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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

IV. Die schwarze Bande.	45

der Kops war groß und rund, mit Ausnahme des oberen Hinterkopfes, an dem sich gleichfalls der charakteristische Winkel der gegeneinander stehenden Knochen zeigte.

Herr Grünzweig war in einen karierten, schwarz-ureitz gesprenkelten Anzug gekleidet, dessen Falten die fabrikmäßige Herstellung und das Abgemagertsein ihres Trägers erkennen ließen.

„Bist du's denn, Willy, wirklich?" redete er unseren Braunen an, schüttelte ihm kräftig die Hand und nahm ungeniert Platz. „Was hast du denn in der ganzen Zeit gemacht?'/

„Verschiedenes," erwiderte unser Brauner. „Man manifestiert sich eben so durch die Welt durch. Wie ist dir's denn ergangen?"

„Ich war Schreiber in der Plötze und erfreue mich seit acht Tagen wieder der goldenen Freiheit. Es war aber ein gehöriger Knast, den ich herunter zu sitzen hatte. Aber lassen wir das Vergangene, was macht die Zukunft?"

„Darüber wollten wir auch gerade beratschlagen," sagte Willy, und stellte seinen Freund, den Schreiber, als Herrn Arnold Hufnagel vor, der ein „gewiegter Junge" sei.

Grünzweig betrachtete ihn prüfenden Blickes und ein Kräuseln seiner Lippen schien anzudeuten, daß er die Gewiegtheit des anderen nicht allzu hoch einschätze.

„Wie wär's, wenn wir uns zusammentäten?" fragte Grünzweig.

Willy meinte, das sei nicht übel, was aber schlüge er vor.

Grünzweig antwortete säst beleidigt, wie er danach fragen könne, er werde doch seinem Handwerk nicht untreu werden.

„Also wieder Verkauf," meinte Willy, indem er mit Vorsicht einen kleinen Aschenrest seiner Zigarre, der aus
        
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