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Full text: Fachbrief Chemie Issue 14.2016

Freyja Grundmann, Landessiegerin bei Jugend forscht im Fach Chemie in Berlin,
Teilnehmerin am Bundeswettbewerb, Humboldt-Gymnasium
Quelle: Stiftung Jugend forscht e.V.

Fachbrief Nr. 14
Chemie
Hinweise zu den fachlichen Festlegungen
im Schulinternen Curriculum
Jugend forscht 2017

Ihr Ansprechpartner in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
Joachim Kranz, Joachim.Kranz@senbjw.berlin.de
Ihre Ansprechpartnerin im LISUM Berlin-Brandenburg:
Dr. Ilona Siehr, Ilona.Siehr@lisum.berlin-brandenburg.de

Fachbrief Nr. 14 Chemie

19.09.2016

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
mit diesem Fachbrief erhalten Sie detaillierte Hinweise zur Erstellung der fachlichen Festlegung zum schulinternen Curriculum bezüglich des neuen Rahmenlehrplans.
Festlegungen im Schulinternen Curriculum für den Chemieunterricht auf der Grundlage des Rahmenlehrplans 1 - 10
Vor kurzem hat das LISUM im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg einen Leitfaden
für die Erarbeitung des Schulinternen Curriculums herausgegeben1. Der Leitfaden beschreibt, was das schulinterne Curriculum im Kontext der Arbeit mit dem Rahmenlehrplan 110 leisten sollte, wie man es erarbeiten könnte und wie die schulinternen Festlegungen dokumentiert werden können.
Ab Seite 28 werden Dokumentationsvorlagen für die Festlegungen zum Teil C vorgestellt,
die online durch fachspezifische Beispiele ergänzt werden. Diese Beispiele finden Sie unter

auf der Seite
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/schule/schulentwicklung/schic/ .
Für die naturwissenschaftlichen Fachbereiche sind insbesondere die folgenden Fragestellungen zu klären:
Wie werden die Schwerpunkte des schulinternen Curriculums und des Schulprogramms umgesetzt?
Beispiele:
•

Forschendes Lernen

•

Nachhaltigkeit

•

Berufs- und Studienorientierung

•

Verbraucherbildung

Welche Schwerpunkte werden im Fachbereich gesetzt?
Beispiele
•

Einsatz innovativer digitaler Medien

•

Verstärkung der experimentellen Methode

•

Sprachbildung

•

Einbeziehung von Kooperationspartnern

Welche Unterrichtskonzeption verfolgt die Schule?

1

http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/schule/schulentwicklung/schic/
Das_ABC_des_schulinternen_Curriculums_Endfassung.pdf

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Fachbrief Nr. 14 Chemie

19.09.2016

Wie werden die räumlichen und ausstattungstechnischen Gegebenheiten optimal genutzt?
Welche Materialen werden genutzt? (Lehrbücher, Kopien, Tablets usw.)
Zur Unterstützung können die Fachbereiche die im Leitfaden veröffentlichte Matrix nutzen. In
dieser folgen alle Beispiele einer einheitlichen Gliederung:
Für Chemie bedeutet dies:
Im Fach Chemie sind dies die Titel der
Themenfelder, die Sie aus dem Kapitel C 3
des RLP für die Unterrichtsreihe auswählen.

Hier werden – ggf. in mehreren Spalten nach
Niveau differenziert – die Kompetenzen eingetragen, die jeweils erworben werden sollen. Die spezifischen Inhalte werden in einer
gesonderten Rubrik angegeben (siehe Beispiel S. 5/6).
Hinweis: Für das Fach Chemie sind keine
Wissensbestände definiert. Diese Rubrik ist
einzig im Fach Deutsch relevant.

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Fachbrief Nr. 14 Chemie

19.09.2016

Nicht alle Kompetenzbereiche sind in
jeder Unterrichtsreihe gleichermaßen
relevant, daher ist es sinnvoll, hier
Prioritäten zu kennzeichnen.

Im Chemieunterricht bietet fast jedes
Thema Anknüpfungspunkte zu übergreifenden Themen. Dies ist ein
fakultativer Bereich; hier sollte ebenfalls priorisiert werden.

Hier ist es sinnvoll – möglichst in
Verabredung mit anderen Fächern –
Festlegungen zu treffen.

Gleiches gilt für die Medienbildung.

Fakultativ: In diesen Zeilen sollte immer dann
Eintragungen vorgenommen werden, wenn sich
hier besondere Festlegungen anbieten bzw. Verabredungen getroffen wurden.

Für das Fach Chemie liegt derzeit ein ausgearbeitetes Beispiel zum Thema Alkohole für die
10. Jahrgangsstufe der ISS vor. Für das Gymnasium gilt in der folgenden Darstellung die
rechte Spalte. Das Beispiel finden Sie auf den Seiten 5 und 6.

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Fachbrief Nr. 14 Chemie

Rubriken

19.09.2016

FösL
Niveaustufe (E)

(Schwerpunkte,
aus dem RLP schulspezifisch abgeleitet)

Erweiterungsniveau
(Niveaustufe G)

Thema Alkohole, Themenfeld 3.10 – RLP, ISS

Themenfeld
Kompetenzen

Grundniveau
(Niveaustufe F)

Fachwissen/Struktur-Eigenschafts-Konzept
Struktur-Eigenschaften und Verwendung
Die Schülerinnen und Schüler können

Fachwissen/Struktur-Eigenschafts-Konzept
Struktur-Eigenschaften und Verwendung
Die Schülerinnen und Schüler können

Fachwissen/Struktur-Eigenschafts-Konzept
Struktur-Eigenschaften und Verwendung
Die Schülerinnen und Schüler können

Stufe E:
• wesentliche Eigenschaften von Ethanol
beschreiben
• den Ablauf und die Produkte der Gärung
beschreiben

Stufe F
• die Wirkung eines Bio-Katalysators (Hefe) beschreiben und erklären
• die Strukturmerkmale der Alkohole beschreiben
• die Unterschiede alkoholischer Getränke beschreiben
• die Folgen der Alkoholabhängigkeit beschreiben
Stufe G
• wenden die Strukturmerkmale der Alkohole auf
verschiedene Alkohole an

Stufe F
• die Wirkung eines Bio-Katalysators (Hefe) beschreiben und erklären
• die Strukturmerkmale der Alkohole beschrei
ben
• die Unterschiede alkoholischer Getränke beschreiben
• die Folgen der Alkoholabhängigkeit beschreiben
Stufe G
• wenden die Strukturmerkmale der Alkohole
auf verschiedene Alkohole an
Bewerten/Schlussfolgern
Stufe E/F
• Schlussfolgerungen mit Verweis auf Daten
oder auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Informationen ziehen
Stufe G/H
• Folgen ihres Handeln beurteilen und Konsequenzen daraus ziehen (Alkoholkonsum)
(auch für das Grundniveau!)

Bewerten/Schlussfolgern
Stufe E/F
• Schlussfolgerungen mit Verweis auf Daten
oder auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Informationen ziehen

Bewerten/Schlussfolgern
Stufe E/F
• Schlussfolgerungen mit Verweis auf Daten
oder auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Informationen ziehen

Konkretisierung der Kompetenzen
Die (eigentlich) der Stufe F zugeordneten
Standards sind wie folgt auf unterem Niveau
zu thematisieren:
• die Wirkung der Hefe beschreiben
• die Unterschiede alkoholischer Getränke

Stufe G/H
• Folgen ihres Handelns beurteilen und Konsequenzen daraus ziehen (Alkoholkonsum) (sind
auch für das Grundniveau!)

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Fachbrief Nr. 14 Chemie

Fachinhalte und
Fachbegriffe

Experimente

Methoden
Kontexte und zeitlicher Umfang

19.09.2016

beschreiben
• die Folgen der Alkoholabhängigkeit be
schreiben
Diese Standards, wie auch die Bewertung
des eigenen Handelns, sind für Allgemeinbildung unverzichtbar.
Konkretisierung der Inhalte, Experimente und Methoden
Fachinhalte zum Schwerpunkt Ethanol:
Herstellung von Ethanol durch Gärung, Biokatalysator Hefe, Eigenschaften und Reaktionen der Alkohole, Stofftrennung,
Strukturmerkmale (Unterscheidung primäre bzw. sekundäre Alkohole nur in G),
Met - das Genussmittel der Germanen, Ethanol als Genussmittel und Droge, Aldehyde (Einführung und Nachweis) (für E nur propädeutisch)
Basiskonzept (Schwerpunkt):
Struktur-Eigenschafts-Konzept
Fachbegriffe:
Alkanole, Hydroxy-Gruppe, funktionelle Gruppe, Hydrophilie, Hydrophobie, Alkanale, Aldehyde, einwertige- und mehrwertige Alkohole, Glycerin
• Gärung, Herstellung von Met
• Nachweis der Alkoholkonzentration mit einem Selbstbau-Aräometer
• Destillation
• Mischbarkeit, Dichte
• Brennbarkeit
• Aldehydnachweis (Fehling-Probe)
E und F Kurs unterscheiden sich durch den Grad der Eigenständigkeit der Schülerinnen und Schüler in der
naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung, insbesondere bei der Planung und Durchführung von
Experimenten.
Weitere Differenzierungsmöglichkeiten:
• Schülerexperimente zur Gärung mit/ohne Variablenkontrolle
• Aräometer als Kopfballversuch oder mit Anleitung
• mit/ohne quantitativen Betrachtungen
Podiumsdiskussion, Portfolio, Lernbuffet
Süß und fruchtig – vom Zucker zum Alkohol (Was tranken die alten Germanen? – Met!)
zeitlicher Umfang 10 h
Droge Alkohol, zeitlicher Umfang 4 h

• Gärung, Herstellung von Met
• Destillation
• Mischbarkeit, Dichte
• Brennbarkeit
Im Förderschwerpunkt Lernen sind offene
Lernumgebungen einzusetzen, so eignet sich
zum Inhalt „alkoholhaltige Lebensmittel“ ein
Lernbuffet.
Schüler-Experimente mit rezeptartigem Vorgabenerfordern ausführliche Hilfestellungen
und Anleitungen. Ggf. muss auf Demonstrationsexperimente und Simulationen /Videoclips
zurückgegriffen werden
•
1.
2.

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Fachbrief Nr. 14 Chemie

19.09.2016

Auftakt zur 52. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht
Online-Anmeldung bis 30. November 2016

Unter dem Motto „Zukunft – ich gestalte sie!“ startet Jugend forscht in die neue Runde. Ab
sofort können sich junge Menschen mit Freude und Interesse an Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften und Technik (MINT) wieder bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb anmelden. Schülerinnen und Schüler, Auszubildende und Studierende
sind aufgerufen, in der 52. Wettbewerbsrunde spannende und innovative Forschungsprojekte zu präsentieren.
Unsere Zukunft passiert nicht einfach. Wir alle sind ein Teil von ihr. Sie ist das Mögliche, das
noch nicht Gemachte und Erfundene. Alle Jungforscherinnen und Jungforscher sind daher
gefordert, unsere Zukunft zu gestalten, sich zu trauen, Fragen zu stellen, die noch niemand
gestellt hat – und sich mit ihren Ideen bei Jugend forscht anzumelden. Wer mitmachen will,
der muss kein zweiter Einstein sein, aber leidenschaftlich gerne forschen, erfinden und experimentieren. Talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollten also dabei
sein, wenn es heißt: Zukunft – ich gestalte sie, bei Jugend forscht 2017!
An Jugend forscht können Kinder und Jugendliche bis 21 Jahre teilnehmen. Jüngere Schülerinnen und Schüler müssen im Anmeldejahr mindestens die 4. Klasse besuchen. Studierende dürfen sich höchstens im ersten Studienjahr befinden. Stichtag für diese Vorgaben ist der
31. Dezember 2016. Zugelassen sind sowohl Einzelpersonen als auch Zweier- oder Dreierteams. Die Anmeldung für die neue Runde ist bis 30. November 2016 möglich. Beim Wettbewerb gibt es keine vorgegebenen Aufgaben. Das Forschungsthema wird frei gewählt.
Wichtig ist aber, dass sich die Fragestellung einem der sieben Jugend forscht Fachgebiete
zuordnen lässt: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik sowie Technik stehen zur Auswahl.
Für die Anmeldung im Internet sind zunächst das Thema und eine kurze Beschreibung des
Projekts ausreichend. Im Januar 2017 müssen die Teilnehmer eine schriftliche Ausarbeitung
einreichen. Ab Februar finden dann bundesweit die Regionalwettbewerbe statt. Wer hier
gewinnt, tritt auf Landesebene an. Dort qualifizieren sich die Besten für das Bundesfinale
Ende Mai 2017. Auf allen drei Wettbewerbsebenen werden Geld- und Sachpreise im Gesamtwert von mehr als einer Million Euro vergeben.

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Fachbrief Nr. 14 Chemie

19.09.2016

„Angesichts der aktuellen Herausforderungen, etwa durch Klimawandel und Globalisierung,
brauchen wir in Deutschland junge Menschen mit wissenschaftlicher Neugier, Eigeninitiative,
Verantwortungsbewusstsein und Problemlösungskompetenz. Jugend forscht leistet einen
wichtigen Beitrag, diese jungen Talente in Zeiten des demografischen Wandels und des
Fachkräftemangels gezielt zu finden und zu fördern“, sagt Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. „Dabei setzen wir auf kreatives, forschendes Lernen und eine individuelle Förderung.“
Die Teilnahmebedingungen, das Formular zur Online-Anmeldung sowie weiterführende Informationen und das aktuelle Plakat zum Download gibt es im Internet unter www.jugendforscht.de.
Unterstützung finden Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehrerinnen und Lehrer im Schülerforschungszentrum Berlin (SFZ) und im Bildungs- und Forschungszentrum Berlin (BFZ).

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Sie haben Schülerinnen oder Schüler, die sich für Wissenschaften begeistern, kreativ sind
und Lust haben zu tüfteln, dann schicken Sie sie in das Schülerforschungszentrum Berlin.
Hier können sie sich in ihrer Freizeit entfalten und sich über den Unterricht hinaus interessanten Fragestellungen stellen.
Wir betreuen die Schülerinnen und Schüler bei ihren Projekten und helfen ihnen dabei, diese
in Form von z. B. einer Jugend forscht Arbeit zusammen zu fassen. Die Schülerinnen und
Schüler haben die Möglichkeit, diese Arbeiten als Präsentationsprüfung für ihren MSA oder
als 5. Prüfungskomponente für die Abiturprüfung zu verwenden.
Selbstverständlich sind auch Sie im Schülerforschungszentrum herzlich willkommen. Zusammen können wir Experimente für Ihren naturwissenschaftlichen Unterricht erarbeiten
oder Sie bei der Betreuung von Jugend forscht Arbeiten coachen.
Wir freuen uns Sie sowie Ihre Schülerinnen und Schüler im Schülerforschungszentrum Berlin
an der Lise-Meitner-Schule zu sehen.
Wir bitten um eine kurze Anmeldung unter kontakt@sfz-berlin.de

Im Bildungs- und Forschungszentrum Berlin haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, eigene Forschungsprojekte umzusetzen. Betreut werden sie von einem Team aus ehrenamtlich arbeitenden Studenten und Wissenschaftlern. Viele der ehemaligen Schülerinnen
und Schüler studieren mittlerweile MINT-Fächer.
Kontakt: info@bfz-berlin.org
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