Path:
6. Frida Schlecht (Nr. 100 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Frieda Schlecht.	(39

gegeben, kleid, Hut, alles gekauft, 15 Mark für Essen und Trinken in einem Tanzsaale ausgegeben. Dann wurde sie betrunken. „Geld, alles ist fortgewesen." Es waren noch etwa 10 Mark.

Dann wurden die beiden verhaftet. Suppler kam in Untersuchungshaft.

Frida ins Dirnenkrankenhaus.

Sie gab an, daß ein 18jähriger Bruder bei einem Bauer ist; ein 17jäl)riger Bruder ist Milchkutscher in Berlin. „Der sollte mal gestraft werden. Er hatte einen Keller aufgebrochen. Mit 14 Jahren hat er einen Verweis bekommen. Er macht mir schlecht; da mutz ich's von ihm auch sagen. Wenn er mir sieht, dann schlägt er mir immer aus, alle Zähne und die Nase blutig." Des weiteren gibt Frida an, daß er sie in der Zeit, als sie schon mit anderen Männern verkehrt hatte, unzüchtig berührt habe. Ihre Betten standen nebeneinander.

Eine 10jährige Schwester besucht die Gemeinde-schule. Eine 7jährige Schwester ist von der zweiten Mutter mit in die Ehe gebracht.

„Ich habe doch die zweite Mutter. Die erste Mutter ist vor fünf Icchrnt gestorben an Herzleiden, Leberanschwellung und Bandwurm."

Wann erhielten Sie die zweite Mutter?

„Ein paar Wochen später."

Frida ist schwach entwickelt, hat niemals die Periode gehabt, nimmt unter der Krankenhausverpflegung zu an Körpergewicht. Obgleich sie in einen Saal gelegt wurde, in dein die „Anständigen" lagen, wußte sie doch durch Kassiber mit einem Mädchen eines andern Stockwerks ein lesbisches Verhältnis anzufangen.

Die Handschrift ist unausgebildet.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.