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I. Über Dirnentum und Dirnenforschung

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

I. Aber Dirnentum und Dirnrnforschung.

Dirnentum ober Prostitution ist ein schwankender Begriff. Nach v. Düring-Kiel deckt sich Prostitution in ihrer Bedeutung als Quelle der Geschlechtskrankheiten für „uns Arzte" fast unbedingt mit dem Begriffe „außerehelicher Geschlechtsverkehr", während für den Juristen die Prostituierte diejenige Person sein soll, die ohne anderweitige Beschäftigung gegen Entgelt sich zum Geschlechtsverkehr hergibt; aus der Unwucht ein Gewerbe macht.

Ich schliche mich keiner dieser Begriffsbestimmungen an, sondern verstehe in dieser Arbeit unter Dirnen Mädchen, die zur Zwangsbehandlung von der Berliner Sittenpolizei eingeliefert wurden. Mir kommt es darauf an, an zehn Lebensgeschichten zu zeigen, welcher Art Mädchen zurzeit den Zwangsvorschriften der Berliner Sittenpolizei unterstellt werden. Bei dieser Umgrenzung des Begriffs muß ich zu andern Ergebnissen kommen, als diejenigen Arzte, in deren Sinne v. Düring obige Worte schrieb, oder auch jene Volkskreise, die ein Gleichen im Faust als „eine Hur" verachten. Grethes Valentin hält es für angebracht, noch im Sterben seine Schwester zu schmälen. Er ruft die Frauen an sein
        
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