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II. Die Berliner Sittenpolizei und ihre Erfolge

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

Die Berliner Sittenpolizei und ihre Erfolge. 23

d) Die Prostituierten, welche nach ihrer Persönlichkeit, nach ihrem Verhalten (Verfehlen gegen die polizeilichen Vorschriften, Entziehung von der gesundheitlichen Kontrolle usw.) und sonst nach dem Ermessen der Sittenpolizei die Feststellung ihres Gesundheitszustandes in kürzeren Zwifchen-räumen angezeigt erscheinen lassen.

Zur Klasse II werden überwiesen:

Alle Prostituierten vom beginnenden 25. Lebensjahr bis zum vollendeten 34. Lebensjahr, soweit sie nicht der Klasse I zugeteilt sind.

Zur Klasse III werden überwiesen:

Die über 34 Jahre alten Prostituierten, soweit sie nicht in Klasse I eingereiht sind. Die Versetzung der Prostituierten von einer Klasse in die andere erfolgt durch Verfügung der Sittenpolizei.

2. Sie hat sich zur ärztlichen Untersuchung pünktlich--zu der ihr vorgeschriebenen Zeit und außerdem, sobald sie sich geschlechts-krank fühlt, in dem Geschäftszimmer der Sittenpolizei einzufinden. Füllt der Gestellungstag auf einen Fest- oder Feiertag, so hat sie sich an dem nächstfolgenden Wochentage zur ärztlichen Untersuchung zu stellen.

3. Wenn sie geschlechtskrank oder überhaupt an einer ansteckenden Krankheit leidend befunden wird, ist sie gehalten, sich der Überführung nach der von der Behörde bestimmten Heilanstalt und der Kur bis zu ihrer Herstellung zu fügen.

In der Heilanstalt hat sie den Anordnungen der Arzte und Aufsichtsbeamten, sowie den Vorschriften der Hausordnung unbedingt Folge zu leisten.

4. Sie hat einfache und anständige Kleidung zu tragen. Das Tragen von Münnerkleidern ist verboten.

5. Auf den Straßen und Plätzen der Stadt darf sie durch ihr Benehmen nicht die Aufmerksamkeit anderer auf sich lenken. Namentlich ist ihr nicht gestattet, auf der Straße, in Türnischen, Torwegen, Hausfluren oder auf dem Bürgersteige zu stehen oder zu sitzen, auf einer kleinen Stelle hin und her zu gehen, in anstößiger Weise auf den Straßen umherzustrvichen und sich in Ge-fellfchaft einer Person blicken zu lassen, von der sie weiß, daß diese unter sittenpolizeiliche Aussicht gestellt oder wegen Kuppelei bestraft, oder die ihr als Zuhälter bekannt ist; ferner Männern
        
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