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8. Hulda Schnell (Nr. 91 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

82 Großstadt-Dokumente Vd. 23. Berliner Kontrallmädchen.

Eines ist bei Ziehleuten. Das bezahlt die Schwester. Sie geht als Wäscherin; von ihm erhält sie nichts."

Eine zweite Schwester ist 24 Jahre alt, ledig; sie wirkt Strümpfe für ein Strumpfwarengeschäft. „Sie hat kein Kind, aber ein Verhältnis. Die ist sehr ehrenhaft. Die gibt sich mit keinem ab, ehe sie verheiratet ist."

Eine 13jährige Schwester besucht zu Hause die Bürgerschule.

Hulda besuchte vorn 6. bis 14. Jahre die Bezirksschule. Sie blieb mehrfach sitzen. Von Kinderkrankheiten erinnert sie sich nur, Diphtheritis gehabt zu haben. Von der II. klaffe aus wurde sie eingesegnet.

Mit 14 Jahren diente sie als Köchin bei ihren: Hauswirt für 6 Mark monatlich. Nach anderthalb Jahren ging sie weg. „Sie wollte sich verbessern und mal fort."

Nun wurde sie Dienstmädchen bei einer Bahnmeisterwitwe für 12 Mark monatlich. Dort blieb sie zwei Jahre. Dann wechselte sie den Dienst, weil die Frau mit ihren Töchtern die Stadt verließ.

Nun lernte sie kochen und war für 18 Mark monatlich sechs Monate lang in einem Hotel beschäftigt. „Meine Mutter hat mich weggeholt. Ich sollte schneidern lernen. Ich habe dort auch meinen Mann kennen gelernt. Der war Kellner in dem Hotel. Ich habe das meiner Mutter gesagt, daß das Aufsehen macht."

Nun lernte Hulda schneidern.

„Das hat mein Bruder bezahlt; das hat nicht viel gekostet, weil das Verwandtschaft war." Sechs Monate war sie noch in ihrer Vaterstadt. Dann heiratete sie und zog mit ihrem Manne nach Berlin. „Seit der Zeit habe ich nicht mehr gearbeitet; ich hatte immer genug Geld, um leben zu können.
        
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