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V. Heiratsschwindler B. Zwecks Betrugs

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

88 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

Haus schon mal im vorigen Iahr benutzt worden ist," fiel die Portierfrau ihrem Manne in die Rede, und erzählte folgendes:

C. Sogenannter Abtreibungsschwindel.

Da wohnte nämlich in der ersten Etage links eine Frau Möller. Diese lebte von einem eigenartigen Betrug, mit dem sie schließlich aber doch hineingefallen ist. Sie annoncierte nämlich in Berliner Blättern, aber auch in allen möglichen kleinen Provinzzeitungen: „Rat und Hilfe in allen Frauenangelegenheiten. Näheres unter..."

Bezüglich der Adreffenangabe nun zerfielen, wie uns nachher in der Verhandlung, zu der wir als Zeugen geladen waren, klar geworden ist, die Annoncen in zwei Arten; in der ersten Gruppe war irgend ein Name Müller, Schultze, Neumann, Lehmann oder dergleichen, und eine bestimmte Wohnung, wie zum Beispiel Palli-fadenstraße, Waßmannstraße, Skalitzerstratze und dergleichen angegeben. In allen diesen näher angegebenen Wohnungen hatte nämlich unsere Mieterin eine gute Freundin, die ihr behilflich war. Diese erste Art der Adressenangabe war hauptsächlich in den für Berlin und die Vororte bestimmten Anzeigen angegeben, weil Frau Möller erwartete, daß die Leute sie persönlich aussuchen würden, klingelte dann jemand an der betreffenden Wohnung, so öffnete die der Frau Möller befreundete Wohnungsinhaberin, bat, einige Zeit zu warten, und holte Frau Möller heran. Auf diese Weise wußte niemand, wer Frau Möller war, und in unserem Hause wußte kein Mensch, was sie eigentlich trieb.

Die Adresse selbst und die Wohnungen ihrer Freundinnen, welche sie veranlaßte, nur kurze Zeit in den-
        
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