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4. Dorothea Schwächlich (Nr. 106 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Dorothea Schwächlich.

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Die Anzeige war nicht wieder rückgängig zu machen. Sie erhielt dadraufhin von dem Gericht einen Verweis. Dann hab ich sie zu Hause behalten bis April (des Iahres, in dem sie 16 Iahre alt wurde).

Daß sie mir keine Dummheiten macht. Dann war sie bis Iuli Stütze der Hausfrau bei einer Frau 36. in einem Vorort. Zuli ging sie weg. Sie hat nicht gehorcht. Ich war krank, mutzte nach Z. reisen, nahm dorthin drei Kinder mit. 'nen Tag vor der Abreise erhielt ich ’ne Rohrpostkarte: Dorothea weggegangen, wohin unbekannt Es war eine Lehrersamilie. Sie bekam 15 Mark monatlich unb alles frei, war damals 16 Iahre alt. Acht Tage blieb sie weg. Sie ist ganz beschmutzt angekommen, als ob sie in der Heide geschlafen hätte. Ich habe sie zu Hause behalten. Dann hat sie ihr früherer Chef wieder ausgenommen. Der sagte, sie war fleißig und ordentlich. Nach vier Wochen ist sie aus einmal weggeblieben. Sie brachte am Ersten kein Geld und hat sich drei Monate nicht sehn lassen. Öfter telephonierte sie ihren Bruder an: Ich befinde mich wohl; es geht mir gut; dann, er solle in ein Restaurant kommen. Dann haben wir sie von der Tieckstraße abgeholt (... offenbar, nachdem sie polizeilich aufgegriffen war). Das Haar starrte von Ungeziefer. Sie sagte, sie hat bei einer Schauspielerin Aufwartung gemacht. Die hat gelogen. Es hat mir gegrault. Dann wurde sie zu Hause behalten. Ein Herr von Fürsorge kam. Ich hab sie nicht weggegeben. Eine Frau Pastor ... gab sie aus. Die hat sie als Wirtschafterin genommen. Einem Kaufmann mußte sie für 10 Mark monatlich Wirtschaft besorgen. Nach vier Monaten blieb sie weg wegen der Fahrerei bis nach dem Südosten. Pünktlich sollte sie da sein. Sie ist nicht mehr wiedergekommen, wurde vielmehr wegen Unterleibleiden von der Polizei dem Fröbel-
        
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