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7. Gretchen Früh (Nr. 103 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

76 Großstadt-Dokumente Bd. 23. Berliner Kontrollmädchen.

verunglückt, und haben das in die Zeitung gebracht. Nach acht Tagen bin ich ganz frech wieder rüber-gegangen."

„Der zweite war ein Verwandter. Mit dem habe ich dreimal koitiert. Von dem bin ich schwanger."

„Dann habe ich mit einem Doktor in der Poliklinik verkehrt."

„Die haben alle nichts gezahlt."

„In letzter Zeit ging ich aus den Strich. Ich hatte ein Zimmer im Studentenviertel für 6 Mark täglich."

Das Mädchen ist 162 cm groß, hat 54 cm größten Kopfumfang, noch Narben von einem Selbstmordversuch (Ausschneiden der Pulsader).

Sie gibt an, ihr Vater sei furchtbar streng, auch ihre Mutter, sie sei furchtbar unglücklich, daß sie am liebsten sterben möchte, doch könne und dürfe sie es nicht tun, da sie noch Pflichten an ihrem Kinde zn erfüllen habe.

Die Schrift ist schräg geneigt. Die T-Knoten sind gering entwickelt. Die Grundstriche fliegen nach allen Richtungen auseinander (völlig zerfahrener, fchlaffer Charakter).

Zur Beurteilung: Es handelt sich um ein Mädchen, das im Alter der Geschlechtsreife nicht befriedigt wurde. Unstet und unbefriedigt durchreiste sie Deutschland und England. Sie hatte nicht das Glück, sich an das Leben geschlechtlicher Enthaltsamkeit anzupassen. Die Anpassung geschieht meist durch regelmäßige Selbstbefriedigung, soweit meine Beobachtungen reichen. Auch faud sie nicht Gelegenheit zu einer dauernden Verbindung. So verunglückte sie. •
        
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