jährigen Ausbildung ist nicht vorgesehen. Im
praktischen Teil der Ergänzungsprüfung müssen zwei Fallbeispiele bearbeitet werden, ein traumatologischer und ein internistischer Notfall.
Die anfangs hohe Durchfallquote von 30 % relativiert sich, wenn
man die endgültige Durchfallquote von lediglich 5 % betrachtet.
Die Ergänzungsprüfung ist nach den angebotetenen Lehrgängen
machbar und zu bewältigen.
Die ersten waschechten Notfallsanitäter der Berliner Feuerwehr
sind mit der Lehrrettungswache auf der Straße angekommen. Um
den neuen Kompetenzen gerecht zu werden, haben die Notfallsanitäter auch das nötige Handwerkszeug zur Verfügung gestellt
bekommen: neben einer sehr guten technischen Ausstattung des
RTW Typ C und modernsten Medizinprodukten führen die Notfallsanitäter der Lehrrettungswache auch ausgewählte Medikamente mit sich. Nach Gabe eines Medikamentes erfolgt die Übermittlung des Protokolls an den Ärztlichen Leiter Rettungsdienst und
kurzfristig bekommen die Notfallsanitäter eine Rückmeldung zu
dem Einsatz. Eine Auswertung der eingesendeten Einsätze zeigt,
dass die Notfallsanitäterinnen und -sanitäter gut ausgebildet
sind und verantwortungsbewusst mit der Medikamentengabe

NOTFALLRETTUNG

umgehen – zum Wohle unserer Patienten. Insbesondere Analgesie mittels der kombinierten Gabe von Midazolam und Ketanest
wurde wiederholt durchgeführt. Falsche Indikationen oder Komplikationen sind bislang nicht aufgetreten und eine ausreichende
Analgesie konnte erzielt werden. Rückmeldungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lehrrettungswache zeigen eine hohe
berufliche Zufriedenheit durch die Möglichkeit, den Patienten bei
Schmerzzuständen unmittelbar helfen zu können.
Die Lehrrettungswache übernimmt aber noch eine sehr wichtige
Aufgabe: die praktische Ausbildung der 3-jährigen Auszubildenden zum Notfallsanitäter. Die Notfallsanitäterinnen und Sanitäter der Lehrrettungswache geben ihre Berufserfahrung an hochmotivierte junge Auszubildende weiter und sorgen hierdurch für
eine gut ausgebildete neue Generation.
Wichtig ist es zu wissen, dass es nicht Ziel des Notfallsanitätergesetzes ist, einen „Notarzt light“ auf die Straße zu bringen, sondern die Versorgungsqualität der uns anvertrauten Patientinnen
und Patienten zu erhöhen. Ein Notfallsanitäter muss grundsätzlich bereit sein, invasive Maßnahmen (wie z.B. eine IV-Punktion) oder eine Medikamentengabe durchzuführen. Im Einzelfall

muss der Notfallsanitäter jedoch hiervon absehen, wenn er sich
in einer konkreten Situation unsicher über die korrekte Indikation ist oder sich die Maßnahme in dieser Situation schlicht nicht
zutraut. Geplant ist, einen Arzt dauerhaft als Telenotarzt in der
Leitstelle einzusetzen, der das Rettungsdienstpersonal im Einsatz
unterstützt und berät. Der Telenotarzt kann dann einsatztaktische und therapiebezogene Maßnahmen an die Notfallsanitäter
am Einsatzort direkt delegieren. Gute Erfahrungen in Aachen mit
diesem System zeigen, dass damit auch Einsätze ohne Notarzt
vor Ort sicher absolviert werden können.
Die Bürgerinnen und Bürger Berlins haben einen Anspruch auf
eine qualifizierte und flächendeckende notfallmedizinische Hilfe
auf dem aktuellen Stand von Wissen und Technik. Diesem Anspruch kann nur ein zukunftsorientiertes, leistungsstarkes Rettungswesen gerecht werden – das neue Berufsbild Notfallsanitäter ist der wichtigste Baustein hierfür.

Dr. SONJA RÖMER
Stab RD 21

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57

Berliner feuerwehr Annual 2015

Digitalfunk 2015 – Sachstand und Ausblick
Der Digitalfunk BOS (Behörden mit Ordnungsund Sicherheitsaufgaben) ist nunmehr bereits
seit 10 Jahren eines der zentralen IT-Themen.
Dieser Beitrag nimmt kurz Bezug auf das abgeschlossene Projekt Digitalfunk, stellt die wesentlichen Entwicklungen des Jahres 2015 dar und
wagt einen Ausblick auf den Digitalfunk 2020+.

Rückblick
Nachdem der Netzabschnitt Berlin Ende 2009 mit einer Gesamtanzahl von 38 Basisstationen in der Grundkonfiguration errichtet
war, folgten aufgrund von topologischen Besonderheiten in der
Stadt Feinjustierungsmaßnahmen und die Errichtung von zehn
weiteren Basisstationen. Der Erstaufbau des Digitalfunknetzes
BOS ist seit Ende 2013 abgeschlossen. Die Projektarbeit zum Digitalfunk BOS umfasste einen Zeitraum von insgesamt neun Jahren und drei Monaten und wurde als Gemeinschaftsprojekt der
Senatsverwaltung für Inneres und Sport, der Polizei Berlin und
der Berliner Feuerwehr bearbeitet. In diesem Zeitraum wurde das
Netz errichtet, die Ausschreibungen für die unterschiedlichen
Endgerätetypen erstellt, veröffentlicht und die Zuschläge erteilt,
die Feuerwehrleitstelle ertüchtigt, der gesamte Fahrzeugbestand
der BOS mit Digitalfunktechnik ausgestattet und funktaktische
Konzepte erarbeitet. Die Integration der digitalen Technik in ein
bestehendes Notruf- und Alarmierungssystem und die Überwachung und Behebung von Fehlern und Störungen für beinahe alle
Endgerätetypen und deren Zubehör stellten in diesem Zeitraum
besondere Anforderungen an alle Beteiligten.
Netzbetrieb
Die Landesstelle Digitalfunk Berlin ist das Bindeglied zwischen
der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) und den Nutzern
des Landes mit taktisch operativen Aufgaben. So werden hier
beispielsweise das Netz überwacht, die Anbindung von Objektversorgungen an das Netz planerisch begleitet und das Fleetmapping berlinweit koordiniert. In Berlin stehen den BOS rund
1.000 Rufgruppen zur digitalen Gruppenkommunikation zur Verfügung. Im Tagesdurchschnitt werden rund 17.100 Gruppen- und
Einzelrufe im Netz verarbeitet. Die größte Netzlast entsteht in-

58

nerhalb des S-Bahn-Rings. Hauptnutzer im Digitalfunk BOS sind
die Polizei Berlin mit 75 % sowie die Berliner Feuerwehr mit 9 %
Anteil am Gesamtaufkommen. 15 % der Netzlast werden durch
die BOS des Bundes und 1 % durch Testzwecke verursacht. Bereits
die hier vorgestellten Zahlen machen ein wesentliches Problem
deutlich: die Komplexität der Anwendungsmöglichkeiten. Im
Unterschied zur Analogfunktechnik, bei der vereinfacht formuliert lediglich das Gerät eingeschaltet werden musste und per
Kanalwahlschalter der Kanal gewählt wurde, ist die Bedienung
der Digitalfunktechnik deutlich komplexer. Der Endnutzer ist
aufgefordert, sich mit der Technik und der Bedienung vor einem
Einsatz vertraut zu machen. Nur so lassen sich Fehlbedienungen
vermeiden.
Leitstelle
In Berlin sind insgesamt 134 Arbeitsplätze in den Leit-, Befehls- und Betriebsstellen an den Digitalfunk BOS anzubinden.
Die Feuerwehrleitstelle ist seit Februar 2009 angeschaltet. Das
Hauptaugenmerk lag im Jahr 2015 auf der Einführung des verschlüsselten Funkbetriebs, auch als Kryptographie bezeichnet.
Der kryptierte Funkbetrieb wird von der Bundesanstalt für den
Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben von allen teilnehmenden BOS gefordert. Nach ersten
Tests des Systems Mitte des Jahres 2015 mit anschließenden
Nacharbeiten konnte der verschlüsselte Funkbetrieb Ende des
Jahres eingeführt werden, so dass auch der Jahreswechsel ohne
Probleme kryptiert durchgeführt wurde. An dieser Stelle soll
nicht unerwähnt bleiben, dass im Jahr 2015 die letzte vollständige Wartung des Gleichwellenfunksystems (4 m) stattfand. Bis auf
weiteres wird der Gleichwellenfunk parallel betrieben und steht
somit jederzeit als Rückfallebene zur Verfügung. Wie lange dieser
Doppelbetrieb noch aufrechterhalten wird, ist derzeit noch nicht
abzuschätzen. Die Ausstattung der Berufsfeuerwachen mit digitalen Wachfunkgeräten (Fixed Radio Terminal, FRT) wurde 2015
vorbereitet und wird im Jahr 2016 realisiert. Die bisherigen analogen Wachfunkgeräte werden dann ersatzlos abgebaut.
Endgeräte
Auf der Basis eines Rahmenvertrages erfolgte in Berlin die Beschaffung der Endgeräte für alle BOS, insgesamt rund 16.500
Endgeräte. Für die Feuerwehr umfasst der Endgerätebestand die
Typen MRT (Mobile Radio Terminal) für Fahrzeuge (incl. Steuer-

TECHNIK

und Bedieneinheit für Doppelbedienung analog/digital), HRT
(Hand Radio Terminal) und HRT ATEX (EU-Richtlinie für Geräte
zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen) sowie das
Zubehör für die Einsatzkräfte. Die Berliner Feuerwehr betreibt
insgesamt rund 1.770 HRT incl. Zubehör und 1.000 MRT im Einsatzdienst sowie in den Direktionen und der BFRA. Im Jahr 2015
ist die Ausstattung der Funktechnik mit BOS-Sicherheitskarten
als Voraussetzung des kryptierten Funkbetriebs vollzogen worden. Eine weitere Aufgabe war die flächendeckende Durchführung von Software-Updates für alle HRT. Im Gegensatz zum Analogfunk, wo dies nicht erforderlich war, wird dies im Digitalfunk
auch zukünftig zu den jährlichen Aufgaben gehören. Im März
2015 entschied die Behördenleitung, dass alle Einsatzkräfte der
Brandbekämpfung eine einheitliche und flächendeckende Ausstattung mit explosionsgeschützter Funktechnik erhalten sollen.
Für die Maschinisten der Löschfahrzeuge musste zunächst eine
reine Hörgarnitur beschafft und der Roll-out organisatorisch
vorbereitet werden. Im Januar 2016 waren bereits alle Berufsfeuerwachen voll ausgestattet, die FF folgt sukzessive.
Objektversorgung
Der Begriff Objektversorgung umschreibt die ungehinderte Funkkommunikation von drinnen nach draußen und umgekehrt.
Baurechtlich zählen hierzu sämtliche Sonderbauten wie Hotelbauten, Einkaufszentren, Sportstätten und auch Straßentunnel
sowie die unterirdischen Verkehrsanlagen der BVG und der Deutschen Bahn (DB). Insgesamt sind aktuell 103 (digitale) Objektversorgungen in Betrieb, 55 digitale Anlagen befinden sich in der
Genehmigungsphase. Zusätzlich gibt es in der Stadt weiterhin
132 analoge Feuerwehr-Gebäudefunkanlagen, diese unterliegen dem sogenannten Bestandsschutz im Baurecht. Im Ergebnis
muss der Eigentümer die Feuerwehr-Gebäudefunkanlage nicht
dem Stand der Technik anpassen. Ein Umstand der gerade für
die Feuerwehr kritisch ist, da bis auf weiteres ein gemindertes
Kontingent analoger 2m-Funktechnik vorhalten werden muss.
Hier zeichnete sich auch 2015 keine Änderung ab. Deutliche Fortschritte hingegen konnten für die Straßentunnel in Berlin und für
die BVG erreicht werden. Insgesamt gibt es in Berlin aktuell 21
Straßentunnel und Unterführungen, von denen 15 mit Digitalfunk zu versorgen sind. Lediglich sieben Tunnel sind bisher mit
Analogfunk ausgestattet, ein Parallelbetrieb von Analogfunk
und Digitalfunk (Migrationsphase) ist nicht vorgesehen. Für die
Ausstattung der Straßentunnel ist ein Phasenkonzept entwickelt
worden. In Phase 1 wurden im Jahr 2015 zwei Basisstationen beschafft und in das Netz integriert. In den Phasen 2 und 3 erfolgt
die Ausrüstung der Straßentunnel in Abhängigkeit von den Wartungsintervallen und Sanierungsmaßnahmen der zuständigen
Senatsverwaltung. Für Einsätze in Anlagen der BVG konnte die
Mitnutzung des zivilen TETRA-Netzes der BVG vereinbart werden.
Jedoch steht hierfür nur ein sehr begrenztes Kontingent an Lizenzen zur Verfügung, die sich die BOS zudem noch teilen müssen.
Diese Lösung kann nur temporären Charakter haben. Die BVG
hat damit begonnen, ihre Repeater in den Tunnelanlagen auf
Multiband-Repeater umzurüsten. Das Land Berlin hat mit den
Vorbereitungen zur Signaleinspeisung TETRA-BOS begonnen. Es
ist geplant, in allen unterirdischen Verkehrsanlagen der BVG eine
Digitalfunk-BOS-Versorgung zu realisieren. Bis dahin werden die
Einspeisedosen an den Zugängen zur U-Bahn von der BVG weiterhin vorgehalten.

Paging
Die Alarmierung, speziell der Kameradinnen und Kameraden der
FF, wird in Berlin aktuell über mehrere im Stadtgebiet verteilte
digitale Alarmumsetzer (DAU) realisiert. Hierbei handelt es sich
um ein separat betriebenes digitales Alarmierungssystem. Der
Systemwechsel zur Alarmierung über Digitalfunk BOS befindet
sich momentan noch in der Anfangsphase. Die Bundesländer
Bayern und Hessen haben hierzu erste Tests durchgeführt. Im
Kern hängt eine verlässliche Alarmierung über Digitalfunk BOS
von dem Mindestversorgungspegel in Siedlungsflächen ab. Hierin ist auch der wesentliche Grund zu sehen, weshalb die Alarmierung über Digitalfunk BOS aktuell noch nicht erfolgt. Ferner ist
am Markt bisher nur ein Anbieter mit einem zertifizierten Pager
(Active Paging Radio Terminal, APRT) für die teilnehmerindividuelle oder gruppenbasierte Adressierung vertreten. Grundsätzlich
ist es bereits heute möglich, eine Alarmierung auch über das
Endgerät (HRT) auszulösen (Callout), wenngleich auch hierbei der
Mindestversorgungspegel das entscheidende Kriterium bleibt.
Anzumerken ist, dass das Endgerät wie auch der Pager den Status der Funkversorgung ständig signalisieren, der Anwender wird
somit in die Lage versetzt, dies zu erkennen und seinen Standort
bei unzureichender Funkversorgung ggf. zu verändern. Im Jahr
2015 konnten in Berlin noch keine Fortschritte zur Etablierung
der Alarmierung über Digitalfunk BOS erzielt werden.
Ausblick
Wie funktioniert die Funkkommunikation bei einem großflächigen Stromausfall? Unter dem Begriff Netzhärtung werden Maßnahmen zum gesicherten Betrieb von Digitalfunkstandorten für
einen Zeitraum von 72 Stunden definiert. Hierbei geht es um die
Sicherstellung der Stromversorgung für eine Mindestanzahl Basisstationen im Fall eines großflächigen Stromausfalls in Berlin
und die Gewährleistung einer minimalen Digitalfunkversorgung.
Die Planungen wurden im Jahr 2015 begonnen. Zwar ist der
Digitalfunk BOS noch relativ neu für die BOS, doch gleichzeitig
wird hinter den Kulissen als strategische Überlegung bereits die
Weiterentwicklung bzw. die Erneuerung des Systems jenseits des
Jahres 2021 diskutiert. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen die Werterhaltung des Systems als Stufe 1 und als Stufe 2 die Modernisierung auf der Agenda. Was danach folgt, wird dann tatsächlich
erst die Zukunft zeigen. Wesentlich konkreter sind die Entwicklungen der Endgerätetechnik und des Zubehörs. In Berlin kommen Endgeräte der Firma Motorola zum Einsatz. Im Bereich der
HRT ATEX sind hier bereits die neuen Endgeräte und auch bisher
nicht erhältliches Zubehör vorgestellt worden. Die neuen Endgeräte sind bezüglich einiger Ausstattungsmerkmale und in der Bedienung überarbeitet worden und werden im Jahr 2016 erstmalig
zu Testzwecken verfügbar sein. Zukünftig werden neu beschaffte
Fahrzeuge nur noch mit Digitalfunk (Typ 1) ausgerüstet, Analogfunktechnik wird nicht mehr beschafft. Eines der großen Zukunftsthemen für die BOS werden Breitbandanwendungen sein,
der Bedarf zeichnet sich bereits jetzt ab. Klar ist bereits jetzt,
dass TETRA hierfür nicht die geeignete Technologie ist.

WOLFGANG KUNZE-HOWE
ZS IT A 5

59

Berliner feuerwehr Annual 2015

Gemeinsames ELS

Einheitliche
techn.
Umgebung

Beibehaltung der
Trennung
FW/POL bei
gegenseitiger
Redundanz

Neubau Polizei/
Anbau und Umbau Feuerwehr

Foto: PG koop LSt

Projekte Kooperative Leitstelle Polizei Berlin
und Berliner Feuerwehr
Berlin wächst und die Aufgabenvielfalt der
Berliner Feuerwehr und der Polizei Berlin
steigt mindestens in gleichem Maße an. Eine,
sich in Anzahl und Struktur verändernde Bevölkerung, der Klimawandel und neue Technologien wie z.B. „ecall“ und „Notruf-Apps“
werden die Zukunft der Sicherheitsbehörden
erheblich beeinflussen.
Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, müssen
Polizei und Feuerwehr ihre Leitstellen vergrößern, technisch
modernisieren und untereinander vernetzen. Nur so kann den
Menschen in Berlin auch in Zukunft noch die bestmögliche Hilfe
in Not- und Gefahrensituationen garantiert werden.
Nach einer erfolgreichen Machbarkeitsuntersuchung hat der
Staatssekretär für Inneres und Sport, Bernd Krömer, in 2014
die beiden Sicherheitsbehörden mit dem Projekt „Kooperative
Leitstelle Polizei Berlin und Berliner Feuerwehr“ (kurz PG koop
LSt) beauftragt, die Leitstellen der Zukunft zu realisieren.
Kernelemente sind die Entwicklung eines gemeinsamen IT-Systems der „kooperativen Leitstelle“, Umbauten und Erweiterungsbauten bei der Feuerwehr und ein Neubau bei der Polizei.
Damit einher geht die grundlegende Modernisierung der Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen.
Die heutigen Leitstellen der Berliner Feuerwehr und der Polizei
Berlin sind nicht mehr zeitgemäß. Am offensichtlichsten sind die
Rückstände in der Einsatzleitzentrale der Polizei. Die Medien haben darüber berichtet und die Politik hat sich von der Situation
vor Ort überzeugt. Die Arbeitsplätze genügen nicht mehr den
aktuellen ergonomischen Anforderungen (u.a. hoher Geräuschpegel, Klimainseln, veraltetes Mobiliar mit diversen nachträglichen Aufbauten, keine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung)
und auch ein durchgehender Brandschutz ist nicht gegeben. Der
unfreiwillige „Ausweichbetrieb“ der Polizeileitstelle in 2015, aufgrund des Verdachts freigesetzter Mineralfasern, hat die Dringlichkeit und Notwendigkeit einer schnellen und umfassenden Lösung infolge eines grundlegenden Sanierungsstaus eindrucksvoll
unterstrichen. Aber auch in der Leitstelle der Berliner Feuerwehr
gibt es einen Erneuerungsbedarf in technischer und baulicher
Hinsicht. So entspricht vor allem die Ergonomie der Arbeitsplätze
(Entlüftung, Abwärme, Geräuschpegel, Beleuchtung, Sonneneinstrahlung) nicht mehr den aktuellen Standards.
Die Einrichtung einer "Kooperativen" ist keine neue Idee. Zwi-

60

schen den Arbeitsabläufen und Prozessen in den Leitstellen der
Polizei und Feuerwehr gibt es wesentlich mehr Gemeinsamkeiten
als Unterschiede. Um unnötige Reibungsverluste zu vermeiden
und Kosten zu sparen, liegt es daher nahe, ein neues gemeinsames Einsatzleitsystem zu schaffen. Feuerwehr und Polizei sind
tagtäglich in unserer Stadt gemeinsam im Einsatz und beide entwickeln ihre Einsatzstrategien stetig weiter. Aus den Erfahrungen anderer kooperativer Leitstellen (z.B. in Hamburg) ist längst
die Perspektive verbundener Einsatzsteuerung entstanden. Alle
Informationen gemeinsamer Einsätze können unter Beachtung
datenschutzrechtlicher Bestimmungen auf Knopfdruck beiden
Seiten verfügbar gemacht werden, egal, bei welchem Notruf
der Einsatz aufgelaufen ist. Langwierige Telefonate zur Datenübermittlung und Alarmierung entfallen. Die Informationskette
schließt sich zukünftig vom Anrufer bis zu den vor Ort eingesetzten Kräften. Gleichzeitig bekommt jeder nur diejenigen Informationen, die er oder sie auch tatsächlich braucht. So stehen
Daten wie Einsatzort, Anrufer und Anlassbeschreibung sowohl
Feuerwehr als auch Polizei sofort zur Verfügung, während der
Feuerwehrbedienstete z. B. auch das Ergebnis möglicher telemedizinischen Befunde einsehen kann.
In 2015 hat die Firma IABG als technischer Fachplaner bereits
ein Feinkonzept für das gemeinsame Einsatzleitverfahren und
die notwendige Technik vorgelegt. Das Konzept gründet sich auf
hohen Sicherheits- und Performanceanforderungen und sieht
mehrere untereinander gekoppelte Rechenzentren an verschiedenen Standorten in der Stadt vor. Jedes Rechenzentrum wird in
der Lage sein, im Notfall auf sich gestellt, den Betrieb der gesamten koop LSt abzubilden. Dieses innovative Modell bedingt einen
hohen Aufwand, ist damit aber nicht nur sicher sondern auch
zukunftssicher. Es gilt, sowohl die wachsende Stadt zu berücksichtigen als auch auf die rasanten technischen Entwicklungen
mit modernen Schnittstellen, mobilen Technologien und Modularität eingestellt zu sein. In Berlin schreitet die Vernetzung hin
zur „Smart-City“ voran. Die Kooperative Leitstelle Berlin wird mit
ihren Partnern, den anderen Behörden und Organisationen mit
Sicherheitsaufgaben, aber auch Infrastrukturbetreibern enger
vernetzt sein. Dies wird im täglichen Dienst, in Großschadenlagen oder polizeilichen Lagen aus besonderem Anlass erhebliche
Vorteile in Reaktionszeiten und inhaltlicher Qualität bringen.
Aber nicht nur die Ergonomie und die Daten-Kooperation stehen
auf dem Prüfstand des Projektes. Eine Metropole wie Berlin kann
es sich nicht erlauben, dass eine Leitstelle bei Polizei oder Feuer-

TECHNIK

Foto: PG koop LSt

wehr komplett ausfällt. Derzeit sorgen Polizei und Feuerwehr mit
unterschiedlichen Konzepten für den Ausfall ihrer jeweils eigenen
Leitstelle vor. In der kooperativen Leitstelle wird es die gemeinsame, hochverfügbare Technik in Kombination mit den zwei Standorten erlauben, dass sich Polizei und Feuerwehr gegenseitig als
Ausweichleitstelle dienen. Das neue Einsatzleit- und Lagezentrum der Polizei Berlin wird in einem Neubau auf einer von der
Polizei genutzten Liegenschaft in Berlin einziehen und dort der
Berliner Feuerwehr zukünftig als Ausweichleitstelle dienen. Das
Gelände bietet aufgrund der Umzäunung und der permanent
besetzten Zutrittskontrolle einen guten Sicherheitsstandard sowie die optimalen technischen und ergonomischen Bedingungen
einer „warmen Ausweichleitstelle“ (eine Leitstelle, deren Technik
permanent genutzt wird). Die „kalte Ausweichleitstelle“ der Feuerwehr am Fehrbelliner Platz wird dann entfallen. Im Gegenzug
wird die bestehende Leitstelle der Berliner Feuerwehr ertüchtigt
und mit einem Neubau um mindestens 20 Leitstellenarbeitsplätze erweitert. Damit wird die Feuerwehr-Leitstelle in Zukunft auch
die Ausweichleitstelle der Polizei werden.
Mit dem neu zu planenden System ist ein Totalausfall daher fast
gänzlich ausgeschlossen. Die Schlüsselwörter lauten Hochverfügbarkeit und Redundanz: Das System läuft gewissermaßen
viermal gleichzeitig auf zwei Standorte verteilt. Alle vier Systeme
sind in jeder Sekunde auf dem gleichen Stand. Fällt ein System
aus, wird für den Nutzer möglichst unbemerkt auf das andere
System am Standort umgeschaltet. In der unwahrscheinlichen
Situation des Ausfalls eines ganzen Standortes können die Mitarbeiter vorübergehend an den anderen Standort wechseln. Dank
der einheitlichen technischen Umgebung finden sie die gleichen
Arbeitsplätze vor und müssen sich nur anmelden. Alle Datensätze, Masken und Informationen sind dort identisch vorhanden.
Hinzu kommt, dass das Projekt beiden Behörden Freiräume bietet, ihre Binnenstruktur weiterzuentwickeln. So wird das zukünftige Einsatzleit- und Lagezentrum der Polizei mit Inbetriebnahme
der koop LSt die heutige Aufbauorganisation der Einsatzleitzentrale ablösen und andere Dienststellen wie das Lagezentrum, die
Gemeinsame Leitstelle Bund/Berlin und eine Landesbefehlsstelle
integrieren. Damit verbunden ist auch die Auflösung der dezentralen Fernmeldebetriebszentralen der Polizei.
Der Zeitplan sieht derzeit eine Inbetriebnahme im Jahr 2021 vor.
Die notwendigen finanziellen Mittel wurden durch externe Gutachter auf rund 87,5 Mio. Euro beziffert, die vom Abgeordnetenhaus mit der Entscheidung des Hauptausschusses im Dezember
2015 verabschiedet wurden.

PHILLIPP KLEIN
Projektleiter Feuerwehr
61

Berliner feuerwehr Annual 2015

LF20 KatS
Fotos: Hans-Jörg Schierz

RTW c
Fotos: Sebastian Haase

Fahrzeugbeschaffung

Einweisungsmaßnahmen, zwischen den Direktionen, dem Stab
Rettungsdienst und dem der Serviceeinheit Fahrzeuge und Geräte festgelegt. Ziel war es, Standorte möglichst komplett mit
diesen Rettungsdienstfahrzeugen auszustatten, um die Arbeit im
Rettungsdienst einer Dienststelle möglichst zu vereinheitlichen.

32 Fahrzeuge wurden 2015 für den Dienstbetrieb der Berliner Feuerwehr beschafft. Drei
weitere Fahrzeuge für Hilfsorganisationen
wurden im Rahmen des Katastrophenschutzes
für Berlin eingekauft. Interessante Neuerungen stellen wir Ihnen hier vor.
Die Serviceeinheit Fahrzeug und Geräte der Berliner Feuerwehr
konnte im vergangenen Jahr folgende neue Einsatzfahrzeuge beschaffen
• 1 Drehleiter mit Korb (DLK)
• 2 Löschfahrzeuge für den Katastrophenschutz (LF 20 KatS)
• 24 Rettungswagen Typ C (RTW Typ C)
• 2 NEF (Notarzteinsatzfahrzeuge)
• 3 KdoW (Kommandowagen für Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz)
Drei NEF und ein RTW wurden im Rahmen der Ersatzbeschaffung
für verunfallte Fahrzeuge angeschafft.
ZUKUNFTSFÄHIGE RETTUNGSWAGEN TYP C
Die schon im Jahresbericht 2014 beschriebene zukunftsfähige
Ausstattung der Rettungswagen wurde im Juli mit der Beschaffung von 15 RTW Typ C konsequent weitergeführt. Die Ausstattung folgt den im neuen Berufsbild des Notfallsanitäters beschriebenen Kompetenzen. Dementsprechend wurden Teile der
Beladung verändert. Knochenbohrer, Beatmungsgeräte, manuelle Defibrillatoren mit EKG-Schreiber sowie ein Ampullarium
mit Notfallmedikamenten, Sets für die Thoraxpunktion sowie
Perfusorensysteme gehören nun zur Grundausstattung dieser
Fahrzeuge. Basis des Fahrzeuges ist ein Mercedes Sprinter 516
CDI mit einem Euro-6-Motor. Weitere neun baugleiche und identisch beladene RTW Typ C wurden im Herbst an uns ausgeliefert
und dem Dienstbetrieb zugeführt. Die Standorte für diese neuen
RTW wurden nach konstruktiver Diskussion, unter Berücksichtigung der für die neuen Geräte erforderlichen Schulungs- und

62

LÖSCHFAHRZEUGE AUCH FÜR DEN KATASTROPHENSCHUTZ
Die beiden LF 20 KatS sind die ersten durch das Land Berlin beschafften Löschfahrzeuge für den Katastrophenschutz. Sie sind
für eine Besatzung von 1:8 konzipiert und wurden für den Einsatzdienst an die Freiwillige Feuerwehr Friedrichshagen und an
die Freiwillige Feuerwehr Buch übergeben. Hier stehen sie nicht
nur dem täglichen Brandschutz zur Verfügung, sondern auch den
Brandschutzbereitschaften im Rahmen des Katastrophenschutzes.
Die feuerwehrtechnische Beladung orientiert sich an der Norm
eines LF 20. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug unter anderem über einen Drucklüfter und ein Gasmessgerät. Der korrosionsfreie Aluminiumaufbau in Spantenbauweise hat sechs seitliche Geräteräume und den Geräterückraum. Verbaut sind ein
1.000 Liter fassender Löschwasser- und ein 100 Liter fassender
Schaummitteltank. Die beiden hinteren Kotflügel sind klappbar
als Auftritt ausgeführt, um eine ergonomische Entnahme der Beladung zu ermöglichen.
Auf dem Aufbaudach befindet sich ein pneumatischer Lichtmast.
Er kann mit einer Fernbedienung vom Boden aus gesteuert werden. Die Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Förderleistung von
2.000 Liter/min bei einem Förderdruck von 10 bar entspricht
der DIN EN 1028 als FPN 10-2000. Sie versorgt drei B-Druckabgänge und die Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe (Schnellangriff) mit Löschmittel. Abweichend von der Norm wurde bei
dem Fahrzeug eine Druckluftschaumanlage (CAFS) DLS 2400/800
verbaut. Druckluftschaum kann über einen zusätzlichen B-Abgang und auch über den Schnellangriff abgegeben werden. Die
Fahrzeuge verfügen über automatisierte 12-Gang-Schaltgetriebe
mit Sprint-Funktion, zuschaltbaren Allradantrieb und sind – wie
auch die LF 20 KatS des Bundes – mit einer Singlebereifung ausgestattet. Die Abgasnorm Euro 6 wird erfüllt. Eine Rückfahrkamera macht das Manövrieren komfortabler. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 14.000 kg.
Mit der Beschaffung von LF 20 KatS-Fahrzeugen wird gemäß der
Haushaltsplanaufstellung auch im kommenden Jahr fortgefahren.

TECHNIK

DIe neue DLK
Foto: Hans-Jörg Schierz

NEUER HUBRETTER
Die neue DLK ist mit einem 290 PS starken Motor nach Euro 6-Norm ausgestattet. Diese Abgasnorm erreicht der Motor durch Zugabe
von AdBlue. Bei der DLK steht ein automatisiertes Schaltgetriebe mit der für die Feuerwehr besonderen Schaltwahl S zur Verfügung.
Hiermit ist ein dynamischeres Fahren möglich, die Schaltwahl dient jedoch ausnahmslos der Alarmfahrt. Diese spezielle Schaltungsart ist auch nur für Feuerwehrfahrzeuge zugelassen. Eine Waagerecht-Senkrecht-Abstützung mit einer Abstützbreite von 4,85 m
ermöglicht noch bessere Ausladungswerte. Das Fahrzeug besitzt eine CAN-Überwachung, die, durch drei Computer unterstützt, den
Gesamtbetrieb der Drehleiter ermöglicht. Erstmals wurden in den Aufbau eingelassene Heckwarnleuchten mit einem vergrößerten
Abstrahlwinkel in LED-Technik verbaut. Bei der Beladung wurde an dem bisherigen Konzept festgehalten und Beladungsteile wie
Schlauchboot, Schleifkorbtrage, Atemschutznotfallset, Krankentragehalterung für den Rettungskorb und vieles mehr verlastet. Stationiert ist das Fahrzeug auf der Feuerwache Pankow.

KATHRIN RICHTER, ZS FG PB
HANS-JÖRG-SCHIERZ, ZS FG PB 3a
ANDREAS HEßLER, ZS FG PB 111
MATTHIAS FRITSCH, ZS FG PB 111a

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Partner der Berliner Feuerwehr
im Rettungsdienst und Intensivtransport

Die Johanniter-Unfall-Hilfe beteiligt sich am Rettungsdienst an sechs Berliner Rettungswachen. Zusätzlich wird
auf der Feuerwache 1600 in Kreuzberg ein Intensivtransportwagen besetzt.
Der Rettungsdienst der Johanniter - schnell, sicher und kompetent.
Der Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. in Berlin ist nach DIN ISO 9001:2000 zertifiziert und wird
regelmäßig durch den TÜV überprüft.

www.johanniter.de/berlin

Berliner feuerwehr Annual 2015

Deichbau
Foto: ENSURE

Feuerwehr und zivilisten arbeiten hand in hand
Foto: ENSURE

Großübung mit einer Unbekannten
Im Rahmen des Forschungsprojektes
ENSURE übte die Berliner Feuerwehr erstmals
zusammen mit freiwilligen Mithelfern aus der
Bevölkerung. Um das Potenzial dieser noch
ungewohnten Gruppe in der Gefahrenabwehr
bewerten zu können, beobachteten zahlreiche
Wissenschaftler die Übung.
Teilnehmer von Stabsrahmenübungen wissen, dass diese schnell
dann kippen können, wenn in einer Lage überraschend Hilfe aus
der Bevölkerung angeboten wird und diese fortan zusätzlich
betreut werden muss. Im Rahmen einer Großübung im Oktober
2015 stellte sich die Berliner Feuerwehr genau dieser Herausforderung. Ziel war die Erprobung von Konzepten zur Einbindung
von freiwilligen Mithelferinnen und Mithelfern in die Gefahrenabwehr, die zuvor über zwei Jahre im Forschungsprojekt ENSURE
erarbeitet waren.
Die Vorbereitung der Übung lief über ein halbes Jahr. Unter Federführung des Forschungsbereichs LBD Pro waren verschiedene
Serviceeinheiten und Direktionen sowie Externe, wie das DRK und
die Berliner Polizei, an der Planung bzw. Durchführung beteiligt.
Als Übungsort wurde die Übungsstadt der Polizei in Ruhleben
zur Verfügung gestellt. Insgesamt waren drei unterschiedliche
Schwerpunkte geplant, die im Übungsverlauf schließlich eine
Zusammenarbeit erfordern würden:
1. Freiwillig Mithelfende führen selbständig und in
Zusammenarbeit mit Rettungskräften Aufgaben aus
2. Kräfte der Berliner Feuerwehr müssen verschiedene
Szenarien abarbeiten,
3. Kräfte des DRK übernehmen die Versorgung und Betreuung
einer größeren Zahl an Verletzten und Betroffenen.

64

Auf dem ca. sechs Hektar großen Übungsgelände wurden knapp
40 Statistinnen und Statisten, die sich zum Teil aus professionellen Mimen rekrutierten, in die vor Ort befindlichen Gebäude verteilt. Sie spielten die gewöhnliche Bevölkerung, die im Übungsverlauf betreut und versorgt werden musste. Um eine möglichst
realistische Umgebung zu schaffen, wurden die Wohnungen zum
Teil mit Möbeln ausgestattet und verschiedene Orte aufwendig
für geplante Aufgabenszenarien vorbereitet. Unter anderem
wurden 40 Kubikmeter Sand, 600 Bücher, etwa zwei Tonnen Holz
sowie vier Schrottautos bereitgestellt. Zusätzlich zu den 40 Statistinnen und Statisten wurden 24 Mithelferinnen und Mithelfer
über das gesamte Übungsgebiet verteilt. Sie verfügten über die
ENSURE-App, mit deren Hilfe sie direkt aus der Übungsleitung
erreicht werden konnten. Das Szenario sah den Durchzug einer
extremen Unwetterfront über ein urbanes Berliner Wohngebiet
vor, mit Starkregen, Gewitter und Orkanböen.
Die Übung begann schon gut 30 Minuten vor dem eigentlichen
Schadenereignis. Da man rechtzeitig eine hohe Gefährdung annahm, wurden wie gewohnt Unwetterwarnungen an die Bevölkerung im Übungsgebiet herausgegeben. Um die Verbreitung dieser
Warnung zu verbessern, alarmierten die Einsatzkräfte einige der
Mithelfenden mit dem Auftrag, die Warnung an Nachbarinnen
und Nachbarn weiterzugeben. Zusätzlich wurden Mithelfende
beauftragt, gewisse Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Zur
Mittagszeit wurde dann der Durchzug der Unwetterfront mit Pyrotechnik simuliert. Mit diesem Startschuss begannen verschiedenste Szenarien im Übungsgebiet. Kleine Brände brachen aus,
Straßen waren durch Baumsperren unpassierbar und Verletzte
schrien um Hilfe. Durch die Übungsleitung wurde gleichzeitig
eingespielt, dass sich die Anfahrt der Rettungskräfte durch die
hohe Anzahl an Einsatzorten im Stadtgebiet sowie starke Beeinträchtigungen auf den Zufahrtsstraßen deutlich verzögert.
Um trotzdem schnell Unterstützung zu aktivieren, wurden wie-

FORSCHUNG

eine person wird mit fluchthaube aus dem gebäude gebracht
Foto: ENSURE

der die im Übungsgebiet befindlichen Mithelfenden alarmiert.
Sie sollten zum einen konkrete Lagemeldungen geben, zum
anderen aber auch tatkräftig anpacken. So mussten Verletzte
erstversorgt, Straßen freigeräumt, Güter gesichert und Betroffene betreut werden. Insgesamt wurden die ENSURE-Helfer zu 14
unterschiedlichen Aufgaben alarmiert.
Knapp eine Stunde nach dem Schadensereignis kamen dann
auch die Einsatzkräfte im Übungsgebiet an. Die IV. Brandschutzbereitschaft aus der Direktion Süd hatte sich nach Voralarmen
in den Tagen zuvor bereits am Morgen in Marsch gesetzt und
unterstützte mit knapp 80 Kameradinnen und Kameraden im
Übungsgebiet. Zusätzlich unterstützte der DRK Kreisverband
Berlin-City mit ca. 30 Einsatzkräften, die Verletztenversorgung
und Betreuung. Die professionellen Einsatzkräfte trafen vor Ort
auf eine bereits sehr dynamische Lage. Helferinnen und Helfer
hatten bereits Verletzte versorgt, Bereiche evakuiert, Sammelstellen eingerichtet und verschiedene Gefahren bekämpft. Trotzdem standen noch zahlreiche Aufgaben an, die teilweise mit
Unterstützung durch die Mithelfenden abgearbeitet wurden. So
stellte man unter anderem die Betreuung der Betroffenen oder
die Füllung von ca. 1500 Sandsäcken gemeinsam sicher. Auch die
Verpflegung der Übungsteilnehmer wurde in das Szenario integriert und durch den DRK Kreisverband Müggelspree organisiert.

Zivilisten füllen sandsäcke
Foto: ENSURE

Projektdaten
Projekttitel
Verbesserte Krisenbewältigung im urbanen Raum
durch situationsbezogene Helferkonzepte und Warnsysteme
(Enablement of Urban Citizen Support for Crisis Response – ENSURE)
Gefördert vom
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Programm
Die Forschung für zivile Sicherheit
Bekanntmachung: „Urbane Sicherheit“
Projektlaufzeit
08/2013 – 12/2016
Gesamtzuwendung
2,3 Mio. €
Projektpartner
• Koordinator: Fraunhofer FOKUS
• Katastrophenforschungsstelle der Freien Universität Berlin
• Forschungsforum Öffentliche Sicherheit der Freien Universität Berlin
• Berliner Feuerwehr
• Human-Factors-Consult
• Deutsches Rotes Kreuz
• Technische Universität Berlin
• Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V.
Weitere Informationen
www.ensure-projekt.de

Nach sechs Stunden wurde das Gesamtübungsszenario schließlich erfolgreich beendet. Über 20 Beobachterinnen und Beobachter hatten die Abarbeitung der gestellten Aufgaben verfolgt und
bewertet. Zudem wurden im Anschluss an die Übung post-hoc
Befragungen mit den Beteiligten durchgeführt. Die 20 geladenen
Gäste, zu denen auch Landesbranddirektor Wilfried Gräfling sowie sein ständiger Vertreter Karsten Göwecke gehörten, konnten
die Übung live verfolgen. Sie, die Beobachterinnen und Beobachter, sowie die Übungsleitung konnten schon direkt nach der
Übung feststellen, dass das Übungsziel erreicht wurde und die
zu erprobenden Konzepte sehr gut umgesetzt werden konnten.
Noch im Jahr 2016 soll eine weitere Übung folgen. Dann werden
noch weitere Details getestet und das System einem breiten Publikum vorgestellt.

VINZENZ KASCH
LBD Pro 61

65

Berliner feuerwehr Annual 2015

Freiwillige Feuerwehren
– verlässliche Partner
Das Jahr 2015 begann für die Freiwilligen Feuerwehren sehr politisch. Im Abgeordnetenhaus wurde ein Antrag beschlossen, der
zum Ziel hat, die Attraktivität der FF zu erhöhen und das ehrenamtliche Engagement stärker zu würdigen. Behandelte Themen sind dabei auch die Mitgliedergewinnung durch Integration
und Inklusion. Diese beiden Bereiche sind neu für die Freiwilligen
Feuerwehren und müssen daher behutsam und auf breiter Basis
behandelt werden, um letztlich ein zukunftsfähiges Konzept zu
erhalten.
Ein Schwerpunkt der politischen Arbeit war auch die angestrebte
Novellierung des Feuerwehrgesetzes. Seit Gründung der Berliner
Feuerwehr soll erstmalig die Funktion des Landesbeauftragten
der Freiwilligen Feuerwehren gesetzlich verankert werden.
Gute Rahmenbedingungen sind Grundvoraussetzung für ehrenamtliches Engagement. Vom Senat zugesicherte finanzielle Mittel im Rahmen des Programms „Sondervermögen Infrastruktur
der wachsenden Stadt“ stellen zukünftig die Weichen zur Sanierung der Standorte der Freiwilligen Feuerwehren.
Viele weitere Themen, die die praktische Arbeit vor Ort gesetzlich untermauern, sind in vielen Gesprächen, auch im Innenausschuss, auf der Agenda der Novellierung des Feuerwehrgesetzes.
Als Beispiel soll hier die Einführung von Jubiläumszuwendungen
als Zeichen der Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit genannt
werden.
Das Jahr 2015 stand für die Freiwilligen Feuerwehren Berlins ab
August ganz im Zeichen der humanitären Hilfe. Durch den unerwartet hohen Flüchtlingsstrom bediente sich die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales der Amtshilfe der Berliner Feuerwehr, um Notunterkünfte für Geflüchtete einzurichten. Über
9.000 Stunden bei der Einrichtung von Notunterkünften wurden
geleistet. Angesichts der steigenden Einsatzzahlen im Tagesgeschäft, ist das eine bemerkenswerte Zahl, die das ehrenamtliche
Engagement im Dienst am Menschen besonders herausstellt.
Die große Zahl der hierfür benötigten Kräfte war aus dem täglichen Einsatzgeschehen nicht herauszulösen, weshalb Freiwillige
Feuerwehren Typ B in Dienst gerufen wurden, um die Aufgaben
zu bewältigen. FF Typ A unterstützten ebenfalls, trotz der Einsätze im eigenen Ausrückebereich.
Mit viel Mühe und Engagement war es durch den Einsatz von
Fachberatern FF in der durch die Behördenleitung eingesetzten
TaskForce Flüchtlingshilfe möglich, den Einsatz der Freiwilligen
Feuerwehr planbar zu gestalten und die Einsatzzeiten auf ein
leistbares Maß zu beschränken. Die Unterstützungsmaßnahmen
durch unsere Führungsstaffeln komplettierten die Einsatzkontingente in hervorragender Qualität, wovon wir uns vor Ort selbst
überzeugten.
Leistungsbereitschaft an der Obergrenze, das kann man wohl als
Ergebnis des Jahres 2015 summieren. In keinem der vergangenen
Jahre standen die Freiwilligen Feuerwehren vor solch einer ernstzunehmenden Aufgabe. In allen Bereichen wurde dazu beigetragen die Lage „Humanitäre Hilfe“ zu bewältigen. Die Freiwillige
Feuerwehr hat einmal mehr bewiesen, wie hoch die Bereitschaft
ist, auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen zu reagieren.
Gemessen an Dauer und Intensität, war dies für die Kräfte der

66

Freiwilligen Feuerwehr die größte Herausforderung, vor die wir
je gestellt wurden.
Für diese Leistungen, die im hohen Maße nur unter Zurückstellung von persönlichen Befindlichkeiten möglich waren, möchte
ich mich recht herzlich bei allen Beteiligten bedanken.
Natürlich hatte das Tagesgeschäft auch weiterhin Bestand und
musste mit der gewohnten Qualität abgearbeitet werden. Es gab
keine Stagnation der Alarmierungen – im Gegenteil. Aufgrund
der steigenden Alarmzahlen für die FF galt es für unsere Wehrleiter die Wehren zu organisieren und Kameradinnen und Kameraden zu motivieren.
Viele relevante Themen werden uns auch im Jahr 2016 beschäftigen. So ist der Themenkomplex Ausbildung optimierungsbedürftig und sollte mit der Novellierung des Feuerwehrgesetzes
weitere Rechtsicherheit für alle Beteiligten bringen. Hier besteht
allerdings noch erheblicher Handlungsbedarf, was die kurzfristige, aber auch die langfristige Sicherstellung der Ausbildung unserer Kameradinnen und Kameraden anbetrifft.
Es bleibt keine Zeit durchzuatmen, ein arbeitsreiches Jahr liegt
hinter uns, die Pakete für 2016 sind bereits geschnürt. Mit Blick
auf das vergangene Jahr wissen wir heute noch nicht, was noch
alles auf uns zukommt.
Für die Zusammenarbeit möchte ich mich, auch im Namen meiner Vertreter, ausdrücklich bei der Innenverwaltung, der Behördenleitung, den vielen Kolleginnen und Kollegen, die auch auf
kleinem Dienstweg unterstützten, den Abgeordneten, dem Landesfeuerwehrverband und vielen Unterstützern auf Landes- und
Bezirksebene bedanken. Besonders erfreulich ist die Übergabe
eines fabrikneuen Löschfahrzeuges an die FF Berlin-Buch. Ich
verbinde die im Jahr 2016 geplante Indienststellung mit der Hoffnung, dass die Modernisierung des Fahrzeugbestandes unserer
engagierten Freiwilligen Feuerwehren weiterhin im Focus der Bereitstellung finanzieller Mittel steht.
Es ist mir persönlich ein Bedürfnis, mich für das hohe Engagement bei allen Kameradinnen und Kameraden zu bedanken. Ihr
habt dafür gesorgt, dass die Freiwillige Feuerwehr Berlin ein Garant für Leistungsfähigkeit ist. Ich bitte euch, den Dank auch an
eure Angehörigen und Familien zu übermitteln, die euch den Rücken für das zeitintensive, aber spannende Ehrenamt freihalten.

LUTZ GROßMANN
Landesbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehren Berlins

Foto: Privat

FREIWILLIGE FEUERWEHR

Wer nicht wirbt der
stirbt...
heißt ein bekannter Spruch.
Frei nach diesem Motto treibt der Landesfeuerwehrverband Berlin die Öffentlichkeitsarbeit für seine Freiwilligen Feuerwehren
voran.
Eine etwas ungewöhnliche, aber durchaus effektive Plattform
bot im Januar die Internationale Grüne Woche.
Auf einer Fläche von 150 Quadratmetern präsentierten wir das
Ehrenamt in der Berliner Feuerwehr und unseren Nachwuchs, die
Berliner Jugendfeuerwehr.
Moderne und historische Löschtechnik gab es zu bestaunen. Einmal im Feuerwehrfahrzeug sitzen und einen richtigen Einsatzhelm aufsetzen, diesen Kindheitstraum konnten sich die Besucher, ob jung oder alt, erfüllen.
Auch die längst vergessenen Wiederbelebungsmaßnahmen
konnten an Reanimationspuppen aufgefrischt oder neue Erkenntnisse dazugewonnen werden.
Anhand eines Rauchhauses wurde den Besuchern richtiges Verhalten im Brandfall verdeutlicht.
Im Zusammenhang mit der IGW 2015 bot sich dem LFV auch die
Möglichkeit, erstmals eigenes Werbematerial in großen Mengen
fertigen zu lassen. Diesen Punkt möchten wir noch weiter ausbauen, um unsere Mitglieder bei ihrer Arbeit entsprechend unterstützen zu können.
Auf der Showbühne sahen die Besucher die Freiwillige Feuerwehr
in Aktion und erfuhren durch ein interessantes Interview mehr.
Eine Vorahnung bestätigte sich bei der Grünen Woche:
Viele Menschen wissen nicht, dass es eine Freiwillige Feuerwehr
in Berlin gibt!
Um diese Denkweise positiv zu beeinflussen und um über unsere
Arbeit und unser Ehrenamt entsprechend zu informieren, haben
wir die richtigen Schritte getan.
Es ist wichtig, dass wir den Menschen sagen, dass die Freiwillige
Feuerwehr mehr als nur ein Hobby ist. Sicherlich zeitintensiv und
verantwortungsvoll, aber etwas, was einem viel wiedergibt und
auf das man stolz sein kann.
Der Landesfeuerwehrverband Berlin hat viele weitere Ideen und
Aktionen zur Ehrenamtswerbung im Visier, jedoch ist auch finan-

zielle Hilfe und Unterstützung durch die Politik erforderlich.
Ein höherer Frauenanteil in der Freiwilligen Feuerwehr und die
Nutzung von Kapazitäten im Bereich Integration und Migration
müssen vorangetrieben werden. Eine Messe der Superlative war
die Interschutz 2015 in Hannover. Mehr als 157.000 Menschen
besuchten die größte Messe für Brand- und Katastrophenschutz,
Rettung und Sicherheit.
Auch der Landesfeuerwehrverband Berlin beteiligte sich und präsentierte seine Arbeit und die der Freiwilligen Feuerwehren Berlins und der Berliner Jugendfeuerwehr, zusammen mit den anderen Feuerwehrverbänden und dem Deutschen Feuerwehrverband
am Gemeinschaftsstand.
Eine solche Messe bietet auch die Möglichkeit über den Tellerrand
hinauszublicken, neue Kontakte zu knüpfen oder bereits vorhandene neu aufleben zu lassen und zu vertiefen.
Mit unseren kompetenten Ansprechpartnern konnten wir deutlich zeigen, dass trotz des viel zitierten demografischen Wandels
die Zukunft im Ehrenamt liegt.
Werben fürs Ehrenamt und informieren über unsere Verbandsarbeit direkt bei der Politik konnten wir auch beim Tag der offenen
Tür im Berliner Abgeordnetenhaus.
Im Innen- und Außenbereich präsentierten wir uns neben den
Hilfsorganisationen mit reichlich Werbe- und Informationsmaterial den Abgeordneten und den vielen Besuchern.
Der Präsident des Abgeordnetenhauses ehrte stellvertretend
zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr bei einem kleinen
Festakt an diesem Tage.
Als Sprachrohr der Freiwilligen Feuerwehren Berlins und als
selbst organisiertes Ehrenamt werden wir auch zukünftig partnerschaftlich mit der Behörde die Belange der Freiwilligen Feuerwehren Berlins und der Berliner Jugendfeuerwehr angehen.
Abschließend möchte ich mich im Namen des Vorstandes bei allen Unterstützern, bei den vielen Kameradinnen und Kameraden
aus den Wehren und der Behördenleitung der Berliner Feuerwehr,
sowie bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport für die vertrauensvolle Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken.

SASCHA GUZY
Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Berlin e.V.

Foto: Privat

67

Berliner feuerwehr Annual 2015

Leistungsspangenabnahme bei der Berliner Jugendfeuerwehr
Foto: Berliner Jugendfeuerwehr

Immer dabei –
Die berliner Jugendfeuerwehr
Die Berliner Jugendfeuerwehr zählt mit 1.044
Mitgliedern, darunter 200 Mädchen, zu einer der
größten Jugendorganisationen in Berlin. Die Kinder und Jugendlichen verteilen sich auf unsere 45
Jugendgruppen bei den Freiwilligen Feuerwehren.
Über 400 Jugendfeuerwehrwarte und Betreuer
unterstützten den Landesjugendfeuerwehrwart
Reinhard Wolf im letzten Jahr bei seiner Arbeit.
Die Berliner Jugendfeuerwehr blickt auf ein erfolgreiches Jahr
2015 zurück.
Mit viel Engagement und Hingabe konnten die Jugendfeuerwehrwarte und ihre Betreuer den Kindern und Jugendlichen ein sinnvolles Hobby bieten und ihnen wichtige Grundwerte vermitteln.
Obwohl die Jugendfeuerwehr einen wichtigen Bestandteil zur
Nachwuchsgewinnung für die Freiwillige Feuerwehr darstellt, ist
es dem Vorstand wichtig gewesen, dass neben dem feuerwehrtechnischen Teil in der Jugendarbeit auch der soziale Aspekt nicht
zu kurz kommt. So konnten wir auch dieses Jahr den Kindern
wieder ein Schulungslager mit vielen Attraktionen, diversen Ausflügen und das jährliche Hallenfußballturnier anbieten.
Auf der Grünen Woche hatte der Landesfeuerwehrverband Berlin
zusammen mit der Berliner Jugendfeuerwehr eine Standfläche.
Interessierte Besucher konnten sich über das Ehrenamt für Jung
und Alt informieren oder sich das ausgestellte Löschfahrzeug näher anschauen.
YOUgendfeuerwehr
Wie auch in den vergangenen Jahren war die Berliner Jugendfeuerwehr auf der größten Jugendmesse Deutschlands, der YOU,
vertreten. Mit einer Outdoor-Fläche und einem Indoor-Stand
hatten wir die besten Voraussetzungen, um den Besuchern das

68

Thema Jugendfeuerwehr näherzubringen. Während an unserem
Stand in der Halle die Kollegen des Bewerbungsbüros der Berliner Feuerwehr Fragen rund um das Thema Berufsfeuerwehr
beantworteten, konnte man draußen Fahrzeuge besichtigen,
Uniformen ausprobieren oder an einem Erste-Hilfe-Crashkurs
teilnehmen. Highlight war natürlich die Drehleiter mit Korb mit
ihrem 30 m Leiterpark. Bei bestem Wetter konnten die Jugendfeuerwehrleute den Besuchern ihr Hobby vorstellen und viele interessante und informative Gespräche führen.
Mitten im Feuerwehrleben
Natürlich darf bei der Jugendfeuerwehr das Feuerwehrleben
nicht zu kurz kommen. So konnten die älteren Jugendlichen bei
den zwei Leistungsspangenabnahmen im Sommer und Herbst
ihr Können in einer Art Wettkampf unter Beweis stellen. Die
Leistungsspange ist die höchste Auszeichnung der Deutschen
Jugendfeuerwehr, die ein Jugendfeuerwehrmitglied in seiner
Laufbahn erreichen kann. In einer Gruppe von neun Jugendlichen
mussten verschiedene Disziplinen absolviert werden. Dabei lagen
die Schwerpunkte auf sportlichen Leistungen, Fachwissen, Taktik
und dem Arbeiten im Team. Zur Freude des Fachausschussleiters
Helge Weber meisterten alle Teams die Aufgaben und konnten
somit die Leistungsspange verliehen bekommen.
Wie bei der Vereidigung der Brandmeisteranwärter der Berufsfeuerwehr vor dem Schloss Charlottenburg war die Berliner Jugendfeuerwehr auch bei der Kranzniederlegung zum Gedenken
verstorbener Feuerwehrleute am Totensonntag vertreten. Die
Jugendfeuerwehr unterstützte diese Veranstaltung am Feuerwehrehrenmahl und half, der Zeremonie einen würdigen Rahmen zu geben.
Im Sommer stand das jährliche Schulungslager am Müggelsee
auf dem Programm. Zum mittlerweile zehnten Mal trafen sich Jugendfeuerwehren aus dem gesamten Stadtgebiet für eine Woche

JUGENDFEUERWEHR

Jugendfeuerwehr Unterstützt beim berlin-marathon
Foto: Berliner Jugendfeuerwehr

Unsere Zukünftigen feuerwehrmänner und -Frauen
Foto: Berliner Jugendfeuerwehr

in einem Jugenddorf. Im Lager wurden diverse Lehrgänge angeboten und Wettkämpfe ausgetragen. Aber auch soziale Aspekte
wie Teamspiele, gemeinsame Unternehmungen und abendliche
Programmpunkte kamen nicht zu kurz. Zum Ende des Lagers
fand ein Festakt statt, bei dem die Jugendfeuerwehr dem Landesjugendfeuerwehrwart und Organisator Reinhard Wolf ihren
Dank aussprach. Mit vielen Gästen, unter anderem dem Landesbranddirektor und seinem Vertreter, wurden Dankesreden gehalten und eine große Party veranstaltet. Insgesamt war das zehnte
Schulungslager ein voller Erfolg, bei dem die rund 350 Jugendlichen und ihre Betreuer eine spannende Woche hatten.
Sportveranstaltungen der JF
Dass Feuerwehr nicht immer nur Schläuche rollen und Knotenkunde bedeutet, konnte man an den vielfältigen Aktionen und
Events sehen, die wir begleiteten. Unter anderem unterstützten
wir die Läufer des Berlin-Marathons mit einem Getränkestand
und einer Läuferdusche. Rund 80 Kameradinnen und Kameraden der Jugendfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr standen an
Kilometer 22 bereit und sorgten für eine Abkühlung an diesem
sonnigen Tag.
Auch bei der Firefighter Challenge auf dem Tempelhofer Feld waren wir vertreten. Wir betreuten die 3. Firefighter Kids Challenge
und boten den kleinsten Besuchern an zwei Tagen einen lustigen
und aufregenden Hindernisparcours an.
Freiwilliges Soziales Jahr bei der JF
Zum ersten Mal konnte die Berliner Jugendfeuerwehr 2015 einen
sogenannten FSJ’ler im Freiwilligen Sozialen Jahr einstellen. In
Zusammenarbeit mit dem Landesjugendring wurde die Jugendfeuerwehr eine Einsatzstelle für junge Menschen, die sich bei einem Freiwilligen sozialen Jahr engagieren möchten. Der FSJ’ler
bekommt bei uns einen Einblick in die Behörde der Feuerwehr
und ihre Strukturen. Darüber hinaus arbeitet er mit unserem
Landesjugendfeuerwehrwart und den Fachausschussleitern eng
zusammen und besucht regelmäßig einzelne Jugendfeuerwehren
an ihren Übungsdiensten.

MAXIMILIAN BENDER
FAL ÖA Berliner Jungendfeuerwehr

69

Berliner feuerwehr Annual 2015

Zentraler Service bei der Berliner Feuerwehr
Die kleine Strukturreform in der Verwaltung der Behörde
ist geglückt. Am 14. Oktober 2013 wurde durch die Behördenleitung eine Projektgruppe zur Bildung eines Zentralen
Service (ZS) bei der Berliner Feuerwehr zwecks Neuorganisation der Serviceeinheit Finanzen und Innere Dienste (SE
FI) in Verbindung mit den Fachbereichen 2 (Personal) der
Direktionen eingerichtet.
Hintergrund des Projektauftrags war u.a. eine Empfehlung der
Senatsverwaltung für Inneres und Sport, gleichartige Aufgabengebiete möglichst zusammenzufassen, um eine effizientere Aufbau- und Ablauforganisation zu schaffen.
Hinsichtlich der Stellen- und Personalausstattung herrschte zwischen der Serviceeinheit Finanzen und Innere Dienste und den
Fachbereichen 2 der Direktionen nach Einschätzung der Senatsverwaltung ein Ungleichgewicht. Darüber hinaus waren in den
vergangenen Jahren die Anforderungen an die SE FI quantitativ
und qualitativ gestiegen. Die Personalsituation entsprach nicht
mehr den Anforderungen zur sach- und fachgerechten Aufgabenerledigung. Durch die neue Struktur, sollen Synergien erzielt
werden, die die betroffenen Mitarbeiter entlasten und ihnen zudem bessere Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung
eröffnen.
Der Zentrale Service besteht aus folgenden Fachbereichen
•	 Personal (ZS P)
•	 Finanzen (ZS F)
•	 Fahrzeuge und Geräte (ZS FG)
•	 Informationstechnik (ZS IT)
•	 Rechtsamt (ZS R)
•	 Büroleitung (ZS BL) und
•	 Organisation (ZS ORG)
Die Strukturen der Abteilungen IT und FG blieben bisher weitestgehend unverändert; lediglich reine Verwaltungstätigkeiten im
Zuge der Personalbetreuung wurden neu organisiert (Büroleitungsaufgaben). Der Fachbereich Personal generierte sich aus
den bisherigen Fachbereichen 2 der Direktionen, den Büroleitungen der SE IT und SE FG und den Bereichen Stellenwirtschaft und
Personalmanagement der SE FI.
Das Aufgabenpaket des Fachbereiches Personal umfasst
•	 Grundsatzangelegenheiten Beamte, Tarif und
Freiwillige Feuerwehr
•	 Einzelangelegenheiten Beamte, Tarif und Freiwillige
Feuerwehr
•	 Eingliederungsmanagement
•	 Integrierte Personal Verwaltung (IPV) und Planungssoftware für Mitarbeiter (PlaSMa)
•	 Personalplanung und -steuerung
•	 Stellenwirtschaft
•	 Auswahlverfahren und Personalentwicklung
•	 Werbung und Einstellung

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Dem Fachbereich Finanzen obliegen
•	 Zentrale Haushaltsangelegenheiten der Berliner
Feuerwehr
• das Haushaltscontrolling
•	 die Grundsatzangelegenheiten des Haushaltes und der
Einnahmewirtschaft
•	 die Einnahmewirtschaft selbst und
•	 die Zentrale Vergabestelle
Die Aufgaben vom ZS Recht bleiben weitestgehend unverändert.
Neue Struktur am neuen Standort
Essenziell für den Start des neuen Zentralen Service war die vollständige Sanierung des Dienstgebäudes Mitte in der Voltairestraße 2. Aufgrund von Verzögerungen im Rahmen der baulichen
Maßnahmen wurde das Dienstgebäude Mitte zumindest für die
Behördenleitung und die Verwaltungsbereiche Ende Juli 2015 bezugsfertig. Lange vorab wurden dem Projektleiter und zukünftigen Leiter des Servicebereiches Personal im Zentralen Service
(ZS P) bereits im August 2014 Teile seines zukünftigen Aufgabenbereiches verantwortlich übertragen, um einen möglichst
reibungsarmen Übergang in die neue Struktur zu gewährleisten.
Bereits im Vorfeld der Inbetriebnahme von ZS waren alle Mitarbeiter aufgefordert, in Arbeits- bzw. Projektgruppen die Strukturierung der jeweiligen neuen Aufgabenbereiche zu erarbeiten.
Mit Wirkung vom 14. August 2015 trat der Erlass über die Gliederung der Berliner Feuerwehr („Gliederungserlass“) in Kraft; hierdurch erfolgte die Gründung ZS offiziell.
Wie geht es nach der Inbetriebnahme des Zentralen Service
weiter?
Voraussichtlich nach einem Jahr des Betriebs von ZS erfolgt eine
Erfolgskontrolle. Dieses umfangreiche Projekt macht es jedoch
erforderlich, die Arbeit seitens der Organisationsstelle der Berliner Feuerwehr dauerhaft zu begleiten, um ggf. Nachsteuerungen bei Problemen vornehmen zu können.
Schon zum Ende des Berichtsjahres war erkennbar, dass in einigen Bereichen Nachsteuerungen hinsichtlich der Ausgestaltung
der Arbeit und der personellen Ausstattung notwendig sein werden. Sukzessive werden Anpassungen vorgenommen, um den
Zentralen Service in der Wahrnehmung innerhalb und auch außerhalb der Berliner Feuerwehr noch weiter nach vorne zu bringen.

STEFAN HEIDENREICH
ZS ORG

ORGANISATION

Foto: Stefan Rasch

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Berliner feuerwehr Annual 2015

Neues einsatzkonzept ek 15 umgesetzt
Nach fast zweijähriger Projektlaufzeit konnte
das neue Einsatzkonzept abgeschlossen und die
im Rahmen der Bedarfsplanung ermittelte Fahrzeug- und Funktionsverteilung zum 1.12.2015
größtenteils umgesetzt werden. Ausstehende
bauliche Maßnahmen zur Fertigstellung zusätzlicher Rettungswachen erfolgen im Jahr 2016.
Dienstplangestaltung
Auftrag und Ziel der Arbeitsgruppe Dienstplangestaltung war
die Erstellung von einheitlichen Rahmendienstplanmodellen in
mehrwöchigen Blöcken mit einer durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von 48 h für die Tätigkeiten der Brandbekämpfung und Technischen Hilfeleistung sowie 44 h im Rettungsdienst. Dabei sollten im Rettungsdienstblock ausschließlich 12h
Schichten, im Block für die Brandbekämpfung und Technische
Hilfeleistung auch Doppelschichten zulässig sein.
Im Ergebnis wurden auf der Basis von zwei, drei und vier
Wachabteilungen insgesamt vier Modelle für einen einheitlichen
Dienstplan unter den oben genannten Rahmenbedingungen
entwickelt. Diese Dienstplanmodelle sollten in einer Mitarbeiterumfrage veröffentlicht werden, um durch persönliche Wahl
eines Favoriten ein Meinungsbild innerhalb der Behörde zu bekommen. Zur Vermittlung näherer Hintergrundinformationen
zu den einzelnen Dienstplänen sowie zur Beantwortung individueller Fragen wurden mehrere Informationsveranstaltungen in
den Direktionen durchgeführt. Im Ergebnis war allerdings festzustellen, dass die geplanten Veränderungen auf große Skepsis
und teilweise Ablehnung stoßen. Die Behördenleitung entschied
sich daher, von einem einheitlichen Dienstplan unter den festgelegten Rahmenbedingungen Abstand zu nehmen und auch
weiterhin eine individuelle Dienstplanung der Feuerwachen auf
Grundlage der Arbeitszeitverordnung Feuerwehr und Polizei zuzulassen.
Zudem weist die im Jahr 2015 durchgeführte Belastungsanalyse
für jede Feuerwache eine über alle Aufgabenbereiche gemittelte
Belastung von deutlich weniger als 60 % auf, so dass eine Reduzierung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit von
48 h nicht zu begründen wäre. Einzig die wöchentliche Arbeitszeit des Personals der Lehrrettungswache wird zukünftig auf 44
h begrenzt, um der erhöhten Belastung durch die reine Tätigkeit
im Rettungsdienst Rechnung zu tragen.
Fahrzeuge- und Funktionsverteilung
Als wesentlicher Arbeitsauftrag des Projektes EK 15 wurde auf
Grundlage der Einsatzstatistik 2014 eine aktualisierte Bedarfsplanung durchgeführt und eine entsprechende Fahrzeug- und
Funktionsverteilung entwickelt. Um dabei nicht nur den steigenden Einsatzzahlen im Rettungsdienst, sondern auch der
wachsenden und zunehmend verdichteten Stadt Rechnung zu
tragen und eine Einhaltung der Hilfsfristen flächendeckend zu
gewährleisten, wurden neben zusätzlichen Einsatzmitteln auch
notwendige Standorte für weitere Rettungswachen ermittelt.
Durch Initiative der Senatsverwaltung für Inneres und Sport wurden im Jahr 2015 an zwei Stichtagen insgesamt zehn zusätzliche
Rettungswagen der Hilfsorganisationen in Dienst genommen,
sieben davon auf bestehenden Feuerwachen, drei an eigenen
Standorten. Da im laufenden Doppelhaushalt 2014/2015 keinezusätzlichen Stellen geschaffen werden konnten, um dem ermittelten Mehrbedarf gerecht zu werden, musste die personelle

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Besetzung weiterer erforderlicher Funktionen im Rettungsdienst
durch Außerdienstnahme eines Löschhilfeleistungsfahrzeuges
der Berufsfeuerwehr sichergestellt werden.
Neben diversen Fahrzeugverschiebungen konnten zum
01.12.2015 drei zusätzliche Rettungswagen an den Standorten
der Freiwilligen Feuerwehren Wartenberg und Marzahn sowie am
Krankenhaus Köpenick in Dienst genommen werden. In Vorbereitung befinden sich weitere Standorte am Vivantes Humboldt-Klinikum, an der Evangelischen Elisabeth-Klinik, am Evangelischen
Waldkrankenhaus Spandau, am Helios Klinikum Buch sowie an
der Maria Heimsuchung Caritas Klinik Pankow, die im Laufe des
Jahres 2016 fertiggestellt werden. Die dafür vorgesehenen Rettungswagen befinden sich bereits im Dienst und stehen derzeit
auf den nächstgelegenen Feuerwachen.
Als weiteres Ergebnis der Bedarfsplanung wurden ebenfalls zum
1.12.2015 vier der neun C-Dienste einem neuen Standort zugewiesen, um eine bessere Flächenabdeckung des Stadtgebietes zu
gewährleisten.
Die Auswirkungen der umgesetzten Maßnahmen auf die Erreichung der Schutzziele werden zeitnah überprüft. Entsprechend
der fortlaufenden Entwicklung der Einsatzzahlen wird auch die
Bedarfsplanung weiterhin einer regelmäßigen Aktualisierung
unterliegen, um die erforderliche Anzahl an zusätzlichen Stellen
und Einsatzmitteln bei den jeweiligen Haushaltsanmeldungen zu
berücksichtigen.

PER KLEIST
LBD S

DLK und Rtw vor dem Olympiastadion
Foto: Sebastian Haase

ORGANISATION

Besucherrekord und sonderaustellung im feuerwehrmuseum
Das Feuerwehrmuseum Berlin beendete das Jahr
erneut mit einem Besucherrekord. 12.662 Menschen schauten sich die feuerwehrhistorische
Ausstellung in Tegel an. Die Sonderausstellung
zum 25-jährigen Jubiläum der Zusammenführung der beiden Feuerwehren der Stadt hat daran
ihren Anteil.
Infolge der friedlichen Revolution in der DDR wurden am Abend
des 9. November 1989 die Grenzen von Berlin (Ost) und der DDR
zu Berlin (West) und der BRD geöffnet. Danach ging auch für
die beiden Feuerwehren der Stadt bis zum 3. Oktober 1990 alles
Schlag auf Schlag. Nun sind beiden Feuerwehren 25 Jahre vereinigt und zusammengewachsen.
Das Feuerwehrmuseum Berlin und der Förderverein Feuerwehrmuseum Berlin e.V. haben die spannende Geschichte dieser Zusammenführung in eine Form gegossen und präsentierten zum
25. Jahrestag der deutschen Einheit die Sonderausstellung „25
Jahre Zusammenführung der Berliner Feuerwehr Ost und West“.
Exponate, Texte sowie Videointerviews mit wichtigen Entscheidungsträgern dieser Zeit werden in den Ausstellungsräumen des
Museums gezeigt. Fotos der Feuerwehrfotografen Detlef Machmüller runden die Retrospektive ab. Die aufregenden Tage und
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Monate der Zusammenführung der beiden Feuerwehren der
Stadt können so noch einmal hautnah miterlebt werden.
Der erste gemeinsame Einsatz „Gerüsteinsturz Pariser Platz“, die
ersten Funktionärs- und Gewerkschaftstreffen, die Zusammenarbeit der Arbeitsgemeinschaften Feuerwehrgeschichte sowie die
zentrale, einheitliche Abfrage der Notrufnummer 112 für ganz
Berlin sind Bestandteile dieser höchst interessanten Ausstellung.
Auf der eigens dafür errichteten „aufgebrochenen Berliner Mauer“ können Besucher ihre Gedanken zur Zusammenführung zum
Ausdruck bringen. Für die Besucher der Sonderausstellung entstehen neben dem normalen Eintrittspreis keine Mehrkosten. Die
Ausstellung wurde am Dienstag, den 6. Oktober eröffnet.
STEPHAN FLEISCHER
Stab K 1

73

Berliner feuerwehr Annual 2015

Zahlen, Daten, Fakten
Kurzübersicht

Struktur des stadtgebiets

Stand:

31. Dezember 2015

Einwohnerzahl*:

3.470.000

Landesbranddirektor (LBD):
Ständiger Vertreter des LBD:

Dipl.-Ing. Wilfried Gräfling
Dipl.-Phys. Karsten
Göwecke

Gebietsgröße*:

892 km²

Struktur
Personal (Stellen):

3.944

Einsätze gesamt:

434.309

Einsätze Brandbekämpfung:

7.165

Einsätze Notfallrettung:

363.599

Einsätze Technische Hilfe:

20.794

Erkundungen:

38.926

Fehleinsätze:

3.825

Haushaltsplanansatz:

248,2 Mio. Euro

Gesamthaushalt der Stadt:

23,5 Mrd. Euro

Einwohner/ km²*:

3891,3

Länge der Stadtgrenze*:

234 km

Ausdehnung Nord-Süd*:

38 km

Ausdehnung Ost-West*:

45 km

Höhe über NN*:

115 m

Flächennutzung*
Gebäude- und Freifläche:

41,5 %

Erholungsfläche:

12 %

Betriebsfläche:

0,6 %

Verkehrsfläche:

14,9 %

Landwirtschaftsfläche:

4,3 %

Waldfläche:

18,4 %

Wasserfläche:

6,7 %

Flächen anderer Nutzung:

1,6 %

Verkehrsinfrastruktur
BAB im Stadtgebiet*:

77 km

Bundeswasserstraßen:

186 km

U-Bahn-Steckenlänge*:

146,3 km

S-Bahn-Steckenlänge*:
Straßenbahn*:

330 km
299,9 km

Flughäfen:

1

Häfen:

18

Militärische Anlagen:

7

Sonstiges Gefahrenpotenzial:
Forschungsreaktor:

1

Störfallbetriebe:

31

*) Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Berlin-Statistik 2015

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74

STATISTIK

ORGANIGRAMM DER BERLINER FEUERWEHR
Landesbranddirektor
(LBD)
Ständiger Vertreter des LBD
(LBD-V)

LB FF
Landesbeauftragter der Freiwilligen Feuerwehr

AGS

Arbeit- und
Gesundheitsschutz

LBD B

LBD Stab

Büro der
Behördenleitung

FW
RW
FF

DIR N

DIR W

DIR S

Direktion Nord

Direktion West

Direktion Süd

Berufsfeuerwachen
Rettungswachen
Freiwillige Feuerwehren

FW
RW
FF

Berufsfeuerwachen
Rettungswachen
Freiwillige Feuerwehren

FW
RW
FF

Art und Zahl der Standorte
BF
Feuerwachen

34

Rettungswachen

13

NEF-Standorte

2

FF

FF auf BF-Wachen

20

Löschbootstationen

WF

Forschung/Projekte

ZS

Zentraler Service

ZS P
ZS F
ZS R
ZS FG
ZS IT
ZS ORG
ZS BL

(Personal)
(Finanzen)
(Recht)
(Fahrzeuge und Geräte inkl. TD)
(Informationstechnik)
(Organisation)
(Büroleitung)

SE EL

Einsatzlenkung und
Leitstelle

BFRA

Berliner Feuerwehr- und
Rettungsdienst-Akademie

Interne Revision

Anzahl der Einheiten

58*

Gesamtstärke der FF

1411

davon Frauen

117

Anzahl der Jugendfeuerwehren
Gesamtstärke JF
davon Mädchen

1

RTH/ITH Stationen
FLughafenwachen

Sonst.

1
37

LBD IR

LBD FPro

Freiwillige Feuerwehren

20*

Feuerwehrhäuser FF

Berufsfeuerwachen
Rettungswachen
Freiwillige Feuerwehren

Stab der
Behördenleitung

2
2

45
1044
200

*)inkl. 1. Feuerwehrmusikzug Berlin

*) RTW in Feuerwehrhäusern der FF, besetzt mit BF-Personal

75

Berliner feuerwehr Annual 2015

Zuordnung der Feuerwachen, Rettungswachen und Freiwilligen Feuerwehren
Direktion Nord

Direktion West

FW 1300 Prenzlauer Berg
FF/JF/RW 1310 Prenzlauer Berg

LRW 1100 Mitte

FW 2200 Wittenau
FF/JF 2201 Wittenau
FF/JF/RW 2630 Blankenfelde
FF/JF 2640 Wilhelmsruh

FW 1400 Moabit
FF 1401 Moabit

FW 2300 Hermsdorf
FF/JF 2301 Hermsdorf
FF/JF/RW 2320 Frohnau

FW 1700 Tiergarten

FW 2400 Tegel
FF 2401 Tegel
FF/JF 2410 Heiligensee
FF/JF/RW 2420 Tegelort
FW 2600 Pankow
FF/JF 2610 Niederschönhausen
FF/JF/RW 2620 Buchholz
FF/JF 2650 Pankow
FF/JF 2710 Buch
FF/JF/RW 2720 Karow
RW 2605/04 Maria-Heim.
FW 6100 Marzahn
FF/JF/RW 6110 Marzahn
FF/JF/RW 6120 Biesdorf
FF/JF/RW 6320 Falkenberg
FW 6200 Hellersdorf
FF/JF 6210 Kaulsdorf
FF/JF 6220 Mahlsdorf
FF/JF 6230 Hellersdorf
RW 6204 Kaulsdorf
FW 6300 Weißensee
FF 6301 Weißensse
FF/JF/RW 6330 Wartenberg
FF/JF 6360 Blankenburg
FF/JF 6370 Heinersdorf	
RW 2704 KH Buch
FW 6400 Lichtenberg
FF/JF 6401 Lichtenberg
FF/JF/RW 6310 Hohenschönh.
RW 6490 Rummelsburg
FW 6500 Karlshorst
FF/JF 6501 Karlshorst

RW 3304 Westend

RW 1704/05 Bw Krankenhaus
FW 2100 Schillerpark
FW 2500 Wedding
FF/JF 2501 Wedding
FF/JF 1110 Mitte
RW 1110 Linienstraße
FW 3100 Spandau-Nord
FF 3101 Spandau-Nord
FF/JF/RW 3110 Staaken
RW 3104 KH Waldkrkh. Sp
FW 3200 Spandau-Süd
FF/JF 3210 Gatow
FF/JF/RW 3220 Kladow
FW 3300 Suarez
FF 3301 Suarez
RW 3390 Alt-Lietzow (MHD)

Direktion Süd
FW 1200 Friedrichshain
FF 1201 Friedrichshain
RW 1204/05 Friedrichsh.
FW 1500 Urban
FF 1501 Urban
FW 1600 Kreuzberg
FF 1601 Kreuzberg
FW 4300 Tempelhof
FW 4400 Schöneberg
FF 4401 Schöneberg
FW 4700 Marienfelde
FF 4701 Marienfelde
FF/JF/RW 4710 Lichtenrade
RW 4790 Marienfelde-Süd
FW 5100 Neukölln
FF 5101 Neukölln
FW 5200 Buckow
FF/JF/RW 5210 Rudow
FW 5300 Treptow
FF 5301 Treptow
FF/JF 5310 Adlershof
FF/JF 5320 Bohnsdorf
FF/JF 5330 Altglienicke
FF/JF 5340 Oberschöneweide

FW 3400 Wilmersdorf
RW 3490 Alt-Friedenau (DRK)
FW 3500 Ranke
RW 3404 Schmargendorf
FW 3600 Charlottenburg-Nord
RW 3690 Haselhorst
FW 4100 Zehlendorf
FF/JF 4101 Zehlendorf
RW 4604 Lankwitz

RW 5304 Bohnsdorf
FW 5400 Köpenick
FF/JF 5401 Köpenick
FF/JF/RW 5410 Friedrichshagen
FF/JF 5430 Wilhelmshagen
FF/JF 5440 Müggelheim
FF/JF 5450 Schmöckwitz
FF/JF 5460 Rauchfangswerder
FF/JF 5470 Grünau
RW 5404 Köpenick
RW 5490 Rahnsdorf

SE Fahrzeuge und Geräte

FW 4200 Steglitz
FW 4500 Wannsee
FW 4600 Lichterfelde
FF/JF 4601 Lichterfelde

TD 3639 Technischer Dienst I
TD 6139 Technischer Dienst II
Grau unterlegte Standorte waren zum
Stand 31.12.2015 wegen Sanierungsarbeiten außer Betrieb.
Weiß unterlegte Standorte werden von
Hilfsorganisationen betrieben.

76

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Foto: Stefan Rasch

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77

Berliner feuerwehr Annual 2015

*
3105/04

3307/90

3407/90

78

STATISTIK

*

ÜBERSICHTSKARTE

FEUERWACHE
FEUERWACHE + FF
FEUERWACHE + FF + NEF
FEUERWACHE + NEF
FEUERWACHE + TD
FREIWILLIGE FEUERWEHR
FREIWILLIGE FEUERWEHR + RTW
FREIWILLIGE FEUERWEHR + RTW + NEF
RETTUNGSWACHE RTW
RETTUNGSWACHE RTW + NEF
RETTUNGSWACHE NEF
RTH
ITH
außer Dienst wegen Sanierung
BEHÖRDENLEITUNG
DIREKTIONSWACHE

*

*

STANDORTE IN VORBEREITUNG

*
*

5404

BERLINER FEUERWEHR
STAB KOMMUNIKATION
VOLTAIRESTR 2
10179 Berlin
POSTANSCHRIFT: 10150 BERLIN
Telefon: 387 111
Fax:
387 10 939
www.berliner-feuerwehr.de
Stand: 31.Dezember 2015

79

Berliner feuerwehr Annual 2015

Struktur der Notfallrettung
Träger des Notfallrettungsdienstes

Berliner Feuerwehr

Träger der Rettungsleitstelle

Berliner Feuerwehr

Integrierte Leitstelle für Brand -,
Katastrophenschutz und Notfallrettung

ja

Mitwirkende Organisationen
BF

FF

HiO

Sonst.

Bw

Krankentransport

-

-

X

X

-

Notfallrettung

X

X

X

-

X

Notarztdienst

X

-

X**

-

X

RTH/ITH-Betrieb*

X

-

X

X

-

*) Rettungshubschrauber (RTH) Christoph 31: Betrieben durch die ADAC-Luftrettung gGmbH,
stationiert am Campus Benjamin Franklin der Charité, disponiert durch die FwLtS, notfallmedizinisch besetzt durch einen Notarzt der Charité und einen Rettungsassistenten des DRK.
Intensivtransporthubschrauber (ITH) Christoph Berlin: Betrieben durch die DRF Stiftung
Luftrettung gemeinnützige AG, stationiert am Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn (UKB),
disponiert durch die FwLtS, notfallmedizinisch besetzt durch einen Notarzt des UKB und einen
Rettungsassistenten des ASB.
**) Vier Intensivtransportwagen (ITW): Betrieben durch ASB, DRK, JUH und MHD, disponiert
durch die FwLtS, notfallmedizinisch besetzt durch je einen Notarzt und je zwei Rettungsassistenten der jeweiligen HiO.

Foto: Feuerwehr-Doku

Zuordnung der Stellen der Berufsfeuerwehr
Gesamt

Beamte

davon mD

davon gD

davon hD

Tarifbeschäftigte

Stellen bei der Berliner Feuerwehr

3944,283

3490

2946

500

44

454,283

Einsatzdienst

3125,68

2980

2720

260

0

145,68

503,5

456,5

213

213,5

30

47

315,103

53,5

13

26,5

14

261,603

303

301

264

29

8

2

Rückwärtiger Dienst
Verwaltung (kein fwt. Personal)
Nachwuchskräfte (Referendare, Anwärter, tarifbeschäftigte Azubis)

Soll der zu besetzenden Einsatzfunktionen
Tag

Nacht

Sonn- u. Feiertage

Behördenleitung

1

1

1

A-Dienst

1

1

1

40 h

B-Dienst

2

2

2

43 h

C-Dienst

9

9

9

43 h

Fernmeldedienst auf Feuerwachen

2

2

2

48 h

Lagedienst

1

1

1

41,5 h

ELW 3 und FmeW

7

7

7

48 h

21 + 11

21 + 11

48 h

5,42

547/508

48 h

5,42

TD 1 u. TD 2

21 + 11

Wachabteilungen
Feuer- und Rettungswachen

80

Arbeitszeit/Wo.

Personalfaktor

individuell unterschiedlich nach Dienstmodell
547

508

Lehrrettungswache

6

4

6/4

44 h

Leitstelle

23

21

21 / 20

42 h

5,42

STATISTIK

Vorbeugender Brandschutz
Brandschauen und Nachschauen (objektbezogene
Beratung)
Stellungnahmen in bauaufsichtlichen Verfahren

Katastrophenschutz
6
2993

Stellungnahmen nach anderen gesetzlichen Grundlagen

143

Beratungen (keine telefonischen)

207

Brandsicherheitswachen
Bauzustandsbesichtigungen

0
292

Herausgabe von Feuerwehrplänen

514

davon Neuausgaben

278

davon Neuanlagen
Inbetriebnahme Feuerwehrschlüsseldepots FSD 3
davon neu
Inbetriebnahme Feuerwehrschlüsseldepots FSD 1
Unterweisungen im Objektbrandschutz
Einrichtungen von Brandsicherheitswachen
Beratungen außerhalb des Baugenehmigungsverfahrens (gebührenpflichtig)

3

Einsatzfunktionen

396

Erkundungstrupps

9

Dekontaminationseinheiten

8

394
104
359
106
143
21
638
43

Betreuung Feuerwehrpläne

3103

Betreuung Brandmeldeanlagen

1986

Betreuung Feuerwehrschlüsseldepots FSD 3

5

Führungsstaffeln

76

Brandsicherheitsschauen

Anschaltung/Abschaltung von Übertragungseinrichtungen für Gefahrenmeldungen

Brandschutzbereitschaften

984

Foto: Feuerwehr-Doku

Werk- und Betriebsfeuerwehren
Anz. d. Einheiten
hauptberufl.
Werkfeuerwehr

2

Betriebsfeuerwehr

2

nebenberufl.

1

Gesamtstärke

hauptberufl.

nebenberufl.

104

23

18

39

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®

■ Große Auswahl an gebrauchten
Ersatzteilen für fast alle Pkw
■ kostenlose Pkw-Verschrottung
■ Abholung von Altfahrzeugen

81

Berliner feuerwehr Annual 2015

Einsatz- und Alarmierungsstatistik nach DIN 14011
Begriffserläuterung siehe S. 94

Klassifizierung der Einsätze nach beteiligten Organisationen
Art des Einsatzes/des Ereignisses

Anzahl

ø Hilfsfrist in
Min.

nur BF

BF/FF

nur FF

Brandbekämpfung

7.165

9,41

5.241

1.567

357

Techn. Hilfeleistung

20.794

8,96

16.688

2.565

1.541

Rettungsdienst

363.599

9,63

282.889

8.949

7.072

nur HiO

nur Bw

nur Sonst.

53.095

10.615

979

Klassifizierung der Einsätze nach erreichung des schutzziels
Art des Einsatzes/des Ereignisses

Brandbekämpfung

Anzahl

ø Hilfsfrist in
Min.

7.165

9,41

Technische Hilfeleistung

20.794

8,96

Rettungsdienst

363.599

9,63

Erkundung

38.926

Fehleinsatz

3.825

Gesamt

Personal

Zeit
in Min.

Schutzziel
SOLL

IST

Klasse A

Klasse B

Klasse A

Klasse B

Gesamt

14

15

90 %

50 %

91,1 %

67,4 %

90,6 %

2

8

75 %

50 %

35,2 %

21,4 %

34,5 %

434.309

Historie: Fahrzeugalarmierungen der wichtigsten Einsatzmittel im Vergleich
RTW

NEF

RTH

FRF

ITW

LHF

TLF

DL

KLEF

2005

273.423

64.616

2.837

869

 

64.141

2.630

13.930

3.496

2006

282.750

68.456

3.539

867

 

71.425

2.586

14.457

5.716

2007

291.426

65.810

2.990

1.176

 

65.980

1.718

14.208

5.835

2008

308.723

69.245

3.193

919

103

63.887

1.267

10.558

5.810

2009

321.040

67.862

2.644

949

1.938

63.761

1.433

10.178

5.684

2010

321.604

68.013

3.277

1.557

2.506

64.793

1.245

13.575

7.473

2011

332.243

81.325

2.966

1.971

2.853

61.297

919

10.719

7.362

2012

338.706

84.836

3.157

1.571

3.060

60.752

948

10.445

6.887

2013

356.569

85.266

4.326

1.511

3.061

63.775

1.263

11.131

6.169

2014

379.863

88.871

3.918

2.105

3.138

70.248

1.012

11.656

5.555

2015

412.000

93.240

5.056

2.047

2.962

76.490

1.255

12.635

5.461

Historie: Entwicklung der Brandtoten*
2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

44

32

29

27

27

27

30

28

28

27

33

*Quelle: LKA Berlin

82

STATISTIK

FAHRZEUGALAMIERUNGEN/ALARMIERUNGen ZU EINSÄTZEN DER VORGEFUNDENEN LAGEN
Begriffserläuterung siehe S. 94

Einsatzmittel

Anzahl

ø Ausrückezeit in Min.

ø Eintreffzeit in Min.

ø Einsatzdauer in
Min.

Brand

Technische
Hilfeleistung

Rettungsdienst

Erkundung

Fehleinsatz

LHF 1

49.429

1,87

9,98

32,4

8.267

12.904

15.733

7.395

5.130

LHF 2

13.774

2,00

10,34

32,79

2.721

3.413

4.156

1.989

1.495

LHF/LF-FF

13.287

2,78

10,75

36,41

2.230

4.130

4.092

2.183

652

112

3,82

19,09

98,23

9

67

15

20

1

DLK

12.635

2,39

11,41

34,55

4.049

2.353

1.831

1.256

3.146

KLEF

5.461

2,45

16,86

45,6

20

2.952

20

2.455

14

TLF

1.255

3,67

13,31

42,01

461

291

267

157

79

SW

70

3,55

17,28

41,41

38

23

2

7

LKW

307

5,94

22,14

134,11

41

245

WLF/AB

640

2,56

21,74

86,64

356

GW

216

4,18

20,79

114,23

21

LB/MZB

ELW 1

12

9

218

3

24

157

26

12

11.168

1,39

12,51

45,49

4.032

2.456

476

1.133

ELW 2/3

45

4,97

23,53

96,18

37

4

1

3

FMEW

47

4,11

25,76

64,23

35

6

1

5

322,62

7

21

1

2,99

9,24

30,87

2

6

1.980

59

FwA

29

FRF

2.047

39
3.071

RTW 1

211.210

1,6

10,44

56,19

2.633

5.975

185.044

16.698

860

RTW 2

87.409

1,68

10,17

54,83

1.071

2.684

75.991

7.305

358

RTW 3

9.190

1,71

10,82

57,02

95

265

8.171

629

30

RTW 4*

11.527

1,45

10,33

60,64

120

269

10.109

988

41

RTW FF

2.816

3,29

12,16

56,15

30

71

2.599

108

8

RTW HiO/BW

89.848

1,35

9,15

59,67

382

2.232

82.453

4.567

214

487

3,15

25,28

124,71

25

454

8

ITW HiO

2.962

1,94

20,58

117,32

3

2.862

96

1

NEF

87.478

1,57

12,18

48,01

228

1.865

82.694

2.627

64

NEF HiO/Bw

5.762

1,02

11,02

50,52

13

113

5.427

204

5

2

624

4

93

4.659

293

1

BTW

STEMO

630

1,41

18,33

84,66

5.056

1,88

13,04

55,37

10

ABC-ErkKW

19

6,08

22,77

164,14

4

10

1

4

RTB/TS

187

0,78

17,01

64,15

7

110

27

40

3

RW 3

625

1,57

17,44

68,4

95

456

33

39

2

FwK

446

2,76

18,8

70,87

21

372

28

24

1

TM 50

12

1,18

GW MESS

428

1,56

19,87

63,7

50

282

11

69

16

GW WASSER

170

1,11

21,62

102,53

19

99

20

27

5

MTF 1

571

1,55

23,66

104,14

6

509

45

11

MTF 2/3

43

2,57

141,25

11

18

13

1

SAUGWAGEN

1

STAPLER

4

RTH/ITH

62,32

10

2

1
4

* Beinhaltet auch RTW LtS, RTW AZ und RTW bei Sonderlagen

83

Berliner feuerwehr Annual 2015

FAHRZEUGALARMIERUNGEN
Direktion Nord
NR.

NAME

LHF 1

LHF 2

1300

FW PRENZLAUER BERG

1.640

1.490

2620

RW BUCHHOLZ

1310

RW PRENZLAUER BERG

1310

FF PRENZLAUER BERG

2200

FW WITTENAU

2630

RW BLANKENFELDE

2201

FF WITTENAU

2300

FW HERMSDORF

2320

RW FROHNAU

2301

FF HERMSDORF

47

2320

FF FROHNAU

159

2400

FW TEGEL

2420

RW TEGELORT

2401

FF TEGEL

88

2410

FF HEILIGENSEE

82

2420

FF TEGELORT

2600

FW PANKOW

2604

RW Maria Heimsuchung

2610

FF NIEDERSCHÖNHAUSEN

476

44

2620

FF BUCHHOLZ

197

45

4

2630

FF BLANKENFELDE

192

69

5

2640

FF WILHELMSRUH

279

83

2650

FF PANKOW

555

2710

FF BUCH

444

2720

FF KAROW

6100

FW MARZAHN

6120

RW BIESDORF

6330

RW Wartenberg

6110

FF MARZAHN

6120

FF BIESDORF

6200

FW HELLERSDORF

6110

RW MARZAHN

6204

RW KAULSDORF

6210

FF KAULSDORF

6220

FF MAHLSDORF

6230

FF HELLERSDORF

6300

FW WEISSENSEE

2704

RW BUCH

2720

RW KAROW

6301

FF WEISSENSEE

236

6310

FF HOHENSCHÖNHAUSEN

555

6320

FF FALKENBERG

395

6320

RW FALKENBERG

6330

FF WARTENBERG

482

6360

FF BLANKENBURG

167

6370

FF HEINERSDORF

90

6400

FW LICHTENBERG

6401

FF LICHTENBERG

6500

FW KARLSHORST

6490

RW RUMMELSBURG

6501

FF KARLSHORST

6600

RETTER Nord (6310)

Direktion Nord	
84

LHF/LF-FF

LB/MZB

DL

KLEF

TLF

SW

LKW

WLF/AB

GW

ELW1

FwA

FRF

857

RTW 1

RTW 2

4.403

3.773

2.639
434

47

4.388

131

202
1.623

538

775

690

2.186
135
1.002

2

3.459

1.536

1.175

1.335

315

2

1

3.915

1.106

1.050

77
1.090

21

37

345

792

3.317
3.345

25
68

72

452

43

225
1.442

1.145

5

36

160
1

60

1.133

4.300

4.081

3.784
271
125

7

69
1.433

37
345

4.210

3.156

180
3.102
457
101

54

1.425
1.237

1.141

755

50

41

20

4.510

4.371

159
2.632
1

7

1
3

3.649

1.529

27

606

6

4.062

2.287

216
1.311

3.355
437
145
2.868

13.642

3.776

7.621

3.526

1.531

481

48

56

101

2.646

251

64.485

23.833

STATISTIK

Nr.

NAME

RTW 3

RTW 4*

RTW FF

RTW HiO/BW

BTW

STEMO

NEF

NEF Bw

ABC

MTF 1/2

RTB

Gesamt

ErkKW

1

6.161

18.325

1300

FW PRENZLAUER BERG

2620

RW BUCHHOLZ

1310

RW PRENZLAUER BERG

1310

FF PRENZLAUER BERG

2200

FW WITTENAU

2630

RW BLANKENFELDE

2201

FF WITTENAU

2300

FW HERMSDORF

2320

RW FROHNAU

2301

FF HERMSDORF

2320

FF FROHNAU

2400

FW TEGEL

2420

RW TEGELORT

2401

FF TEGEL

2410

FF HEILIGENSEE

2420

FF TEGELORT

2600

FW PANKOW

2604

RW Maria Heimsuchung

2610

FF NIEDERSCHÖNHAUSEN

520

2620

FF BUCHHOLZ

251

2630

FF BLANKENFELDE

266

2640

FF WILHELMSRUH

362

2650

FF PANKOW

2710

FF BUCH

2720

FF KAROW

6100

FW MARZAHN

6120

RW BIESDORF

6330

RW Wartenberg

6110

FF MARZAHN

132

6120

FF BIESDORF

106

6200

FW HELLERSDORF

6110

RW MARZAHN

180

6204

RW KAULSDORF

3.102

6210

FF KAULSDORF

6220

FF MAHLSDORF

6230

FF HELLERSDORF

6300

FW WEISSENSEE

2704

RW BUCH

2720

RW KAROW

6301

FF WEISSENSEE

6310

FF HOHENSCHÖNHAUSEN

6320

FF FALKENBERG

6320

RW FALKENBERG

3.649

6330

FF WARTENBERG

482

6360

FF BLANKENBURG

194

6370

FF HEINERSDORF

90

6400

FW LICHTENBERG

6401

FF LICHTENBERG

216

6500

FW KARLSHORST

4.666

6490

RW RUMMELSBURG

6501

FF KARLSHORST

6600

RETTER Nord (6310)

2.639
481
202
3

4.880

2

13.030
2.186

241

376

5.999
1.175

3

50

193
8

32
1.833

4.551

384
13

13.079
1.050
88

501

583
11
5.860

146
11.404
3.345

13

593
584
421

2.205

395

4

1

15.262
3.784
271

2.195

4.746

16.085

457
5

160

9

2.895

121

1.434
383

6

6

15.536
159
2.632

15

260

5

400

558

335

5.675

1

5.446

4.260

19.947

4.697
145
7.838

4.970

5.436

4.392

985

21.522

25.573

2

42

32

179.981

* Beinhaltet auch RTW LtS, RTW AZ und RTW bei Sonderlagen
85

Berliner feuerwehr Annual 2015

FAHRZEUGALARMIERUNGEN
Direktion West
NR.

NAME

1100

LRW MITTE

1110

RW LINIENSTRASSE

1110

FF MITTE

1400

FW MOABIT

3304

RW WESTEND

1401

FF MOABIT

1700

FW TIERGARTEN

17xx

BUNDESWEHR-KH

2100

FW SCHILLERPARK

1.812

2500

FW WEDDING

1.340

1.222

2501

FF WEDDING

3100

FW SPANDAU-NORD

1.205

1.089

3104

RW WALD-KH SPANDAU

3110

RW STAAKEN

3101

FF SPANDAU-NORD

3110

FF STAAKEN

3200

FW SPANDAU-SÜD

3220

RW KLADOW

3210

FF GATOW

69

3220

FF KLADOW

261

3300

FW SUAREZ

3301

FF SUAREZ

3390

RW ALT-LIETZOW (MHD)

3400

FW WILMERSDORF

3490

RW ALT-FRIEDENAU (DRK)

3500

FW RANKE

3404

RW SCHMARGENDORF

3600

FW CHARLOTTENBURG-NORD

3690

RW HASELHORST

4100

FW ZEHLENDORF

4604

RW LANKWITZ

4101

FF ZEHLENDORF

4200

FW STEGLITZ

1.466

4500

FW WANNSEE

590

4600

FW LICHTERFELDE

4601

FF LICHTERFELDE

Direktion West	

86

LHF 1

LHF 2

LHF/LF-FF

LB/MZB

DL

KLEF

TLF

SW

LKW

WLF/AB

GW

ELW1

FwA

FRF

RTW 1

RTW 2

9

172

15

1.545

3.376

371

55

3

3

4.798

3.182

4.365
143

2

1.436

784

23

4.714

657

34

207

5

2.349

4.648

4.434

4.113

311

4.102

1.859

1
335

1.514

236
3.970
150
527
1.177

1.086

136
63

354

341

11

30

3

4.123

3.847

1.441

23

2.007

96

610

2.379

4.067

166

3.214

1.170

4.761

2.870

170

1.791

1

1.792

689

1.507

9

3.793
1.345

1

367

57

116

348

4.254

1.643

3.206
959

852

203

16

15

446

3.835

2.166

3.906
201

5
381

1.266

20

278
85

19.731

4.250

1.985

4.736

4.617

2.350

587

4.155

2.357

82.163

31.558

1
63

5.017

1.579

203

4

182

33

52

4.730

3

450

STATISTIK

Nr.

NAME

RTW 3

RTW 4*

RTW FF

RTW HiO/BW

BTW

STEMO

NEF

NEF Bw

ABC

MTF 1/2

RTB

Gesamt

ErkKW
1100

LRW MITTE

9

1110

RW LINIENSTRASSE

0

1110

FF MITTE

1400

FW MOABIT

3304

RW WESTEND

1401

FF MOABIT

1700

FW TIERGARTEN

17xx

BUNDESWEHR-KH

2100

FW SCHILLERPARK

2500

FW WEDDING

2501

FF WEDDING

3100

FW SPANDAU-NORD

3104

RW WALD-KH SPANDAU

3110

RW STAAKEN

3101

FF SPANDAU-NORD

44

3110

FF STAAKEN

2

3200

FW SPANDAU-SÜD

3220

RW KLADOW

3210

FF GATOW

3220

FF KLADOW

3300

FW SUAREZ

3301

FF SUAREZ

3390

RW ALT-LIETZOW (MHD)

3400

FW WILMERSDORF

3490

RW ALT-FRIEDENAU (DRK)

3500

FW RANKE

3404

RW SCHMARGENDORF

3600

FW CHARLOTTEN-

1.609

5.172
373

10.330
4.365

31

176
9.306
3.689

5.611

5.797
209

206

9.300

5.750

15

5.668

13.069

178
3.258

23.152

386
2.224

4.422

13

11

20.032
236
3.970
194

1

1.020
14

10.695
1.441

637

706
6

3

5.753

6.035

386
21.020

23

193
331

331

5.185

630

11.991

392

392

5.379

17.007
3.793

3

10

8.144

BURG-NORD
3690

RW HASELHORST

4100

FW ZEHLENDORF

4604

RW LANKWITZ

4101

FF ZEHLENDORF

4200

FW STEGLITZ

4500

FW WANNSEE

4600

FW LICHTERFELDE

4601

FF LICHTERFELDE

3.651

6.857

487

4

8.983
3.906
206
11.220

4.944

15

3.542

3

13.003

68

224.619

86
209

5.079

915

34.791

487

630

24.802

5.611

13

11

* Beinhaltet auch RTW LtS, RTW AZ und RTW bei Sonderlagen

87

Berliner feuerwehr Annual 2015

FAHRZEUGALARMIERUNGEN
Direktion SÜD
NR.

NAME

LHF 1

LHF 2

1200

FW FRIEDRICHSHAIN

1.557

1.346

1204/05

RW FRIEDRICHSHAIN

1201

FF FRIEDRICHSHAIN

1500

FW URBAN

1501

FF URBAN

1600

FW KREUZBERG

5340

RW OBERSCHÖNEWEIDE

1601

FF KREUZBERG

4300

FW TEMPELHOF

1.277

406

773

4.738

4.388

4400

FW SCHÖNEBERG

1.734

496

63

12

4.589

2.621

4401

FF SCHÖNEBERG

4700

FW MARIENFELDE

378

45

6

4.145

3.579

4710

RW LICHTENRADE

3.128

132

4701

FF MARIENFELDE

133

1

4710

FF LICHTENRADE

426

84

4790

RW MARIENFELDE-SÜD

5100

FW NEUKÖLLN

5.399

3.956

5101

FF NEUKÖLLN

5200

FW BUCKOW

2.983

126

5210

RW RUDOW

5210

FF RUDOW

5300

FW TREPTOW

5304

RW BOHNSDORF

5330

RW ALTGLIENICKE

5301

FF TREPTOW

50

5310

FF ADLERSHOF

219

46

5320

FF BOHNSDORF

169

126

5330

FF ALTGLIENICKE

457

5340

FF OBERSCHÖNEWEIDE

5400

FW KÖPENICK

5310

RW ADLERSHOF

5404

RW KÖPENICK

5410

RW FRIEDRICHSHAGEN

5401

FF KÖPENICK

213

5410

FF FRIEDRICHSHAGEN

371

5430

FF WILHELMSHAGEN

117

5440

FF MÜGGELHEIM

71

5450

FF SCHMÖCKWITZ

41

5460

FF RAUCHFANGSWERDER

68

5470

FF GRÜNAU

111

Direktion Süd

88

LHF/LF-FF

LB/MZB

DL

KLEF

TLF

SW

653

LKW

WLF/AB

GW

1

ELW1

FwA

FRF

1.631

RTW 1

RTW 2

4.961

3.877

5.077
148
1.625

1

1.480

1.822

346

4.411

4.239

9

4.022

2.504

82
1.793

755

245
113
19

57

123
1.835

2.242

806

4

169

629
154

4

1.747

6

3.742
372
1.084

88

1.005

448

5

529

65

1.000

4.663

2.652

2.345
3.991

13

3

243
1.162

1.111

736
49

327

35

8

9

4.208

3.944

191
289
1.435

16.056

5.748

3.681

42
91
16

1

234
83
33

20
49

4.092

2.351

571

18

69

27

63

3.791

0

1.346

64.562

32.018

STATISTIK

Nr.

NAME

RTW 3

RTW 4*

RTW FF

RTW HiO/BW

BTW

STEMO

NEF

NEF Bw

ABC

MTF 1/2

RTB

Gesamt

43

25.788

ErkKW
1200

FW FRIEDRICHSHAIN

1204/05

RW FRIEDRICHSHAIN

5.927

5.792

1201

FF FRIEDRICHSHAIN

1500

FW URBAN

1501

FF URBAN

1600

FW KREUZBERG

5340

RW OBERSCHÖNEWEIDE

1601

FF KREUZBERG

4300

FW TEMPELHOF

4400

FW SCHÖNEBERG

4401

FF SCHÖNEBERG

4700

FW MARIENFELDE

4710

RW LICHTENRADE

4701

FF MARIENFELDE

4710

FF LICHTENRADE

4790

RW MARIENFELDE-SÜD

5100

FW NEUKÖLLN

5101

FF NEUKÖLLN

5200

FW BUCKOW

5210

RW RUDOW

5210

FF RUDOW

5300

FW TREPTOW

5304

RW BOHNSDORF

2.345

5330

RW ALTGLIENICKE

3.991

5301

FF TREPTOW

5310

FF ADLERSHOF

5320

FF BOHNSDORF

295

5330

FF ALTGLIENICKE

457

5340

FF OBERSCHÖNEWEIDE

5400

FW KÖPENICK

5310

RW ADLERSHOF

5404

RW KÖPENICK

5410

RW FRIEDRICHSHAGEN

5401

FF KÖPENICK

5410

FF FRIEDRICHSHAGEN

2

415

5430

FF WILHELMSHAGEN

2

210

5440

FF MÜGGELHEIM

3

325

5450

FF SCHMÖCKWITZ

5460

FF RAUCHFANGSWERDER

3

104

5470

FF GRÜNAU

5.077
34
169

183

142

5.491

971

6.229

6.519

26.244
82
16.283
245
113

426

5.831

2.284

6.174

11

17.926
17.973
123

4

9.992

941

4.201
134
683

1.264

288

288

6.028

20.324
158

5.304

4.750

14.916
3.742

774

31
4.516

6

1.270
10

15.978

50
31

312

979
2.112

3.521

10

16.496
191
289
1.435

108

321

124

3.545

2.054

916

31.977

0

0

37.103

0

4

68

3

134

87

210.196

* Beinhaltet auch RTW LtS, RTW AZ und RTW bei Sonderlagen

89

Berliner feuerwehr Annual 2015

Fahrzeugalarmierungen
Sonderdienste
NR

Name

ELW 1

2451

BFRA

3613

SE Einsatzlenkung

ELW
2/3

FMEW

ITH

ITW
HIO

MTF
1/2

NEF
HiO

RTH

RTW 4

RTW HiO

Gesamt

2
1

3649

Fernmeldeeinsatzdienst

4206

RTH Steglitz

6106

ITH Marzahn

7xxx

Sonderwachen 7xxx

2

1
44

2

47

91
3.872

3.872

1.184
1
1

45

1.184
2.962

47

1.184

151

2.962

1

151

3.872

2

1.558

4.672

1.558

9.823

technischer Dienst
NR

name

3639

TD1

6139

TD2

FwA

FwK

GW
Mess

GW
Wasser

MTF
1/2

MTF 3

RW 3

SaugW

Stapler

TM 50

AB

Gesamt

17

278

428

170

449

43

393

1

2

12

419

2.212

161

572

428

170

449

43

625

1

4

12

580

2.784

9

168

26

446

232

2

Verkehrsunfälle von Feuerwehrfahrzeugen

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Der original Stoff aus dem
die Feuerwehrleute sind

Gesamt

510

Einsatzfahrten mit Sonderrechten

206

Einsatzfahrten ohne Sonderrechte

37

Fahrten auf Einsatzstellen

91

Rückfahrten von Einsatzstellen

110

Dienst- bzw. Wirtschaftsfahrten

66

Ursachen der Unfälle
Durch Feuerwehrbedienstete herbeiführt

336

Falsches Einschätzen des Seitenabstandes zu anderen
Fahrzeugen

221

Wenden und Rückwärtsfahren

101

Auffahren auf vorausfahrende oder stehende Fahrzeuge

22

Verkehrstechnisch falsches Verhalten

36

Witterungseinflüsse

1

Art der Unfallgegner
Private KFZ

Taschen und Accessoires
aus dem original Stoff

1

Fußgänger

4

Radfahrer

6

Motorräder

4

Tiere

0

Kein Unfallgegner
Ortsfeste Hindernisse

90

350

Feuerwehreigene KFZ

138

STATISTIK

Fahrzeuge
Fahrzeugtypen

FAHRZEUGTYPEN

Löschfahrzeuge

194

LHF 16

117

LHF 10/5

5

LHF 20/12

42

LHF 20/8

6

TLF 16/24

10

TLF 24/50

9

TroLF

1

TLF 20/24

4

Drehleitern

42

DLK 23/12

41

DLK 37
Rüst- und Gerätewagen

1
23

GW Geräteprüfung

1

GW Höhenrettung

1

GW Messgeräte

1

GW SAN LAND

4

GW Wasser

2

GW MANV

1

KLEF

8

RW 3

4

Teleskopmast TM 50

1

Rettungsfahrzeuge

232

RTW

179

NEF

38

ITF

1

BTW

1

FRF

12

Einsatzleitwagen

FAHRZEUGTYPEN
88

Anhänger (einachsig)

ELW 1 ( A,B,C)

19

Baum

1

ELW 1 (Erk)

55

Fermeldematerial

3

Lenz

2

Lichtmast

2
9

PKW

4

Mannschaftstransportfzge.

27

Notstrom

MTF 1

26

Öl-Mop

MTF 3

1

Lastkraftwagen

61

LKW 1 (<2,8 t)

35

LKW 2 (2,8 - 7,5 t)

18

LKW 3 (> 7,5 t)

9

Kranfahrzeuge

3

Rettungsboot
Sanitär
Tragkraftspritze

75

1
30
1
26

Anhänger (zweiachsig)

7

Fahrschule

1

Mobas

1

Ölseparator

2

Tieflader

2

Wechselladefahrzeuge

24

Ventilator

1

Abrollbehälter

42

Boote

94

Atemschutz

3

MZB

1

Auffangbehälter

1

RTB

30

Bahn

1

Schlauchboote

61

Be-/Entlüften

1

LB

Dekontamination

3

Demo

1

Gefahrgutbeseitigung

3

Generator

3

Löschgeräte

1

MANV

1

Mulde

3

STEMO

1

Ölsperre/Bindemittel

4

Pritsche

2

Sonderkraftfahrzeuge

3

Rettungsmaterial

1

Sattelzugmaschine

1

Rüstmaterial/Einsturz

2

Saugwagen

1

Rüstmaterial/Wasser

1

Sand

1

Wirtschaftsfahrzeuge

6

Schaummittelwerfer

2

Wäschewagen

1

Schlauchmaterial

2

Aktenwagen

5

Schnellkupplungsrohre

1

Infomobil

1

Strahlenschutz

2

Tankstelle

1

Fernmeldefahrzeuge

3

Ventilator (Leihg. BVG)

2

FMeW

2

Werkstatt

1

FuMW

1

Sonderlöschmittel

1

Arbeitsmaschinen

3

Gabelstapler

2

Radlader

1

Fahrzeuge insgesamt:

2
920

91

Berliner feuerwehr Annual 2015

KataStrophenschutzFahrzeuge – bereitgestellt durch den Bund
Fahrzeugtyp

Abkürzung

Fw

Gerätewagen Dekontamination Personal

GW Dekon P

CBRN-Erkundungskraftwagen

CBRN ErkW

ASB

DLRG

DRK

3

1

2

9

2

2

MHD

JUH

Polizei

IST

standardisierte, ergänzende
Ausstattung für CBRN-Lagen
6
1

14

Medizinische Task Force
Kommandowagen
Gerätewagen Sanität
Mannschaftstransportwagen
Behandlung
Gerätewagen Logistik
Mannschaftstransportwagen
Dekontamination Verletzter
Krankentransportwagen
Typ B

KdoW
GW San

1

3

1

1

1

3

9

6

3

22

MTW Beh

6

GW Log

1

1

1

3

MTW Dekon V

3

KTW Typ B

3

6

6

3

18

Unterstützungskomponente
Löschgruppenfahrzeug Katastrophenschutz

LF-KatS

45

45

Schlauchwagen Katastrophenschutz

SW-KatS

12

12

Gerätewagen Betreuung
Mannschaftstransportwagen
Krankenwagen Typ B

GW Bt

3

2

9

3

2

19

MTW Bt

2

2

9

4

2

19

KTW Typ B

3

14

2

1

20

gesamt

190

KataStrophenschutzFahrzeuge – bereitgestellt durch das land Berlin
Fahrzeugtyp

Abkürzung

Fw

Gerätewagen Dekontamination Personal

GW Dekon P

5

Kommandowagen

KTW Typ B

Löschgruppenfahrzeug
Katastrophenschutz

LF-KatS

gesamt

Foto: Hans-Jörg Schierz

92

KdoW

Krankentransportwagen
Typ B

ASB

DLRG

DRK

JUH

IST
5

1

2
1

2

MHD

3
3

4
2
14

STATISTIK

Finanzen
Einnahmen in Euro
Einnahmen aus Gebühren, Entgelten und Kostenersatz:
Sonstige Einnahmen:
z. B. Eintrittsgelder, Verkaufserlöse von Altmaterial und Fahrzeugen, Schadensersatzleistungen, Vertragsstrafen, Rückzahlungen, zweckgebundene Einnahmen vom Bund und sonstige Zuwendungen für konsumtive Zwecke
Einnahmen gesamt:

100.679.384
2.934.534

103.613.918

Ausgaben (ohne Personal- und Investitionskosten) in Euro
Behördenleitung

654.631

Direktion Nord

884.544

Direktion Süd

285.760

Direktion West

158.926

Serviceeinheit Finanzen/Innere Dienste (incl. Mieten)

52.929.423

Serviceeinheit Fahrzeuge und Geräte

13.487.019

Serviceeinheit Aus- und Fortbildung

970.815

Serviceeinheiten Informationstechnik und Einsatzlenkung

5.034.491

Summe Ausgaben (ohne Personal- und Investitionskosten)

74.405.609

Der Haushaltsplan der Berliner Feuerwehr ist Bestandteil des Haushaltsplanes des Landes Berlin. Eine Unterscheidung nach
Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz haben wir nicht vorgenommen.
In die Budgetierung einbezogene Bereiche
Personalkosten
Investitionen
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168.595.113
11.610.757

Berliner feuerwehr Annual 2015

abkürzungen
AAO	
Alarm- und Ausrückeordnung
ABC ErkKW	 ABC Erkundungskraftwagen
AB	Abrollbehälter
A-Dienst	 Einsatzleiter A (höherer Dienst)
B-Dienst	 Einsatzleiter B (höherer Dienst)
BF	Berufsfeuerwehr
BFRA	
Berliner Feuerwehr und Rettungsdienst 	
Akademie
BHP	Behandlungsplatz
BSB	Brandschutzbereitschaft
BTW	Bettentransportwagen
Bw	Bundeswehr
CAFS
Compressed Air Foam System
CBRN
Chemische, biologische, radioaktive oder
nukleare Gefahren
C-Dienst	 Einsatzleiter C (gehobener Dienst)
CSA
Chemikalien-Schutz-Anzug
DEKON G	 Dekontamination von Geräten
DEKON P	 Dekontamination von Personen
DLK	
Drehleiter mit Korb
ELW	Einsatzleitwagen
FF	
Freiwillige Feuerwehr
FmEW	Fernmeldeeinsatzwagen
FMeMW	Fernmeldemesswagen
FRF	First-Responder-Fahrzeug

Fw	Feuerwehr
FW 	
Feuerwache
FwA	Feuerwehranhänger
GW	Gerätewagen
HiO	Hilfsorganisation
ITH	Intensivtransporthubschrauber
ITF	Infektionstransportfahrzeug
ITW	
Intensivtransportwagen (HiO)
KdoW	Kommandowagen
KLEF	Kleineinsatzfahrzeug
LB	Löschboot
LBD	Landesbranddirektor
LBD-V	
Ständiger Vertreter des
	Landesbranddirektors
LF 16 TS (Z)	Löschgruppenfahrzeug 16 mit Trag	
kraftspritze (und Zusatzbeladung)
LHF	Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug
LHF K	
Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug klein
LKW	Lastkraftwagen
MANV	
Massenanfall von Verletzten
MOBAS	
Mobile Atemschutzstrecke
MTF	Mannschaftstransportfahrzeug
MZB	Mehrzweckboot
NEF	Notarzteinsatzfahrzeug
NOTF	
(medizinischer) Notfall

PA
Pressluftatmer
PTZ	Patiententransportzug
RTB	Rettungsboot
RTH	Rettungshubschrauber
RTW	Rettungswagen
RTW HiO	 Rettungswagen einer
	Hilfsorganisation
RW	
Rüstwagen / Rettungswache
SE AF	
Serviceeinheit Aus- und Fortbildung
SE EL	
Serviceeinheit Einsatzlenkung
SE FG	
Serviceeinheit Fahrzeuge- und Geräte	technik
SEG
Schnelleinsatzgruppe
SONST	Sonderfahrzeuge
STEMO	Stroke-Einsatz-Mobil
SW	Schlauchwagen
TH	
Technische Hilfeleistung
THW	
Bundesanstalt Technisches Hilfswerk
TLF	Tanklöschfahrzeug
TM 50	
Teleskopmast 50 m
TUIS
Transport-Unfall-Informations -und
Hilfleistungssystem
ÜMANV	
Überörtliche Hilfe bei MANV-Lage
WLF	Wechselladefahrzeug

Fehleinsatz: Ausrücken der Feuerwehr aufgrund einer
böswilligen Meldung oder durch den technischen
Defekt einer Feuerwehr-Notrufmelder-Anlage.
Ausrückezeit: Zeit zwischen dem Abschluss der
Alarmierung von Einsatzkräften und dem Verlassen
ihrer Feuerwache oder ihres Feuerwehrhauses.
Anfahrtzeit: Zeit zwischen dem Verlassen der Feuerwache oder des Feuerwehrhauses und dem Eintreffen
am Einsatzort.
Fahrzeug-Einsatzdauer: Zeit zwischen der Alarmierung
und Rückkehr des Fahrzeuges bzw. Übernahme eines
neuen Einsatzes (über Funk oder durch Vorfinden).
Einsatzdauer: Zeit zwischen der Alarmierung der
ersten und Rückkehr der letzten Einsatzkräfte (Kontrollen einer Brandstelle rechnen nicht dazu).
Hilfsfrist: Zeit zwischen dem Beginn der Abgabe einer
Meldung an die Stelle, die Einsatzkräfte alarmieren

kann (entspricht der Notrufannahme in der Leitstelle), und dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte am
Einsatzort.
Schutzziel: Dreidimensional, beinhaltet vorgeschriebene Personalstärke, eine Zeit zur Schutzziel-Erreichung (nicht Hilfsfrist zu nennen) und einen Erreichungsgrad (je nach Bedarf SOLL oder IST), z. B. 14
Mann in 15 Minuten in 90 % aller Einsätze (Schutzziel
Brandbekämpfung in Berlin).
Alarmierungsstichwort: Feuerwehr-Kennzeichnung
eines Ereignisses, der in der Ausrückeordnung Anzahl
und Art der zu entsendenden Einheiten zugeordnet
sind. Dient damit nur der Entsendung der Einheiten,
keineswegs der Klassifizierung des Ereignisses.
Lagemeldung: Meldung der eingesetzten Kräfte
über Art und Umfang des Ereignisses sowie über die
getroffenen Maßnahmen.

BEGRIFfSERLÄUTERUNGEN
Alarmierung: Ausgabe eines Befehls, durch den
bestimmte Einsatzkräfte zu einem sofortigen Einsatz
oder zur Bereitstellung aufgefordert werden. Treffen
Einsatzkräfte zu Schadensereignissen ein, zu denen
sie nicht alarmiert worden sind, gelten sie als durch
das Ereignis alarmiert.
Einsatz: Gesamtheit aller Maßnahmen und Tätigkeiten von Einsatzkräften an einer Einsatzstelle
(Retten, Angreifen, Verteidigen, in Sicherheit bringen,
Räumen, Evakuieren, Erkunden, Bergen, Dekontaminieren, Hinzubestellen anderer Organisationen u.v.m.
und/oder Einsatz von Hilfsmitteln, Verbrauchsmitteln
und Geräten aller Art).
Erkundung: Ausrücken der Feuerwehr mit anschließender Tätigkeit zum Ausschließen der gemeldeten
Gefahrenlage.
Bezeichnung:

Alarmierung

Einsatz

Bezug

Alarmiertes Einsatzmittel

Einsatzstelle / Ereignis

Ausrückezeit

ja

nein

Anfahrtzeit

ja

nein

Fahrzeug-Einsatzdauer

ja

nein

Hilfsfrist

ja

nein

Einsatzdauer

nein

ja

Schutzziel

nein

ja

Klassifizierung über

Alarmierungsstichwort

Lagemeldung

wird klassifiziert durch

Leitstelle (Disponent)

Berichtspflichtigen (Einsatzleiter)

Impressum

94

Voltairestr.2 10179 Berlin
Postanfach 10150 Berlin
Tel (030) 387 10 930
www.berliner-feuerwehr.de
pressestelle@berliner-feuerwehr.de
Redaktion u. Verantwortung: Stab Kommunikation, Stephan Fleischer
Titelbild: Feuerwehr-Doku
Layout: Vincent Porth
© 4/2016

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im Rettungsdienst zusammen.
Auch im Katastrophenschutz sind wir ein verlässlicher Partner, der
innerhalb kürzester Zeit viele Helferinnen und Helfer mobilisieren kann.
Beide Kompetenzen, Rettungsdienst und Katastrophenschutz, sind
für uns untrennbar miteinander verbunden: aus Berlin - für Berlin!
96
        
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