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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

48 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

damit sie beim Portier, Hauswirt und dergleichen sich informierten.

Außerdem hielt er den Grundsatz aller großen Auskunftsbureaus seinerseits in ganz besonderen Ehren, nämlich daß er denjenigen, über die eine Auskunft zu geben war, in bereitwilligster Weise gestattete, selbst Erklärungen abzugeben, deren Richtigkeit er sich vorbehielt zu prüfen, welche Prüfung durch klingende Münze bisweilen erspart werden konnte.

Die Existenz dieses Bruders war die unerschöpfliche Quelle der Versuche, zu Wohlstand zu gelangen, die Herr Gustav Luxi, der soeben aus der Plötze gekommen, machte. Aus diesem selben Grunde aber mußte er mit Vorsicht daraus halten, daß seine Persönlichkeit nicht Objekt der Auskunftserteilung würde.

Der Privatfekretär Hufnagel übernahm es ferner, zum morgigen Tage einige Provinzblätter zu besorgen und die erforderlichen Papiere, Briefbogen und dergleichen in Auftrag zu geben.

Der Abrede entsprechend trafen sich alle vier am folgenden Tage, 16. Februar, früh um neun Uhr, in der Landsberger Straße Nr. 320, in dem neu gemieteten Geschäftslokal der Firma Gelbstock & Ko. Hufnagel hatte Zeitungen mitgebracht.

In der ostpreußischen Provinzzeitung annoncierte der Geflügelzuchtverein von Gollop, daß er mit einer leistungsfähigen Firma wegen Lieferung von Eiern in Verbindung treten wolle.

Gleich darunter befand sich ein Gesuch der Molkerei von Preußisch Göricke, G. m. b. H., welche Käseprodukte, möglichst in großen Abschlüssen, liefern wollte.

Einige weitere Annoncen, ebenso wie diese, hatten die Genugtuung, daß Herr Luxi, der aus Grund langjähriger Erfahrungen sich seine stillschweigende Respektierung als
        
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