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VIII. Männerwelt und Dirnentum

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Männerwelt und Dirnenturn._________________87

fallen, darum suchen sie einen regelmäßigen Verkehr herbeizuführen. Gleichzeitig werden sie durch sogenannt anständige Damen immer und immer wieder zum Verkehre mit Dirnen ermuntert, bis sie schließlich den Einflüsterungen unterliegen.

2. Der Dirnenverkehr und nicht das freie Verhältnis wird gewählt

a) weil viele Jünglinge glauben, an Dirnen sei nichts zu verderben, und das als Schuld empfundene Gefühl, ein Mädchen verführt zu haben, vermeiden wollen;

b) weil städtische Einrichtungen bestehen, die das Dirnen-tum anerkennen und beaufsichtigen, und weil sich daher die Ansicht festgesetzt hat, der Verkehr mit Dirnen sei unschädlich und für den Mann sittlich erlaubt. Die gleiche Ansicht wird durch die militärischen Gepflogenheiten gestützt;

c) der Verkehr mit Dirnen ist in jedem Augenblicke erreichbar und schafft keine Verpflichtungen für die Zukunft;

d) vielfach haben Männer den Einladungen der Dirnen gegenüber nur wenig Widerstandskraft;

e) das Dirnentum ermöglicht die Befriedigung von Triebabweichungen. So verkehrte ein kassenkranker mit drei Mädchen in einer Nacht. Schmerzgeile (Sadisten und Masochisten) sowie Anhänger des geschlechtlichen Raffinements sind nicht selten unter den Kunden der Dirnen.

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