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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

46 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

den seidenen Revers des Frackes gefallen war, weg-stäubte.

„Verkauf und Kauf ist doch das einzig Wahre," versetzte Grünzweig, „und die Welt will betrogen sein, damit fing mein Verteidiger sein letztes Plaidoyer an. Aber Scherz beiseite, ihr müßt nicht denken, daß die Sache so ,ohTte‘ ist. Ich habe in den 21k Jahren sehr sorgfältig über die Angelegenheit nachgedacht und, was die Hauptsache ist, ich habe da auf unserem Bureau einen kennen gelernt, der ungeheuer brauchbar ist. Er hatte ziemlich ebensoviel abzumachen wie ich, kommt nächsten Ersten heraus, und wir haben bis ins kleinste schon alles vorbereitet. Da wir aber unser Geschäft gleich aus Ver-größerung angelegt haben, könnten wir einige Hilfe noch brauchen. Wir wollten ohnedies, da unsere Firma etwas ramponiert ist, frisches Blut wählen. Also, wißt ihr was, wir warten bis zum Fünfzehnten, da habe ich versprochen, den Luxi abzuholen, und werden uns dann am Abend hier alle treffen. Nun laßt das Geschäft beiseite, denn hier ist die Luft nicht übermäßig rein, wir wollen unser neues Unternehmen hoch leben lassen."

Gegen sechs Uhr trennten sie sich auf dem Alexanderplatz mit dem Versprechen, sich am 15. Februar pünktlich wieder zu treffen.

Als Luxi das Tor der Plötze verließ, erwartete ihn drüben unter den Bäumen Herr Grünzweig.

Sie gingen zunächst zur Auffrischung in ein Lokal der Veußelstraße. Hier weihte ihn Grünzweig darin ein, daß er einen tüchtigen Geschäftsfreund gefunden habe, der mit einem mittelmäßigen Schreiber bereits versehen sei, so daß ein wesentlicher Teil ihrer Sorgen um Anwerbung von Hilfspersonal bereits weggefallen sei.

Luxi erklärte, daß er erst die Betreffenden sehen müsse, ein Bedenken, das er aber, nachdem sie am Abend
        
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