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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

60 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel. 
Wurstgeschäft etabliert habe, das aber nicht so gehen 
wolle, wie er gehofft. Er habe 600 Mark in die Ein¬ 
richtung hineingesteckt und nun glücklich 2000 Mark 
Schulden. Diesem habe er zugeredet das Geschäft sofort 
aus ihn zu verschieben, die Gläubiger würden nicht be¬ 
zahlt und für die Einrichtung würde er ihm 400 Mark 
geben. Dies Geschäft sei großartig, es mache einen über¬ 
aus reellen Eindruck. Unter dem Laden sei ein Keller, 
in dem man für mehrere tausend Mark Ware unter¬ 
stellen könne. Außerdem hätte man den Wurstel in 
der Hand, der ja nichts sagen dürfe. Die Firma 
Wurstel würde einfach an dem Laden stehen bleiben 
und nur beim Hauswirt würde der Vertrag um¬ 
geschrieben. Außer Lieferanten und Gerichtsvollzieher 
würde kein Mensch kommen, so daß die ganze Sache 
ziemlich ungefährlich sei. 
Grund dessen erhielt der Papierlieserant nunmehr 
Auftrag, neben der Zentrale und dem Versandgeschäft 
auch die Filiale Beußelstraße 208 in dem Briefbogendruck 
aufzuführen. 
Dagegen wies Luxi die übrigen darauf hin, daß sie 
zwar alle schon recht tüchtig an der Begründung des 
Geschäftes gearbeitet hätten, aber die Hauptsache ihnen 
doch noch fehle. Bei einem solchen Geschäft käme es 
nur auf zwei Dinge an, einmal das Auskunftsbureau, 
welches er schon geliefert habe, und dann einen sicheren 
und verborgenen Lagerkeller. Auch diesen habe er in¬ 
zwischen besorgt. In der Koloniestraße Nr. 140 wohne 
der Lumpenhändler Trippchen; dieser verwalte das Haus. 
Die Aktiengesellschaft, der es gehöre, stehe vor dem 
Bankrott, und habe der Direktor dem Verwalter bereits 
gesagt, er solle sehen, da er ihm keine Zuschüsse mehr 
geben könne, so gut durchzukommen, wie es gehe. 
In diesem Hause komme man, wenn man durch
        
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