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III. Kautionsschwindel

Full text: Berliner Schwindel / Werthauer, Johannes

38 Großstadt-Dokumente Bd. 21. Berliner Schwindel.

engagiert; höchstens der eine, der August, wollte ein paarmal beobachten."

„Der andere lachte und fügte hinzu: „Nun, für 50 Taler mutz er doch etwas lernen."

Beide erhoben sich. Der Schreiber ging hinaus, um auf dem Bahnhof Wacht zu halten, ob doch irgend jemand etwa käme, während der Braune den Pelzmenschen zum (£oup6 brachte.

Als jener schon eingestiegen war, rief er ihm noch zu: „Halt, wie wirst du in Hamburg heißen?"

„Was meinst du, welcher Name kommt an die Reihe?"

„Adam Ehrlich" meinte jener.

„Sehr richtig, in unserem Alphabet folgt aus N das E. Der Name unter E macht sich doch wirklich gut."

„Also hauptpostlagernd Adam Ehrlich, Berlin und Hamburg; und bis zum Juli denke ich Lhikago."

„Sehr gut! Adieu, aus Wiedersehen!"

Der Zug fuhr davon, der Pelzmann legte sich behaglich in das Loups zurück, vergewisserte sich, daß er noch bis vier Uhr in Hamburg sei, er also vor süns, ehe die großen Bankgeschäfte schlössen, die zwei Pfandbriefe versilbert haben könne und las, sein harmloses Gesicht in die unschuldigsten Falten legend, eifrig die „Fliegenden Blätter".

Der Schmächtige dagegen war eilig aus dem Bahnhof herausgetreten, hatte vorn Schreiber bestätigt erhalten, daß die Lust rein sei, und ging mit diesem nun zu Fuß am User entlang bis zur Invalidenstraße zu einem Geldverleiher. Hier wurde aus die tadellose Legitimation des Schmiedemeisters Friedrich Wilhelm Schöppenstedt das erste Sparkassenbuch und demnächst bei zwei anderen in verschiedenen Stadtgegenden jedes der übrigen Bücher auf entsprechende Legitimationen versetzt.
        
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