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III. Kautionsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

III. Kautionsschwindel.	41

doch der Fall sei, so sei es doch immerhin erst nötig, den Mann selbst zu haben. Die Hoffnung aber, mit ihm dann auch etwa noch die 50 Taler des August zu finden, sei nach der Erfahrung vieler Jahrzehnte etwa ebenso wahrscheinlich, als der Eintritt irgend eines Wunders.

August und sein Kollege standen vor der Tür des Polizeireviers und während sie noch so nachdachten, kam es August vor, als ob er einen braunen Schatten um die nächste Straßenecke biegen sehe, etwa ähnlich jenem Braunen, der ihm die hoffnungsvolle Stelle beiNockeLKo. verschafft hatte', es war aber diesmal wirklich nur seine Phantasie, denn es war ein ganz anderer Mensch und der Braune hatte diese Hülle längst abgelegt.

Dies erinnerte ihn aber daran, daß der Braune eigentlich schuld daran gewesen, daß er damals unverantwortlicherweise, als er vor der Ackerstraße 260 das wirkliche Schild des in seiner Heimat aufnotierten Schulze entdeckt, nicht hinausgegangen sei.

Da er überhaupt keinen anderen Rat mehr wußte, beschloß er, doch dort wenigstens anzufragen uitd nahm sich fest vor, nunmehr sich von niemanden mehr ansprechen oder aufhalten zu lassen. Er steuerte geradewegs richtig auf das Ziel, das Vermietungskontor von W. Schulze, Ackerstraße 260, los.

Es war ein reelles Institut, August hatte Glück; es war gerade der Vier- und Selterwasser-Verleger Spindel, ein tonnenstarker Herr, in dem Kontor erschienen, um einen tüchtigen Kutscher zu suchen.

Gegen eine Einschreibegebühr von einer Mark und eine Vermittelungsgebühr von sechs Mark, von der Spindel und August je die Hälfte zahlen sollten und welche Spindel vorläufig ganz verauslagte, konnte August gleich mit diesem behäbigen alten Berliner Herrn mitgehen.
        
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