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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

IV. Die schwarze Bande. 
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einen Torweg über den zweiten Hos gefahren sei, in eine 
große Stallung und Remise, die früher zu dem Betrieb 
einer Brauerei gehört hätten. Diese Räume hätten allein 
einen Ausgang nach dem dritten Hose, hinter welchem 
freies Feld, welches erst nach einer halben Stunde zu dem 
nächsten Orte hinführe, sich ausdehne. Sie seien wie 
geeignet zum Versteck der Waren und wegen des Aus¬ 
gangs zur Ein- und Ausfuhr von der Querstraße. 
Der Neffe des Herrn Trippchen sei der ja allen be¬ 
kannte frühere Athleten-Larl Quilio, aus den man sich 
verlassen könne. 
Mit Bewunderung schauten alle zu Herrn Luxi aus 
und gestanden, daß er doch umsichtiger sei, als irgend 
einer von ihnen. 
Wie notwendig die vorgedachte Tätigkeit des Herrn 
Luxi war, ergab sich sehr bald. 
Es hatten sich nämlich, angelockt durch das schön an¬ 
gebrachte Geschästsschild, in der Landsbergerstraße Nr. 320 
eine Reihe von Geschäftsreisenden eingestellt, welche für 
Berliner Geschäfte als sogenannte Platzreisende Be¬ 
stellungen aussuchten. 
Luxi hatte ausdrücklich erklärt, es solle unter keinen 
Umständen von einem Berliner etwas abgenommen 
werden. Trotzdem war er überstimmt worden, Willy 
Gelbstock meinte, er sehe nicht ein, warum man den 
Berlinern gegenüber unhöflich sein solle. Bei dem Stadt¬ 
reisenden Schalter des Kartoffel-Großhändlers Lupus 
hatte am Morgen Hufnagel drei Mispel Kartoffeln für 
das Hauptgeschäft bestellt und auf Befragen Schalters, 
ob sonst kein Bedarf sei, für das Geschäft in der Beußel- 
straße noch zwei Mispel nachbestellt. 
Am folgenden Tage hatten Hausknecht und Kutscher 
des Lupus zuerst in der Landsbergerstraße die Kartoffeln 
unter Vorzeigung der quittierten Rechnung abgeladen.
        
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