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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

IV. Die schwarze Bande.

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im Hinterstübchen auf der Frankfurter Chaussee zusammen-saßen, nach kurzer Zeit ohne weiteres ausgab.

Es wurde verabredet, daß zunächst Willy unter dem Namen Gelbstock & Ko. das erste Geschäft ausmachen solle.

Willy hatte zu diesem Zweck einen Laden in der Landsberger Straße für monatlich 80 Mark Miete vom 15. Februar ab bereits gemietet und die Miete pränume-rando bezahlt.

Nachdem Nudecke Papier und Feder gebracht, entwarf der Schreiber einen Geschäftsvertrag, nach welchem die Herren Willy Gelbstock und der Privatsekretär Arnold Hufnagel sich zum Betriebe eines Lebensmittelgeschäftes zusammentaten und „anerkannten", daß jeder 2000 Mark Einlage gemacht habe, Gelbstock sich auch verpflichtete, weitere 2000 Mark innerhalb vier Wochen einzulegen, während Herr Hufnagel dieselbe Verpflichtung für den Fall seiner Verheiratung, die in Aussicht stehe, übernahm.

Dieser Vertrag sollte am folgenden Tage gestempelt werden, damit er dem Auskunftsbureau „Kreditreform", Inhaber Knause & ko., vorgelegt werden könnte.

Der Inhaber dieses Auskunftsbureaus war der Bruder des Herrn Luxi, Herr Fürchtegott Luxi.

Sein Bureau befand sich im Hause nebenan aus der Frankfurter Chaussee. Es bestand schon seit zehn Jahren. Der Inhaber war früher ein Herr Knause, der dasselbe an Luxi abgetreten hatte.

Der Bruder Luxis war vollständig unbescholten und sicherte sich eine möglichst lange Dauer seines Lebens dadurch, seiner Ansicht nach, daß er möglichst wenig in seinem Leben tat. Er beantwortete die Anfragen nach Auskunft, die bei ihm eingingen, und um dies tun zu können, hatte er zwei junge Leute, die er zu den Betreffenden, über die eine Auskunft gegeben werden sollte, hinschickte,
        
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