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3. Christine Leichtfuß (Nr. 9 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Christine Leichtfuß.	31

3. Christine Leichtsutz

(Nr. 9 meiner Akten)

machte folgende Angaben.

Geboren 188., unehelich, Berlin, evangelisch.

Als Christine zehn Jahre alt war, starb der Vater, ein Schlächtermeister. Mutter war Näherin, heiratete einen Töpfer. Der Töpfer starb ein Jahr vor Lhristinens Geburt. Nach einjähriger Witwen-schaft gebar die Mutter ihre Tochter Christine. Ob der Vater Alimente zahlte, weiß Christine nicht. Zweimal sah sie ihren Vater aus der Straße, ohne daß sie sich gegenseitig grüßten, sonst nie.

Christine besuchte die Gemeindeschule, blieb nie sitzen, war IV2 Jahr lang in der ersten Klasse. V2 Jahr lang wurde	sie vom	Unterricht	befreit,	weil die

Mutter sie zu Hause	brauchte.	Von Ostern bis

Herbst nähte	sie zu Hause. Dann	lernte	sie Servi-

teurs nähen	bei einer	Firma in	Berlin	N. Vier

Wochen lernte sie. Dann verdiente sie im Akkord sieben bis acht Mark wöchentlich. Damit kam sie nicht aus, obgleich sie zu Hause wohnte, und sie wurde nun Kellnerin. Sie erhielt stets Essen ohne Wohnung, weiter nichts; ihre Stelle wechselte sie oft. Im NW. wurde sie angelernt.

Der Herr zahlte für:		Christine erhielt:
Grätzer . .	. . . 25 Pf.	5 Pf.
Brause . . .	, . . 50 Pf.	10 Pf.
Porter . . .	, . . 100 Pf.	25 Pf.
Wein . . . .	, . . 600 Pf.	100 Pf.
Champagner 1000 bis 1200 Pf.		200 Pf.
Champagner	— 72 Selter -f Vs	- Rotwein.
        
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