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VIII. Männerwelt und Dirnentum

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

VIII. Männerwelt und Dirnentum.

Mannigfach sind die Ursachen, aus denen die Männerwelt sich mit Dirnen abgibt.

Obgleich es in großen Städten fast jedem jungen Manne möglich sein dürfte, falls er sich darauf einläßt, ein Dauerverhältnis, das ihn nichts kostet, zu erringen, sehen wir, daß sich die Mehrzahl der Männer aller Vevölkerungsschichten meist bis zur geschlechtlichen Erkrankung mit öffentlichen Mädchen abgeben.

Es find demnach zwei Punkte bemerkenswert:

1. Die Ablehnung der geschlechtlichen Enthalt-samkeit.

2. Das Aufsuchen der Dirnen.

1. Die Ablehnung der Enthaltsamkeit geschieht meines Erachtens meist deshalb, weil die jungen Leute am eigenen Leibe Enthaltsamkeitsstörungen erfahren. Das Gefühl der Vereinsamung, die Qualen des Alleinstehend treiben sie zum Verkehre. Sie wollen aus den Banden der Selbstbefriedigung heraus. Sie wolle:: nicht begattungsunfähig werden. Weil sie Angst vor dem Gespenst der männlichen Schwäche und Furcht haben, dauernd verkehrsunsähig zu werden, versuchen sie, ob sie schon so weit herab-gekommen sind, daß sie überhaupt nicht mehr die zur Begattung nötige Beschaffenheit ihrer Unterleibsorgane erzielen können. Weil nun viele die Erfahrung machen, daß sie ohne geschlechtlichen Verkehr immer wieder der Selbstbefriedigung und ihren jämmerlichen Folgen ver-
        
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