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2. Berta Wirt (Nr. 4 meiner Akten)

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

16 Großstadt-Dokumente Vd. 23. Berliner Kontrollmädchen.

2. Verta Wirt

(Nr. 4 meiner Akten)

wurde 185. geboren in einer Kleinstadt Thüringens-Sie ist ehelicher Abstammung, evangelischer Religion. Der Vater, ein Ziegeldecker, starb 189.; Todesursache ist unbekannt. Mutter starb 189. am Herzschlag. Vom 6. bis 14. Lebensjahre besuchte Verta die Volksschule. Sie blieb nie sitzen, war zwei Jahre in der I. Klasse. Vorn 15. bis 17. Jahre machte sie zu Hause Hausarbeit. Sie waren zwei Geschwister. Eine Schwester ist Hausdienersrau. Etwa vier Geschwister sind tot. — Mit 18 Jahren wurde Verta Dienstmädchen in ihrer Vaterstadt bei einem Schaubuden-besitzer für jährlich 12 Taler Lohn. Die Leute bereisten Iahrmärkte. Verta war zu Hause bei der Familie beschäftigt. Sie ging weg: „Ich hatte dort jemand kennen gelernt. Ein Restaurateur aus 3E. (einer Thüringer Hochschulstadt) nahm mich mit." Sie wurde Kellnerin, „18 Monat in einer Stellung" bis zu ihrem 21. Jahre. Da lernte sie ihren Mann kennen, der sie, als sie 25 Jahre alt war, heiratete. Sie lebte 16 Jahre lang bis zum Tode ihres Mannes in kinderloser Ehe. In der Hochschulstadt heiratete sie 187 . In demselben Iahre zogen die Gatten nach einer Großstadt, zwei Iahre später nach Verlitt. Die Gatten betrieben in den beiden Großstädten eine Damenkneipe „mit schneidiger Bedienung". Der Mann starb 189. an einem Herzleiden. „Ich gebrauchte die paar Mark und wurde Kellnerin."
        
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