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5. Elsa Streng (Nr. 96 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

60 Großstadt-Dokumente 23b. 23. Berliner Kontrollmädchen.

Heilgehülfin untersucht und gesund befunden. Sie mußte zwei Zettel unterschreiben. „Das war eine Warnung."

Sechste Stelle: küchenmädchen in einem vornehmen Restaurant in Schöneberg. Sie gibt an, bis Wei Uhr nachts haben arbeiten zu müssen und nur halb satt zu essen bekommen zu haben. Darum habe sie nach acht Tagen den Dienst verlassen. Sie habe sich auch an ihren Fuß gestoßen. Sie ging nach einem Krankenhause, konnte aber nicht aufgenommen werden. Die Schwester fragte nach der Kasse. Elsa sagte, das Buch hätte sie verloren. Sie wurde feucht verbunden und begab sich am andern Tage nach einer Poliklinik zur Behandlung.

Gleichzeitig ging sie wieder aus den Strich. Der Beamte, der sie bereits einmal verhaftet hatte, traf sie abermals, nahm sie aber nicht mit zur Wache, da sie sagte, sie habe sich in Halensee vorgestellt, um eine neue Stelle zu erlangen. „Es war ja nicht wahr gewesen, aber man mußte doch was sagen." Nun wurde sie nach einiger Zeit aus einem Absteigequartier des Nordens herausgeholt und nach dem Polizeipräsidium gebracht, das sie wegen eitrigen Ausflusses zur Zwangsbehandlung einlieferte. Sie gab bei ihrer Einlieferung an, nie zuvor krank gewesen zu sein, ist über mittelgroß und hatte ein blühendes Aussehen, namentlich eine gesunde Gesichtsfärbung. Im Krankenhause war sie durchweg heiter.

Sieben Geschwister sind in früher Kindheit gestorben, vier leben noch.

Ein 24jähriger Bruder ist Tischlermeister.

Eine 16jährige Schwester befindet sich in der Lehre als Putzmacherin.

Eine vierjährige Schwester lebt bei der Mutter.
        
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