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X. Besserungsvorschläge

Full text: Zehn Lebensläufe Berliner Kontrollmädchen / Hammer, Wilhelm

102 Großstadt-Dokumente 23b. 23. Berliner Kontrollmädchen.

des städtischen Obdachs, der Armenpsleger und Verhaltungsmaßregeln im Falle der Verarmung;

3. Darstellung des gegen Dirnen beliebten Verfahrens;

4. vielleicht Adressen der in Betracht kommenden Stiftungen.

Hinsichtlich aller gesetzlichen Maßregeln muß verlangt werden, daß die Polizei im Einklang mit den bestehenden Reichsgesetzen, nicht im Widerspruch mit ihnen handelt (vgl. Kuppeleiverbot und polizeilich gestattete Bordelle in vielen deutschen Städten!).

Die gesetzgebenden Körperschaften mögen in der ganzen Frage berücksichtigen, was Vismarck im Reichstage des Norddeutschen Bundes am 29. März 1867 sagte:

„Es gibt viele Dinge, die ein Staat dulden kann — er kann sie ignorieren; aber etwas anderes ist es, sie gesetzlich zu sanktionieren."

Die Gesetzgebungsmaschine kann nur langsam arbeiten. Schnell hingegen kann der einzelne sein Verhalten ersprießlich einrichten.

Der einzelne Mann, die einzelne Frau kann für sich persönlich das Dirnentum abschaffen.

Tacitus rühmt von den aufstrebenden Germanen im Gegensatze zu den untergehenden Römern, daß bei ihnen gute Sitten mehr gelten, als anderswo gute Gesetze.

Hinsichtlich der Erziehung halte ich das 1. bis 14. Lebensjahr für ausschlaggebend.

Mögen Bestrafungen und schöne Worte nicht ganz ohne Nutzen sein, die Hauptsache bleibt doch das gute Beispiel, und zwar bei beiden Eltern.

Es ist fast unmöglich, einem Kinde Sittlichkeitsanschauungen beizubringen, die mit den Handlungen der Eltern in Widerspruch stehen.
        
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