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V. Heiratsschwindler B. Zwecks Betrugs

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

V. Heiratsschwindler.

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der gekommen sei. Sie händigte beides ihm noch aus und hatte nicht einmal Zeit, den Dank anzuhören, denn es klingelte nach dem Pudding. Den Hypothekenbrief hatte sie sich heimlich kommen lassen, Brummer war erstaunt, er hatte die Forderung selbst gemeint.

Am folgenden Sonntag, als sie um vier Uhr wiederum das Haus verließ, wartete sie in der Konditorei bis sechs Uhr vergeblich. Es war niemand erschienen. Stina wurde ängstlich, ob ihrem lieben kuno denn nicht etwas passiert sei und überlegte schließlich, daß, so unrecht die Verschwendung auch sei, sie im Interesse ihrer Beruhigung sofort mit einer Droschke nach der Mulackstraße fahren wolle. Sie fand auch das betreffende Haus und fragte unten den Portier nach Herrn Brummer. Dieser antwortete ihr, weder in der ersten noch in der zweiten Etage wohne ein solcher. Die zweite Etage stehe überhaupt leer, denn vorige Woche seien die Mieter, teils von der Polizei, teils vorn Hauswirt herausgebracht worden. Es habe da eine berüchtigte Frauensperson gemietet gehabt, die mit allerlei lichtscheuem Gesindel verkehrt habe. Die Polizei habe in dem einen Zimmer ein ganzes Warenlager gestohlener Stiesel entdeckt und einen der Kerle noch gefaßt, der sei nämlich aus Angst in einen eisernen Ösen gekrochen, der, weil es ein altes Haus, in dem einen Zimmer noch gestanden habe. Das sei der eigentliche Liebste der Person gewesen.

Schon krampfte sich Stinas Herz zusammen, als sie dies hörte. Sie atmete jedoch erleichtert auf, als ihre Frage nach dem Aussehen dieses Ofenenthusiasten als das eines jungen Menschen von 20 Jahren bezeichnet wurde.

Jetzt siel ihr auch ein, daß an der Wohnung gar kein Schild gewesen war.

Sie sagte nunmehr entrüstet, daß sie doch nach diesen
        
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