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IV. Zur geschlechtlichen Frage

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

52 Großstadt-Dokumente Bd. 23. Berliner Kontrollmädchen.

ehelichen Verkehrs anerkannt und geschützt werden soll, ob die längere Zeit währende Verbindung eines Menschenpaares (das Konkubinat) oder der wilde Verkehr vieler Männer mit vielen Frauen (Promiskuität) oder endlich die Vermischung weniger Frauen mit vielen Männern (das Dirnentum). Falls man hingegen zu einer Verneinung der zweiten Frage Kommt, falls man also die Einehe allein anerkennt, fragt es sich, ob die irdische Bestrafung des abweichenden Verhaltens empfehlenswert ist, oder ob der Hinweis auf das jüngste Gericht als oberste und unfehlbare Instanz, sowie die sittliche Einwirkung aus die Menschheit hinreicht.

Sollten eingehende Arbeiten den Nachweis führen, daß Volksuntergang, Ausbreitung und Sichbreitmachen der sogenannt lasterhaften Geschlechtsvermischungen (außerehelicher Verkehr, Dirnentum, Knabenliebe, Freundinnen-liebe, Schmerzgeilheit) zeitlich zusammenfallen, so ist noch immer nicht der ursächliche Zusammenhang klar. Wenn wir unter Volksuntergang das Verschwinden der Selbständigkeit eines Volkes verstehen, so ist folgende Überlegung möglich: Wenn der Kamps ums Dasein auch unter Völkergruppen herrscht, und wenn das Gesetz von Erhaltung der Kraft auch für die Menschen gilt, so ist jedes Volk dem Untergänge geweiht. Es würde demnach für ein Volk einen Iugendzuftand, eine Reisezeit und ein Greifen-alter geben. Wenn wir nun in einem Volke eine bestimmte Krastsumme annehmen, so ist eine verschiedene Verteilung dieser Krastsumme möglich. Ein Volk kann körperlich hervorragend sein, es kann aber auch den Schwerpunkt in der Ausbildung der geistigen Fähigkeiten suchen. Nach dem Gesetz von Erhaltung der Kraft könnte die Summe der kraft nicht vermehrt werden. Es müßten also beim Steigen der GeistesfähigKeiten andere Kräfte, vielleicht die Muskelkräfte, nachlassen. Wann kann nun
        
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