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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

IV. Die schwarze Bande.

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Kaum war dies geschehen, als Luxi — dies war der angesprochene angebliche Lieferant — zusammen mit dem Athleten-Carl in Aktion trat, die gesamten Kartoffeln auf einen Wagen lud, den Quilio in der Stadt zum „Verkauf unter der Hand" umherfuhr.

Ein großer Teil eingetroffenes Wild wurde an einen Händler neben einer Markthalle verkauft.

Alle Vorräte an Butter, Eier, käse, die nicht sofort losgeschlagen werden konnten, wurden per Wagen durch den Athleten-Earl nach der Koloniestraße geschafft, woselbst sich bald.die Remise füllte, ebenso wie der Keller unter dem Laden in der Beußelstraße.

Inzwischen suchten Grünzweig und Hufnagel alle Agenten und Händler, die sie von früher her kannten, und von deren Skrupellosigkeit sie einige Beweise zu haben glaubten, aus und verkauften ihnen alles, was täglich in großen Warenladungen bei der Firma einging.

Nachdem das Geschäft erst 14 Tage bestanden hatte, bezifferte sich der Eingang an Waren, welche aus allen Himmelsgegenden anlangten, täglich bereits auf vielleicht 3000 Mark.

Da zu jedem Preise losgeschlagen wurde, betrug der Erlös täglich 1500 bis 2000 Mark.

Hufnagel hatte die gesamte Korrespondenz übernommen und sandte an alle, die einigermaßen drängten, kleinere Geldbeträge ab. An andere, welche vorsichtiger waren, telegraphierte er, daß er die Hälfte der Ware oder ein Drittel unter Nachnahme einlösen würde.

Er gebrauchte täglich etwa 500 Mark für derartige Aufwendungen.

Er hatte die Zeit vollkommen für diese Korrespondenz übrig, weil ihn die Buchführung nicht aufhielt. Er hatte zwar bei einem Trödler zwei große alte Geschäftsbücher erstanden, auf denen „Kassabuch" und „Hauptbuch" stand,
        
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