Path:
4. Dorothea Schwächlich (Nr. 106 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Dorothea Schwächlich.

4. Dorothea Schwächlich.

(Nr. 106 meiner Akten.)

Bei meinen Dirnensorschungen schlug ich verschiedene Wege ein. Eines Sonntags zur Besuchszeit kam der Vater eines meiner Fürsorgepfleglinge zu mir und bat um Auskunft über seine schwerkranke Tochter. Er machte den Eindruck eines gewissenhaften Beamten und klagte mir sein Leid in beweglichen Worten. Ich hörte ihn an und gab ihm Auskunft über seine Tochter. Kurze Zeit daraus suchte er mich abermals auf. Ein frommer Verein hatte feine Tochter zur Fürsorgeerziehung vorgeschlagen, und er bat mich um meinen Rat. Ich riet ihm dringend ab, seine Zustimmung zur Anstaltserziehung zu geben, und bat gleichzeitig um die Erlaubnis, mich persönlich von seinen Verhältnissen überzeugen zu dürfen. Er gab mir bereitwillig seine Zustimmung. Ich reiste kurze Zeit danach nach Schlesien. Dort erhielt ich einen Bries folgenden Inhalts:

Bin, (Datum).

Hochgeehrter Herr Doktor!

Ich bitte Sie hiermit dringend, nicht nach den Veschästigungsstellen meiner älteren Kinder zu gehen, dieselben könnten dadurch Unannehmlichkeiten haben, es wäre sehr peinlich für dieselben, in Gegenwart Anderer diese traurigen Familienverhältnisse zu erörtern, meine Wohnung steht Ihnen jederzeit gern offen.

Hochachtungsvoll

Straße  III l.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.