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Full text: Fachbrief Biologie Issue 12.2016

Fachbrief Nr. 12
Biologie
Neuerungen des Rahmenlehrplans
Rahmenlehrplan-Online
Übergangsregelungen zum Rahmenlehrplan
Richtlinien zur Sicherheit im Unterricht
(RISU 2016)

Ihr Ansprechpartner in der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft:
Sylvana Bauernöppel Sylvana.Bauernöppel@senbjw.berlin.de
Ihre Ansprechpartnerin im LISUM Berlin-Brandenburg:
Ilona Siehr,
Ilona.Siehr@lisum.berlin-brandenburg.de

Fachbrief Nr. 12 Biologie

11.07.2016

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit diesem Fachbrief erhalten Sie detaillierte Hinweise zum neuen Rahmenlehrplan und zum
Rahmenlehrplan-Online.
Den Fachteil C für das Fach Biologie finden Sie online unter:
http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/rlp-online/c-faecher/biologie/kompetenzentwicklung
Was hat sich am Kompetenzmodell v erändert?
Die weiterentwickelten Rahmenlehrpläne der Naturwissenschaften und damit auch für Biologie
berücksichtigen in noch stärkerem Maße die Gemeinsamkeiten der Fächergruppe. Die Standards
bauen auf einem gemeinsamen Kompetenzmodell auf. Das Kompetenzmodell basiert auf den
Vorgaben der KMK-Bildungsstandards für die naturwissenschaftlichen Fächer. Neu ist für alle Fächer die einheitliche, handlungsbezogene Form der Benennung der Kompetenzbereiche, so wurde
z. B. der Bereich „Kommunikation“ in „Kommunizieren“ umbenannt.
Kompetenzmodell der naturwissenschaftlichen Fächer

Was ist neu an den Standards?
Die Standards werden nicht mehr in Form von Ein- bis Drei-Schlüsselniveaus, sondern in Niveaustufen von A bis H angegeben. Diese beschreiben die bildungsgangbezogenen Anforderungen an
die Schülerinnen und Schüler. Die Standards gelten dabei zum Teil für eine Niveaustufe, zum Teil
auch für zwei bzw. drei. In den letztgenannten Fällen ist der Regelstandard in Schritten durch
Erhöhung des Schwierigkeitsgrades der Aufgaben zu entwickeln, so z. B. durch anspruchsvollere
Sprache, durch vermehrten Einsatz von Fachbegriffen oder durch die Steigerung der Komplexität.
Die Kompetenzbereiche „Erkenntnisse gewinnen“, „Kommunizieren“ und „Bewerten“ werden in
einer Progression vom Sachunterricht (beginnend mit der Niveaustufe A) über NaWi 5/6 (Niveaustufen C und D) bis zur Sekundarstufe (Niveaustufen C – H) für alle naturwissenschaftlichen Anteile und Fächer angegeben. Damit werden auch fachspezifische Ausprägungen der Standards der
Basiscurricula „Sprachbildung“ und „Medienbildung“ abgebildet.
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Fachbrief Nr. 12

11.07.2016

Die folgende Übersicht zeigt dies beispielhaft an Auszügen aus den Fachteilen für den Sachunterricht aus dem Kompetenzbereich „Erkennen“ bzw. „Erkenntnisse gewinnen“ für den naturwissenschaftlichen Unterricht von der Jahrgangsstufe 5 bis zum Ende der Jahrgangsstufe 10.

C Biologie:

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11.07.2016

Die Themen und Inhalte werden auf neu konzipierten Themenfeldseiten angegeben. Erstmals werden verpflichtende Experimente und Fachbegriffe aufgeführt. Neu sind ferner die eindeutige Zuordnung der Basiskonzepte zu den Inhalten und die Angabe von Differenzierungsmöglichkeiten
innerhalb des Themenfelds.
Die Basiskonzepte System-Konzept, Struktur- und Funktions-Konzept und Entwicklungskonzept
bleiben in ihrer Formulierung unverändert, sie strukturieren den Kompetenzbereich „Mit Fachwissen umgehen“.

Neue Themenfeldseiten
Beispiel Lebensräume 7/8
 verbindliche Inhalte
 verpflichtende Experimente

 Zuordnung der Basiskonzepte

 verbindliche Fachbegriffe
 mögliche Kontexte und
Differenzierungsmöglichkeiten

Was bietet die Online-Version des Rahmenlehrplans?
Das Portal Rahmenlehrplan-Online (www.bildungsserver.berlin-brandenburg.de/rlp-online) stellt ein
erweitertes Angebot zum Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 dar. Das Portal ermöglicht allen Lehrkräften in Berlin und Brandenburg einen einfachen Zugang zum Rahmenlehrplan,
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Fachbrief Nr. 12

11.07.2016

zu ergänzenden didaktischen Materialien sowie standardillustrierenden Aufgaben. Diese Aufgaben,
sowie Lernaufgaben, die im kommenden Schuljahr zur Verfügung gestellt werden, sind in den
naturwissenschaftlichen Fächern im OER-Format (Open Educational Resources) verfasst. Das bedeutet, alle Nutzer können diese Angebote ohne Urheberrechtsverletzungen im Unterricht einsetzen
und auch verändern. Auch die Unterrichtseinheiten der iMINTAkademie im OER-Format können
über den RLP-Online aufgerufen werden. Das Angebot ist auch für mobile Geräte (z.B. Smartphone) konzipiert. Bisher war der Rahmenlehrplan nur als pdf-Dokument im Netz.
Die Seiten zum Fach Biologie erlauben über die Menüleiste den schnellen Zugriff auf die Kapitel:
Kompetenzentwicklung, Kompetenzen und Standards, Themen und Inhalte sowie Materialien. Über
das Portal können die Nutzer durch verschiedene Filtermöglichkeiten gezielt relevante Inhalte bzw.
Niveaustufen suchen. Die Querverweise, die sie innerhalb des Dokuments finden, zeigen zugleich
die Vernetzung zwischen den Fächern und fachübergreifenden Kompetenzbereichen.
Bis zur Unterrichtswirksamkeit des Rahmenlehrplans ab dem Schuljahr 2017/2018 und darüber
hinaus werden vielfältige Unterstützungsangebote im Portal „RLP-online“ veröffentlicht. Dabei
werden die Lehrkräfte für den sonderpädagogischen Förderschwerpunkt Lernen fachspezifisch besonders unterstützt.
Weitere Fachbriefe zum neuen R ahmenlehrplan
Zum neuen Rahmenlehrplan werden im kommenden Schuljahr weitere Fachbriefe mit den
Schwerpunkten „Leistungsbewertung“, „fachliche Festlegungen im schulinternen Curriculum“
und „übergreifende Themen“ veröffentlicht.
Übergangsregelungen
Die wesentlichen Inhalte der Themenfelder in den Doppeljahrgangsstufen 7/8 und 9/10 bleiben,
auch nach Kürzung von Inhalten, erhalten. Es erfolgt eine Verschiebung des Themenfeldes Süchte
und legale Drogen (P6 7/8) in die Doppeljahrgangsstufe 9/10, sowie der Themenfelder Pflanzen
(P1 9/10) und Fotosynthese (P2 9/10) in die Doppeljahrgangstufe 7/8. Die Themenfelder Pubertät
(P7 7/8), Sexualität und sexuelle Orientierung (P8 7/8) sowie Entwicklung (P7 9/10) können im
Themenfeld 3.4 einer Doppeljahrgangsstufe frei zugeordnet werden.
Übergangsregelungen (markierte Themenfelder in der folgenden Tabelle):
3.2 Lebensräume und ihre Bewohner: Das Themenfeld muss in der 9. Jahrgangsstufe mit Bezug
zum Themenfeld Lebensräume und ihre Bewohner (P2 7/8) unter Berücksichtigung der Fachbegriffe insbesondere aus den Themenfeldern Fotosynthese (P2 9/10) und Pflanzen (P1 9/10) vertiefend
aufgegriffen werden. Dies gilt auch für die 8. Jahrgangsstufe, wenn P2 7/8 bereits in der 7. Jahrgangsstufe unterrichtet wurde.
3.4 Sexualität, Fortpflanzung und Entwicklung: Der Themenbereich Entwicklung (P7 9/10) aus diesem Themenfeld muss in der Doppeljahrgangstufe 9/10 unterrichtet werden.
3.6 Bau und Funktion des Nervensystems: Dieses Themenfeld kann in der Jahrgangsstufe 9/10 um
den Themenbereich Süchte und legale Drogen (P6 7/8) reduziert werden.
Hinweis: Die Schulen sind prinzipiell frei in der Entscheidung über die Reihenfolge der Themenfelder innerhalb einer Doppeljahrgangsstufe. Demzufolge müssen die Schulen hier den Übergang,
bezogen auf die schulinternen Fachpläne und den neuen Rahmenlehrplan, flexibel gestalten.
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Fachbrief Nr. 12

Bisheriger RLP
Doppeljahrgangsstufe 7/8
P1 7/8 Lebewesen bestehen aus
Zellen - kleinste Einheiten
P2 7/8 Lebensräume und ihre
Bewohner vielfältige Wechselwirkungen
P3 7/8 Ernährung und Verdauung - Basis unserer Energieversorgung
P4 7/8 Atmung ohne Luft kein Leben
P5 7/8 Blut und Kreislauf Weg durch den Körper

11.07.2016

Neuer RLP
(unterrichtswirksam ab
Schuljahr 2017/18)

BIOLOGIE
Verschiebung

Hinw eise

Doppeljahrgangsstufe 7/8
3.1 Die Zelle – kleinste Funktionseinheit des Lebendigen
3.2 Lebensräume und ihre
Bewohner - vielfältige Wechselwirkungen
3.3 Stoffwechsel des Menschen

Jetzt in 3.6

P6 7/8 Süchte und legale Drogen - Gefahr oder Genuss?
P7 7/8 Pubertät - ich verändere
mich
P8 7/8 Sexualität und
sexuelle Orientierung

Jetzt in 3.4
Jetzt in 3.4

Doppeljahrgangsstufe w ählbar
3.4 Sexualität, Fortpflanzung
und Entwicklung
Doppeljahrgangsstufe 9/10

Doppeljahrgangsstufe 9/10

P1 9/10 Pflanze - nicht nur grün

Jetzt in 3.2

P2 9/10 Fotosynthese - Grundlage des Lebens
P3 9/10 Sinneswahrnehmung Informationen aus der Umwelt
P4 9/10 Nervensystem und Gehirn - Aufbau und Arbeitsteilung
P5 9/10 Abwehr von Infektionskrankheiten - vielseitig und variabel
P6 9/10 Zelluläre Grundlagen der
Vererbung - Teilung oder Vermehrung?
P7 9/10 Entwicklung - von der
Befruchtung bis zum Tod
P8 9/10 Klassische Genetik Regeln der Vererbung
P9 9/10 Vererbung beim Menschen - wie die Eltern, so die
Kinder?
P10 9/10 Evolution des Menschen – auf der Suche nach
unseren Vorfahren
P11 9/10 Evolutionstheorien und
ihre Indizien – mehr als Darwin

Jetzt in 3.2
3.6 Bau und Funktion des
Nervensystems

3.5 Gesundheit – Krankheit

3.7 Genetik

Jetzt in 3.4

3.8 Evolution

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Fachbrief Nr. 12

11.07.2016

RiSU 2016 – Was ist neu?
Die Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht, kurz RiSU, ist redaktionell überarbeitet und 2016 neu
veröffentlicht worden.
Aus w elchem Grund wurde die RiSU 2014 redaktionell überarbeitet?
Der wesentliche Grund war die seit dem 1. Juni 2015 vollumfängliche Inkraftsetzung der EURegelung zum Umgang mit Gefahrstoffen. Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP-VO/GHS) ist
am 1. Juni 2015 auch für die Einstufung und Kennzeichnung von Gemischen in Kraft getreten.
Zwar dürfen Gemische mit alter Kennzeichnung, die vor dem 1. Juni 2015 verpackt und gekennzeichnet waren, noch bis 1. Juni 2017 in den Verkehr gebracht werden, für die Schulen waren
schon deshalb Anpassungen des bisherigen Regelwerkes erforderlich. Weiterhin war eine Reihe
von nationalen Änderungen von Gesetzen, Verordnungen und Technischen Regeln den aktuellen
europäischen Verordnungen anzupassen. Hier sind die Gefahrstoffverordnung, die TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen“ und die Biostoffverordnung zu nennen.
Was hat sich gegenüber der Vorgängerv ersion v erändert?
Der Umgang mit Gefahrstoffen, insbesondere die Kennzeichnung, wurde rechtlich angepasst.
Bisher wurden Gefäße, in denen Gefahrstoffe aufbewahrt wurden, nach nationalem Recht mit
Gefahrensymbolen und Risiko- und Sicherheitssätzen, besser bekannt als R- und S-Sätze, als Risiko- und Sicherheitshinweisen versehen. Zum Beispiel das „Andreaskreuz“ und der „Totenkopf“ mit
den Kennbuchstaben T oder T+ für „giftig“ oder „sehr giftig“ waren uns allen bekannt.
Durch das aktuelle „global harmonized system“ (GHS) werden anstelle der bekannten Gefahrensymbole mit den R- und S-Sätzen Piktogramme mit H- und P-Sätzen, also Gefahren- und Sicherheitshinweisen, eingeführt. Diese neue Kennzeichnung deckt sich nicht komplett mit den bisherigen Zuordnungen. So erhielten alle gesundheitsschädlichen und toxischen Stoffe mit weiteren drei
Kategorien sowie die Gruppe der karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch wirkenden Stoffe die GHS-Zeichen für „Akute Toxizität“, oder „Gesundheitsgefahr“. Diese Kennzeichnung hat
grundsätzlich durch die Hersteller und den Chemikalienhandel zu erfolgen. Nur bei Altbeständen
und beschädigten Kennzeichnungen ist die Schule verpflichtet, diese Kennzeichnung vorzunehmen.
Die Verschiebung der Einstufungskriterien hat Auswirkungen auf die bisherige Zuordnung zu schulischen Tätigkeitsbeschränkungen. In der RIiSU 2016 mussten allerdings zwingend Umschichtungen
und Anpassungen erfolgen, damit Rechtssicherheit gewährleistet werden kann.
Link zur RISU 2016:
http://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1994/1994_09_09-Sicherheitim-Unterricht.pdf

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Fachbrief Nr. 12

11.07.2016

Tabellarische Übersicht der wesentlichen Änderungen
Seite

Inhalt

14

Gefahrstoffe

18

Gefährdungsbeurteilung

24, 25

Anwendungsbeschränkungen zu karzinogenen Stoffen (Tabellen 1 und 2)

28, 29

Tätigkeitsbeschränkungen (Tabelle 3)

33

Kennzeichnung

35, 36

Aufbewahrung

46

Druckgasbehälter

84

Halogene

115, 116

Anforderungen an Fachräume

125

Gefahrenklassen, Gefahrenpiktogramme

142, 143

Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung

150

Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung (Muster-Dokumentvorlage)

195

Umgangsverbot mit bestimmten Azofarbstoffen

Zentralabitur
Ich bedanke mich für die zahlreichen Rückmeldungen zum Zentralabitur. Ihre Tipps, Hinweise
und kritischen Anmerkungen werden mit dem Entwicklerteam gesichtet und für die kommenden
Abiturprüfungen bedacht. Alle Beteiligten arbeiten daran, die Aufgaben weiter zu verbessern.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung!

Mit freundlichen Grüßen
Sylvana Bauernöppel

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