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IV. Die schwarze Bande

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

44 Grotzstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

einen langen Korridor, an dessen Ende ein großes Vereinszimmer sich befand, welches von Gästen angefüllt war.

Da aber die Stimmung schon ziemlich animiert schien, und sie mit Rücksicht aus ihren tadellosen Anzug sich ungemütlich unter dieser Gesellschaft fühlten, traten sie in ein kleineres Zimmer, dessen Tür sich etwa in der Mitte des langen, soeben von ihnen durchschrittenen Korridors öffnete. Hier setzten sie sich an einen Tisch und bald erschien Herr Nudecke, bei dem sie eine Flasche von einem „wirklich guten" Stoss bestellten.

Nudecke erzählte ihnen, wer alles von alten Bekannten da sei. Sie hörten ziemlich gelangweilt zu, bis er plötzlich erwähnte, auch Grünzweig sei seit acht Tagen wieder da.

Wie elektrisiert sprang Willy Gelbstock, wie unser Brauner hier angeredet wurde, aus und bat, denselben sofort hereinzuholen.

Nach einiger Zeit trat ein Mann, etwa in den vierziger Jahren befindlich, ein. Er hatte eine Narbe aus der linken Wange, welche das Gesicht erheblich entstellte. Tiefe Furchen ließen ihn älter erscheinen, als er wohl war. Die Augen hatten einen schweren stechenden Glanz, über den Augen, und zwar insbesondere dem rechten, bildeten die Augenbrauen einen spitzen, in sich geknickten Winkel, in dessen Scheitelpunkt die Augenbrauen so starken Wuchs auswiesen, daß die Enden derselben bis über die Augen selbst heranreichten. Auch die Stirn schmückte ein äußerst dichter Haarwuchs, der in glatten Strähnen rechts und links von selbst auseinander-siel, weil an der linken Scheitelstelle der eine Haarteil bedeutend mehr in die Stirn gewachsen war, so daß auch hier ein ähnlicher Winkel sich bildete, wie bei der Augenbraue. Die Stirnknochen traten hart und eckig hervor;
        
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