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VII. Über die geschlechtliche Aufklärung der heranwachsenden Jugend

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Über die geschlechtliche Aufklärung der heranwachsenden Jugend. 79

verliert z. V. ihre Stelle. Die öffentliche Meinung, jene Macht, die in ihrem Wankelmut einer Buhlerin, in ihrer Roheit einem mittelalterlichen Henkersknechte, in ihrer anmaßenden Aufdringlichkeit einem Narren oft nicht nachstand, diese öffentliche Meinung tritt das Mädchen, das Mutter ward, zuweilen in den Schmutz, während sie den Lebemann belächelt. Wer sich nicht um die öffentliche Meinung kümmert, schwebt oft in Gefahr, zu vereinsamen oder unterzugehen.

3. Sittliche Seite.

Es gilt als unsittlich, außer der Ehe zu verkehren oder eine Befruchtung zu hindern. Doch die wenigsten kümmern sich darum.

4. Persönliche Seite.

Wir Eltern haben uns zwar selbst nicht nach den: gerichtet, was wir von euch Kindern verlangen. Aber für euch ist es das beste, wenn ihr unsern Worten, nicht unsern Taten folgt.

So müßten die meisten Eltern unseres Vaterlandes wahrheitsgemäß bekennen, wem: sie Aufklärung mit Aufrichtigkeit und Richtigkeit vereinen wollten und wenn sie in geschlechtlichen Dingen überhaupt das Vertrauen ihrer Kinder hätten und wenn sie dann aus deren Fragen wahrheitsgemäß antworten würden.

Einige wenige gottesfürchtige und auf dem Voden der Religion, die sie fast alle dem Namen nach bekennen, stehende Eltern könnten allerdings ehrlich und der Wahrheit entsprechend folgende Antwort geben:

„Durch Tatkraft und in dem Glauben, ein Gebot Gottes 5ii erfüllen, gelang es uns, enthaltsam zu leben. Mit religiösen Übungen (,rnit Jesu Hilfe' sagt ein evangelischer Wanderprediger) überwanden wir die Selbst-

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